{"id":390,"date":"2026-09-07T12:50:35","date_gmt":"2026-09-07T12:50:35","guid":{"rendered":"https:\/\/hoge.gg\/at\/banken-bitcoin-kapitalregel-1250-prozent-2026\/"},"modified":"2026-09-07T12:50:35","modified_gmt":"2026-09-07T12:50:35","slug":"banken-bitcoin-kapitalregel-1250-prozent-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hoge.gg\/at\/banken-bitcoin-kapitalregel-1250-prozent-2026\/","title":{"rendered":"1.250 Prozent: warum Banken Krypto verkaufen, aber nicht halten"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer heuer in der App seiner Raiffeisenbank ein paar hundert Euro in Bitcoin steckt, kauft bei einer Bank. Wer darauf wartet, dass die Deutsche Bank ihre eigene Krypto-Verwahrung startet, verl\u00e4sst sich auf eine Bank. Und wer ein Zertifikat auf einen Bitcoin-ETF zeichnet, bekommt es von einer Bank ins Depot gelegt. Trotzdem h\u00e4lt so gut wie kein europ\u00e4isches Kreditinstitut selbst nennenswerte Mengen Bitcoin in der eigenen Bilanz. Bei einem Kurs von rund 68.300 Euro (etwa 79.500 US-Dollar, Stand 7. September 2026, <a href='https:\/\/www.coingecko.com\/en\/coins\/bitcoin'>laut CoinGecko<\/a>) w\u00e4re die Versuchung gro\u00df. Sie bleibt folgenlos.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Grund ist keine Geschmacksfrage und kein stiller Vorstandsbeschluss gegen die Kryptowelt. Es ist eine einzige Zahl aus dem Regelwerk der Bankenaufsicht: 1.250 Prozent. Sie erkl\u00e4rt, warum Banken Krypto verkaufen, verwahren und abwickeln, es aber fast nie selbst besitzen. Dieser Beitrag zeigt, wie die Regel funktioniert, woher sie kommt, welche drei Fluchtwege sie den Instituten offenl\u00e4sst und was das konkret f\u00fcr Sparerinnen und Anleger in \u00d6sterreich bedeutet.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Das Paradox: verkaufen ja, besitzen nein<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">In \u00d6sterreich ist die Bank l\u00e4ngst zur Krypto-Verkaufsstelle geworden. Die Raiffeisenlandesbank Nieder\u00f6sterreich-Wien war nach eigener Darstellung das erste traditionelle Kreditinstitut Europas, das seinen Kundinnen und Kunden den direkten Handel mit digitalen Verm\u00f6genswerten in der Banking-App anbot, technisch abgewickelt \u00fcber den Wiener Anbieter Bitpanda. <a href='https:\/\/www.coindesk.com\/business\/2024\/05\/08\/crypto-exchange-bitpanda-expands-austrian-presence-with-raiffeisen-bank-partnership'>Seit 2024<\/a> ist das Angebot auf Dutzende Filialen ausgerollt, heuer im Mai kamen die Tiroler Raiffeisenbanken dazu. Parallel bauen die Gro\u00dfen an der Verwahrung: Die Deutsche Bank will ihre eigene Krypto-Custody 2026 an den Start bringen, technisch gest\u00fctzt auf die Bitpanda-Technologietochter und den Schweizer Anbieter Taurus.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Und doch kauft keines dieser Institute Bitcoin f\u00fcr die eigene Bilanz. Der Unterschied, der alles entscheidet, ist der zwischen verkaufen und verwahren f\u00fcr Kundinnen auf der einen Seite und selbst besitzen auf der anderen. F\u00fcr das Vermitteln kassiert die Bank Geb\u00fchren, ohne eine eigene Position einzugehen. F\u00fcr das Verwahren h\u00e4lt sie fremde Schl\u00fcssel, nicht eigenes Verm\u00f6gen. Nur der Eigenbestand landet als Aktivum in der Bilanz, und genau dieser Eigenbestand l\u00f6st die teuerste Kapitalregel aus, die das Bankenrecht derzeit kennt. Das Ergebnis ist ein System, in dem die Bank alles rund um Bitcoin verdienen darf, nur nicht am Kurs von Bitcoin selbst.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>1.250 Prozent: was die Zahl wirklich bedeutet<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Banken m\u00fcssen jedes Aktivum mit Eigenkapital unterlegen, abgestuft nach Risiko. Dazu wird der Buchwert mit einem Risikogewicht multipliziert; das Ergebnis sind die risikogewichteten Aktiva (englisch RWA), auf die mindestens acht Prozent hartes Kapital entfallen. Eine solide Staatsanleihe kann ein Risikogewicht von null tragen, ein normaler Unternehmenskredit rund 100 Prozent. Unbesichertes Krypto bekommt 1.250 Prozent, das h\u00f6chste Gewicht im ganzen Regelwerk.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Rechnet man das durch, wird der Trick der Zahl sichtbar. 1.250 Prozent bl\u00e4hen die risikogewichteten Aktiva auf das 12,5-fache des Marktwerts auf. Multipliziert mit der Acht-Prozent-Mindestquote ergibt das exakt 100 Prozent: F\u00fcr jeden Euro Bitcoin in der Bilanz muss die Bank mindestens einen Euro echtes Eigenkapital vorhalten, mit den zus\u00e4tzlichen Kapitalpuffern eher mehr. Das Aktivum darf also nicht, wie sonst \u00fcblich, zum Gro\u00dfteil mit g\u00fcnstigen Kundeneinlagen oder Anleihen finanziert werden, sondern komplett aus dem knappsten und teuersten Rohstoff einer Bank, ihrem Kernkapital. Damit ist Bitcoin f\u00fcr eine Bankbilanz schlicht unwirtschaftlich, lange bevor \u00fcberhaupt vom Kursrisiko die Rede ist. Diese Behandlung steht seit 1. J\u00e4nner 2026 als eigenes Kapitel SCO60 im <a href='https:\/\/www.bis.org\/committees\/bcbs\/basel-framework\/standard\/sco\/60\/inforce\/2026-01-01\/published\/2024-07-17'>Basler Rahmenwerk<\/a>.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Warum so drastisch? Der Basler Ausschuss begr\u00fcndet das Gewicht mit den besonderen Eigenschaften unbesicherter Kryptowerte: extreme Kursschwankungen, keine verl\u00e4ssliche Bewertung in Stressphasen, keine Zentralbank als Kreditgeber der letzten Instanz und ein Marktumfeld, in dem Betrug und der Ausfall von Handelspl\u00e4tzen immer wieder vorkommen. Das Gewicht von 1.250 Prozent ist deshalb keine Feinjustierung, sondern eine bewusste Vollabsicherung: Die Aufsicht behandelt einen unbesicherten Coin so, als k\u00f6nne er im Ernstfall bis auf null fallen, und verlangt genug Kapital, um genau diesen Totalverlust zu verkraften, ohne dass er das Bankensystem ansteckt. Aus dieser einen Logik folgt alles Weitere in diesem Text; sie ist der Grund, warum Banken jeden anderen Weg dem direkten Besitz vorziehen.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Wie Basel Krypto einsortiert: die vier Gruppen<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Nicht jeder Token wird gleich behandelt. Der Basler Ausschuss f\u00fcr Bankenaufsicht teilt Krypto-Risiken in zwei Hauptgruppen mit je zwei Unterklassen. Gruppe 1 umfasst Werte, die sich sauber an die bestehende Finanzwelt ankoppeln lassen: tokenisierte klassische Verm\u00f6genswerte (Gruppe 1a) und Stablecoins mit wirksamem Stabilisierungsmechanismus (Gruppe 1b). Sie werden weitgehend wie ihr Basiswert behandelt. Gruppe 2 sind die Werte, die diese Tests nicht bestehen; hier trennt Basel noch einmal zwischen einer eng definierten, teilweise absicherbaren Klasse (Gruppe 2a) und dem gro\u00dfen Rest (Gruppe 2b). Der <a href='https:\/\/www.bis.org\/press\/p240717.htm'>finale Standard des Ausschusses<\/a> beschreibt diese Systematik im Detail.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Gruppe<\/th><th>Was hineinf\u00e4llt<\/th><th>Kapitalbehandlung<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>1a<\/td><td>Tokenisierte klassische Werte (etwa eine Anleihe auf der Blockchain), die die Einordnungstests bestehen<\/td><td>Wie der zugrunde liegende Wert; keine Strafgewichtung<\/td><\/tr><tr><td>1b<\/td><td>Stablecoins mit wirksamem Stabilisierungsmechanismus (bestehen R\u00fccknahme- und Basisrisikotests)<\/td><td>Kapital nach Basiswert plus Aufschlag f\u00fcr R\u00fccknahmerisiko<\/td><\/tr><tr><td>2a<\/td><td>Unbesichertes Krypto, das enge Bedingungen erf\u00fcllt (unter anderem liquide, absicherbare M\u00e4rkte)<\/td><td>Modifizierter Marktrisikoansatz; Absicherung teilweise anerkannt<\/td><\/tr><tr><td>2b<\/td><td>Alles \u00dcbrige, im Regelfall auch unbesicherter Bitcoin und Ether<\/td><td>Risikogewicht 1.250 Prozent; volle Kapitalunterlegung<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><h2 class='wp-block-heading'>Warum ausgerechnet Bitcoin in der teuersten Schublade landet<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Bitcoin und Ether sind unbesichert; hinter ihnen steht kein Emittent, keine R\u00fccknahmeversprechung, kein hinterlegter Verm\u00f6genswert. Damit fallen sie automatisch aus Gruppe 1 heraus. Theoretisch k\u00f6nnten sie Gruppe 2a erreichen, weil es f\u00fcr beide regulierte Terminm\u00e4rkte gibt, an denen sich Positionen absichern lassen. In der Praxis sind die Bedingungen daf\u00fcr streng, die Voreinstellung ist konservativ, und im Zweifel landet die Position in Gruppe 2b mit dem vollen Gewicht von 1.250 Prozent.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Dazu kommt eine zweite Bremse, die selbst kleine Engagements erstickt. Basel deckelt die gesamten Gruppe-2-Best\u00e4nde einer Bank auf zwei Prozent ihres Kernkapitals, mit einer weichen Schwelle bei einem Prozent, ab der die Aufsicht genauer hinsieht. Wird die Obergrenze \u00fcberschritten, wird der \u00fcberschie\u00dfende Teil pauschal wie Gruppe 2b behandelt. Eine Bank kann also nicht einfach ein bisschen Bitcoin als strategische Beimischung halten; sie st\u00f6\u00dft sofort an eine harte Mengengrenze, und jeder Euro dar\u00fcber ist maximal teuer. Aus Sicht eines Vorstands ist das kein Investment, sondern ein Kapitalfresser mit gedeckelter Gr\u00f6\u00dfe.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Ein h\u00e4ufiges Missverst\u00e4ndnis betrifft die ETFs. Kauft eine Bank Anteile an einem Spot-Bitcoin-ETF, ist das aufsichtsrechtlich kein Ausweg: \u00dcber das sogenannte Look-through-Prinzip schaut die Aufsicht durch den Fondsmantel hindurch auf das darunterliegende Bitcoin und behandelt die Position weiter als Gruppe 2b mit 1.250 Prozent. Der ETF \u00e4ndert die Verpackung, nicht das Kapital. Genau deshalb geben Banken solche Produkte lieber an Kundinnen weiter, als sie selbst zu halten. Nur wenn die Bank keine wirtschaftliche Position eingeht, sondern reiner Vermittler bleibt, entkommt sie dem Gewicht. Dieselbe Logik gilt f\u00fcr strukturierte Zertifikate, solange das Kursrisiko beim Anleger und nicht bei der Bank liegt, und sie f\u00fchrt direkt zu den drei Fluchtwegen, die den Alltag der Krypto-Bank 2026 pr\u00e4gen.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Von Basel nach Br\u00fcssel: CRR3, CRD6 und die EBA<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Basel selbst ist kein Gesetz, sondern ein internationaler Standard; verbindlich wird er erst durch die Umsetzung vor Ort. In der EU geschieht das \u00fcber die Eigenkapitalverordnung CRR3 und die Richtlinie CRD6, die am 9. Juli 2024 in Kraft getreten sind. Bis der Basler Standard vollst\u00e4ndig ins EU-Recht gegossen ist, gilt eine \u00dcbergangsregel in Artikel 501d der CRR3, und die ist teilweise sogar strenger als das globale Vorbild. Tokens, die auf klassische Verm\u00f6genswerte verweisen (Asset-Referenced Tokens), erhalten ein Gewicht von 250 Prozent; alle \u00fcbrigen Krypto-Werte ohne traditionellen Basiswert bekommen die vollen 1.250 Prozent, wie <a href='https:\/\/www.whitecase.com\/insight-alert\/crr-iii-prudential-treatment-crypto-exposures'>Kanzleianalysen zur CRR3<\/a> festhalten.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Wo Basel die Gruppe-2-Best\u00e4nde auf zwei Prozent des Kernkapitals begrenzt, zieht die EU-\u00dcbergangsregel die Grenze f\u00fcr die unbesicherte Klasse bei einem Prozent. Die konkrete Feinjustierung liegt bei der Europ\u00e4ischen Bankenaufsicht EBA, die dazu technische Regulierungsstandards ausarbeitet; ihre <a href='https:\/\/www.eba.europa.eu\/publications-and-media\/press-releases\/eba-publishes-draft-technical-standards-prudential-treatment-crypto-asset-exposures-under-capital'>Entw\u00fcrfe zur Behandlung von Krypto-Engagements<\/a> durchliefen 2025 die Konsultation. F\u00fcr eine \u00f6sterreichische Bank hei\u00dft das: Die 1.250-Prozent-Logik ist kein fernes Basler Papier, sondern unmittelbar geltendes EU-Recht, an das Erste Group, Raiffeisen Bank International und die UniCredit-Tochter Bank Austria gleicherma\u00dfen gebunden sind.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Die FMA, die OeNB und der \u00f6sterreichische Rahmen<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">\u00dcber der Kapitalregel liegt in \u00d6sterreich das MiCA-Regelwerk der EU, das den Umgang mit Krypto-Dienstleistungen ordnet. Zust\u00e4ndige nationale Beh\u00f6rde ist die Finanzmarktaufsicht (FMA), die Krypto-Dienstleister beaufsichtigt und lizenziert; die verk\u00fcrzte \u00f6sterreichische \u00dcbergangsfrist endete am 1. Juli 2026, seither braucht jeder Anbieter eine MiCA-Zulassung. Bitpanda, das Wiener Aush\u00e4ngeschild der Branche, hat die entsprechende Erlaubnis bereits, ausgestellt \u00fcber die deutsche BaFin und damit im gesamten Binnenmarkt g\u00fcltig. Konzernchef Eric Demuth erkl\u00e4rte zur Lizenz, sie <a href='https:\/\/blog.bitpanda.com\/en\/bitpanda-secures-micar-licence'>&bdquo;enables us to bring easy and safe investing to over 450 million people&ldquo;<\/a>, also sicheres Investieren f\u00fcr \u00fcber 450 Millionen Menschen im EU-Raum.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die Prudentialseite, also Kapital und Stabilit\u00e4t, greifen dagegen die Bankenaufsicht der Europ\u00e4ischen Zentralbank (f\u00fcr die gro\u00dfen, direkt beaufsichtigten Institute) und national die FMA gemeinsam mit der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB). Die OeNB ist zudem Teil des Eurosystems und damit direkt in die gro\u00dfen W\u00e4hrungsprojekte eingebunden, vom digitalen Euro bis zur Abwicklung tokenisierter Wertpapiere. Gouverneur Martin Kocher, seit 1. September 2025 im Amt, tourt heuer durch \u00d6sterreich, um \u00fcber die Zukunft des Geldes zu diskutieren, und betont dabei, dass Bargeld <a href='https:\/\/www.nachrichten.at\/wirtschaft\/bargeld-ist-nichts-fuer-nostalgiker;art15,4182726'>ein unverzichtbarer Teil des Zahlungssystems bleibe<\/a>. Die Kombination ist typisch f\u00fcr den heimischen Rahmen: MiCA und FMA regeln, wer Krypto anbieten darf; Basel, CRR3 und die Bankenaufsicht regeln, was die Bank selbst halten darf, und das ist so gut wie nichts.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Wer die Kapitalregel durchsetzt, h\u00e4ngt von der Gr\u00f6\u00dfe der Bank ab. Die bedeutenden Institute wie Erste Group und Raiffeisen Bank International stehen unter direkter Aufsicht der Europ\u00e4ischen Zentralbank im einheitlichen Aufsichtsmechanismus (SSM); kleinere H\u00e4user beaufsichtigen FMA und OeNB gemeinsam. F\u00fcr die Krypto-Dienstleistungen selbst f\u00fchrt die FMA ein Register der zugelassenen Anbieter und pr\u00fcft Gesch\u00e4ftsmodell, interne Kontrollen, Verwahrung und Geldw\u00e4schepr\u00e4vention, bevor eine Zulassung erteilt wird. Der heimische Rahmen ist damit doppelt gestaffelt: MiCA und FMA entscheiden, wer Kundinnen bedienen darf, w\u00e4hrend EZB, EBA und OeNB dar\u00fcber wachen, dass keine Bank die teure Schublade heimlich \u00f6ffnet. Beide Ebenen zusammen erkl\u00e4ren, warum das Krypto-Angebot in \u00d6sterreich fast immer \u00fcber einen spezialisierten Partner wie Bitpanda l\u00e4uft und nicht \u00fcber den Eigenhandel der Bank.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Fluchtweg eins: Zugang verkaufen statt Kurs besitzen<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn das Halten teuer ist, das Vermitteln aber nicht, verlagert sich das Gesch\u00e4ft konsequent auf die Vermittlung. Das ist der erste und einfachste Fluchtweg: Die Bank verkauft den Zugang, nicht den Verm\u00f6genswert. Im Fall der Raiffeisen-Bitpanda-Kooperation hei\u00dft das, dass die Kundin in der App kauft und Bitpanda als lizenzierter Dienstleister die Ausf\u00fchrung und Verwahrung \u00fcbernimmt; die Bank stellt die Oberfl\u00e4che und die Kundenbeziehung, geht aber keine eigene Kursposition ein. Damit entsteht kein Bilanzaktivum in Gruppe 2b und keine Kapitalunterlegung nach der 1.250-Prozent-Regel.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Eleganter noch ist der Weg \u00fcber Zertifikate und b\u00f6rsengehandelte Produkte (ETPs). Ein Zertifikat auf einen Bitcoin-ETF ist rechtlich ein Wertpapier nach MiFID II, kein Krypto-Wert nach MiCA und erst recht kein Spot-Bestand nach Basel. Die Bank kann es strukturieren, verkaufen und im Depot f\u00fchren, ohne die teure Schublade zu \u00f6ffnen; das Kursrisiko tr\u00e4gt der Anleger, ein etwaiges Eigenrisiko sichert die Bank am Terminmarkt ab. Wie viel Aussagekraft solche verpackten Produkte \u00fcber den tats\u00e4chlichen Markt haben, ist eine eigene Debatte, die wir in unserer Analyse zur <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/derivate-positionierung-karte-nicht-markt-2026\/'>Derivate-Positionierung<\/a> aufgegriffen haben. F\u00fcr die Bilanz aber gilt: Das Zertifikat ist ein Umweg um die Kapitalregel, und genau deshalb ist es so beliebt.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Fluchtweg zwei: verwahren, nicht besitzen<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Der zweite Fluchtweg ist die Verwahrung. Hier liegt der Schl\u00fcssel, im Wortsinn, in einer Feinheit des Aufsichtsrechts. Die 1.250-Prozent-Regel trifft nur die eigenen, bilanzwirksamen Krypto-Best\u00e4nde einer Bank. Reine Verwahrung im Auftrag Dritter funktioniert anders: Der Verm\u00f6genswert geh\u00f6rt der Kundin, wird getrennt vom Bankverm\u00f6gen gehalten und steht au\u00dferhalb der Bilanz, \u00e4hnlich wie eine Bank auch Gold oder Wertpapiere f\u00fcr Kunden verwahrt. Es entsteht kein Eigentum und kein wirtschaftlicher Anspruch der Bank, also f\u00e4llt auch keine Strafgewichtung an; zu unterlegen ist nur das operationelle Risiko, dass beim Verwahren etwas schiefgeht.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Das macht die Verwahrung zum kapital-leichten Pfad, den die Institute bevorzugen. Der Vorsto\u00df der <a href='https:\/\/www.coindesk.com\/business\/2025\/07\/02\/deutsche-bank-plans-to-introduce-crypto-custody-with-bitpanda-next-year-bloomberg'>Deutschen Bank in die Krypto-Verwahrung<\/a> passt genau in dieses Muster: viel Kundengesch\u00e4ft, kein Eigenbestand, keine 1.250 Prozent. Rechtlich st\u00fctzen sich Kreditinstitute dabei auf Artikel 60 der MiCA, der es ihnen erlaubt, Krypto-Dienstleistungen nach einer blo\u00dfen Anzeige bei der Aufsicht zu erbringen, ohne eine separate CASP-Lizenz beantragen zu m\u00fcssen; die <a href='https:\/\/www.esma.europa.eu\/publications-data\/questions-answers\/2088'>Auslegungshinweise der ESMA<\/a> beschreiben diesen Bankenpfad im Detail. Wer die Schl\u00fcssel technisch h\u00e4lt und \u00fcber welche Anbieter, ist ein eigenes Kapitel, das wir im HOGE-Wire-Beitrag \u00fcber den <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/gemieteter-tresor-bank-krypto-verwahrung-2026\/'>gemieteten Tresor<\/a> aufgearbeitet haben; die entscheidende Kapitallogik aber ist immer dieselbe: verwahren ja, besitzen nein.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Ganz umsonst ist die Verwahrung freilich nicht. F\u00fcr das operationelle Risiko, also den Fall, dass Schl\u00fcssel verloren gehen, ein Dienstleister ausf\u00e4llt oder ein Angreifer eindringt, muss die Bank sehr wohl Kapital vorhalten, nur eben einen Bruchteil dessen, was ein Eigenbestand kosten w\u00fcrde. Dazu kommen strenge Anforderungen an die Trennung der Kundenbest\u00e4nde, an die Schl\u00fcsselverwaltung und, seit der DORA-Verordnung, an das Management jener IT-Dienstleister, die im Hintergrund die eigentliche Technik stellen. F\u00fcr Kundinnen ist der Unterschied zur Eigenverwahrung wichtig: Bei der Bankverwahrung geh\u00f6rt der Coin weiter ihnen, ist rechtlich getrennt und im Idealfall insolvenzfest, doch die Kontrolle \u00fcber die Schl\u00fcssel liegt bei einem regulierten Verwahrer statt bei ihnen selbst. Das ist ein Tausch von Bequemlichkeit und Haftung gegen Selbstbestimmung.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Fluchtweg drei: eigenes Geld auf die Kette bringen<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Der dritte Fluchtweg dreht die Frage um. Statt fremdes Krypto zu halten, bringen Banken ihr eigenes Geld auf die Blockchain. Eine tokenisierte Einlage (englisch Deposit Token) ist juristisch weiter eine Einlage: eine Forderung gegen die ausgebende Bank, in der Bilanz, verzinsbar, von der Einlagensicherung bis 100.000 Euro gedeckt. Sie unterliegt dem klassischen Bankrecht (CRD und CRR), nicht der MiCA, und l\u00f6st kein Risikogewicht von 1.250 Prozent aus, denn eine Einlage bleibt eine Einlage, auch wenn sie auf einem Ledger liegt. JPMorgan hat mit seinem Deposit Token vorgemacht, wie eine Gro\u00dfbank echtes Gesch\u00e4ftsbankengeld auf eine \u00f6ffentliche Kette bringt, ohne den Charakter der Einlage zu verlieren.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Davon zu unterscheiden ist der Bank-Stablecoin, der unter MiCA als E-Geld-Token gilt: au\u00dferhalb der Bilanz, unverzinst, ohne Einlagensicherung. Beide Varianten sind auch eine Verteidigungslinie. Wenn private Stablecoins Einlagen aus dem Bankensystem abziehen, verlieren Banken jenen g\u00fcnstigen Rohstoff, aus dem sie Kredite machen; wer selbst tokenisiertes Geld ausgibt, h\u00e4lt die Kundschaft im eigenen Haus. Der Wiener Anbieter Bitpanda hat daf\u00fcr eigens eine <a href='https:\/\/www.coindesk.com\/business\/2026\/03\/25\/crypto-broker-bitpanda-launches-blockchain-to-connect-eu-banks-with-tokenized-assets'>Blockchain f\u00fcr europ\u00e4ische Banken und Fintechs<\/a> gestartet, auf der sich tokenisierte Werte ausgeben und abwickeln lassen. Warum trockenes Kapital in Stablecoins f\u00fcr den Markt so wichtig geworden ist, haben wir in der Analyse zum <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/whale-alerts-stablecoins-trockenes-pulver-2026\/'>wichtigsten Whale-Alert<\/a> ausgef\u00fchrt.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>T\u00e4tigkeit der Bank<\/th><th>In der Bilanz?<\/th><th>Kapitalfolge<\/th><th>Regime<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Bitcoin selbst halten (Eigenbestand)<\/td><td>Ja<\/td><td>1.250 Prozent, faktisch mindestens 1 Euro Kapital je 1 Euro BTC<\/td><td>Basel SCO60 \/ CRR3, Gruppe 2b<\/td><\/tr><tr><td>Zugang vermitteln (ETP, Zertifikate, Brokerage)<\/td><td>Nein (Kundengesch\u00e4ft)<\/td><td>Keine Positionsunterlegung; reines Geb\u00fchrengesch\u00e4ft<\/td><td>MiFID II, MiCA f\u00fcr Vermittlung<\/td><\/tr><tr><td>Krypto verwahren (Custody)<\/td><td>Nein (treuh\u00e4nderisch, fremdes Eigentum)<\/td><td>Nur Kapital f\u00fcr operationelles Risiko<\/td><td>MiCA Art. 60, DORA<\/td><\/tr><tr><td>Eigene Einlage tokenisieren (Deposit Token)<\/td><td>Ja, aber als Einlage<\/td><td>Wie eine normale Einlage; kein 1.250 Prozent<\/td><td>CRD\/CRR, Einlagensicherung<\/td><\/tr><tr><td>Wertpapiere in Zentralbankgeld abwickeln (Pontes)<\/td><td>Nein (Abwicklung)<\/td><td>Kapital-leicht; kein Krypto-Exposure<\/td><td>Eurosystem \/ TARGET<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><h2 class='wp-block-heading'>Der Aufstand gegen die Regel<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Kapitalregel hat m\u00e4chtige Gegner. Die gro\u00dfen Branchenverb\u00e4nde der Finanzindustrie, darunter die Global Financial Markets Association (GFMA), der Derivateverband ISDA und das Institute of International Finance, dr\u00e4ngen den Basler Ausschuss in <a href='https:\/\/www.gfma.org\/correspondence\/joint-trades-submit-letter-to-bcbs-calling-for-recalibration-of-cryptoasset-prudential-standards\/'>gemeinsamen Schreiben<\/a> zu einer Neukalibrierung. Ihr Vorwurf: Die Behandlung sei \u00fcbertrieben konservativ, an den tats\u00e4chlichen Risiken vorbei und nicht mit dem g\u00e4ngigen Risikomanagement vereinbar. In den USA nennen einzelne Senatoren die Regel ein faktisches Krypto-Verbot f\u00fcr Banken.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Ausschuss hat reagiert und im November 2025 eine beschleunigte, gezielte \u00dcberpr\u00fcfung von Teilen des Standards er\u00f6ffnet. Im Februar und im Mai 2026 vermeldete er <a href='https:\/\/www.bis.org\/press\/p260225.htm'>Fortschritte<\/a> und k\u00fcndigte eine Aktualisierung f\u00fcr sp\u00e4ter im Jahr an; bis Anfang September 2026 liegt sie nicht vor. Die Regel bleibt also scharf, w\u00e4hrend die Diskussion um ihre Entsch\u00e4rfung l\u00e4uft. Aus der Industrie kommt derweil die Ansage, dass am Ende ohnehin jede Bank Krypto anfassen muss. Julian Sawyer, Chef des Verwahrers Zodia Custody, formulierte es so: <a href='https:\/\/www.coindesk.com\/business\/2026\/06\/03\/standard-chartered-buyout-of-zodia-custody-is-great-news-for-crypto-tech-adoption-ceo-says'>&bdquo;every single bank will soon need to hold digital assets&ldquo;<\/a>, jede einzelne Bank werde bald digitale Verm\u00f6genswerte halten m\u00fcssen. Solange die 1.250-Prozent-Regel steht, wird &bdquo;halten&ldquo; dabei aber fast immer &bdquo;f\u00fcr Kunden verwahren&ldquo; hei\u00dfen, nicht &bdquo;selbst besitzen&ldquo;.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Streit hat eine transatlantische Dimension. In den USA hat sich der Ton gedreht: Aufseher wie das Office of the Comptroller of the Currency haben Banken den Weg zu Krypto-Verwahrung und zur Abwicklung von Stablecoins geebnet, und das GENIUS-Gesetz gibt Dollar-Stablecoins erstmals einen bundesweiten Rahmen. Die Kapitalregel selbst bleibt aber auch dort das Nadel\u00f6hr, denn sie stammt aus Basel und gilt international. Solange der Ausschuss die 1.250 Prozent nicht senkt, laufen amerikanische und europ\u00e4ische Banken in dieselbe Wand, nur mit unterschiedlich lauter Klage. Eine Entsch\u00e4rfung w\u00fcrde vor allem Instituten mit dickem Kapitalpolster kleine, klar begrenzte Eigenbest\u00e4nde erlauben, nicht das gro\u00dfe Aufladen der Bilanz, das manche in der Branche sich erhoffen.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Was Banken sehr wohl d\u00fcrfen: Zentralbankgeld auf der Kette<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Es gibt eine Kategorie von Blockchain-Gesch\u00e4ft, bei der die Kapitalregel gar nicht erst zuschl\u00e4gt, weil kein Krypto-Risiko entsteht: die Abwicklung tokenisierter Wertpapiere in Zentralbankgeld. Wenn eine tokenisierte Anleihe den Besitzer wechselt, braucht der Geldschenkel dieses Gesch\u00e4fts ein sicheres Abwicklungsmedium. Genau hier setzt das Eurosystem an. Mit dem Projekt <a href='https:\/\/www.ecb.europa.eu\/paym\/target\/pontes\/html\/index.en.html'>Pontes<\/a> baut die EZB eine Br\u00fccke zwischen Markt-Blockchains und den TARGET-Diensten, \u00fcber die sich solche Gesch\u00e4fte in Zentralbankgeld abwickeln lassen. Der Start ist f\u00fcr den 21. September 2026 geplant. F\u00fcr Banken ist das attraktiv, weil das Abwickeln von Wertpapieren kein bilanzielles Krypto-Engagement ist und die 1.250 Prozent damit nicht greifen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">EZB-Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel hat die Sto\u00dfrichtung Ende August 2026 in ihrer Rede <a href='https:\/\/www.ecb.europa.eu\/press\/key\/date\/2026\/html\/ecb.sp260828~fe9afc86e8.en.html'>&bdquo;Central Banks On-Chain&ldquo;<\/a> in Jackson Hole umrissen. Zentralbanken sollten die Technologie selbst nutzen und &bdquo;go on-chain themselves&ldquo;, argumentierte sie; entscheidend sei die Atomizit\u00e4t der Abwicklung: &bdquo;Atomicity implies that the legs of a transaction settle together or not at all, thereby eliminating settlement risk&ldquo;, beide Schenkel eines Gesch\u00e4fts werden also gemeinsam abgewickelt oder gar nicht, wodurch das Abwicklungsrisiko verschwindet. Ihr Kernargument lautet, dass M\u00e4rkte nur dann sicher skalieren, wenn sie in einem risikofreien, elastisch bereitstellbaren Aktivum abwickeln, und das ist Zentralbankgeld, nicht ein privater Stablecoin. Die OeNB als Teil des Eurosystems steht damit auf der Seite jener Institutionen, die Blockchain nicht verbieten, sondern die sichere Schiene daf\u00fcr selbst bauen wollen.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Der digitale Euro: die Angst vor dem Bank-Run<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Das zweite gro\u00dfe W\u00e4hrungsprojekt ber\u00fchrt die Banken an einer noch empfindlicheren Stelle. Der digitale Euro, das geplante digitale Zentralbankgeld f\u00fcr den Alltag, k\u00f6nnte im Krisenfall zum Fluchtpunkt werden: Wer seinem Geldinstitut misstraut, verschiebt seine Einlagen in die absolute Sicherheit der Zentralbank. Genau das f\u00fcrchten die Banken, denn Einlagen sind ihr g\u00fcnstigstes Finanzierungsmittel. Um diesen Abfluss zu begrenzen, ist eine Haltegrenze im Gespr\u00e4ch, aktuell rund 3.000 Euro pro Person, kombiniert mit einer Nullverzinsung, damit der digitale Euro ein Zahlungsmittel bleibt und kein Sparprodukt wird. Eine von der EZB ver\u00f6ffentlichte Simulation bezifferte den m\u00f6glichen Abfluss im Extremfall auf bis zu rund 700 Milliarden Euro, weshalb um jeden Parameter hart gerungen wird.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Technisch soll der digitale Euro die Banken bewusst im Spiel halten. Ausgegeben wird er von der EZB, verteilt aber \u00fcber die Gesch\u00e4ftsbanken, die weiter die Konten, die App und den Kundenkontakt stellen. Ein Wasserfallmechanismus sorgt daf\u00fcr, dass Betr\u00e4ge \u00fcber der Haltegrenze automatisch auf das verkn\u00fcpfte Bankkonto zur\u00fcckflie\u00dfen, w\u00e4hrend eine Zahlung, die das Guthaben \u00fcbersteigt, im selben Moment vom Konto nachgeladen wird. So bleibt der digitale Euro ein Zahlungsmittel und wird nicht zum zinslosen Sparkonto bei der Notenbank. Um die Kosten der Verteilung wird trotzdem gestritten: Die Banken verlangen eine Entsch\u00e4digung, die Notenbank will die Geb\u00fchren deckeln, und genau an dieser Nahtstelle entscheidet sich, ob das Projekt die Institute tr\u00e4gt oder zus\u00e4tzlich belastet.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Das Europ\u00e4ische Parlament hat seine Position im Sommer 2026 festgezurrt; seit Juli laufen die <a href='https:\/\/www.freshfields.com\/en\/our-thinking\/blogs\/technology-quotient\/digital-euro-enters-trilogues-what-the-councilparliament-positions-mean-for-ban-102nbx6'>Trilog-Verhandlungen<\/a> mit dem Rat, mit dem Ziel einer politischen Einigung bis Ende 2026 und einem m\u00f6glichen Start um 2029. Getrieben wird das Projekt auch von dem Wunsch, die <a href='https:\/\/www.coindesk.com\/policy\/2026\/06\/23\/european-parliament-clears-last-step-for-a-digital-euro-to-break-u-s-payment-grip'>Abh\u00e4ngigkeit von US-Zahlungsnetzen<\/a> zu verringern. EZB-Direktor Piero Cipollone wirbt bei den Banken mit dem Gegenargument: Der digitale Euro sch\u00fctze sie gerade vor der Verdr\u00e4ngung durch private Dollar-Stablecoins, weil er \u00fcber die Banken verteilt werde, Haltegrenzen habe und keine Zinsen zahle. Wie sehr die Geldpolitik im Umfeld von Warshs Fed ohnehin auf den Kryptomarkt durchschl\u00e4gt, zeigt unsere Analyse zum <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/jobbericht-bitcoin-warshs-fed-september-2026\/'>Jobbericht vor dem Fed-Entscheid<\/a>.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Was das f\u00fcr Sparer und Anleger in \u00d6sterreich hei\u00dft<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Privatkundinnen und Privatkunden folgt aus alldem eine einfache, aber wichtige Einsicht: Wenn Ihre Bank Ihnen Krypto anbietet, h\u00e4lt sie es nicht in ihrer Bilanz, sie vermittelt oder verwahrt es. Das ist keine Schw\u00e4che, sondern die direkte Folge der Kapitalregel. Praktisch bedeutet es, dass Sie \u00fcber die Bank-App echte Coins \u00fcber einen lizenzierten Partner kaufen, \u00fcber ein Zertifikat ein Wertpapier auf den Kurs zeichnen oder k\u00fcnftig \u00fcber eine Bankverwahrung Ihre Schl\u00fcssel bei einem regulierten Institut hinterlegen k\u00f6nnen. Jede Variante hat ein anderes Risikoprofil: Beim Zertifikat tragen Sie zus\u00e4tzlich das Bonit\u00e4tsrisiko des Emittenten, bei der Verwahrung verlassen Sie sich auf die Trennung Ihres Verm\u00f6gens vom Bankverm\u00f6gen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Steuerlich bleibt der \u00f6sterreichische Rahmen unver\u00e4ndert: Realisierte Kursgewinne aus Krypto fallen unter den besonderen Steuersatz von 27,5 Prozent (Paragraf 27a EStG), und inl\u00e4ndische Plattformen behalten die Kapitalertragsteuer seit 1. J\u00e4nner 2024 automatisch ein. Ob Bitcoin dabei eher als spekulatives Investment oder als Wertspeicher taugt, h\u00e4ngt stark davon ab, wie es sich zu Aktien und Gold verh\u00e4lt; diese Korrelation, und wie Warshs Kurs sie verschiebt, haben wir in einem eigenen <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/bitcoin-nasdaq-gold-korrelation-warsh-september-2026\/'>Beitrag zur Nasdaq-Gold-Frage<\/a> untersucht. F\u00fcr die Bank selbst bleibt Bitcoin, was es seit J\u00e4nner 2026 ist: ein Produkt, das sie verkaufen darf, aber nicht besitzen will.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Praktisch hei\u00dft das f\u00fcr die Geldanlage: Wer Bitcoin \u00fcber die Hausbank kauft, sollte genau hinsehen, welches Produkt er bekommt. Echte Coins \u00fcber einen lizenzierten Partner bedeuten Kursbeteiligung plus Verwahrfrage; ein Zertifikat bedeutet ein Wertpapier mit dem zus\u00e4tzlichen Risiko, dass der Emittent ausf\u00e4llt; ein ETP wiederum b\u00fcndelt beides in einer b\u00f6rsengehandelten H\u00fclle. Keine dieser Varianten ist von vornherein besser, aber sie unterscheiden sich in Kosten, Steuerbehandlung und Gegenparteirisiko deutlich. Die gute Nachricht f\u00fcr Anlegerinnen und Anleger ist, dass die Bank ihr eigenes Bilanzrisiko nicht auf sie abw\u00e4lzt; die weniger gute ist, dass jede Verpackung eine eigene Ebene an Kleingedrucktem mitbringt, die man vor dem Kauf lesen sollte.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Ausblick: 2026 und die offenen Fragen<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die n\u00e4chsten Monate entscheiden, ob die Regel bleibt, wie sie ist. Entsch\u00e4rft die Basler Sonderpr\u00fcfung die 1.250 Prozent, \u00f6ffnet sich die T\u00fcr f\u00fcr echte Eigenbest\u00e4nde, zumindest f\u00fcr Institute mit dickem Kapitalpolster. Bleibt sie scharf, verfestigt sich das heutige Muster aus Vermittlung, Verwahrung und tokenisiertem Bankgeld. Parallel testet Europa mit dem digitalen Euro und mit Pontes, wie \u00f6ffentliches Geld selbst auf die Kette kommt. Und im Hintergrund l\u00e4uft der transatlantische Kontrast: W\u00e4hrend die USA mit ihrem Stablecoin-Gesetz auf privates digitales Geld setzen, baut die EU an \u00f6ffentlichen Schienen und h\u00e4lt die Kapitalregel hoch. Wohin die Handelsstr\u00f6me dabei wandern, zeigt unsere <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/geografie-krypto-volumen-wo-welt-handelt-2026\/'>Geografie des Krypto-Volumens<\/a>.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Termin<\/th><th>Ereignis<\/th><th>Bedeutung f\u00fcr Banken<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>1. J\u00e4nner 2026<\/td><td>Basel SCO60 in Kraft<\/td><td>Die 1.250-Prozent-Regel wird global scharf gestellt<\/td><\/tr><tr><td>21. September 2026<\/td><td>Pontes geht live<\/td><td>Erste Eurosystem-Br\u00fccke f\u00fcr Wholesale-Abwicklung in Zentralbankgeld<\/td><\/tr><tr><td>laufend 2026<\/td><td>Basler Sonderpr\u00fcfung der Krypto-Regel<\/td><td>M\u00f6gliche Entsch\u00e4rfung; Ergebnis f\u00fcr sp\u00e4ter im Jahr angek\u00fcndigt<\/td><\/tr><tr><td>Ende 2026 (Ziel)<\/td><td>Politische Einigung digitaler Euro<\/td><td>Haltegrenze, Kompensationsmodell, Rolle der Banken<\/td><\/tr><tr><td>offen 2026\/27<\/td><td>EBA-Standards zu CRR3<\/td><td>Endg\u00fcltige EU-Kalibrierung der Kapitalregel<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><h2 class='wp-block-heading'>H\u00e4ufig gestellte Fragen<\/h2><h3 class='wp-block-heading'>Warum halten Banken kein Bitcoin?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Weil die Aufsichtsregel es unwirtschaftlich macht. Unbesicherte Krypto-Werte tragen ein Risikogewicht von 1.250 Prozent; das zwingt eine Bank, jeden Euro Bitcoin in der Bilanz mit mindestens einem Euro eigenem Kernkapital zu unterlegen. Zus\u00e4tzlich sind die Gesamtbest\u00e4nde hart gedeckelt. Deshalb vermitteln und verwahren Banken Krypto, statt es selbst zu besitzen.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Was bedeutet ein Risikogewicht von 1.250 Prozent?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist das h\u00f6chste Gewicht im Bankenregelwerk. Es bl\u00e4ht den Verm\u00f6genswert bei der Kapitalberechnung auf das 12,5-fache auf. Bei der Acht-Prozent-Mindestquote bedeutet das eine vollst\u00e4ndige Kapitalunterlegung: rund ein Euro echtes Eigenkapital je Euro Bitcoin, mit Kapitalpuffern sogar mehr. Der Wert muss also komplett aus Eigenkapital finanziert werden, nicht aus Einlagen.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>D\u00fcrfen \u00f6sterreichische Banken \u00fcberhaupt Krypto anbieten?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Ja. \u00dcber MiCA und die Anzeige nach Artikel 60 d\u00fcrfen Kreditinstitute Krypto-Dienstleistungen erbringen, ohne eine separate Lizenz zu beantragen. In der Praxis l\u00e4uft das oft \u00fcber Partner wie Bitpanda, etwa bei den Raiffeisenbanken. Die FMA beaufsichtigt die Anbieter; die verk\u00fcrzte MiCA-\u00dcbergangsfrist endete am 1. Juli 2026.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Was ist der Unterschied zwischen Verwahrung und Besitz?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Bei der Verwahrung geh\u00f6rt der Krypto-Wert der Kundin und liegt getrennt au\u00dferhalb der Bankbilanz; die Bank h\u00e4lt nur die Schl\u00fcssel und muss lediglich das operationelle Risiko unterlegen. Beim Besitz steht der Wert in der Bilanz der Bank und l\u00f6st die volle 1.250-Prozent-Unterlegung aus. Deshalb ist die Verwahrung der kapital-leichte Weg.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Was ist der digitale Euro und bedroht er die Banken?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Der digitale Euro ist geplantes digitales Zentralbankgeld f\u00fcr den Alltag. Banken f\u00fcrchten, dass Einlagen im Krisenfall zur Zentralbank abflie\u00dfen. Deshalb sind eine Haltegrenze von rund 3.000 Euro und eine Nullverzinsung vorgesehen. Die Trilog-Verhandlungen laufen 2026, ein Start ist fr\u00fchestens um 2029 m\u00f6glich.<\/p><script type=\"application\/ld+json\">{\"@context\":\"https:\/\/schema.org\",\"@type\":\"FAQPage\",\"mainEntity\":[{\"@type\":\"Question\",\"name\":\"Warum halten Banken kein Bitcoin?\",\"acceptedAnswer\":{\"@type\":\"Answer\",\"text\":\"Weil die Aufsichtsregel es unwirtschaftlich macht. 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