{"id":400,"date":"2026-09-09T12:48:33","date_gmt":"2026-09-09T12:48:33","guid":{"rendered":"https:\/\/hoge.gg\/at\/dxy-euro-chart-ezb-bitcoin-september-2026\/"},"modified":"2026-09-09T12:48:33","modified_gmt":"2026-09-09T12:48:33","slug":"dxy-euro-chart-ezb-bitcoin-september-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hoge.gg\/at\/dxy-euro-chart-ezb-bitcoin-september-2026\/","title":{"rendered":"Ein Euro-Chart: warum der DXY vor der EZB unter 99 f\u00e4llt"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Am Abend des 9. September 2026 notiert der US-Dollar-Index (DXY) bei rund 98,6 Punkten und damit klar unter der psychologisch wichtigen Marke von 99 (<a href='https:\/\/tradingeconomics.com\/united-states\/currency'>tradingeconomics.com<\/a>). Bitcoin steht zeitgleich bei etwa 68.100 Euro, die gesamte Marktkapitalisierung liegt bei rund 1,368 Billionen Euro (<a href='https:\/\/www.coingecko.com\/en\/coins\/bitcoin\/eur'>CoinGecko<\/a>). Auf den ersten Blick passt das nicht zusammen: Der US-Arbeitsmarkt lief im August hei\u00df, Fed-Chef Kevin Warsh gibt seit seiner Rede in Jackson Hole den Falken, und trotzdem verliert der Dollar-Index an Boden. Wer die Erkl\u00e4rung in Washington sucht, sucht am falschen Ort. Sie steckt in der Rechenvorschrift des Index selbst, und sie hat einen Namen: Euro.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Denn der DXY misst den Dollar gegen einen festen Korb aus sechs W\u00e4hrungen, und der Euro stellt davon allein 57,6 Prozent. F\u00fcr eine Leserin oder einen Leser in \u00d6sterreich ist der vielzitierte Dollar-Index damit vor allem eines: ein auf den Kopf gestellter EUR\/USD-Chart, also das Spiegelbild der eigenen W\u00e4hrung. Genau deshalb ist ausgerechnet der morgige Termin entscheidend, an dem nicht die Fed, sondern die Europ\u00e4ische Zentralbank (EZB) \u00fcber die Zinsen entscheidet. Dieser Beitrag zeigt, warum der Euro den Index steuert, was der DXY \u00fcber die Schwellenl\u00e4nder verschweigt, und welche Rolle Euro-Stablecoins wie EURC in diesem Bild spielen.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Ein Index, der vor allem den Euro misst<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Der DXY wurde 1973 eingef\u00fchrt, kurz nachdem das System fixer Wechselkurse von Bretton Woods zerbrochen war. Der Startwert wurde auf 100 gesetzt; ein Stand von 98,6 bedeutet also, dass der Dollar gegen\u00fcber seinem W\u00e4hrungskorb heute etwas schw\u00e4cher ist als zur Geburtsstunde des Index. Verwaltet wird er von der Intercontinental Exchange (ICE), und anders als der Name vermuten l\u00e4sst, ist die Zusammensetzung seit der Euro-Einf\u00fchrung 1999 unver\u00e4ndert. Sechs W\u00e4hrungen bilden den Korb, und ihre Gewichte sind alles andere als gleich verteilt (<a href='https:\/\/financer.com\/invest\/dxy-index\/'>Financer<\/a>).<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>W\u00e4hrung<\/th><th>Gewicht im DXY<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Euro (EUR)<\/td><td>57,6 %<\/td><\/tr><tr><td>Japanischer Yen (JPY)<\/td><td>13,6 %<\/td><\/tr><tr><td>Britisches Pfund (GBP)<\/td><td>11,9 %<\/td><\/tr><tr><td>Kanadischer Dollar (CAD)<\/td><td>9,1 %<\/td><\/tr><tr><td>Schwedische Krone (SEK)<\/td><td>4,2 %<\/td><\/tr><tr><td>Schweizer Franken (CHF)<\/td><td>3,6 %<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Euro dominiert mit gro\u00dfem Abstand. Yen, Pfund, kanadischer Dollar, schwedische Krone und Schweizer Franken teilen sich den Rest. Rechnet man die europ\u00e4ischen W\u00e4hrungen zusammen (Euro, Pfund, Krone und Franken), entfallen \u00fcber drei Viertel des Index auf Europa. Der DXY ist damit weniger ein Weltbarometer des Dollars als ein transatlantischer Wechselkurs mit ein wenig Yen-Beimischung. In der Praxis bewegt sich der Index fast deckungsgleich mit dem EUR\/USD-Kurs, nur eben invers: Steigt der Euro, f\u00e4llt der DXY, und umgekehrt. Auff\u00e4llig ist auch, was fehlt: Der chinesische Yuan, der mexikanische Peso oder der koreanische Won kommen trotz ihrer Bedeutung im US-Au\u00dfenhandel schlicht nicht vor. Der Korb spiegelt die Handelswelt der fr\u00fchen Siebzigerjahre, nicht die von heute.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Eine kurze Geschichte des Dollar-Index in Zahlen<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Blick in die Historie ordnet den heutigen Stand ein. Sein Allzeithoch erreichte der DXY im Februar 1985 mit 164,72 Punkten, als die hohen US-Zinsen unter Paul Volcker den Dollar in schwindelerregende H\u00f6hen trieben, bis das Plaza-Abkommen gegensteuerte. Das Gegenst\u00fcck, das Allzeittief von 70,698 Punkten, stammt vom M\u00e4rz 2008, kurz vor der globalen Finanzkrise (<a href='https:\/\/financer.com\/invest\/dxy-index\/'>Financer<\/a>). Dazwischen liegt die gesamte Bandbreite dessen, was der Dollar in einem halben Jahrhundert erlebt hat.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">J\u00fcngere Referenzpunkte sind aufschlussreicher. Im Herbst 2022 kletterte der Index auf 114,78, getrieben von der aggressivsten Zinserh\u00f6hungsserie der Fed seit Jahrzehnten, und dr\u00fcckte Bitcoin damals in den Keller. 2025 dann die Gegenbewegung: Der Dollar verlor \u00fcber das Jahr rund neun Prozent, eines seiner schw\u00e4chsten Jahre \u00fcberhaupt, und im Sommer 2026 rutschte der Index erstmals seit L\u00e4ngerem wieder unter 100. Der heutige Wert von 98,6 liegt damit nahe dem langj\u00e4hrigen Mittel, weit entfernt von den Extremen. Das ist wichtig f\u00fcr die Einordnung: Der Dollar ist weder historisch schwach noch stark, er ist schlicht in einer Phase, in der Europa aufholt.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Die Mathematik hinter dem Gewicht<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Index ist ein geometrisch gewichteter Durchschnitt, kein simpler Mittelwert. Das klingt technisch, hat aber eine handfeste Folge: Eine Bewegung im Euro schl\u00e4gt ungleich st\u00e4rker durch als eine gleich gro\u00dfe Bewegung in der schwedischen Krone. Legt der Euro um ein Prozent zu, zieht das den Index mit seinem Gewicht von 57,6 Prozent kr\u00e4ftig nach unten; ein Prozent in der Krone mit ihren 4,2 Prozent ist dagegen kaum sichtbar. Wer also eine Schlagzeile \u00fcber einen &bdquo;schwachen Dollar&ldquo; liest, liest in Wahrheit zu mehr als der H\u00e4lfte eine Schlagzeile \u00fcber einen starken Euro.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Das ist mehr als eine Spitzfindigkeit. Es bedeutet, dass die Fed den DXY nur zur H\u00e4lfte in der Hand hat. Die andere H\u00e4lfte entscheidet sich in Frankfurt, Tokio und London. Ein Dollar-Index, der f\u00e4llt, kann schlicht hei\u00dfen, dass die EZB strafft, w\u00e4hrend die Fed pausiert, ganz ohne dass in den USA irgendetwas lockerer geworden w\u00e4re. Genau dieses Missverst\u00e4ndnis pr\u00e4gt viele Krypto-Kommentare: Ein fallender DXY wird reflexartig als &bdquo;lockere Fed, gut f\u00fcr Risiko-Assets&ldquo; gelesen, obwohl die Ursache oft auf der anderen Seite des Atlantiks liegt. Die saubere Lesart trennt zwei Fragen, die der Index in einer einzigen Zahl vermengt: Wie geht es dem Dollar, und wie geht es dem Euro? F\u00fcr Anlegerinnen und Anleger im Euroraum ist die zweite Frage die wichtigere, denn sie betrifft die eigene Kaufkraft unmittelbar.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Der 10. September: warum der Euro anzieht<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Damit zum morgigen Tag. Am 10. September entscheidet die EZB \u00fcber ihren Einlagensatz, und die Erwartung ist ungew\u00f6hnlich eindeutig: In einer Reuters-Umfrage rechneten alle 65 befragten \u00d6konominnen und \u00d6konomen mit einer Anhebung um 25 Basispunkte auf 2,50 Prozent (<a href='https:\/\/www.rte.ie\/news\/business\/2026\/0903\/1590203-ecb-to-raise-rates-a-second-time-this-month-economists\/'>RTE\/Reuters<\/a>). Gleichzeitig gilt dieser Schritt weithin als der letzte des Zyklus: 91 Prozent der Befragten sehen den Satz zum Jahresende bei 2,50 Prozent, 78 Prozent noch Mitte 2027. Hintergrund ist eine hartn\u00e4ckige Teuerung von 3,3 Prozent in der Eurozone im August, befeuert auch von erh\u00f6hten Energiepreisen und geopolitischer Unsicherheit.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr den Euro, und damit f\u00fcr den DXY, ist die Lage heikel. Eine EZB, die die straffe Linie best\u00e4tigt, st\u00fctzt die Gemeinschaftsw\u00e4hrung und dr\u00fcckt den Index. Eine EZB, die den Schritt betont als Schlusspunkt verkauft, k\u00f6nnte den Euro dagegen bremsen. Carsten Brzeski, Chefvolkswirt bei der ING, fasst das Dilemma der Notenbank so zusammen: &bdquo;it&#8217;s difficult to envisage the ECB being willing to risk a recession to tackle what is still a textbook supply-side shock&ldquo; (<a href='https:\/\/www.rte.ie\/news\/business\/2026\/0903\/1590203-ecb-to-raise-rates-a-second-time-this-month-economists\/'>RTE\/Reuters<\/a>). Pia Fromlet von der schwedischen SEB erwartet, dass sich die Inflation &bdquo;will approach target during the course of next year&ldquo; ann\u00e4hert. Kurz gesagt: Die EZB strafft widerwillig, und genau dieses Widerwillige l\u00e4sst die M\u00e4rkte auf jeden Tonfall von Pr\u00e4sidentin Christine Lagarde achten.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Am Devisenmarkt ist der 10. September deshalb der Dreh- und Angelpunkt der Woche. Analysten von StoneX nennen EUR\/USD das &bdquo;currency pair of the week&ldquo;, weil der EZB-Entscheid genau zwischen zwei wichtige US-Inflationszahlen f\u00e4llt (<a href='https:\/\/www.stonex.com\/en-gb\/news-and-analysis\/eur-usd-forecast-ecb-and-us-inflation-set-to-test-the-range-2026-09-07\/'>StoneX<\/a>). EUR\/USD notiert aktuell bei rund 1,16; mehrere Gro\u00dfbanken sehen den Kurs bis Jahresende in Richtung 1,22 bis 1,25, was einen strukturell schw\u00e4cheren Dollar und damit einen tieferen DXY bedeuten w\u00fcrde. Wichtig bleibt: Ob der Euro tats\u00e4chlich anzieht, h\u00e4ngt weniger am Zinsschritt selbst, der ist eingepreist, als an der Frage, ob Lagarde die T\u00fcr f\u00fcr weitere Anhebungen offenl\u00e4sst oder zuschl\u00e4gt.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Der zweite Hebel: Yen, Carry-Trade und die Bank of Japan<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Nach dem Euro ist der japanische Yen mit 13,6 Prozent der zweitgr\u00f6\u00dfte Baustein des Index, und er sorgt heuer f\u00fcr eine eigene Dynamik. Jahrelang war der Yen die klassische Finanzierungsw\u00e4hrung des sogenannten Carry-Trade: Anleger liehen sich Geld zu Null- oder Negativzinsen in Japan und legten es in h\u00f6her verzinsten W\u00e4hrungen an. Solange das lief, blieb der Yen schwach und st\u00fctzte damit indirekt den Dollar-Index. Doch die Bank of Japan hat die \u00c4ra der Negativzinsen beendet und strafft ihre Politik, wenn auch vorsichtig. Jede Andeutung weiterer Schritte l\u00e4sst den Yen aufwerten und zieht den DXY nach unten, ganz ohne Zutun aus Washington oder Frankfurt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Und die Abwicklung des Carry-Trade verl\u00e4uft selten sanft. Im Sommer 2024 sorgte ein pl\u00f6tzlicher Yen-Anstieg f\u00fcr heftige Turbulenzen an den globalen M\u00e4rkten, die auch Bitcoin mitrissen, weil geliehene Positionen in aller Eile aufgel\u00f6st wurden. F\u00fcr eine Anlegerin in \u00d6sterreich ist das die zweite Erinnerung daran, dass der Dollar-Index kein reines US-Barometer ist, sondern ein Geflecht aus Frankfurt, Tokio und Washington, in dem drei Notenbanken gleichzeitig an den F\u00e4den ziehen. Wer den DXY liest, liest immer auch die Yen-Politik der Bank of Japan mit, ob er will oder nicht.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Das Paradox der starken US-Daten<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Nun das scheinbare Paradox. Normalerweise st\u00fctzen starke US-Daten den Dollar, weil sie die Fed von Zinssenkungen abhalten. Und die Daten waren zuletzt stark: Der US-Arbeitsmarktbericht f\u00fcr August zeigte ein Plus von 162.000 Stellen, den h\u00f6chsten Wert seit f\u00fcnf Monaten und weit \u00fcber den erwarteten rund 56.000; die Arbeitslosenquote blieb bei 4,1 Prozent, der Juli-Wert wurde sogar nach oben revidiert (<a href='https:\/\/tradingeconomics.com\/united-states\/non-farm-payrolls'>tradingeconomics.com<\/a>). Ein solcher Bericht m\u00fcsste den Dollar eigentlich befeuern.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Tut er aber nicht, jedenfalls nicht im Index. Der Grund ist die Euro-Seite. 2026 f\u00e4llt der Dollar nicht, weil die Fed die Z\u00fcgel lockert, sondern weil der Rest der Welt aufholt: Die EZB hebt an, die Bank of Japan hat den Ausstieg aus der Negativzinspolitik l\u00e4ngst vollzogen, und der Zinsvorsprung der USA schrumpft von beiden Seiten. Das ist die feine, aber entscheidende Korrektur an der naiven Erz\u00e4hlung. Ein schwacher Dollar-Index ist 2026 oft kein Misstrauensvotum gegen die US-Wirtschaft, sondern ein Vertrauensvotum f\u00fcr die europ\u00e4ische. Wie schnell ein einzelner Datenpunkt die Stimmung drehen kann, hat zuletzt derselbe August-Jobbericht gezeigt, der Bitcoin kurzzeitig unter 80.000 US-Dollar dr\u00fcckte (<a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/jobbericht-bitcoin-warshs-fed-september-2026\/'>unsere Analyse zum Jobbericht vor Warshs Fed-Entscheid<\/a>). Der Index und der Bitcoin-Kurs reagierten auf dieselbe Zahl, aber aus unterschiedlichen Gr\u00fcnden, und genau das macht die Interpretation so t\u00fcckisch.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Warsh macht den Dollarkurs zur Ansage<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Kevin Warsh, seit Mai 2026 Vorsitzender der Fed, hat die Tonlage der US-Notenbank sp\u00fcrbar versch\u00e4rft. In seiner mit Spannung erwarteten Rede beim Notenbank-Symposium in Jackson Hole Ende August nannte er die Inflation klar als Priorit\u00e4t und bezeichnete das Zwei-Prozent-Ziel beim PCE-Preisindex als &bdquo;a firm, fixed target&ldquo; (<a href='https:\/\/www.federalreserve.gov\/newsevents\/speech\/warsh20260828a.htm'>federalreserve.gov<\/a>). Bemerkenswert f\u00fcr dieses Thema: Warsh z\u00e4hlte ausdr\u00fccklich &bdquo;the foreign exchange value of the dollar&ldquo; zu den Marktsignalen, die die Notenbank liest, neben &bdquo;the cost and availability of credit&ldquo; und &bdquo;the price of a broad set of commodities&ldquo;.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Das ist gewichtiger, als es klingt. Ein Fed-Vorsitzender, der den Au\u00dfenwert des Dollars offen als beobachtete Gr\u00f6\u00dfe benennt, macht den DXY zu einer zweiseitigen politischen Variable: Die Fed schaut auf den Index, und der Index schaut auf die Fed. F\u00fcr den 16. September, wenn das Fed-Gremium (FOMC) entscheidet und zugleich seine aktualisierten Zinsprojektionen, den sogenannten Dot-Plot, vorlegt, preisen die M\u00e4rkte eine Anhebung mit rund 60 Prozent ein (<a href='https:\/\/www.cmegroup.com\/markets\/interest-rates\/cme-fedwatch-tool.html'>CME FedWatch<\/a>). Historisch bewegen nicht die Schritte selbst den Dollar am st\u00e4rksten, sondern die Projektionen: Signalisiert die Fed weitere Anhebungen, st\u00fctzt das den Dollar; deutet sie eine Pause an, gibt er nach. Die folgende \u00dcbersicht zeigt, wie unterschiedlich die beiden Notenbanken gerade stehen.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Notenbank<\/th><th>Leitzins<\/th><th>Letzter Schritt<\/th><th>N\u00e4chster Termin<\/th><th>Markterwartung<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Fed (USA)<\/td><td>3,50 bis 3,75 %<\/td><td>Pause, hawkish<\/td><td>16. September<\/td><td>Anhebung, rund 60 % eingepreist<\/td><\/tr><tr><td>EZB (Eurozone)<\/td><td>2,25 % (Einlagensatz)<\/td><td>+25 Bp im Juni<\/td><td>10. September<\/td><td>+25 Bp auf 2,50 %, dann Ende<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><h2 class='wp-block-heading'>Die blinde Stelle: keine Schwellenl\u00e4nder im Korb<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">So n\u00fctzlich der DXY als Kurzbarometer ist, sein Konstruktionsfehler wird offensichtlich, sobald man auf die Weltkarte blickt. Im Korb stecken ausschlie\u00dflich W\u00e4hrungen reicher Industriel\u00e4nder. China, der gr\u00f6\u00dfte Warenhandelspartner der USA, kommt nicht vor. Mexiko, ebenfalls ganz oben auf der Handelsliste, fehlt. Auch der koreanische Won, die indische Rupie, der brasilianische Real und die t\u00fcrkische Lira tauchen nirgends auf. Der Index kann also fr\u00f6hlich fallen, w\u00e4hrend der Dollar gegen\u00fcber genau den W\u00e4hrungen aufwertet, in denen sich Dollarst\u00e4rke am brutalsten auswirkt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Denn dort, in den Schwellenl\u00e4ndern, entscheidet der Dollarkurs \u00fcber mehr als Urlaubsbudgets. Viele Staaten und Unternehmen sind in Dollar verschuldet; ein starker Dollar verteuert ihren Schuldendienst, treibt die Importpreise und l\u00f6st Kapitalflucht aus. \u00d6konomen sprechen bildhaft von der Abrissbirne, die ein fester Dollar durch die Schwellenl\u00e4nder schwingt. Genau diese Dimension blendet der DXY aus. Wer also ausschlie\u00dflich auf den Index starrt, verpasst die eigentliche Geschichte der Dollarmacht, n\u00e4mlich ihre Wirkung auf die aufstrebenden Volkswirtschaften, in denen ein wachsender Teil des globalen Krypto-Handels stattfindet (<a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/geografie-krypto-volumen-wo-welt-handelt-2026\/'>Geografie des Krypto-Volumens<\/a>). Der Index ist eben ein Produkt seiner Entstehungszeit, und die Welt hat sich seither verschoben.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Der ehrlichere Ma\u00dfstab: der handelsgewichtete Index der Fed<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Es gibt ein besseres Werkzeug, und es kommt ausgerechnet von der Fed selbst. Der Nominal Broad U.S. Dollar Index der US-Notenbank misst den Dollar gegen rund 26 W\u00e4hrungen, gewichtet nach dem tats\u00e4chlichen Handelsvolumen (<a href='https:\/\/www.federalreserve.gov\/releases\/h10\/weights\/default.htm'>federalreserve.gov<\/a>). Darin stecken der chinesische Yuan mit einem Gewicht von rund 16 Prozent, der mexikanische Peso, der kanadische Dollar, der Euro, der Yen, aber eben auch Real, Rupie und Won. Dieser Index bildet ab, wie teuer oder billig der Dollar im realen Welthandel ist, nicht nur im transatlantischen Devisenhandel.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die beiden Kennzahlen k\u00f6nnen deutlich auseinanderlaufen. Der DXY kann fallen, weil der Euro stark ist, w\u00e4hrend der breite Index der Fed steigt, weil der Dollar gleichzeitig gegen\u00fcber asiatischen und lateinamerikanischen W\u00e4hrungen zulegt. Dass der DXY trotzdem der Platzhirsch bleibt, liegt nicht an seiner Aussagekraft, sondern an seiner Handelbarkeit: Er hat einen tiefen Futures-Markt an der ICE und ist auf jeder Charting-Plattform abrufbar (<a href='https:\/\/fred.stlouisfed.org\/series\/DTWEXBGS'>FRED, St. Louis Fed<\/a>). F\u00fcr den schnellen Handel ist das praktisch; f\u00fcr eine ehrliche Einsch\u00e4tzung der Dollarlage lohnt der Seitenblick auf den breiten Index allemal. Die folgende Gegen\u00fcberstellung fasst die Unterschiede zusammen.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Merkmal<\/th><th>DXY (ICE)<\/th><th>Broad Dollar Index (Fed)<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Anzahl W\u00e4hrungen<\/td><td>6<\/td><td>rund 26<\/td><\/tr><tr><td>Euro-Gewicht<\/td><td>57,6 %<\/td><td>deutlich geringer<\/td><\/tr><tr><td>China (Yuan)<\/td><td>0 %<\/td><td>rund 16 %<\/td><\/tr><tr><td>Schwellenl\u00e4nder<\/td><td>keine<\/td><td>Peso, Real, Rupie, Won u. a.<\/td><\/tr><tr><td>St\u00e4rke<\/td><td>tiefer Futures-Markt, \u00fcberall gechartet<\/td><td>bildet reale Handelsstr\u00f6me ab<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><h2 class='wp-block-heading'>Digitale Dollarisierung: der Stablecoin als Schwellenland-Dollar<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Dort, wo der DXY blind ist, sieht der Krypto-Markt besonders scharf. In L\u00e4ndern mit schwacher oder volatiler W\u00e4hrung greifen Menschen und Unternehmen l\u00e4ngst zu dollargebundenen Stablecoins wie USDT und USDC, um ihre Kaufkraft zu sichern. Fachleute nennen das digitale Dollarisierung. Sch\u00e4tzungen zufolge liegen rund zwei Drittel des weltweiten Stablecoin-Angebots in Schwellenl\u00e4ndern (<a href='https:\/\/www.spark.money\/research\/stablecoin-emerging-market-adoption'>Spark<\/a>). Der Internationale W\u00e4hrungsfonds hat die Entwicklung am Beispiel Nigerias dokumentiert, wo Stablecoins zu einem bedeutenden Kanal f\u00fcr grenz\u00fcberschreitende Zahlungen geworden sind (<a href='https:\/\/www.imf.org\/en\/news\/articles\/2026\/06\/16\/stablecoins-in-nigeria'>IMF<\/a>).<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Gr\u00f6\u00dfenordnungen sind beachtlich. Argentinien wickelte nach Branchensch\u00e4tzungen 2024 Stablecoin-Transaktionen in H\u00f6he von rund 34 Milliarden US-Dollar ab, ein Gro\u00dfteil davon grenz\u00fcberschreitend, um Kapitalverkehrskontrollen zu umgehen; in der T\u00fcrkei summierten sich die grenz\u00fcberschreitenden Zahlungen auf \u00fcber 60 Milliarden US-Dollar. Insgesamt ist der Stablecoin-Markt auf \u00fcber 300 Milliarden US-Dollar angewachsen, von denen rund 99,5 Prozent auf den Dollar lauten; USDT h\u00e4lt etwa 59 Prozent, USDC rund 23 Prozent (<a href='https:\/\/www.coingecko.com\/en\/categories\/stablecoins'>CoinGecko<\/a>). Die eigentliche, weltweite Dollarnachfrage zeigt sich also on-chain, in einer Kennzahl, die im sechs W\u00e4hrungen umfassenden DXY nicht vorkommt. F\u00fcr Anlegerinnen und Anleger, die Liquidit\u00e4tsstr\u00f6me lesen wollen, ist der wichtigste Whale-Alert deshalb oft kein Bitcoin-Transfer, sondern eine Stablecoin-Bewegung (<a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/whale-alerts-stablecoins-trockenes-pulver-2026\/'>der wichtigste Whale-Alert ist ein Stablecoin<\/a>). Wer die globale Dollar-St\u00e4rke wirklich messen will, schaut also zunehmend auf die Blockchain, nicht nur auf den Index.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Die Euro-Antwort: EURC und die MiCA-Stablecoins<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn der Dollar-Stablecoin der Schwellenland-Dollar ist, was ist dann das europ\u00e4ische Gegenst\u00fcck? Die Antwort hei\u00dft Euro-Stablecoin, und der gr\u00f6\u00dfte unter ihnen ist EURC von Circle. Er kommt auf eine Marktkapitalisierung von rund 526 Millionen US-Dollar und h\u00e4lt damit etwa 63 Prozent des Euro-Stablecoin-Sektors (<a href='https:\/\/cryptobriefing.com\/eurc-euro-stablecoin-market-dominance\/'>CryptoBriefing<\/a>). Der gesamte Euro-Stablecoin-Markt wuchs binnen eines Jahres kr\u00e4ftig, bleibt mit einem Volumen deutlich unter einer Milliarde US-Dollar aber winzig gegen\u00fcber den \u00fcber 300 Milliarden der Dollar-Varianten.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Regulatorisch sind diese Token als E-Geld-Token (EMT) unter der EU-Verordnung MiCA eingeordnet, was strenge Vorgaben f\u00fcr die Deckung und das R\u00fccktauschrecht mit sich bringt. Circle erhielt f\u00fcr die Ausgabe von USDC und EURC \u00fcber seine franz\u00f6sische Tochter eine E-Geld-Lizenz der franz\u00f6sischen Aufsicht ACPR. In \u00d6sterreich beaufsichtigt die Finanzmarktaufsicht (<a href='https:\/\/www.fma.gv.at\/'>FMA<\/a>) die Krypto-Dienstleister (CASP) unter MiCA; der heimische Anbieter Bitpanda ist das Aush\u00e4ngeschild der Branche. Praktisch hei\u00dft das: Eine euro-basierte Anlegerin kann heute einen tokenisierten Euro halten, statt \u00fcber USDT indirekt Dollar-Risiko zu importieren. Das Gr\u00f6\u00dfenverh\u00e4ltnis bleibt aber aufschlussreich. Dass der Dollar on-chain so dominiert wie im DXY der Euro, nur mit umgekehrtem Vorzeichen, zeigt, wie tief die Dollarbindung des Krypto-Systems reicht. Der Euro mag den Index beherrschen, doch in der Welt der Stablecoins spielt er bislang nur eine Nebenrolle.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Perspektivisch k\u00f6nnte ein weiterer Akteur das Bild ver\u00e4ndern: der digitale Euro. Die EZB arbeitet an einer digitalen Zentralbankw\u00e4hrung, die anders als ein privater Stablecoin direktes Zentralbankgeld w\u00e4re. Sollte sie kommen, bek\u00e4me der Euro-Raum eine \u00f6ffentliche, digitale Alternative zu den dollarlastigen Stablecoins, und die Frage, in welcher W\u00e4hrung das tokenisierte Geld der Zukunft zirkuliert, w\u00fcrde neu gestellt. Bis dahin bleibt der Befund aber eindeutig: On-chain ist der Dollar K\u00f6nig, so wie im DXY der Euro.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Was der Index f\u00fcr Bitcoin bedeutet<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Bleibt die Frage, die Krypto-Anlegerinnen und -Anleger wirklich umtreibt: Was sagt ein DXY unter 99 \u00fcber Bitcoin aus? Die ehrliche Antwort lautet: weniger, als viele hoffen. Die klassische inverse Korrelation zwischen Dollar-Index und Bitcoin ist real, aber regimeabh\u00e4ngig und keineswegs ein Naturgesetz. Im Zeitalter der Spot-ETFs hat sie sich abgeschw\u00e4cht und zeitweise sogar ins Positive gedreht. Vetle Lunde, Forschungschef bei K33 Research, bringt es auf den Punkt: &bdquo;softer correlations are to be expected&ldquo; (<a href='https:\/\/www.coindesk.com\/markets\/2026\/07\/28\/remotely-dovish-fed-could-be-good-for-bitcoin-says-analyst'>CoinDesk<\/a>).<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Geschichte zeigt, wie sehr das Regime z\u00e4hlt. Im M\u00e4rz 2020, in der ersten Panik der Pandemie, schoss der Dollar-Index nach oben, weil weltweit Anleger in bar und in Dollar fl\u00fcchteten, und Bitcoin st\u00fcrzte am selben Tag ab; die inverse Beziehung war ausgehebelt, weil beide unter derselben Liquidit\u00e4tsnot litten. 2022 wiederum, als der DXY auf rund 114 kletterte, hielt die klassische inverse Korrelation und dr\u00fcckte Bitcoin tief. Zwei Episoden, zwei v\u00f6llig unterschiedliche Vorzeichen, und beide Male stand der Dollar im Zentrum. Genau deshalb ist der Indexstand allein nie die ganze Geschichte, sondern nur der Anfang einer Frage.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Entscheidend ist das Warum hinter der Dollarbewegung. Ein schwacher Dollar, weil der Euro wegen einer straffenden EZB anzieht, ist ein gutartiges, geordnetes Signal; ein schwacher Dollar im Zuge einer globalen Liquidit\u00e4tsschwemme w\u00e4re etwas v\u00f6llig anderes, und ein pl\u00f6tzlich starker Dollar in einer Risk-off-Phase, in der alles in die Weltreservew\u00e4hrung fl\u00fcchtet, kann Bitcoin sogar gemeinsam mit Aktien mitrei\u00dfen. Man sollte den DXY daher als Thermometer lesen, nicht als Ausl\u00f6ser. Im Hintergrund l\u00e4uft ohnehin ein l\u00e4ngerfristiger Trend: Der Dollar-Anteil an den globalen W\u00e4hrungsreserven liegt bei rund 57 Prozent, gegen\u00fcber etwa 71 Prozent im Jahr 2000, w\u00e4hrend die Notenbanken seit Jahren Rekordmengen an Gold kaufen (<a href='https:\/\/data.imf.org\/en\/datasets\/IMF.STA:COFER'>IMF COFER<\/a>).<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr das heimische Depot kommt ein zweiter, sehr konkreter Effekt hinzu: Legt der Euro zu, schrumpft der in Euro gerechnete Gewinn einer in Dollar notierten Position, selbst wenn der Dollarkurs von Bitcoin stillsteht. Dieselbe Debasement-Logik, die Gold und Bitcoin 2026 phasenweise im Gleichschritt steigen lie\u00df, wirkt in Euro eben ged\u00e4mpfter (<a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/gold-bitcoin-gleichschritt-debasement-trade-2026\/'>Gold und Bitcoin im Gleichschritt<\/a>). Bitcoin notiert derzeit bei rund 68.100 Euro und damit etwa ein Drittel unter seinem Rekordhoch von rund 126.000 US-Dollar vom 6. Oktober 2025. Der Abstand zum Hoch ist also auch eine Geschichte \u00fcber den Wechselkurs, nicht nur \u00fcber den Bitcoin-Preis.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Drei Termine, vier Szenarien<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Woche verdichtet sich die Makro-Lage zu einem Dreifach-Termin, der den DXY und damit die Risikostimmung pr\u00e4gen wird. Erst die EZB, dann die US-Inflation, schlie\u00dflich die Fed, und alle drei greifen ineinander.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Datum<\/th><th>Termin<\/th><th>Erwartung<\/th><th>Wirkung auf den DXY<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>10. September<\/td><td>EZB-Zinsentscheid<\/td><td>+25 Bp auf 2,50 %, wohl letzte Anhebung<\/td><td>Euro-seitig; eine hawkishe EZB st\u00fctzt den Euro und dr\u00fcckt den Index<\/td><\/tr><tr><td>11. September<\/td><td>US-Verbraucherpreise (CPI) August<\/td><td>Kernrate nahe dem Juli-Wert von 2,5 %<\/td><td>ein hei\u00dfer Wert st\u00fctzt Warshs Kurs und den Dollar<\/td><\/tr><tr><td>16. September<\/td><td>Fed-Entscheid (FOMC) und Dot-Plot<\/td><td>Anhebung, rund 60 % eingepreist<\/td><td>Dollar-seitig; die Projektionen bewegen mehr als der Schritt<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">Aus diesen Terminen ergeben sich grob vier Szenarien f\u00fcr den Index und f\u00fcr Bitcoin. Sie sind keine Prognose, sondern eine Landkarte m\u00f6glicher Reaktionen, denn die M\u00e4rkte handeln nicht die Nachricht, sondern die Abweichung von der Erwartung.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Szenario<\/th><th>Ausl\u00f6ser<\/th><th>DXY<\/th><th>Bitcoin-Tendenz<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Doppelte Straffung<\/td><td>EZB hebt an, CPI hei\u00df, Fed hebt an<\/td><td>seitw\u00e4rts bis leicht fester<\/td><td>verhalten, Liquidit\u00e4t bleibt knapp<\/td><\/tr><tr><td>Euro stark, Fed z\u00f6gert<\/td><td>EZB hawkish, CPI weich, Fed pausiert<\/td><td>tiefer, Richtung 97 bis 98<\/td><td>freundlich, schwacher Dollar als R\u00fcckenwind<\/td><\/tr><tr><td>Euro entt\u00e4uscht<\/td><td>EZB betont das Zyklusende, Fed hebt an<\/td><td>h\u00f6her, zur\u00fcck \u00fcber 99 bis 100<\/td><td>Gegenwind<\/td><\/tr><tr><td>Risk-off<\/td><td>Energiepreise, Geopolitik, Flucht in den Dollar<\/td><td>deutlich h\u00f6her<\/td><td>Abverkauf, Korrelation kann kippen<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">Besonders heikel ist der Donnerstag. Die US-Verbraucherpreise f\u00fcr August (der Juli lag bei 3,4 Prozent Gesamt- und 2,5 Prozent Kernrate, <a href='https:\/\/www.bls.gov\/cpi\/'>BLS<\/a>) fallen genau einen Tag nach dem EZB-Entscheid. Ein hei\u00dfer Wert w\u00fcrde Warshs Falken-Kurs best\u00e4tigen und den Dollar st\u00fctzen, ausgerechnet nachdem der Euro wom\u00f6glich schon gestiegen ist. Dann prallen zwei gegenl\u00e4ufige Kr\u00e4fte im selben Index aufeinander. Dass ein einzelner CPI-Print den Bitcoin-Kurs sp\u00fcrbar bewegen kann, ist gut dokumentiert (<a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/cpi-prints-bitcoin-track-record-september-2026\/'>acht CPI-Prints, ein Muster<\/a>).<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Was f\u00fcr Anlegerinnen und Anleger in \u00d6sterreich z\u00e4hlt<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr das Publikum in \u00d6sterreich lassen sich aus alldem ein paar n\u00fcchterne Merks\u00e4tze ableiten. Erstens: Der DXY ist f\u00fcr Euro-Anleger zur H\u00e4lfte der eigene Wechselkurs, nur invers. Man sollte ihn als groben Stimmungsindikator f\u00fcr die globale Dollar-Liquidit\u00e4t nutzen, nicht als Handelssignal. Zweitens: Wer die Dollarlage ernsthaft einsch\u00e4tzen will, wirft einen Blick auf den breiten, handelsgewichteten Index der Fed und auf die on-chain-Stablecoin-Str\u00f6me, weil beide die Schwellenl\u00e4nder einbeziehen, die der DXY ausblendet.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Drittens die steuerliche und regulatorische Seite: In \u00d6sterreich unterliegen Krypto-Gewinne dem Sondersteuersatz von 27,5 Prozent nach Paragraph 27a EStG, und heimische Plattformen behalten seit 1. J\u00e4nner 2024 die Kapitalertragsteuer (KESt) automatisch ein. Besteuert wird dabei der in Euro realisierte Gewinn, weshalb der Wechselkurs kein akademisches Detail ist, sondern direkt in die Rechnung einflie\u00dft. Viertens: Ein fallender DXY ist kein Freifahrtschein. Ob er gutartig ist, weil die EZB aufholt, oder ein Warnsignal, weil Liquidit\u00e4tsstress droht, entscheidet die Ursache, nicht der Indexstand. Wer diese Unterscheidung trifft, liest den Dollar-Index so, wie er gemeint ist: als Thermometer, nicht als Orakel. Und gerade in einer Woche mit drei Notenbank- und Inflationsterminen ist ein k\u00fchler Kopf mehr wert als jede Punktprognose.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Frequently Asked Questions<\/h2><h3 class='wp-block-heading'>Was ist der DXY (Dollar-Index) einfach erkl\u00e4rt?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Der DXY misst den Wert des US-Dollars gegen einen festen Korb aus sechs W\u00e4hrungen: Euro, Yen, Pfund, kanadischer Dollar, schwedische Krone und Schweizer Franken. Der Euro stellt mit 57,6 Prozent das gr\u00f6\u00dfte Gewicht, weshalb sich der Index fast spiegelbildlich zum EUR\/USD-Kurs bewegt. Ein Stand \u00fcber 100 bedeutet einen gegen\u00fcber 1973 st\u00e4rkeren Dollar, ein Stand darunter einen schw\u00e4cheren.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Warum f\u00e4llt der Dollar-Index, obwohl die US-Wirtschaft stark ist?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Weil der Index zu mehr als der H\u00e4lfte vom Euro bestimmt wird. 2026 f\u00e4llt der DXY vor allem, weil die EZB die Zinsen anhebt und der Zinsvorsprung der USA schrumpft, nicht weil die Fed lockert. Starke US-Daten wie der August-Arbeitsmarktbericht st\u00fctzen den Dollar zwar, k\u00f6nnen aber von einem festen Euro \u00fcberlagert werden.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Ist der DXY f\u00fcr Euro-Anleger \u00fcberhaupt aussagekr\u00e4ftig?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Nur eingeschr\u00e4nkt. Da der Euro 57,6 Prozent des Index ausmacht, ist der DXY f\u00fcr Euro-Anleger im Kern der eigene Wechselkurs mit umgekehrtem Vorzeichen. Als grober Indikator der globalen Dollar-Liquidit\u00e4t taugt er, als pr\u00e4zises Signal f\u00fcr die Dollarst\u00e4rke gegen\u00fcber der ganzen Welt nicht.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Welcher Dollar-Index ist besser, DXY oder der Index der Fed?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr den realen Welthandel ist der handelsgewichtete Broad Dollar Index der Fed aussagekr\u00e4ftiger, weil er rund 26 W\u00e4hrungen samt Yuan, Peso und weiteren Schwellenl\u00e4nder-W\u00e4hrungen enth\u00e4lt. Der DXY ist nur popul\u00e4rer, weil er einen tiefen Futures-Markt hat und auf jeder Plattform gechartet wird.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Was bedeutet ein schwacher Dollar f\u00fcr Bitcoin?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Tendenziell st\u00fctzt ein schwacher Dollar Risiko-Assets wie Bitcoin, doch die Korrelation ist regimeabh\u00e4ngig und hat sich im ETF-Zeitalter abgeschw\u00e4cht. 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