{"id":382,"date":"2026-09-06T04:47:07","date_gmt":"2026-09-06T04:47:07","guid":{"rendered":"https:\/\/hoge.gg\/at\/sui-gaming-zklogin-onboarding-phantom-slush-2026\/"},"modified":"2026-09-06T04:47:07","modified_gmt":"2026-09-06T04:47:07","slug":"sui-gaming-zklogin-onboarding-phantom-slush-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hoge.gg\/at\/sui-gaming-zklogin-onboarding-phantom-slush-2026\/","title":{"rendered":"Kein Seed, kein Gas: Sui Gamings Wette und Phantoms Abgang"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Am 24. September 2026 verschwindet Sui aus einer der meistgenutzten Multichain-Wallets. Phantom, gro\u00df geworden auf Solana und l\u00e4ngst \u00fcber Ethereum bis Bitcoin gewachsen, <a href='https:\/\/coingape.com\/phantom-wallet-to-end-sui-support-on-sept-24-amid-sharp-82-tvl-plunge\/'>stellt die Unterst\u00fctzung f\u00fcr das Sui-Netzwerk ein<\/a>. Ab diesem Datum zeigt Phantom keine Sui-Guthaben mehr an, wickelt keine Sui-Transaktionen ab und f\u00fchrt die Chain nicht mehr in der Netzwerkliste. Die Begr\u00fcndung ist n\u00fcchtern: schwache Aktivit\u00e4t, ein eingebrochener Total Value Locked, zu wenig Nachfrage, um den Aufwand zu rechtfertigen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die Gaming-These von Sui ist dieser R\u00fcckzug mehr als eine technische Randnotiz. Denn das eigentliche Versprechen, mit dem Sui um Studios und Spieler wirbt, liegt nicht in der Hardware und nicht im n\u00e4chsten Token-Chart. Es liegt in einer Schicht, die kein Spieler je bewusst sieht: dem Onboarding. Anmelden wie bei einem gew\u00f6hnlichen Web-Dienst, ohne Seed-Phrase, ohne vorher SUI zu kaufen, ohne \u00fcber Gasgeb\u00fchren nachzudenken. Wir haben die breite Erz\u00e4hlung von EVE Frontier bis zum TVL-Absturz bereits in einem <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/sui-gaming-eve-frontier-suiplay-tvl-2026\/'>eigenen \u00dcberblick<\/a> aufgearbeitet. Dieser Beitrag geht eine Ebene tiefer und schaut sich an, was passiert, wenn ausgerechnet eine gro\u00dfe externe Wallet die Chain verl\u00e4sst, w\u00e4hrend Sui darauf setzt, die Wallet f\u00fcr den Massenmarkt unsichtbar zu machen.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Der Ausl\u00f6ser: Phantom verl\u00e4sst Sui am 24. September<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Fakten zuerst. Nach dem Stichtag verschwindet Sui aus Phantom, die Verm\u00f6genswerte selbst bleiben jedoch on-chain und \u00fcber dieselbe Recovery-Phrase in jeder kompatiblen Wallet zug\u00e4nglich. Phantom empfiehlt seinen Nutzern ausdr\u00fccklich <a href='https:\/\/www.cryptopolitan.com\/phantom-will-drop-sui-support-in-september-as-network-activity-remains-weak\/'>Slush als Alternative<\/a>, die von der Sui Foundation bevorzugte Wallet. Als \u00dcbergangshilfe verzichtet Phantom bis zum 24. September auf seine Geb\u00fchr f\u00fcr Swaps von nativem SUI zu Wrapped SUI auf Solana; Netzwerk- und B\u00f6rsengeb\u00fchren fallen weiterhin an.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Man sollte den Schritt richtig gewichten. Eine Multichain-Wallet tr\u00e4gt f\u00fcr jede unterst\u00fctzte Kette laufende Kosten: Integrationen m\u00fcssen gepflegt, Knotenpunkte betrieben und Support-Anfragen beantwortet werden. F\u00e4llt die Nutzung unter eine Schwelle, ist das Streichen einer Kette eine betriebswirtschaftliche Entscheidung, keine ideologische. Phantom hat in der Vergangenheit mehrere Ketten priorisiert und andere zur\u00fcckgestellt; dass es nun Sui trifft, ist f\u00fcr sich genommen kein Todesurteil. Als Signal aber wiegt es schwer, weil es ausgerechnet die Kette betrifft, die Zug\u00e4nglichkeit zu ihrem wichtigsten Verkaufsargument gemacht hat.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Hintergrund ist ein handfester Aktivit\u00e4tsverfall. Der Total Value Locked auf Sui fiel von einem Hoch von rund 2,58 Milliarden US-Dollar im Oktober 2025 auf zuletzt etwa 470 Millionen US-Dollar, ein Minus von rund 82 Prozent laut <a href='https:\/\/defillama.com\/chain\/sui'>DefiLlama<\/a>. Der SUI-Token notiert nach <a href='https:\/\/www.coingecko.com\/en\/coins\/sui\/eur'>CoinGecko<\/a>-Daten bei rund 0,69 Euro, die Marktkapitalisierung liegt bei etwa drei Milliarden Euro, deutlich unter dem Rekord vom J\u00e4nner 2025. Wenn eine Wallet mit Millionen Nutzern eine Chain streicht, ist das ein Marktsignal: Infrastruktur folgt der Aktivit\u00e4t, nicht umgekehrt. Genau deshalb ist der Zeitpunkt heikel. Sui verkauft Gaming als Einstiegstor f\u00fcr Web2-Nutzer, und mitten in dieser Kampagne zieht sich ein prominenter Zugangspunkt zur\u00fcck.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Warum Onboarding das eigentliche Gaming-Problem ist<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Blockchain-Gaming ist an drei H\u00fcrden immer wieder gescheitert: an der Seed-Phrase, an der Gasgeb\u00fchr und an der Notwendigkeit, vor dem ersten Klick eine Kryptow\u00e4hrung zu besitzen. F\u00fcr jemanden, der ein Handyspiel herunterl\u00e4dt, ist jede dieser H\u00fcrden ein Abbruchgrund. Studios wissen das aus harten Conversion-Zahlen: Jeder zus\u00e4tzliche Schritt zwischen Installation und erster Spielhandlung kostet Nutzer.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Geschichte des Blockchain-Gamings ist eine Geschichte dieser Reibung. In der ersten Play-to-Earn-Welle mussten Spieler eine Wallet installieren, zw\u00f6lf W\u00f6rter notieren, eine fremde Kryptow\u00e4hrung besorgen und Netzwerkgeb\u00fchren verstehen, bevor sie \u00fcberhaupt loslegen konnten. F\u00fcr ein technikaffines Publikum war das machbar, f\u00fcr den durchschnittlichen Mobile-Gamer war es eine Mauer. Viele Titel verwechselten spekulative Anreize mit echtem Spielspa\u00df und verloren ihre Nutzer, sobald die Token-Belohnungen fielen. Die Lehre daraus pr\u00e4gt die Ans\u00e4tze von 2026: Nicht die Rendite soll neue Spieler anlocken, sondern ein Einstieg, der sich nicht wie Krypto anf\u00fchlt. Genau hier setzt Sui an.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Suis Antwort lautet, die Chain im Moment des Einstiegs verschwinden zu lassen. Nicht der Durchsatz ist das Verkaufsargument, sondern das, was die Ingenieure Account Abstraction nennen: Der Spieler soll sich anmelden wie \u00fcberall sonst im Netz und nichts von privaten Schl\u00fcsseln, Netzwerken oder Geb\u00fchren merken. Adeniyi Abiodun, Mitgr\u00fcnder von Mysten Labs, dem Unternehmen hinter Sui, nennt genau zwei dieser Bausteine, zkLogin und gaslose Transaktionen, als zentrale Voraussetzungen daf\u00fcr, Krypto massentauglich zu machen; Gamer sieht er dabei <a href='https:\/\/www.blockchaingamer.biz\/features\/interviews\/37980\/adeniyi-abiodun-mysten-labs-gaming-success-su\/'>als Wegbereiter des Onboardings<\/a> f\u00fcr eine breitere Nutzerschaft. Das ist die These, an der sich Sui messen lassen muss: Wer das Onboarding l\u00f6st, gewinnt den Massenmarkt. Ob das stimmt, ist die eigentliche Frage dieses Textes.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>zkLogin: Anmelden mit Google, ohne Seed-Phrase<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Das Herzst\u00fcck ist zkLogin. Damit meldet sich ein Spieler \u00fcber einen gewohnten Dienst an, etwa Google, Apple, Facebook oder Twitch, und im Hintergrund entsteht daraus eine Sui-Adresse, ohne dass jemals eine Seed-Phrase oder Recovery-Passphrase erzeugt wird. M\u00f6glich macht das ein Zero-Knowledge-Beweis: Aus dem Login-Token des Anbieters und einem geheimen Zusatzwert, dem sogenannten Salt, wird kryptografisch eine Adresse abgeleitet. Der ganze Trick besteht darin, dass die Chain nicht erf\u00e4hrt, welche Google-Identit\u00e4t dahintersteckt, und Google nicht erf\u00e4hrt, welche On-Chain-Adresse entsteht. Die <a href='https:\/\/docs.sui.io\/onchain-finance\/asset-custody\/wallets\/zk-login-wallets'>offizielle Sui-Dokumentation<\/a> beschreibt zkLogin als nicht-verwahrende L\u00f6sung; der Nutzer beh\u00e4lt die Kontrolle, nur eben ohne die zw\u00f6lf W\u00f6rter, an denen Web3 sonst scheitert.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Technisch l\u00e4uft das in mehreren Schritten ab, die der Spieler nie sieht. Die App erzeugt zun\u00e4chst ein kurzlebiges Schl\u00fcsselpaar und schickt den Nutzer zum gewohnten Login beim OpenID-Anbieter. Aus dem zur\u00fcckgelieferten Anmelde-Token, einem geheimen Salt und dem kurzlebigen Schl\u00fcssel entsteht ein Zero-Knowledge-Beweis, der gegen\u00fcber der Chain best\u00e4tigt, dass eine g\u00fcltige Anmeldung vorliegt, ohne die Identit\u00e4t offenzulegen. Die abgeleitete Sui-Adresse bleibt \u00fcber die Sitzungen hinweg stabil, w\u00e4hrend der kurzlebige Schl\u00fcssel nach einer festgelegten G\u00fcltigkeitsdauer abl\u00e4uft. Der Preis dieser Eleganz ist die Salt-Verwaltung: Geht der geheime Zusatzwert verloren, wird der Zugang zur Adresse zum Problem, weshalb die Umsetzung im Detail \u00fcber Sicherheit und Bequemlichkeit entscheidet.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Gaming ist das der entscheidende Hebel. Ein Studio kann einen Login-Button einbauen, der sich f\u00fcr den Spieler exakt so anf\u00fchlt wie in jedem anderen Free-to-Play-Titel. Kein Wallet-Download, kein Notieren von W\u00f6rtern, kein Merksatz auf Papier. Genau diesen Weg geht auch das prominenteste Sui-Spiel: EVE Frontier von CCP Games erlaubt es Spielern, sich mit einer normalen E-Mail-Adresse anzumelden, statt Wallet-Zugangsdaten zu verwalten, wie die <a href='https:\/\/www.sui.io\/blog\/eve-frontier-migrates-to-sui-hackathon-live'>Sui-Foundation im Detail beschreibt<\/a>. Die Blockchain ist noch da, sie ist nur nicht mehr im Weg.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Sponsored Transactions: Spielen ohne eigenes SUI<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die zweite H\u00fcrde ist das Gas. In einem klassischen Web3-Spiel m\u00fcsste ein Neuling erst SUI kaufen, bevor er eine einzige On-Chain-Aktion ausf\u00fchren kann, denn jede Transaktion kostet eine kleine Geb\u00fchr. F\u00fcr Onboarding ist das ein K.o.-Kriterium: Niemand l\u00e4dt ein Spiel herunter, um dann an einer Kryptob\u00f6rse ein Guthaben aufzuladen, nur um die erste Bewegung zu machen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Sponsored Transactions drehen dieses Modell um. Statt des Spielers zahlt das Studio die Gasgeb\u00fchr, \u00fcber eine sogenannte Gas Station oder einen Gas Pool. Der Spieler unterschreibt die Aktion, die Kosten \u00fcbernimmt im Hintergrund der Entwickler. Die <a href='https:\/\/docs.sui.io\/references\/gaming'>Gaming-Dokumentation von Sui<\/a> f\u00fchrt daf\u00fcr das Spiel ShadowQuest als Beispiel an, das \u00fcber den Enoki Gas Pool s\u00e4mtliche Spieler-Transaktionen sponsert, sodass die Nutzer nie direkt f\u00fcr Gas aufkommen. Auch EVE Frontier nutzt diesen Mechanismus, damit CCP das Gas tr\u00e4gt und Spieler sich um das \u00dcberleben an der Grenze k\u00fcmmern k\u00f6nnen statt um Netzwerkkosten. Aus Sicht des Nutzers ist die Wirtschaft der Chain schlicht unsichtbar. Aus Sicht des Studios ist sie ein Marketingbudget, denn irgendjemand zahlt am Ende die Rechnung.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Enoki: Das Entwickler-SDK hinter der Abstraktion<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">zkLogin und Sponsored Transactions selbst zu bauen, mit Beweiserzeugung, Salt-Verwaltung und OAuth-Konfiguration, ist aufwendig. Genau hier setzt Enoki an, ein Produkt von Mysten Labs, das beide Funktionen hinter einer einfachen Schnittstelle b\u00fcndelt. Entwickler registrieren ihre App, konfigurieren die Login-Anbieter und greifen per API-Schl\u00fcssel auf zkLogin und gesponserte Transaktionen zu; die schwierige Kryptografie im Hintergrund \u00fcbernimmt Enoki. Mysten Labs beschreibt Enoki in einem <a href='https:\/\/www.mystenlabs.com\/blog\/enoki-next-generation-customer-experiences'>Blogbeitrag<\/a> als Baukasten f\u00fcr nahtlose Nutzererlebnisse, den es gegen ein monatliches Abo in Fiat gibt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Konkret nimmt Enoki den Studios genau die Teile ab, an denen interne Teams sonst scheitern. Der Dienst betreibt die Beweiserzeugung f\u00fcr zkLogin, verwaltet die heiklen Salt-Werte, stellt den Gas-Pool f\u00fcr gesponserte Transaktionen bereit und liefert ein Dashboard, \u00fcber das Entwickler Anmeldeanbieter, Limits und Kostenkontrolle steuern. Ein Studio ohne eigene Krypto-Abteilung kann damit in Tagen statt Monaten ein Onboarding bauen, das sich wie ein moderner Web-Dienst anf\u00fchlt. F\u00fcr Sui ist das strategisch entscheidend: Je einfacher es wird, ein Spiel anzuschlie\u00dfen, desto eher entscheidet sich ein Studio \u00fcberhaupt f\u00fcr diese Chain statt f\u00fcr einen Konkurrenten.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Das ist die Produktisierung der Abstraktion. Ein Studio muss kein Krypto-Team aufbauen, um seedloses Onboarding und gasloses Spielen anzubieten; es abonniert eine Dienstleistung. Damit wird aus einer technischen Idee ein Gesch\u00e4ftsmodell, und zugleich ein Abh\u00e4ngigkeitsverh\u00e4ltnis, auf das wir weiter unten zur\u00fcckkommen. Die folgende Tabelle ordnet die Schichten, die zusammen Suis Onboarding-Versprechen tragen.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Schicht<\/th><th>Was sie l\u00f6st<\/th><th>Beispiel<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>zkLogin<\/td><td>Anmeldung ohne Seed-Phrase (Login via Google, Apple, Facebook, Twitch)<\/td><td>EVE Frontier: E-Mail-Login<\/td><\/tr><tr><td>Sponsored Transactions<\/td><td>Spielen ohne eigenes SUI, das Studio zahlt Gas<\/td><td>ShadowQuest: Enoki Gas Pool<\/td><\/tr><tr><td>Enoki<\/td><td>Entwickler-API, die zkLogin und Gas-Sponsoring b\u00fcndelt<\/td><td>Monats-Abo statt Eigenbau<\/td><\/tr><tr><td>Slush<\/td><td>Erst-Wallet mit Social- und Passphrase-Konten<\/td><td>Von der Sui Foundation empfohlener Phantom-Ersatz<\/td><\/tr><tr><td>Walrus<\/td><td>Dezentrale Speicherung von Spiel-Assets und Medien<\/td><td>Pudgy Penguins, Flatlander<\/td><\/tr><tr><td>Seal<\/td><td>Zugriffskontrolle und Verschl\u00fcsselung \u00fcber On-Chain-Policies<\/td><td>Gated Content, verschl\u00fcsselte Assets<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><h2 class='wp-block-heading'>Slush: Was aus dem Sui Wallet wurde<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Damit zur Wallet-Ebene, an der sich Phantoms R\u00fcckzug direkt zeigt. Slush ist die von Mysten Labs gebaute Wallet und im April 2025 aus der Zusammenlegung von Sui Wallet und Stashed hervorgegangen, wie das Unternehmen in einem <a href='https:\/\/www.mystenlabs.com\/blog\/sui-wallet-and-stashed-are-now-slush'>Blogeintrag<\/a> erl\u00e4utert. Sie bietet zwei Wege in ein Konto: das Social-Login \u00fcber zkLogin, das eine Adresse ohne Passphrase erzeugt, und das klassische Konto mit Wiederherstellungssatz. Beide Kontotypen lassen sich in einer einzigen Slush-Wallet halten, \u00fcber Web, Mobil und Browser-Erweiterung hinweg.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Gaming z\u00e4hlt dabei jedes Detail der Bedienung. Slush unterst\u00fctzt mehrere Konten nebeneinander, synchronisiert \u00fcber Ger\u00e4te hinweg und lehnt sich mit modernen Anmeldeverfahren an das an, was Spieler aus App-Stores kennen. Wer sich per Social-Login anmeldet, bleibt trotzdem im Besitz seiner Verm\u00f6genswerte, denn die zugrunde liegende Adresse ist nicht-verwahrend. Gegen dieses first-party Modell spricht das \u00d6kosystem-Argument: Ein Netzwerk ist widerstandsf\u00e4higer, wenn viele unabh\u00e4ngige Wallets es tragen, statt dass eine hauseigene L\u00f6sung alles b\u00fcndelt. Phantoms Abgang verschiebt dieses Gleichgewicht sp\u00fcrbar in Richtung Mysten Labs.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Ironie ist offensichtlich. W\u00e4hrend eine gro\u00dfe, chain-\u00fcbergreifende Wallet das \u00d6kosystem verl\u00e4sst, konsolidiert sich der Zugang auf die hauseigene Wallet des Netzwerks. Bullisch gelesen hei\u00dft das: Sui kontrolliert den gesamten Onboarding-Pfad selbst und kann zkLogin, Gas-Sponsoring und Asset-Handling perfekt aufeinander abstimmen. B\u00e4risch gelesen hei\u00dft es: Ein externer Anbieter hat kein tragf\u00e4higes Gesch\u00e4ft mehr in Sui gesehen, und die Nutzer haben k\u00fcnftig weniger Auswahl. Beide Lesarten stimmen gleichzeitig. F\u00fcr einen \u00f6sterreichischen Spieler, der bisher Phantom nutzte, ist die praktische Folge simpel: rechtzeitig eine kompatible Wallet einrichten, die Recovery-Phrase sichern und die Assets pr\u00fcfen, bevor der 24. September kommt.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Walrus und Seal: Wo die Spiel-Assets liegen<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Onboarding endet nicht am Login. Ein Spiel besteht aus Bildern, Modellen, Metadaten und Inhalten, die irgendwo liegen m\u00fcssen, und aus Rechten, die regeln, wer auf was zugreifen darf. F\u00fcr den Speicher hat Mysten Labs Walrus gebaut, ein dezentrales Speichernetz, das seit dem <a href='https:\/\/thedefiant.io\/news\/blockchains\/sui-based-decentralized-storage-protocol-walrus-launches-mainnet'>Mainnet-Start am 27. M\u00e4rz 2025<\/a> l\u00e4uft und Kapazit\u00e4ten im Petabyte-Bereich erreicht hat; unter den Projekten, die es nutzen, sind etwa Pudgy Penguins. Evan Cheng, Mitgr\u00fcnder und CEO von Mysten Labs, beschreibt Walrus als &bdquo;programmierbaren, dauerhaften Speicher&ldquo;, der die Funktionalit\u00e4t von Sui erheblich erweitere, weil er nicht blo\u00df Ablage sei, sondern selbst Logik tragen k\u00f6nne.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Technisch zerlegt Walrus gro\u00dfe Dateien in Fragmente, verteilt sie mit einem Erasure-Coding-Verfahren \u00fcber viele unabh\u00e4ngige Speicherknoten und stellt sicher, dass die Daten selbst dann rekonstruierbar bleiben, wenn ein Teil der Knoten ausf\u00e4llt. Bezahlt wird die Speicherung \u00fcber den WAL-Token, w\u00e4hrend On-Chain-Referenzen den Bezug zum Spielobjekt herstellen. Der Unterschied zum klassischen Modell ist grundlegend: Legt ein Studio seine Assets auf zentralen Servern ab und schaltet die Server eines Tages ab, verschwindet der vermeintliche Besitz. Liegen dieselben Assets auf Walrus, \u00fcberleben sie den einzelnen Anbieter. Genau diese Dauerhaftigkeit macht das Reden von echtem Eigentum erst glaubw\u00fcrdig.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die Rechte-Ebene gibt es Seal, ein dezentrales Secrets-Management, das Mysten Labs zun\u00e4chst im <a href='https:\/\/www.mystenlabs.com\/blog\/mysten-labs-launches-seal-decentralized-secrets-management-on-testnet'>Testnet vorstellte<\/a>. Seal verschl\u00fcsselt Inhalte per Threshold-Verfahren und kn\u00fcpft die Entschl\u00fcsselung an Zugriffsregeln, die als Move-Policy on-chain definiert sind. Ein Studio kann damit etwa Inhalte so ablegen, dass nur Besitzer eines bestimmten Objekts sie entschl\u00fcsseln k\u00f6nnen, und die Daten selbst auf Walrus speichern. Zusammen ergeben die beiden das, was der Login \u00fcberhaupt erst wertvoll macht: echtes, portables Eigentum an Spiel-Assets, das nicht in der Datenbank eines einzelnen Servers eingesperrt ist. Ohne diese Schicht w\u00e4re das seedlose Onboarding nur eine bequemere T\u00fcr zu denselben geschlossenen Systemen wie im klassischen Gaming.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>EVE Frontier als Praxistest der Abstraktion<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Der sch\u00e4rfste Test dieser These ist EVE Frontier. Das \u00dcberlebens-MMO von CCP Games, dem Studio hinter EVE Online, hatte sich Ende 2025 \u00f6ffentlichkeitswirksam von einem Ethereum-Layer-2 abgewandt und <a href='https:\/\/cryptobriefing.com\/eve-frontier-sui-blockchain-gaming-integration\/'>Sui als Blockchain-Grundlage gew\u00e4hlt<\/a>. Mit dem Zyklus 5, betitelt Shroud of Fear, migrierte das Spiel am 11. M\u00e4rz 2026 auf Suis Testnet; begleitend lief ein Hackathon, der 123 Einreichungen anzog. Sp\u00e4ter \u00f6ffnete CCP eine kostenlose Testphase, das Spiel befindet sich weiterhin im Founder Access, also in einer fr\u00fchen Zugangsstufe.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Zur Einordnung: EVE Frontier ist kein kleines Krypto-Experiment, sondern ein anspruchsvolles Survival-Spiel im selben Science-Fiction-Kosmos wie das zwei Jahrzehnte alte EVE Online. Spieler bauen in einer rauen, einheitlichen Spielwelt Au\u00dfenposten und sogenannte Smart Assemblies, programmierbare Objekte, deren Zustand und Geschichte on-chain liegen. Genau diese Verzahnung von Spiellogik und Blockchain macht das Projekt zum harten Pr\u00fcfstein: Ein MMO mit Tausenden gleichzeitigen Aktionen ist der unvers\u00f6hnlichste Test f\u00fcr Finalit\u00e4t, Kosten und Onboarding zugleich. Gelingt CCP hier der Nachweis, dass sich Spieler per E-Mail anmelden und komplexe On-Chain-Wirtschaft betreiben, ohne je an Krypto zu denken, w\u00e4re das ein Signal f\u00fcr die gesamte Branche.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Entscheidend ist die Begr\u00fcndung, die CCP f\u00fcr Sui gibt: Finalit\u00e4t im Subsekundenbereich, damit das Spiel bei steigender Aktivit\u00e4t reaktionsschnell bleibt; zkLogin, damit sich Spieler mit einer E-Mail statt mit Wallet-Zugangsdaten anmelden; und Sponsored Transactions, damit CCP die Gasgeb\u00fchren \u00fcbernimmt. Anders gesagt: EVE Frontier ist nicht blo\u00df ein weiteres Spiel auf Sui, es ist der Beleg daf\u00fcr, dass ein komplexes MMO die gesamte Onboarding-Wette in der Praxis eingeht. Wenn Spieler, die sich per E-Mail anmelden und nie eine Gasgeb\u00fchr sehen, dauerhaft bleiben, ist der Beweis erbracht. Solange das Spiel im Testnet und im Founder Access steckt, bleibt es jedoch genau das: ein Test, kein Urteil.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Der Realit\u00e4tscheck: Onboarding ist nicht Bindung<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Hier kommt die unbequeme Zahl. Selbst mit erstklassigem Onboarding ist die Aktivit\u00e4t auf Sui gefallen. Laut dem <a href='https:\/\/messari.io\/report\/state-of-sui-q3-2025'>State-of-Sui-Bericht von Messari<\/a> sank die durchschnittliche Zahl t\u00e4glich aktiver Adressen von rund 879.000 im Jahr 2025 auf etwa 268.000 im ersten Halbjahr 2026 und lag am 30. Juni bei 120.554. Dazu der TVL-Einbruch um 82 Prozent, den Messari auf eine Mischung aus Marktabschwung, DeFi-Exploits und Verkaufsdruck aus Token-Freischaltungen zur\u00fcckf\u00fchrt. Phantoms R\u00fcckzug ist ein Symptom dieser Entwicklung, keine ihrer Ursachen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Dabei ist eine Unterscheidung fair: Der Total Value Locked misst in Kapital gebundenes DeFi-Geld, nicht die Zahl der Spieler. Ein Gaming-\u00d6kosystem kann theoretisch wachsen, w\u00e4hrend spekulatives Kapital abflie\u00dft, denn beide Kennzahlen h\u00e4ngen nicht zwingend zusammen. Der TVL-Sturz auf Sui ging laut Messari auch auf DeFi-Exploits und den Verkaufsdruck aus Token-Freischaltungen zur\u00fcck, also auf Faktoren jenseits des Gamings. Nur n\u00fctzt diese Feinheit wenig, wenn zugleich die t\u00e4glich aktiven Adressen einbrechen und eine gro\u00dfe Wallet die Chain verl\u00e4sst: Beides misst Aufmerksamkeit, und Aufmerksamkeit ist die W\u00e4hrung, um die Gaming-Chains konkurrieren.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Lehre ist ern\u00fcchternd: Seedloses Login und gasloses Spielen l\u00f6sen die Akquise, nicht die Bindung. Sie senken die Schwelle, hinter der T\u00fcr einzutreten, sagen aber nichts dar\u00fcber, ob es drinnen etwas gibt, das die Spieler h\u00e4lt. Wenn ein Spiel nach dem reibungslosen Einstieg keine Tiefe, keine funktionierende \u00d6konomie und keine Community bietet, verpufft der Vorteil. Guilds und Spieler-Netzwerke, die fr\u00fcher \u00fcber Play-to-Earn-Stipendien Nutzer zuf\u00fchrten, haben ihre Modelle ohnehin umgebaut, wie unsere Analyse zur <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/ygg-scholar-datenarbeiter-ki-wende-2026\/'>Wende von Yield Guild Games<\/a> zeigt. Onboarding zu perfektionieren, w\u00e4hrend die Retention offen bleibt, ist wie eine breitere Autobahnauffahrt zu bauen, ohne zu wissen, ob die Stadt dahinter Arbeit bietet.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Immutable, Ronin und Beam: Wer onboardet besser?<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Sui ist mit seedlosem Onboarding keineswegs allein. Immutable bietet mit Passport ein sehr \u00e4hnliches Erlebnis: Nutzer legen ein Konto per E-Mail und Einmalcode oder \u00fcber Social-Login an, im Hintergrund entsteht eine nicht-verwahrende Wallet, ohne Passwort und ohne Zw\u00f6lf-Wort-Phrase. Die privaten Schl\u00fcssel liegen laut Immutable in einem gesicherten Schl\u00fcsseltresor und werden \u00fcber die Anmeldung entsperrt, wie der Anbieter auf seiner <a href='https:\/\/www.immutable.com\/passport'>Passport-Seite<\/a> darstellt. Wie stark diese Onboarding-Schicht in eine Vertriebsmaschine \u00fcbersetzt wird, haben wir am Beispiel von <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/immutable-audience-steam-wunschlisten-imx-2026\/'>Immutable Audience und der Steam-Wunschliste<\/a> beschrieben.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Sky Mavis f\u00fchrt Ronin-Nutzer \u00fcber Ronin Waypoint mit Social- und E-Mail-Login ins Spiel, und die Avalanche-Gaming-Chain Beam setzt ebenfalls auf niedrigschwellige Einstiege; deren wirtschaftliche Grundlage haben wir in der Analyse zu den <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/beam-nodes-dual-staking-gaming-l1-oekonomie-2026\/'>Beam-Nodes und dem Dual-Staking<\/a> aufgeschl\u00fcsselt. Die Konsequenz: Seedloses Onboarding ist 2026 kein Alleinstellungsmerkmal mehr, sondern Branchenstandard. Suis Differenzierung liegt nicht im Login allein, sondern im Zusammenspiel aus Login, gasloser Ausf\u00fchrung, programmierbarem Speicher, Zugriffskontrolle und einer eigenen Hardware-Wette. Die folgende Tabelle stellt die Onboarding-Merkmale gegen\u00fcber.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Plattform<\/th><th>Login ohne Seed-Phrase<\/th><th>Gaslos m\u00f6glich<\/th><th>Eigene Wallet-Marke<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Sui<\/td><td>Ja (zkLogin)<\/td><td>Ja (Sponsored Transactions)<\/td><td>Slush<\/td><\/tr><tr><td>Immutable<\/td><td>Ja (E-Mail\/OTP, Social)<\/td><td>Ja (Passport-Abstraktion)<\/td><td>Passport<\/td><\/tr><tr><td>Ronin (Sky Mavis)<\/td><td>Ja (Ronin Waypoint)<\/td><td>teilweise<\/td><td>Ronin Waypoint<\/td><\/tr><tr><td>Beam (Avalanche L1)<\/td><td>Ja (Social-Login)<\/td><td>teilweise, \u00fcber Partner<\/td><td>Partner-Wallets<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><h2 class='wp-block-heading'>Was FMA und MiCA f\u00fcr die unsichtbare Wallet bedeuten<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Je unsichtbarer die Wallet, desto interessanter die Rechtsfrage. Eine \u00fcber zkLogin abgeleitete Slush-Adresse ist nicht-verwahrend: Der Nutzer, nicht Mysten Labs, kontrolliert den Schl\u00fcssel. Reines nicht-verwahrendes Wallet-Software f\u00e4llt in der Regel nicht unter die Verwahr-Erlaubnispflicht der EU-Kryptoverordnung MiCA. Sobald aber ein Dienst wie Enoki oder ein Gas-Sponsor kommerziell dazwischentritt, lohnt der genaue Blick, wo eine Kryptowerte-Dienstleistung beginnt. Zust\u00e4ndige Aufsicht in \u00d6sterreich ist die FMA. Sie nimmt seit dem 1. Oktober 2024 Antr\u00e4ge auf CASP-Zulassung entgegen; die Vorschriften zur Zulassung und laufenden Beaufsichtigung von Krypto-Dienstleistern gelten seit dem 30. Dezember 2024, wie die <a href='https:\/\/www.fma.gv.at\/querschnittsthemen\/markets-in-crypto-assets-regulation-micar\/informationen-fuer-casp-zulassungswerber\/'>FMA auf ihrer MiCAR-Seite<\/a> ausf\u00fchrt. Die verk\u00fcrzte \u00dcbergangsfrist f\u00fcr \u00d6sterreich endet am 1. Juli 2026.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr In-Game-Token und NFTs ist eine zweite Grenze wichtig. Die europ\u00e4ische Wertpapieraufsicht ESMA hat am 19. M\u00e4rz 2025 <a href='https:\/\/www.esma.europa.eu\/esmas-activities\/digital-finance-and-innovation\/markets-crypto-assets-regulation-mica'>Leitlinien ver\u00f6ffentlicht<\/a>, wann ein Krypto-Asset, ausdr\u00fccklich auch Utility-Token, NFTs und hybride Token, als Finanzinstrument nach MiFID II gilt. F\u00e4llt ein Spiel-Token in diese Kategorie, greift nicht MiCA, sondern das strengere Wertpapierrecht, in \u00d6sterreich beaufsichtigt durch die FMA. Auch Krypto-Derivate wie Futures oder Perpetuals sind Finanzinstrumente unter MiFID II und nicht Gegenstand von MiCA. Wer die makro\u00f6konomische Seite dieser Instrumente verstehen will, findet in unserer Erkl\u00e4rung zur <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/derivate-positionierung-karte-nicht-markt-2026\/'>Derivate-Positionierung<\/a> den passenden Rahmen. F\u00fcr den durchschnittlichen Sui-Spieler bleibt die Botschaft: Die Abstraktion macht die Chain unsichtbar, die Rechtslage bleibt es nicht.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Steuer f\u00fcr \u00f6sterreichische Spieler: Token, NFT oder laufendes Einkommen?<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Gerade die Unsichtbarkeit des Onboardings schafft eine steuerliche Falle. Wer sich per Google anmeldet und nie eine Gasgeb\u00fchr sieht, merkt wom\u00f6glich gar nicht, dass er on-chain handelt, doch die Steuerpflicht bleibt bestehen. In \u00d6sterreich gelten SUI und der Walrus-Token WAL als Kryptow\u00e4hrung und unterliegen dem Sondersteuersatz von 27,5 Prozent nach Paragraf 27a EStG; inl\u00e4ndische Plattformen ziehen die KESt seit dem 1. J\u00e4nner 2024 automatisch ab.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Wichtig ist die Abgrenzung im Alltag. Tauscht ein Spieler etwa SUI gegen einen anderen Krypto-Verm\u00f6genswert oder verkauft ihn gegen Euro, ist der realisierte Gewinn grunds\u00e4tzlich mit 27,5 Prozent zu erfassen, unabh\u00e4ngig davon, wie lange er gehalten wurde. Wickelt die Handelsplattform das im Inland ab, f\u00fchrt sie die Steuer oft direkt ab; bei ausl\u00e4ndischen oder dezentralen Anwendungen bleibt die Erkl\u00e4rungspflicht beim Nutzer. Gerade weil das seedlose Onboarding jeden On-Chain-Vorgang so beil\u00e4ufig wirken l\u00e4sst, wird eine saubere Dokumentation der Transaktionen zur eigentlichen Herausforderung.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Bei In-Game-NFTs ist die Lage anders und heikler. NFTs gelten steuerlich nicht als Kryptow\u00e4hrung, sondern fallen unter das Spekulationsgesch\u00e4ft nach Paragraf 31 EStG. Verkauft ein Spieler ein NFT innerhalb eines Jahres nach Anschaffung mit Gewinn, wird dieser nach dem progressiven Tarif besteuert, der bis zu 55 Prozent erreichen kann; nach Ablauf der Jahresfrist ist der Verkauf steuerfrei. Laufende Belohnungen aus Play-to-Earn wiederum k\u00f6nnen als laufende Eink\u00fcnfte zu bewerten sein und im Zuflusszeitpunkt der Besteuerung unterliegen. Die folgende \u00dcbersicht fasst die drei F\u00e4lle zusammen; sie ersetzt keine Steuerberatung.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Verm\u00f6genswert<\/th><th>Rechtsgrundlage<\/th><th>Behandlung<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>SUI, WAL (Kryptow\u00e4hrung)<\/td><td>Paragraf 27a EStG<\/td><td>27,5 Prozent Sondersteuersatz; KESt-Abzug bei inl\u00e4ndischen Plattformen seit 1.1.2024<\/td><\/tr><tr><td>In-Game-NFT<\/td><td>Paragraf 31 EStG (Spekulationsgesch\u00e4ft)<\/td><td>Steuerpflichtig bei Verkauf binnen eines Jahres, Tarif bis 55 Prozent; danach steuerfrei<\/td><\/tr><tr><td>Play-to-Earn-Belohnung<\/td><td>laufende Eink\u00fcnfte<\/td><td>Nach Tarif zu versteuern, Bewertung im Zuflusszeitpunkt<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><h2 class='wp-block-heading'>Die Risiken: OAuth-Abh\u00e4ngigkeit, zentrale Abstraktion, Liquidit\u00e4t<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Jede Bequemlichkeit hat einen Preis. zkLogin h\u00e4ngt an den Login-Anbietern: \u00c4ndert Google seine OAuth-Regeln, sperrt ein Anbieter ein Konto oder verliert ein Nutzer den Zugang zu seinem Google-Account, wird die Wiederherstellung der abgeleiteten Adresse zur delikaten Frage, die stark von der Salt-Verwaltung abh\u00e4ngt. Wer bequem \u00fcber einen Konzern einsteigt, macht seine Krypto-Identit\u00e4t ein St\u00fcck weit von diesem Konzern abh\u00e4ngig.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Hinzu kommt eine regulatorische Grauzone. Solange eine Wallet rein nicht-verwahrend ist, bleibt sie meist au\u00dferhalb der Erlaubnispflicht; sobald aber ein Dienstleister Gas sponsert, Schl\u00fcsselkomponenten betreibt oder Verwahrfunktionen anbietet, verschiebt sich die Einordnung. F\u00fcr Studios, die \u00f6sterreichische Spieler ansprechen, ist das kein akademisches Problem, sondern eine Frage der Compliance-Kosten. Die konkreten Bruchstellen der Onboarding-Wette lassen sich in f\u00fcnf Punkten b\u00fcndeln:<\/p><ul class='wp-block-list'><li>Anbieter-Risiko: zkLogin setzt auf externe OAuth-Dienste wie Google oder Apple, deren Regeln sich \u00e4ndern k\u00f6nnen.<\/li><li>Zentralisierung der Abstraktion: Enoki und gesponserte Transaktionen laufen \u00fcber Dienste, die jemand betreiben und bezahlen muss; das Gas-Sponsoring ist ein Kostenblock, kein Naturgesetz.<\/li><li>Einzel-Anbieter-Risiko: Slush, Enoki, Walrus und Seal stammen alle aus dem Mysten-Umfeld, was die Abstimmung erleichtert, aber die Abh\u00e4ngigkeit von einem Anbieter erh\u00f6ht.<\/li><li>Infrastruktur-R\u00fcckzug: Phantoms Abgang zeigt, dass externe Dienstleister eine Chain jederzeit verlassen k\u00f6nnen, wenn die Aktivit\u00e4t fehlt.<\/li><li>Liquidit\u00e4tsrisiko: Ein um 82 Prozent gefallener TVL bedroht die Sekund\u00e4rm\u00e4rkte, ohne die echtes Eigentum an Spiel-Assets seinen wirtschaftlichen Sinn verliert.<\/li><\/ul><p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Risiken sind nicht theoretisch. Wenn die Onboarding-Kosten dauerhaft ein Studio tragen muss, h\u00e4ngt die reibungslose Erfahrung an einem Marketingbudget, das in schlechten Zeiten als Erstes gek\u00fcrzt wird. Und die Liquidit\u00e4tsfrage ist die h\u00e4rteste von allen: Ein Marktplatz ohne K\u00e4ufer macht aus &bdquo;echtem Eigentum&ldquo; ein wertloses Zertifikat.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Ausblick: Die Abstraktion ist gel\u00f6st, die Bindung nicht<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Fassen wir zusammen. Sui hat, gemeinsam mit Wettbewerbern wie Immutable, Ronin und Beam, das technische Onboarding-Problem weitgehend gel\u00f6st. Anmelden ohne Seed-Phrase, spielen ohne Gas, echtes Eigentum \u00fcber Walrus und Seal: Das ist keine Vision mehr, sondern ein Produkt, das in EVE Frontier bereits im Feld steht. Evan Cheng bringt die dahinterliegende Wette auf den Punkt, wenn er \u00fcber Suis Gaming-Ambitionen sagt: <a href='https:\/\/www.theblock.co\/post\/320811\/mysten-labs-ceo-evan-cheng-says-suis-gaming-device-is-a-software-play'>&bdquo;Hardware is almost like a commodity; it&#8217;s the software experience that&#8217;s the magic, that&#8217;s how you win&ldquo;<\/a>. Die Magie soll in der Software liegen, nicht im Ger\u00e4t und nicht im Token.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Das ungel\u00f6ste Problem ist die Bindung. Die fallenden Adress- und TVL-Zahlen zeigen, dass ein perfekter Einstieg wenig n\u00fctzt, wenn danach zu wenig passiert. Phantoms R\u00fcckzug ist der Weckruf: Infrastruktur folgt der Aktivit\u00e4t. Woran sich Suis Gaming-These in den kommenden Monaten messen lassen muss, ist deshalb nicht die Eleganz des Logins, sondern drei n\u00fcchterne Fragen. Bringt EVE Frontier den Sprung von der Founder-Access-Phase zu einem echten Start, und bleiben die per E-Mail geworbenen Spieler? St\u00e4rkt die Konsolidierung auf Slush das \u00d6kosystem, oder ist sie ein Zeichen der Ausd\u00fcnnung? Und stabilisiert sich die Liquidit\u00e4t so weit, dass die Sekund\u00e4rm\u00e4rkte f\u00fcr Spiel-Assets wieder Tiefe bekommen? Die Antwort auf die Onboarding-Frage kennen wir. Die auf die Bindungs-Frage steht noch aus.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>H\u00e4ufig gestellte Fragen<\/h2><h3 class='wp-block-heading'>Warum stellt Phantom die Unterst\u00fctzung f\u00fcr Sui ein?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Phantom kappt den Sui-Support am 24. September 2026 und verweist auf die schwache Netzwerkaktivit\u00e4t und den Einbruch des Total Value Locked um 82 Prozent. Guthaben bleiben on-chain und lassen sich \u00fcber dieselbe Recovery-Phrase in einer kompatiblen Wallet wie dem empfohlenen Slush weiter nutzen.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Brauche ich f\u00fcr Sui-Gaming eine Seed-Phrase?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Nein. Mit zkLogin melden sich Spieler \u00fcber Google, Apple, Facebook oder Twitch an; aus dieser Anmeldung wird per Zero-Knowledge-Beweis eine Sui-Adresse abgeleitet, ohne dass eine Seed-Phrase n\u00f6tig ist. Die Konten bleiben nicht-verwahrend, der Nutzer beh\u00e4lt die Kontrolle.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Muss ich SUI besitzen, um ein Sui-Spiel zu spielen?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Nicht zwingend. \u00dcber Sponsored Transactions kann das Studio die Gasgeb\u00fchren \u00fcbernehmen, etwa \u00fcber den Enoki Gas Pool. Bei EVE Frontier zahlt der Entwickler CCP Games das Gas, damit Spieler ohne eigenes SUI starten k\u00f6nnen.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Welche Wallet eignet sich f\u00fcr Sui-Gaming in \u00d6sterreich?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Nach dem R\u00fcckzug von Phantom gilt Slush als von der Sui Foundation empfohlener Standard; die Wallet unterst\u00fctzt sowohl Social-Login \u00fcber zkLogin als auch klassische Konten mit Passphrase. Das ist keine Anlageberatung.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Wie werden Gewinne aus Sui-Gaming in \u00d6sterreich besteuert?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">SUI und WAL gelten als Kryptow\u00e4hrung und unterliegen dem Sondersteuersatz von 27,5 Prozent. In-Game-NFTs fallen unter das Spekulationsgesch\u00e4ft nach Paragraf 31 EStG mit einer Jahresfrist, Play-to-Earn-Belohnungen k\u00f6nnen laufende Eink\u00fcnfte sein. Das ist keine Steuerberatung.<\/p><script type='application\/ld+json'>{\"@context\":\"https:\/\/schema.org\",\"@type\":\"FAQPage\",\"mainEntity\":[{\"@type\":\"Question\",\"name\":\"Warum stellt Phantom die Unterst\u00fctzung f\u00fcr Sui ein?\",\"acceptedAnswer\":{\"@type\":\"Answer\",\"text\":\"Phantom kappt den Sui-Support am 24. September 2026 und verweist auf die schwache Netzwerkaktivit\u00e4t und den Einbruch des Total Value Locked um 82 Prozent. Guthaben bleiben on-chain und lassen sich \u00fcber dieselbe Recovery-Phrase in einer kompatiblen Wallet wie dem empfohlenen Slush weiter nutzen.\"}},{\"@type\":\"Question\",\"name\":\"Brauche ich f\u00fcr Sui-Gaming eine Seed-Phrase?\",\"acceptedAnswer\":{\"@type\":\"Answer\",\"text\":\"Nein. Mit zkLogin melden sich Spieler \u00fcber Google, Apple, Facebook oder Twitch an; aus dieser Anmeldung wird per Zero-Knowledge-Beweis eine Sui-Adresse abgeleitet, ohne dass eine Seed-Phrase n\u00f6tig ist. 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