{"id":151,"date":"2026-07-16T20:51:01","date_gmt":"2026-07-16T20:51:01","guid":{"rendered":"https:\/\/hoge.gg\/at\/futures-basis-2026-cash-and-carry-crash\/"},"modified":"2026-07-16T20:51:01","modified_gmt":"2026-07-16T20:51:01","slug":"futures-basis-2026-cash-and-carry-crash","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hoge.gg\/at\/futures-basis-2026-cash-and-carry-crash\/","title":{"rendered":"Futures-Basis 2026: Wie der Bitcoin-Cash-and-Carry-Trade kollabierte"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Mitte Juli 2026 notiert Bitcoin bei rund 56.700 Euro, umgerechnet knapp 64.600 US-Dollar, <a href='https:\/\/www.coindesk.com\/price\/bitcoin'>wie CoinDesk-Daten zeigen<\/a>, und damit weiterhin knapp die H\u00e4lfte unter dem Allzeithoch von 126.198 US-Dollar vom 6. Oktober 2025. Der eigentliche Bruch des vergangenen Jahres zeigt sich aber nicht im Spotchart, sondern in einer Kennzahl, die au\u00dferhalb institutioneller Handelsr\u00e4ume kaum jemand kennt: der Futures-Basis, jenem Renditeaufschlag, den Bitcoin-Terminkontrakte gegen\u00fcber dem Kassamarkt bieten, oder eben nicht mehr bieten.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Basis war 2024 und 2025 die Grundlage eines der gr\u00f6\u00dften institutionellen Carry-Trades im Kryptomarkt: des Cash-and-Carry-Handels, bei dem Fonds Bitcoin am Kassamarkt, meist \u00fcber einen Spot-ETF, kauften und gleichzeitig Terminkontrakte an der CME leerverkauften, um die Differenz weitgehend marktneutral einzustreichen. Ende 2025 brach dieser Handel zusammen, die Basis fiel zeitweise sogar unter null, und Hedgefonds zogen allein im ersten Quartal 2026 Zehntausende Bitcoin aus b\u00f6rsengehandelten Fonds ab. Was danach kam, ist eine der lehrreichsten Marktgeschichten des Jahres: dar\u00fcber, wie aus einem als quasi risikofrei verkauften Trade pl\u00f6tzlich Verkaufsdruck wurde, wer am Ende die Verluste trug und warum Banken dort einstiegen, wo Hedgefonds aufgaben.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Was ist die Futures-Basis? Contango, Backwardation und die Formel<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Futures-Basis beschreibt die Differenz zwischen dem Preis eines Terminkontrakts und dem aktuellen Kassa- beziehungsweise Spotpreis des zugrunde liegenden Verm\u00f6genswerts, in diesem Fall Bitcoin. Um Kontrakte mit unterschiedlichen Laufzeiten vergleichbar zu machen, wird die Basis \u00fcblicherweise annualisiert: Man nimmt die relative Differenz zwischen Futures- und Spotpreis und multipliziert sie mit 365, geteilt durch die Anzahl der Tage bis zum Verfall des Kontrakts. Das Ergebnis ist eine Rendite, die sich direkt mit anderen verzinsten Anlagen wie US-Staatsanleihen vergleichen l\u00e4sst.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Notieren die Futures \u00fcber dem Spotpreis, spricht man von Contango, einem Zustand, der auf optimistische Erwartungen und eine hohe Nachfrage nach gehebeltem Long-Exposure hindeutet. Liegen die Futures dagegen unter dem Spotpreis, handelt es sich um Backwardation, meist ein Zeichen von Marktstress, Deleveraging oder akuter Absicherungsnachfrage. Bitcoin-Futures an der <a href='https:\/\/www.cmegroup.com\/markets\/cryptocurrencies\/bitcoin\/bitcoin.html'>CME<\/a> notierten historisch fast immer in Contango, Backwardation blieb die Ausnahme und trat nur in echten Stressphasen auf. Das Prinzip ist nicht neu und auch nicht kryptospezifisch: Rohstoffm\u00e4rkte wie \u00d6l oder Gold kennen dieselbe Logik seit Jahrzehnten, dort spiegelt die Basis Lagerkosten, Zinsen und Angebotsknappheit wider. Bei Bitcoin, das keine Lagerkosten im klassischen Sinn kennt, bildet die Basis vor allem die Finanzierungskosten gehebelter Positionen und die Markterwartung ab.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Der Cash-and-Carry-Trade: Wie der quasi risikolose Basis-Handel funktioniert<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Aus dieser Preisdifferenz l\u00e4sst sich eine Handelsstrategie ableiten, die im traditionellen Finanzwesen als Cash-and-Carry-Trade bekannt ist. Ein Fonds kauft Bitcoin am Kassamarkt, in der Praxis meist \u00fcber einen Spot-ETF, und verkauft gleichzeitig Terminkontrakte mit demselben Nominalwert leer. Bewegt sich der Bitcoin-Preis nach oben oder unten, gleichen sich Gewinn und Verlust der beiden Positionen im Idealfall aus, das Marktrisiko ist herausgehedgt. Am Verfallstag konvergieren Future und Spotpreis zwangsl\u00e4ufig, und der Fonds streicht die urspr\u00fcngliche Basis als Gewinn ein, unabh\u00e4ngig davon, ob Bitcoin gestiegen oder gefallen ist. Deshalb galt der Trade lange als quasi risikofrei, jedenfalls was das reine Preisrisiko betrifft; Finanzierungs-, Kontrahenten- und Liquidit\u00e4tsrisiken bleiben trotzdem bestehen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Erst der Start der US-Spot-Bitcoin-ETFs im J\u00e4nner 2024 machte diesen Handel im gro\u00dfen Stil praktikabel, aus einem einfachen strukturellen Grund: Mehrere der gr\u00f6\u00dften ETFs und die CME-Futures nutzen denselben Referenzkurs, die CME CF Bitcoin Reference Rate, wodurch beide Seiten des Trades exakt auf denselben Preis abgewickelt werden, <a href='https:\/\/www.cmegroup.com\/openmarkets\/equity-index\/2025\/Spot-ETFs-Give-Rise-to-Crypto-Basis-Trading.html'>wie CME Group in einer eigenen Analyse festh\u00e4lt<\/a>. Zus\u00e4tzlich bietet die B\u00f6rse mit dem Instrument Basis Trade at Index Close institutionellen Anlegern die M\u00f6glichkeit, Futures direkt zu einem vereinbarten Aufschlag auf den Referenzkurs zu handeln, statt Spot- und Terminposition getrennt am Markt aufbauen zu m\u00fcssen. Das senkt das Ausf\u00fchrungsrisiko erheblich und war eine wesentliche Voraussetzung daf\u00fcr, dass Multi-Strategy-Fonds und dedizierte Krypto-Hedgefonds den Trade in gro\u00dfem Volumen fahren konnten.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>2024 und 2025: Wie ETFs den Basis-Trade zum institutionellen Massenph\u00e4nomen machten<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Mit den ETFs kam auch das Kapital. Bereits im Februar 2024, wenige Wochen nach dem Start der Spot-Produkte, n\u00e4herte sich die annualisierte CME-Basis nach Daten von <a href='https:\/\/www.cfbenchmarks.com\/blog\/revisiting-the-bitcoin-basis-how-momentum-sentiment-impact-the-structural-drivers-of-basis-activity'>CF Benchmarks<\/a> der Marke von 25 Prozent, im November desselben Jahres, unmittelbar nach den US-Pr\u00e4sidentschaftswahlen, lag sie noch immer \u00fcber 20 Prozent. F\u00fcr einen Trade, der auf dem Papier weitgehend marktneutral ist, waren das au\u00dfergew\u00f6hnliche Renditen, weit \u00fcber dem, was zur selben Zeit kurzlaufende US-Staatsanleihen boten.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Nach einer Analyse des Datenanbieters <a href='https:\/\/blog.amberdata.io\/the-carry-trade-that-broke-how-basis-compression-triggered-the-cascade'>Amberdata<\/a> erreichte die 30-Tage-Basis im J\u00e4nner 2025 mit rund 15,3 Prozent annualisiert ihren H\u00f6hepunkt, ein \u00dcberschuss von 10,8 Prozentpunkten gegen\u00fcber dem damaligen Zinsniveau kurzlaufender Staatsanleihen. Interessant an Amberdatas R\u00fcckblick ist aber eine zweite Zahl: \u00dcber das gesamte Jahr 2025 betrachtet boten nur 31 von 365 Tagen, also rund acht Prozent, eine Basis von mehr als 10 Prozent, jenem Niveau, das viele Fondsmanager als wirklich attraktiv einstuften. Der vermeintliche Dauerbrenner war in Wahrheit ein enges Zeitfenster, das sich immer wieder \u00f6ffnete und schloss, in dem sich aber wegen der schieren Kapitalmenge, die einstr\u00f6mte, zunehmend mehr Adressen dr\u00e4ngten, von dedizierten Krypto-Hedgefonds bis zu Multi-Strategy-Plattformen, die ihre B\u00fccher um eine vermeintlich risikoarme, doppelstellige Zusatzrendite erweitern wollten.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Herbst 2025: Der Wendepunkt, an dem die Basis kollabierte<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Am 6. Oktober 2025 erreichte Bitcoin mit 126.198 US-Dollar sein bisheriges Allzeithoch, <a href='https:\/\/www.coindesk.com\/markets\/2025\/12\/03\/bitcoin-futures-return-to-deepest-backwardation-since-ftx-collapse'>wie CoinDesk dokumentiert<\/a>. Von diesem Hoch aus ging es in den folgenden Wochen deutlich bergab, und mit dem Kurs brach auch die Basis ein. Nach Amberdata-Daten fiel die annualisierte Basis im Oktober 2025 von 6,9 auf 4,5 Prozent, ein erster Vorbote dessen, was noch kommen sollte.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Zwischen 19. November und 3. Dezember 2025 kippte die CME-Basis erstmals seit Langem tats\u00e4chlich ins Negative, auf minus 2,35 Prozent, die tiefste Backwardation seit dem Zusammenbruch von FTX im November 2022, als der Wert kurzzeitig bis auf etwa minus 50 Prozent gefallen war, so CoinDesk unter Berufung auf Daten des Anbieters Velo. Bitcoin selbst markierte am 21. November 2025 mit rund 80.000 US-Dollar ein lokales Tief. Backwardation bei Bitcoin-Futures ist historisch selten und f\u00e4llt fast immer mit Phasen erzwungener Deleveraging-Wellen zusammen, in der Vergangenheit unter anderem im November 2022, M\u00e4rz 2023 und August 2023, jeweils rund um gr\u00f6\u00dfere Marktersch\u00fctterungen. Dass die Basis Ende 2025 negativ wurde, war also nicht blo\u00df eine technische Randnotiz, sondern ein Warnsignal, dass sich unter der Oberfl\u00e4che des Spotmarkts etwas Grundlegenderes verschob.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Die Kaskade: Vom Arbitrage-Trade zum Verkaufsdruck<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Was danach passierte, zeigt, wie schnell ein als marktneutral verkaufter Trade zum Brandbeschleuniger werden kann. Positionen, die auf dem Papier gegen Kursschwankungen abgesichert waren, gerieten durch die schnelle Kompression der Basis selbst unter Druck, denn Risikomanager bei Hedgefonds und Multi-Strategy-Plattformen bemessen Verluste oft an der Marge zum eigenen Risikolimit, nicht nur am Nettopreisrisiko. Als die erwartete Basis-Rendite schmolz oder ganz verschwand, wurden vormals gehedgte Positionen aus Risikosicht zu Verlustpositionen, und Fondsmanager begannen, sie aufzul\u00f6sen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Laut einer Untersuchung von <a href='https:\/\/www.coindesk.com\/markets\/2025\/12\/04\/usd4b-bitcoin-etf-outflows-in-oct-nov-reflect-basis-trade-unwind-not-capitulation-research-analyst'>CoinDesk<\/a> gingen rund 4 Milliarden US-Dollar an Bitcoin-ETF-Abfl\u00fcssen im Oktober und November 2025 direkt auf diese Aufl\u00f6sung des Basis-Trades zur\u00fcck, nicht auf eine breite Kapitulation der Anleger. Michael Marshall, Head of Research beim Datenanbieter Amberdata, brachte es gegen\u00fcber CoinDesk so auf den Punkt: &bdquo;Die Verk\u00e4ufe konzentrierten sich allerdings stark auf wenige Emittenten und hingen mit der mechanischen Aufl\u00f6sung des Basis-Trades zusammen, nicht mit einer breiten Investorenangst.&ldquo; Konkret entfielen laut seiner Analyse 89,1 Prozent der gesamten Abfl\u00fcsse auf nur drei Anbieter, w\u00e4hrend sich der Spread zwischen Futures und Spot um 217 Basispunkte einengte, von 6,63 auf 4,46 Prozent. Parallel dazu brach das offene Interesse bei Bitcoin-Perpetual-Futures um 37,7 Prozent beziehungsweise 4,23 Milliarden US-Dollar von der Spitze bis zum Tiefpunkt ein, mit einer Korrelation von 0,878 zu den Bewegungen der Basis selbst, ein deutliches Indiz daf\u00fcr, dass ETF-Verk\u00e4ufe und das Eindecken von Futures-Short-Positionen praktisch im Gleichschritt abliefen.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Hedgefonds raus, Banken rein: Die gro\u00dfe Umschichtung im ersten Quartal 2026<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Wer genau sa\u00df eigentlich auf der anderen Seite dieses Trades? Die viertelj\u00e4hrlichen 13F-Meldungen professioneller US-Anleger, ausgewertet vom Verm\u00f6gensverwalter <a href='https:\/\/coinshares.com\/insights\/research-data\/bitcoin-13f-q1-2026-report\/'>CoinShares<\/a>, geben f\u00fcr das erste Quartal 2026 ein ziemlich klares Bild: Institutionelle Bitcoin-ETF-Best\u00e4nde fielen von 313.000 auf 261.000 BTC, ein R\u00fcckgang von 17 Prozent, der Dollarwert sank sogar um 35 Prozent auf 17,8 Milliarden US-Dollar, unter anderem weil Bitcoin im selben Quartal deutlich an Wert verlor. Der Anteil professioneller Melder am gesamten US-Bitcoin-ETF-Verm\u00f6gen schrumpfte von 24,7 auf 20,8 Prozent. Innerhalb dieser Gruppe verlief die Entwicklung h\u00f6chst unterschiedlich, wie die folgende Tabelle zeigt.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Anlegertyp<\/th><th>Ver\u00e4nderung Q1 2026<\/th><th>Bestand \/ Anteil<\/th><th>Anmerkung<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Hedgefonds<\/td><td>minus 31.400 BTC (minus 39 % zum Vorquartal)<\/td><td>kein separater Bestand ausgewiesen<\/td><td>Gr\u00f6\u00dfte Verk\u00e4ufergruppe, direkte Folge der Basis-Trade-Aufl\u00f6sung<\/td><\/tr><tr><td>Broker \/ Wertpapierh\u00e4user<\/td><td>minus 18.800 BTC (minus 53 %)<\/td><td>kein separater Bestand ausgewiesen<\/td><td>Morgan Stanley komplett ausgestiegen (8.300 BTC), Jane Street minus 10.800 BTC<\/td><\/tr><tr><td>Verm\u00f6gensverwalter<\/td><td>minus 9.400 BTC (minus 5,9 %)<\/td><td>150.300 BTC (58 % aller Best\u00e4nde)<\/td><td>Gr\u00f6\u00dfte, stabilste Gruppe, 159 neue Fondsmeldungen trotz Kursr\u00fcckgangs<\/td><\/tr><tr><td>Banken<\/td><td>plus 7.800 BTC (plus 339 % zum Vorjahr)<\/td><td>15.200 BTC<\/td><td>JPMorgan +3.000 BTC, Wells Fargo +4.000 BTC, Citigroup Erstmeldung mit 97 BTC<\/td><\/tr><tr><td>Staaten \/ Staatsfonds<\/td><td>plus 1.100 BTC<\/td><td>8.300 BTC<\/td><td>Unter anderem der Mubadala-Fonds aus Abu Dhabi<\/td><\/tr><tr><td>Stiftungen (Endowments)<\/td><td>minus 40 % zum Vorquartal<\/td><td>kein separater Bestand ausgewiesen<\/td><td>Harvard reduzierte seine Position um 1.300 BTC<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">Hedgefonds waren die mit Abstand gr\u00f6\u00dften Verk\u00e4ufer, ihr direkter Reflex auf die Basis-Trade-Aufl\u00f6sung. Broker und Wertpapierh\u00e4user zogen sich noch entschiedener zur\u00fcck, w\u00e4hrend Verm\u00f6gensverwalter, mit 150.300 BTC die mit Abstand gr\u00f6\u00dfte Gruppe, kaum nachgaben und sogar neue Positionen aufbauten, ein Hinweis auf langfristig orientiertes statt taktisches Kapital. Am auff\u00e4lligsten aber war der Auftritt der Banken, deren Best\u00e4nde sich nahezu verdoppelten. James Butterfill, Head of Research bei CoinShares, ordnete die Entwicklung <a href='https:\/\/coinshares.com\/news\/coinshares-2026-outlook-digital-assets-move-from-disruption-to-integration\/'>in seinem Ausblick f\u00fcr 2026<\/a> gr\u00f6\u00dfer ein: &bdquo;2026 wird jenes Jahr sein, in dem sich das Finanzsystem still und leise rund um \u00f6ffentliche Blockchains und digitale Abwicklungsebenen neu aufstellt.&ldquo; \u00dcbersetzt auf diese Zahlen hei\u00dft das: W\u00e4hrend taktisches Kapital, Hedgefonds und Broker, bei Volatilit\u00e4t den Ausgang sucht, bauen Banken, Verm\u00f6gensverwalter und staatsnahe Fonds ihre Positionen eher aus oder halten sie, ein Markt mit sp\u00fcrbar zwei Geschwindigkeiten.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Die CME verliert Boden: Ein Terminmarkt im R\u00fcckzug<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Aufl\u00f6sung des Basis-Trades traf auch die CME selbst empfindlich, schlie\u00dflich war sie \u00fcber Jahre hinweg die bevorzugte Adresse f\u00fcr die institutionelle Short-Seite des Handels. Nach Daten von <a href='https:\/\/www.theblock.co\/post\/396722\/cme-bitcoin-futures-activity-slumps-to-14-month-low-as-basis-trade-unwind-drains-institutional-demand'>The Block<\/a> sank das offene Interesse bei CME-Bitcoin-Futures f\u00fcnf Monate in Folge, von November 2025 an, bis es im M\u00e4rz 2026 unter 8 Milliarden US-Dollar fiel und Anfang April mit 7,2 Milliarden US-Dollar den tiefsten Stand seit Februar 2024 erreichte. Das monatliche Handelsvolumen lag im M\u00e4rz 2026 bei 163 Milliarden US-Dollar, ungef\u00e4hr die H\u00e4lfte des Spitzenwerts vom J\u00e4nner 2025.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Bei einer CME-Basis von rund 5 Prozent gegen\u00fcber einer Rendite kurzlaufender US-Staatsanleihen von etwa 4,5 Prozent blieb schlicht kein nennenswerter Anreiz mehr, neue Positionen aufzubauen, die Marge deckte kaum die Finanzierungs- und Ausf\u00fchrungskosten des Trades. Bezeichnend f\u00fcr die Verschiebung: Nach Volumen fiel die CME laut The Block erstmals seit November 2023 hinter Binance zur\u00fcck und verlor damit, zumindest nach dieser Kennzahl, ihren langj\u00e4hrigen Spitzenplatz als gr\u00f6\u00dfte Bitcoin-Terminb\u00f6rse. Wer heute \u00fcber den <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/krypto-handelsvolumen-2026-was-die-zahlen-sagen\/'>Aufbau und die Verschiebung der Handelsvolumina im Kryptomarkt<\/a> spricht, kommt an diesem R\u00fcckzug der regulierten Terminm\u00e4rkte nicht vorbei, er ist einer der deutlichsten strukturellen Belege daf\u00fcr, wie sehr die Marktarchitektur 2025 noch vom Basis-Trade gepr\u00e4gt war.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Sommer 2026: Wo die Basis heute steht, und warum Stimmung sie treibt<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Mit dem neuen Jahr stabilisierte sich die Basis, allerdings auf einem historisch niedrigen Niveau. Laut einem Bloomberg-Bericht vom J\u00e4nner 2026 lag die annualisierte Basis, die ein Jahr zuvor noch rund 17 Prozent betragen hatte, nur noch bei etwa 4,7 Prozent, kaum genug, um die Finanzierungs- und Ausf\u00fchrungskosten des Trades zu decken, wie Amberdata-Analysten damals vorrechneten. Anfang Februar 2026 pendelte der Wert nach verschiedenen Quellen um die 4-Prozent-Marke, Anfang April lag er laut The Block bei rund 5 Prozent. Seither bewegt sich die annualisierte CME-Basis grob in einer Bandbreite von 4 bis 5,5 Prozent, sp\u00fcrbar n\u00e4her an der Rendite von Staatsanleihen als an den zweistelligen Werten der Boomjahre.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Parallel dazu erlebten die US-Spot-Bitcoin-ETFs im Juni 2026 ihren bisher schw\u00e4chsten Monat \u00fcberhaupt, mit Netto-Abfl\u00fcssen von rund 4,5 Milliarden US-Dollar, einem neuen Rekord, der den bisherigen Bestwert vom Februar 2025 um etwa 29 Prozent \u00fcbertraf, wie unser <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/krypto-etf-abfluesse-rekordmonat-juni-oesterreich\/'>Bericht zu den ETF-Abfl\u00fcssen im Juni<\/a> im Detail zeigt. Anders als im Herbst 2025 war dieser Juni-Einbruch aber nicht in erster Linie ein Basis-Trade-Ph\u00e4nomen, sondern wurde vor allem dem B\u00f6rsengang von SpaceX am 12. Juni, der Kapital aus risikoreicheren Anlagen abzog, sowie einer restriktiveren Zinssignalisierung des neuen Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh zugeschrieben. Allein IBIT von BlackRock verzeichnete rund 3,55 Milliarden US-Dollar an Abfl\u00fcssen, etwa drei Viertel des gesamten Kategorienwerts, w\u00e4hrend Bitcoin im Monatsverlauf um 20,48 Prozent fiel, der st\u00e4rkste Monatsverlust seit Juni 2022.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Dass die Basis trotz dieses erneuten Kapitalabzugs nicht noch einmal ins Negative rutschte, passt zu einem Muster, das CF Benchmarks in seiner Forschung zu den strukturellen Treibern der Basis herausgearbeitet hat: Die Basis korreliert eng mit Kursmomentum, etwa gemessen \u00fcber den MACD-Indikator (Korrelation 0,50) oder rollierende 90-Tage-Kursver\u00e4nderungen (0,54), und mit dem Fear-and-Greed-Index. Liegt Letzterer \u00fcber 0,75, also in Phasen extremer Gier, entstehen historisch Contango-Aufschl\u00e4ge von 15 bis 30 Prozent annualisiert, unter 0,25, in Phasen extremer Angst, h\u00e4lt sich dagegen anhaltende Backwardation. Im Sommer 2026 bewegt sich die Marktstimmung nach dieser Lesart in einem neutralen Mittelfeld, weder euphorisch genug f\u00fcr einen neuen Basis-Boom noch panisch genug f\u00fcr eine erneute Kollapsphase. Die folgende Tabelle fasst den Verlauf der annualisierten CME-Basis seit dem ETF-Start zusammen.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Zeitraum<\/th><th>Annualisierte CME-Basis<\/th><th>Bitcoin-Kurs (ungef\u00e4hr)<\/th><th>Ereignis<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Februar 2024<\/td><td>rund 25 %<\/td><td>50.000 bis 60.000 USD<\/td><td>Erste Boomphase nach ETF-Start<\/td><\/tr><tr><td>November 2024<\/td><td>\u00fcber 20 %<\/td><td>\u00fcber 90.000 USD<\/td><td>Zweite Boomwelle nach den US-Wahlen<\/td><\/tr><tr><td>J\u00e4nner 2025<\/td><td>rund 15,3 % (30-Tage, Amberdata)<\/td><td>\u00fcber 100.000 USD<\/td><td>Zyklushoch laut Amberdata<\/td><\/tr><tr><td>Oktober 2025<\/td><td>Kompression von 6,9 % auf 4,5 %<\/td><td>fallend vom ATH bei 126.198 USD<\/td><td>Beginn des Zusammenbruchs<\/td><\/tr><tr><td>19. Nov. bis 3. Dez. 2025<\/td><td>minus 2,35 % (Backwardation)<\/td><td>rund 80.000 USD<\/td><td>Tiefste Backwardation seit dem FTX-Kollaps<\/td><\/tr><tr><td>Anfang April 2026<\/td><td>rund 5 %<\/td><td>unter 70.000 USD<\/td><td>CME-Open-Interest auf Mehrjahrestief<\/td><\/tr><tr><td>Juli 2026<\/td><td>rund 4 bis 5,5 %<\/td><td>rund 64.600 USD<\/td><td>Basis knapp \u00fcber der Kapitalkostenschwelle<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><h2 class='wp-block-heading'>Perpetuals und die Funding Rate: Die t\u00e4gliche Basis der Dauer-Kontrakte<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">CME-Futures haben ein festes Verfallsdatum, doch der weitaus gr\u00f6\u00dfere Teil des Krypto-Derivatemarkts l\u00e4uft \u00fcber Perpetual Futures, Kontrakte ohne F\u00e4lligkeit. Weil es dort keinen Verfallstag gibt, an dem Future und Spot zwangsl\u00e4ufig konvergieren, braucht es einen anderen Mechanismus, um die Preise beider M\u00e4rkte zusammenzuhalten: die Funding Rate. Sie wirkt im Grunde wie eine kontinuierlich abgerechnete Basis: Zahlen bei positiver Funding Rate die Long-Positionen an die Shorts, signalisiert das einen contango-\u00e4hnlichen Zustand mit Nachfrage\u00fcberhang auf der Long-Seite; bei negativer Funding Rate ist es umgekehrt, ein backwardation-\u00e4hnliches Signal f\u00fcr Stress oder Deleveraging. Die genauen Formeln, Zeitintervalle und Obergrenzen unterscheiden sich von B\u00f6rse zu B\u00f6rse teils deutlich, das haben wir in unserem <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/funding-rate-perpetuals-erklaert-2026\/'>Grundlagenartikel zur Funding Rate bei Perpetuals<\/a> ausf\u00fchrlich aufgeschl\u00fcsselt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Bemerkenswert ist der zeitliche Gleichlauf: Genau in jenem Fenster, in dem die CME-Basis Ende 2025 kollabierte, rutschte auch die Funding Rate an mehreren gro\u00dfen B\u00f6rsen tief ins Negative. Das zeigt, dass es sich nicht um ein isoliertes CME-Ph\u00e4nomen handelte, sondern um eine marktweite Deleveraging-Welle, die befristete und unbefristete Kontrakte gleicherma\u00dfen erfasste.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Der risikofreie Vergleich: Warum Staatsanleihen dem Basis-Trade den Rang ablaufen<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Cash-and-Carry-Trade lohnt sich f\u00fcr einen Fonds nur, wenn er nach Abzug aller Kosten mehr abwirft als die risikofreie Alternative, in der Regel kurzlaufende US-Staatsanleihen. Bei einem Zins- und damit T-Bill-Niveau von rund 4,5 Prozent musste die Basis also schon einen ordentlichen Aufschlag bieten, um das zus\u00e4tzliche Kontrahenten-, Liquidit\u00e4ts- und Ausf\u00fchrungsrisiko des Trades zu rechtfertigen. Genau dieser Aufschlag ist es, der zwischen Boom- und Bust-Phase am st\u00e4rksten schwankte: Am H\u00f6hepunkt im J\u00e4nner 2025 lag die Basis nach Amberdata-Daten 10,8 Prozentpunkte \u00fcber der Staatsanleihenrendite, ein Polster, das Kapital f\u00f6rmlich anzog. Bei einer Basis von 4 bis 5,5 Prozent, wie sie seit Anfang 2026 die Regel ist, bleibt davon nur noch ein hauchd\u00fcnner, teils sogar negativer Aufschlag \u00fcbrig, kaum genug, um das zus\u00e4tzliche operative Risiko einzupreisen, geschweige denn, um Kapital aus einfacheren, staatlich garantierten Anlagen abzuziehen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Logik erkl\u00e4rt auch, warum Zinsentscheidungen und Anleiherenditen f\u00fcr den Krypto-Terminmarkt eine so viel gr\u00f6\u00dfere Rolle spielen, als es auf den ersten Blick scheint: Steigen die Renditen von Staatsanleihen weiter, wird die Messlatte f\u00fcr einen attraktiven Basis-Trade automatisch h\u00f6her gelegt, fallen sie, sinkt sie. Wie eng Anleiherenditen und Bitcoin-Markt mittlerweile verkn\u00fcpft sind, haben wir bereits in unserem <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/anleiherenditen-bitcoin-bond-markt-2026\/'>Artikel zum Zusammenspiel von Bond-Markt und Bitcoin<\/a> ausf\u00fchrlich behandelt.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Die Antwort der CME: 24\/7-Handel und neue Absicherungsinstrumente<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Ein oft untersch\u00e4tztes Risiko im Cash-and-Carry-Trade betrifft nicht die Basis selbst, sondern die Handelszeiten: Bitcoin handelt rund um die Uhr, CME-Futures taten das bis vor Kurzem nicht durchgehend, wodurch sich am Wochenende eine L\u00fccke zwischen beiden Marktseiten auftun konnte, die im Ernstfall genau in jenem Moment aufriss, in dem ein Fonds sie am wenigsten brauchen konnte. Die B\u00f6rse reagierte darauf im Mai 2026: Seit 29. Mai l\u00e4uft der Handel mit Bitcoin- und Ether-Futures nahezu durchgehend, mit nur einer kurzen t\u00e4glichen Wartungspause, wie CME Group in einer <a href='https:\/\/www.cmegroup.com\/media-room\/press-releases\/2026\/6\/01\/cme_group_announceslaunchof247cryptocurrencyfuturesandoptionstra.html'>Pressemitteilung<\/a> bekannt gab.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Tim McCourt, bei CME Group globaler Leiter f\u00fcr Aktien-, Devisen- und alternative Produkte, begr\u00fcndete den Schritt mit der Kundennachfrage nach durchgehender Liquidit\u00e4t, die die L\u00fccke zwischen traditionellen, regulierten Handelspl\u00e4tzen und der 24\/7-Natur von Kryptowerten schlie\u00dfen solle. Giovanni Vicioso, globaler Leiter f\u00fcr Kryptow\u00e4hrungsprodukte bei CME Group, erg\u00e4nzte mit Blick auf ein zweites neues Produkt, die Bitcoin-Volatility-Futures: &bdquo;Die fr\u00fche Nachfrage nach unseren neuen Bitcoin-Volatility-Futures zeigt, wie gro\u00df der Bedarf an innovativeren Werkzeugen zur Absicherung gegen ung\u00fcnstige Marktbewegungen ist. Unser neues 24\/7-Handelsmodell erweitert den Nutzen dieser Kontrakte und erlaubt es Investoren, das Volatilit\u00e4tsrisiko ihres Portfolios zu jeder Stunde, an jedem Tag der Woche pr\u00e4zise zu steuern.&ldquo; F\u00fcr Basis-Trader ist das mehr als nur Komfort: Ein Terminmarkt, der Wochenendl\u00fccken schlie\u00dft und Volatilit\u00e4t von reinem Richtungsrisiko trennbar macht, senkt tendenziell genau jene operativen Risikoaufschl\u00e4ge, die 2025 einen Teil der Kaskade befeuert hatten.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Regulatorischer Rahmen in \u00d6sterreich: FMA, MiFID II und die Hebelgrenze<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr heimische Anlegerinnen und Anleger ist neben der reinen Marktmechanik vor allem die regulatorische Einordnung relevant, und die verl\u00e4uft in \u00d6sterreich entlang einer klaren Trennlinie. Kassa-Kryptowerte wie Bitcoin oder Ether selbst fallen unter die EU-Verordnung MiCA, in \u00d6sterreich beaufsichtigt von der <a href='https:\/\/www.fma.gv.at\/querschnittsthemen\/markets-in-crypto-assets-regulation-micar\/'>Finanzmarktaufsicht (FMA)<\/a> als zust\u00e4ndiger nationaler Beh\u00f6rde; die \u00dcbergangsfrist f\u00fcr heimische Anbieter ist mit 1. Juli 2026 ausgelaufen. Terminkontrakte, Perpetual Futures und CFDs auf Kryptowerte fallen dagegen nicht unter MiCA, sondern unter die Finanzmarktrichtlinie MiFID II, ebenfalls von der FMA beaufsichtigt, aber mit einem eigenen, deutlich strengeren Regelwerk f\u00fcr Privatanleger. Die folgende Tabelle zeigt die Einordnung im \u00dcberblick.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Instrument<\/th><th>Rechtsrahmen<\/th><th>Zust\u00e4ndige Beh\u00f6rde<\/th><th>Hebelgrenze f\u00fcr Privatanleger<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Bitcoin \/ Ether (Spotmarkt)<\/td><td>MiCA (MiCAR)<\/td><td>FMA<\/td><td>Nicht anwendbar (Kassagesch\u00e4ft ohne Hebel)<\/td><\/tr><tr><td>CME-Futures (institutionell)<\/td><td>MiFID II<\/td><td>FMA \/ Herkunftsstaat des Anbieters<\/td><td>Kein regul\u00e4rer Retail-Zugang<\/td><\/tr><tr><td>Perpetual Futures auf Kryptowerte<\/td><td>MiFID II, ESMA-CFD-Produktintervention<\/td><td>FMA<\/td><td>2:1<\/td><\/tr><tr><td>Sonstige Krypto-CFDs<\/td><td>MiFID II, ESMA-CFD-Produktintervention<\/td><td>FMA<\/td><td>2:1<\/td><\/tr><tr><td>CFDs auf Major-Devisenpaare (zum Vergleich)<\/td><td>MiFID II, ESMA-CFD-Produktintervention<\/td><td>FMA<\/td><td>30:1<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">Die europ\u00e4ische Wertpapieraufsicht ESMA stellte in einer <a href='https:\/\/www.esma.europa.eu\/sites\/default\/files\/2026-02\/ESMA35-243228190-8024_-_Public_statement_on_derivatives_in_scope_of_the_CFD_product_intervention_measures.pdf'>Erkl\u00e4rung vom 24. Februar 2026<\/a> klar, dass sogenannte Perpetual Futures, unabh\u00e4ngig davon, wie sie vermarktet werden, in der Substanz meist CFDs (Contracts for Difference) sind und damit den bestehenden CFD-Produktinterventionsma\u00dfnahmen unterliegen. Dazu z\u00e4hlen im Kern:<\/p><ul class='wp-block-list'><li>Ein verpflichtender Risikohinweis bei Bewerbung und Vertrieb<\/li><li>Eine Marginglattstellung (Margin Close-out) ab einem definierten Schwellenwert<\/li><li>Ein Schutz vor Nachschusspflicht, die sogenannte Negative Balance Protection<\/li><li>Ein Verbot monet\u00e4rer und nicht-monet\u00e4rer Anreize, etwa Bonuszahlungen<\/li><li>Eine Hebelbegrenzung f\u00fcr Privatanleger von maximal 2:1 bei Krypto-CFDs, gegen\u00fcber bis zu 100:1 auf manchen Offshore-Plattformen<\/li><\/ul><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr \u00d6sterreich bedeutet das in der Praxis: Der institutionelle Cash-and-Carry-Trade, wie ihn CME-H\u00e4ndler fahren, l\u00e4sst sich f\u00fcr Privatanleger innerhalb des regulierten EU-Rahmens gar nicht sinnvoll nachbilden, ein Hebel von 2:1 macht die ohnehin schon d\u00fcnne Basis-Rendite wirtschaftlich uninteressant, selbst wenn die Basis wieder zweistellig w\u00fcrde. Der heimische Vorzeigeanbieter Bitpanda, seit April 2025 als Kryptowerte-Dienstleister nach Art. 63 MiCAR von der FMA zugelassen, bildet diese Grenze exemplarisch ab: Das Angebot &bdquo;Bitpanda Leverage&ldquo; erlaubt seit 2023 gehebelten CFD-Handel, seit Juli 2025 erg\u00e4nzt um Margin Trading mit bis zu zehnfachem Hebel auf \u00fcber 120 Kryptowerte, gegen eine anteilige t\u00e4gliche Finanzierungsgeb\u00fchr von 0,18 Prozent, wie aus der <a href='https:\/\/www.bitpanda.com\/en\/invest\/leverage'>Produktseite des Anbieters<\/a> hervorgeht. Echte Futures oder Optionen bietet die Plattform bewusst nicht an, ein direktes Spiegelbild der ESMA-Linie. Wer als Privatanleger dennoch die volle institutionelle Basis-Rendite abgreifen will, muss auf weniger regulierte, meist au\u00dfereurop\u00e4ische Plattformen ausweichen und \u00fcbernimmt damit genau jene Kontrahenten- und Verwahrrisiken, vor denen die FMA warnt. Werden dabei tats\u00e4chlich Gewinne realisiert, unterliegen diese f\u00fcr in \u00d6sterreich steuerpflichtige Privatpersonen in der Regel dem besonderen Steuersatz von 27,5 Prozent nach Paragraf 27a EStG, wie er seit der \u00f6ko-sozialen Steuerreform 2022 f\u00fcr Kryptoverm\u00f6gen gilt, <a href='https:\/\/www.bmf.gv.at\/themen\/steuern\/sparen-veranlagen\/steuerliche-behandlung-von-kryptowaehrungen.html'>wie das Finanzministerium erl\u00e4utert<\/a>.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Ausblick: Kehrt der Basis-Trade zur\u00fcck?<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Ob und wann der Cash-and-Carry-Trade wieder in nennenswertem Umfang zur\u00fcckkehrt, h\u00e4ngt von mehreren Stellschrauben gleichzeitig ab. Nach dem Muster, das CF Benchmarks anhand von Momentum und Stimmung herausgearbeitet hat, br\u00e4uchte es zun\u00e4chst wieder eine Phase sp\u00fcrbaren Aufw\u00e4rtsmomentums und eines Fear-and-Greed-Werts oberhalb von etwa 0,75, um die annualisierte Basis wieder in Richtung 15 bis 30 Prozent zu heben. Ebenso wichtig ist die Gegenrechnung: Sollten die Renditen kurzlaufender US-Staatsanleihen sinken, w\u00fcrde die Latte f\u00fcr einen attraktiven Aufschlag automatisch niedriger liegen, wovon auch eine moderatere Basis wieder profitieren k\u00f6nnte. Und schlie\u00dflich muss sich zeigen, ob die von der CME neu eingef\u00fchrte durchgehende Handelszeit die Wochenendrisiken, die 2025 einen Teil der Kaskade befeuerten, tats\u00e4chlich dauerhaft entsch\u00e4rft.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Bemerkenswert ist unterdessen, dass ein Teil des institutionellen Kapitals gar nicht auf eine R\u00fcckkehr des Basis-Trades wartet, sondern in ein strukturell anderes Vehikel umsteigt: b\u00f6rsennotierte Treasury-Gesellschaften, die Bitcoin oder Ether direkt auf der Bilanz halten und dar\u00fcber, anders als der marktneutrale Basis-Trade, eine gehebelte, klar direktionale Wette auf den Kurs anbieten. Wie fragil auch dieses Modell werden kann, wenn der Marktwert der Bilanzbest\u00e4nde unter den Unternehmenswert f\u00e4llt, haben wir in unserem <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/treasury-moves-2026-krypto-treasuries-unter-druck\/'>Bericht zu den Krypto-Treasury-Firmen unter Druck<\/a> beschrieben. F\u00fcr Multi-Strategy-Fonds, die ihr Kapital \u00fcber Anlageklassen hinweg allokieren, spielt zudem eine Rolle, wie stark sich Bitcoin aktuell im Gleichlauf mit Aktienm\u00e4rkten bewegt; je geringer diese Korrelation ausf\u00e4llt, desto attraktiver wird ein marktneutrales Krypto-Engagement f\u00fcr einen breit diversifizierenden Fonds.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr den Sommer 2026 l\u00e4sst sich festhalten: Der Basis-Trade ist nicht tot, aber er ist vom Selbstl\u00e4ufer der Boomjahre zu einem Trade geworden, der nur unter recht spezifischen Bedingungen wieder attraktiv wird. Der Markt drumherum, die CME mit neuer Infrastruktur, Banken mit wachsenden Positionen, Aufsichtsbeh\u00f6rden mit sch\u00e4rferen Leitplanken f\u00fcr Privatanleger, hat sich in der Zwischenzeit sp\u00fcrbar ver\u00e4ndert.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>H\u00e4ufig gestellte Fragen<\/h2><h3 class='wp-block-heading'>Was ist die Futures-Basis bei Bitcoin?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Futures-Basis ist die annualisierte prozentuale Differenz zwischen dem Preis eines Bitcoin-Terminkontrakts, etwa an der CME, und dem aktuellen Spotpreis. Notieren die Futures \u00fcber dem Spotpreis, spricht man von Contango, notieren sie darunter, von Backwardation. Die Basis l\u00e4sst sich direkt mit der Rendite anderer verzinster Anlagen wie US-Staatsanleihen vergleichen und bildet die Grundlage f\u00fcr den institutionellen Cash-and-Carry-Trade.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Wie funktioniert der Cash-and-Carry-Trade mit Bitcoin?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Beim Cash-and-Carry-Trade kauft ein Fonds Bitcoin am Kassamarkt, meist \u00fcber einen Spot-ETF, und verkauft gleichzeitig Terminkontrakte mit demselben Nominalwert leer. Da sich Spot- und Futures-Preis bis zum Verfallstag angleichen, l\u00e4sst sich die urspr\u00fcngliche Preisdifferenz weitgehend unabh\u00e4ngig von der Kursrichtung als Gewinn vereinnahmen. Das Marktrisiko ist damit weitgehend abgesichert, Finanzierungs-, Kontrahenten- und Liquidit\u00e4tsrisiken bleiben aber bestehen.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Warum ist die Bitcoin-Futures-Basis 2025 eingebrochen?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Nach dem Allzeithoch von Bitcoin am 6. Oktober 2025 bei 126.198 US-Dollar fiel der Kurs deutlich, w\u00e4hrend sich die Terminkurse langsamer anpassten, wodurch die Basis komprimierte. Zwischen November und Dezember 2025 rutschte sie zeitweise sogar unter null, in Backwardation. Weil dadurch aus vermeintlich risikoarmen Positionen faktische Verlustpositionen wurden, l\u00f6sten viele Fonds ihre Basis-Trades auf, was zus\u00e4tzlichen Verkaufsdruck bei Bitcoin-ETFs erzeugte.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Was unterscheidet Contango von Backwardation?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Contango liegt vor, wenn Terminkontrakte \u00fcber dem Spotpreis notieren, meist ein Zeichen optimistischer Erwartungen und hoher Nachfrage nach gehebeltem Long-Exposure. Backwardation liegt vor, wenn Terminkontrakte unter dem Spotpreis notieren, historisch ein seltenes Signal f\u00fcr Marktstress oder erzwungenes Deleveraging, wie zuletzt Ende 2025 oder zuvor rund um den Zusammenbruch von FTX im November 2022.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>K\u00f6nnen Privatanleger in \u00d6sterreich den Basis-Trade nachbilden?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Nur eingeschr\u00e4nkt. Kryptow\u00e4hrungen selbst fallen unter die EU-Verordnung MiCA, w\u00e4hrend Terminkontrakte, Perpetual Futures und CFDs unter die Finanzmarktrichtlinie MiFID II fallen, in \u00d6sterreich beide von der FMA beaufsichtigt. F\u00fcr Krypto-CFDs gilt f\u00fcr Privatanleger eine Hebelgrenze von maximal 2:1, wodurch sich die institutionelle Basis-Rendite kaum gewinnbringend nachbilden l\u00e4sst. Anbieter wie Bitpanda bieten dementsprechend CFDs und Margin Trading, aber keine klassischen Futures oder Optionen an.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Verfasst von der HOGE Wire Redaktion, Ressort M\u00e4rkte.<\/p><script type='application\/ld+json'>{\"@context\":\"https:\/\/schema.org\",\"@type\":\"FAQPage\",\"mainEntity\":[{\"@type\":\"Question\",\"name\":\"Was ist die Futures-Basis bei Bitcoin?\",\"acceptedAnswer\":{\"@type\":\"Answer\",\"text\":\"Die Futures-Basis ist die annualisierte prozentuale Differenz zwischen dem Preis eines Bitcoin-Terminkontrakts, etwa an der CME, und dem aktuellen Spotpreis. Notieren die Futures \u00fcber dem Spotpreis, spricht man von Contango, notieren sie darunter, von Backwardation. 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