{"id":419,"date":"2026-09-12T12:48:33","date_gmt":"2026-09-12T12:48:33","guid":{"rendered":"https:\/\/hoge.gg\/at\/fed-zinserhoehung-september-warsh-bitcoin-2026\/"},"modified":"2026-09-12T12:48:33","modified_gmt":"2026-09-12T12:48:33","slug":"fed-zinserhoehung-september-warsh-bitcoin-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hoge.gg\/at\/fed-zinserhoehung-september-warsh-bitcoin-2026\/","title":{"rendered":"Hei\u00dfe Daten, harte Fed: Die September-Erh\u00f6hung und Bitcoin"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Vier Tage vor einer der meisterwarteten Fed-Sitzungen des Jahres hat sich die Frage verschoben. Im August lautete sie noch, ob die Notenbank von Kevin Warsh im September \u00fcberhaupt handelt. Heute, am 12. September 2026, lautet sie, wie hart die Erh\u00f6hung ausf\u00e4llt und wie schnell die n\u00e4chste folgt. Die drei gro\u00dfen Datenpunkte des Monats, der Arbeitsmarktbericht vom 4. September, die Erzeugerpreise vom 10. September und die Verbraucherpreise vom 11. September, kamen allesamt hei\u00dfer herein als erwartet. Die Terminm\u00e4rkte preisen eine Zinsanhebung am 16. September inzwischen mit rund 87 Prozent ein. F\u00fcr Bitcoin, der in Euro bei etwa 66.600 Euro notiert, w\u00e4re es die erste echte Zinswende nach oben seit mehr als zwei Jahren, und sie trifft auf einen Markt, der gelernt hat, fast ausschlie\u00dflich auf die Fed zu h\u00f6ren.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Dieser Text ordnet ein, was in der letzten Woche passiert ist, warum die Zinserh\u00f6hung von einer Randwette zur Basiserwartung geworden ist und was das konkret f\u00fcr heimische Krypto-Anleger bedeutet, die in Euro rechnen und unter der Aufsicht der FMA investieren.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Vier Tage vor der Entscheidung: wo Bitcoin steht<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Bitcoin wechselte am Freitag rund um 77.300 US-Dollar den Besitzer, zu aktuellen Kursen etwa 66.600 Euro, bei einer Marktkapitalisierung von ungef\u00e4hr 1,55 Billionen US-Dollar (<a href='https:\/\/www.coingecko.com\/en\/coins\/bitcoin'>CoinGecko<\/a>). Das sind knapp 39 Prozent unter dem Allzeithoch von rund 126.080 US-Dollar, das am 6. Oktober 2025 markiert wurde. Von einem Krisenmodus ist der Kurs also weit entfernt, doch die Dynamik der Vormonate ist verflogen. Statt neuer Hochs sehen wir eine Seitw\u00e4rtsbewegung unter Spannung, weil die Notenbank alles \u00fcberlagert.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Wie nerv\u00f6s der Markt ist, zeigte die Reaktion auf den Verbraucherpreisbericht. Unmittelbar nach der Ver\u00f6ffentlichung schoss der Kurs kurz in Richtung 79.800 US-Dollar, bevor steigende Anleiherenditen ihn wieder einfingen (<a href='https:\/\/news.bitcoin.com\/market-updates\/bitcoin-price-spikes-near-80k-as-cpi-matches-forecasts\/'>news.bitcoin.com<\/a>). Der erste Reflex war also ein Kaufimpuls, die zweite Bewegung dann die ern\u00fcchternde Erkenntnis, dass hei\u00dfe Daten die Zinsen h\u00f6her und l\u00e4nger halten. Genau dieses Muster, schneller Sprung und ebenso schnelle Korrektur, ist typisch f\u00fcr einen Markt, in dem kurzfristige Positionierung und Hebel die Kursausschl\u00e4ge verst\u00e4rken. Der 80.000-Dollar-Bereich hat sich dabei als z\u00e4he Widerstandszone herausgebildet.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der eigentliche Gegenspieler des Kurses sind derzeit die Anleiherenditen. Weltweit notieren die Renditen langlaufender Staatsanleihen nahe ihren h\u00f6chsten St\u00e4nden seit Jahren, und in den USA liegt die zehnj\u00e4hrige Rendite wieder sp\u00fcrbar \u00fcber der Marke, an der Anleger beginnen, Risiko-Anlagen kritischer zu bewerten. Jedes Mal, wenn hei\u00dfe Daten die Zinserwartung nach oben treiben, ziehen die Renditen an und kappen den Spielraum f\u00fcr einen nachhaltigen Bitcoin-Ausbruch. Das erkl\u00e4rt, warum der Sprung \u00fcber 79.000 US-Dollar nach dem Verbraucherpreisbericht so kurzlebig war: Nicht die Inflationszahl an sich, sondern die von ihr ausgel\u00f6ste Renditebewegung drehte den Kurs.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Das September-Trio, das die Wette drehte<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Anfang September war eine Zinserh\u00f6hung noch ein M\u00fcnzwurf. Drei Datenpunkte in einer Woche haben das Bild gekippt. Den Auftakt machte der Arbeitsmarkt: Im August entstanden 162.000 neue Stellen, weit mehr als die rund 53.000, mit denen \u00d6konomen gerechnet hatten, und der st\u00e4rkste Zuwachs seit f\u00fcnf Monaten; die Arbeitslosenquote blieb bei 4,1 Prozent, die Vormonate wurden sogar um 55.000 Stellen nach oben revidiert (<a href='https:\/\/www.cnbc.com\/2026\/09\/04\/jobs-report-august-2026.html'>CNBC<\/a>). Ein schwacher Arbeitsmarkt h\u00e4tte der Fed ein Argument f\u00fcr Zur\u00fcckhaltung geliefert, ein starker nimmt es ihr.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Dann kamen die Preisdaten. Die Erzeugerpreise stiegen im August um 5,4 Prozent gegen\u00fcber dem Vorjahr, nach 4,8 Prozent im Juli, der h\u00f6chste Wert des Jahres, getrieben vor allem von Energie, wobei Dieselpreise um 24,1 Prozent sprangen (<a href='https:\/\/www.cnbc.com\/2026\/09\/10\/ppi-inflation-report-august-2026.html'>CNBC<\/a>). Einen Tag sp\u00e4ter folgte der Verbraucherpreisindex: plus 0,4 Prozent im Monat und 3,4 Prozent im Jahr bei der Gesamtrate, w\u00e4hrend die Kernrate mit plus 0,3 Prozent im Monat \u00fcber den erwarteten 0,2 Prozent lag; allein Benzin legte 3,9 Prozent zu und machte mehr als ein Drittel des monatlichen Anstiegs aus (<a href='https:\/\/www.bls.gov\/news.release\/cpi.nr0.htm'>BLS<\/a>).<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Datenpunkt<\/th><th>Ver\u00f6ffentlichung<\/th><th>Ergebnis<\/th><th>Erwartung bzw. Vorwert<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Arbeitsmarkt (Nonfarm Payrolls)<\/td><td>4. September<\/td><td>+162.000 Stellen, Quote 4,1 Prozent<\/td><td>erwartet rund +53.000<\/td><\/tr><tr><td>Erzeugerpreise (PPI)<\/td><td>10. September<\/td><td>+5,4 Prozent im Jahr, +0,4 Prozent im Monat<\/td><td>Vorwert 4,8 Prozent<\/td><\/tr><tr><td>Verbraucherpreise (CPI)<\/td><td>11. September<\/td><td>+3,4 Prozent im Jahr, Kernrate +0,3 Prozent im Monat<\/td><td>Kern-Erwartung +0,2 Prozent<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">Die eingepreiste Wahrscheinlichkeit f\u00fcr einen Zinsschritt zog sich entsprechend durch die Woche nach oben: von rund 30 Prozent vor Warshs Auftritt in Jackson Hole Ende August \u00fcber etwa 55 bis 60 Prozent danach und rund 70 Prozent nach den Erzeugerpreisen bis zu rund 87 Prozent nach dem Verbraucherpreisbericht (<a href='https:\/\/en.coinotag.com\/bitcoin-fed-rate-hike-odds-87-percent'>CME FedWatch via CoinNotag<\/a>). Drei hei\u00dfe Zahlen haben aus einem offenen Ausgang eine fast geschlossene Rechnung gemacht.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Bemerkenswert ist, woher der Preisdruck kommt. Sowohl bei den Erzeuger- als auch bei den Verbraucherpreisen war Energie der Haupttreiber, angefacht von den Spannungen im Nahen Osten und einem entsprechend festen \u00d6lpreis. Das stellt die Notenbank vor ein Dilemma: Eine angebotsgetriebene Teuerung, die aus h\u00f6heren Rohstoffpreisen stammt, l\u00e4sst sich mit h\u00f6heren Zinsen nur schwer bek\u00e4mpfen, weil Zinsen die Nachfrage d\u00e4mpfen, nicht das Angebot an \u00d6l erweitern. Warsh hat sich dennoch entschieden, die Glaubw\u00fcrdigkeit des Inflationsziels \u00fcber die Sorge vor einer konjunkturellen Abk\u00fchlung zu stellen. Genau das macht den bevorstehenden Schritt f\u00fcr Risiko-Anlagen so heikel: Er kommt nicht, weil die Wirtschaft \u00fcberhitzt, sondern weil die Notenbank ein Zeichen setzen will.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Warum es die erste Erh\u00f6hung seit Juli 2023 w\u00e4re<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Schritt am 16. September w\u00e4re keine Routine, sondern eine Z\u00e4sur. Die Fed hat ihr Zielband zuletzt im Juli 2023 angehoben. Danach folgte eine lange Pause, ehe die Notenbank 2025 in drei Schritten senkte (September, Oktober und Dezember) und das Band seither bei 3,50 bis 3,75 Prozent hielt. Durch das gesamte Jahr 2026 blieb dieser Wert unver\u00e4ndert. Eine Anhebung um 25 Basispunkte w\u00fcrde das Band auf 3,75 bis 4,00 Prozent heben und damit einen Zyklus umkehren, der zuletzt nur eine Richtung kannte, n\u00e4mlich nach unten oder seitw\u00e4rts.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Erschwerend kommt hinzu, dass die Sitzung am 15. und 16. September eine mit neuen Projektionen ist. Der Zinsentscheid f\u00e4llt am 16. September um 20:00 Uhr MESZ, gemeinsam mit der Summary of Economic Projections und dem ber\u00fchmten Dot-Plot (<a href='https:\/\/www.federalreserve.gov\/monetarypolicy\/fomccalendars.htm'>federalreserve.gov<\/a>). Es w\u00e4re der erste Dot-Plot unter dem Vorsitz von Warsh, der im Juni noch keine eigene Projektion abgegeben hatte. F\u00fcr den Markt ist damit nicht nur der Schritt selbst wichtig, sondern die Frage, wie viele weitere Erh\u00f6hungen die Mitglieder f\u00fcr dieses und das n\u00e4chste Jahr einzeichnen. Ein einzelner Schritt ist verdaulich, ein Pfad mit mehreren Schritten w\u00e4re das eigentliche Signal.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Warshs Doktrin: kein weiches Inflationsziel<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Um zu verstehen, warum die Fed gegen den Strom der Vorjahre schwimmt, muss man auf ihren Vorsitzenden schauen. Kevin Warsh, vom Senat am 13. Mai mit 54 zu 45 Stimmen best\u00e4tigt und am 22. Mai vereidigt, hat in seiner Antrittsphase eine klare Linie gezogen. In seiner Rede in Jackson Hole Ende August erkl\u00e4rte er, die Verantwortung f\u00fcr 65 Monate anhaltend erh\u00f6hter Inflation liege eindeutig bei der Notenbank selbst (<a href='https:\/\/www.federalreserve.gov\/newsevents\/speech\/warsh20260828a.htm'>federalreserve.gov<\/a>). Das Zwei-Prozent-Ziel, gemessen am PCE-Preisindex, sei ein festes, unverr\u00fcckbares Ziel, und man m\u00fcsse \u00fcberzeugt sein, dass die zugrunde liegende Inflation klar und schnell genug dorthin zur\u00fcckkehre, sonst gebe es noch Arbeit zu erledigen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Warsh hat zugleich mit einer Tradition gebrochen, die M\u00e4rkte ein Jahrzehnt lang pr\u00e4gte: der ausf\u00fchrlichen Forward Guidance. Er spricht von einer leiseren Notenbank und warnt vor einem Kommunikations-Labyrinth, in dem jeder nur noch auf den n\u00e4chsten Hinweis der Fed starrt. F\u00fcr Anleger hat das eine unbequeme Folge. Ohne verbale Wegweiser steigt das Gewicht jeder einzelnen Datenver\u00f6ffentlichung, und genau deshalb konnte das September-Trio die Erwartungen so heftig bewegen. Die Fed signalisiert weniger, also reagiert der Markt st\u00e4rker auf das, was tats\u00e4chlich gemessen wird.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>CPI gegen PCE: die Zahl, auf die Warsh wirklich schaut<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Kernrate der Verbraucherpreise ist im Jahresvergleich auf 2,4 Prozent gesunken, was auf den ersten Blick beruhigend wirkt. Der Haken liegt im Detail: Im Monatsvergleich beschleunigte sich die Kernrate auf 0,3 Prozent, mehr als erwartet, und die Gesamtrate verharrt bei 3,4 Prozent, weil Energie nach oben dr\u00fcckt. Entscheidend ist aber, dass Warsh sein Ziel ausdr\u00fccklich am PCE-Preisindex misst, nicht am CPI. Und dieser von der Fed bevorzugte Ma\u00dfstab liegt in der Kernrate sp\u00fcrbar h\u00f6her als die Verbraucherpreise, was Warsh mehr Sorgen bereitet als die gesunkene CPI-Kernrate.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Unterschied zwischen den beiden Ma\u00dfen ist nicht blo\u00df akademisch. Der Verbraucherpreisindex CPI wird vom Bureau of Labor Statistics erhoben und gewichtet die Wohnkosten sehr stark, w\u00e4hrend der PCE-Index, den die Fed bevorzugt, ein breiteres Ausgabenspektrum abbildet und unter anderem die von Arbeitgebern getragenen Gesundheitskosten einbezieht. In der Praxis laufen die beiden Reihen selten im Gleichschritt, und gerade in Phasen, in denen die Mieten nachgeben, der Rest des Warenkorbs aber z\u00e4h bleibt, kann der PCE-Wert h\u00f6her notieren als die oft zitierte CPI-Kernrate. F\u00fcr einen Notenbankchef, der sein Mandat w\u00f6rtlich nimmt, ist das die unbequeme, aber ma\u00dfgebliche Zahl.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Genau darauf zielte die Analyse von CoinDesk am Tag des Berichts: Eine mildere Inflationszahl h\u00e4tte Warsh Raum gegeben, die Zinsen zu halten, doch der hei\u00dfe Monatswert habe das Bild ver\u00e4ndert, und Warshs bevorzugter Ma\u00dfstab erz\u00e4hle ohnehin eine andere, hartn\u00e4ckigere Geschichte (<a href='https:\/\/www.coindesk.com\/markets\/2026\/09\/11\/hotter-cpi-complicates-fed-hold-as-warsh-s-preferred-inflation-gauge-tells-different-story'>CoinDesk<\/a>). Dort wird auch Bank of America zitiert, die f\u00fcr dieses Jahr weitere 50 Basispunkte an Straffung erwartet, sowie die Ratingagentur Fitch, derzufolge die Daten eine Pause zunehmend schwer zu rechtfertigen machen. Wer also nur auf die sinkende CPI-Kernrate blickt, \u00fcbersieht die Kennziffer, die in der Sitzung wirklich z\u00e4hlt.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Die EZB hat schon erh\u00f6ht: Gleichschritt statt Divergenz<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Noch vor wenigen Wochen war das gro\u00dfe Thema eine transatlantische Divergenz: Die EZB straffe, w\u00e4hrend die Fed an der Seitenlinie stehe. Dieses Bild ist \u00fcberholt. Am 10. September hob die Europ\u00e4ische Zentralbank ihren Einlagensatz um 25 Basispunkte auf 2,50 Prozent an, die zweite Erh\u00f6hung binnen drei Monaten; die \u00fcbrigen Leitzinsen zogen parallel mit, der Hauptrefinanzierungssatz auf 2,65 Prozent und der Spitzenrefinanzierungssatz auf 2,90 Prozent (<a href='https:\/\/www.cnbc.com\/2026\/09\/10\/ecb-interest-rate-hike-lagarde-iran.html'>CNBC<\/a>). EZB-Pr\u00e4sidentin Christine Lagarde bezeichnete den Schritt als &bdquo;no brainer&ldquo;, als Selbstverst\u00e4ndlichkeit also, die einstimmig gefallen sei und sich in allen drei durchgerechneten Szenarien als robust erweise.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Ausl\u00f6ser ist auf beiden Seiten des Atlantiks dieselbe Kraft: ein Energiepreisschock, der durch den Krieg im Nahen Osten angetrieben wird und die Teuerung &bdquo;deutlich \u00fcber dem Ziel&ldquo; h\u00e4lt (<a href='https:\/\/www.cnbc.com\/2026\/09\/10\/ecb-interest-rate-hike-lagarde-iran.html'>CNBC<\/a>). Statt Divergenz sehen wir nun einen Gleichschritt: zwei gro\u00dfe Notenbanken, die gleichzeitig in eine angebotsgetriebene Inflation hineinstraffen. F\u00fcr Risiko-Anlagen ist das ein doppelter Gegenwind, weil die globale Liquidit\u00e4t von zwei Seiten verknappt wird, nicht nur von einer.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Notenbank<\/th><th>Leitzins aktuell<\/th><th>N\u00e4chster Schritt<\/th><th>Inflationslage<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Federal Reserve (USA)<\/td><td>3,50 bis 3,75 Prozent<\/td><td>+25 Bp am 16. September, rund 87 Prozent eingepreist<\/td><td>CPI 3,4 Prozent, Kern-PCE h\u00f6her als CPI<\/td><\/tr><tr><td>EZB (Eurozone)<\/td><td>Einlagensatz 2,50 Prozent (seit 10. September)<\/td><td>erh\u00f6ht, weitere Schritte nicht ausgeschlossen<\/td><td>HICP um die 3 Prozent<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><h2 class='wp-block-heading'>Drei Kan\u00e4le: wie die Fed Bitcoin erreicht<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Bitcoin hat kein Zinsblatt und sch\u00fcttet keine Dividende aus, trotzdem bewegt ihn die Fed zuverl\u00e4ssig. Der Weg f\u00fchrt \u00fcber drei Kan\u00e4le. Erstens der US-Dollar: H\u00f6here Zinsen machen Dollar-Anlagen attraktiver, der Dollar wertet auf, und ein starker Dollar dr\u00fcckt in der Regel auf in Dollar bewertete Verm\u00f6genswerte wie Bitcoin. Warum der Dollarindex gerade vor einer solchen Entscheidung so heikel ist, haben wir im Detail in unserer Analyse zum <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/dxy-euro-chart-ezb-bitcoin-september-2026\/'>Euro-Chart und dem DXY vor der EZB<\/a> beschrieben.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Zweitens die realen Renditen, also die Zinsen abz\u00fcglich der erwarteten Inflation. Steigen sie, w\u00e4chst der Preis daf\u00fcr, Kapital in einem zinslosen Verm\u00f6genswert zu parken; die Opportunit\u00e4tskosten von Bitcoin nehmen zu. Drittens die Liquidit\u00e4t: Straffere Geldpolitik und ein schrumpfendes Notenbankbilanzvolumen entziehen dem System Geld, das sonst teilweise in risikoreiche Anlagen flie\u00dft. Hinzu kommt ein vierter, technischer Verst\u00e4rker, n\u00e4mlich der Hebel. Wenn der Kurs auf eine Nachricht hin f\u00e4llt, werden gehebelte Long-Positionen zwangsliquidiert, was die Bewegung beschleunigt. Wie stark Positionierung und Finanzierungskosten die Ausschl\u00e4ge an einem Datentag verst\u00e4rken, zeigt unser Beitrag zu den <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/derivate-positionierung-cpi-zinsschritt-september-2026\/'>Krypto-Derivaten am Tag des CPI<\/a>.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Wie stark diese Kan\u00e4le wirken k\u00f6nnen, zeigte das Jahr 2022, als die Fed die Zinsen im steilsten Tempo seit Jahrzehnten anhob und Bitcoin in der Folge rund drei Viertel seines Wertes verlor. Der Unterschied zu heute liegt in der Marktstruktur: Seit es b\u00f6rsengehandelte Spot-Produkte auf Bitcoin gibt, flie\u00dft ein Teil der Nachfrage aus langfristig orientierten Vehikeln, die nicht bei jeder Zinsschlagzeile verkaufen. Dieser institutionelle Puffer hat die Ausschl\u00e4ge der vergangenen Monate ged\u00e4mpft, er hebt die Gesetze der Geldpolitik aber nicht auf. Steigen die realen Renditen deutlich, ger\u00e4t auch die ruhigste Kapitalbasis unter Rechtfertigungsdruck, weil eine sichere Staatsanleihe dann schlicht mehr abwirft.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Der risikofreie Zins steigt: Carry, Basis und Opportunit\u00e4tskosten<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Ein h\u00f6herer Leitzins ver\u00e4ndert die Rechnung nicht nur f\u00fcr Kursspekulanten, sondern auch f\u00fcr jene, die Bitcoin marktneutral handeln. Der risikofreie Zins, also die Rendite kurzlaufender US-Staatsanleihen, ist die Messlatte f\u00fcr jede andere Anlage. Steigt er, muss auch ein Basis-Trade, bei dem man Bitcoin am Kassamarkt kauft und gleichzeitig einen Terminkontrakt verkauft, mehr abwerfen, um \u00fcberhaupt attraktiv zu sein. Liegt die Terminpr\u00e4mie unter dem risikofreien Zins, lohnt sich das Gesch\u00e4ft schlicht nicht mehr, und Kapital zieht in die sicherere Staatsanleihe ab.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Das ist kein theoretisches Detail. Ein gro\u00dfer Teil der institutionellen Nachfrage der vergangenen Jahre kam nicht von \u00dcberzeugungst\u00e4tern, sondern von Arbitrageuren, die genau diese Differenz absch\u00f6pfen. Wird der risikofreie Zins angehoben, schrumpft ihre Marge, und ein Teil dieser Nachfrage kann verschwinden. Was ein solcher Basis-Trade \u00fcber einen ganzen Zyklus tats\u00e4chlich eingebracht hat und wo seine T\u00fccken liegen, haben wir in unserem <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/kassensturz-bitcoin-basis-trade-rendite-bilanz-2026\/'>Kassensturz zum Bitcoin-Basis-Trade<\/a> nachgerechnet. F\u00fcr den 16. September gilt: Eine Erh\u00f6hung hebt den Boden, \u00fcber dem sich jede Krypto-Rendite rechtfertigen muss, und das betrifft auch die leisen, unspektakul\u00e4ren Strategien.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Bitcoin in Euro: das W\u00e4hrungspolster f\u00fcr \u00f6sterreichische Anleger<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr heimische Anleger gibt es eine Nuance, die in den US-Schlagzeilen untergeht: Bitcoin wird in US-Dollar bewertet, das Depot in \u00d6sterreich rechnet aber in Euro. Zwischen dem Dollarkurs und dem Eurokurs liegt also immer ein Wechselkurs. Und der bewegt sich gerade zugunsten des Euro. Weil die EZB am 10. September erh\u00f6ht hat und die Fed ebenfalls straffen d\u00fcrfte, bleibt der Zinsabstand zwischen beiden W\u00e4hrungsr\u00e4umen zwar bestehen, doch der Euro hat in den vergangenen Wochen gegen\u00fcber dem Dollar sp\u00fcrbar an Boden gewonnen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Effekt l\u00e4sst sich an einem einfachen Beispiel zeigen: F\u00e4llt Bitcoin in Dollar um drei Prozent, w\u00e4hrend der Euro gegen\u00fcber dem Dollar um ein Prozent aufwertet, dann betr\u00e4gt der Verlust in Euro gerechnet nur rund zwei Prozent. Ein fester Euro federt die in Dollar bezahlten Kursbewegungen also teilweise ab, in beide Richtungen. Das ist kein Gratis-Schutz, denn es wirkt umgekehrt bei einem schwachen Euro, aber es ist der Grund, warum ein und dieselbe Fed-Entscheidung f\u00fcr einen US-Anleger und einen Anleger in Wien unterschiedlich ausf\u00e4llt. Wer das ausblendet, misst seine Performance an der falschen W\u00e4hrung.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Praktisch bedeutet das auch, dass die Wahl des Anlagevehikels eine W\u00e4hrungsentscheidung ist. Wer Bitcoin \u00fcber ein in Euro notiertes, aber nicht w\u00e4hrungsgesichertes Zertifikat oder ETP h\u00e4lt, tr\u00e4gt die volle Dollar-Euro-Schwankung mit; w\u00e4hrungsgesicherte Produkte nehmen diese Bewegung heraus, kosten daf\u00fcr aber eine laufende Geb\u00fchr, die bei gro\u00dfem Zinsunterschied zwischen den W\u00e4hrungsr\u00e4umen sp\u00fcrbar ausf\u00e4llt. Eine pauschal richtige Antwort gibt es nicht. Wer darauf setzt, dass der Euro weiter zulegt, f\u00e4hrt ungesichert besser; wer Dollar-Schwankungen ausschlie\u00dfen will, zahlt f\u00fcr die Sicherung. Wichtig ist vor allem, die Entscheidung bewusst zu treffen und nicht dem Zufall des gew\u00e4hlten Produkts zu \u00fcberlassen.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Bitcoin, Gold und die Glaubw\u00fcrdigkeitsfrage<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Beobachtung vom Tag des Verbraucherpreisberichts sticht heraus: Bitcoin und Gold stiegen gemeinsam, obwohl die Zahlen eigentlich zinserh\u00f6hungsfreundlich, also eher belastend waren. Mark Connors, CIO von Risk Dimensions, deutet das als Signal: Der Markt stelle inzwischen beide Seiten der Geldpolitik infrage, und der gleichzeitige Anstieg von Bitcoin und Gold spiegle Sorgen \u00fcber die Inflation und \u00fcber die Glaubw\u00fcrdigkeit der US-Politik wider (<a href='https:\/\/news.bitcoin.com\/market-updates\/bitcoin-price-spikes-near-80k-as-cpi-matches-forecasts\/'>news.bitcoin.com<\/a>).<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Dahinter steckt ein tieferes Thema, das die kurzfristige Zinsreaktion \u00fcberlagert. Wenn Anleger zweifeln, ob die Notenbank die Inflation wirklich dauerhaft b\u00e4ndigen kann oder ob politischer Druck die Geldwertstabilit\u00e4t aush\u00f6hlt, suchen sie Sachwerte mit begrenztem Angebot. Gold und Bitcoin profitieren dann von derselben Sorge, dem sogenannten Debasement-Trade, also der Wette gegen eine schleichende Geldentwertung. Wir haben diese Parallele in der Analyse <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/gold-bitcoin-gleichschritt-debasement-trade-2026\/'>Gold und Bitcoin im Gleichschritt<\/a> ausf\u00fchrlich beleuchtet. Kurzfristig bleibt Bitcoin ein Risiko-Asset, das auf h\u00f6here Zinsen mit Druck reagiert; mittelfristig kann dieselbe Geldpolitik, wenn sie als glaubw\u00fcrdigkeitsgef\u00e4hrdend gelesen wird, genau die gegenteilige Bewegung ausl\u00f6sen. Diese Doppelnatur erkl\u00e4rt, warum der Markt an Datentagen so zerrissen wirkt.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Unabh\u00e4ngigkeit unter Druck: Cook, Trump und der Ton aus Washington<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Ironie der Lage ist kaum zu \u00fcbersehen. Kevin Warsh wurde von Pr\u00e4sident Donald Trump nominiert, und Trump hatte wiederholt auf niedrigere Zinsen gedr\u00e4ngt. Dass nun ausgerechnet dieser Vorsitzende die erste Erh\u00f6hung seit Jahren vorbereitet, zeigt, wie sehr die Inflationsrealit\u00e4t die politischen W\u00fcnsche \u00fcberlagert. Hinter den Kulissen schwelt zugleich ein Streit um die Unabh\u00e4ngigkeit der Notenbank, der f\u00fcr Anleger mehr ist als eine Randnotiz.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Im Zentrum steht der Versuch, die Fed-Gouverneurin Lisa Cook vorzeitig abzuberufen, der erste derartige Vorsto\u00df gegen ein sitzendes Mitglied des Gouverneursrats in der Geschichte der Institution. Der Oberste Gerichtshof hatte die Abberufung Ende Juni mit f\u00fcnf zu vier Stimmen vorerst gestoppt und verlangt ein ordentliches Verfahren mit Anh\u00f6rung; entfernt ist Cook bis heute nicht. F\u00fcr die M\u00e4rkte ist die Botschaft heikel: Je st\u00e4rker der Eindruck entsteht, dass eine Notenbank politischem Druck nachgeben k\u00f6nnte, desto wichtiger werden knappe, politisch schwer beeinflussbare Sachwerte. Genau hier schlie\u00dft sich der Kreis zur Glaubw\u00fcrdigkeitsfrage des vorigen Abschnitts.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Hinzu kommt die fiskalische Gro\u00dfwetterlage. W\u00e4hrend die Notenbank die Zinsen anhebt, um die Inflation zu bek\u00e4mpfen, verteuert genau das den Schuldendienst eines hoch verschuldeten Staatshaushalts, und das Finanzministerium hat zuletzt versucht, mit gezielten Anleiher\u00fcckk\u00e4ufen die langen Renditen zu st\u00fctzen. F\u00fcr Anleger entsteht so ein widerspr\u00fcchliches Bild: Die eine Hand des Staates strafft, die andere lockert. Genau dieses Spannungsfeld, in dem geldpolitische Disziplin und fiskalische Notwendigkeit aufeinanderprallen, n\u00e4hrt die Sorge vor einer schleichenden Geldentwertung, die Gold und Bitcoin gleicherma\u00dfen zugutekommt. Es ist der rote Faden, der die Unabh\u00e4ngigkeitsdebatte mit der Kursentwicklung verbindet.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Was die Analysten sagen<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Stimmen aus dem Markt sind bemerkenswert uneinig, und das ist selbst eine Information. Joel Kruger, Stratege bei der LMAX Group, meinte nach dem Verbraucherpreisbericht, ein guter Teil des falkenhaften Risikos sei bereits eingepreist (<a href='https:\/\/www.coindesk.com\/markets\/2026\/09\/11\/hotter-cpi-complicates-fed-hold-as-warsh-s-preferred-inflation-gauge-tells-different-story'>CoinDesk<\/a>). Das ist der Kern des Arguments f\u00fcr eine m\u00f6gliche Erleichterungsrally: Wenn fast alle mit der Erh\u00f6hung rechnen, ist der Schock begrenzt, sobald sie eintritt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Matt Mena, Krypto-Stratege bei 21Shares, verwies auf die Statistik: In den 30 Tagen nach einem hei\u00dfer als erwarteten Kern-CPI habe Bitcoin historisch im Schnitt rund 2,1 Prozent zugelegt (<a href='https:\/\/www.theblock.co\/news\/markets\/2026-09-11-bitcoin-ether-rise-inflation-data-does-little-alter-fed-interest-rate-outlook-414287'>The Block<\/a>). Vorsichtiger klang Fabian Dori, CIO der Sygnum Bank: Bei September-Erh\u00f6hungsodds nahe 70 Prozent bewerte eine Aufw\u00e4rts\u00fcberraschung nicht nur die Sitzung neu, sondern teste zumindest vor\u00fcbergehend einen Bitcoin-Aufschwung, der auf echter Allokation statt auf Hebel beruhe. Die Bandbreite dieser Einsch\u00e4tzungen, von &bdquo;schon eingepreist&ldquo; bis &bdquo;fragiler Aufschwung&ldquo;, zeigt, dass nicht der Schritt selbst die Frage ist, sondern der Ton des Ausblicks und die Qualit\u00e4t der zugrunde liegenden Nachfrage.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Drei Szenarien f\u00fcr den 16. September<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Weil der reine Zinsschritt weitgehend eingepreist ist, entscheidet sich die Kursreaktion am Ausblick. Die folgende Tabelle ordnet die drei plausiblen Ausg\u00e4nge und ihre wahrscheinliche Wirkung auf Bitcoin ein. Wichtig ist die Grundregel f\u00fcr jeden Datentag: Es z\u00e4hlt nicht der Wert an sich, sondern die \u00dcberraschung, also die Abweichung vom bereits Eingepreisten.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Szenario<\/th><th>Was passiert<\/th><th>Einsch\u00e4tzung<\/th><th>M\u00f6gliche Bitcoin-Reaktion<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Erh\u00f6hung mit falkenhaftem Dot-Plot<\/td><td>+25 Bp plus Projektionen, die weitere Schritte andeuten<\/td><td>wahrscheinlichstes Ergebnis<\/td><td>kurzfristig Druck, da der Schritt erwartet war, aber der harte Ausblick z\u00e4hlt<\/td><\/tr><tr><td>Erh\u00f6hung mit vorsichtigem Ausblick<\/td><td>+25 Bp, aber kein klares Signal f\u00fcr eine Serie<\/td><td>plausibel<\/td><td>Erleichterungsrally m\u00f6glich, Kauf der Tatsache<\/td><\/tr><tr><td>\u00dcberraschende Pause<\/td><td>kein Schritt trotz hei\u00dfer Daten<\/td><td>geringe Wahrscheinlichkeit<\/td><td>kr\u00e4ftiger, aber fragiler Sprung nach oben<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">Am gef\u00e4hrlichsten f\u00fcr den Kurs ist das erste Szenario, wenn die Fed nicht nur erh\u00f6ht, sondern im Dot-Plot einen ganzen Pfad weiterer Schritte einzeichnet. Dann preist der Markt nicht eine, sondern mehrere Erh\u00f6hungen ein, und die realen Renditen ziehen sp\u00fcrbar an. Das zweite Szenario w\u00e4re paradoxerweise positiv, obwohl die Zinsen steigen, weil der Markt die Unsicherheit loswird und auf die bereits erwartete Tatsache mit Erleichterung reagieren k\u00f6nnte. Das dritte, eine Pause, ist angesichts der Datenlage und von Warshs Rhetorik unwahrscheinlich und w\u00fcrde eher Fragen zur Glaubw\u00fcrdigkeit aufwerfen als dauerhaften Auftrieb geben.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Entscheidend wird daher weniger der Zinsschritt selbst als die Wortwahl in der anschlie\u00dfenden Pressekonferenz. Weil Warsh die ausf\u00fchrliche Forward Guidance abgeschafft hat, werden Investoren jede Formulierung danach abklopfen, ob die Notenbank den Schritt als einmalige Korrektur oder als Auftakt einer Serie versteht. Begriffe wie datenabh\u00e4ngig, schrittweise oder restriktiv genug bekommen dann ein Gewicht, das sie fr\u00fcher nicht hatten. F\u00fcr Bitcoin hei\u00dft das: Die erste Kursreaktion um 20:00 Uhr MESZ kann sich innerhalb einer Stunde umkehren, sobald die Fragerunde beginnt. Wer an diesem Abend handelt, handelt weniger gegen die Zahl als gegen den Tonfall.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Was das f\u00fcr \u00f6sterreichische Anleger hei\u00dft<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr heimische Anleger b\u00fcndeln sich mehrere F\u00e4den. Erstens steigt mit dem Leitzins auch die Rendite sicherer Euro-Anlagen, was die Konkurrenz um jeden investierten Euro versch\u00e4rft; h\u00f6here Zinsen machen das klassische Sparbuch und kurzlaufende Anleihen wieder zu ernsthaften Alternativen, ein Spannungsfeld, das wir im Beitrag zum <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/einlagenkrieg-krypto-bankeinlagen-stablecoins-2026\/'>Einlagenkrieg zwischen Krypto und Banken<\/a> ausgeleuchtet haben. Zweitens bleibt die steuerliche Lage klar umrissen: Kursgewinne aus Kryptow\u00e4hrungen unterliegen in \u00d6sterreich seit der \u00f6kosozialen Steuerreform dem besonderen Steuersatz von 27,5 Prozent nach Paragraf 27a EStG, und inl\u00e4ndische Dienstleister wie Bitpanda behalten die Kapitalertragsteuer seit 1. J\u00e4nner 2024 automatisch ein.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Drittens der regulatorische Rahmen: Die Finanzmarktaufsicht <a href='https:\/\/www.fma.gv.at\/'>FMA<\/a> ist die zust\u00e4ndige Beh\u00f6rde unter der EU-Verordnung MiCA, deren verk\u00fcrzte \u00dcbergangsfrist f\u00fcr \u00d6sterreich am 1. Juli 2026 endete; Krypto-Derivate wie Futures und Perpetuals fallen dagegen nicht unter MiCA, sondern als Finanzinstrumente unter die Richtlinie MiFID II. Praktisch hei\u00dft das f\u00fcr die Tage rund um den 16. September: Wer mit Hebel unterwegs ist, sollte die Liquidationsrisiken ernst nehmen, die ein datengetriebener Ausschlag ausl\u00f6sen kann. Wer langfristig allokiert, kann Volatilit\u00e4t aushalten, sollte aber seine Performance in Euro und nicht in Dollar messen und im Kopf behalten, dass ein h\u00f6herer risikofreier Zins die Latte f\u00fcr jede Krypto-Rendite anhebt. Die Entscheidung f\u00e4llt, die Positionierung sollte vorher stehen.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Frequently Asked Questions<\/h2><h3 class='wp-block-heading'>Erh\u00f6ht die Fed am 16. September 2026 die Zinsen?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Terminm\u00e4rkte preisen eine Anhebung um 25 Basispunkte mit rund 87 Prozent ein, nachdem Arbeitsmarkt, Erzeuger- und Verbraucherpreise im August allesamt hei\u00df hereinkamen. Die Entscheidung samt neuem Dot-Plot f\u00e4llt am 16. September um 20:00 Uhr MESZ. Ein Schritt w\u00e4re die erste Fed-Erh\u00f6hung seit Juli 2023.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Warum f\u00e4llt Bitcoin, wenn die US-Zinsen steigen?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">H\u00f6here Leitzinsen wirken \u00fcber drei Kan\u00e4le auf Bitcoin: einen festeren US-Dollar, h\u00f6here reale Renditen, die zinslose Anlagen unattraktiver machen, und eine knappere Liquidit\u00e4t. Ein vierter Verst\u00e4rker ist der Hebel, weil gehebelte Positionen in der Folge liquidiert werden. Bitcoin reagiert daher kurzfristig oft wie ein Risiko-Asset, nicht wie ein Inflationsschutz.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Was bedeutet die EZB-Erh\u00f6hung vom 10. September f\u00fcr Anleger in \u00d6sterreich?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Die EZB hob ihren Einlagensatz auf 2,50 Prozent an, w\u00e4hrend die Fed ebenfalls vor einer Erh\u00f6hung steht. Weil beide Notenbanken straffen, bleibt der Zinsabstand bestehen, und ein festerer Euro kann die in US-Dollar bezahlten Bitcoin-Kursbewegungen f\u00fcr Euro-Anleger teils abfedern. F\u00fcr heimische Sparer steigen zugleich die Renditen sicherer Euro-Anlagen.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Wie werden Bitcoin-Gewinne in \u00d6sterreich besteuert?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Kursgewinne aus Kryptow\u00e4hrungen unterliegen in \u00d6sterreich seit der \u00f6kosozialen Steuerreform dem besonderen Steuersatz von 27,5 Prozent nach Paragraf 27a EStG. Inl\u00e4ndische Dienstleister wie Bitpanda behalten die Kapitalertragsteuer seit 1. J\u00e4nner 2024 automatisch ein. Die Finanzmarktaufsicht FMA ist die zust\u00e4ndige Beh\u00f6rde unter der EU-Verordnung MiCA.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>W\u00e4re eine Erh\u00f6hung am 16. September die erste seit 2023?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Ja. Die Fed hat zuletzt im Juli 2023 erh\u00f6ht, 2025 dann dreimal gesenkt und das Zielband seither bei 3,50 bis 3,75 Prozent gehalten. Eine Anhebung w\u00fcrde es auf 3,75 bis 4,00 Prozent heben und w\u00e4re zugleich der erste Dot-Plot unter dem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh.<\/p><script type='application\/ld+json'>{\"@context\":\"https:\/\/schema.org\",\"@type\":\"FAQPage\",\"mainEntity\":[{\"@type\":\"Question\",\"name\":\"Erh\u00f6ht die Fed am 16. September 2026 die Zinsen?\",\"acceptedAnswer\":{\"@type\":\"Answer\",\"text\":\"Die Terminm\u00e4rkte preisen eine Anhebung um 25 Basispunkte mit rund 87 Prozent ein, nachdem Arbeitsmarkt, Erzeuger- und Verbraucherpreise im August allesamt hei\u00df hereinkamen. Die Entscheidung samt neuem Dot-Plot f\u00e4llt am 16. September um 20:00 Uhr MESZ. 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