{"id":293,"date":"2026-08-26T20:48:52","date_gmt":"2026-08-26T20:48:52","guid":{"rendered":"https:\/\/hoge.gg\/at\/bitcoin-boersenfluesse-netflow-stimmungssignal-2026\/"},"modified":"2026-08-26T20:48:52","modified_gmt":"2026-08-26T20:48:52","slug":"bitcoin-boersenfluesse-netflow-stimmungssignal-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hoge.gg\/at\/bitcoin-boersenfluesse-netflow-stimmungssignal-2026\/","title":{"rendered":"Das andere Volumen: was Bitcoins B\u00f6rsenfl\u00fcsse verraten"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Ende August 2026 kostet ein Bitcoin rund <a href='https:\/\/www.coingecko.com\/en\/coins\/bitcoin\/eur'>67.138 Euro<\/a>, umgerechnet etwa <a href='https:\/\/fortune.com\/article\/price-of-bitcoin-08-26-2026\/'>78.745 Dollar<\/a>. Der Kurs hat gerade eine Erholung hinter sich: Am 20. August schob er sich \u00fcber 72.000 Dollar, angetrieben von einem Short Squeeze, der an einem einzigen Tag Positionen im Wert von 2,75 Milliarden Dollar aus dem Markt fegte, und von einem Handelsvolumen, das sich laut Paul Howard vom Market-Making-Haus Wincent gegen\u00fcber dem Jahrestief verf\u00fcnffachte. So <a href='https:\/\/www.theblock.co\/news\/markets\/2026-08-20-bitcoins-rally-pushes-past-72000-analysts-see-demand-beyond-historic-short-squeeze-412337'>berichtet es The Block<\/a>.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Das ist die vertraute Erz\u00e4hlung: Preis rauf, Volumen rauf. Doch das gemeldete Handelsvolumen sagt nur, wie oft Coins den Besitzer wechselten, nicht, ob diese Coins auf die B\u00f6rse kamen, um verkauft zu werden, oder sie verlie\u00dfen, um gehalten zu werden. Genau darum geht es beim anderen Volumen: nicht um die Trades im Orderbuch, sondern um die Bitcoin, die tats\u00e4chlich in die Wallets der B\u00f6rsen hineinflie\u00dfen und wieder hinaus.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">In dieser Serie haben wir seziert, wie das Spot-Volumen 2026 einbrach, wer das Volumen \u00fcberhaupt macht und wie aus Handelsvolumen ein Referenzpreis wird. Diesmal geht es um die Gegenrichtung: um Netflows, B\u00f6rsenreserven, das Trockenpulver der Stablecoins und die Cumulative Volume Delta. Zusammen bilden sie einen Stimmungsmesser, den Analysten On-Chain-Fl\u00fcsse nennen. Er ist m\u00e4chtig, und er t\u00e4uscht \u00f6fter, als seine lautesten Fans zugeben.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Zwei Bedeutungen von Volumen<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn eine B\u00f6rse meldet, an einem Tag seien Bitcoin im Wert von 30 Milliarden Euro gehandelt worden, dann ist das die Summe aller Kauf- und Verkaufsausf\u00fchrungen im Orderbuch. Dieselbe M\u00fcnze kann dabei hundertmal die Hand wechseln, ein algorithmischer Bot kann sie im Sekundentakt hin und her schieben, und ein Teil davon ist bei manchen Plattformen schlicht Wash Trading. Handelsvolumen misst Aktivit\u00e4t, nicht Besitzverschiebung.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Flussvolumen ist etwas anderes. Es misst, wie viele Bitcoin on-chain, also auf der Blockchain selbst, auf die Einzahlungsadressen einer B\u00f6rse wandern oder von dort abgehoben werden. Ein Tag kann Rekord-Handelsvolumen drucken, w\u00e4hrend kaum ein Coin die B\u00f6rse betritt oder verl\u00e4sst, weil nur bestehende Guthaben durchgemischt werden. Umgekehrt kann eine ruhige Kursanzeige eine riesige stille Abhebung verbergen. Die beiden Kennzahlen stammen aus verschiedenen Quellen und erz\u00e4hlen verschiedene Geschichten.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Unterscheidung ist mehr als akademisch. Ein Gro\u00dfteil der Debatte \u00fcber Krypto-Handelsvolumen dreht sich um dessen Echtheit, um Wash Trading und aufgebl\u00e4hte Ranglisten. Flussdaten sind dagegen schwerer zu f\u00e4lschen, weil jede Bewegung on-chain eine Spur hinterl\u00e4sst, die jeder nachrechnen kann. Sie sind nicht immun gegen Fehlinterpretation, wie dieser Text zeigt, aber die Rohdaten selbst liegen offen. Wer also dem gemeldeten Handelsvolumen misstraut, findet in den Fl\u00fcssen eine zweite, unabh\u00e4ngige Perspektive auf dasselbe Geschehen.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Merkmal<\/th><th>Handelsvolumen<\/th><th>Flussvolumen (Netflow, Reserven)<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Was es misst<\/td><td>gehandelte Menge im Orderbuch<\/td><td>Coins, die on-chain rein und raus wandern<\/td><\/tr><tr><td>Datenquelle<\/td><td>B\u00f6rsen-API, Trade-Feeds<\/td><td>Blockchain plus Adress-Labels<\/td><\/tr><tr><td>Verzerrbar durch<\/td><td>Wash Trading, Bots<\/td><td>interne Umbuchungen, Fehl-Labels<\/td><\/tr><tr><td>Typisches Signal<\/td><td>Liquidit\u00e4t, Interesse<\/td><td>Kauf- oder Verkaufsabsicht, Angebot<\/td><\/tr><tr><td>Zeithorizont<\/td><td>Sekunden bis Tage<\/td><td>Stunden bis Monate<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><h2 class='wp-block-heading'>Der Netflow: rein minus raus<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die zentrale Kennzahl hei\u00dft Exchange Netflow. Sie ist einfach: Zufluss minus Abfluss. Der Zufluss z\u00e4hlt die Bitcoin, die an Einzahlungsadressen der B\u00f6rsen ankommen, oft ein Vorbote von Verk\u00e4ufen, denn wer verkaufen will, muss die Coins zuerst auf die B\u00f6rse bringen. Der Abfluss z\u00e4hlt die Coins, die abgehoben werden, meist ein Zeichen von Akkumulation oder dem Wunsch nach Selbstverwahrung. Ein positiver Netflow bedeutet also, dass unterm Strich Coins auf die Verkaufsseite wandern; ein negativer, dass sie sie verlassen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Das ist eine Wahrscheinlichkeit, keine Gewissheit. Und die Praxis 2026 zeigt, wie unsauber das Signal sein kann. Ende Juli und Anfang August sprangen die Zufl\u00fcsse laut <a href='https:\/\/cryptoquant.com\/asset\/btc\/chart\/exchange-flows\/exchange-netflow-total'>CryptoQuant-Daten<\/a> an mehreren Tagen \u00fcber 5.000 BTC, an einem Tag auf rund 6.600 BTC, w\u00e4hrend der Kurs von etwa 66.000 auf 63.000 Dollar nachgab. Coins str\u00f6mten auf die B\u00f6rsen, der Preis fiel: ein Lehrbuch-Verkaufssignal. Doch schon am 4. August kippte der Netflow zur\u00fcck in einen Abfluss von rund 3.200 BTC, und wenige Wochen sp\u00e4ter stand die Rally \u00fcber 72.000 Dollar. Dieselbe Kennzahl liefern auch <a href='https:\/\/studio.glassnode.com\/charts\/transactions.TransfersVolumeExchangesNet?a=BTC'>Glassnode<\/a> und Coinglass, teils mit abweichenden Werten. Wer nur einen Tag liest, liest Rauschen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Analysten verfeinern den Netflow gern zur sogenannten Exchange Whale Ratio: dem Anteil der zehn gr\u00f6\u00dften Einzahlungen am gesamten Zufluss. Ist dieser Anteil hoch, dominieren wenige Gro\u00dfadressen die Zufl\u00fcsse, was historisch h\u00e4ufiger vor Verkaufswellen auftrat. <a href='https:\/\/www.coinglass.com\/spot-inflow-outflow'>Coinglass<\/a> und CryptoQuant ver\u00f6ffentlichen solche Spot-Zu- und -Abfl\u00fcsse nahezu in Echtzeit. Der Haken bleibt derselbe: Eine Einzahlung auf eine B\u00f6rse ist eine Absichtserkl\u00e4rung, kein vollzogener Verkauf. Zwischen dem Moment, in dem eine M\u00fcnze die Einzahlungsadresse erreicht, und einer tats\u00e4chlichen Order k\u00f6nnen Stunden liegen, oder die Coins wandern nach einem geplatzten Deal unverkauft wieder hinaus.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>B\u00f6rsenreserven: der Vorrat, der schrumpft<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Wo der Netflow die Bewegung misst, misst die B\u00f6rsenreserve den Bestand: wie viele Bitcoin insgesamt auf den Wallets der Handelspl\u00e4tze liegen. Und dieser Bestand f\u00e4llt seit Jahren. CryptoQuant meldete die Reserven zeitweise auf dem niedrigsten Stand seit 2020. Im Fr\u00fchjahr 2026 waren laut einer <a href='https:\/\/www.benzinga.com\/Opinion\/26\/04\/51979894\/bitcoin-is-leaving-exchanges-but-where-is-it-going'>Benzinga-Analyse<\/a> in einem einzigen Monat netto rund 45.277 BTC abgezogen worden, gut 2,9 Milliarden Euro, und seit dem Zyklushoch 2021 bis 2022 hatten etwa 780.000 BTC die B\u00f6rsen verlassen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Interessant wurde es im Sommer. Nach dem langen R\u00fcckgang stieg der Bestand laut <a href='https:\/\/cryptoquant.com\/asset\/btc\/chart\/exchange-flows\/exchange-reserve'>CryptoQuant<\/a> von einem Mai-Tief um rund 2,67 Millionen BTC bis Mitte August wieder auf etwa 2,73 Millionen, der erste nachhaltige Anstieg seit Langem. Ein steigender Vorrat gilt normalerweise als latenter Verkaufsdruck. Doch Vorsicht bei der genauen Zahl: eine andere On-Chain-Auswertung bezifferte die B\u00f6rsenbest\u00e4nde Mitte August auf rund 2,91 Millionen BTC. Beide k\u00f6nnen nicht gleichzeitig exakt stimmen, und genau das ist der Punkt, auf den wir noch kommen: absolute Flusszahlen sind anbieterabh\u00e4ngig.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der langfristige Trend ist dennoch eindeutig, und er tr\u00e4gt einen Namen: Angebotsverknappung. Je weniger Bitcoin auf B\u00f6rsen liegen, desto weniger Material steht kurzfristig f\u00fcr Verk\u00e4ufe bereit, und desto heftiger kann der Preis auf neue Nachfrage reagieren. Ein wachsender Teil des Bestands ist ohnehin gebunden: ETF-Verwahrer hielten im Fr\u00fchjahr 2026 laut der zitierten Benzinga-Auswertung rund 1,3 Millionen BTC, etwa 6,7 Prozent des Umlaufangebots. Diese Coins liegen zwar nicht auf einer Handelsb\u00f6rse, sind aber auch nicht wirklich frei: Sie stecken in einer regulierten H\u00fclle, die selbst zu- und abflie\u00dfen kann, wenn Anleger ETF-Anteile kaufen oder zur\u00fcckgeben.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Wohin das Bitcoin flie\u00dft<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn Coins die B\u00f6rsen verlassen, wohin gehen sie? Grob in vier T\u00f6pfe: in die Selbstverwahrung auf Hardware-Wallets, in die Verwahrung durch spezialisierte Custodians, in die Tresore der ETF-Anbieter und in Firmenkassen. Eine On-Chain-Sch\u00e4tzung von Mitte August 2026 verteilt das gesamte Bitcoin-Angebot ungef\u00e4hr so, dass die eigentlich handelbare Menge auf den B\u00f6rsen nur noch ein knappes Siebtel ausmacht. Wer wissen will, was der Unterschied zwischen diesen Verwahrformen praktisch bedeutet, findet die Details in unserer Analyse dazu, <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/gemieteter-tresor-bank-krypto-verwahrung-2026\/'>wer die Schl\u00fcssel zur Bank-Krypto h\u00e4lt<\/a>.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Kategorie<\/th><th>BTC (Sch\u00e4tzung)<\/th><th>Anteil am Maximalangebot<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Selbstverwahrung (aktiv gehalten)<\/td><td>7,95 Mio.<\/td><td>37,9 %<\/td><\/tr><tr><td>Custodial (Verwahrdienste)<\/td><td>4,66 Mio.<\/td><td>22,2 %<\/td><\/tr><tr><td>ETFs, Fonds, Unternehmen<\/td><td>2,93 Mio.<\/td><td>13,9 %<\/td><\/tr><tr><td>B\u00f6rsen<\/td><td>2,91 Mio.<\/td><td>13,9 %<\/td><\/tr><tr><td>Vermutlich verloren<\/td><td>1,62 Mio.<\/td><td>7,7 %<\/td><\/tr><tr><td>Noch nicht gesch\u00fcrft<\/td><td>0,93 Mio.<\/td><td>4,4 %<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">Quelle: <a href='https:\/\/bitcoinworld.co.in\/bitcoin-self-custody-supply-data\/'>On-Chain-Auswertung, Stand 17. August 2026<\/a>. Die 1,62 Millionen vermutlich verlorenen Coins, deren Schl\u00fcssel niemand mehr besitzt, sind dabei das stille Gegengewicht zu jeder Angebotsdebatte: ein Sechzehntel des je existierenden Bitcoin d\u00fcrfte f\u00fcr immer eingefroren sein.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Der Self-Custody-Knick: 2026 kehrt der Trend<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcnfzehn Jahre lang galt eine eherne Regel: Bitcoin wandert von den B\u00f6rsen in die Selbstverwahrung, und dieser Anteil steigt immer weiter. 2026 ist er zum ersten Mal gesunken. Der Finanzdienstleister River bezifferte die Selbstverwahrung im August auf 65,9 Prozent des Angebots, rund 13,83 Millionen BTC im Wert von etwa 930 Milliarden Euro, meldete zugleich aber den ersten R\u00fcckgang seit rund anderthalb Jahrzehnten, wie <a href='https:\/\/en.cryptonomist.ch\/2026\/08\/26\/bitcoin-custody-trends-etf-shift\/'>Cryptonomist unter Berufung auf River und Bloomberg<\/a> berichtet.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Grund ist eine technische Feinheit mit gro\u00dfer Wirkung. BlackRocks Bitcoin-ETF IBIT nutzt die sogenannte In-Kind-Sch\u00f6pfung: Gro\u00dfe Halter k\u00f6nnen ihre Bitcoin direkt gegen ETF-Anteile tauschen, ohne dass dabei ein steuerpflichtiger Ver\u00e4u\u00dferungsvorgang ausgel\u00f6st wird. Bis Ende 2025 soll IBIT so \u00fcber drei Milliarden Dollar an Bitcoin aufgenommen haben. Das ver\u00e4ndert die Bedeutung eines Abflusses grundlegend. Eine abgehobene M\u00fcnze landet 2026 nicht mehr zwingend in einer kalten Wallet eines Kleinanlegers, sondern immer h\u00e4ufiger in der Verwahrung eines ETF, faktisch bei Coinbase Prime. Der klassische Reflex, jeden Abfluss als bullische Selbstverwahrung zu lesen, wird dadurch unsauber. Wer diese Konzentration bei wenigen gro\u00dfen Fondsanbietern verstehen will, dem sei unsere Analyse zu <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/gewinner-nimmt-alles-etf-konzentration-2026\/'>ETF-Milliarden und dem Fonds-Sterben<\/a> empfohlen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Man sieht daran, wie sich die Bedeutung ein und derselben On-Chain-Bewegung im Zeitverlauf wandelt. 2021 war ein Abfluss fast immer ein Kleinanleger, der seine Coins in die Selbstverwahrung brachte. 2026 kann derselbe Abfluss ein Verm\u00f6gensverwalter sein, der Bitcoin in einen ETF-Mantel \u00fcberf\u00fchrt, ein Unternehmen, das seine Bilanzreserve in kalte Verwahrung legt, oder ein Fonds, der Anteile sch\u00f6pft. Die Kennzahl ist dieselbe geblieben, die Welt dahinter nicht. Genau deshalb ist der reflexhafte Kurzschluss, sinkende B\u00f6rsenbest\u00e4nde seien automatisch bullisch, gef\u00e4hrlicher geworden, nicht harmloser.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Die FTX-Lektion: warum Abfl\u00fcsse politisch wurden<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Dass ein B\u00f6rsenabfluss \u00fcberhaupt als bullisches Signal gilt, hat einen konkreten Ursprung. Im November 2022 kollabierte die B\u00f6rse FTX, und Anleger zogen ihre Coins in Panik ab. Am 9. November 2022 verlie\u00dfen an einem einzigen Tag 168.287 BTC die Handelspl\u00e4tze, und der Abzug erreichte laut Glassnode eine Rate von rund 106.000 BTC pro Monat, wie <a href='https:\/\/forkast.news\/crypto-exchanges-record-high-week-btc-outflows-ftx-saga\/'>Forkast damals dokumentierte<\/a>. Bitcoin stand bei etwa 16.511 Dollar. Selbst der damalige Binance-Chef Changpeng Zhao erkl\u00e4rte Selbstverwahrung zum Grundrecht.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Schon im Februar 2023 lag ein Meilenstein vor: Die B\u00f6rsen hielten weniger Bitcoin als die Coins, die seit mindestens zehn Jahren unbewegt lagen. Der Analyst William Clemente nannte das damals eine wilde Statistik, ein Beleg daf\u00fcr, dass Langzeithalter mehr Angebot kontrollierten als die gesamte Verkaufsseite. Seither ist der Satz &bdquo;not your keys, not your coins&ldquo; fest in der Marktpsychologie verankert, und sinkende Reserven gelten als Vertrauensbeweis. Nur hat sich die Welt seither weitergedreht: Was 2022 der Weg in die Cold Wallet war, ist 2026 oft der Weg in den ETF.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Stablecoins: das Trockenpulver auf der Kaufseite<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Fl\u00fcsse haben zwei Seiten. Wenn Bitcoin die Verkaufsabsicht misst, dann messen Stablecoins die Kaufkraft. Ein Dollar in USDT oder USDC, der auf einer B\u00f6rse liegt, ist Munition, die in einer einzigen Transaktion zu Bitcoin werden kann. Analysten nennen das Trockenpulver. Steigen die Stablecoin-Reserven auf den B\u00f6rsen, w\u00e4chst die latente Nachfrage; fallen sie, ziehen sich die K\u00e4ufer zur\u00fcck.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Gr\u00f6\u00dfenordnung ist betr\u00e4chtlich. Das gesamte Stablecoin-Angebot lag Mitte August 2026 bei rund 308 Milliarden Dollar, nach einem Zwischenhoch um 320 Milliarden im Fr\u00fchjahr; Tether dominiert mit etwa 189,6 Milliarden und knapp 58 Prozent Marktanteil, USDC folgt mit rund 77,6 Milliarden. Die entscheidende Kennzahl hei\u00dft Stablecoin Supply Ratio, kurz SSR: das Verh\u00e4ltnis von Bitcoins Marktkapitalisierung zum gesamten Stablecoin-Angebot. Am 13. August lag sie laut <a href='https:\/\/bitsgap.com\/blog\/stablecoin-supply-a-leading-market-signal'>Bitsgap bei etwa 4,16<\/a>. Ein niedriger Wert hei\u00dft: relativ viel Kaufkraft pro Dollar Bitcoin, also viel Trockenpulver. Ein hoher Wert hei\u00dft, die Munition ist im Verh\u00e4ltnis knapp. Wer den Netflow von Bitcoin liest, ohne die Stablecoin-Seite mitzulesen, sieht nur das halbe Bild.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Wie viel Kapital hier in Bewegung ist, zeigt die Aktivit\u00e4t: Das bereinigte Stablecoin-Transaktionsvolumen erreichte im Juni 2026 laut <a href='https:\/\/reap.global\/blog\/stablecoin-statistics-2026'>Branchendaten einen Rekord von rund 1,79 Billionen Dollar<\/a>, ein Plus von 63 Prozent gegen\u00fcber dem Vormonat. F\u00fcr \u00f6sterreichische Leser lohnt der Zusatz, dass Stablecoins seit dem 1. Juli 2026 vollst\u00e4ndig unter das MiCA-Regime fallen: Euro- und Dollar-Token gelten als E-Geld-Token, deren Emittenten strenge Reservevorschriften erf\u00fcllen m\u00fcssen. F\u00fcr die Fluss-Analyse \u00e4ndert das wenig, f\u00fcr das Vertrauen in das Trockenpulver aber viel: Wenn die Munition selbst reguliert und gedeckt ist, ist sie berechenbarer.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>CVD: wer aggressiv kauft, wer aggressiv verkauft<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Eine dritte Fluss-Kennzahl arbeitet nicht mit der Blockchain, sondern mit dem Orderbuch selbst: die Cumulative Volume Delta, CVD. Sie ist die laufende Summe aus aggressivem Kaufvolumen minus aggressivem Verkaufsvolumen, also aus Market-Buys minus Market-Sells. Sie zeigt, welche Seite aktiv in den Markt dr\u00fcckt und den Spread \u00fcberspringt, statt geduldig im Orderbuch zu warten.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Trick liegt in der Trennung von Spot und Perpetuals. Spot-CVD ist \u00dcberzeugungsgeld, echtes Bitcoin wechselt den Besitzer; Perp-CVD ist Hebel, schnell, aber fragil. Eine Bewegung, die vom Spot getragen wird, h\u00e4lt meist; eine, die nur von Perps kommt, wird oft ebenso schnell wieder abgewickelt. Klassisch ist die Divergenz: Steigt der Kurs auf ein neues Hoch, w\u00e4hrend die CVD nicht mitzieht, l\u00e4uft die Rally auf d\u00fcnnem Kaufinteresse und markiert h\u00e4ufig Ersch\u00f6pfung. Beim Deleveraging im Juni 2026, das laut <a href='https:\/\/markettrace.ai\/blog\/cumulative-volume-delta'>MarketTrace Positionen im Wert von 1,26 Milliarden Dollar und 209.000 Konten ausl\u00f6schte<\/a>, gingen genau solche Divergenzen dem lokalen Tief voraus. Wer solche Positionierungssignale vertiefen will, findet mehr in unserer Analyse zur <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/derivate-positionierung-volatilitaetsflaeche-jackson-hole-2026\/'>Volatilit\u00e4tsfl\u00e4che vor Jackson Hole<\/a>.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Ein 2026 vielbeachtetes Muster ist die Divergenz zwischen der CVD auf dezentralen Perp-B\u00f6rsen wie Hyperliquid und jener auf den gro\u00dfen zentralen Pl\u00e4tzen. L\u00e4uft die Aggression auf Hyperliquid hei\u00df, w\u00e4hrend die Spot-CVD der zentralen B\u00f6rsen flach bleibt, ist das ein hebelgetriebener Schub ohne echte Coin-Nachfrage darunter: schnell, aber anf\u00e4llig f\u00fcr einen Squeeze in die Gegenrichtung. Wer die CVD zus\u00e4tzlich mit den Funding-Raten der Perpetuals paart, sieht noch klarer, ob eine Bewegung von echten K\u00e4ufern oder von \u00fcberhebelten Longs getragen wird. F\u00e4llt der Kurs, w\u00e4hrend die Funding-Rate positiv bleibt, zahlen die Optimisten drauf.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Spot gegen Futures: die Nachfrage-Frage 2026<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Alle diese Fl\u00fcsse m\u00fcnden 2026 in eine einzige Frage: Tr\u00e4gt echte Spot-Nachfrage die Rally, oder nur Hebel? Ki Young Ju, Gr\u00fcnder des Analysehauses CryptoQuant, warnte am 12. August, der Aufschwung sei <a href='https:\/\/www.kucoin.com\/news\/flash\/bitcoin-rally-driven-by-futures-trading-needs-spot-demand-to-sustain'>in erster Linie von Futures getrieben<\/a>, w\u00e4hrend die On-Chain-Spot-Nachfrage netto noch im Minus liege, genau wie bei der Fr\u00fchjahrs-Rally, die mangels Spot-Unterst\u00fctzung verpuffte. Das Open Interest stieg, die echte Kaufnachfrage hinkte hinterher.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Nicht alle teilten die Skepsis. Gideon Hyams, Mitgr\u00fcnder und Vorsitzender des Optionshauses STS Digital, sah hinter der Rally mehr als nur erzwungene R\u00fcckk\u00e4ufe: &bdquo;Squeezes starten Rallys, aber sie tragen sie nicht; und diese hier hat mehr Substanz als blo\u00dfes Zwangskaufen.&ldquo; Genau hier trennen sich die Lager: Die einen lesen im steigenden Open Interest und in den Liquidationen nur ein Strohfeuer, die anderen sehen im gleichzeitigen Anziehen der Spot-Nachfrage den Beginn von etwas Stabilerem. Die Fluss-Daten liefern beiden Seiten Munition, was zeigt, dass sie ein Werkzeug der Interpretation sind, kein Orakel.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Wenige Tage sp\u00e4ter drehte das Bild. Die Nachfrage sei erstmals seit dem Allzeithoch vom Oktober 2025 sowohl im Spot- als auch im Perpetual-Markt positiv, schrieb Ki Young Ju. Sein Fazit gegen\u00fcber The Block: &bdquo;Das Ausma\u00df bleibt bescheiden, aber wenn das noch einen Monat h\u00e4lt, w\u00e4re es vern\u00fcnftig zu schlie\u00dfen, dass der B\u00e4renmarkt vorbei ist und ein neuer Bullenzyklus begonnen hat.&ldquo; Nicolai S\u00f8ndergaard, Senior Research Analyst bei Nansen, ordnete den Ausbruch n\u00fcchtern ein: &bdquo;Eine nachhaltige Etablierung \u00fcber 70.000 Dollar w\u00fcrde den Ausblick konstruktiv halten, w\u00e4hrend ein R\u00fccksetzer in die Region 69.700 bis 69.000 Dollar ein normaler Test des Ausbruchs w\u00e4re und keine automatische Trendwende.&ldquo; Passend dazu verzeichneten die US-Spot-ETFs in der Woche vom 10. bis 14. August einen Nettoabfluss von rund 390 Millionen Dollar, nachdem in der Vorwoche noch 853 Millionen zugeflossen waren. Der Unterschied zwischen Spot- und Futures-getriebener Bewegung ist auch der Kern des <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/kein-gratisgeld-basis-trade-netto-rendite-2026\/'>Basis-Trades<\/a>, den wir separat auseinandergenommen haben.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Wal-Fl\u00fcsse: wenn ein einzelner Transfer den Markt bewegt<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Teil der Fluss-Analyse dreht sich um Wale, also um sehr gro\u00dfe Einzeltransfers. Die Whale Ratio setzt die zehn gr\u00f6\u00dften Zufl\u00fcsse ins Verh\u00e4ltnis zum Gesamtzufluss; ein hoher Wert deutet darauf hin, dass Gro\u00dfadressen Coins auf die B\u00f6rsen bringen, oft ein Vorbote von Verkaufsdruck. Das klingt pr\u00e4ziser, als es ist.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Denn die meisten gro\u00dfen Transfers sind gar keine Marktentscheidungen. Eine B\u00f6rse verschiebt Best\u00e4nde von der kalten in die hei\u00dfe Wallet, ein Custodian schichtet um, ein ETF-Anbieter b\u00fcndelt Anteile. Ein einzelner 6.600-BTC-Zufluss kann schlicht ein Verwahrer sein, der intern rebalanciert, ohne dass eine einzige M\u00fcnze verkauft w\u00fcrde. Wer jeden Wal-Alert f\u00fcr ein Handelssignal h\u00e4lt, jagt Gespenster. Dasselbe gilt f\u00fcr die vermeintlich dramatischen Push-Meldungen der Alert-Bots: Sie zeigen Bewegung, selten Bedeutung.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Trotzdem lohnt der Blick auf Wale, wenn man ihn richtig rahmt. Aussagekr\u00e4ftig ist nicht der einzelne Transfer, sondern das Muster: H\u00e4ufen sich \u00fcber Tage Einzahlungen von Adressen, die zuvor jahrelang inaktiv waren, dann bewegt sich altes, \u00fcberzeugtes Angebot Richtung Ausgang, und das ist ein ernsteres Signal als ein einmaliger Sprung. Umgekehrt deutet eine Serie gro\u00dfer Abhebungen auf Akkumulation durch Adressen mit langer Haltefrist hin. Erst der Kontext, wer bewegt, wie alt die Coins sind und wohin sie gehen, macht aus einem Wal-Alarm eine verwertbare Information.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Die Datenanbieter: CryptoQuant, Glassnode, Nansen und Co.<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Flussdaten fallen nicht vom Himmel. Firmen wie CryptoQuant, Glassnode, Nansen, Coinglass und Arkham beobachten die Blockchain, ordnen Adressen bestimmten B\u00f6rsen zu und rechnen daraus Zufl\u00fcsse, Abfl\u00fcsse und Reserven. Genau diese Zuordnung ist die Achillesferse. Keine B\u00f6rse ver\u00f6ffentlicht eine amtliche Liste all ihrer Wallets; die Anbieter m\u00fcssen sie durch Heuristik und Beobachtung erschlie\u00dfen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Jeder Anbieter hat dabei seine Handschrift. CryptoQuant ist stark bei B\u00f6rsenreserven und Miner-Fl\u00fcssen und liefert die meisten der hier zitierten Netflow-Zahlen. Glassnode gliedert das Angebot fein nach Halterkohorten, etwa Langzeit- gegen Kurzzeithalter. Nansen spezialisiert sich auf beschriftete Wallets und Smart-Money-Bewegungen \u00fcber mehrere Chains, Arkham auf die Zuordnung ganzer Entit\u00e4ten, und Coinglass deckt vor allem die Derivateseite mit Open Interest, Funding und Liquidationen ab. Wer ernsthaft mit Fl\u00fcssen arbeitet, kombiniert mehrere dieser Linsen, statt sich auf eine einzige zu verlassen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Deshalb weichen die Zahlen voneinander ab, teils um Hunderttausende BTC, wie schon der Vergleich von 2,73 gegen 2,91 Millionen B\u00f6rsen-Bitcoin zeigte. Das ist kein Fehler einzelner Anbieter, sondern strukturell. Die praktische Konsequenz: Die Richtung eines Flusses, steigend oder fallend, ist deutlich verl\u00e4sslicher als der absolute Wert. Wer zwei Quellen vergleicht und beide denselben Trend zeigen, kann ihm mehr vertrauen als einer einzelnen Punktzahl mit falscher Pr\u00e4zision.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Wenn das Signal l\u00fcgt: die Fehlerquellen<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Es lohnt, die Fallstricke geb\u00fcndelt zu sehen, denn sie sind der Grund, warum Fluss-Daten so oft in die Irre f\u00fchren. Erstens interne Umbuchungen: Bewegt eine B\u00f6rse Coins zwischen eigenen Wallets, kann das je nach Labeling als Zu- oder Abfluss erscheinen, obwohl niemand handelt. Zweitens die ETF-Umschichtung: Seit der In-Kind-Sch\u00f6pfung landet ein Abfluss oft in ETF-Verwahrung, nicht in Selbstverwahrung. Drittens OTC-Gesch\u00e4fte: Gro\u00dfe Deals werden au\u00dferb\u00f6rslich abgewickelt und ber\u00fchren die B\u00f6rsen-Wallets nie, obwohl echte Nachfrage besteht.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Viertens Stablecoin-Settlement: Ein Gro\u00dfteil des Derivatehandels l\u00e4uft in Stablecoins, sodass Bitcoin-Fl\u00fcsse die eigentliche Aktivit\u00e4t gar nicht abbilden. Und f\u00fcnftens die Migration kalter Lager: Verlegt eine Plattform ihren Tresor, entsteht ein gewaltiger Scheinfluss. Die Landkarte ist nicht das Gel\u00e4nde. Fluss-Daten sind ein Kontext, kein Ausl\u00f6ser, und niemand sollte eine Position auf einen einzigen Datenpunkt setzen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Ein sechster Fallstrick verdient eigene Erw\u00e4hnung, weil er 2026 neu ist: die Verwechslung von ETF-Sch\u00f6pfung und Marktnachfrage. Wenn ein autorisierter Teilnehmer Bitcoin liefert, um IBIT-Anteile zu schaffen, sieht die Blockchain einen Transfer, aber am offenen Markt wurde nichts gekauft. Solche Prim\u00e4rmarkt-Bewegungen k\u00f6nnen die Netflow-Statistik verzerren, ohne dass ein einziger Anleger aktiv Bitcoin nachgefragt h\u00e4tte. Die Lehre aus allen sechs Punkten ist dieselbe: Fluss-Daten beschreiben, wo Coins liegen und wohin sie sich bewegen, nicht, warum. Das Warum muss man dazudenken, und genau daran scheitern die meisten Fehlprognosen.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Der \u00d6sterreich-Blick: FMA, Bitpanda und die Steuer<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr \u00f6sterreichische Anlegerinnen und Anleger haben Fluss-Daten eine besondere Note. Seit dem Ende der MiCA-\u00dcbergangsfrist am 1. Juli 2026 ist die <a href='https:\/\/www.fma.gv.at\/'>FMA<\/a> die zust\u00e4ndige Aufsicht f\u00fcr Krypto-Dienstleister im Land, mit Bitpanda als heimischem Aush\u00e4ngeschild. Und die Regulierung liest Fl\u00fcsse inzwischen selbst: Die <a href='https:\/\/www.esma.europa.eu\/esmas-activities\/digital-finance-and-innovation\/markets-crypto-assets-regulation-mica'>ESMA-Leitlinien zum Marktmissbrauch unter MiCA Titel VI<\/a>, deren letzter Teil ab 28. Juli 2026 gilt, verlangen von den nationalen Beh\u00f6rden, On-Chain- und Off-Chain-Daten abzugleichen, um Manipulation wie Wash Trading aufzusp\u00fcren.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Steuerlich gibt es eine wichtige Feinheit, die direkt mit Fl\u00fcssen zusammenh\u00e4ngt. Das blo\u00dfe Abheben von Bitcoin auf die eigene Wallet ist keine Ver\u00e4u\u00dferung und l\u00f6st keine Steuer aus. Erst der Verkauf oder Tausch f\u00e4llt unter den Sondersteuersatz von 27,5 Prozent nach Paragraf 27a EStG, den inl\u00e4ndische Plattformen seit 1. J\u00e4nner 2024 automatisch als KESt einbehalten. On-chain aber erscheint jede solche Abhebung als Abfluss, obwohl wirtschaftlich nichts verkauft wurde. Jeder \u00d6sterreicher, der seine Coins aus Sicherheitsgr\u00fcnden in Selbstverwahrung nimmt, bl\u00e4ht damit die vermeintlich bullische Abfluss-Statistik auf, ohne die geringste Marktabsicht.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die heimische Praxis hei\u00dft das zweierlei. Erstens: Wer \u00fcber eine \u00f6sterreichische oder EU-lizenzierte Plattform wie Bitpanda handelt, dessen Abhebungen und Einzahlungen flie\u00dfen in genau jene Aggregate ein, die CryptoQuant und Glassnode weltweit auswerten; die eigene Cold-Storage-Entscheidung wird so zum anonymen Datenpunkt im globalen Netflow. Zweitens: Die Aufsicht schaut inzwischen in dieselben Daten. Mit der Marktmissbrauchss\u00e4ule von MiCA und dem Abgleich von On- und Off-Chain-Informationen wird der Fluss vom blo\u00dfen Stimmungsindikator zum Beweismittel, etwa wenn koordinierte Ein- und Auszahlungen ein Wash-Trading-Muster ergeben.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Flussdaten richtig lesen: eine Anleitung<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Wie nutzt man das alles, ohne sich zu blamieren? Ein paar Faustregeln. Erstens: Trends \u00fcber Tage und Wochen lesen, nie einzelne Tagesausschl\u00e4ge. Zweitens: Netflow immer mit dem Reserve-Trend gegenpr\u00fcfen; bewegen sich beide gleich, ist das Signal robuster. Drittens: die Bitcoin-Seite mit der Stablecoin-Seite paaren, denn Kaufkraft und Verkaufsdruck geh\u00f6ren zusammen. Viertens: bei der CVD dem Spot mehr trauen als den Perps. F\u00fcnftens: Wal-Alerts als Rauschen behandeln, bis eine zweite Quelle sie best\u00e4tigt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Und sechstens, das Wichtigste: Fl\u00fcsse sind Kontext, der Preis ist der Ausl\u00f6ser. On-Chain-Daten sagen, wo das Angebot liegt und wo die Munition steht, nicht, wann der Markt dreht. Wer sie in ein Risikobudget einbettet, statt sie als Kaufknopf zu missverstehen, hat mehr davon; wie so ein Budget aussehen kann, zeigt unsere Analyse zur Frage, <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/wie-viel-bitcoin-depot-korrelation-allokation-2026\/'>wie viel Bitcoin ins Depot geh\u00f6rt<\/a>. Die folgende Momentaufnahme fasst die Lage Ende August 2026 zusammen.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Kennzahl<\/th><th>Wert (August 2026)<\/th><th>Lesart<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>BTC-Kurs (26. Aug)<\/td><td>67.138 Euro \/ 78.745 USD<\/td><td>Erholung nach Short Squeeze<\/td><\/tr><tr><td>B\u00f6rsenreserve<\/td><td>rund 2,73 Mio. BTC (Mitte Aug)<\/td><td>vom Mehrjahrestief leicht gestiegen<\/td><\/tr><tr><td>Netflow-Trend<\/td><td>Zufl\u00fcsse Ende Juli, Abfl\u00fcsse Anfang Aug<\/td><td>gemischt, kein klares Signal<\/td><\/tr><tr><td>Selbstverwahrung<\/td><td>65,9 % des Angebots, erstmals r\u00fcckl\u00e4ufig<\/td><td>ETFs ziehen Coins ab<\/td><\/tr><tr><td>Stablecoin-Supply \/ SSR<\/td><td>rund 308 Mrd USD \/ SSR 4,16<\/td><td>reichlich Trockenpulver<\/td><\/tr><tr><td>Spot- und Futures-Nachfrage<\/td><td>erstmals seit Okt 2025 beide positiv<\/td><td>fragile, junge Wende<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><h2 class='wp-block-heading'>H\u00e4ufig gestellte Fragen<\/h2><h3 class='wp-block-heading'>Was ist der Unterschied zwischen Handelsvolumen und Netflow?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Handelsvolumen misst, wie viele Coins im Orderbuch den Besitzer wechseln, auch wenn dieselben Coins hundertfach hin und her gehandelt werden. Der Netflow misst dagegen, wie viele Bitcoin tats\u00e4chlich on-chain auf die Wallets einer B\u00f6rse wandern oder sie verlassen. Das eine zeigt Aktivit\u00e4t, das andere Kauf- oder Verkaufsabsicht.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Bedeuten Abfl\u00fcsse von B\u00f6rsen automatisch steigende Preise?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Nein. Sinkende B\u00f6rsenreserven gelten zwar als Zeichen f\u00fcr nachlassenden Verkaufsdruck, doch 2026 flie\u00dfen viele Coins nicht in die Selbstverwahrung, sondern in ETF-Verwahrung oder werden nur zwischen Wallets derselben B\u00f6rse umgebucht. Ein Abfluss ist ein Kontext, kein Kaufsignal.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Was sagt die Stablecoin Supply Ratio (SSR) aus?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Die SSR setzt Bitcoins Marktkapitalisierung ins Verh\u00e4ltnis zum gesamten Stablecoin-Angebot. Ein niedriger Wert bedeutet, dass relativ viel Stablecoin-Kapital bereitsteht, das in einer einzigen Transaktion in Bitcoin flie\u00dfen k\u00f6nnte. Trader lesen das als latente Kaufkraft, als Trockenpulver.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Wie zuverl\u00e4ssig sind Netflow-Daten von CryptoQuant oder Glassnode?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Richtung ist meist aussagekr\u00e4ftiger als der absolute Wert. Weil jeder Anbieter B\u00f6rsenadressen anders zuordnet, weichen die gemeldeten Reserven um Hunderttausende BTC voneinander ab. Interne Umbuchungen und Fehl-Labels erzeugen Rauschen, deshalb sollte man Trends \u00fcber Tage lesen, nicht einzelne Ausschl\u00e4ge.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Muss ich in \u00d6sterreich Steuern zahlen, wenn ich Bitcoin von der B\u00f6rse abhebe?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Das blo\u00dfe \u00dcbertragen auf die eigene Wallet ist keine Ver\u00e4u\u00dferung und l\u00f6st keine Steuer aus. 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