{"id":376,"date":"2026-09-05T04:50:32","date_gmt":"2026-09-05T04:50:32","guid":{"rendered":"https:\/\/hoge.gg\/at\/krypto-sponsoring-esport-ftx-absturz-wettgeld-2026\/"},"modified":"2026-09-05T04:50:32","modified_gmt":"2026-09-05T04:50:32","slug":"krypto-sponsoring-esport-ftx-absturz-wettgeld-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hoge.gg\/at\/krypto-sponsoring-esport-ftx-absturz-wettgeld-2026\/","title":{"rendered":"Krypto-Sponsoring im Esport: Vom FTX-Absturz zum Wettgeld"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Juni 2021 klebte der gr\u00f6\u00dfte Deal, den der Esport je gesehen hatte, nicht auf einem Trikot, sondern auf einem Firmennamen. Die nordamerikanische Organisation TSM verkaufte ihre Identit\u00e4t f\u00fcr zehn Jahre und 210 Millionen US-Dollar an eine Kryptob\u00f6rse namens FTX und hie\u00df fortan &bdquo;TSM FTX&ldquo;. Achtzehn Monate sp\u00e4ter war FTX pleite, der Name wieder verschwunden und mit ihm das Vertrauen einer ganzen Branche. Heuer, im September 2026, ist von jener Euphorie wenig \u00fcbrig: Das Sponsoring-Geld aus der Kryptowelt ist im Esport um rund 85 Prozent eingebrochen. Verschwunden ist es aber nicht. Es hat die Form gewechselt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Wer 2026 auf einem CS2-Trikot ein Krypto-Logo entdeckt, blickt seltener auf eine regulierte B\u00f6rse als auf ein Krypto-Casino oder einen Wettanbieter. Genau dieser Wandel macht das Thema f\u00fcr \u00f6sterreichische Fans komplizierter, als es aussieht. Denn er zieht zwei v\u00f6llig verschiedene Aufsichtsbeh\u00f6rden ins Spiel: die Finanzmarktaufsicht (FMA), die seit der vollen Anwendung der EU-Verordnung MiCA \u00fcber Kryptob\u00f6rsen und Token wacht, und jene Stellen, die das Gl\u00fccksspiel regulieren, das \u00d6sterreich gerade von Grund auf umbaut. Dieser Text zeigt, wie aus einem 210-Millionen-Dollar-Rausch ein reguliertes Kleingeld-Gesch\u00e4ft wurde und was das f\u00fcr Fans, Vereine und Sponsoren hierzulande bedeutet.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Der 210-Millionen-Dollar-Bruch: als FTX den Esport kaufte<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Der TSM-Deal war der H\u00f6hepunkt einer kurzen, wilden Phase. FTX, damals eine der gr\u00f6\u00dften Kryptob\u00f6rsen der Welt, kaufte sich 2021 in fast jede Ecke des Sports ein: Namensrechte an der Arena der Miami Heat, ein Logo auf den Trikots der Umpires in der Baseball-Liga MLB, ein Platz auf dem Mercedes-Formel-1-Auto. Der Esport war das Prestigeobjekt dieser Einkaufstour. Der zehnj\u00e4hrige Vertrag mit TSM \u00fcber 210 Millionen US-Dollar gilt bis heute als das teuerste bekannte Krypto-Sponsoring im Esport, wie <a href='https:\/\/decrypt.co\/114821\/tsm-suspends-210m-ftx-naming-rights-deal'>decrypt.co<\/a> damals dokumentierte.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Fast zeitgleich, im August 2021, unterschrieb auch Riot Games, der Publisher hinter League of Legends und Valorant, einen mehrj\u00e4hrigen Vertrag mit FTX f\u00fcr seine nordamerikanische Liga. Als FTX im November 2022 kollabierte, war die Sache in Wochen vorbei: TSM stoppte die Namensrechte, Riot k\u00fcndigte und meldete im Insolvenzverfahren hohe Millionenforderungen an. Der Schaden war nicht nur finanziell. FTX hatte vorgef\u00fchrt, wie schnell ein Sponsoren-Logo vom Aktivposten zur Belastung wird, wenn das Geld dahinter aus Kundeneinlagen stammt, die der B\u00f6rse nie geh\u00f6rt haben. Vereine, die die Vertr\u00e4ge noch gefeiert hatten, l\u00f6schten die Logos hastig von ihren Kan\u00e4len. Die Lektion sa\u00df.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Flurschaden reichte weit \u00fcber TSM und Riot hinaus. FTX hatte sich zuvor auch Namensrechte an einer NBA-Arena, ein Formel-1-Team und zahllose kleinere Deals gesichert; als all das zerfiel, geriet jedes Krypto-Sponsoring unter Generalverdacht. Sponsorenvertr\u00e4ge im Sport laufen oft \u00fcber Jahre und werden im Voraus verbucht, weshalb ein Ausfall nicht nur ein Loch ins Budget rei\u00dft, sondern auch juristische Kettenreaktionen ausl\u00f6st. F\u00fcr Teams, die sich an ein einziges, gro\u00dfz\u00fcgiges Krypto-Logo gebunden hatten, wurde aus vermeintlicher Finanzierungssicherheit \u00fcber Nacht ein Klumpenrisiko. Diese Erfahrung erkl\u00e4rt, warum die Branche seither lieber mehrere kleine als einen einzigen gro\u00dfen Sponsor sucht.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Minus 85 Prozent: der Absturz in Zahlen<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Wie tief der Fall war, zeigt die Auswertung der Sponsoring-Agentur SportQuake f\u00fcr die Saison 2024\/25. \u00dcber den gesamten Sport hinweg floss zwar wieder Geld: rund 565 Millionen US-Dollar, ein Plus von 20 Prozent gegen\u00fcber dem Vorjahr, aber immer noch etwa 120 Millionen US-Dollar unter dem Allzeithoch. 34 neue Vertr\u00e4ge wurden geschlossen, 59 Prozent davon im Fu\u00dfball. Der Esport dagegen blieb au\u00dfen vor: Von rund 58 Millionen US-Dollar auf dem H\u00f6hepunkt 2022 schrumpfte das Segment auf etwa 8 Millionen in der Saison 2024\/25, ein Minus von rund 85 Prozent, wie <a href='https:\/\/sportquake.com\/news-insights\/cryptos-sponsorship-surge-565m-spent-34-new-deals-and-football-at-the-centre-of-strategy'>SportQuake<\/a> vorrechnet. Die Formel 1 ging den umgekehrten Weg: Dort sind heute sechs Kryptob\u00f6rsen aktiv, zuvor waren es vier.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Kennzahl<\/th><th>Wert<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Krypto-Sponsoring im Sport gesamt (2024\/25)<\/td><td>rund 565 Mio. US-Dollar (+20 % zum Vorjahr)<\/td><\/tr><tr><td>Abstand zum Allzeithoch<\/td><td>rund 120 Mio. US-Dollar darunter<\/td><\/tr><tr><td>Neue Vertr\u00e4ge in der Saison<\/td><td>34<\/td><\/tr><tr><td>Anteil Fu\u00dfball an neuen Vertr\u00e4gen<\/td><td>59 %<\/td><\/tr><tr><td>Esport-H\u00f6chststand (2022)<\/td><td>rund 58 Mio. US-Dollar<\/td><\/tr><tr><td>Esport aktuell (2024\/25)<\/td><td>rund 8 Mio. US-Dollar<\/td><\/tr><tr><td>R\u00fcckgang im Esport<\/td><td>rund 85 %<\/td><\/tr><tr><td>Krypto-B\u00f6rsen in der Formel 1<\/td><td>6 (zuvor 4)<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Botschaft der Zahlen ist eindeutig: Krypto verl\u00e4sst nicht den Sport, sondern den Esport. Fu\u00dfball und Motorsport liefern Massenreichweite und ein \u00e4lteres, kaufkr\u00e4ftigeres Publikum. Der Esport bietet eine junge, digital-affine, aber oft klamme Zielgruppe, und nach dem FTX-Debakel kippte der einstige Imagegewinn ins Gegenteil. Ein Krypto-Logo auf dem Trikot war 2021 ein Zeichen von Zukunft; 2023 war es f\u00fcr viele Fans ein Warnsignal.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Interessant ist, wohin das Geld stattdessen floss. Fu\u00dfball zog den L\u00f6wenanteil der neuen Vertr\u00e4ge an, weil er ein globales, generationen\u00fcbergreifendes Publikum bietet, in dem \u00e4ltere und kaufkr\u00e4ftigere Fans \u00fcberwiegen. Die Formel 1 wurde zum zweiten Magneten, mit einem technikaffinen, internationalen Publikum, das gut zu B\u00f6rsen und Handelsplattformen passt. Der Esport hingegen litt doppelt: an seiner jungen, kapitalschwachen Zielgruppe und an der N\u00e4he zum FTX-Trauma, das ausgerechnet hier seinen teuersten Ausdruck gefunden hatte. So wurde aus dem einstigen Vorzeigekanal der Kryptobranche binnen zwei Jahren ihr Sorgenkind.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Warum Krypto den Esport \u00fcberhaupt umworben hat<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die urspr\u00fcngliche Logik war bestechend. Esport-Fans sind jung, \u00fcberwiegend m\u00e4nnlich, online zu Hause und \u00fcber klassisches Fernsehen kaum erreichbar, also genau jene Gruppe, die Kryptob\u00f6rsen gern zu Tradern machen w\u00fcrden. Es ist dieselbe Zielgruppe, um die auch Gaming-Plattformen wie <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/immutable-audience-steam-wunschlisten-imx-2026\/'>Immutable<\/a> ringen, wenn sie Spieler in ihre \u00d6kosysteme holen wollen. Vor 2022 war Reichweite im Esport zudem billiger als im etablierten Sport, und Gaming wie Krypto teilen dieselbe digital-native Grundhaltung: Beide leben online, beide belohnen fr\u00fches Wissen, beide misstrauen den alten Institutionen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Doch die Passung war von Anfang an heikel. Ein erheblicher Teil des Publikums ist minderj\u00e4hrig oder verf\u00fcgt \u00fcber wenig Kapital; aus Zuschauern KYC-gepr\u00fcfte Kundinnen und Kunden zu machen, dauert; und Aufsichtsbeh\u00f6rden sehen es ungern, wenn Finanzprodukte an ein junges Publikum vermarktet werden. Der Rausch \u00fcberdeckte diese Widerspr\u00fcche, solange die Kurse stiegen. Als sie fielen, blieben sie \u00fcbrig.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Rein rechnerisch war die Idee trotzdem verlockend. Ein einziger geworbener Trader kann einer B\u00f6rse \u00fcber Jahre Geb\u00fchren bringen, w\u00e4hrend der Tausenderkontaktpreis im Esport lange unter dem gro\u00dfer TV-\u00dcbertragungen lag. Das Problem war die Konversion: Aus einem 19-j\u00e4hrigen Valorant-Zuschauer wird nicht per Klick ein verifizierter, einzahlender Kunde, schon gar nicht in einem regulierten Markt mit Altersgrenzen und Eignungspr\u00fcfungen. Als die Kurse 2022 einbrachen, verschwand zugleich der wichtigste Konversionstreiber, die Aussicht auf schnelle Gewinne. \u00dcbrig blieb ein teurer Werbekanal, dessen Zielgruppe zwar riesig, aber schwer zu monetarisieren war. Genau an dieser L\u00fccke scheiterten die meisten fr\u00fchen Deals.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Die vorsichtige R\u00fcckkehr der B\u00f6rsen<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Nicht alle B\u00f6rsen sind geflohen. Im Mai 2025 wurde Coinbase exklusiver Krypto- und Blockchain-Partner des Esports von League of Legends und Valorant. Bemerkenswert ist die Zur\u00fcckhaltung im Kleingedruckten: Die Aktivierungen bestehen aus Sendeformaten, die die Spiel-\u00d6konomie analysieren (&bdquo;Econ Report&ldquo; bei Valorant, &bdquo;Gold Grind&ldquo; bei League of Legends), es gibt keine NFTs, keine Token, keine Krypto-Mechanik im Spiel selbst; die Konditionen blieben unver\u00f6ffentlicht, wie aus der <a href='https:\/\/www.riotgames.com\/en\/news\/lol-valorant-esports-coinbase-partnership'>offiziellen Mitteilung von Riot Games<\/a> hervorgeht. Das ist die Blaupause der Zeit nach FTX: Markenpr\u00e4senz ohne Finanzialisierung des Spiels.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Dieselbe B\u00f6rse tritt anderswo auf die Bremse: Zuletzt <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/sky-mavis-axs-perp-coinbase-liquiditaet-2026\/'>strich Coinbase die AXS-Perpetuals aus dem Handel<\/a>, ein Gaming-Token, dem die Liquidit\u00e4t ausging. Gr\u00f6\u00dfer, aber au\u00dferhalb des Esports, dachte Kraken: Die B\u00f6rse ist offizieller &bdquo;Crypto Exchange Supporter&ldquo; der FIFA-Weltmeisterschaft 2026 und damit die erste Kryptob\u00f6rse \u00fcberhaupt bei einer Fu\u00dfball-WM. Co-CEO Arjun Sethi begr\u00fcndete den Schritt in der <a href='https:\/\/inside.fifa.com\/media-releases\/kraken-official-crypto-exchange-supporter-world-cup-2026'>offiziellen FIFA-Mitteilung<\/a> vom 9. Juni 2026 so: &bdquo;Fu\u00dfball ist das Eine, das den ganzen Planeten gleichzeitig bewegt. \u00dcber sieben Wochen werden sechs Milliarden Menschen dasselbe Spiel verfolgen, in jedem Land und in jeder Sprache.&ldquo; Die Konditionen nannte Kraken nicht.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Unterschied zwischen 2021 und heute liegt in der Absicht. Die fr\u00fchen Deals wollten Nutzer direkt an die Handelsapp binden, im Idealfall mitten im Livestream. Die neuen Vertr\u00e4ge verkaufen Reichweite und Seriosit\u00e4t: Eine B\u00f6rse, die eine WM oder eine gro\u00dfe Esport-Liga begleitet, kauft vor allem Legitimit\u00e4t in einem Markt, der gerade unter MiCA und vergleichbaren Regimen erwachsen wird. Aktivierungen wie \u00d6konomie-Analysen im Livestream sind bewusst harmlos gew\u00e4hlt, weil sie regulatorisch kaum angreifbar sind. F\u00fcr die Teams bedeutet das planbareres, aber kleineres Geld; f\u00fcr die B\u00f6rsen ein Markenbudget, das sich nicht mehr am n\u00e4chsten Bullenmarkt bemisst.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Vom Trikot zur Wette: das Casino-Geld \u00fcbernimmt<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Der eigentliche Strukturwandel spielt sich eine Etage tiefer ab. Wo B\u00f6rsen sich zur\u00fcckzogen oder auf reine Markenpr\u00e4senz beschr\u00e4nkten, kommt das Krypto-Geld, das noch in den Esport flie\u00dft, zunehmend von Krypto-Casinos und Wettanbietern. Im Dezember 2025 machte G2 Esports den Anbieter Betpanda zum offiziellen globalen CS-Wettpartner f\u00fcr 2026, mit prominenter Platzierung auf den CS2-Trikots; Betpanda ist ein auf Privatsph\u00e4re ausgerichtetes Krypto-Casino, das unter anderem das Lightning Network nutzt, wie <a href='https:\/\/esports.gg\/news\/betting\/g2-betpanda-cs-betting-sponsor-2026\/'>esports.gg<\/a> berichtete. Branchenbeobachter werten G2 dabei als Ausrei\u00dfer: Der Gro\u00dfteil der verbliebenen Krypto-Sponsoren im Esport stammt inzwischen aus dem Wett- und Casino-Segment.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die brasilianische Organisation MIBR f\u00fchrt den Wandel im Kleinen vor: 2022 warb sie noch mit der B\u00f6rse Bybit, seit Ende 2025 mit einem Wettanbieter. Der Grund f\u00fcr den Schwenk ist betriebswirtschaftlich: Wettanbieter monetarisieren dasselbe junge Publikum direkter und lassen sich von Kursschwankungen weniger schrecken, denn ihr Gesch\u00e4ft ist die Wette, nicht der Token. Sie bringen aber eine andere Aufsichtsbeh\u00f6rde mit an den Tisch, und das ist der Kern der ganzen Geschichte.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Krypto-Casinos passen aus mehreren Gr\u00fcnden besser zum Esport als klassische B\u00f6rsen. Ihr Produkt ist grenzenlos und sofort nutzbar: Eine Wette l\u00e4sst sich mit Stablecoins oder \u00fcber das Lightning Network in Sekunden platzieren, ohne Bankverbindung und oft mit minimaler Registrierung. Die Affiliate- und Streamer-Kultur des Gaming liefert zudem einen fertigen Vertriebskanal, in dem Rabattcodes und Bonusangebote organisch zirkulieren. Und anders als eine B\u00f6rse, die Vertrauen \u00fcber Jahre aufbauen muss, verkauft ein Casino ein unmittelbares Erlebnis. Genau diese Reibungslosigkeit ist aus Sicht der Aufseher das Problem: Was den Zugang f\u00fcr erwachsene Kunden bequem macht, senkt ihn auch f\u00fcr Minderj\u00e4hrige.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Jahr<\/th><th>Sponsor<\/th><th>Empf\u00e4nger<\/th><th>Art<\/th><th>Status<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>2021<\/td><td>FTX (B\u00f6rse)<\/td><td>TSM<\/td><td>Namensrechte, 210 Mio. USD, 10 Jahre<\/td><td>2022 beendet (FTX-Pleite)<\/td><\/tr><tr><td>2021<\/td><td>FTX (B\u00f6rse)<\/td><td>Riot Games (Liga)<\/td><td>Liga-Sponsoring, mehrj\u00e4hrig<\/td><td>2022 gek\u00fcndigt<\/td><\/tr><tr><td>2022<\/td><td>Bybit (B\u00f6rse)<\/td><td>MIBR<\/td><td>Team-Sponsoring<\/td><td>sp\u00e4ter durch Wettanbieter ersetzt<\/td><\/tr><tr><td>2025<\/td><td>Coinbase (B\u00f6rse)<\/td><td>Riot (LoL\/Valorant)<\/td><td>Exklusiv-Partner, Sendeformate<\/td><td>aktiv, Konditionen unbekannt<\/td><\/tr><tr><td>2025<\/td><td>Betpanda (Krypto-Casino)<\/td><td>G2 Esports<\/td><td>CS-Wettpartner, Trikot<\/td><td>aktiv (Saison 2026)<\/td><\/tr><tr><td>2026<\/td><td>Kraken (B\u00f6rse)<\/td><td>FIFA-WM 2026<\/td><td>Official Crypto Exchange Supporter<\/td><td>aktiv<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><h2 class='wp-block-heading'>Fan Tokens: Chiliz, Socios und die Grauzone<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Eine dritte Kategorie steht quer zu beiden: Fan Tokens. Die Firma Chiliz betreibt seit 2018 die Plattform Socios.com und die eigene Blockchain Chiliz Chain; gekauft wird mit dem Token CHZ. Auf Socios finden sich auch Esport-Organisationen wie OG, NAVI (Natus Vincere), Team Heretics, Alliance und Team Vitality. Fan Tokens versprechen Mitbestimmung bei Nebens\u00e4chlichkeiten, Belohnungen und Erlebnisse, ausdr\u00fccklich aber weder Eigentum noch Eintrittskarten noch ein Zahlungsmittel.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">In der Praxis stimmen Fan-Token-Besitzer \u00fcber Randfragen ab: das Motiv einer Einlaufkleidung, den Torjingle im Stadion, die Farbe eines Sondertrikots. Kritiker halten das f\u00fcr Mitbestimmung als Fassade, weil die Klubs \u00fcber alles Wesentliche weiter allein entscheiden. F\u00fcr die Vereine ist das Modell dennoch attraktiv, denn jeder Kauf sp\u00fclt frisches Geld herein, ohne dass Stimmrechte oder Bilanzkontrolle abgegeben werden. Im Esport, wo die Bindung zwischen Fans und Teams oft enger und digitaler ist als im traditionellen Sport, trifft dieses Versprechen auf ein empf\u00e4ngliches Publikum. Die Frage ist nur, ob die Tokens ihren emotionalen Wert halten, wenn ihr Kurswert dahinschmilzt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Gr\u00fcnder Alexandre Dreyfus bezeichnete Fan Tokens wiederholt als &bdquo;kein Investment&ldquo; und betonte, es gehe um Fan-N\u00e4he und zus\u00e4tzliche Einnahmen f\u00fcr die Klubs, so <a href='https:\/\/bitcoinist.com\/ceo-of-fan-token-company-socios\/'>bitcoinist.com<\/a>. Der Markt erz\u00e4hlt eine h\u00e4rtere Geschichte: CHZ notiert laut <a href='https:\/\/www.coingecko.com\/en\/coins\/chiliz'>CoinGecko<\/a> bei rund 0,0116 Euro, die Marktkapitalisierung liegt bei etwa 142 Millionen US-Dollar (Rang 217), rund 98,5 Prozent unter dem Allzeithoch vom M\u00e4rz 2021. Das Play-to-Earn-Versprechen, das den ersten Gaming-Krypto-Boom trug, hat sich ohnehin gewandelt; die Spielergilde YGG etwa <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/ygg-scholar-datenarbeiter-ki-wende-2026\/'>schulte ihre Scholars zu KI-Datenarbeitern um<\/a>. Und anders als bei gaming-nativen Chains wie <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/beam-nodes-dual-staking-gaming-l1-oekonomie-2026\/'>Beam<\/a>, deren Token-\u00d6konomie direkt im Spiel steckt, sitzen Fan Tokens unbequem zwischen Fankultur und Finanzprodukt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">2026 versch\u00e4rft sich genau dieser Spagat. Im August k\u00fcndigte die Chiliz-Gruppe den &bdquo;Socios Equity Token&ldquo; an, der Fans Minderheitsbeteiligungen an Klubs in Aussicht stellt, wie das Unternehmen <a href='https:\/\/www.chiliz.com\/chiliz-group-announces-socios-equity-token-sports-ownership'>selbst mitteilte<\/a>. Damit r\u00fcckt das Konstrukt vom reinen Utility-Token in Richtung echtes Wertpapier, und damit in den Zust\u00e4ndigkeitsbereich der Finanzaufsicht. Was als Fanartikel beginnt, endet wom\u00f6glich als beaufsichtigtes Anlageprodukt.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Zwei Beh\u00f6rden, ein Trikot: wie die FMA Krypto-Sponsoren einordnet<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Hier setzt der \u00f6sterreichische Kern der Geschichte an. Sponsert eine Kryptob\u00f6rse oder ein Token-Emittent ein Esport-Team, ist in \u00d6sterreich die FMA die zust\u00e4ndige Beh\u00f6rde. Seit MiCA voll anwendbar ist, beaufsichtigt sie Kryptowerte-Dienstleister (CASP) und Emittenten; bis Ende 2025 hatte sie neun CASP zugelassen, wie die <a href='https:\/\/www.fma.gv.at\/micar-regime-voll-anwendbar-fma-uebernimmt-umfassende-aufsicht-ueber-krypto-markt-in-oesterreich\/'>FMA<\/a> selbst festh\u00e4lt. MiCA regelt Zulassung, Kapital, Verwahrung und Marktmissbrauch; Flaggschiff der heimischen Szene ist die Wiener B\u00f6rse Bitpanda.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die entscheidende Frage lautet: Ist ein Fan Token ein &bdquo;Kryptowert&ldquo; nach MiCA oder ein &bdquo;Finanzinstrument&ldquo; nach der Wertpapierrichtlinie MiFID II? Die europ\u00e4ische Wertpapieraufsicht ESMA hat dazu 2025 Kriterien pr\u00e4zisiert. Ein reiner Abstimmungs- oder Nutzungs-Token f\u00e4llt unter MiCA; sobald ein Token Beteiligungs- oder Gewinnrechte verbrieft, wie beim angek\u00fcndigten Socios Equity Token, kippt er in die volle Wertpapieraufsicht. F\u00fcr einen Sponsor entscheidet das dar\u00fcber, was er den Fans auf dem Trikot \u00fcberhaupt versprechen darf.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Wichtig ist die Grenze der Aufsicht: MiCA und FMA regulieren das Produkt des Sponsors, nicht den Sponsoring-Vertrag selbst. Ein Sponsoring ist Handelsrecht. Sobald aber ein Finanzprodukt an Verbraucherinnen und Verbraucher beworben wird, greifen Marketingregeln, und die Marktmissbrauchsbestimmungen unter MiCA (deren letzter Teil in \u00d6sterreich ab 28. Juli 2026 gilt) sowie der Anlegerschutz kommen ins Spiel. Ein Fan Token auf dem Trikot ist damit potenziell Werbung f\u00fcr ein reguliertes Finanzprodukt, nicht blo\u00df ein Logo.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>\u00d6sterreichs Gl\u00fccksspiel-Wende: das Ende des Monopols<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Ist der Sponsor dagegen ein Krypto-Casino oder Wettanbieter (Betpanda und Vergleichbare), ist nicht die FMA zust\u00e4ndig, sondern das Gl\u00fccksspielrecht. Und genau dort erlebt \u00d6sterreich den gr\u00f6\u00dften Umbruch seit Jahrzehnten. \u00dcber Jahre bestand faktisch ein Monopol, online geb\u00fcndelt bei den staatsnahen Anbietern, was die EU-Kommission und Gerichte wiederholt beanstandeten. 2026 legte die Regierung einen Reformentwurf vor, der das Monopol im Online-Bereich durch ein Mehr-Lizenz-System ersetzt. Der Entwurf ging bis 15. Juli 2026 in Begutachtung; am 4. August 2026 notifizierte das Finanzministerium den Entwurf bei der EU-Kommission, was eine dreimonatige Stillhaltefrist ausl\u00f6ste, wie <a href='https:\/\/europeangaming.eu\/portal\/latest-news\/2026\/08\/04\/210417\/austria-gambling-law-reform-eu-notification\/'>European Gaming<\/a> meldete.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Dass \u00d6sterreich \u00fcberhaupt reformiert, hat mit europ\u00e4ischem Recht zu tun. Die Dienstleistungs- und Niederlassungsfreiheit erlaubt Beschr\u00e4nkungen des Gl\u00fccksspiels nur, wenn sie koh\u00e4rent dem Spielerschutz dienen und nicht blo\u00df fiskalische Interessen absichern. Ein staatsnahes Monopol, das zugleich offensiv wirbt, geriet an diesem Punkt immer wieder unter Druck. Zahlreiche Anbieter aus anderen EU-Staaten dr\u00e4ngten \u00fcber die Grenze, gest\u00fctzt auf eben diese Freiheiten, und \u00f6sterreichische Gerichte mussten \u00fcber R\u00fcckforderungen von Spielern entscheiden. Das geplante Lizenzmodell ist der Versuch, diese Dauerbaustelle zu schlie\u00dfen: klare Regeln, kontrollierbare Anbieter und ein durchsetzbarer Rahmen statt einer Grauzone, in der niemand so recht zust\u00e4ndig ist.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Eckpunkte, aufbereitet von der Kanzlei <a href='https:\/\/www.dlapiper.com\/en-at\/insights\/blogs\/mse-today\/2026\/austria-s-online-gambling-reform-takes-shape-draft-legislation-published-for-public-consultation'>DLA Piper<\/a>: Lizenzen laufen zun\u00e4chst bis zu f\u00fcnf Jahre (Probephase) und danach bis zu zehn Jahre; die Lizenzgeb\u00fchr betr\u00e4gt 300.000 Euro, das eingezahlte Mindestkapital 10 Millionen Euro, der Sitz muss in \u00d6sterreich oder im EU\/EWR-Raum liegen. Zum Spielerschutz kommen Einzahlungslimits (250 Euro pro Woche f\u00fcr unter 26-J\u00e4hrige, 1.680 Euro pro Monat ab 26), ein anbieter\u00fcbergreifendes Sperrregister, Website- und Zahlungssperren sowie \u00f6ffentliche Blacklists illegaler Anbieter. Graumarkt-Anbieter m\u00fcssen ihr unlizenziertes Gesch\u00e4ft bis 1. J\u00e4nner 2027 einstellen. Eine unabh\u00e4ngige Gl\u00fccksspielbeh\u00f6rde ist vorgesehen, k\u00f6nnte aber auf sich warten lassen; bis dahin vergibt das Finanzministerium die Konzessionen.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Punkt<\/th><th>Geplante Regelung<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Modell<\/td><td>Multi-Lizenz statt Monopol<\/td><\/tr><tr><td>Lizenzdauer<\/td><td>bis zu 5 Jahre (Probe) + bis zu 10 Jahre Verl\u00e4ngerung<\/td><\/tr><tr><td>Lizenzgeb\u00fchr<\/td><td>300.000 Euro<\/td><\/tr><tr><td>Mindestkapital<\/td><td>10 Mio. Euro eingezahlt<\/td><\/tr><tr><td>Sitz<\/td><td>\u00d6sterreich oder EU\/EWR<\/td><\/tr><tr><td>Einzahlungslimit unter 26<\/td><td>250 Euro pro Woche<\/td><\/tr><tr><td>Einzahlungslimit ab 26<\/td><td>1.680 Euro pro Monat<\/td><\/tr><tr><td>Durchsetzung<\/td><td>Website- und Zahlungssperren, Blacklists<\/td><\/tr><tr><td>Ausstieg Graumarkt<\/td><td>bis 1. J\u00e4nner 2027<\/td><\/tr><tr><td>EU-Notifizierung<\/td><td>4. August 2026<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr das Esport-Sponsoring ist das hochrelevant. Ein legaler \u00f6sterreichischer Online-Gl\u00fccksspielmarkt bedeutet, dass Wettanbieter (ob mit Krypto oder ohne) heimische Teams und Events offener sponsern k\u00f6nnen, allerdings unter strengen Werbe- und Spielerschutzauflagen. Zugleich treffen unlizenzierte Krypto-Casinos, die \u00f6sterreichische Esport-Fans anvisieren, k\u00fcnftig auf Zahlungssperren und Blacklists. Die Reform formt also genau jene Ecke des Esport-Sponsorings um, in die das Krypto-Geld gerade str\u00f6mt.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Skins, Wetten und junge Fans: der Jugendschutz-Konflikt<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Der heikelste Punkt ist die \u00dcberschneidung der Zielgruppen. Das Esport-Publikum ist jung, und Gl\u00fccksspielaufseher f\u00fcrchten seit Jahren das Bewerben von Wetten und das sogenannte &bdquo;Skin-Gambling&ldquo;, bei dem virtuelle Waffenskins aus CS2 als faktische Casino-Chips eingesetzt werden. Krypto-Casinos versch\u00e4rfen das Problem um zwei Dimensionen: Anonymit\u00e4t und grenzenlose Erreichbarkeit. \u00d6sterreichs Einzahlungslimits f\u00fcr unter 26-J\u00e4hrige und das zentrale Sperrregister zielen genau auf dieses Umfeld.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Damit steht die Kernspannung der ganzen Branche im Raum: Ausgerechnet jene Zielgruppe, die den Esport f\u00fcr die Kryptowelt attraktiv machte, ist jene, die Aufseher am st\u00e4rksten sch\u00fctzen wollen. F\u00fcr ein Team ist ein Casino-Sponsor Geld heute, aber Reputations- und Regulierungsrisiko morgen, besonders wenn ein Teil des Publikums minderj\u00e4hrig ist. Wer heute unterschreibt, wettet darauf, dass die Regeln von morgen ihn nicht einholen.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Der \u00f6sterreichische Befund: A1, Bitpanda und die Leerstelle<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Wie sieht die heimische Szene selbst aus? Die A1 eSports League Austria, betrieben vom Telekom-Konzern A1 und eine der gr\u00f6\u00dften Ligen im deutschsprachigen Raum, wird vom Betreiber und klassischen Zahlungsdienstleistern getragen, nicht von Krypto. Und Bitpanda, das Aush\u00e4ngeschild der \u00f6sterreichischen Kryptobranche und einer der sichtbarsten Krypto-Sport-Sponsoren Europas, steckte sein Geld sichtbar in Fu\u00dfball und Tennis, nicht in den Esport. Das teuerste heimische Krypto-Sponsoring landete also beim \u00e4lteren, kaufkr\u00e4ftigeren Publikum, nicht bei der Gaming-Jugend.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die A1 eSports League Austria besteht seit vielen Jahren und z\u00e4hlt zu den etabliertesten Wettbewerben im deutschsprachigen Raum, mit Titeln wie League of Legends und Counter-Strike. Ihre Finanzierung st\u00fctzt sich auf einen Telekom-Konzern und klassische Marken, nicht auf Krypto-Wettanbieter, und genau das ist bemerkenswert: Der sichtbarste heimische Esport-Rahmen kommt ohne jene Sponsorenklasse aus, die international gerade das Feld \u00fcbernimmt. Ob das so bleibt, h\u00e4ngt auch von der Gl\u00fccksspiel-Reform ab. Sollte ein lizenzierter Wettmarkt entstehen, k\u00f6nnten regulierte Anbieter auch hierzulande auf Trikots und Turnierb\u00fchnen dr\u00e4ngen, dann allerdings unter Werbeauflagen, die es im Graumarkt nie gab.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Leerstelle ist aufschlussreich: Selbst das heimische Flaggschiff mied den Esport. F\u00fcr den \u00f6sterreichischen Esport bleibt damit das Feld weitgehend dem Wett- und Casino-Geld \u00fcberlassen, erg\u00e4nzt um gelegentliche globale B\u00f6rsen-Deals, die lokale Fans nur \u00fcber internationale Teams erreichen. Genau deshalb k\u00f6nnte die Gl\u00fccksspiel-Reform, nicht MiCA, das folgenreichere Regelwerk f\u00fcr die lokale Szene sein.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Das Steuer-Kleingedruckte f\u00fcr Fan-Token-Besitzer<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Fans, die tats\u00e4chlich einsteigen, kommt der \u00f6sterreichische Fiskus ins Spiel. Ein Fan Token ist steuerlich ein Kryptowert und unterliegt bei realisierten Gewinnen dem Sondersteuersatz von 27,5 Prozent (Paragraf 27a EStG, seit der \u00d6kosozialen Steuerreform 2022). Inl\u00e4ndische Plattformen behalten die Kapitalertragsteuer seit 1. J\u00e4nner 2024 automatisch ein. Wer also einen CHZ- oder Vitality-Token mit Gewinn verkauft, schuldet 27,5 Prozent; Verluste lassen sich mit anderen Kapitalgewinnen gegenrechnen. Belohnungen und Airdrops k\u00f6nnen eigene Regeln haben.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Das ist der stille Preis des Fan-Token-Versprechens: emotionale Bindung, als Token verpackt, aber besteuert wie ein Investment. Es unterstreicht, warum Dreyfus so beharrlich betont, es sei &bdquo;kein Investment&ldquo;, denn diese Formel ist ebenso juristische Haltung wie Marketing. F\u00fcr den Fan bedeutet es: Der Jubel-Token in der Wallet ist gegen\u00fcber dem Finanzamt eine steuerpflichtige Position.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Das Pariser Modell: Regeln, die Sponsoren jetzt akzeptieren m\u00fcssen<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">In Europa zeichnet sich eine Vorlage ab. Der Esports World Cup 2026 zog nach Paris (6. Juli bis 23. August 2026, Rekordpreisgeld von 75 Millionen US-Dollar). Frankreich \u00f6ffnete eine schmale T\u00fcr: Lizenzierte, bei der Aufsicht AMF registrierte Krypto-Firmen d\u00fcrfen sponsern (Trikot, Namen, digitale Inhalte), verboten sind aber Vor-Ort-Aktivierungen und direkte Token-Integrationen, wie <a href='https:\/\/cryptobriefing.com\/esports-world-cup-2026-paris-crypto-sponsors\/'>Crypto Briefing<\/a> zusammenfasst. Keine Token-Belohnungen f\u00fcr Einschaltquoten, keine NFT-Drops auf Matchausg\u00e4nge. Es ist Sponsoring ohne Finanzialisierung, dieselbe Logik wie beim Coinbase-Riot-Deal.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr \u00d6sterreich, dessen MiCA-\u00dcbergangsfrist am 1. Juli 2026 endet und dessen Gl\u00fccksspiel-Reform ein zweites Tor einzieht, ist das Pariser Modell eine plausible Vorschau: Krypto-Geld willkommen, Krypto-Mechanik nicht. F\u00fcr Sponsoren schrumpft das Wertversprechen damit auf schlichte Markensichtbarkeit, ein h\u00e4rterer Verkauf als der Traum von 2021, jeden Fan in einen Trader oder NFT-Besitzer zu verwandeln. Was ein guter Teil des Grundes ist, warum das Geld \u00fcberhaupt schrumpfte.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr \u00f6sterreichische Klubs und Turnierveranstalter ergibt sich daraus eine n\u00fcchterne Rechnung. Ein Krypto-Sponsor bringt heute selten das ganz gro\u00dfe Geld, daf\u00fcr aber \u00fcberschaubare Betr\u00e4ge, klare Auflagen und ein Gegen\u00fcber, das selbst reguliert ist. Das senkt die Fallh\u00f6he eines zweiten FTX, verlangt den Teams aber Sorgfalt ab: Sie m\u00fcssen pr\u00fcfen, ob ein Sponsor bei der FMA oder k\u00fcnftig bei der Gl\u00fccksspielbeh\u00f6rde zugelassen ist, was er auf dem Trikot verspricht und welche Zielgruppe die Kampagne trifft. Compliance wird damit vom l\u00e4stigen Anhang zum Teil der Sponsorensuche, ein Kulturwandel, den der Esport dem \u00fcbrigen Sport sogar voraushaben k\u00f6nnte.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Ausblick: was 2026\/27 entscheidet<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Drei Dinge sind zu beobachten. Erstens die Fu\u00dfball-WM (11. Juni bis 19. Juli 2026) mit Kraken als erstem Krypto-Supporter, ein Massentest, ob Krypto-Branding noch ein Stigma tr\u00e4gt. Zweitens \u00d6sterreichs Gl\u00fccksspiel-Reform nach der EU-Stillhaltefrist und der Graumarkt-Ausstieg zum 1. J\u00e4nner 2027, der dar\u00fcber entscheidet, ob Wett-Geld heimischen Esport legal sponsern darf. Drittens die Frage, ob Fan Tokens weiter Richtung Wertpapier driften (Socios Equity Token) und damit tiefer in die FMA- und MiFID-II-Aufsicht geraten.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der rote Faden: Das wilde, unregulierte Krypto-Esport-Geld von 2021 wird durch kleineres, reguliertes, compliance-gepr\u00fcftes Geld ersetzt, von B\u00f6rsen, die reine Markendeals akzeptieren, von Wettanbietern, die in einen lizenzierten Markt eintreten, und von Fan-Token-Firmen, die austesten, wo Fankultur endet und Finanz beginnt. Weniger spektakul\u00e4r als ein 210-Millionen-Dollar-Namensdeal. Aber sehr viel wahrscheinlicher von Dauer.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>H\u00e4ufige Fragen<\/h2><h3 class='wp-block-heading'>Warum ist das Krypto-Sponsoring im Esport so stark eingebrochen?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Ausl\u00f6ser war der FTX-Kollaps Ende 2022, der Deals wie das 210-Millionen-Dollar-Namensrecht mit TSM platzen lie\u00df und Krypto-Logos zum Reputationsrisiko machte. Dazu kommen ein junges, oft kapitalschwaches Publikum und sch\u00e4rfere Regulierung. Laut SportQuake fiel das Esport-Segment von rund 58 Millionen US-Dollar (2022) auf etwa 8 Millionen US-Dollar (2024\/25), ein Minus von rund 85 Prozent.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Welche Beh\u00f6rde ist in \u00d6sterreich f\u00fcr Krypto-Sponsoren zust\u00e4ndig?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Das h\u00e4ngt vom Sponsor ab. Bei einer Kryptob\u00f6rse oder einem Token-Emittenten ist die FMA unter der MiCA-Verordnung zust\u00e4ndig. Bei einem Krypto-Casino oder Wettanbieter greift das Gl\u00fccksspielrecht, derzeit \u00fcber das Finanzministerium und k\u00fcnftig \u00fcber eine geplante unabh\u00e4ngige Gl\u00fccksspielbeh\u00f6rde. Dieser doppelte Aufsichtsrahmen ist das Besondere an Krypto im Esport.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Sind Fan Tokens wie CHZ eine Investition?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Emittent Chiliz bezeichnet sie ausdr\u00fccklich als kein Investment, sondern als Zugang zu Abstimmungen, Belohnungen und Erlebnissen. Der Markt ist ern\u00fcchternd: CHZ liegt rund 98,5 Prozent unter seinem H\u00f6chststand von 2021. Steuerlich behandelt \u00d6sterreich sie dennoch als Kryptowert mit 27,5 Prozent auf Gewinne, und der neue Socios Equity Token r\u00fcckt sie n\u00e4her an ein echtes Wertpapier.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Darf ein Krypto-Casino ein \u00f6sterreichisches Esport-Team sponsern?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Derzeit ist die Lage eine Grauzone, weil \u00d6sterreichs Online-Gl\u00fccksspiel im Umbruch ist. Die geplante Reform schafft ein Lizenzsystem mit Spielerschutzauflagen; unlizenzierte Anbieter m\u00fcssen ihr Gesch\u00e4ft bis 1. J\u00e4nner 2027 einstellen und riskieren sonst Zahlungssperren und Blacklists. Legale, lizenzierte Wettanbieter k\u00f6nnten hingegen offener sponsern.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Was zahlt man in \u00d6sterreich auf Gewinne mit Fan Tokens?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Realisierte Gewinne aus Kryptowerten, wozu Fan Tokens z\u00e4hlen, unterliegen dem Sondersteuersatz von 27,5 Prozent nach Paragraf 27a EStG. Inl\u00e4ndische Plattformen behalten die Kapitalertragsteuer seit 1. J\u00e4nner 2024 automatisch ein. Verluste k\u00f6nnen mit anderen Kapitalgewinnen gegengerechnet werden.<\/p><script type=\"application\/ld+json\">{\"@context\":\"https:\/\/schema.org\",\"@type\":\"FAQPage\",\"mainEntity\":[{\"@type\":\"Question\",\"name\":\"Warum ist das Krypto-Sponsoring im Esport so stark eingebrochen?\",\"acceptedAnswer\":{\"@type\":\"Answer\",\"text\":\"Der Ausl\u00f6ser war der FTX-Kollaps Ende 2022, der Deals wie das 210-Millionen-Dollar-Namensrecht mit TSM platzen lie\u00df und Krypto-Logos zum Reputationsrisiko machte. Laut SportQuake fiel das Esport-Segment von rund 58 Millionen US-Dollar (2022) auf etwa 8 Millionen US-Dollar (2024\/25), ein Minus von rund 85 Prozent.\"}},{\"@type\":\"Question\",\"name\":\"Welche Beh\u00f6rde ist in \u00d6sterreich f\u00fcr Krypto-Sponsoren zust\u00e4ndig?\",\"acceptedAnswer\":{\"@type\":\"Answer\",\"text\":\"Das h\u00e4ngt vom Sponsor ab. Bei einer Kryptob\u00f6rse oder einem Token-Emittenten ist die FMA unter der MiCA-Verordnung zust\u00e4ndig. Bei einem Krypto-Casino oder Wettanbieter greift das Gl\u00fccksspielrecht, derzeit \u00fcber das Finanzministerium und k\u00fcnftig \u00fcber eine geplante unabh\u00e4ngige Gl\u00fccksspielbeh\u00f6rde.\"}},{\"@type\":\"Question\",\"name\":\"Sind Fan Tokens wie CHZ eine Investition?\",\"acceptedAnswer\":{\"@type\":\"Answer\",\"text\":\"Der Emittent Chiliz bezeichnet sie als kein Investment, sondern als Zugang zu Abstimmungen, Belohnungen und Erlebnissen. Der Markt ist ern\u00fcchternd: CHZ liegt rund 98,5 Prozent unter seinem H\u00f6chststand von 2021. Steuerlich behandelt \u00d6sterreich sie als Kryptowert mit 27,5 Prozent auf Gewinne.\"}},{\"@type\":\"Question\",\"name\":\"Darf ein Krypto-Casino ein \u00f6sterreichisches Esport-Team sponsern?\",\"acceptedAnswer\":{\"@type\":\"Answer\",\"text\":\"Derzeit ist die Lage eine Grauzone, weil \u00d6sterreichs Online-Gl\u00fccksspiel im Umbruch ist. Die geplante Reform schafft ein Lizenzsystem mit Spielerschutzauflagen; unlizenzierte Anbieter m\u00fcssen ihr Gesch\u00e4ft bis 1. J\u00e4nner 2027 einstellen und riskieren sonst Zahlungssperren und Blacklists.\"}},{\"@type\":\"Question\",\"name\":\"Was zahlt man in \u00d6sterreich auf Gewinne mit Fan Tokens?\",\"acceptedAnswer\":{\"@type\":\"Answer\",\"text\":\"Realisierte Gewinne aus Kryptowerten, wozu Fan Tokens z\u00e4hlen, unterliegen dem Sondersteuersatz von 27,5 Prozent nach Paragraf 27a EStG. Inl\u00e4ndische Plattformen behalten die Kapitalertragsteuer seit 1. J\u00e4nner 2024 automatisch ein.\"}}]}<\/script><p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Von Lukas Berger, HOGE Wire Gaming-Desk. Wien, 5. September 2026.<\/em><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Krypto-Rausch im Esport ist um 85 Prozent eingebrochen. Das Geld ist nicht weg: Es kommt nun von Wettanbietern und Fan-Token-Firmen, und trifft auf zwei Aufsichtsbeh\u00f6rden.<\/p>\n","protected":false},"author":6,"featured_media":377,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[8],"tags":[],"class_list":["post-376","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-gaming"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hoge.gg\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/376","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hoge.gg\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hoge.gg\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hoge.gg\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/6"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hoge.gg\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=376"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hoge.gg\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/376\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hoge.gg\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/377"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hoge.gg\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=376"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hoge.gg\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=376"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hoge.gg\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=376"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}