{"id":131,"date":"2026-07-02T12:38:00","date_gmt":"2026-07-02T12:38:00","guid":{"rendered":"https:\/\/hoge.gg\/at\/banken-krypto-politik-basel-mica-fma-2026\/"},"modified":"2026-07-02T12:38:00","modified_gmt":"2026-07-02T12:38:00","slug":"banken-krypto-politik-basel-mica-fma-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hoge.gg\/at\/banken-krypto-politik-basel-mica-fma-2026\/","title":{"rendered":"Banken und Krypto: Basel, Br\u00fcssel und die FMA setzen die Regeln"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seit gestern, dem 1. Juli 2026, gilt in der gesamten EU nur noch eine Grundregel: Wer Krypto-Dienstleistungen anbietet, braucht eine Zulassung nach der Markets-in-Crypto-Assets-Verordnung (MiCA). Die lange \u00dcbergangsfrist ist ausgelaufen. F\u00fcr heimische Anlegerinnen und Anleger klingt das nach einer Randnotiz, doch dahinter steckt die eigentliche Geschichte des Jahres: Wie Banken mit Bitcoin, Ethereum und Stablecoins umgehen d\u00fcrfen, entscheidet sich heuer nicht an den B\u00f6rsen, sondern in den Regelwerken von Basel, Br\u00fcssel und Wien.<\/p>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Zeitpunkt ist bemerkenswert. Bitcoin notiert laut <a href=\"https:\/\/www.coingecko.com\/en\/coins\/bitcoin\/eur\">CoinGecko<\/a> bei rund 52.700 Euro und damit gut 15 Prozent unter dem Niveau von vor einem Monat; Ethereum liegt bei knapp <a href=\"https:\/\/www.coingecko.com\/en\/coins\/ethereum\/eur\">1.420 Euro<\/a>. Trotz schwacher Kurse dr\u00e4ngen die Institute in den Markt. Die Raiffeisen-Gruppe verkauft Krypto \u00fcber die Bankfiliale, die Erste testet ein Bitcoin-Produkt f\u00fcr verm\u00f6gende Kunden, und in den USA erhalten Stablecoin-Firmen reihenweise Banklizenzen. Der Grund liegt im Kleingedruckten der Aufsichtsregeln.<\/p>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Warum Bank-Krypto-Politik heuer zum Kernthema wird<\/h2>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bank-Krypto-Politik hat zwei Ebenen, die oft verwechselt werden. Die erste betrifft das Marktverhalten: Wer darf Kunden Krypto verkaufen, verwahren oder tauschen? Das regelt seit 2024 und 2025 die MiCA-Verordnung, deren nationale und europ\u00e4ische \u00dcbergangsfristen nun endg\u00fcltig abgelaufen sind. Die zweite Ebene ist die aufsichtsrechtliche, und sie ist f\u00fcr Banken die teurere: Wie viel Eigenkapital muss ein Institut hinterlegen, wenn es Bitcoin in der eigenen Bilanz h\u00e4lt? Diese Frage beantwortet nicht MiCA, sondern das Basler Rahmenwerk und seine EU-Umsetzung.<\/p>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Banken sitzen genau an der Schnittstelle. Sie wollen am Wachstum teilhaben, ohne ihre Bilanz mit teuren Risikopositionen zu belasten. Das erkl\u00e4rt, warum die meisten Institute Krypto lieber vermitteln als selbst halten. Wer die Politik der Banken verstehen will, muss beide Ebenen zusammen lesen.<\/p>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Basel III und die 1.250-Prozent-Regel<\/h2>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Basler Ausschuss f\u00fcr Bankenaufsicht (BCBS) hat seinen Standard zur aufsichtsrechtlichen Behandlung von Kryptowerten mit 1. J\u00e4nner 2026 in Kraft gesetzt, nach einer Verschiebung um ein Jahr. Der Standard teilt Kryptowerte in Gruppen. Gruppe 1a umfasst tokenisierte klassische Wertpapiere, Gruppe 1b qualifizierte Stablecoins mit strengen Reserveanforderungen. Alles andere, darunter Bitcoin und Ethereum, f\u00e4llt in Gruppe 2. Der Text ist auf der Website der <a href=\"https:\/\/www.bis.org\/bcbs\/publ\/d545.pdf\">Bank f\u00fcr Internationalen Zahlungsausgleich<\/a> \u00f6ffentlich einsehbar.<\/p>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Gruppe 2 gilt ein Risikogewicht von 1.250 Prozent. In der Praxis bedeutet das: Bei einer Eigenkapitalquote von 8 Prozent muss die Bank f\u00fcr jeden Euro Krypto-Engagement rund einen Euro hartes Eigenkapital vorhalten. Zus\u00e4tzlich darf das gesamte Gruppe-2-Engagement 2 Prozent des Kernkapitals (Tier 1) nicht \u00fcberschreiten, wobei bereits ab 1 Prozent versch\u00e4rfte Regeln greifen. Diese Deckelung macht das direkte Halten volatiler Coins f\u00fcr eine Gro\u00dfbank wirtschaftlich unattraktiv. Im Februar 2026 k\u00fcndigte der Ausschuss eine gezielte \u00dcberpr\u00fcfung des Standards an, was auf m\u00f6gliche Anpassungen hindeutet (<a href=\"https:\/\/www.bis.org\/press\/p260225.htm\">BIS<\/a>).<\/p>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Br\u00fcssel: CRR3, MiCA und die Rolle der EBA<\/h2>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die EU hat das Basler Prinzip in die Eigenkapitalverordnung \u00fcbernommen. Mit der Verordnung (EU) 2024\/1623, kurz CRR3, gilt seit 9. Juli 2024 eine \u00dcbergangsbehandlung f\u00fcr Kryptowerte im Artikel 501d. Tokenisierte klassische Verm\u00f6genswerte werden wie ihr Basiswert behandelt. Asset-referenced Tokens, deren Emittenten MiCA-konform sind, erhalten ein Risikogewicht von 250 Prozent. Alle \u00fcbrigen Kryptowerte, also der Gro\u00dfteil des Marktes, werden mit 1.250 Prozent gewichtet und d\u00fcrfen 1 Prozent des Kernkapitals nicht \u00fcbersteigen. Die EU-Grenze ist damit strenger als die Basler Vorgabe.<\/p>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Europ\u00e4ische Bankenaufsichtsbeh\u00f6rde (EBA) hat am 5. August 2025 ihren finalen Entwurf technischer Regulierungsstandards vorgelegt, der festlegt, wie Institute diese Engagements berechnen und aggregieren (<a href=\"https:\/\/www.eba.europa.eu\/publications-and-media\/press-releases\/eba-publishes-draft-technical-standards-prudential-treatment-crypto-asset-exposures-under-capital\">EBA<\/a>). Ein dauerhaftes Regime steht allerdings aus: Die Kommission sollte bis Mitte 2025 einen eigenen Gesetzesvorschlag vorlegen, der Basel und MiCA zusammenf\u00fchrt. Bis heute liegt er nicht auf dem Tisch. Banken arbeiten also mit einem Provisorium.<\/p>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">So werden Krypto-Risiken in der Bankbilanz gewichtet<\/h2>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die folgende \u00dcbersicht fasst zusammen, wie unterschiedlich die Regelwerke einzelne Kategorien behandeln. Sie erkl\u00e4rt zugleich, warum Banken tokenisierte Anleihen und regulierte Stablecoins m\u00f6gen, klassische Coins in der eigenen Bilanz dagegen meiden.<\/p>\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><thead><tr><th>Kategorie<\/th><th>Beispiel<\/th><th>Risikogewicht<\/th><th>Obergrenze \/ Behandlung<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Gruppe 1a<\/td><td>Tokenisierte Anleihe oder Aktie<\/td><td>wie Basiswert<\/td><td>keine Sonderkappung<\/td><\/tr><tr><td>Gruppe 1b<\/td><td>Qualifizierter Stablecoin (E-Geld-Token)<\/td><td>reduziert, an Reserve orientiert<\/td><td>strenge Reservepflichten<\/td><\/tr><tr><td>ART (CRR3-\u00dcbergang)<\/td><td>Asset-referenced Token mit MiCA-Zulassung<\/td><td>250 Prozent<\/td><td>laufende Aufsicht<\/td><\/tr><tr><td>Gruppe 2<\/td><td>Bitcoin, Ethereum<\/td><td>1.250 Prozent<\/td><td>max. 2 Prozent Tier 1 (Basel), 1 Prozent (CRR3)<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00d6sterreich: FMA, OeNB und der Fall Raiffeisen<\/h2>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In \u00d6sterreich ist die Finanzmarktaufsicht (FMA) die zust\u00e4ndige Beh\u00f6rde f\u00fcr Kryptowerte-Dienstleister. Bis Ende Juni 2026 hat sie zehn Anbieter zugelassen, darunter Bitpanda, 21bitcoin, Cryptonow, DADAT und Bybit. Die nationale \u00dcbergangsfrist war bereits Ende 2025 ausgelaufen, fr\u00fcher als im EU-Durchschnitt. Nach Angaben der FMA verwalteten heimische Dienstleister zum Jahresende 2025 Kryptowerte von mehr als 4,4 Milliarden Euro; rund eine Million Menschen handelten zumindest einmal (<a href=\"https:\/\/www.fma.gv.at\/micar-regime-voll-anwendbar-fma-uebernimmt-umfassende-aufsicht-ueber-krypto-markt-in-oesterreich\/\">FMA<\/a>).<\/p>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der prominenteste Fall ist Raiffeisen. Die Gruppe, zun\u00e4chst \u00fcber die Raiffeisenlandesbank Nieder\u00f6sterreich-Wien, bietet gemeinsam mit Bitpanda Krypto-Investments direkt \u00fcber die Bankfiliale an. Nach dem Start in Wien folgten Nieder\u00f6sterreich und Burgenland, ab Mai 2026 kam Tirol dazu; das Angebot l\u00e4uft mittlerweile \u00fcber Dutzende Filialen (<a href=\"https:\/\/blog.bitpanda.com\/en\/bitpanda-enterprise-brings-digital-assets-raiffeisen-banks-tyrol\">Bitpanda<\/a>). Bitpanda berichtete von einer Annahmequote von rund 10 Prozent unter den angesprochenen Kundinnen und Kunden, die vor allem Bitcoin und Ethereum kaufen (<a href=\"https:\/\/www.coindesk.com\/business\/2024\/05\/08\/crypto-exchange-bitpanda-expands-austrian-presence-with-raiffeisen-bank-partnership\">CoinDesk<\/a>).<\/p>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Erste Group geht vorsichtiger vor. Sie testet ein an den Bitcoin-Kurs gekoppeltes Produkt (ein ETP des Anbieters 21Shares) f\u00fcr verm\u00f6gende Private-Banking-Kunden ab etwa 500.000 Euro Anlagesumme; in der Publikums-App George gibt es weiterhin keinen Krypto-Handel (<a href=\"https:\/\/brutkasten.com\/erste-bank-testet-bitcoin-produkt\/\">brutkasten<\/a>). Das Muster ist typisch: Die Bank vermittelt oder verpackt, h\u00e4lt aber selbst m\u00f6glichst wenig direktes Risiko. Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) begleitet den Markt aus der Perspektive der Finanzstabilit\u00e4t und mahnt in ihren Berichten regelm\u00e4\u00dfig zur Vorsicht.<\/p>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die USA gehen den Gegenweg: GENIUS Act und OCC<\/h2>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend die EU Krypto in der Bankbilanz teuer macht, holt Washington die Krypto-Firmen in den Bankensektor hinein. Der GENIUS Act, seit 18. Juli 2025 in Kraft, schafft einen Bundesrahmen f\u00fcr Zahlungs-Stablecoins. Das Office of the Comptroller of the Currency (OCC) legte am 2. M\u00e4rz 2026 seinen Entwurf f\u00fcr die Umsetzungsregeln vor (<a href=\"https:\/\/occ.treas.gov\/news-issuances\/bulletins\/2026\/bulletin-2026-3.html\">OCC<\/a>). Bereits im Dezember 2025 hatte die Beh\u00f6rde mehreren Nichtbanken, darunter Circle und Paxos, bedingte Zulassungen als nationale Treuhandbanken erteilt.<\/p>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Kontrast k\u00f6nnte kaum gr\u00f6\u00dfer sein. Europa behandelt Kryptowerte als Risiko, das mit Kapital unterlegt werden muss. Die USA definieren regulierte Stablecoins als quasi-bank\u00e4hnliches Produkt und integrieren ihre Emittenten in den Aufsichtsperimeter. F\u00fcr europ\u00e4ische Banken entsteht daraus Wettbewerbsdruck, denn Dollar-Stablecoins dominieren den Weltmarkt.<\/p>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Stablecoins werden zum Bankprodukt<\/h2>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Stablecoin-Markt hat heuer einen Rekord nach dem anderen erreicht. Laut <a href=\"https:\/\/defillama.com\/stablecoins\">DefiLlama<\/a> liegt die gesamte Marktkapitalisierung bei rund 311 Milliarden US-Dollar (etwa 265 Milliarden Euro), nach einem H\u00f6chststand von \u00fcber 321 Milliarden im April 2026. Zwei Namen dominieren: USDT von Tether kommt auf etwa 184 Milliarden Dollar, USDC von Circle auf rund 73 Milliarden. Zusammen halten sie mehr als 95 Prozent des Marktes.<\/p>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Banken ist das eine Einladung. Der Basler Standard gew\u00e4hrt qualifizierten Stablecoins der Gruppe 1b eine deutlich mildere Behandlung, sofern die Reserven aus hochwertigen, liquiden Aktiva bestehen. MiCA unterscheidet dabei zwischen E-Geld-Token (an eine einzelne W\u00e4hrung wie den Euro gekoppelt) und Asset-referenced Tokens. Ein regulierter Euro-Stablecoin, ausgegeben oder verwahrt von einer Bank, w\u00e4re bilanziell also weit g\u00fcnstiger als ein Bestand an Bitcoin. Genau hier d\u00fcrfte die n\u00e4chste Produktwelle heimischer Institute ansetzen.<\/p>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Der digitale Euro als staatliche Antwort<\/h2>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Parallel treibt die Europ\u00e4ische Zentralbank (EZB) den digitalen Euro voran, auch als Gegengewicht zu privaten Dollar-Stablecoins. In der ersten Jahresh\u00e4lfte 2026 l\u00e4uft die Vorbereitung einer Pilotphase; die EZB ver\u00f6ffentlichte am 5. M\u00e4rz 2026 einen Aufruf zur Interessensbekundung, Zahlungsdienstleister konnten sich bis 14. Mai bewerben, die Auswahl erfolgte bis Ende Juni (<a href=\"https:\/\/www.ecb.europa.eu\/euro\/digital_euro\/progress\/html\/index.en.html\">EZB<\/a>). Der eigentliche zw\u00f6lfmonatige Pilot soll in der zweiten H\u00e4lfte 2027 starten.<\/p>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine erste Ausgabe h\u00e4lt die EZB fr\u00fchestens 2029 f\u00fcr m\u00f6glich, und nur, wenn die zugeh\u00f6rige Verordnung heuer beschlossen wird. F\u00fcr Banken ist der digitale Euro Chance und Risiko zugleich: Er k\u00f6nnte Einlagen abziehen, b\u00f6te aber auch eine \u00f6ffentliche Infrastruktur, auf der neue Bezahldienste aufsetzen.<\/p>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was das f\u00fcr heimische Anlegerinnen und Anleger bedeutet<\/h2>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Privatanleger in \u00d6sterreich ergeben sich aus der neuen Ordnung mehrere handfeste Konsequenzen.<\/p>\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><strong>Nur zugelassene Anbieter:<\/strong> Seit dem Ende der \u00dcbergangsfrist d\u00fcrfen ausschlie\u00dflich MiCA-lizenzierte Dienstleister Krypto anbieten. Die FMA empfiehlt ausdr\u00fccklich, die Zulassung vor der Kontoer\u00f6ffnung zu pr\u00fcfen.<\/li><li><strong>Bank statt B\u00f6rse:<\/strong> \u00dcber H\u00e4user wie Raiffeisen wird der Kauf von Krypto so einfach wie eine \u00dcberweisung, mit dem gewohnten Ansprechpartner in der Filiale.<\/li><li><strong>Steuer inklusive:<\/strong> Realisierte Krypto-Gewinne unterliegen in \u00d6sterreich dem besonderen Steuersatz von 27,5 Prozent KESt. Seit dem Steuerjahr 2024 f\u00fchren inl\u00e4ndische Dienstleister die Steuer automatisch ab, was die Abwicklung \u00fcber eine heimische Bank vereinfacht.<\/li><\/ul>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die 1.250-Prozent-Regel wirkt dabei indirekt zum Vorteil der Kunden: Weil Banken volatile Coins nicht gern selbst halten, treten sie meist als Vermittler oder Verwahrer auf. Das Kursrisiko bleibt beim Anleger, doch die Verwahrung liegt bei einem beaufsichtigten Institut, nicht bei einer anonymen Plattform.<\/p>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ausblick: Zwei Systeme, ein Markt<\/h2>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am Ende stehen zwei Philosophien einander gegen\u00fcber. Die EU setzt auf strenge Kapitalunterlegung plus MiCA-Marktaufsicht und macht das direkte Halten von Krypto f\u00fcr Banken teuer. Die USA integrieren regulierte Stablecoins in den Bankensektor und setzen auf Wachstum. Die f\u00fcr 2026 angek\u00fcndigte Basler \u00dcberpr\u00fcfung k\u00f6nnte die Gruppe-2-Regeln lockern und den Abstand verringern. Bis dahin bleibt die Rolle der heimischen Banken klar umrissen: Sie sind Vertriebskanal und Verwahrer, nicht Risikotr\u00e4ger. F\u00fcr Anlegerinnen und Anleger ist das keine schlechte Nachricht, denn Aufsicht und Bequemlichkeit r\u00fccken n\u00e4her zusammen, w\u00e4hrend die spekulative Last dort bleibt, wo sie hingeh\u00f6rt.<\/p>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Von Katharina Moser, Senior Editor f\u00fcr Makro und TradFi bei HOGE Wire.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit dem Ende der MiCA-Frist verschiebt sich die Krypto-Debatte in die Bankbilanz. 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