{"id":138,"date":"2026-07-03T20:41:24","date_gmt":"2026-07-03T20:41:24","guid":{"rendered":"https:\/\/hoge.gg\/at\/krypto-etf-abfluesse-rekordmonat-juni-oesterreich\/"},"modified":"2026-07-03T20:41:24","modified_gmt":"2026-07-03T20:41:24","slug":"krypto-etf-abfluesse-rekordmonat-juni-oesterreich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hoge.gg\/at\/krypto-etf-abfluesse-rekordmonat-juni-oesterreich\/","title":{"rendered":"Krypto-ETF-Abfl\u00fcsse: Der Rekordmonat Juni und \u00d6sterreichs Optionen"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Juni 2026 war f\u00fcr die b\u00f6rsengehandelten Krypto-Fonds in den USA der teuerste Monat seit ihrem Start. Innerhalb weniger Wochen zogen Anlegerinnen und Anleger Milliardenbetr\u00e4ge ab, Bitcoin rutschte auf ein Jahrestief, und die Stimmung kippte von Zuversicht in Vorsicht. Fast zeitgleich endete am 1. Juli die MiCA-\u00dcbergangsfrist in der EU. F\u00fcr das Publikum in \u00d6sterreich fallen damit zwei Fragen zusammen, die enger verbunden sind, als es auf den ersten Blick scheint: Wohin flie\u00dft das institutionelle Kapital, und unter welchen Regeln kann man hierzulande \u00fcberhaupt an diesen Produkten teilhaben?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieser Beitrag ordnet die ETF-Flows der vergangenen Wochen ein, erkl\u00e4rt den Unterschied zwischen den US-Spot-ETFs und den europ\u00e4ischen ETPs und zeigt, was der Stichtag der FMA konkret f\u00fcr Anleger bedeutet. Die Preisangaben erfolgen in Euro; f\u00fcr die Umrechnung der in Dollar gemeldeten Fondsdaten rechnen wir mit einem Kurs von rund 1,15 US-Dollar je Euro.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Juni 2026, der teuerste Monat seit dem Start<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">US-Spot-Bitcoin-ETFs verbuchten im Juni netto rund 4,06 Milliarden US-Dollar an Abfl\u00fcssen (etwa 3,5 Milliarden Euro), den mit Abstand h\u00f6chsten Wert seit dem Handelsstart im J\u00e4nner 2024. Damit fiel der Monat noch schw\u00e4cher aus als der bisherige Negativrekord vom Februar 2025 mit 3,56 Milliarden Dollar, wie <a href=\"https:\/\/cryptobriefing.com\/us-spot-bitcoin-etf-record-outflows-june\/\">Cryptobriefing<\/a> berichtet. Bitcoin selbst rutschte auf ein Jahrestief von rund 58.190 Dollar, umgerechnet etwa 50.700 Euro; zum Redaktionsschluss notierte die Leitw\u00e4hrung wieder bei rund 54.000 Euro (<a href=\"https:\/\/www.coingecko.com\/en\/coins\/bitcoin\/eur\">CoinGecko<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Besonders auff\u00e4llig war die Dauer der Schw\u00e4che. Von Mitte Mai bis Anfang Juni verzeichneten die Bitcoin-Fonds 13 Handelstage in Folge mit Abfl\u00fcssen, die l\u00e4ngste Negativserie seit dem Start; unterm Strich verlie\u00dfen rund 4,4 Milliarden Dollar die Produkte, das entspricht etwa 59.400 Bitcoin. Bei den Ethereum-Fonds hielt die Serie mit 17 Tagen sogar noch l\u00e4nger an. Erst am 5. Juni endete die Phase, wie <a href=\"https:\/\/www.coindesk.com\/markets\/2026\/06\/05\/bitcoin-and-ether-etfs-end-record-multi-billion-outflow-streak\">CoinDesk<\/a> dokumentierte, mit einem eher symbolischen Nettozufluss von 3,05 Millionen Dollar bei den Bitcoin-Produkten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Gr\u00fcnde lagen weniger im Krypto-Sektor selbst als im makro\u00f6konomischen Umfeld. Die US-Notenbank Federal Reserve hielt die Zinsen hoch und verschob erwartete Lockerungen, was riskante Anlageklassen unter Druck setzte; die M\u00e4rkte preisten zwischenzeitlich eine hohe Wahrscheinlichkeit f\u00fcr gar keine Zinssenkung im Jahr 2026 ein. Zus\u00e4tzlich trennte sich das Unternehmen Strategy (vormals MicroStrategy) erstmals seit fast vier Jahren von Bitcoin, und binnen 24 Stunden wurden gehebelte Positionen im Wert von rund 1,76 Milliarden Dollar liquidiert. Kapital floss sp\u00fcrbar in Aktien, vor allem in Technologiewerte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die folgende \u00dcbersicht fasst den Stand der beiden gro\u00dfen US-Produktgruppen zusammen:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><thead><tr><th>Kennzahl<\/th><th>Bitcoin-Spot-ETFs (USA)<\/th><th>Ethereum-Spot-ETFs (USA)<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Kumulierte Nettozufl\u00fcsse seit Start<\/td><td>rund 58,5 Mrd. USD<\/td><td>rund 11,6 Mrd. USD<\/td><\/tr><tr><td>Verwaltetes Verm\u00f6gen (AUM)<\/td><td>rund 102 Mrd. USD<\/td><td>rund 12 bis 13 Mrd. USD<\/td><\/tr><tr><td>Gr\u00f6\u00dfter Einzelfonds<\/td><td>IBIT (BlackRock)<\/td><td>ETHA (BlackRock)<\/td><\/tr><tr><td>Netto im Juni 2026<\/td><td>rund 4,06 Mrd. USD Abfluss (Rekord)<\/td><td>17-t\u00e4gige Abflussserie<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Quellen: <a href=\"https:\/\/www.theblock.co\/data\/etfs\/ethereum-etf\/spot-ethereum-etf-flows\">The Block<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.coinglass.com\/eth-etf\">CoinGlass<\/a>; Stand Anfang Juli 2026.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">IBIT bleibt der Anker, auch im Abschwung<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kein Produkt pr\u00e4gt die ETF-Flows so stark wie der iShares Bitcoin Trust (IBIT) von BlackRock. Der Fonds kommt auf kumulierte Nettozufl\u00fcsse von rund 61,5 Milliarden Dollar (etwa 53,5 Milliarden Euro) und h\u00e4lt je nach Stichtag zwischen 809.000 und 812.000 Bitcoin. Sein Anteil unter den US-Bitcoin-ETFs bewegt sich zwischen rund 49 und 62 Prozent, je nachdem, ob man Zufl\u00fcsse oder verwaltetes Verm\u00f6gen als Ma\u00dfstab nimmt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gerade wegen dieser Dominanz schl\u00e4gt IBIT in beide Richtungen aus. Im Juni entfielen rund 75 Prozent der gesamten Abfl\u00fcsse auf BlackRocks Fonds, das sind etwa 3 Milliarden Dollar. Bemerkenswert ist aber der Tag, an dem die Serie brach: Am 5. Juni war IBIT mit einem Plus von 47,66 Millionen Dollar der einzige gro\u00dfe Fonds mit positiven Flows, w\u00e4hrend der Rest der Produktpalette auf null Nettozufluss verharrte. Das deutet auf eine best\u00e4ndige Basis institutioneller Halter hin, die auch in schwachen Phasen nicht verkaufen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00dcber alle US-Bitcoin-ETFs hinweg summieren sich die Zufl\u00fcsse seit dem Start auf rund 58,5 Milliarden Dollar, das verwaltete Verm\u00f6gen liegt trotz des R\u00fcckschlags bei rund 102 Milliarden Dollar (etwa 89 Milliarden Euro), wie die Daten von <a href=\"https:\/\/sosovalue.com\/assets\/etf\/us-btc-spot\">SoSoValue<\/a> zeigen. Der R\u00fcckgang gegen\u00fcber dem Fr\u00fchjahr geht damit zu einem gro\u00dfen Teil auf den gefallenen Bitcoin-Kurs zur\u00fcck, nicht allein auf abgezogenes Kapital.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ethereum-Fonds und die neue Staking-Generation<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Ethereum-Fonds stehen kleiner da, entwickeln sich aber dynamischer. Seit dem Start summieren sich ihre Nettozufl\u00fcsse auf rund 11,6 Milliarden Dollar (etwa 10 Milliarden Euro), allein 12,9 Milliarden Dollar davon flossen im Jahr 2025 zu. Das verwaltete Verm\u00f6gen erreichte zwischenzeitlich rund 16 Milliarden Euro, ging mit dem Kursrutsch aber auf 10 bis 11 Milliarden Euro zur\u00fcck. Auch hier ist BlackRock mit dem iShares Ethereum Trust (ETHA) und rund 5,7 Milliarden Euro der gr\u00f6\u00dfte Anbieter; ETHA war am Ende der 17-t\u00e4gigen Abflussserie der einzige Fonds mit frischem Geld.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Preisdruck war bei Ethereum ausgepr\u00e4gter als bei Bitcoin. ETH fiel unter die psychologisch wichtige Marke von 2.000 Dollar auf rund 1.700 Dollar (etwa 1.480 Euro), ein R\u00fcckgang von rund 65 Prozent gegen\u00fcber dem Allzeithoch von 4.950 Dollar. Neben dem Makroumfeld belasteten Debatten \u00fcber die Skalierung des Netzwerks, die Konkurrenz durch Layer-2-L\u00f6sungen und die Frage, wie viel Wert langfristig beim ETH-Token selbst ankommt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die eigentliche Neuerung des Jahres sind die Staking-ETFs. Anfang 2026 kamen erste Produkte auf den Markt, die native Staking-Ertr\u00e4ge an die Anleger weiterreichen. BlackRocks ETHB etwa startete am 12. M\u00e4rz 2026 und legt zwischen 70 und 95 Prozent seiner ETH-Best\u00e4nde \u00fcber Coinbase Prime im Staking an; rund 82 Prozent der Brutto-Ertr\u00e4ge werden monatlich ausgesch\u00fcttet. Zur Einordnung: Netzwerkweit sind rund 35,8 Millionen ETH gestakt, etwa 30 Prozent des Umlaufs, verteilt auf rund 1,1 Millionen Validatoren, bei einer Rendite von 2,8 bis 3,5 Prozent pro Jahr.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Warum es in \u00d6sterreich keinen echten Bitcoin-ETF gibt<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hier liegt der wichtigste Unterschied f\u00fcr das heimische Publikum: Die in den USA gehandelten Spot-ETFs sind in der EU nicht zum Vertrieb an Privatanleger zugelassen, und ein direkter Nachbau ist rechtlich nicht m\u00f6glich. Grund ist die UCITS-Richtlinie (auf Deutsch OGAW), die f\u00fcr zugelassene Publikumsfonds eine Mindeststreuung verlangt. Ein Fonds, der ausschlie\u00dflich einen einzigen Verm\u00f6genswert wie Bitcoin h\u00e4lt, erf\u00fcllt dieses Diversifikationsgebot nicht und kann daher in Europa nicht als ETF genehmigt werden, wie <a href=\"https:\/\/cointelegraph.com\/news\/bitcoin-etf-europe-eu-crypto-investments\">Cointelegraph<\/a> zusammenfasst.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der europ\u00e4ische Ausweg hei\u00dft ETP (Exchange Traded Product), meist in der Auspr\u00e4gung als ETN (Exchange Traded Note) oder ETC (Exchange Traded Commodity). Rechtlich handelt es sich dabei nicht um Fondsanteile, sondern um Schuldverschreibungen, die die Kursentwicklung eines Basiswerts abbilden. Weil ETCs und ETNs nicht unter das UCITS-Regime fallen, d\u00fcrfen sie einen einzelnen Basiswert nachzeichnen. In der Praxis sind die meisten europ\u00e4ischen Krypto-ETPs physisch besichert, das hei\u00dft, der Emittent hinterlegt die zugrunde liegenden Coins bei einem Verwahrer, \u00e4hnlich wie bei den US-Fonds, wie <a href=\"https:\/\/coinshares.com\/us\/insights\/knowledge\/understanding-the-difference-between-spot-bitcoin-etfs-and-physical-bitcoin-etps\/\">CoinShares<\/a> erl\u00e4utert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die wichtigsten Unterschiede im \u00dcberblick:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><thead><tr><th>Merkmal<\/th><th>US-Spot-ETF (z.B. IBIT)<\/th><th>Europ\u00e4isches Krypto-ETP\/ETN<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Rechtsform<\/td><td>Fonds<\/td><td>Schuldverschreibung (ETN\/ETC)<\/td><\/tr><tr><td>UCITS\/OGAW-f\u00e4hig<\/td><td>nein<\/td><td>nein, Einzelwert aber erlaubt<\/td><\/tr><tr><td>Direkt handelbar in \u00d6sterreich<\/td><td>nein<\/td><td>ja, \u00fcber B\u00f6rse und Broker<\/td><\/tr><tr><td>Physische Besicherung<\/td><td>ja<\/td><td>\u00fcberwiegend ja<\/td><\/tr><tr><td>Emittentenrisiko<\/td><td>gering (Sonderverm\u00f6gen)<\/td><td>vorhanden (Schuldverschreibung)<\/td><\/tr><tr><td>Beispiele<\/td><td>IBIT, FBTC, ETHA<\/td><td>CoinShares Physical Bitcoin, 21Shares, WisdomTree<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die europ\u00e4ischen ETPs im \u00dcberblick<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der europ\u00e4ische Markt ist gut entwickelt und wird von drei Anbietern dominiert: CoinShares, 21Shares und WisdomTree f\u00fchren die in Europa aufgelegten Krypto-ETPs nach verwaltetem Verm\u00f6gen an. Das gr\u00f6\u00dfte physische Bitcoin-Produkt ist CoinShares Physical Bitcoin (BITC), vor dem BTCE von Bitwise mit rund 1,1 Milliarden Euro. 21Shares kommt weltweit auf rund 7 Milliarden Euro und bietet mit 48 Produkten eine der breitesten Paletten; nur der Anbieter Valour listet mit 71 noch mehr Einzelprodukte, wie eine <a href=\"https:\/\/www.justetf.com\/en\/how-to\/invest-in-bitcoin.html\">\u00dcbersicht von justETF<\/a> zeigt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Anlegerinnen und Anleger in \u00d6sterreich sind diese Papiere \u00fcber die \u00fcblichen Handelspl\u00e4tze und Depotbanken zug\u00e4nglich; viele davon notieren an der Deutschen B\u00f6rse (Xetra) oder an der SIX in der Schweiz. Der Wettbewerb wird zuletzt vor allem \u00fcber die Kosten ausgetragen: Ein Preiskampf bei den Geb\u00fchren physischer Bitcoin-Produkte hat die laufenden Kosten mancher ETPs deutlich gedr\u00fcckt, wie <a href=\"https:\/\/www.etfstream.com\/articles\/physical-bitcoin-etp-fee-war-escalates\">ETF Stream<\/a> berichtet. Wer solche Produkte vergleicht, sollte neben der Gesamtkostenquote auf die Verwahrstruktur, die Handelsliquidit\u00e4t und die steuerliche Behandlung achten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">MiCA-Stichtag 1. Juli: Was die FMA jetzt verlangt<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zeitlich passt der Marktstress zu einer regulatorischen Z\u00e4sur. Am 1. Juli 2026 endete die \u00dcbergangsfrist der EU-Verordnung \u00fcber M\u00e4rkte f\u00fcr Kryptowerte (MiCAR). Seither d\u00fcrfen nur noch Anbieter mit einer aufrechten Zulassung als Crypto-Asset Service Provider (CASP) ihre Dienste in der EU erbringen und bewerben. EU-weit waren zuletzt rund 1.200 Krypto-Unternehmen registriert, eine g\u00fcltige CASP-Zulassung hatten davon aber nur 244, zehn davon in \u00d6sterreich, wie <a href=\"https:\/\/www.broker-test.at\/news\/micar-eu-uebergangsfrist-endet-am-1-juli-2026-was-das-fuer-oesterreichische-krypto-anlegende-heisst\/\">Broker-Test.at<\/a> berichtet. Zu den hierzulande zugelassenen Anbietern z\u00e4hlen unter anderem Bitpanda, 21bitcoin, Cryptonow, DADAT und Bybit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Finanzmarktaufsicht (FMA) verweist auf klare Vorgaben der EU-Wertpapieraufsicht ESMA: Nicht zugelassene Anbieter m\u00fcssen den Neukundenbetrieb einstellen, sich auf einen geordneten R\u00fcckzug beschr\u00e4nken und ihre Kundschaft laufend informieren. Wichtig f\u00fcr Betroffene: Kundinnen und Kunden nicht zugelassener Anbieter genie\u00dfen nicht die Schutzmechanismen der MiCAR, insbesondere nicht beim Schutz von Kundengeldern und Kryptoverm\u00f6gen, wie die <a href=\"https:\/\/www.fma.gv.at\/ende-der-micar-uebergangsfrist-esma-legt-klare-vorgaben-fuer-nicht-zugelassene-anbieter-fest\/\">FMA<\/a> betont. Wer pr\u00fcfen will, ob ein Anbieter zugelassen ist, nutzt am besten das MiCAR-Register der ESMA und die Unternehmensdatenbank der FMA; taucht ein Anbieter in keiner der beiden auf, empfiehlt die Beh\u00f6rde, Best\u00e4nde zu einem zugelassenen Unternehmen oder in die eigene Wallet zu \u00fcbertragen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die b\u00f6rsennotierten Krypto-ETPs gilt das nur mittelbar: Sie sind Wertpapiere und unterliegen dem Prospektrecht sowie der Aufsicht \u00fcber den jeweiligen Handelsplatz, nicht der CASP-Zulassungspflicht. Zu beachten ist au\u00dferdem, dass Krypto-Derivate wie Futures oder Perpetuals als Finanzinstrumente unter die MiFID II fallen und von der Marktaufsicht reguliert werden, nicht unter die MiCAR, die den Spot-Handel und die Dienstleister abdeckt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Steuer: 27,5 Prozent KESt und was ETP-Anleger beachten m\u00fcssen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Beim Thema Steuer sollten Anleger genau hinsehen. Realisierte Gewinne aus Kryptow\u00e4hrungen unterliegen in \u00d6sterreich seit der \u00d6kosozialen Steuerreform 2022 dem besonderen Steuersatz von 27,5 Prozent (Paragraf 27a EStG), unabh\u00e4ngig von einer Behaltefrist. Inl\u00e4ndische Dienstleister behalten die Kapitalertragsteuer (KESt) seit dem 1. J\u00e4nner 2024 automatisch ein, \u00e4hnlich wie bei Aktien oder Anleihen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr b\u00f6rsengehandelte Krypto-ETPs gilt: Es handelt sich um Wertpapiere, deren Kursgewinne ebenfalls dem Kapitalertragsteuersatz von 27,5 Prozent unterliegen; h\u00e4lt man sie in einem inl\u00e4ndischen Depot, f\u00fchrt die depotf\u00fchrende Bank die Steuer in der Regel automatisch ab. Bei ausl\u00e4ndischen Depots oder direkter Verwahrung auf einer Handelsplattform kann eine Veranlagung in der Steuererkl\u00e4rung n\u00f6tig sein. Weil die konkrete Behandlung je nach Produktstruktur und Verwahrort variieren kann, lohnt im Zweifel die R\u00fccksprache mit einer Steuerberatung.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was die Abfl\u00fcsse wirklich signalisieren<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">ETF-Flows sind mehr als eine Randnotiz f\u00fcr Statistiker. Seit dem Start der Spot-Produkte gelten sie als eines der besten verf\u00fcgbaren Barometer f\u00fcr die Nachfrage professioneller Investoren, weil sie t\u00e4glich ver\u00f6ffentlicht werden und reale Kauf- oder Verkaufsentscheidungen abbilden. Der Rekordabfluss im Juni war deshalb ein deutliches Stimmungssignal, doch er l\u00e4sst sich in zwei Richtungen lesen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die zyklische Lesart spricht, dass die Abfl\u00fcsse eng mit dem Makroumfeld zusammenfielen, mit den Zinserwartungen, mit dem Verkauf von Strategy und mit der allgemeinen Risikoscheu an den Aktienm\u00e4rkten. F\u00fcr eine reifere Marktphase spricht dagegen, dass die Flows nun in beide Richtungen laufen: Anders als 2024, als fast nur Geld hineinstr\u00f6mte, sind ETFs heute ein Zweibahnverkehr. Dass IBIT selbst am Tiefpunkt noch Zufl\u00fcsse verzeichnete, zeigt eine stabile institutionelle Basis. Zugleich hat die Verankerung von Bitcoin im klassischen Fondsvertrieb den Kurs enger an Zins- und Aktienzyklen gekoppelt, als vielen Anh\u00e4ngern der Anlageklasse lieb ist.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ausblick: Zwischen Zinsangst und Strukturwandel<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die kommenden Wochen d\u00fcrften drei Faktoren die Flows bestimmen. Erstens die Geldpolitik: Solange die Fed keine Zinssenkung signalisiert, bleibt der Gegenwind f\u00fcr zinssensible Anlagen bestehen. Zweitens die Frage, ob die Staking-ETFs neues Kapital anziehen, das \u00fcber die reine Kursspekulation hinausgeht. Drittens die Konsolidierung des europ\u00e4ischen ETP-Marktes, wo der Geb\u00fchrenwettbewerb die Anbieter unter Druck setzt und die Auswahl f\u00fcr Anleger zugleich g\u00fcnstiger macht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr das Publikum in \u00d6sterreich lautet die praktische Schlussfolgerung: Wer \u00fcber regulierte Wege am Krypto-Markt teilnehmen m\u00f6chte, findet in den b\u00f6rsennotierten ETPs und den seit dem 1. Juli klar lizenzierten CASPs einen verl\u00e4sslichen Rahmen. Ein Blick in die Unternehmensdatenbank der FMA vor jedem Engagement ist heuer wichtiger denn je. Dieser Beitrag ist eine journalistische Einordnung und keine Anlageberatung; Investitionen in Kryptowerte sind mit hohen Risiken bis zum Totalverlust verbunden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Von der Markt-Redaktion der HOGE Wire, Wien.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Juni 2026 zogen Anleger so viel Kapital aus US-Krypto-ETFs ab wie nie zuvor. 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