{"id":263,"date":"2026-08-21T20:48:48","date_gmt":"2026-08-21T20:48:48","guid":{"rendered":"https:\/\/hoge.gg\/at\/krypto-zinskurve-futures-basis-fed-2026\/"},"modified":"2026-08-21T20:48:48","modified_gmt":"2026-08-21T20:48:48","slug":"krypto-zinskurve-futures-basis-fed-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hoge.gg\/at\/krypto-zinskurve-futures-basis-fed-2026\/","title":{"rendered":"Die Zinskurve der Kryptowelt: die Futures-Basis vor der Fed"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Als Bitcoin in der Nacht auf den 21. August 2026 um fast sieben Prozent nach oben sprang und wieder klar \u00fcber 60.000 Euro notierte (rund 72.500 US-Dollar bei einem Eurokurs von etwa 1,168 Dollar, laut <a href='https:\/\/www.coingecko.com\/en\/coins\/bitcoin\/eur'>CoinGecko<\/a>), war die erste Frage in den Wiener Trading-Gruppen nicht &bdquo;wie weit noch?&ldquo;. Sie war technischer: Zieht die Basis wieder an? Wer so fragt, hat den wichtigsten Wandel dieses Krypto-Jahres verstanden. Die Futures-Basis ist 2026 keine Randnotiz f\u00fcr Derivate-Nerds mehr, sondern jener Preis, an dem sich alles andere ausrichtet und den kaum jemand einen Preis nennt: der Zins.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">HOGE Wire hat die Basis heuer schon aus mehreren Blickwinkeln beschrieben: als Stimmungsthermometer, als Mechanik des Cash-and-Carry-Trades, als eingebrochene Rendite und als (bestenfalls gleichlaufendes) Signal. Dieser Beitrag legt eine andere Linse an. Zusammen mit der Funding Rate der Perpetual-Kontrakte bildet die Basis eine vollst\u00e4ndige Zinsstruktur, eine Kurve \u00fcber verschiedene Laufzeiten. Anders gesagt: Krypto hat eine Zinskurve. Und 2026 tat diese Kurve etwas, das sie in dieser Breite noch nie getan hatte. Sie fiel unter den risikofreien Zins der Fiat-Welt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Das klingt akademisch, hat aber handfeste Folgen. Es erkl\u00e4rt, warum der einst so lukrative Basis-Trade zusammenbrach, warum der gr\u00f6\u00dfte darauf gebaute Stablecoin sein Gesch\u00e4ftsmodell umbaute und warum Krypto-Anleger heuer gebannt nach Wyoming schauen, wo die US-Notenbank Ende August zum Symposium in Jackson Hole l\u00e4dt. Der Reihe nach.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Die Futures-Basis in einem Satz<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Basis ist die Differenz zwischen dem Preis eines Futures-Kontrakts und dem Kassakurs (Spot) desselben Verm\u00f6genswerts. Kostet ein Bitcoin am Spotmarkt 62.000 Euro und der in drei Monaten f\u00e4llige Future 63.000 Euro, betr\u00e4gt die Basis 1.000 Euro oder rund 1,6 Prozent. Weil Zinsen \u00fcblicherweise pro Jahr angegeben werden, rechnet man die Basis hoch: annualisierte Basis gleich relative Basis mal 365 geteilt durch die Restlaufzeit in Tagen. Aus 1,6 Prozent auf drei Monate werden so grob 6,5 Prozent pro Jahr.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Liegt der Future \u00fcber dem Spot, spricht man von Contango; das ist der Normalzustand in einem optimistischen, von gehebelter Nachfrage getriebenen Markt. Liegt der Future unter dem Spot, herrscht Backwardation, ein Zeichen von Stress, Zwangsverk\u00e4ufen oder Absicherungsdruck. Bei Perpetual Futures, die nie f\u00e4llig werden, \u00fcbernimmt die Funding Rate diese Rolle: Sie ist die Basis der Perps. Positives Funding bedeutet Contango, negatives Backwardation. Deribit deckelt das Funding f\u00fcr Bitcoin bei plus\/minus 0,5 Prozent je Achtstundenperiode. Die genaue Mechanik von Contango und Backwardation ist ein Thema f\u00fcr sich; hier geht es um die n\u00e4chste Ebene.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Denn eine einzelne Basiszahl sagt wenig. Interessant wird es, wenn man mehrere Laufzeiten nebeneinanderlegt: das Funding der Perps f\u00fcr heute, den Monats-Future, den Quartals-Future, den \u00fcbern\u00e4chsten Quartals-Future. Genau daraus entsteht eine Kurve.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Von der Kennzahl zur Zinskurve<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Wer je eine Anleihen-Renditekurve gesehen hat, kennt das Bild: Auf der waagrechten Achse die Laufzeit, auf der senkrechten die Rendite. Kurzl\u00e4ufer links, Langl\u00e4ufer rechts, dazwischen eine Kurve, deren Steigung verr\u00e4t, was der Markt \u00fcber Wachstum, Inflation und Zinsen denkt. Genau dieses Bild l\u00e4sst sich auf Krypto \u00fcbertragen, und das ist der Schl\u00fcssel zum Verst\u00e4ndnis der Basis 2026.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Das vordere Ende der Kurve ist die Funding Rate der Perpetual Futures. Sie wird alle acht Stunden abgerechnet und funktioniert wie ein Tagesgeldzins: Wer long ist und das Funding zahlt, borgt sich faktisch Kapital, um eine gehebelte Position zu halten. Wer das Funding kassiert, verleiht es. Die annualisierte Funding Rate ist damit das Krypto-Pendant zum Overnight-Satz, also zu jenem Zins, den Notenbanken direkt steuern. Wer genauer wissen will, wer dieses Funding am Ende einstreift und wer es zahlt, findet die Details in unserer Analyse zur <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/carry-maschine-perp-funding-arbitrage-2026\/'>Carry-Maschine hinter dem Perp-Funding<\/a>.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Dann kommen die datierten Futures: der Monats-Kontrakt, der n\u00e4chste Quartals-Kontrakt (M\u00e4rz, Juni, September, Dezember bei der CME), der \u00fcbern\u00e4chste. Ihre annualisierte Basis ist der Terminzins auf einen, drei oder sechs Monate. Stapelt man Funding und datierte Basiswerte \u00fcbereinander, erh\u00e4lt man eine echte Zinsstruktur. In einem ruhigen, leicht optimistischen Markt steigt sie sanft an: Je l\u00e4nger die Laufzeit, desto h\u00f6her die annualisierte Pr\u00e4mie, weil l\u00e4nger gehebeltes Kapital gebunden und mehr Unsicherheit \u00fcberbr\u00fcckt werden muss. Das ist die normale, aufw\u00e4rts geneigte Krypto-Zinskurve.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Punkt auf der Kurve<\/th><th>Instrument<\/th><th>TradFi-Pendant<\/th><th>Vorzeichen und Signal<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Vorderes Ende<\/td><td>Perpetual Funding (alle 8h)<\/td><td>Tagesgeld \/ Overnight-Zins<\/td><td>positiv = Contango, negativ = Backwardation<\/td><\/tr><tr><td>1 Monat<\/td><td>Monats-Future minus Spot<\/td><td>kurzer Geldmarktsatz<\/td><td>Steilheit misst kurzfristige Hebelnachfrage<\/td><\/tr><tr><td>3 Monate<\/td><td>Quartals-Future minus Spot<\/td><td>3-Monats-Zins (T-Bill-Pendant)<\/td><td>zentrale Referenz f\u00fcr den Cash-and-Carry-Trade<\/td><\/tr><tr><td>6 Monate<\/td><td>ferner Quartals-Future<\/td><td>l\u00e4ngerer Terminzins<\/td><td>Erwartung \u00fcber mittelfristige Positionierung<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><figcaption class='wp-block-table__figcaption'>Die Krypto-Zinskurve: vom Overnight-Funding bis zum halbj\u00e4hrigen Terminzins. Schematische Darstellung der Struktur, nicht der aktuellen Niveaus.<\/figcaption><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">Der entscheidende Gedanke: Diese Kurve ist keine Metapher. Sie besteht aus real handelbaren Preisen, aus denen sich ein tats\u00e4chlicher Zins ablesen l\u00e4sst. Und wie jede Zinskurve kann sie flach werden, sich versteilern oder sich sogar umkehren.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Wie man die Krypto-Zinskurve liest<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Steigung der Kurve ist ein direktes Ma\u00df f\u00fcr die Hebelnachfrage. Wenn Anleger optimistisch sind und \u00fcber Futures oder Perps auf steigende Kurse setzen, treiben sie die Terminpreise \u00fcber den Spot: Die Kurve versteilert sich, die annualisierte Basis steigt. CF Benchmarks hat diesen Zusammenhang quantifiziert. In Phasen extremer Gier, wenn der Fear-and-Greed-Index \u00fcber 0,75 liegt, erreichen die Contango-Pr\u00e4mien laut der Analyse <a href='https:\/\/www.cfbenchmarks.com\/blog\/revisiting-the-bitcoin-basis-how-momentum-sentiment-impact-the-structural-drivers-of-basis-activity'>&bdquo;Revisiting the Bitcoin Basis&ldquo;<\/a> von Mark Pilipczuk regelm\u00e4\u00dfig 15 bis 30 Prozent annualisiert.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Genau deshalb ist Vorsicht geboten, wenn jemand die Basis als Prognoseinstrument verkauft. Pilipczuks Befund ist eindeutig: Die Basis ist ein gleichlaufender, kein vorlaufender Indikator. Sie korreliert mit dem MACD-Z-Score bei 0,50 und mit dem 90-Tage-Z-Score der 30-Tage-Rendite bei 0,54, und Verschiebungen im Momentum gehen einer Verengung der Basis meist um einige Handelstage voraus, nicht umgekehrt. Die Kurve reagiert auf den Markt, sie sagt ihn nicht voraus. Seit dem Start der Spot-Bitcoin-ETFs ist das offene Interesse an Bitcoin-Futures um bis zu 83 Prozent gestiegen; allein bei der CME kletterte es von rund 30.000 Kontrakten Anfang J\u00e4nner 2024 auf einen Rekord nahe 45.000 Ende November 2024. Mehr Kapital an der Kurve hei\u00dft: Ihre Signale sind zwar liquider und sauberer, aber nicht pl\u00f6tzlich prophetisch.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Am kurzen Ende zieht das Funding sofort an, wenn ein Rallye-Tag wie der 21. August die Perp-Longs anlockt. Am langen Ende dauert es l\u00e4nger, bis sich die datierte Basis anpasst, weil dort geduldigeres Kapital sitzt. Und ganz am Ende jeder Laufzeit erzwingt die Konvergenz ihren Tribut: Am Verfallstag muss der Future auf den Referenzkurs des Spot fallen, sonst g\u00e4be es risikolosen Gewinn. Wie dieser Referenzkurs zustande kommt und wer ihn bestimmt, ist eine eigene Frage; f\u00fcr die Zinskurve gilt: Die Konvergenz ist der Anker, der den ganzen Cash-and-Carry-Trade \u00fcberhaupt m\u00f6glich macht.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Wenn sich die Kurve umkehrt: Backwardation als Warnsignal<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Am Anleihenmarkt gilt eine invertierte Zinskurve, bei der kurzfristige S\u00e4tze \u00fcber den langfristigen liegen, als klassischer Vorbote einer Rezession. Die Krypto-Zinskurve hat ein direktes Gegenst\u00fcck: die Backwardation. F\u00e4llt der Future unter den Spot, wird die annualisierte Basis negativ, die Kurve kippt ins Minus. Das geschieht nicht in ruhigen Phasen, sondern in Momenten akuter Entschuldung, wenn gehebelte Long-Positionen liquidiert werden, Absicherer massiv Futures verkaufen und niemand mehr bereit ist, f\u00fcr Terminexposure eine Pr\u00e4mie zu zahlen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Februar 2025 lieferte ein Lehrst\u00fcck. Damals rutschte die annualisierte CME-Basis unter null, ein seltenes Ereignis, das den Stress im Markt pr\u00e4ziser abbildete als jede Schlagzeile. Anders als am Anleihenmarkt ist die Krypto-Backwardation aber kein Fr\u00fchindikator, sondern ein Echtzeit-Stresssignal: Sie zeigt an, was gerade passiert, nicht, was in zw\u00f6lf Monaten kommt. F\u00fcr Anleger ist die Botschaft trotzdem wertvoll. Eine tiefe, hartn\u00e4ckige Backwardation deutet auf erzwungene Verk\u00e4ufe hin, die oft in der N\u00e4he lokaler Tiefpunkte auftreten; eine steile Contango-Kurve dagegen signalisiert \u00dcbermut, der historisch h\u00e4ufig kurz vor Korrekturen steht.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Genau darin liegt der praktische Wert der Kurvenlekt\u00fcre. Wer nur auf den Kassakurs starrt, sieht den Preis; wer die Form der Zinskurve liest, sieht die Positionierung dahinter. Ein Kursanstieg bei gleichzeitig fallender Basis erz\u00e4hlt eine ganz andere Geschichte (Short-Eindeckung, wenig frischer Hebel) als ein Anstieg mit steil anziehender Basis (neue gehebelte Longs, mehr Fragilit\u00e4t).<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Der Vergleich, der 2026 alles ver\u00e4nderte<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Sobald man die Basis als Zins begreift, dr\u00e4ngt sich eine Frage auf, die den ganzen Markt umkrempelt: Wie hoch ist dieser Zins im Vergleich zu den Zinsen, die man ohne jedes Krypto-Risiko bekommt? Genau hier liegt die Geschichte des Jahres 2026. \u00dcber weite Strecken lag die annualisierte CME-Basis nur im niedrigen einstelligen Bereich, oft nahe an oder unter der Rendite kurzlaufender US-Staatsanleihen. Die folgende Tabelle stellt die Renditen nebeneinander.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Anlage \/ Kennzahl<\/th><th>Rendite p. a.<\/th><th>Quelle (Stand August 2026)<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>CME Bitcoin annualisierte Basis (3 Monate)<\/td><td>niedrige einstellige Prozent, nahe\/unter T-Bill<\/td><td><a href='https:\/\/cryptoquant.com\/asset\/btc\/chart\/derivatives\/cme-futures-annualized-basis'>CryptoQuant<\/a>, <a href='https:\/\/studio.glassnode.com\/charts\/derivatives.FuturesAnnualizedBasis3M?a=BTC'>Glassnode<\/a><\/td><\/tr><tr><td>US 3-Monats-Treasury-Bill<\/td><td>3,80 %<\/td><td><a href='https:\/\/tradingeconomics.com\/united-states\/3-month-bill-yield'>Trading Economics<\/a>, 21. Aug.<\/td><\/tr><tr><td>3-Monats-Euribor<\/td><td>2,507 %<\/td><td><a href='https:\/\/www.euribor-rates.eu\/en\/current-euribor-rates\/2\/euribor-rate-3-months\/'>euribor-rates.eu<\/a>, 20. Aug.<\/td><\/tr><tr><td>EZB-Einlagensatz<\/td><td>2,00 %<\/td><td><a href='https:\/\/www.ecb.europa.eu\/stats\/policy_and_exchange_rates\/key_ecb_interest_rates\/html\/index.en.html'>EZB<\/a><\/td><\/tr><tr><td>sUSDe (Ethena, gestakt)<\/td><td>rund 4 bis 4,5 %<\/td><td><a href='https:\/\/defillama.com\/protocol\/ethena-usde'>DefiLlama<\/a><\/td><\/tr><\/tbody><\/table><figcaption class='wp-block-table__figcaption'>Der Renditevergleich, der den Basis-Trade entwertet hat: Krypto-Carry gegen den risikofreien Fiat-Zins.<\/figcaption><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">Man muss kein Portfoliomanager sein, um die Pointe zu erkennen. Wenn eine deltaneutrale Krypto-Position nach Abzug aller Kosten weniger abwirft als ein amerikanischer T-Bill mit 3,80 Prozent, dann gibt es keinen guten Grund, das Krypto-Risiko einzugehen. Der Cash-and-Carry-Trade lebt genau von diesem Spread: Man kauft Spot (etwa \u00fcber einen ETF), verkauft einen Future in gleicher H\u00f6he und kassiert die Basis bei der Konvergenz, unabh\u00e4ngig davon, wohin der Kurs l\u00e4uft. Solange die Basis deutlich \u00fcber dem risikofreien Zins liegt, ist das lukrativ. F\u00e4llt sie darunter, ist der bequemere Trade schlicht: T-Bills kaufen und zu Hause bleiben.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Warum die Kurve unter den risikofreien Zins fiel<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Absturz der Krypto-Zinskurve war kein Zufall, sondern die Folge des eigenen Erfolgs. 2024 und 2025 warf der Basis-Trade zeitweise 15 bis 25 Prozent annualisiert ab, ein m\u00e4rchenhafter Ertrag f\u00fcr eine angeblich marktneutrale Strategie. Solche Renditen ziehen Kapital an: Hedgefonds, Handelsfirmen und tokenisierte Produkte dr\u00e4ngten an die kurze Seite der Kurve, verkauften Futures und dr\u00fcckten damit die Pr\u00e4mie. Je mehr Arbitrage-Kapital einstr\u00f6mte, desto flacher wurde die Kurve, bis von der einst fetten Basis nur noch ein d\u00fcnner Rest blieb.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Zeitpunkt<\/th><th>CME annualisierte Basis<\/th><th>Kontext<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Februar 2024<\/td><td>rund 25 %<\/td><td>Euphorie nach dem Spot-ETF-Start<\/td><\/tr><tr><td>November 2024<\/td><td>\u00fcber 20 %<\/td><td>Rallye nach der US-Wahl<\/td><\/tr><tr><td>Februar 2025<\/td><td>unter 0 %<\/td><td>seltene Backwardation<\/td><\/tr><tr><td>H1 2026<\/td><td>niedrige einstellige Prozent<\/td><td>nahe oder unter dem T-Bill<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><figcaption class='wp-block-table__figcaption'>Vom Boom zur Ersch\u00f6pfung: die Regime der CME-Basis. Werte gerundet nach CryptoQuant und CF Benchmarks.<\/figcaption><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">Als die Kurse Ende 2025 vom Rekordhoch bei 126.080 US-Dollar (107.662 Euro) am 6. Oktober zur\u00fcckkamen, verst\u00e4rkte sich der Effekt. Die gro\u00dfen ETF-Abfl\u00fcsse jener Monate wurden vielfach als Kapitulation missverstanden. Michael Marshall, Head of Research bei Amberdata, ordnete das gegen\u00fcber <a href='https:\/\/www.coindesk.com\/markets\/2025\/12\/04\/usd4b-bitcoin-etf-outflows-in-oct-nov-reflect-basis-trade-unwind-not-capitulation-research-analyst'>CoinDesk<\/a> anders ein: Die Abfl\u00fcsse seien stark auf wenige Emittenten konzentriert und an eine mechanische Aufl\u00f6sung des Basis-Trades gebunden gewesen, &bdquo;nicht an breite Anlegerangst&ldquo;. Die 30-Tage-annualisierte Basis komprimierte in jener Phase von 6,63 auf 4,46 Prozent, an 93 Prozent der Tage lag sie unter der 5-Prozent-Schwelle, ab der sich der Trade nach Kosten \u00fcberhaupt lohnt. Marshall nannte den Markt danach &bdquo;sauberer&ldquo;, weil weniger gehebeltes Kapital darin steckte.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Sauberer hei\u00dft aber auch magerer. Wenn die Basis dauerhaft unter dem T-Bill liegt, verschwindet der Anreiz, den Trade \u00fcberhaupt aufzusetzen. Kapital flie\u00dft ab, die Kurve verflacht weiter, und die Krypto-Zinskurve verliert ihre Steilheit. Das ist die Situation, in der die zweite Jahresh\u00e4lfte 2026 begann.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Als die Basis zum Stablecoin wurde: der Fall Ethena<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Es gibt kein besseres Beispiel daf\u00fcr, dass die Basis zum Zins geworden ist, als Ethena. Der synthetische Dollar USDe war im Kern nichts anderes als ein tokenisierter, deltaneutraler Basis-Trade: Das Protokoll hielt Spot-Krypto und verkaufte dagegen Perps oder Futures ab, die eingenommene Basis (Funding plus Terminpr\u00e4mie) floss als Rendite an die Halter des gestakten sUSDe. Ein Basis-Trade, verpackt als Stablecoin, den jeder in der Wallet halten konnte.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Das Produkt wurde so gro\u00df, dass es selbst zur Kraft an der Kurve wurde: Die Verk\u00e4ufe halfen mit, die Basis zu dr\u00fccken. Und als die Krypto-Zinskurve dann unter den Fiat-Zins fiel, geriet das Gesch\u00e4ftsmodell in eine Zwickm\u00fchle. Warum sollte jemand einen risikobehafteten synthetischen Dollar mit rund vier Prozent Rendite halten, wenn ein Geldmarktfonds mit US-Staatsanleihen \u00e4hnlich viel bei geringerem Risiko abwirft? Ethenas Antwort war radikal. Laut <a href='https:\/\/unchainedcrypto.com\/ethena-overhauls-usde-reserves-with-institutional-lending-and-real-world-assets\/'>Unchained<\/a> machen Perpetual Futures inzwischen nur noch rund 11 Prozent der USDe-Deckung aus. Den Rest bilden Stablecoin-Reserven, DeFi-Kredite und zunehmend reale Verm\u00f6genswerte: tokenisierte T-Bills, Investment-Grade-Unternehmensanleihen, kurzlaufende und strukturierte Kredite, dazu \u00fcberbesicherte Kreditvereinbarungen mit institutionellen Partnern wie Anchorage Digital, Maple Institutional und Coinbase Asset Management.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Basis-Trade, der Ethena gro\u00df machte, spielt in der eigenen Deckung nur noch eine Nebenrolle. Das USDe-Volumen fiel unter sechs Milliarden Dollar, der insgesamt im Protokoll gebundene Wert liegt laut <a href='https:\/\/defillama.com\/protocol\/ethena-usde'>DefiLlama<\/a> bei rund 4,3 Milliarden Dollar, die sUSDe-Rendite bei etwa vier bis viereinhalb Prozent, weit weg von den zweistelligen Werten der Boomjahre. Wenn der gr\u00f6\u00dfte Basis-Trade der Kryptowelt sich vom Basis-Trade abwendet, ist das die deutlichste denkbare Ansage, dass die Krypto-Zinskurve unter den risikofreien Zins gefallen ist.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Der Carry ist eine Risikopr\u00e4mie, kein Gratisgeld<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Warum gab es die \u00fcppige Basis \u00fcberhaupt, und warum verschwand sie nicht schon fr\u00fcher? Die gr\u00fcndlichste Antwort liefert ein Arbeitspapier der Bank f\u00fcr Internationalen Zahlungsausgleich. In <a href='https:\/\/www.bis.org\/publ\/work1087.htm'>&bdquo;Crypto carry&ldquo;<\/a> (Working Paper Nr. 1087) zeigen Maik Schmeling, Andreas Schrimpf und Karamfil Todorov, dass der Krypto-Carry im Schnitt \u00fcber zehn Prozent pro Jahr betrug und zeitweise mehr als 40 Prozent erreichte, deutlich mehr als bei klassischen Anlageklassen. Getrieben wird er von zwei Kr\u00e4ften: der Nachfrage kleiner, trendfolgender Anleger nach gehebeltem Long-Exposure in Boomphasen und den Grenzen des Arbitrage-Kapitals, das wegen Margin- und Regulierungsfriktionen nicht schnell genug einstr\u00f6mt, um die L\u00fccke zu schlie\u00dfen. Zinsdifferenzen zwischen W\u00e4hrungen erkl\u00e4ren dagegen fast nichts an der Schwankung.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der entscheidende Satz f\u00fcr Anleger lautet: Der Carry ist eine Risikopr\u00e4mie, keine Gratislunch. Die Autoren finden, dass ein hoher Carry k\u00fcnftige Kurseinbr\u00fcche vorhersagt und mit steigenden Preisen f\u00fcr Crash-Absicherung einhergeht. Wer die fette Basis 2024 kassierte, wurde nicht f\u00fcr nichts bezahlt, sondern f\u00fcr das Risiko, dass genau diese Positionen in einem Stressmoment gef\u00e4hrlich werden. Das zeigte sich schon 2022, als vermeintlich &bdquo;risikofreie&ldquo; deltaneutrale Konstruktionen bei B\u00f6rsenpleiten und pl\u00f6tzlicher Backwardation ins Straucheln gerieten.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Dazu kommt die n\u00fcchterne Rechnung nach Kosten. Die annualisierte Bruttobasis ist nicht das, was am Ende \u00fcbrig bleibt. Handelsgeb\u00fchren, die Finanzierung der Spot-Seite, Slippage beim Rollen der Kontrakte, Margin-Anforderungen und das Risiko eines Nachschusses fressen den Ertrag an. F\u00fcr Privatanleger ist der Netto-Carry oft nur ein Bruchteil der Bruttozahl, w\u00e4hrend gro\u00dfe Adressen mit besseren Konditionen mehr davon behalten. Wer sehen will, wie sich diese Rechnung am kurzen Ende der Kurve entfaltet und warum das Funding erst jetzt zum ernst genommenen Zinssatz wird, findet die Einordnung in unserem Beitrag dazu, wie <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/funding-perp-zins-wall-street-regulierung-2026\/'>der Perp-Zins die Wall Street erreicht<\/a>.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Wer die Kurve wirklich bewegt<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Form der Krypto-Zinskurve h\u00e4ngt davon ab, wer gerade der Grenzk\u00e4ufer und der Grenzverk\u00e4ufer ist. 2026 hat sich diese Zusammensetzung sp\u00fcrbar verschoben. Der <a href='https:\/\/coinshares.com\/insights\/research-data\/bitcoin-13f-q1-2026-report\/'>Bitcoin-13F-Bericht von CoinShares<\/a> f\u00fcr das erste Quartal zeigt: Hedgefonds reduzierten ihr ETF-Engagement um rund 31.400 BTC, ein Minus von 39 Prozent gegen\u00fcber dem Vorquartal, ausdr\u00fccklich begr\u00fcndet mit negativem Funding und der Aufl\u00f6sung des Basis-Trades. Banken hingegen stockten auf: Sie steigerten ihre Best\u00e4nde auf 15.200 BTC, mehr als eine Verdopplung und ein Plus von 339 Prozent im Jahresvergleich; JPMorgan legte rund 3.000 BTC zu, Wells Fargo etwa 4.000 BTC.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Rotation erkl\u00e4rt viel \u00fcber die flache Kurve. Die gehebelten, carry-hungrigen Akteure, die die Pr\u00e4mie 2024 hochtrieben, ziehen sich zur\u00fcck, w\u00e4hrend geduldigere, weniger auf den Carry angewiesene Adressen dazukommen. Damit verschwindet ein Teil jener Nachfrage nach Long-Hebel, die die Kurve steil hielt. Wer genauer wissen will, welche Institutionen sich hinter den Milliardenstr\u00f6men der ETFs verbergen und was ihre Kaufentscheidungen f\u00fcr den Kurs bedeuten, findet die Recherche dazu, <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/krypto-etf-fluesse-wer-kauft-milliarden-2026\/'>wer wirklich hinter den ETF-Milliarden steckt<\/a>.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Wichtig ist die Konsequenz f\u00fcr das Signal: Wenn die Basis prim\u00e4r von der Positionierung institutioneller Adressen und weniger von der Euphorie des Kleinanlegers getrieben wird, ver\u00e4ndert sich auch, was eine flache oder steile Kurve aussagt. Ein niedriger Carry bedeutet 2026 nicht automatisch Angst, sondern oft nur, dass die einfachen Arbitrage-Gewinne abgegrast sind.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Die Fed ist der Zinsgeber der Kryptowelt<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Sobald die Krypto-Zinskurve mit dem T-Bill konkurriert, wird die US-Notenbank zur ma\u00dfgeblichen Gr\u00f6\u00dfe, auch f\u00fcr Menschen, die nie eine Staatsanleihe kaufen w\u00fcrden. Der Grund ist einfach: Der risikofreie Zins ist die H\u00fcrde, \u00fcber die der Krypto-Carry springen muss, um attraktiv zu sein. Solange die Fed den Leitzins hoch h\u00e4lt und Dreimonats-T-Bills 3,80 Prozent abwerfen, steht die Latte hoch und die flache Krypto-Kurve sieht schwach aus. Sinkt der Fiat-Zins, sinkt die Latte, und derselbe Carry erscheint pl\u00f6tzlich wieder lohnend.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Deshalb blickt der Markt heuer so genau nach Wyoming. Vom 27. bis 29. August l\u00e4dt die Federal Reserve Bank of Kansas City zum <a href='https:\/\/www.kansascityfed.org\/research\/jackson-hole-economic-symposium\/'>Jackson-Hole-Symposium<\/a>, und das Thema k\u00f6nnte f\u00fcr Krypto kaum passender sein: &bdquo;Financial Innovation: Implications for Payments and Policy&ldquo;. Es ist zugleich der gro\u00dfe Auftritt von Kevin Warsh, der Jerome Powell im Mai 2026 als Fed-Vorsitzender abl\u00f6ste; seine erste Grundsatzrede als Notenbankchef ist f\u00fcr den Vormittag des 28. August angesetzt. Was Warshs Deb\u00fct f\u00fcr Bitcoin bedeuten k\u00f6nnte, haben wir gesondert beleuchtet, in der Vorschau auf <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/jackson-hole-warsh-debut-bitcoin-2026\/'>Jackson Hole und den Bitcoin-Test<\/a>.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Wenige Wochen sp\u00e4ter, am 15. und 16. September, folgt die n\u00e4chste Sitzung des <a href='https:\/\/www.federalreserve.gov\/monetarypolicy\/fomccalendars.htm'>Offenmarktausschusses<\/a> samt aktualisierter Zinsprojektionen. F\u00fcr die Krypto-Zinskurve sind beide Termine Schl\u00fcsselereignisse. Nicht, weil die Fed die Basis direkt steuert, sondern weil sie den Zins setzt, gegen den die Basis gemessen wird. Ein weiterer Kanal l\u00e4uft \u00fcber den Dollar: Verschiebt sich der Zinsausblick, bewegt sich der Dollarindex, und der wiederum h\u00e4ngt mit Bitcoin zusammen, mal gleichl\u00e4ufig, mal gegenl\u00e4ufig, wie wir im Beitrag zum <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/dollar-smile-dxy-bitcoin-regime-2026\/'>Dollar-L\u00e4cheln zwischen DXY und Bitcoin<\/a> beschrieben haben.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Was ein Zinsschritt f\u00fcr die Basis bedeuten w\u00fcrde<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Denkt man das Zusammenspiel zu Ende, ergeben sich zwei gegenl\u00e4ufige Kr\u00e4fte, die man an der Kurve beobachten kann. Erstens der Bewertungskanal: Senkt die Fed die Zinsen, f\u00e4llt die risikofreie Rendite, und der bestehende Krypto-Carry wird relativ attraktiver. Arbitrage-Kapital, das sich in die Sicherheit der T-Bills gefl\u00fcchtet hat, k\u00f6nnte zur\u00fcckkehren, die Nachfrage nach der kurzen Seite des Trades wieder steigen und die Kurve sich versteilern. In diesem Szenario w\u00e4re ein Zinssenkungszyklus mittelfristig gut f\u00fcr die Basis.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Zweitens der Momentum-Kanal, und der wirkt schneller. Weil die Basis gleichlaufend mit dem Kursmomentum ist, treibt ein kr\u00e4ftiger Kursanstieg die Kurve unmittelbar nach oben, unabh\u00e4ngig davon, was die Fed tut. Genau das lie\u00df sich Mitte August beobachten: Ein Sprung von fast sieben Prozent binnen eines Tages ist die Art Bewegung, die das Funding sofort ins Positive zieht und die datierte Basis wieder Richtung der 5-Prozent-Schwelle schiebt. Wer die Kurve liest, sieht dann zwei Dinge zugleich: die kurzfristige, momentumgetriebene Versteilerung und die langsamere, zinsgetriebene Frage, ob sie diesmal Bestand hat.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die ehrliche Antwort lautet: Beides kann sich \u00fcberlagern und auch widersprechen. Eine rein rallygetriebene Steilheit ohne fallende Fiat-Zinsen ist fragil, weil sie verschwindet, sobald das Momentum dreht. Eine zins- und rallygetriebene Steilheit zugleich w\u00e4re dagegen das erste Signal, dass die Krypto-Zinskurve ihren Tiefpunkt hinter sich hat. Deshalb sind die Wochen um Jackson Hole und die September-Sitzung so aufschlussreich.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Marktstruktur 2026: eine sauberere Kurve<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Ein technischer, oft \u00fcbersehener Punkt: Die Krypto-Zinskurve ist 2026 nicht nur flacher, sondern auch besser ablesbar geworden. Bis vor Kurzem klaffte am Wochenende eine L\u00fccke, weil traditionelle regulierte Handelspl\u00e4tze pausierten, w\u00e4hrend der Spotmarkt weiterlief. Diese L\u00fccke verzerrte die Basis regelm\u00e4\u00dfig. Seit dem 29. Mai 2026 handelt die CME ihre Krypto-Futures und -Optionen rund um die Uhr, mit nur einem zweist\u00fcndigen w\u00f6chentlichen Wartungsfenster. Tim McCourt von der CME begr\u00fcndete den Schritt in einer <a href='https:\/\/www.cmegroup.com\/media-room\/press-releases\/2026\/6\/01\/cme_group_announceslaunchof247cryptocurrencyfuturesandoptionstra.html'>Mitteilung<\/a> damit, man wolle die Kluft zwischen regulierten Pl\u00e4tzen und der 24\/7-Natur der Kryptowelt schlie\u00dfen und durchgehende Liquidit\u00e4t \u00fcber das Wochenende bieten.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Am selben Tag setzte die US-Terminaufsicht CFTC einen zweiten Meilenstein. Sie genehmigte den BTCPERP-Kontrakt von KalshiEX, den ersten in den USA regulierten Bitcoin-Perpetual-Future (<a href='https:\/\/www.cftc.gov\/PressRoom\/PressReleases\/9240-26'>Pressemitteilung 9240-26<\/a>). CFTC-Chef Mike Selig nannte den Schritt gegen\u00fcber <a href='https:\/\/www.coindesk.com\/policy\/2026\/05\/28\/u-s-cftc-opens-crypto-perp-door-with-approval-of-first-regulated-firm'>CoinDesk<\/a> &bdquo;einen gro\u00dfen Fortschritt&ldquo;, der Amerika als Krypto-Standort festige, und beschrieb Perps als &bdquo;grundlegendes Instrument f\u00fcr Risikomanagement und Preisfindung&ldquo;, wobei die Beh\u00f6rde \u00fcberm\u00e4\u00dfigen Hebel, Volatilit\u00e4t und Systemrisiko begrenzen wolle. F\u00fcr die Kurve hei\u00dft das: Das vordere Ende, das Funding, wandert in einen regulierten, transparenteren Rahmen, und die gesamte Zinsstruktur wird verl\u00e4sslicher, weil weniger Wochenend- und Plattformverzerrungen hineinspielen.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Was das f\u00fcr Anleger in \u00d6sterreich hei\u00dft<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr heimische Anlegerinnen und Anleger ist zuerst die regulatorische Landkarte wichtig. Krypto-Derivate, also Futures und Perpetuals, sind Finanzinstrumente im Sinne der MiFID II und fallen damit unter die Aufsicht der Finanzmarktaufsicht (<a href='https:\/\/www.fma.gv.at\/geldanlage\/welche-krypto-assets-sind-reguliert-und-welche-nicht\/'>FMA<\/a>), nicht unter MiCA. Die europ\u00e4ische Krypto-Verordnung MiCA regelt Spot-Krypto und Dienstleister (CASPs), aber ausdr\u00fccklich nicht die Derivate darauf. Die verk\u00fcrzte MiCA-\u00dcbergangsfrist ist in \u00d6sterreich mit 1. Juli 2026 ausgelaufen; f\u00fcr die Zinskurve selbst \u00e4ndert das nichts, wohl aber f\u00fcr die Frage, welche Plattform welche Produkte legal anbieten darf.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Zweitens der Hebel. Die europ\u00e4ische Wertpapieraufsicht ESMA stufte Krypto-Perpetuals im Februar 2026 als Differenzkontrakte (CFDs) ein, womit f\u00fcr Privatkunden die bekannte Hebelobergrenze von 2:1 gilt. Wer die Basis als Zins verstehen und \u00fcber einen deltaneutralen Trade einfangen will, muss also mit begrenztem Hebel, realen Finanzierungskosten und dem Risiko eines Nachschusses rechnen; die attraktiv klingende Bruttobasis schrumpft nach diesen Abz\u00fcgen rasch. F\u00fcr die meisten Privatanleger ist die Krypto-Zinskurve daher kein Renditewerkzeug, sondern ein Diagnoseinstrument.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Drittens die Steuer. Gewinne aus Krypto fallen in \u00d6sterreich unter den Sondersteuersatz von 27,5 Prozent nach Paragraf 27a EStG, und inl\u00e4ndische Plattformen behalten die Kapitalertragsteuer seit 1. J\u00e4nner 2024 automatisch ein. Bei Derivaten kann die steuerliche Behandlung abweichen; im Zweifel lohnt der Blick auf die konkrete Produktausgestaltung und eine fachliche Beratung. Praktisch bleibt f\u00fcr die meisten der n\u00fcchterne Schluss: Die Kurve lesen, ja; sie mit gehebeltem Kapital abernten, nur mit offenen Augen f\u00fcr die Kosten.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Fazit: die Kurve als Kompass<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Futures-Basis war lange ein Stimmungsthermometer, ein Nebenschauplatz f\u00fcr Derivate-Spezialisten. 2026 ist sie zu etwas Grundlegenderem geworden: zur Zinskurve der Kryptowelt, einer echten Zinsstruktur vom Overnight-Funding bis zum halbj\u00e4hrigen Terminzins. Und diese Kurve wird nicht l\u00e4nger nur an der Gier des Marktes gemessen, sondern am risikofreien Zins der Fiat-Welt, den die Fed setzt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Das ist die eigentliche Reifepr\u00fcfung dieses Zyklus. Als die Kurve unter den T-Bill fiel, verschwand nicht der Markt, sondern nur die leichte Rendite; der gr\u00f6\u00dfte Basis-Stablecoin baute sich zum RWA-Vehikel um, Hedgefonds zogen sich zur\u00fcck, Banken r\u00fcckten nach. Ob die Kurve ihren Boden gefunden hat, entscheidet sich weniger an der n\u00e4chsten Rallye als an der n\u00e4chsten Zinsentscheidung. Wer die Krypto-Zinskurve neben die Rede aus Jackson Hole und den September-Beschluss der Fed legt, h\u00e4lt 2026 den besten verf\u00fcgbaren Kompass f\u00fcr die Frage in der Hand, ob der Carry zur\u00fcckkommt. Die Basis ist eben nicht mehr nur ein Thermometer. Sie ist ein Zins, und Zinsen macht die Notenbank.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>H\u00e4ufig gestellte Fragen<\/h2><h3 class='wp-block-heading'>Was ist die Futures-Basis bei Bitcoin?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Futures-Basis ist die Differenz zwischen dem Preis eines Bitcoin-Futures und dem Kassakurs (Spot). Rechnet man sie auf ein Jahr hoch, entsteht die annualisierte Basis, die man als Zins lesen kann. Liegt der Future \u00fcber dem Spot, herrscht Contango (positive Basis, optimistischer Markt); liegt er darunter, Backwardation (negative Basis, Stress). Bei Perpetual Futures \u00fcbernimmt die Funding Rate diese Rolle.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Warum ist die Krypto-Basis 2026 so niedrig?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Weil zu viel Arbitrage-Kapital denselben Cash-and-Carry-Trade aufsetzte und die Pr\u00e4mie wegkonkurrierte, und weil die Kurse vom Rekordhoch zur\u00fcckkamen. Die annualisierte CME-Basis rutschte dadurch in den niedrigen einstelligen Bereich, oft unter die Rendite von US-Staatsanleihen. Wenn ein deltaneutraler Krypto-Trade weniger abwirft als ein T-Bill mit 3,80 Prozent, lohnt sich das Krypto-Risiko nicht mehr, und Kapital flie\u00dft ab.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Ist der Bitcoin-Basis-Trade risikofrei?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Nein. Der Carry ist eine Risikopr\u00e4mie, kein Gratisgeld. Ein BIS-Arbeitspapier zeigt, dass ein hoher Krypto-Carry k\u00fcnftige Kurseinbr\u00fcche vorhersagt. Dazu kommen Kosten wie Geb\u00fchren, Finanzierung der Spot-Seite, Slippage und Nachschussrisiko, die den Bruttoertrag deutlich schm\u00e4lern. In Stressphasen k\u00f6nnen deltaneutrale Konstruktionen zudem gef\u00e4hrlich werden, wie schon 2022 zu sehen war.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Was hat die Fed mit der Futures-Basis zu tun?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Die US-Notenbank setzt den risikofreien Zins, an dem der Krypto-Carry gemessen wird. Ist der Leitzins hoch, ist die H\u00fcrde hoch und die flache Basis wenig attraktiv; sinkt der Zins, wird derselbe Carry relativ lohnender, und Arbitrage-Kapital kann zur\u00fcckkehren. Deshalb sind das Jackson-Hole-Symposium (27. bis 29. August 2026) und die FOMC-Sitzung (15. bis 16. September) Schl\u00fcsseltermine f\u00fcr die Krypto-Zinskurve.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Wie werden Krypto-Futures in \u00d6sterreich reguliert?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Krypto-Derivate wie Futures und Perpetuals sind Finanzinstrumente unter der MiFID II und werden von der FMA beaufsichtigt, nicht unter MiCA, das nur Spot-Krypto und Dienstleister abdeckt. Die ESMA stuft Krypto-Perpetuals als CFDs ein, weshalb f\u00fcr Privatkunden eine Hebelobergrenze von 2:1 gilt. Gewinne unterliegen dem Sondersteuersatz von 27,5 Prozent; die Behandlung von Derivaten kann im Detail abweichen.<\/p><script type='application\/ld+json'>{\"@context\":\"https:\/\/schema.org\",\"@type\":\"FAQPage\",\"mainEntity\":[{\"@type\":\"Question\",\"name\":\"Was ist die Futures-Basis bei Bitcoin?\",\"acceptedAnswer\":{\"@type\":\"Answer\",\"text\":\"Die Futures-Basis ist die Differenz zwischen dem Preis eines Bitcoin-Futures und dem Kassakurs (Spot). 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