{"id":196,"date":"2026-08-08T20:50:40","date_gmt":"2026-08-08T20:50:40","guid":{"rendered":"https:\/\/hoge.gg\/at\/mnav-mechanik-krypto-treasuries-kreditmaschine-2026\/"},"modified":"2026-08-08T20:50:40","modified_gmt":"2026-08-08T20:50:40","slug":"mnav-mechanik-krypto-treasuries-kreditmaschine-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hoge.gg\/at\/mnav-mechanik-krypto-treasuries-kreditmaschine-2026\/","title":{"rendered":"mNAV-Mechanik: Krypto-Treasuries werden zur Kreditmaschine"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Als eine kleine Software-Firma aus dem US-Bundesstaat Virginia im Sommer 2020 begann, ihre Barreserven in Bitcoin zu tauschen, hielten das viele f\u00fcr einen PR-Gag. Sechs Jahre sp\u00e4ter ist aus genau dieser Firma, heute schlicht Strategy, der mit Abstand gr\u00f6\u00dfte Unternehmens-Halter von Bitcoin geworden: rund 842.000 BTC im Wert von etwa 47 Milliarden Euro (rund 54 Milliarden US-Dollar), laufend nachgez\u00e4hlt vom <a href='https:\/\/www.theblock.co\/treasuries\/mstr'>Treasury-Tracker von The Block<\/a>. Dutzende Nachahmer sind entstanden, von Tokio \u00fcber New York bis Paris. Und heuer, im Sommer 2026, geschieht etwas Bemerkenswertes: Die Maschine, die das alles m\u00f6glich gemacht hat, wird still umgebaut.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Denn Krypto-Treasuries, im Fachjargon Digital Asset Treasuries oder kurz DATs, sind keine passiven Sparb\u00fcchsen. Sie sind fein austarierte Finanzmaschinen, deren Herzst\u00fcck eine einzige Kennzahl ist: der mNAV. Solange diese Zahl im richtigen Bereich liegt, verwandelt die Maschine frisches Aktienkapital in immer mehr Coins pro Aktie. Kippt sie, frisst dieselbe Maschine die Altaktion\u00e4re auf. Dieser Text schaut unter die Haube: wie das Schwungrad wirklich funktioniert, warum es 2026 ins Stocken ger\u00e4t, und was es bedeutet, wenn eine Treasury vom Coin-Sammler zur Kreditmaschine wird.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Was eine Krypto-Treasury eigentlich ist<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Krypto-Treasury ist ein b\u00f6rsennotiertes Unternehmen, dessen wichtigster Verm\u00f6genswert nicht eine Fabrik, ein Patent oder ein Kundenstamm ist, sondern ein Berg an Bitcoin, Ethereum oder Solana in der Bilanz. Das operative Gesch\u00e4ft, sofern eines existiert, tritt in den Hintergrund. Der Aktienkurs folgt dem Coin-Preis, verst\u00e4rkt oder ged\u00e4mpft durch die Kapitalstruktur. Aus einem Softwarehaus, einem Esports-Vermarkter oder einem japanischen Hotelbetreiber wird so ein gehebeltes Krypto-Wertpapier.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Reiz f\u00fcr Anleger liegt auf der Hand: Wer die Strategy-Aktie kauft, kauft nicht einfach Bitcoin, sondern einen aktiv gemanagten Anspruch auf Bitcoin, verpackt in ein reguliertes Wertpapier, das im Depot liegt wie jede andere Aktie. Kein Wallet, kein Private Key, kein Umtausch, oft sogar im Pensionskonto zul\u00e4ssig. F\u00fcr institutionelle Investoren, die aus Mandatsgr\u00fcnden lange keine Coins direkt halten durften, war das jahrelang der bequemste Weg in die Anlageklasse. Wie aus diesem Zugang eine ganze Klasse von Konzern-Walen wurde, hat HOGE Wire in der Analyse <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/firmen-wale-bitcoin-treasury-konzerne-2026\/'>Firmen-Wale: Wie Konzerne zu Bitcoins gr\u00f6\u00dften Riesen wurden<\/a> nachgezeichnet.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Grob lassen sich drei Bauarten unterscheiden, die sp\u00e4ter noch wichtig werden:<\/p><ul class='wp-block-list'><li><strong>Reine Sammler<\/strong>: Firmen wie Strategy oder Metaplanet, deren einziger Zweck das Anh\u00e4ufen von Bitcoin ist.<\/li><li><strong>Rendite-Sammler<\/strong>: ETH- und SOL-Treasuries wie BitMine, SharpLink oder Forward Industries, die ihre Coins zus\u00e4tzlich per Staking arbeiten lassen.<\/li><li><strong>Betrieb plus Treasury<\/strong>: operative Unternehmen, etwa aus dem Gaming-Bereich, die eine Krypto-Reserve als zweites Standbein neben dem Kerngesch\u00e4ft f\u00fchren.<\/li><\/ul><h2 class='wp-block-heading'>Das mNAV-Schwungrad, einfach erkl\u00e4rt<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die zentrale Kennzahl hei\u00dft mNAV, kurz f\u00fcr Multiple to Net Asset Value. Sie ergibt sich aus der Marktkapitalisierung (oder dem Unternehmenswert) geteilt durch den Marktwert der gehaltenen Coins. Ein mNAV von 2,0 bedeutet: Die B\u00f6rse bewertet das Unternehmen doppelt so hoch wie den reinen Coin-Bestand. Ein mNAV von 1,0 hei\u00dft, Aktie und Coin-Bestand sind gleich viel wert; alles darunter ist ein Abschlag. Eine solide Einf\u00fchrung in die Mechanik liefert <a href='https:\/\/crypto.news\/what-is-a-bitcoin-treasury-company-dats-mnav-and-discount-to-nav-explained\/'>crypto.news<\/a>.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Aufschlag ist kein Sch\u00f6nheitsfehler, er ist der Treibstoff. Ein Zahlenbeispiel macht es greifbar. Ein Unternehmen hat 100 Aktien und h\u00e4lt 100 BTC, also einen BTC pro Aktie. Bei einem Bitcoin-Kurs von 55.000 Euro betr\u00e4gt der innere Wert 5,5 Millionen Euro. Notiert die Aktie nun mit einem mNAV von 2,0, ist die Firma an der B\u00f6rse elf Millionen Euro wert, jede Aktie also 110.000 Euro. Jetzt gibt das Unternehmen zehn neue Aktien zu je 110.000 Euro aus, nimmt 1,1 Millionen Euro ein und kauft davon 20 BTC. Ergebnis: 120 BTC verteilt auf 110 Aktien, macht 1,09 BTC pro Aktie. Obwohl neue Aktien ausgegeben wurden, halten die Altaktion\u00e4re pl\u00f6tzlich mehr Bitcoin je Anteil als vorher.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Genau das ist der ber\u00fchmte <strong>Bitcoin-Yield<\/strong>: eine Rendite, gemessen nicht in Euro, sondern in Coins pro Aktie. Und sie n\u00e4hrt sich selbst. Mehr Coins pro Aktie rechtfertigen einen h\u00f6heren Aufschlag, ein h\u00f6herer Aufschlag erlaubt noch g\u00fcnstigere Kapitalaufnahme, die wiederum noch mehr Coins pro Aktie bringt. Solange die B\u00f6rse mitspielt, dreht sich das Schwungrad immer schneller. In der Aufw\u00e4rtsphase 2024 lief es bei Strategy auf Hochtouren; der mNAV kletterte bis auf das 3,89-Fache.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Wenn das Schwungrad r\u00fcckw\u00e4rts l\u00e4uft<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Mechanik ist reflexiv, also verst\u00e4rkt sie sich in beide Richtungen. F\u00e4llt der mNAV unter 1,0, kehrt sich die Logik um. Wer jetzt neue Aktien ausgibt, verkauft Anteile unter dem inneren Coin-Wert; jede Emission verw\u00e4ssert die Altaktion\u00e4re, ohne dass pro Aktie mehr Bitcoin herauskommt. Das Zahlenbeispiel von oben, aber gespiegelt: H\u00e4lt dieselbe Firma 100 BTC (5,5 Millionen Euro wert), notiert aber nur bei 2,75 Millionen Euro, ist jede Aktie 27.500 Euro wert. Gibt sie zehn Aktien zu diesem Preis aus, nimmt sie 275.000 Euro ein und kauft davon f\u00fcnf BTC. Nun sind es 105 BTC auf 110 Aktien, nur noch 0,95 BTC pro Aktie. Der Bitcoin-Yield wird negativ. Das Schwungrad steht.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Bei Strategy ist dieser Moment 2026 tats\u00e4chlich eingetreten. Der mNAV fiel im Juni erstmals in der Firmengeschichte unter 1,0, erholte sich mit dem Bitcoin-Kurs kurz wieder und pendelt seither eng um die kritische Marke. Wie stark der Wert schwankt, zeigt schon die Definitionsfrage: Auf Basis des Unternehmenswerts (Enterprise Value) liegt er derzeit knapp \u00fcber 1,0, auf Basis der reinen Marktkapitalisierung eher im Bereich 0,6 bis 0,7. Das Analysehaus <a href='https:\/\/www.nydig.com\/research\/strategys-results-highlight-a-structural-shift-in-dats'>NYDIG<\/a> spricht von einem strukturellen Wandel im DAT-Sektor, nicht von einem Ausrutscher.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Zeitpunkt<\/th><th>mNAV (rund)<\/th><th>Kontext<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Nov. 2024<\/td><td>3,89x<\/td><td>Zyklushoch, Schwungrad auf Hochtouren<\/td><\/tr><tr><td>27. Juni 2026<\/td><td>erstmals unter 1,0<\/td><td>erster Schlusskurs unter dem Coin-Wert<\/td><\/tr><tr><td>Mitte Juli 2026<\/td><td>1,02x bis 1,03x<\/td><td>kurze Erholung mit dem Bitcoin-Kurs<\/td><\/tr><tr><td>Anfang Aug. 2026<\/td><td>um 1,0 (EV) \/ 0,6 bis 0,7 (Marktkap.)<\/td><td>Abschlag je nach Berechnungsmethode<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><figcaption class='wp-block-table__caption'>Der mNAV von Strategy im Zeitverlauf. Quellen: The Block, NYDIG, CoinDesk.<\/figcaption><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Reflexivit\u00e4t ist der Kern jedes DAT-Risikos. In der Euphorie treibt das Schwungrad den Kurs \u00fcber den fairen Wert; in der Baisse zieht es ihn darunter. Ein Anleger kauft also nie nur den Coin, sondern immer auch die aktuelle Laune des Marktes gegen\u00fcber der Verpackung.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Die Kapitalstruktur unter der Haube: ATM, Wandler, Vorzugsaktien<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Wer versteht, warum manche Treasuries den Abschwung besser \u00fcberstehen als andere, muss auf die Finanzierungshebel schauen. Drei sind entscheidend, und jeder verh\u00e4lt sich bei Auf- und Abschlag anders.<\/p><ul class='wp-block-list'><li><strong>ATM-Programme<\/strong> (at-the-market): laufende Aktienausgabe direkt in den Markt, zum jeweiligen B\u00f6rsenkurs. Das ist der eigentliche Treibstoff des Schwungrads, brandgef\u00e4hrlich aber, sobald der mNAV unter 1,0 rutscht, weil dann jede verkaufte Aktie die Altaktion\u00e4re verw\u00e4ssert.<\/li><li><strong>Wandelanleihen<\/strong> (Convertibles): Anleihen mit sehr niedrigem oder gar keinem Kupon, die sich erst oberhalb eines festgelegten Wandlungskurses in Aktien verwandeln. Strategy hat unter anderem eine Wandelanleihe \u00fcber gut eine Milliarde US-Dollar mit 0,625 Prozent Kupon (f\u00e4llig 2028) und eine Nullkupon-Anleihe \u00fcber zwei Milliarden (f\u00e4llig 2030) ausstehen. Billiges Geld, das erst zum Problem wird, wenn R\u00fcckzahlungstermine oder Verkaufsoptionen der Gl\u00e4ubiger n\u00e4her r\u00fccken.<\/li><li><strong>Vorzugsaktien<\/strong> (Preferred Stock): unbefristete Papiere mit fester oder variabler Dividende, in Strategys Fall unter K\u00fcrzeln wie STRK, STRF, STRC und STRD. Sie stehen in der Rangfolge \u00fcber den Stammaktien und bilden die neue, kredit\u00e4hnliche Schicht der Maschine.<\/li><\/ul><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Unterschied zwischen diesen Hebeln ist nicht akademisch. Aktien und ATM-Emissionen kosten nichts, solange niemand eine Dividende erwartet. Wandelanleihen und Vorzugsaktien dagegen erzeugen laufende Zahlungspflichten. Genau diese Pflichten verwandeln eine reine Wette auf den Coin-Preis in ein Unternehmen mit Bilanzdisziplin, mit Gl\u00e4ubigern und mit einem Kalender voller Zahlungstermine. Und genau hier setzt der Umbau von 2026 an.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Strategys stiller Umbau: vom Bitcoin-Sammler zur Kreditmaschine<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Im Sommer 2026 tat Strategy etwas, das noch ein Jahr zuvor undenkbar schien: Es verkaufte Bitcoin. In der Woche vom 27. Juli bis 2. August trennte sich das Unternehmen von 1.638 BTC f\u00fcr rund 105 Millionen US-Dollar, zu einem Durchschnittspreis von 63.957 Dollar, also unter dem eigenen Einstandspreis von etwa 75.400 Dollar je Coin. Der Erl\u00f6s floss nicht in neue Bitcoin, sondern in Dividenden auf die Vorzugsaktien und in R\u00fcckk\u00e4ufe, wie <a href='https:\/\/www.coindesk.com\/markets\/2026\/08\/04\/bitcoin-nears-usd64-000-as-traders-look-past-the-fourth-coldcard-sweep'>CoinDesk<\/a> berichtet. Zuvor hatte die Firma laut <a href='https:\/\/www.theblock.co\/post\/408892\/strategy-sells-263-5-million-in-mstr-shares-buys-no-bitcoin-as-usd-reserve-tops-3-2-billion'>The Block<\/a> bereits Stammaktien im Wert von 263,5 Millionen Dollar ausgegeben, ohne einen einzigen Coin dazuzukaufen. \u00dcber f\u00fcnf Wochen hinweg blieb der Bitcoin-Bestand unver\u00e4ndert.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Sinn dahinter steckt in Strategys neuem <strong>Digital Credit Capital Framework<\/strong>. Kern ist eine Dollar-Reserve, die zuletzt auf rund vier Milliarden Dollar anwuchs und laut Firmenangaben inzwischen etwa 2,3 Jahre an Dividenden- und Zinszahlungen abdeckt. Executive Chairman Michael Saylor bezifferte den j\u00fcngsten Zuschuss so, dass er die Reserve auf vier Milliarden Dollar hob und ihre Reichweite um 57 Tage verl\u00e4ngerte. Die Maschine optimiert also nicht mehr auf maximale Coins pro Aktie, sondern zunehmend darauf, ihre eigene Kapitalstruktur zu bedienen. Aus dem Sammler wird eine Kreditmaschine, die einen Coupon-Kalender abarbeitet.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Das Management wehrt sich gegen die Deutung, das sei ein Notverkauf. CEO Phong Le sagte am 3. August im US-Sender CNBC klar: &bdquo;Nein, wir sind kein Zwangsverk\u00e4ufer von Bitcoin&ldquo;. Ernsthafte Sorgen um die Schuldenlast, so Le gegen\u00fcber <a href='https:\/\/www.theblock.co\/post\/408532\/strategy-ceo-bitcoin-debt-concerns-btc-interview'>The Block<\/a>, w\u00fcrde sich das Unternehmen erst machen, wenn Bitcoin auf 8.000 bis 10.000 Dollar f\u00e4llt, also rund 85 Prozent unter das aktuelle Niveau. Erst dann m\u00fcsste man &bdquo;einen Teil des Risikos aus unseren Schulden neu bewerten&ldquo;. Die Botschaft: Die Verk\u00e4ufe sind eine Wahl, keine Zwangslage.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Saylor selbst h\u00e4lt die ganze mNAV-Debatte f\u00fcr \u00fcberzogen. Im Juni stritt er auf der BTC-Prague-Konferenz mit Strike-Gr\u00fcnder Jack Mallers dar\u00fcber und sagte laut <a href='https:\/\/www.coindesk.com\/markets\/2026\/06\/11\/michael-saylor-and-jack-mallers-go-toe-to-toe-over-strategy-s-bitcoin-reporting-metrics'>CoinDesk<\/a>: &bdquo;mNAV ist nur einer von mehreren Bewertungsrahmen. Anleger k\u00f6nnen ebenso den Brutto- und den Nettoverm\u00f6genswert je Aktie heranziehen&ldquo;. Und weiter: &bdquo;Eigenkapital gegen Bargeld auszugeben ist nicht per se verw\u00e4ssernd, weil die Aktion\u00e4re im Gegenzug einen realen Verm\u00f6genswert erhalten&ldquo;. Ob das \u00fcberzeugt, h\u00e4ngt genau daran, ob man an die R\u00fcckkehr des Aufschlags glaubt. Dass Strategy gleichzeitig Bitcoin verkauft und Ethereum-Rivalen zukaufen, hat HOGE Wire in <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/treasury-moves-2026-bitcoin-verkauft-ethereum-kauft\/'>Treasury Moves 2026: Bitcoin verkauft, Ethereum kauft<\/a> ausgeleuchtet.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Die Gegenprobe: Ethereum- und Solana-Treasuries drucken Rendite<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Warum kann Strategy den Aufschlag nicht einfach durch etwas anderes ersetzen? Weil Bitcoin selbst keine laufende Rendite abwirft. Ein BTC bleibt ein BTC, egal wie lange man ihn h\u00e4lt. Bei Ethereum und Solana ist das anders: Wer diese Coins per Staking im Netzwerk hinterlegt, erh\u00e4lt eine native Protokoll-Belohnung, ausgezahlt in weiteren Coins. Das ist ein zweiter, v\u00f6llig eigenst\u00e4ndiger Ertragsmotor, der auch dann l\u00e4uft, wenn der mNAV bei 1,0 klebt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Angef\u00fchrt wird dieses Lager von <strong>BitMine Immersion<\/strong> (BMNR) unter dem Vorsitz von Fundstrat-Mitgr\u00fcnder Tom Lee. Das Unternehmen h\u00e4lt laut <a href='https:\/\/www.coindesk.com\/business\/2026\/08\/03\/bitmine-bought-more-ether-added-to-stock-buyback-last-week'>CoinDesk<\/a> rund 5,80 Millionen ETH, etwa 4,8 Prozent des gesamten Umlaufs, wovon rund 85 Prozent \u00fcber die hauseigene Plattform MAVAN gestakt sind. Zusammen mit Bargeld und Beteiligungen summiert sich das Portfolio auf etwa 11,3 Milliarden Dollar. Lee bringt seine These auf eine Zahl: &bdquo;Im Juli hat ETH den Nasdaq 100 um 2.500 Basispunkte \u00fcbertroffen. Das ist die gr\u00f6\u00dfte Outperformance seit Juli 2025, und wir sehen darin die sich festigenden Fundamentaldaten von Krypto&ldquo;.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Dahinter sammeln sich weitere Namen. <strong>SharpLink Gaming<\/strong> (SBET), dessen Verwaltungsrat der Ethereum-Mitgr\u00fcnder und Consensys-Chef Joseph Lubin f\u00fchrt, h\u00e4lt gut 887.000 ETH und kaufte zugleich eigene Aktien zur\u00fcck. Lubin nennt das DAT-Modell eine ziemlich tiefgreifende Innovation. Bei Solana ist <strong>Forward Industries<\/strong> (FWDI) unter Multicoin-Mitgr\u00fcnder Kyle Samani die gr\u00f6\u00dfte b\u00f6rsennotierte Treasury; das Unternehmen stakt nach eigenen Angaben nahezu seinen gesamten Bestand von rund 7,55 Millionen SOL, wie <a href='https:\/\/solanacompass.com\/news\/forward-industries-adds-over-500000-sol-in-fiscal-q3-bringing-total-treasury-to-755-million-sol'>Solana Compass<\/a> dokumentiert, und erzielt daraus eine laufende Rendite im Bereich von sechs bis sieben Prozent pro Jahr.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Unternehmen (Ticker)<\/th><th>Asset<\/th><th>Bestand (rund)<\/th><th>Wert (rund)<\/th><th>Ertragsmotor \/ Besonderheit<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Strategy (MSTR)<\/td><td>Bitcoin<\/td><td>842.000 BTC<\/td><td>47 Mrd. EUR<\/td><td>Emissionspr\u00e4mie, jetzt Kreditstruktur<\/td><\/tr><tr><td>Metaplanet (3350.T)<\/td><td>Bitcoin<\/td><td>43.000 BTC<\/td><td>2,4 Mrd. EUR<\/td><td>Optionspr\u00e4mien, konservative Schulden<\/td><\/tr><tr><td>Twenty One (XXI)<\/td><td>Bitcoin<\/td><td>43.500 BTC<\/td><td>2,4 Mrd. EUR<\/td><td>Tether-Kapital, geplantes Lending<\/td><\/tr><tr><td>BitMine (BMNR)<\/td><td>Ethereum<\/td><td>5,80 Mio. ETH<\/td><td>9,4 Mrd. EUR<\/td><td>Staking-Rendite (MAVAN)<\/td><\/tr><tr><td>SharpLink (SBET)<\/td><td>Ethereum<\/td><td>887.000 ETH<\/td><td>1,4 Mrd. EUR<\/td><td>Staking-Rendite plus R\u00fcckk\u00e4ufe<\/td><\/tr><tr><td>Forward Ind. (FWDI)<\/td><td>Solana<\/td><td>7,55 Mio. SOL<\/td><td>0,48 Mrd. EUR<\/td><td>Staking-Rendite, tokenisierte Aktie<\/td><\/tr><tr><td>Capital B (ALCPB)<\/td><td>Bitcoin<\/td><td>3.140 BTC<\/td><td>174 Mio. EUR<\/td><td>Europas erste BTC-Treasury<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><figcaption class='wp-block-table__caption'>Werte umgerechnet bei rund 55.400 Euro je BTC, 1.630 Euro je ETH und 64 Euro je SOL (Stand Anfang August 2026). Quellen siehe Flie\u00dftext.<\/figcaption><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">Der mechanische Punkt ist der wichtigste des ganzen Artikels: Staking gibt diesen Firmen eine interne Coin-Quelle, die nicht vom Aufschlag am Aktienmarkt abh\u00e4ngt. Selbst bei einem mNAV von exakt 1,0 w\u00e4chst der Bestand weiter. Eine reine Bitcoin-Treasury hat diesen zweiten Motor nicht; sie ist auf den Emissionsvorteil angewiesen oder muss sich, wie Strategy, eine kredit\u00e4hnliche Struktur bauen.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Metaplanet und das dritte Modell: Pr\u00e4mien statt Emissionen<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Es gibt noch einen dritten Weg, und er kommt aus Tokio. <strong>Metaplanet<\/strong> (Ticker 3350.T), der drittgr\u00f6\u00dfte b\u00f6rsennotierte Bitcoin-Halter der Welt, verdient Geld mit Optionspr\u00e4mien auf den eigenen Bestand. Das Unternehmen verkauft Stillhalter-Optionen, kassiert die Pr\u00e4mien und senkt so seinen effektiven Einstandspreis. Laut <a href='https:\/\/www.coindesk.com\/markets\/2026\/07\/02\/metaplanet-buys-another-usd170-million-of-bitcoin-expanding-treasury-to-43-000-btc'>CoinDesk<\/a> h\u00e4lt Metaplanet rund 43.000 BTC bei einem durchschnittlichen Einstandspreis von etwa 95.200 Dollar, sitzt also tief unter Wasser, finanziert sich aber deutlich konservativer als Strategy: Die Schulden liegen bei nur etwa einem F\u00fcnftel des Netto-Bitcoin-Werts.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Damit stehen drei Ertragsmotoren nebeneinander, und die Wahl des Motors entscheidet \u00fcber die \u00dcberlebensf\u00e4higkeit im Abschwung mehr als die schiere Gr\u00f6\u00dfe.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Motor<\/th><th>Wie er Coins schafft<\/th><th>Beispiel<\/th><th>Schw\u00e4che<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Emissionspr\u00e4mie<\/td><td>Aktien \u00fcber NAV ausgeben, mehr Coins kaufen<\/td><td>Strategy<\/td><td>bricht bei mNAV unter 1,0 zusammen<\/td><\/tr><tr><td>Staking-Rendite<\/td><td>native Protokoll-Belohnung in Coins<\/td><td>BitMine, Forward<\/td><td>K\u00fcrzungs- und Slashing-Risiko, Regulierung<\/td><\/tr><tr><td>Optionspr\u00e4mien<\/td><td>Stillhalter-Pr\u00e4mien auf den Bestand<\/td><td>Metaplanet<\/td><td>deckelt das Aufw\u00e4rtspotenzial<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><figcaption class='wp-block-table__caption'>Die drei Ertragsmotoren einer Krypto-Treasury im Vergleich.<\/figcaption><\/figure><h2 class='wp-block-heading'>Europas Vorreiter: Capital B und die Frage nach einem heimischen DAT<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Anleger im Euroraum ist der n\u00e4chstgelegene Bezugspunkt <strong>Capital B<\/strong> (Ticker ALCPB), die fr\u00fcher als The Blockchain Group firmierte und an der Euronext Growth in Paris notiert. Es ist die erste Bitcoin-Treasury Europas, aktiv seit November 2024. Laut einer Pflichtmitteilung von <a href='https:\/\/www.actusnews.com\/en\/amp\/capital-b\/pr\/2026\/08\/03\/capital-b-confirms-the-acquisition-of-1-btc-for-eur-0_06-million-the-holding-of-a-total-of-3-140-btc-a-btc-yield-of-2_13-per'>Anfang August 2026<\/a> h\u00e4lt Capital B nun 3.140 BTC bei einem durchschnittlichen Einstandspreis von rund 90.400 Euro und weist einen Bitcoin-Yield von 2,13 Prozent seit Jahresbeginn aus. Bei einem aktuellen Kurs um 55.400 Euro ist dieser Bestand nur noch etwa 174 Millionen Euro wert, gegen\u00fcber Anschaffungskosten von rund 284 Millionen Euro, also fast 40 Prozent im Minus. Dieselbe Pr\u00e4mienkompression, die Strategy im Gro\u00dfen erlebt, spielt sich hier im Kleinen ab.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Zwei Details machen Capital B interessant: Zu den Gl\u00e4ubigern der Wandelanleihen z\u00e4hlt Blockstream Capital Partners, die Gesellschaft von Bitcoin-Veteran Adam Back. Und zum 8. September 2026 vollzieht das Unternehmen eine Zusammenlegung der Aktien im Verh\u00e4ltnis zehn zu eins, ein klassisches Signal, dass der Kurs nach der Pr\u00e4mienkompression optisch aufgeh\u00fcbscht werden soll. Eine an der Wiener B\u00f6rse notierte Krypto-Treasury gibt es dagegen bis heute nicht. Der n\u00e4chste heimische Bezugspunkt bleibt die FMA-lizenzierte Handelsplattform Bitpanda, die aber eine B\u00f6rse und Verwahrstelle ist, keine Treasury.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Twenty One Capital: Wenn die Fusion platzt<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Wie schnell die gro\u00dfen Ambitionen dieser Branche zerbrechen k\u00f6nnen, zeigt <strong>Twenty One Capital<\/strong> (Ticker XXI) an der NYSE. Das mehrheitlich von Tether kontrollierte Unternehmen h\u00e4lt rund 43.500 BTC. Im April 2026 verk\u00fcndete Tether einen ehrgeizigen Plan: XXI (Treasury), Strike (die Finanzplattform von Jack Mallers) und der Miner Elektron Energy sollten zu einem vertikal integrierten Bitcoin-Konzern verschmelzen, unterlegt mit 2,1 Milliarden Dollar frischem Kredit. Drei Monate sp\u00e4ter war der Plan Geschichte.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Laut <a href='https:\/\/www.coindesk.com\/business\/2026\/07\/21\/jack-mallers-steps-down-as-xxi-capital-ceo-as-tether-s-plans-to-merge-three-bitcoin-firms-falls'>CoinDesk<\/a> stieg Strike aus, und Mallers trat am 20. Juli 2026 als XXI-Chef zur\u00fcck, um sich ganz auf Strike zu konzentrieren. Neuer CEO wurde Raphael Zagury, zuvor bei Elektron Energy. XXI schwenkt seither auf den Aufkauf operativer Unternehmen und auf Bitcoin-besicherte Kredite um. Die Lektion f\u00fcr Anleger: DAT-Konsolidierung ist kein Selbstl\u00e4ufer. Eine Fusion, die auf dem Papier eine &bdquo;premier bitcoin company&ldquo; ergeben sollte, l\u00f6ste sich binnen Wochen in Luft auf, ohne dass sich am Coin-Bestand etwas \u00e4nderte.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Der Endspiel-Fall: Was passiert, wenn eine Treasury kippt?<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Was geschieht, wenn der mNAV nicht nur kurz, sondern dauerhaft unter 1,0 bleibt? Dann steht das Wachstumsschwungrad, doch die Zins- und Dividendenpflichten laufen weiter. Im schlimmsten Fall zwingt das eine Treasury, Coins zu verkaufen, um ihre Coupons zu bedienen; diese Verk\u00e4ufe dr\u00fccken den Kurs, was den Abschlag vertieft und weitere Verk\u00e4ufe erzwingt. Genau diese sich selbst verst\u00e4rkende Abw\u00e4rtsspirale ist der eigentliche Albtraum des Modells. Wie Gro\u00dfverk\u00e4ufe einzelner Adressen den Markt bewegen, zeigt HOGE Wire regelm\u00e4\u00dfig in <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/whale-alerts-bitcoin-wale-verraten\/'>Whale Alerts: Was Bitcoin-Wale wirklich verraten<\/a>.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Matthew Sigel, Leiter der Digital-Assets-Forschung bei VanEck, hat daf\u00fcr ein pointiertes Bild: &bdquo;Sie kaufen einen Hedgefonds, der f\u00fcnf Dinge handeln kann: seine eigene Kapitalstruktur und Bitcoin&ldquo;. Sigel geht weiter und schl\u00e4gt in seiner Analyse <a href='https:\/\/www.vaneck.com\/us\/en\/insights\/blogs\/digital-assets\/matthew-sigel-deconstructing-strategy-mstr-premium-leverage-and-capital-structure\/'>Deconstructing Strategy<\/a> eine Art Abwicklungstestament vor: eine Klausel im Wertpapierprospekt, die eine geordnete Aufl\u00f6sung erzwingt, falls der mNAV zu lange unter einer festgelegten Schwelle verharrt. Ein Sicherheitsventil, das den Markt vor dem chaotischen Ende bewahren soll.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr den Marktf\u00fchrer ist dieses Endspiel derzeit weit entfernt. Strategys Verschuldung ist gemessen am Bitcoin-Wert moderat, die n\u00e4chsten gro\u00dfen F\u00e4lligkeiten liegen 2028 und 2030, und die Dollar-Reserve puffert die Coupons f\u00fcr gut zwei Jahre. Doch die Rechnung gilt nicht f\u00fcr alle. Kleinere, h\u00f6her verschuldete DATs ohne Staking-Rendite und ohne Reserve sind die zerbrechlichsten Glieder der Kette, gerade wenn die Finanzierungskosten steigen. Wie stark der Bitcoin-Preis dabei vom Zinsumfeld abh\u00e4ngt, hat HOGE Wire in <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/realzinsen-bitcoin-inflationsschutz-2026\/'>Realzinsen und Bitcoin: Inflationsschutz auf dem Pr\u00fcfstand<\/a> beschrieben.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Das Index-Risiko und die MSCI-Frage<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Risiko der DATs hat mit Krypto direkt gar nichts zu tun, sondern mit passivem Kapital. Der Indexanbieter MSCI erwog eine Digital Assets Threshold genannte Regel, die Unternehmen mit mindestens der H\u00e4lfte ihres Verm\u00f6gens in Krypto aus den globalen Indizes ausgeschlossen h\u00e4tte. Da viele Fonds diese Indizes stur nachbilden, h\u00e4tte ein solcher Ausschluss mechanische Zwangsverk\u00e4ufe ausgel\u00f6st, gesch\u00e4tzt zehn bis f\u00fcnfzehn Milliarden Dollar \u00fcber fast vierzig Firmen hinweg.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Am 6. J\u00e4nner 2026 entschied MSCI, die Regel vorerst nicht umzusetzen. Die Strategy-Aktie sprang laut <a href='https:\/\/www.coindesk.com\/markets\/2026\/01\/06\/strategy-surges-6-on-msci-decision-not-to-exclude-digital-asset-treasury-firms-from-indexes'>CoinDesk<\/a> am selben Tag um sechs Prozent. Vom Tisch ist das Thema aber nicht: Eine breitere \u00dcberpr\u00fcfung, m\u00f6glicherweise mit strengeren Schwellen oder einer Unterscheidung zwischen Bitcoin und anderen Coins, l\u00e4uft weiter. Passive Nachfrage ist Teil der Nachfragebasis dieser Aktien, und eine Regel\u00e4nderung kann sie unabh\u00e4ngig von jeder fundamentalen Bewertung wegbrechen lassen.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Regulierung: Warum die FMA hier (noch) nicht zust\u00e4ndig ist<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr \u00f6sterreichische Leser stellt sich die naheliegende Frage: Wer beaufsichtigt das alles? Die kurze Antwort lautet, im Kern nicht die europ\u00e4ische Krypto-Verordnung MiCA. Diese regelt Krypto-Dienstleister (Verwahrung, Handel, B\u00f6rsen) und Stablecoin-Emittenten, nicht aber Industrieunternehmen, die Bitcoin oder Ethereum schlicht als Bilanzposten halten, ohne Dritten Krypto-Dienste anzubieten. Strategy, Metaplanet oder Capital B werden daher als ganz normale b\u00f6rsennotierte Emittenten nach dem Wertpapier-, Prospekt- und Marktmissbrauchsrecht ihres Heimatlandes beaufsichtigt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Nur der Handel mit den zugrunde liegenden Coins f\u00e4llt unter die MiCA-Regeln gegen Marktmissbrauch (Titel VI, Artikel 86 bis 92), die EU-weit vollst\u00e4ndig ab dem 28. Juli 2026 gelten; die Aktie des Unternehmens selbst unterliegt weiter dem MiFID-II- und dem nationalen Marktmissbrauchsrecht. In \u00d6sterreich hat die <a href='https:\/\/www.fma.gv.at\/en\/granting-of-authorisation-bitpanda-gmbh\/'>FMA<\/a> im April 2025 Bitpanda als Krypto-Dienstleister nach MiCAR lizenziert; ein an der Wiener B\u00f6rse notiertes Treasury-Unternehmen existiert bislang nicht. Die verk\u00fcrzte MiCA-\u00dcbergangsfrist f\u00fcr \u00f6sterreichische Anbieter endete am 1. Juli 2026.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Was das f\u00fcr Anleger in \u00d6sterreich bedeutet<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Aus der Mechanik lassen sich ein paar n\u00fcchterne Schl\u00fcsse ziehen. Erstens: Wer eine DAT-Aktie kauft, kauft nie reines Bitcoin, sondern Hebel plus Aufschlag oder Abschlag. \u00dcber dem mNAV von 1,0 zahlt man mehr als den Coin-Wert, darunter bekommt man einen Rabatt, allerdings genau dann, wenn das Schwungrad stillsteht. Zweitens: Der Ertragsmotor entscheidet. Staking-DATs (ETH, SOL) haben eine interne Coin-Quelle, reine Bitcoin-Sammler h\u00e4ngen am Aufschlag oder m\u00fcssen sich, wie Strategy, zur Kreditmaschine umbauen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Drittens: Die Kapitalstruktur ist Rangordnung. Vorzugsaktien und Wandelanleihen stehen \u00fcber den Stammaktien; im Stressfall tragen die Stammaktion\u00e4re den ersten Verlust. Viertens die Zugangswege: US-Titel wie MSTR, BMNR, SBET oder FWDI, europ\u00e4ische wie Capital B, oder als direktere und ungehebelte Alternative physisch besicherte Krypto-ETPs, denn einen Spot-Krypto-ETF nach UCITS gibt es in der EU nicht. Und f\u00fcnftens der Fiskus: In \u00d6sterreich unterliegen Kursgewinne aus Krypto wie aus Aktien beide dem Sondersteuersatz von 27,5 Prozent (Paragraf 27a EStG); heimische Plattformen behalten die KESt seit 1. J\u00e4nner 2024 automatisch ein. Der gesamte Antrieb der Maschine h\u00e4ngt zudem am Zinsumfeld, wie die j\u00fcngste Debatte um die <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/fed-jobmarkt-september-wette-bitcoin-2026\/'>September-Wette der Fed<\/a> zeigt: Steigende Finanzierungskosten treffen jede gehebelte Treasury doppelt.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Ausblick: Schwungrad oder Kreditmaschine?<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Zwei Zuk\u00fcnfte liegen vor dem DAT-Modell. In der ersten kehrt der Aufschlag zur\u00fcck: Steigt Bitcoin deutlich, weitet sich die Pr\u00e4mie wieder, das Emissionsschwungrad springt an, und die Sammler h\u00e4ufen weiter Coins pro Aktie an. In der zweiten bleibt der Aufschlag komprimiert. Dann \u00fcberleben jene am besten, die eine interne Rendite haben (Staking), die konservativ finanziert sind (Metaplanet) oder die ihre Maschine so umgebaut haben, dass sie ihre Verpflichtungen ohne Notverkauf bedienen k\u00f6nnen (Strategy). Die passiven, hoch verschuldeten Sammler ohne Rendite sind am st\u00e4rksten exponiert.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die eigentliche Lehre des Jahres 2026 ist der Reifungsprozess selbst. Das Digital Asset Treasury entwickelt sich von einer Einbahnstra\u00dfen-Wette zu einem echten Bilanzgesch\u00e4ft, mit Gl\u00e4ubigern, Coupon-Kalendern und Kapitalstruktur-Disziplin. Die Reflexivit\u00e4t, die das Modell in der Hausse so machtvoll gemacht hat, wirkt in der Baisse ebenso stark in die Gegenrichtung. Ob am Ende das Schwungrad oder die Kreditmaschine die Oberhand beh\u00e4lt, entscheidet nicht die Erz\u00e4hlung, sondern der mNAV, gemessen Tag f\u00fcr Tag.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>H\u00e4ufig gestellte Fragen<\/h2><h3 class='wp-block-heading'>Was bedeutet mNAV bei einer Krypto-Treasury?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">mNAV steht f\u00fcr Multiple to Net Asset Value und misst, wie hoch eine Treasury-Aktie im Verh\u00e4ltnis zum Marktwert ihrer Coins notiert. Ein mNAV \u00fcber 1 bedeutet einen Aufschlag, unter 1 einen Abschlag. \u00dcber 1 kann das Unternehmen neue Aktien ausgeben und pro Aktie mehr Coins kaufen; unter 1 verw\u00e4ssert jede Emission die Altaktion\u00e4re, ohne den Coin-Bestand je Aktie zu erh\u00f6hen.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Warum verkauft Strategy Bitcoin, obwohl es ein Bitcoin-Unternehmen ist?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Strategy verkaufte im Sommer 2026 kleine Mengen Bitcoin, um Dividenden auf seine Vorzugsaktien zu bedienen und eine Dollar-Reserve aufzubauen, nicht aus einer Liquidit\u00e4tsnot heraus. CEO Phong Le betont, das Unternehmen sei kein Zwangsverk\u00e4ufer; die Verk\u00e4ufe sind eine Kapitalallokations-Entscheidung, weil die Aktie zeitweise mit Abschlag zum Coin-Wert notiert.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Sind Ethereum-Treasuries wie BitMine sicherer als Bitcoin-Treasuries?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Nicht automatisch, aber ihr Ertragsmotor ist ein anderer. ETH- und SOL-Treasuries verdienen \u00fcber Staking eine native Rendite in Coins, die auch dann w\u00e4chst, wenn der mNAV bei 1 liegt. Reine Bitcoin-Treasuries h\u00e4ngen st\u00e4rker vom Aufschlag am Aktienmarkt ab, weil Bitcoin selbst keine laufende Rendite abwirft. Daf\u00fcr tragen Staking-Modelle eigene Risiken wie Slashing und Regulierung.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Gibt es eine \u00f6sterreichische Krypto-Treasury-Aktie, und wie werden Gewinne besteuert?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Eine an der Wiener B\u00f6rse notierte Krypto-Treasury gibt es bislang nicht; der n\u00e4chste heimische Bezugspunkt ist die FMA-lizenzierte Handelsplattform Bitpanda, die aber keine Treasury ist. Kursgewinne aus Krypto und aus Aktien unterliegen in \u00d6sterreich beide dem Sondersteuersatz von 27,5 Prozent; bei heimischen Depots wird die KESt automatisch einbehalten.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Was passiert mit einer Krypto-Treasury, wenn der mNAV dauerhaft unter 1 bleibt?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Das Wachstumsschwungrad steht still, weil neue Aktien nur noch verw\u00e4ssern. Zins- und Dividendenpflichten laufen weiter und k\u00f6nnen im Extremfall Coin-Verk\u00e4ufe erzwingen, was den Kurs weiter dr\u00fcckt. Analysten wie Matthew Sigel schlagen deshalb eine geordnete Abwicklungsklausel vor, die greift, falls der Abschlag zu lange anh\u00e4lt.<\/p><script type='application\/ld+json'>{\"@context\":\"https:\/\/schema.org\",\"@type\":\"FAQPage\",\"mainEntity\":[{\"@type\":\"Question\",\"name\":\"Was bedeutet mNAV bei einer Krypto-Treasury?\",\"acceptedAnswer\":{\"@type\":\"Answer\",\"text\":\"mNAV steht f\u00fcr Multiple to Net Asset Value und misst, wie hoch eine Treasury-Aktie im Verh\u00e4ltnis zum Marktwert ihrer Coins notiert. 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