{"id":257,"date":"2026-08-20T20:50:25","date_gmt":"2026-08-20T20:50:25","guid":{"rendered":"https:\/\/hoge.gg\/at\/carry-maschine-perp-funding-arbitrage-2026\/"},"modified":"2026-08-20T20:50:25","modified_gmt":"2026-08-20T20:50:25","slug":"carry-maschine-perp-funding-arbitrage-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hoge.gg\/at\/carry-maschine-perp-funding-arbitrage-2026\/","title":{"rendered":"Die Carry-Maschine: Wer am Perp-Funding wirklich verdient"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Am 20. August 2026 sprang Bitcoin um 5,78 Prozent auf 62.301 Euro, Ether legte \u00fcber neun Prozent zu, und der Token des Synthetik-Dollar-Emittenten Ethena schoss um mehr als 20 Prozent nach oben (Daten: <a href='https:\/\/www.coingecko.com\/en\/coins\/bitcoin'>CoinGecko<\/a>). Ein euphorischer Handelstag. Und doch lag der Funding-Zins auf Bitcoin-Perpetuals, gemessen am Kraken-Referenzindex KFRI, an diesem Tag bei blo\u00df 1,72 Prozent auf das Jahr gerechnet (<a href='https:\/\/www.cfbenchmarks.com\/data\/indices\/KFRI'>CF Benchmarks<\/a>). An einem Tag, an dem fast alle long sind, ist die Miete, die Longs an Shorts zahlen, kaum positiv. Diese L\u00fccke ist die eigentliche Geschichte.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die meisten Erkl\u00e4rst\u00fccke behandeln Funding als Stimmungsbarometer, als Zahl, die rot oder gr\u00fcn leuchtet. Doch Funding ist kein Signal, das man abliest; es ist Geld, das den Besitzer wechselt. Alle acht Stunden, auf manchen B\u00f6rsen sogar jede Stunde, \u00fcberweist die eine Seite des Marktes eine Zahlung an die andere. Jemand kassiert diese Zahlung. Dieser Artikel handelt von diesem Jemand: dem Carry-Ernter.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Funding-Zins ist der Motor eines der gr\u00f6\u00dften und leisesten Renditegesch\u00e4fte im Kryptomarkt. Er tr\u00e4gt einen milliardenschweren Synthetik-Dollar, speist Quant-Desks und Market Maker und spiegelt einen jahrhundertealten Rohstoff-Trade wider, das Cash-and-Carry-Gesch\u00e4ft. Er ist zugleich kein Gratisgeld. Wer das Funding kassiert, wo es am hei\u00dfesten l\u00e4uft, warum es \u00fcberhaupt bestehen bleibt und was es zum Kippen bringt: Diese Karte zeichnen wir hier.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Vorweg eine Einordnung: Dieser Text ist keine Handelsanleitung, sondern eine Landkarte. Er zeigt, wie aus einer technischen Geb\u00fchr eine Anlageklasse wurde, warum ausgerechnet die vorsichtigsten Adressen daran am meisten verdienen und an welchen Stellen die scheinbar sichere Ernte kippt. Wer danach den Funding-Zins anders liest als zuvor, hat den Punkt verstanden.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Vom Kurssignal zum Cash-Flow: was Funding wirklich ist<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Perpetual Future hat kein Ablaufdatum. Damit sein Preis trotzdem am Kassakurs klebt, gibt es den Funding-Mechanismus: Handelt der Perp im Schnitt \u00fcber dem Spot, zahlen Longs an Shorts; handelt er darunter, zahlen Shorts an Longs. Die Formel ist auf den gro\u00dfen B\u00f6rsen \u00e4hnlich gebaut, ein Premium-Index plus ein geklemmter Zinsanteil, und die genaue Herleitung liefert unser <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/funding-rate-perpetuals-erklaert-2026\/'>Grundlagenartikel zum Funding Rate<\/a>. F\u00fcr dieses St\u00fcck z\u00e4hlt nur eines: Der Zins ist ein wiederkehrender Zahlungsstrom, kein Kurs.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Dieser Perspektivwechsel ver\u00e4ndert alles. Wer Funding als Stimmungspfeil liest, fragt: Sind die Trader gierig oder \u00e4ngstlich? Wer Funding als Cash-Flow liest, fragt: Wie hoch ist die Rendite, wenn ich die Gegenposition halte und das Kursrisiko absichere? Aus einem Sentiment-Indikator wird ein Ertrag, den man einsammeln kann. Genau das tun Ethena, Basis-Trader und Market Maker jeden Tag.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Zahlenbeispiel macht es greifbar. Ein Funding von 0,01 Prozent pro Acht-Stunden-Periode klingt nach nichts. Es f\u00e4llt aber dreimal t\u00e4glich an, macht rund 0,03 Prozent pro Tag und damit grob elf Prozent im Jahr. Wer diese elf Prozent kassiert, ohne ein Kursrisiko zu tragen, hat einen Ertrag gefunden, der mit vielen Anleihen konkurriert. Genau darum geht es bei der Carry-Maschine.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Ein Nullsummenspiel mit eingebauter Umverteilung<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Der entscheidende Punkt: Die B\u00f6rse zahlt das Funding nicht aus eigener Tasche. Es flie\u00dft von Trader zu Trader. Jeder Euro, den eine \u00fcberhebelte Long-Position zahlt, landet bei einer Short-Position, und umgekehrt. Auf der Funding-Leiste selbst verdient die B\u00f6rse nichts; sie verdient an Geb\u00fchren und Liquidationen. \u00dcber ein Jahr und \u00fcber einen gro\u00dfen, gehebelten Markt summiert sich diese Umverteilung zu Milliardenbetr\u00e4gen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Wer auf welcher Seite steht, h\u00e4ngt vom Regime ab. Die folgende Tabelle ordnet die beiden Grundf\u00e4lle plus den neutralen Zustand.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Szenario<\/th><th>Perp gegen Spot<\/th><th>Wer zahlt<\/th><th>Wer kassiert<\/th><th>Was es signalisiert<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Positives Funding<\/td><td>Perp \u00fcber Spot (Contango)<\/td><td>Long-Positionen<\/td><td>Short-Positionen<\/td><td>\u00dcberschuss an Long-Hebel, bullische Gier<\/td><\/tr><tr><td>Negatives Funding<\/td><td>Perp unter Spot (Backwardation)<\/td><td>Short-Positionen<\/td><td>Long-Positionen<\/td><td>\u00dcberschuss an Short-Hebel, Angst und Absicherung<\/td><\/tr><tr><td>Funding nahe null<\/td><td>Perp ungef\u00e4hr gleich Spot<\/td><td>kaum Transfer<\/td><td>kaum Transfer<\/td><td>ausgeglichene Positionierung, wie am 20. August<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">Funding ist also ein Verm\u00f6genstransfer von der \u00fcberf\u00fcllten zur geduldigen Seite. In einem Bullenmarkt ist die \u00fcberf\u00fcllte Seite fast immer die der Longs. Das ist der Rohstoff der Carry-Ernte: Solange die Masse hebelfreudig long ist, gibt es jemanden, der f\u00fcr diese Freude bezahlt.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Die Carry-Maschine: das delta-neutrale Prinzip<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Trick, die Zahlung zu kassieren, ohne auf die Kursrichtung zu wetten, hei\u00dft delta-neutral. Man h\u00e4lt den Basiswert und shortet gleichzeitig den Perp in gleicher H\u00f6he. Wer ein Bitcoin am Spotmarkt kauft und ein Bitcoin als Perpetual leerverkauft, hat netto null Bitcoin-Exposure. F\u00e4llt der Kurs um 20 Prozent, verliert das Spot-Bein, das Short-Bein gewinnt genauso viel, und unterm Strich passiert kaum etwas mit dem Kapital.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Was bleibt, ist die Ernte: das positive Funding, das die Short-Seite in einem Contango-Regime kassiert, plus die Basis zwischen Perp und Spot, plus etwaige Staking-Ertr\u00e4ge auf dem Collateral. Die folgende Aufstellung zeigt den Aufbau.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Bein<\/th><th>Position<\/th><th>Markt<\/th><th>Zweck<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Bein 1 (Kasse)<\/td><td>Long 1 BTC<\/td><td>Spot<\/td><td>h\u00e4lt den Basiswert, kassiert eventuell Staking<\/td><\/tr><tr><td>Bein 2 (Hedge)<\/td><td>Short 1 BTC<\/td><td>Perpetual<\/td><td>neutralisiert das Kursrisiko, kassiert positives Funding<\/td><\/tr><tr><td>Netto<\/td><td>delta-neutral (Kursrisiko nahe null)<\/td><td>Spot plus Perp<\/td><td>Rendite gleich Funding plus Basis, abz\u00fcglich Kosten<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">L\u00e4uft das Funding im Schnitt bei elf Prozent annualisiert, verdient der marktneutrale Halter rund elf Prozent auf das Nominal, egal ob Bitcoin steigt oder f\u00e4llt. Genau das meint der Begriff Carry: der Ertrag, den man allein daf\u00fcr bekommt, dass man eine abgesicherte Position h\u00e4lt. Aus dem Rohstoff- und Devisenhandel entlehnt, ist er im Krypto-Perpetual zur eigenen Anlageklasse geworden.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Ein konkretes Beispiel in Euro. Wer f\u00fcr 62.301 Euro ein Bitcoin am Spotmarkt h\u00e4lt und zugleich ein Bitcoin als Perpetual shortet, hat rund 124.600 Euro Kapital gebunden, aber praktisch kein Kursrisiko. Bei einem durchschnittlichen positiven Funding von elf Prozent auf das Short-Nominal wirft die Konstruktion grob 6.850 Euro im Jahr ab, vor Geb\u00fchren und Finanzierungskosten. Steigt oder f\u00e4llt Bitcoin in dieser Zeit um 30 Prozent, \u00e4ndert das am Ergebnis fast nichts; entscheidend ist allein, ob das Funding positiv bleibt.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Woher die Rendite kommt: der \u201eCrypto Carry&ldquo; der BIS<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Warum existiert dieser Ertrag \u00fcberhaupt? Die aufschlussreichste Antwort kommt nicht aus der Krypto-Branche, sondern von der Bank f\u00fcr Internationalen Zahlungsausgleich. Das <a href='https:\/\/www.bis.org\/publ\/work1087.htm'>BIS Working Paper 1087 \u201eCrypto carry&ldquo;<\/a> von Maik Schmeling, Andreas Schrimpf und Karamfil Todorov dokumentiert einen Carry, der zeitweise 40 Prozent pro Jahr \u00fcbersteigt und im Schnitt \u00fcber zehn Prozent liegt, deutlich mehr als bei Aktien, Anleihen, Devisen oder Rohstoffen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Autoren nennen zwei Treiber. Auf der Nachfrageseite treiben kleinere, trendfolgende Anleger, die in Aufschw\u00fcngen gehebelte Aufw\u00e4rts-Exponierung suchen, den Perp-Preis \u00fcber den Spot und erzeugen so positives Funding. Auf der Angebotsseite steht zu wenig Arbitrage-Kapital bereit, um diese Pr\u00e4mie wegzuhandeln, weil regulatorische Auflagen und Margin-Reibungen im Weg stehen. Ihr Fazit: \u201estructural limits to arbitrage&ldquo;, gerade im Krypto-Bereich besonders ausgepr\u00e4gt, verst\u00e4rken Preisineffizienzen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Carry ist damit im Kern die Hebelpr\u00e4mie, die Kleinanleger zahlen. Das erkl\u00e4rt auch die Warnung, die im selben Paper steckt: Ein sehr hoher Carry sagt k\u00fcnftige Kurseinbr\u00fcche voraus und geht mit teurerer Absicherung gegen Crashs einher. Die Maschine l\u00e4uft genau dann am hei\u00dfesten, wenn sie am ehesten bricht. Rendite und Risiko sind hier zwei Seiten derselben Zahlung.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Einordnung ist wichtiger, als sie klingt. Sie sagt, dass der Funding-Carry kein Geschenk des Marktes ist, sondern eine Pr\u00e4mie f\u00fcr das Tragen eines Risikos, das andere nicht tragen wollen oder d\u00fcrfen. In ruhigen Zeiten wirkt das wie freies Geld; in der Spitze eines Zyklus, wenn der Carry auf 40 Prozent klettert, ist es eher eine Verg\u00fctung daf\u00fcr, dass man kurz vor einem m\u00f6glichen Bruch auf der richtigen Seite steht. Wer das verwechselt, h\u00e4lt das Risiko f\u00fcr die Rendite.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Ethena und USDe: die industrielle Ernte<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Ethena hat aus diesem Prinzip ein Produkt gemacht. Der Synthetik-Dollar USDe ist ein delta-neutraler Dollar: Krypto-Collateral auf der einen, ein gleich gro\u00dfer Perp-Short auf der anderen Seite. Der Ertrag kommt laut <a href='https:\/\/www.forbes.com\/sites\/digital-assets\/2026\/06\/15\/ethenas-usde-pays-yield-legally-and-the-genius-act-has-no-answer-for-it\/'>Forbes<\/a> aus dem Funding und der Basis der Absicherungsderivate, plus rund vier Prozent Staking auf dem hinterlegten Collateral Anfang 2026. Ethena ist damit der klarste Fall der Carry-Ernte im industriellen Ma\u00dfstab.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Gr\u00f6\u00dfenordnung ist betr\u00e4chtlich, aber volatil. Vom H\u00f6chststand nahe 14 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025 fiel die USDe-Menge nach der Marktbereinigung im Oktober 2025 auf 5,9 Milliarden und liegt heute bei rund 4,08 Milliarden US-Dollar (<a href='https:\/\/www.coingecko.com\/en\/coins\/ethena-usde'>CoinGecko<\/a>). Dass der ENA-Token am 20. August um \u00fcber 20 Prozent zulegte, zeigt, wie eng das Gesch\u00e4ft am Funding-Zyklus h\u00e4ngt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Ethena ist offen mit dem Risiko. \u00dcber drei Jahre trugen laut Forbes rund 17,5 Prozent der Tage ein negatives Summen-Funding f\u00fcr die abgesicherten Positionen, die l\u00e4ngste Minus-Strecke dauerte 13 Tage, abgefedert durch einen Reservefonds. Im Oktober-Crash 2025 rutschte USDe kurz auf 0,97 Dollar und erholte sich binnen Stunden. Anders gesagt: Ethena ist strukturell short am vorderen Ende der Funding-Kurve. Ist die Masse gierig, druckt die Maschine; kippt die Stimmung, blutet sie und lehnt sich an die Reserven.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Rendite reicht Ethena an die Halter von gestaktem USDe, dem sogenannten sUSDe, weiter. In starken Contango-Phasen lag die Aussch\u00fcttung zeitweise im zweistelligen Bereich, was USDe zum Aush\u00e4ngeschild des on-chain-Carry machte. Der Reservefonds ist dabei kein Beiwerk, sondern die Versicherung: Er soll die Minus-Tage \u00fcberbr\u00fccken, an denen die Absicherung Geld kostet, statt welches einzuspielen. F\u00e4llt diese Versicherung in einer langen Negativphase zu d\u00fcnn aus, geraten Rendite und Peg gleichzeitig unter Druck.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Wo l\u00e4uft Funding am hei\u00dfesten? BitMEX gegen Coin Metrics<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr den Ernter ist entscheidend, wo er das Short-Bein platziert, denn Funding l\u00e4uft nicht \u00fcberall gleich. Zwei Research-Desks liefern zwei Antworten. Der <a href='https:\/\/www.bitmex.com\/blog\/2026q2-derivatives-report'>BitMEX-Derivatebericht f\u00fcr das zweite Quartal 2026<\/a> von Senior Research Analyst Shang Wu findet, dass Hyperliquid auf Bitcoin rund 14,6 Prozent annualisiertes Funding tr\u00e4gt, gegen\u00fcber etwa 7,4 Prozent bei Binance, ein Aufschlag von 7,17 Prozentpunkten, und das an 95 Prozent der Tage auf rollierender 90-Tage-Basis einseitig.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Shang Wu erkl\u00e4rt den Aufschlag mit der Nutzerbasis. Hyperliquids Trader seien \u201eretail, on-chain and long-biased&ldquo;, also hebelfreudige Kleinanleger, die bereit sind, f\u00fcr Leverage draufzuzahlen, was das Funding nach oben treibe. Institutionelles Kapital k\u00f6nne die Pr\u00e4mie wegen Verwahrungs-, Compliance- und Bridge-Risiken nicht ohne Weiteres wegarbitrieren.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Coin Metrics widerspricht in der Betonung. In <a href='https:\/\/coinmetrics.substack.com\/p\/state-of-the-network-issue-368'>State of the Network Ausgabe 368<\/a> zeigt Research Associate Cooper Duschang, dass Hyperliquid-BTC \u00fcber sechs Monate den zweitniedrigsten Durchschnitt f\u00fcr Long-Trader hatte, bei 0,00135 Prozent, nur Deribit lag tiefer. Daf\u00fcr schwankte es st\u00e4rker, 1,95-mal so volatil wie Binance und 3,32-mal so volatil wie Deribit. Sein praktischer Rat: \u201eShopping around for perpetual markets with the lowest funding rate can reduce trading costs.&ldquo;<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>B\u00f6rse<\/th><th>Typ<\/th><th>BTC-Funding (annualisiert, N\u00e4herung)<\/th><th>Schwankung des Funding<\/th><th>Lesart<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Binance<\/td><td>CEX, linear<\/td><td>rund 7,4 Prozent (BitMEX Q2 2026)<\/td><td>Basislinie<\/td><td>gr\u00f6\u00dfte zentrale Open-Interest-Basis<\/td><\/tr><tr><td>Hyperliquid<\/td><td>DEX, on-chain<\/td><td>rund 14,6 Prozent (BitMEX) bzw. zweitniedrigster Schnitt (Coin Metrics)<\/td><td>1,95x Binance, 3,32x Deribit<\/td><td>zwei Reports, zwei Zeitfenster<\/td><\/tr><tr><td>Deribit<\/td><td>CEX, Optionen und Perps<\/td><td>am niedrigsten (Coin Metrics)<\/td><td>am ruhigsten<\/td><td>institutionellere Basis<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">Die beiden Reports messen unterschiedliche Fenster, kommen aber praktisch am selben Punkt an: Auf Hyperliquid bewegt sich Funding schneller und heftiger. F\u00fcr den Ernter hei\u00dft das mehr potenzielle Rendite und zugleich mehr Risiko eines pl\u00f6tzlichen Vorzeichenwechsels. Wo das Short-Bein liegt, ist selbst eine Entscheidung.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der scheinbare Widerspruch l\u00f6st sich auf, wenn man Durchschnitt und Streuung trennt. BitMEX misst, wie hoch das Funding im Schnitt \u00fcber ein langes Fenster lag, und findet Hyperliquid teuer. Coin Metrics misst dieselbe B\u00f6rse \u00fcber sechs Monate und findet den Schnitt niedrig, aber die Ausschl\u00e4ge gro\u00df. Beides kann stimmen: Ein Markt, der oft nahe null liegt und gelegentlich heftig ausschl\u00e4gt, kann je nach Fenster hoch oder niedrig wirken. F\u00fcr den Ernter z\u00e4hlt am Ende die Streuung, denn sie entscheidet, wann die Zahlung das Vorzeichen wechselt.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Warum der Aufschlag nicht wegarbitriert wird<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn Hyperliquid mehr zahlt, warum st\u00fcrzt sich nicht so viel Kapital darauf, bis die Pr\u00e4mie verschwindet? Weil Arbitrage-Kapital teuer und knapp ist. BitMEX nennt Verwahrung, Compliance und Bridge-Risiko als Gr\u00fcnde, warum gro\u00dfe Adressen nicht m\u00fchelos \u00fcber B\u00f6rsen hinweg absichern. Das deckt sich mit der Angebotsseite der BIS-Studie: strukturelle Grenzen der Arbitrage, die im Krypto-Bereich besonders eng sind.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">So bleibt die Pr\u00e4mie bestehen. Der Long auf Hyperliquid zahlt weiter zu viel, und der begrenzte Kreis abgesicherter Ernter kassiert weiter, aber nie genug von ihnen, um die L\u00fccke zu schlie\u00dfen. Deshalb ist der Funding-Carry dauerhaft und kein Zufall. Wo diese Grenze zwischen on-chain-Nachfrage und institutionellem Kapital verl\u00e4uft, zeigt unser St\u00fcck zur <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/derivate-positionierung-onchain-grenze-spacex-openai-2026\/'>Derivate-Positionierung von SpaceX bis OpenAI<\/a>.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die Leserin folgt daraus eine n\u00fcchterne Lektion: Die zitierte Rendite ist nicht die Rendite, die ankommt. Bridge-Geb\u00fchren, Gas, die Schwankung des Funding selbst und die Kosten der Margin auf beiden Beinen knabbern an den 14 Prozent, bis netto ein deutlich kleinerer Wert \u00fcbrig bleibt. Carry ist eine Ernte, keine Selbstbedienung.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Wer zahlt die Rechnung: das Profil des \u00fcberhebelten Longs<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Jede Ernte braucht ein Feld, und beim Funding ist das Feld der \u00fcberhebelte Long. In einem Aufw\u00e4rtstrend will die Masse dabei sein, und zwar mit Hebel. Wer mit f\u00fcnffachem oder zehnfachem Einsatz long geht, zahlt das positive Funding auf das volle Nominal, nicht nur auf den eingesetzten Betrag. Bei zehnfachem Hebel frisst ein Funding von elf Prozent im Jahr also rund 110 Prozent der eingesetzten Margin pro Jahr, lange bevor der Kurs \u00fcberhaupt eine Rolle spielt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Genau diese Rechnung \u00fcbersehen viele Kleinanleger. Sie sehen den Hebel als Renditeturbo und die Funding-Zeile als Fu\u00dfnote. F\u00fcr den Ernter auf der Gegenseite ist die Fu\u00dfnote das ganze Gesch\u00e4ft. Der Long finanziert mit jeder Acht-Stunden-Zahlung ein St\u00fcck weit die abgesicherte Short-Position, die ihm gegen\u00fcbersteht, und merkt es kaum, weil der Betrag pro Periode winzig aussieht.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Kippt der Markt, wird aus dem stillen Aderlass ein lauter. F\u00e4llt der Kurs, werden gehebelte Longs liquidiert, ihre Zwangsverk\u00e4ufe dr\u00fccken den Preis weiter, und die Kaskade speist genau jene Volatilit\u00e4t, die der Carry-Trade f\u00fcrchtet und zugleich braucht. Der \u00fcberhebelte Long ist damit Rohstoff und Risiko in einem: Er zahlt die laufende Miete und liefert im Crash den Stoff, aus dem Auto-Deleveraging und Basisbr\u00fcche entstehen.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Cash-and-Carry trifft Wall Street: die ETF-Basis<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Perp-Carry hat einen Vetter in der traditionellen Finanzwelt: das Cash-and-Carry-Gesch\u00e4ft mit CME-Futures und Spot-ETFs. Man kauft den Basiswert oder einen Spot-ETF, shortet den Future und kassiert die Basis. Dieser Trade ist Jahrzehnte alt. Im Krypto-Jahr 2026 ist er riesig, weil der ETF-Boom eine tiefe, absicherbare Basis geschaffen hat. Wer die Milliarden hinter diesen Fl\u00fcssen wirklich bewegt, haben wir in <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/etf-flows-bitcoin-preis-multiplikator-2026\/'>ETF-Flows und der Bitcoin-Preis<\/a> auseinandergenommen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Ma\u00dfstab f\u00fcr jeden Carry ist der risikolose Zins. Werfen kurzlaufende Staatsanleihen vier bis f\u00fcnf Prozent ab, ist ein delta-neutraler Krypto-Carry von zehn Prozent und mehr attraktiv; f\u00e4llt das Funding gegen null, wie am 20. August, schl\u00e4gt der Trade das Tagesgeld kaum noch. Deshalb beobachten die Ernter die Rendite sicherer Anleihen so genau wie den Funding-Zins selbst, ein Zusammenhang, den wir in <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/anleiherenditen-2026-bitcoin-duration-falle\/'>Anleiherenditen 2026 und die Duration-Falle<\/a> ausgef\u00fchrt haben.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Regulierter und on-chain-Carry wachsen zusammen. Dieselben Desks fahren die CME-Basis und das Hyperliquid-Funding parallel und verschieben Kapital dorthin, wo die Ernte am besten steht. F\u00fcr den Markt bedeutet das mit der Zeit engere Spannen, weil mehr Teilnehmer denselben Ertrag jagen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der feine Unterschied liegt im Ablaufdatum. Ein datierter CME-Future konvergiert am Verfallstag zwangsl\u00e4ufig gegen den Spot, die Basis schmilzt also planbar ab und wird zur berechenbaren Rendite. Der Perpetual hat kein Verfallsdatum; seine Basis wird nicht durch einen Termin eingefangen, sondern laufend durch das Funding nachjustiert. F\u00fcr den Ernter hei\u00dft das: Beim Future kauft er eine fixe Laufzeitrendite, beim Perp einen variablen Zahlungsstrom, der jederzeit das Vorzeichen wechseln kann.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Kein Gratisgeld: wenn die Maschine ins Minus dreht<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Ernte kehrt sich um, sobald das Funding negativ wird. Dann zahlt der delta-neutrale Short, statt zu kassieren. Das Jahr 2026 hatte lange Minus-Strecken. Am 16. April sank der Sieben-Tage-Schnitt auf minus 0,005 Prozent, laut Glassnode via <a href='https:\/\/www.coindesk.com\/markets\/2026\/04\/16\/bitcoin-funding-rates-hit-most-negative-since-2023-history-suggests-bottom-is-in'>CoinDesk<\/a> der negativste Wert seit 2023, bei einem Bitcoin-Kurs um 75.000 US-Dollar. Solche ausgedehnten Minus-Phasen zogen sich 2026 teils \u00fcber Wochen hin und trafen jeden abgesicherten Ernter unmittelbar.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr einen Ernter sind das Monate des Blutens. Genau deshalb gilt negatives Funding zugleich als kontr\u00e4res Boden-Signal. VanEck-Analyst Matthew Sigel zeigt, dass auf Phasen mit negativem Funding eine 30-Tage-Rendite von Bitcoin von 11,5 Prozent folgte, gegen\u00fcber 4,5 Prozent im Gesamtschnitt, mit einer Trefferquote von 77 Prozent (<a href='https:\/\/bitcoinmagazine.com\/news\/vaneck-flags-dual-bullish-for-bitcoin'>Bitcoin Magazine<\/a>). Wenn Shorts an Longs zahlen, ist die \u00fcberf\u00fcllte Seite in die Angst gekippt, historisch nahe den Tiefs.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Lehre: Der Carry-Trade ist \u00fcber die Zeit nicht neutral in seiner Gewinn-und-Verlust-Rechnung. Er ist short auf Volatilit\u00e4t und short auf Regimewechsel. In ruhigen Bullenm\u00e4rkten tr\u00f6pfelt der Ertrag stetig herein; kippt das Regime, gibt man einen Teil davon zur\u00fcck.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>ADL, Depeg und Basisrisiko: wenn die Absicherung rei\u00dft<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Selbst bei positivem Funding kann die Ernte mechanisch stocken. Reicht der Versicherungsfonds einer B\u00f6rse in einer Kaskade nicht aus, greift das Auto-Deleveraging: Das System schlie\u00dft zwangsweise profitable Gegenpositionen, auch das Short-Bein der Absicherung. Am 9. April 2026 baute jemand \u00fcber einen TWAP einen rund 145 Millionen Token schweren Long auf FARTCOIN auf; der Kurs brach in einer einzigen Stundenkerze um die H\u00e4lfte ein, und Hyperliquids ADL schloss zwei Short-Wallets, die zusammen etwa 849.000 US-Dollar Gewinn realisierten (<a href='https:\/\/www.coindesk.com\/markets\/2026\/04\/09\/someone-tried-to-manipulate-fartcoin-s-price-with-a-usd145-million-long-it-crashed-50'>CoinDesk<\/a>). Auch ein gewinnender Short kann herausgerissen werden.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Dazu kommt der Referenzpreis. Hyperliquid berechnet das Funding auf einem Oracle-Preis, nicht auf dem letzten Trade. Das sch\u00fctzt vor Docht-Manipulation, bedeutet aber, dass das kassierte Funding vom Bildschirmpreis abweichen kann. Wer den Bitcoin-Kurs eigentlich setzt und welche Rolle Referenz- und Oracle-Preise spielen, behandeln wir in <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/bitcoin-preis-volumen-referenzkurs-orakel-2026\/'>Wer bestimmt den Bitcoin-Preis<\/a>.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Das gr\u00f6\u00dfte Restrisiko ist das Basisrisiko. Delta-neutral ist die Position nur, solange beide Beine halten und sich Spot und Perp nicht auseinanderziehen. Ethenas Rutsch auf 0,97 Dollar im Oktober 2025 war genau so ein Moment, in dem Absicherung und Collateral unter Stress auseinanderliefen. Liquidit\u00e4tsl\u00fccken, B\u00f6rsenausf\u00e4lle und erzwungene Aufl\u00f6sungen sind die echte Schwanzgefahr der Carry-Maschine, nicht die langsame Kursbewegung.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Profis begegnen dem mit Puffern statt mit Hoffnung. Sie hinterlegen mehr Margin als n\u00f6tig, damit das Short-Bein einen heftigen Aufw\u00e4rtsschub \u00fcbersteht, verteilen die Position \u00fcber mehrere B\u00f6rsen, um das Ausfallrisiko einer einzelnen zu streuen, und rollen ihre Absicherung aktiv, wenn eine Plattform in den ADL-Bereich rutscht. Das kostet Rendite und Aufwand, und genau dieser Aufwand ist der Graben, der Kleinanleger von der Ernte fernh\u00e4lt. Delta-neutral ist ein Vollzeitjob, kein Knopfdruck.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Was das f\u00fcr \u00d6sterreich bedeutet: FMA, Hebel und Steuer<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Anlegerinnen und Anleger in \u00d6sterreich ist die Carry-Ernte \u00fcberwiegend ein institutionelles und ein Offshore-Gesch\u00e4ft, und der Grund ist regulatorisch. Spot-Kryptowerte und Dienstleister wie der heimische Anbieter Bitpanda fallen unter die MiCA-Verordnung, beaufsichtigt von der <a href='https:\/\/www.fma.gv.at\/geldanlage\/welche-krypto-assets-sind-reguliert-und-welche-nicht\/'>FMA<\/a>. Perpetuals und CFDs sind dagegen Derivate, also Finanzinstrumente unter MiFID II und dem WAG 2018, ebenfalls von der FMA beaufsichtigt, aber als Marktaufsicht und nicht unter MiCA.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Beim Hebel wird der Unterschied konkret. Die ESMA stuft Krypto-Perpetuals als wahrscheinlich unter die CFD-Produktinterventionsma\u00dfnahmen fallend ein und begrenzt den Hebel f\u00fcr Kleinanleger auf 2:1, dazu Pflicht-Risikohinweise, Margin-Glattstellung und Negativsaldo-Schutz (<a href='https:\/\/www.esma.europa.eu\/sites\/default\/files\/2026-02\/ESMA35-243228190-8024_-_Public_statement_on_derivatives_in_scope_of_the_CFD_product_intervention_measures.pdf'>ESMA-Statement vom 24. Februar 2026<\/a>). Bei 2:1 ist die hebelgetriebene Degen-Dynamik, die Hyperliquids Funding antreibt, f\u00fcr \u00f6sterreichisches Retail \u00fcber regulierte Anbieter schlicht nicht verf\u00fcgbar. Das hei\u00dfe Funding lebt offshore.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Und die Steuer. Kryptogewinne unterliegen in \u00d6sterreich dem besonderen Steuersatz von 27,5 Prozent, und heimische Plattformen f\u00fchren die KESt seit 1. J\u00e4nner 2024 automatisch ab. Offshore-Perp-Positionen kennen keinen automatischen Steuerabzug, die Deklarationspflicht liegt beim Anleger, und die FMA ver\u00f6ffentlicht laufend Anlegerwarnungen zu nicht konzessionierten Anbietern. Mit dem Ende der verk\u00fcrzten MiCA-\u00dcbergangsfrist am 1. Juli 2026 schlie\u00dft sich die Grauzone f\u00fcr unlizenzierte Betreiber weiter.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Praktisch hei\u00dft das f\u00fcr heimische Anleger: Der Spotkauf \u00fcber einen konzessionierten Anbieter wie Bitpanda ist der einfache, steuerlich saubere Teil, weil die KESt automatisch abgef\u00fchrt wird. Wer die Ernte \u00fcber ein Offshore-Perp nachbauen will, tr\u00e4gt dagegen die volle Last selbst, von der korrekten Erfassung jeder Funding-Zahlung bis zur Deklaration in der Steuererkl\u00e4rung, dazu Wechselkurs- und Plattformrisiko. F\u00fcr die meisten Privatanleger steht der Aufwand in keinem Verh\u00e4ltnis zur Rendite, die nach dem 2:1-Deckel ohnehin bescheiden ausfiele.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Wie man den Funding-Carry beobachtet<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Wer die Ernte verfolgen will, braucht die richtigen Instrumente. Der KFRI von CF Benchmarks \u00fcbersetzt das Bitcoin-Perp-Funding von Kraken in eine saubere annualisierte Zahl, t\u00e4glich um 16 Uhr New Yorker Zeit berechnet; heute steht er bei 1,72 Prozent. Dashboards wie CoinGlass, Coinalyze und CryptoQuant zeigen das Funding \u00fcber viele B\u00f6rsen hinweg in Echtzeit und machen sichtbar, wo die Pr\u00e4mie gerade am h\u00f6chsten steht.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Zwei Lesegewohnheiten helfen. Erstens: Immer annualisiert denken, nicht pro Acht-Stunden-Periode. Ein 0,01-Prozent-Wert wirkt winzig, sind aber rund elf Prozent im Jahr. Zweitens: Die ganze Carry-Kurve im Blick behalten. Das Perp-Funding ist das vordere Ende, die Basis der datierten Futures das hintere. Laufen sie auseinander, preist der Markt einen Regimewechsel ein.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der August 2026 f\u00fchrt vor, warum das n\u00f6tig ist. Der KFRI schwankte von minus 0,94 Prozent am 7. August auf plus 3,31 Prozent am 12., dann 1,14 Prozent am 15., minus 2,63 Prozent am 17. und heute 1,72 Prozent. F\u00fcr den Ernter ist diese Volatilit\u00e4t die eigentliche Arbeit: Der Durchschnitt ist positiv, aber der Pfad dorthin ist holprig.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die wichtigsten Werkzeuge f\u00fcr den \u00dcberblick fasst die folgende Tabelle zusammen.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Werkzeug<\/th><th>Was es zeigt<\/th><th>F\u00fcr wen<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>KFRI (CF Benchmarks)<\/td><td>eine annualisierte Referenzzahl f\u00fcr Bitcoin-Perp-Funding<\/td><td>Einordnung auf einen Blick<\/td><\/tr><tr><td>CoinGlass<\/td><td>Funding und Open Interest \u00fcber viele B\u00f6rsen<\/td><td>Suche nach dem hei\u00dfesten Markt<\/td><\/tr><tr><td>Coinalyze<\/td><td>historische Funding-Verl\u00e4ufe und Aggregate<\/td><td>Backtests und Muster<\/td><\/tr><tr><td>CryptoQuant<\/td><td>on-chain- und Derivate-Kennzahlen kombiniert<\/td><td>Kontext aus dem Netzwerk<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><h2 class='wp-block-heading'>Ausblick: die Carry-Maschine wird reguliert<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Ernte wird salonf\u00e4hig. Auch regulierte Handelspl\u00e4tze tragen inzwischen einen Funding-Mechanismus: Coinbase startete mit US500 ein Perpetual auf den S&amp;P 500 samt Funding, und Kalshi betreibt CFTC-zugelassene Krypto-Perps. Je mehr Funding vom Offshore-Degen-Produkt zum Wall-Street-Instrument reift, desto mehr Teilnehmer treten in die Carry-Ernte ein, was die Spannen mittelfristig verengt. Diese institutionelle Wende haben wir in <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/funding-perp-zins-wall-street-regulierung-2026\/'>Funding wird erwachsen<\/a> im Detail beschrieben.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr den Moment h\u00e4lt die Struktur: Retail zahlt f\u00fcr Hebel, geduldiges abgesichertes Kapital kassiert, und die L\u00fccke bleibt bestehen, weil Arbitrage teuer ist. Der Funding-Zins ist das leise Metronom des Krypto-Hebels, ein Cash-Flow, der offen sichtbar ist und doch \u00fcbersehen wird. Wer ihn als Rendite liest und nicht blo\u00df als Stimmung, sieht die Maschine, die im Hintergrund l\u00e4uft.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr \u00d6sterreich bleibt die Pointe dieselbe wie am Anfang: An dem Tag, an dem Bitcoin um fast sechs Prozent springt, zahlt der Markt f\u00fcr Hebel kaum eine Pr\u00e4mie, w\u00e4hrend in ruhigen Wochen zweistellige Carry-Werte lockten. Die Ernte folgt nicht dem Kurs, sondern der Positionierung. Wer das trennt, versteht, warum ein gr\u00fcner Tag und ein mageres Funding kein Widerspruch sind, sondern die Regel.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>H\u00e4ufig gestellte Fragen<\/h2><h3 class='wp-block-heading'>Was ist Funding-Arbitrage einfach erkl\u00e4rt?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Funding-Arbitrage bedeutet, den Basiswert zu halten und den Perpetual in gleicher H\u00f6he zu shorten, sodass das Kursrisiko verschwindet. \u00dcbrig bleibt der Funding-Zins, den die Short-Seite in einem positiven Regime kassiert, plus die Basis. Der Trade hei\u00dft delta-neutral oder Cash-and-Carry und zielt auf einen stetigen Ertrag statt auf Kursgewinne.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Wer verdient am Funding-Zins?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Verdienen die geduldigen, abgesicherten Marktteilnehmer: Ethena mit seinem Synthetik-Dollar USDe, Market Maker, Quant-Fonds und Basis-Trader. Bezahlt wird das Funding in Bullenphasen von \u00fcberhebelten Long-Positionen, oft Kleinanlegern, die f\u00fcr den Hebel eine Pr\u00e4mie hinnehmen. Die BIS beschreibt diesen Carry als die Hebelpr\u00e4mie, die die \u00fcberf\u00fcllte Seite an die knappe Arbitrage abgibt.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Ist der delta-neutrale Carry-Trade risikofrei?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Nein. Dreht das Funding ins Negative, zahlt der Ernter statt zu kassieren, teils \u00fcber Wochen hinweg. Dazu kommen Auto-Deleveraging, das gewinnende Shorts zwangsschlie\u00dfen kann, Depeg- und Basisrisiko bei Marktstress sowie Ausf\u00fchrungs- und Bridge-Kosten. Der Trade ist im Kern short auf Volatilit\u00e4t und Regimewechsel.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Wie hoch ist die Funding-Rendite aktuell?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Am 20. August 2026 lag der KFRI f\u00fcr Bitcoin-Perps bei 1,72 Prozent annualisiert, also nur mild positiv trotz eines Kurssprungs von 5,78 Prozent. Im August schwankte der Wert stark, von minus 2,63 bis plus 3,31 Prozent. Auf einzelnen on-chain-B\u00f6rsen wie Hyperliquid lag das Bitcoin-Funding 2026 laut BitMEX zeitweise bei rund 14,6 Prozent.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>D\u00fcrfen Anleger in \u00d6sterreich Krypto-Perpetuals mit Hebel handeln?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">\u00dcber regulierte Anbieter nur mit stark begrenztem Hebel. Die ESMA behandelt Krypto-Perps als CFD-artige Produkte und deckelt den Hebel f\u00fcr Kleinanleger auf 2:1, plus Risikohinweise und Negativsaldo-Schutz. Perpetuals fallen als Derivate unter MiFID II und das WAG 2018, beaufsichtigt von der FMA. Gewinne unterliegen dem Sondersteuersatz von 27,5 Prozent, bei Offshore-Positionen mit Deklarationspflicht.<\/p><script type=\"application\/ld+json\">{\"@context\":\"https:\/\/schema.org\",\"@type\":\"FAQPage\",\"mainEntity\":[{\"@type\":\"Question\",\"name\":\"Was ist Funding-Arbitrage einfach erkl\u00e4rt?\",\"acceptedAnswer\":{\"@type\":\"Answer\",\"text\":\"Funding-Arbitrage bedeutet, den Basiswert zu halten und den Perpetual in gleicher H\u00f6he zu shorten, sodass das Kursrisiko verschwindet. \u00dcbrig bleibt der Funding-Zins plus die Basis. 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