{"id":398,"date":"2026-09-08T20:49:38","date_gmt":"2026-09-08T20:49:38","guid":{"rendered":"https:\/\/hoge.gg\/at\/ibit-bitcoin-etf-oekonomie-gebuehr-2026\/"},"modified":"2026-09-08T20:49:38","modified_gmt":"2026-09-08T20:49:38","slug":"ibit-bitcoin-etf-oekonomie-gebuehr-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hoge.gg\/at\/ibit-bitcoin-etf-oekonomie-gebuehr-2026\/","title":{"rendered":"Fixe Geb\u00fchr, launische Basis: Was IBIT wirklich verdient"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Am 3. September floss an einem einzigen Handelstag mehr Geld in die amerikanischen Spot-Bitcoin-ETFs als in mancher ganzen Woche des Sommers: rund 731 Millionen US-Dollar netto, der st\u00e4rkste Tag seit dem 14. J\u00e4nner. Mehr als 60 Prozent davon, gut 454 Millionen Dollar, gingen an ein einziges Produkt, BlackRocks iShares Bitcoin Trust (IBIT), wie <a href='https:\/\/en.cryptonomist.ch\/2026\/09\/04\/us-bitcoin-etf-inflows-surge\/'>Daten von Cryptonomist<\/a> zeigen. Solche Schlagzeilen kennen HOGE-Wire-Leserinnen und -Leser mittlerweile auswendig. Die Frage, die dabei fast nie gestellt wird, ist eine andere: Was verdient der Gewinner an diesen Milliarden eigentlich selbst? Ein Zufluss ist noch kein Gewinn. Und die Bilanz hinter dem gr\u00f6\u00dften Bitcoin-ETF der Welt erz\u00e4hlt eine \u00fcberraschend zyklische Geschichte, in der eine fixe Geb\u00fchr auf eine h\u00f6chst launische Basis trifft.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Der Rekordtag und die Frage, die niemand stellt<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Der September begann mit einem Wechselbad. Zum Monatsauftakt zogen Anleger erst \u00fcber 200 Millionen Dollar aus den Bitcoin-ETFs ab, tags darauf flossen wieder gut 100 Millionen zu, ehe der 3. September mit seinen 731 Millionen alles \u00fcberstrahlte. Es war die dritte positive Woche in Folge; in Summe sammelten die Produkte in diesem Fenster rund 3,8 Milliarden Dollar ein. Schon der August hatte mit etwa 3,52 Milliarden Dollar den st\u00e4rksten Monat seit September 2025 markiert. Getragen wird dieser Aufschwung vom selben makro\u00f6konomischen Umfeld, das den <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/jobbericht-bitcoin-warshs-fed-september-2026\/'>Bitcoin-Kurs vor der Fed-Entscheidung unter Warsh<\/a> bewegt: schw\u00e4chere Arbeitsmarktdaten, gesunkene Zinssorgen, ein Markt, der auf die Sitzung vom 16. September schielt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Auff\u00e4llig ist die Konzentration. Von jedem frischen Dollar landet der Gro\u00dfteil bei BlackRock. IBIT h\u00e4lt laut dem Tracker <a href='https:\/\/bitbo.io\/treasuries\/us-etfs\/'>Bitbo<\/a> per 8. September 785.635 Bitcoin im Wert von rund 61,7 Milliarden Dollar, das sind etwa 61,9 Prozent des gesamten Sektorverm\u00f6gens von knapp 99,6 Milliarden Dollar. Der Sektor hatte Anfang September kurz die Marke von 100 Milliarden Dollar \u00fcberschritten und ist seither, mit dem nachgebenden Bitcoin-Kurs, wieder knapp darunter gerutscht. Genau hier liegt der blinde Fleck der \u00fcblichen Berichterstattung: Die Flow-Zahl misst, wie viel Kapital hereinkommt, nicht, wie viel der Anbieter davon beh\u00e4lt. Wer verstehen will, warum manche Fonds sterben und andere Gelddruckmaschinen sind, muss von der Zufluss-Statistik auf die Gewinn-und-Verlust-Rechnung umschalten.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Die einzige Zahl, die BlackRock wirklich steuert<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Ein ETF-Anbieter kontrolliert erstaunlich wenig. Er kontrolliert nicht den Preis des Basiswerts, nicht die Zufl\u00fcsse, nicht die Stimmung. Er kontrolliert genau eine Gr\u00f6\u00dfe: die Verwaltungsgeb\u00fchr. Bei IBIT betr\u00e4gt sie laut <a href='https:\/\/www.ishares.com\/us\/products\/333011\/ishares-bitcoin-trust-etf'>iShares<\/a> 0,25 Prozent pro Jahr auf das Nettofondsverm\u00f6gen. Zum Start im J\u00e4nner 2024 hatte BlackRock die ersten zw\u00f6lf Monate beziehungsweise die ersten f\u00fcnf Milliarden Dollar mit einem Rabatt auf 0,12 Prozent beworben; dieser Werbenachlass ist l\u00e4ngst ausgelaufen, es gilt der volle Satz.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Bemerkenswert ist, wie unsichtbar diese Geb\u00fchr f\u00fcr den Anleger bleibt. Sie wird nicht in Rechnung gestellt, sondern t\u00e4glich anteilig vom Nettoinventarwert abgezogen, ein winziger Abschlag, den kaum jemand im Kursverlauf bemerkt. Genau diese Unsichtbarkeit geh\u00f6rt zum Gesch\u00e4ftsmodell: Anders als eine Depotgeb\u00fchr oder eine Transaktionsprovision taucht die Verwaltungsgeb\u00fchr auf keinem Kontoauszug als eigener Posten auf. \u00dcber zehn Jahre summiert sie sich dennoch zu einem erheblichen Betrag, und genau deshalb lohnt der zweite Blick auf die Nachkommastelle.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Rechnet man diese 0,25 Prozent auf die aktuellen 61,7 Milliarden Dollar Fondsverm\u00f6gen, ergibt das grob 154 Millionen Dollar Bruttogeb\u00fchren im Jahr, umgerechnet rund 132 Millionen Euro. Das ist keine Nettomarge: Aus diesem Betrag bezahlt BlackRock Verwahrung, Indexlizenz, Administration und Vertrieb. Weil der Konzern aber auf seine bestehende iShares-Maschinerie aufsetzt, sind die zus\u00e4tzlichen Kosten pro weiterem Fonds gering, und der L\u00f6wenanteil der Geb\u00fchr bleibt als Deckungsbeitrag h\u00e4ngen. Genau das macht die fixe Geb\u00fchr so m\u00e4chtig und zugleich so verr\u00e4terisch: Sie ist der einzige Hebel des Anbieters, w\u00e4hrend die Basis, auf die sie wirkt, ganz dem Markt geh\u00f6rt. Die folgende Tabelle zeigt, wie unterschiedlich dieselbe Logik auf die sechs gro\u00dfen US-Produkte wirkt.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Produkt (K\u00fcrzel)<\/th><th>Bitcoin<\/th><th>Verm\u00f6gen (USD)<\/th><th>Geb\u00fchr p.a.<\/th><th>Geb\u00fchrenertrag\/Jahr (grob)<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>iShares Bitcoin Trust (IBIT)<\/td><td>785.635<\/td><td>61,7 Mrd.<\/td><td>0,25 %<\/td><td>~154 Mio.<\/td><\/tr><tr><td>Fidelity Wise Origin (FBTC)<\/td><td>175.795<\/td><td>13,8 Mrd.<\/td><td>0,25 %<\/td><td>~35 Mio.<\/td><\/tr><tr><td>Grayscale Bitcoin Trust (GBTC)<\/td><td>129.839<\/td><td>10,2 Mrd.<\/td><td>1,50 %<\/td><td>~153 Mio.<\/td><\/tr><tr><td>Grayscale Bitcoin Mini (BTC)<\/td><td>62.878<\/td><td>4,9 Mrd.<\/td><td>0,15 %<\/td><td>~7 Mio.<\/td><\/tr><tr><td>Bitwise Bitcoin ETF (BITB)<\/td><td>38.170<\/td><td>3,0 Mrd.<\/td><td>0,20 %<\/td><td>~6 Mio.<\/td><\/tr><tr><td>ARK 21Shares (ARKB)<\/td><td>35.648<\/td><td>2,8 Mrd.<\/td><td>0,21 %<\/td><td>~6 Mio.<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><figcaption>Verm\u00f6gen und Best\u00e4nde per 8. September 2026 laut Bitbo; Geb\u00fchren sind die ver\u00f6ffentlichten Gesamtkostenquoten; der Geb\u00fchrenertrag ist die eigene Rechnung Verm\u00f6gen mal Geb\u00fchr.<\/figcaption><\/figure><h2 class='wp-block-heading'>Als der Bitcoin-ETF den S&amp;P 500 schlug<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Wie lukrativ diese Mechanik sein kann, f\u00fchrte IBIT im Sommer 2025 vor. Am 2. Juli 2025 meldete <a href='https:\/\/www.coindesk.com\/markets\/2025\/07\/02\/blackrock-s-bitcoin-etf-now-generates-more-revenue-than-its-flagship-s-and-p-500-fund'>CoinDesk<\/a>, dass der damals rund 75 Milliarden Dollar schwere IBIT mit etwa 187 Millionen Dollar Jahresgeb\u00fchren erstmals den hauseigenen iShares Core S&amp;P 500 ETF (IVV) einholte. Das Pikante daran: IVV verwaltete zu diesem Zeitpunkt rund 624 Milliarden Dollar, also fast das Siebenfache, verdiente aber wegen seiner mageren 0,03 Prozent Geb\u00fchr praktisch gleich viel. Ein junger Krypto-Fonds hatte einen 25 Jahre alten Index-Riesen bei den Ertr\u00e4gen eingeholt, nicht mit Volumen, sondern mit Preis.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der H\u00f6hepunkt kam im Herbst. Am 7. Oktober 2025 bezifferte <a href='https:\/\/finance.yahoo.com\/news\/blackrock-bitcoin-etf-earns-25-052152993.html'>Yahoo Finance<\/a> IBITs Jahresgeb\u00fchren auf 244,5 Millionen Dollar, bei einem Fondsverm\u00f6gen von 97,8 Milliarden Dollar nahe dem Allzeithoch. Nate Geraci, Mitgr\u00fcnder des ETF Institute, ordnete das Tempo ein: Der weltgr\u00f6\u00dfte ETF, Vanguards S&amp;P-500-Fonds, habe f\u00fcr eine vergleichbare Marke mehr als 2.000 Handelstage gebraucht, IBIT sei auf dem Weg, sie in weniger als 450 Tagen zu erreichen, der schnellste Aufstieg aller Zeiten. In diesem Moment sah es aus, als h\u00e4tte BlackRock die Regeln des ETF-Gesch\u00e4fts neu geschrieben.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Warum die Krone nur geliehen war<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Dann drehte der Bitcoin-Preis. Das Allzeithoch von rund 126.000 Dollar aus dem Oktober 2025 liegt heute in weiter Ferne; laut <a href='https:\/\/www.coingecko.com\/en\/coins\/bitcoin\/eur'>CoinGecko<\/a> notiert Bitcoin bei etwa 67.700 Euro, also rund 78.500 US-Dollar, mehr als ein Drittel unter dem Rekord. Weil die 0,25-Prozent-Geb\u00fchr immer auf das aktuelle Fondsverm\u00f6gen wirkt, schrumpft mit dem Kurs auch der Ertrag. IBITs Basis fiel von 97,8 auf 61,7 Milliarden Dollar, der Geb\u00fchrenertrag entsprechend von etwa 245 auf grob 154 Millionen Dollar im Jahr, ohne dass sich an der Geb\u00fchr ein einziger Basispunkt ge\u00e4ndert h\u00e4tte.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Man kann die Rechnung auch umdrehen. Kehrte Bitcoin zu seinem Rekord von rund 126.000 Dollar zur\u00fcck und z\u00f6ge IBIT die alten Best\u00e4nde wieder an, l\u00e4ge das Fondsverm\u00f6gen rasch nahe der 100-Milliarden-Marke und der Geb\u00fchrenertrag entsprechend bei etwa 250 Millionen Dollar im Jahr. Dieselbe Geb\u00fchr, dieselbe Fondsstruktur, ein v\u00f6llig anderes Ergebnis, allein wegen des Preises. F\u00fcr BlackRock ist IBIT damit weniger ein stabiler Geb\u00fchrenstrom als eine gehebelte Wette auf die eigene Anlageklasse, verpackt in die n\u00fcchterne H\u00fclle eines Indexprodukts.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der S&amp;P 500 hingegen kletterte weiter. IVV verwaltet laut <a href='https:\/\/www.ishares.com\/us\/products\/239726\/ishares-core-sp-500-etf'>iShares<\/a> inzwischen \u00fcber 880 Milliarden Dollar, was bei 0,03 Prozent grob 265 Millionen Dollar Jahresgeb\u00fchren bedeutet. Damit ist der alte Index-Riese wieder klar vor IBIT. Die Krone war geliehen. Das ist die eigentliche Lehre f\u00fcr jede Anlegerin und jeden Anleger, die einen Krypto-ETF nach seiner vermeintlichen Ertragskraft beurteilen: Der Umsatz eines Anbieters auf einem volatilen Basiswert ist eine gehebelte Wette auf den Preis, nicht auf die Zufl\u00fcsse. Fixe Geb\u00fchr, bewegliche Basis. Genau deshalb ist auch die Nachfrage nach Bitcoin-Exposure, die etwa im <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/gold-bitcoin-gleichschritt-debasement-trade-2026\/'>Debasement-Trade aus Gold und Bitcoin<\/a> beschrieben wird, f\u00fcr BlackRocks Bilanz relevanter als jede noch so gefeierte Rekordwoche.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Zeitpunkt<\/th><th>IBIT-Verm\u00f6gen (ca.)<\/th><th>IBIT-Geb\u00fchrenertrag p.a. (grob)<\/th><th>Quelle<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>2. Juli 2025<\/td><td>74,9 Mrd. $<\/td><td>~187 Mio. $ (Gleichstand mit IVV)<\/td><td>CoinDesk<\/td><\/tr><tr><td>7. Oktober 2025<\/td><td>97,8 Mrd. $<\/td><td>~244,5 Mio. $ (IBIT vorne)<\/td><td>Yahoo Finance<\/td><\/tr><tr><td>8. September 2026<\/td><td>61,7 Mrd. $<\/td><td>~154 Mio. $ (IVV mit ~265 Mio. $ wieder vorne)<\/td><td>Bitbo, eigene Rechnung<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><figcaption>IBIT erhebt fixe 0,25 Prozent, IVV 0,03 Prozent. Der Ertrag ist Verm\u00f6gen mal Geb\u00fchr; die Werte schwanken mit dem jeweiligen Fondsverm\u00f6gen.<\/figcaption><\/figure><h2 class='wp-block-heading'>Was die Geb\u00fchr bezahlen muss: Coinbase, ein Index und der lange Arm des Vertriebs<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die 154 Millionen Dollar sind brutto. Was zieht BlackRock davon ab? An erster Stelle die Verwahrung. Die tats\u00e4chlichen Bitcoin von IBIT liegen laut <a href='https:\/\/www.ishares.com\/us\/products\/333011\/ishares-bitcoin-trust-etf'>Fondsunterlagen<\/a> bei der Coinbase Custody Trust Company; die K\u00e4ufe und Verk\u00e4ufe laufen \u00fcber Coinbase als Prime Execution Agent, also \u00fcber die Coinbase-Prime-Infrastruktur. Der Referenzpreis, an dem der Nettoinventarwert festgemacht wird, ist der CME CF Bitcoin Reference Rate in der New-York-Variante von CF Benchmarks. Dazu kommen Transferstelle, Wirtschaftspr\u00fcfung, Auflagekosten und Marketing.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Teil der Kostenseite hat sich zuletzt entspannt. Seit die US-B\u00f6rsenaufsicht 2025 die sogenannte In-Kind-Sch\u00f6pfung und -R\u00fccknahme f\u00fcr Krypto-ETFs erlaubte, k\u00f6nnen autorisierte Teilnehmer Anteile direkt gegen Bitcoin statt gegen Bargeld tauschen. Das senkt Handels- und Steuerreibung und verbilligt die Arbitrage zwischen ETF-Kurs und Nettoinventarwert, was die Effizienz des ganzen Konstrukts erh\u00f6ht. F\u00fcr den Anbieter z\u00e4hlt jeder eingesparte Basispunkt, denn die Einnahmenseite ist fixiert, w\u00e4hrend die Kostenseite der einzige Hebel bleibt, an dem sich \u00fcberhaupt noch drehen l\u00e4sst.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Zwei Dinge fallen dabei auf. Erstens die stille Konzentration: Weil ein Gro\u00dfteil der US-Spot-ETFs bei Coinbase verwahrt und ausgef\u00fchrt wird, ist ein einzelner Dienstleister zum R\u00fcckgrat eines Marktes mit fast 100 Milliarden Dollar geworden, ein Klumpenrisiko, das in keiner Flow-Statistik auftaucht. Zweitens die wahre Quelle von BlackRocks Vorsprung: Es ist nicht die Verwahrung, die alle Anbieter \u00e4hnlich einkaufen, sondern der Vertrieb. Die Marke iShares, der Zugang zu Beraternetzwerken und Modellportfolios, die tiefe Liquidit\u00e4t im Handel und das Options\u00f6kosystem rund um IBIT sorgen daf\u00fcr, dass Zufl\u00fcsse \u00fcberproportional dorthin wandern. Der Kostenblock ist f\u00fcr alle vergleichbar; der Umsatz nicht.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Grayscales schmelzender Eisw\u00fcrfel, der trotzdem druckt<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Kein Produkt zeigt die Macht der Geb\u00fchrenh\u00f6he deutlicher als Grayscales GBTC. Der einst als geschlossener Trust gestartete Fonds erhebt weiterhin 1,50 Prozent, das Sechsfache von IBIT. Seit der Umwandlung in einen ETF verliert GBTC best\u00e4ndig Bitcoin an die billigere Konkurrenz; aus einmal \u00fcber 600.000 Bitcoin sind laut <a href='https:\/\/bitbo.io\/treasuries\/us-etfs\/'>Bitbo<\/a> noch 129.839 geworden. Und doch wirft der schmelzende Bestand bei 1,50 Prozent auf gut zehn Milliarden Dollar Verm\u00f6gen grob 153 Millionen Dollar im Jahr ab, praktisch gleich viel wie IBITs 154 Millionen, obwohl GBTC nur ein Sechstel des Verm\u00f6gens h\u00e4lt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Das ist das Gesch\u00e4ftsmodell des schmelzenden Eisw\u00fcrfels: Ein schrumpfender Fonds zu 1,50 Prozent kann mehr verdienen als ein wachsender zu 0,15 Prozent. Grayscale hat die Rechnung verstanden und daneben einen defensiven Ableger gestellt, den Grayscale Bitcoin Mini Trust zu nur 0,15 Prozent, um wenigstens einen Teil der preissensiblen Abwanderer zu halten. F\u00fcr Anlegerinnen und Anleger ist die Botschaft unbequem: Ein Teil der Kundschaft zahlt seit Jahren das Zehnfache f\u00fcr dasselbe Bitcoin-Exposure, oft aus Tr\u00e4gheit oder wegen steuerlicher Fesseln an die Altposition. Wer die Wahl hat, kann diese Tr\u00e4gheit vermeiden; wer \u00fcber einen <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/kassensturz-bitcoin-basis-trade-rendite-bilanz-2026\/'>Basis-Trade oder eine Arbitrage-Position<\/a> im Fonds steckt, kalkuliert die Geb\u00fchr ohnehin als Teil der Nettorendite ein.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Das Fondssterben: wer die Geb\u00fchrenkriege \u00fcberlebt<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Wo ein IBIT Millionen druckt, verhungern Dutzende kleinere Produkte. Die Geb\u00fchr tr\u00e4gt sich nur oberhalb einer Mindestgr\u00f6\u00dfe: Auflage, Rechtsberatung, Marktpflege und Listing kosten unabh\u00e4ngig vom Volumen, und unter einer bestimmten Verm\u00f6gensschwelle deckt die anteilige Geb\u00fchr diese Fixkosten schlicht nicht. Genau das entlud sich 2026 in einer Bereinigungswelle. Der Anbieter Direxion schloss im April \u00fcber zwanzig gehebelte und inverse Produkte, unter ihnen Krypto-Wetten, die trotz zweistelliger Kursgewinne dichtgemacht wurden, weil ihnen schlicht das verwaltete Verm\u00f6gen fehlte.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Break-even-Rechnung ist unerbittlich. Ein neues Produkt muss Auflage, Wirtschaftspr\u00fcfung, Listing und laufende Marktpflege bezahlen, ehe der erste Euro Gewinn \u00fcbrig bleibt. Ein Fonds mit 20 oder 30 Millionen Dollar Verm\u00f6gen nimmt bei 0,25 Prozent gerade einmal 50.000 bis 75.000 Dollar im Jahr ein, viel zu wenig, um Personal, Pr\u00fcfer und B\u00f6rsenplatz zu finanzieren. Erst ab einigen hundert Millionen Dollar tr\u00e4gt sich ein solches Produkt \u00fcberhaupt, und genau deshalb ist der Sektor, so voll das Regal auch wirkt, ein brutaler Verdr\u00e4ngungsmarkt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Eric Balchunas, Senior-ETF-Analyst bei Bloomberg Intelligence, nannte die Schlie\u00dfungen gegen\u00fcber <a href='https:\/\/cryptobriefing.com\/leveraged-etfs-surge-record-shutdowns-2026'>Crypto Briefing<\/a> eine notwendige Bereinigung und ausdr\u00fccklich kein Abwenden der Anleger von der Strategie. Diese Lesart passt zur \u00d6konomie: Zahlreiche weitere Krypto-Produkte stehen noch in der Pipeline, viele davon werden nie die kritische Gr\u00f6\u00dfe erreichen, ab der sich die Geb\u00fchr tr\u00e4gt. Das ETF-Regal wirkt voll, doch das Gesch\u00e4ft dahinter ist ein Verdr\u00e4ngungswettbewerb, in dem der Marktf\u00fchrer die Zufl\u00fcsse und damit die tragf\u00e4higen Geb\u00fchren absaugt. Wie sehr sich oberhalb der reinen Spot-Produkte eine zweite Ertragsebene aus Optionen und Volatilit\u00e4t auft\u00fcrmt, hat HOGE Wire in der Analyse zur <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/derivate-positionierung-karte-nicht-markt-2026\/'>Derivate-Positionierung<\/a> beschrieben; f\u00fcr die kleinen Anbieter \u00e4ndert das nichts an der harten Schwelle.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Der Haken f\u00fcr \u00d6sterreich: IBIT steht nicht im Depot<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Nun kommt die Wendung, die den ganzen Erfolg f\u00fcr heimische Anlegerinnen und Anleger relativiert: IBIT l\u00e4sst sich in \u00d6sterreich gar nicht kaufen. Der Grund ist keine Willk\u00fcr der Bank, sondern eine doppelte regulatorische Sperre. Erstens fehlt US-ETFs das nach der PRIIPs-Verordnung vorgeschriebene Basisinformationsblatt (das sogenannte KID). Ohne dieses Dokument d\u00fcrfen Broker das Produkt nicht an EU-Kleinanleger vertreiben. Zweitens lie\u00dfe sich ein IBIT-Klon auch nicht einfach in Europa auflegen: Die OGAW-Richtlinie verlangt f\u00fcr zugelassene Publikumsfonds eine Mindeststreuung, und ein Fonds, der zu 100 Prozent aus einem einzigen Verm\u00f6genswert besteht, f\u00e4llt durch dieses Raster.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Das Ergebnis ist paradox. Das Produkt, das die globalen Schlagzeilen schreibt und dessen Geb\u00fchrenmillionen wir hier sezieren, bleibt dem \u00f6sterreichischen Sparbuch verschlossen. Wer die Konzentration des Krypto-Handels und die Zugangswege rund um den Globus verstehen will, findet in der <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/geografie-krypto-volumen-wo-welt-handelt-2026\/'>Geografie des Krypto-Volumens<\/a> die gr\u00f6\u00dfere Landkarte. F\u00fcr den Kontinent gilt: Europa hat sich seinen eigenen, parallelen Markt gebaut, mit einer eigenen Produktgattung, eigenen Anbietern und, wie sich zeigt, einer eigenen Preisspanne.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Europas eigene Preisspanne: 0,15 bis 2,00 Prozent<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Statt eines Fonds kaufen Anlegerinnen und Anleger in \u00d6sterreich physisch besicherte Krypto-ETPs, die auf Xetra und der SIX gehandelt werden und \u00fcber jede inl\u00e4ndische Depotbank erreichbar sind. Und hier wird es interessant: Der europ\u00e4ische Geb\u00fchrenkrieg hat manche dieser Produkte billiger gemacht als das ber\u00fchmte IBIT, das man nicht bekommt. CoinShares senkte die Geb\u00fchr seines Physical Bitcoin (K\u00fcrzel BITC), laut Anbieter das gr\u00f6\u00dfte physisch besicherte Bitcoin-ETP Europas, im Februar 2026 dauerhaft auf 0,15 Prozent. Konzernchef Jean-Marie Mognetti begr\u00fcndete den Schritt damit, dass ein niedriger Preis strukturell und nicht blo\u00df werbewirksam sein m\u00fcsse, wie die <a href='https:\/\/investor.coinshares.com\/pressreleases\/coinshares-reduces-management-fee-on-europe-s-largest-physically-backed-bitcoin-etp-to-0-15'>Mitteilung von CoinShares<\/a> festh\u00e4lt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">WisdomTree zog mit 0,15 Prozent gleich, 21Shares Bitcoin Core liegt bei 0,21 Prozent. Am anderen Ende der Spanne steht das \u00e4ltere Bitwise Physical Bitcoin (K\u00fcrzel BTCE, vormals ETC Group) mit stattlichen 2,00 Prozent laut <a href='https:\/\/www.justetf.com\/en\/etf-profile.html?isin=DE000A27Z304'>justETF<\/a>, also mehr als GBTC in den USA. Europa hat damit das teuerste und das billigste physische Bitcoin-Produkt zugleich, ein genaues Spiegelbild der IBIT-gegen-GBTC-Spanne jenseits des Atlantiks. Die praktische Konsequenz f\u00fcr heimische Depots: Ein \u00d6sterreicher kann Bitcoin-Exposure g\u00fcnstiger einkaufen als \u00fcber das unerreichbare IBIT, aber auch, bei falscher Produktwahl, das Dreizehnfache an j\u00e4hrlicher Geb\u00fchr zahlen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Was das in Euro bedeutet, zeigt ein einfaches Beispiel. Wer 10.000 Euro in einem ETP zu 0,15 Prozent h\u00e4lt, zahlt 15 Euro Geb\u00fchr im Jahr; im teuersten Produkt zu 2,00 Prozent sind es 200 Euro, und das jedes Jahr, unabh\u00e4ngig davon, ob Bitcoin steigt oder f\u00e4llt. \u00dcber zehn Jahre und mit dem entgangenen Zinseszins auf diese Betr\u00e4ge summiert sich der Unterschied auf einen vierstelligen Betrag, ohne dass die teurere H\u00fclle irgendeinen Mehrwert liefert. Bei einem standardisierten Basiswert wie Bitcoin ist die Gesamtkostenquote deshalb kein Detail, sondern das wichtigste Auswahlkriterium.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Anbieter \/ Produkt<\/th><th>K\u00fcrzel<\/th><th>TER p.a.<\/th><th>Wichtige Handelspl\u00e4tze<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>CoinShares Physical Bitcoin<\/td><td>BITC<\/td><td>0,15 %<\/td><td>Xetra, SIX, Euronext<\/td><\/tr><tr><td>WisdomTree Physical Bitcoin<\/td><td>BTCW<\/td><td>0,15 %<\/td><td>Xetra, SIX<\/td><\/tr><tr><td>21Shares Bitcoin Core<\/td><td>CBTC<\/td><td>0,21 %<\/td><td>Xetra, SIX<\/td><\/tr><tr><td>Bitwise Physical Bitcoin (ehem. ETC Group)<\/td><td>BTCE<\/td><td>2,00 %<\/td><td>Xetra<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><figcaption>Gesamtkostenquoten laut Anbietern und justETF, Stand September 2026. Diese ETPs sind Schuldverschreibungen, physisch mit Bitcoin besichert, aber mit Emittentenrisiko.<\/figcaption><\/figure><h2 class='wp-block-heading'>ETP ist nicht gleich ETF: das Kleingedruckte<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Unterschied zwischen einem US-ETF und einem europ\u00e4ischen Krypto-ETP ist nicht nur eine Frage der Geb\u00fchr, sondern der Rechtsh\u00fclle. Ein US-Spot-ETF wie IBIT ist ein Fonds; die europ\u00e4ischen Krypto-Produkte sind ETNs oder ETCs, also Schuldverschreibungen. Rechtlich sind es besicherte Schuldtitel des Emittenten, keine Fondsanteile. In der Praxis sind die seri\u00f6sen Produkte physisch hinterlegt: F\u00fcr jeden Anteil verwahrt ein Custodian eine entsprechende Menge Bitcoin, getrennt vom Betriebsverm\u00f6gen des Emittenten.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der feine, aber wichtige Unterschied: Ein ETP genie\u00dft keinen Sonderverm\u00f6gensschutz im Sinne des Fondsrechts. Anleger tragen ein Emittenten- beziehungsweise Kontrahentenrisiko, das bei einem OGAW-Fonds so nicht besteht. F\u00e4llt der Emittent aus, h\u00e4ngt viel an der Qualit\u00e4t der Besicherungsstruktur und der Trennung der hinterlegten Coins. F\u00fcr die meisten Anlegerinnen und Anleger ist das physisch besicherte, an einer regulierten B\u00f6rse gehandelte ETP eine solide L\u00f6sung, aber sie sollten wissen, dass sie eine Anleihe auf Bitcoin halten und keinen Anteil an einem Sonderverm\u00f6gen.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>KESt, das Wiener Depot und die FMA<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Steuerlich bewegt sich der heimische Anleger auf inzwischen vertrautem Terrain. Kursgewinne aus Kryptow\u00e4hrungen unterliegen in \u00d6sterreich seit der \u00d6kosozialen Steuerreform dem besonderen Steuersatz von 27,5 Prozent nach Paragraph 27a EStG; Details fasst das <a href='https:\/\/www.bmf.gv.at\/themen\/steuern\/sparen-veranlagen\/steuerliche-behandlung-von-kryptowaehrungen.html'>Bundesministerium f\u00fcr Finanzen<\/a> zusammen. Verwahrt man \u00fcber eine inl\u00e4ndische Depotbank, wird die Kapitalertragsteuer seit 1. J\u00e4nner 2024 automatisch einbehalten und abgef\u00fchrt; seit 1. J\u00e4nner 2026 greift zus\u00e4tzlich die Meldepflicht nach der EU-Richtlinie DAC8.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr ein Krypto-ETP, das als Schuldverschreibung \u00fcber eine \u00f6sterreichische Bank gehalten wird, werden Kursgewinne \u00e4hnlich als Eink\u00fcnfte aus Kapitalverm\u00f6gen mit 27,5 Prozent erfasst. Anders als in manchen Nachbarl\u00e4ndern, wo die Wahl zwischen Wertpapierh\u00fclle und Direktbesitz die Steuerlast sp\u00fcrbar verschiebt, ist die Asymmetrie in \u00d6sterreich gering. Aufsichtsrechtlich ist die Finanzmarktaufsicht (FMA) die zust\u00e4ndige nationale Beh\u00f6rde unter MiCAR; die europ\u00e4ische Krypto-Verordnung ist seit 30. Dezember 2024 voll anwendbar, die verk\u00fcrzte \u00f6sterreichische \u00dcbergangsfrist l\u00e4uft am 1. Juli 2026 aus, wie die <a href='https:\/\/www.fma.gv.at\/kapitalmaerkte\/marktmissbrauch\/micar\/'>FMA<\/a> darlegt. Wichtig f\u00fcr die Einordnung: MiCA reguliert Krypto-Dienstleister und Emittenten, nicht das Protokoll selbst; das in Wien ans\u00e4ssige Unternehmen Bitpanda ist der heimische Vorzeige-Anbieter mit MiCA-Zulassung.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Ein praktischer Vorteil der Wertpapierh\u00fclle bleibt dennoch: Wird das ETP im selben Depot wie Aktien und andere Wertpapiere gehalten, lassen sich Gewinne und Verluste im Rahmen des Verlustausgleichs unkomplizierter gegenrechnen, und die inl\u00e4ndische Depotbank erledigt die Steuer automatisch. Der direkte Bitcoin-Besitz auf einer Handelsplattform verlangt dagegen oft mehr Eigenleistung bei der Dokumentation. Die Steuerlast ist am Ende \u00e4hnlich, der Verwaltungsaufwand nicht, und f\u00fcr viele heimische Anlegerinnen und Anleger wiegt das ebenso schwer wie die nackte Geb\u00fchr.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Die Ethereum-Fu\u00dfnote: gleiche Mechanik, kleinere Basis<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Wer die Bitcoin-Rechnung verstanden hat, versteht auch die Ethereum-Variante, nur eine Nummer kleiner. Die Spot-Ether-ETFs sammeln seit dem Sommer 2024 ein, angef\u00fchrt von BlackRocks ETHA, das dieselben 0,25 Prozent Geb\u00fchr erhebt wie IBIT. Weil das Fondsverm\u00f6gen der Ether-Produkte nur einen Bruchteil des Bitcoin-Sektors ausmacht, ist auch der Geb\u00fchrenertrag kleiner, und weil Ether im Schnitt noch st\u00e4rker schwankt als Bitcoin, ist die Ertragskurve der Anbieter dort noch st\u00e4rker gehebelt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Besonderheit kommt bei Ether hinzu: das Staking. Einige Emittenten legen inzwischen Produkte auf, die einen Teil der hinterlegten Ether verstaken und die Staking-Ertr\u00e4ge, abz\u00fcglich einer Beteiligung des Anbieters, an die Anleger weiterreichen. Damit entsteht eine zweite Ertragsschicht, die es bei Bitcoin nicht gibt, und ein zus\u00e4tzlicher Hebel f\u00fcr den Anbieter, denn er verdient nicht nur an der Verwaltungsgeb\u00fchr, sondern auch an einem Anteil der Netzwerkrendite. Das Grundmuster bleibt dennoch dasselbe: eine feste Beteiligung auf eine bewegliche, kursabh\u00e4ngige Basis.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Auch der Wettbewerb l\u00e4uft bei Ether nach demselben Muster. BlackRocks ETHA sammelte nach dem Start rasch das meiste Kapital ein, w\u00e4hrend \u00e4ltere, teurere Produkte Marktanteile verloren; Grayscale wiederholte hier sein Bitcoin-Drehbuch mit einem hochpreisigen Alttrust und einem billigen Mini-Ableger. F\u00fcr die Anbieter ist die Ether-Schiene lukrativ, solange der Kurs mitspielt, doch sie ist noch kleiner und schwankungsanf\u00e4lliger als das Bitcoin-Gesch\u00e4ft, ein Verst\u00e4rker derselben zyklischen Logik. Wer die Geb\u00fchrenrechnung bei Bitcoin verinnerlicht hat, muss sie bei Ethereum nur noch skalieren.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Was die Geb\u00fchr \u00fcber den n\u00e4chsten Zyklus verr\u00e4t<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die eigentliche Prognosekraft steckt nicht in den t\u00e4glichen Flow-Zahlen, sondern in der Geb\u00fchrenstruktur. Erstens: In einem reifen Markt konvergieren die Preise nach unten. Sobald mehrere Anbieter dasselbe standardisierte Bitcoin-Exposure liefern, wird die Geb\u00fchr zum einzigen Unterscheidungsmerkmal, und der Wettbewerb frisst sie auf, in Europa schon sichtbar bei 0,15 Prozent. Zweitens: Der Ertrag der Anbieter bleibt an den Kurs gekoppelt. Steigt Bitcoin, bl\u00fcht die Branche; f\u00e4llt er, schrumpft der Kuchen f\u00fcr alle, unabh\u00e4ngig von den Zufl\u00fcssen. Drittens: Die Konzentration verst\u00e4rkt sich selbst, weil der Marktf\u00fchrer aus seinen Geb\u00fchrenmillionen Vertrieb, Liquidit\u00e4t und Options\u00f6kosystem finanziert, was wiederum weitere Zufl\u00fcsse anzieht.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr den kommenden Zyklus hei\u00dft das: Die spannende Frage ist nicht, ob an einem einzelnen Tag 731 Millionen oder 200 Millionen Dollar netto flie\u00dfen, sondern ob der Bitcoin-Preis die Verm\u00f6gensbasis hoch genug h\u00e4lt, dass die Geb\u00fchr die Fixkosten der vielen kleinen Produkte tr\u00e4gt. F\u00e4llt der Kurs, beschleunigt sich das Fondssterben; steigt er, kehrt die Euphorie zur\u00fcck, und IBITs geliehene Krone k\u00f6nnte f\u00fcr eine weitere Runde zur\u00fcckkommen. Die Sitzung der Fed am 16. September und die makro\u00f6konomischen Weichenstellungen dahinter entscheiden damit indirekt auch \u00fcber die Gewinn-und-Verlust-Rechnung der ETF-Anbieter.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Was Anlegerinnen und Anleger mitnehmen<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Bilanz hinter den ETF-Milliarden l\u00e4sst sich in wenige praktische Merks\u00e4tze \u00fcbersetzen:<\/p><ul class='wp-block-list'><li>Der Ertrag eines Krypto-ETF-Anbieters ist eine gehebelte Wette auf den Kurs, nicht auf die Zufl\u00fcsse; eine Rekordwoche sagt wenig \u00fcber die Jahresbilanz.<\/li><li>Die Geb\u00fchrenh\u00f6he ist der entscheidende Hebel: Ein schrumpfender Fonds zu 1,50 Prozent kann so viel verdienen wie ein Riese zu 0,25 Prozent.<\/li><li>IBIT ist in \u00d6sterreich nicht kaufbar; heimische Anleger nutzen physisch besicherte ETPs auf Xetra oder kaufen direkt \u00fcber einen lizenzierten Anbieter.<\/li><li>Europ\u00e4ische ETPs sind Schuldverschreibungen mit Emittentenrisiko, kein Sonderverm\u00f6gen; die Rechtsh\u00fclle z\u00e4hlt so viel wie die Geb\u00fchr.<\/li><li>Die Spanne der Gesamtkostenquote reicht von 0,15 bis 2,00 Prozent; ein Vergleich vor dem Kauf spart \u00fcber Jahre sp\u00fcrbar Geld.<\/li><li>In \u00d6sterreich fallen 27,5 Prozent auf Kursgewinne an, bei inl\u00e4ndischer Depotbank automatisch per KESt; die Steuer ist bei ETP und Direktbesitz \u00e4hnlich.<\/li><\/ul><h2 class='wp-block-heading'>Frequently Asked Questions<\/h2><h3 class='wp-block-heading'>Warum kann ich BlackRocks IBIT in \u00d6sterreich nicht kaufen?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">US-Spot-ETFs wie IBIT haben kein PRIIPs-Basisinformationsblatt (KID) und d\u00fcrfen daher an EU-Kleinanleger nicht vertrieben werden. Zus\u00e4tzlich verbietet die OGAW-Richtlinie Fonds, die aus einem einzigen Verm\u00f6genswert bestehen. \u00d6sterreichische Anlegerinnen und Anleger greifen deshalb zu physisch besicherten Krypto-ETPs auf Xetra oder kaufen Bitcoin direkt \u00fcber einen lizenzierten Anbieter.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Wie viel verdient BlackRock an IBIT?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Bei rund 61,7 Milliarden Dollar Fondsverm\u00f6gen und einer fixen Geb\u00fchr von 0,25 Prozent wirft IBIT grob 154 Millionen Dollar Bruttogeb\u00fchren pro Jahr ab. Diese Zahl schwankt stark mit dem Bitcoin-Preis, weil die Basis mit dem Kurs steigt und f\u00e4llt; auf dem H\u00f6hepunkt im Oktober 2025 waren es rund 245 Millionen Dollar.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Ist ein europ\u00e4isches Krypto-ETP dasselbe wie ein US-ETF?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Nein. Europ\u00e4ische Krypto-ETPs sind Schuldverschreibungen (ETN oder ETC), keine Fondsanteile. Sie sind bei den seri\u00f6sen Anbietern physisch mit Bitcoin besichert, tragen aber ein Emittentenrisiko und genie\u00dfen keinen Sonderverm\u00f6gensschutz wie ein klassischer OGAW-Fonds.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Welche Geb\u00fchren zahlt man f\u00fcr physische Bitcoin-ETPs in Europa?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Spanne ist gro\u00df. CoinShares und WisdomTree verlangen 0,15 Prozent pro Jahr, 21Shares Bitcoin Core 0,21 Prozent, w\u00e4hrend das \u00e4ltere Bitwise-Produkt BTCE mit 2,00 Prozent das teuerste Ende markiert. Ein Vergleich der Gesamtkostenquote vor dem Kauf lohnt sich daher deutlich.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Wie werden Gewinne aus Krypto-ETPs in \u00d6sterreich besteuert?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Kursgewinne fallen unter den besonderen Steuersatz von 27,5 Prozent. Bei Verwahrung \u00fcber eine inl\u00e4ndische Depotbank wird die Kapitalertragsteuer seit 1. 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