{"id":421,"date":"2026-09-12T20:50:35","date_gmt":"2026-09-12T20:50:35","guid":{"rendered":"https:\/\/hoge.gg\/at\/europas-bitcoin-treasuries-fed-zinserhoehung-2026\/"},"modified":"2026-09-12T20:50:35","modified_gmt":"2026-09-12T20:50:35","slug":"europas-bitcoin-treasuries-fed-zinserhoehung-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hoge.gg\/at\/europas-bitcoin-treasuries-fed-zinserhoehung-2026\/","title":{"rendered":"Europas Bitcoin-Treasuries und die erste Fed-Erh\u00f6hung seit 2023"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Am 16. September k\u00f6nnte die US-Notenbank etwas tun, das sie seit 2023 nicht mehr getan hat: den Leitzins anheben. Die Terminm\u00e4rkte preisen einen Schritt um 25 Basispunkte inzwischen mit \u00fcber 85 Prozent ein, nachdem sie noch im Hochsommer mehrheitlich mit einer Pause gerechnet hatten (<a href='https:\/\/www.fool.com\/investing\/2026\/09\/10\/the-odds-of-a-rate-hike-are-soaring-ahead-of-the-sept-16-fomc-meeting\/'>The Motley Fool<\/a>). F\u00fcr eine Anlageklasse, die im Umfeld des billigen Geldes gro\u00df geworden ist, ist das eine echte Belastungsprobe: die b\u00f6rsennotierten Krypto-Schatzkammern, also jene Firmen, deren ganzes Gesch\u00e4ftsmodell darin besteht, mit eingesammeltem Kapital Bitcoin zu kaufen und auf der Bilanz zu horten.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Aufmerksamkeit gilt dabei fast immer Michael Saylors Strategy und den anderen US-Riesen. Doch Europa hat heuer leise eine eigene, sehr kleine Version dieses Rennens bekommen. Drei Unternehmen aus Deutschland, Frankreich und Schweden liegen praktisch gleichauf, jedes mit rund 3.500 Bitcoin, und alle drei sind winzig neben dem amerikanischen Vorbild. Dieser Text erkl\u00e4rt, wer sie sind, warum Europa keinen Strategy hervorgebracht hat und was die erste Fed-Erh\u00f6hung seit zwei Jahren f\u00fcr sie bedeutet.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Der 16. September: die erste Zinserh\u00f6hung seit 2023<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Wende kam in drei Schritten. Ende August hielt Fed-Chef Kevin Warsh in Jackson Hole eine Rede, die deutlich sch\u00e4rfer ausfiel als sein Auftritt nach der Juli-Sitzung: Die Inflation sei weiterhin zu hoch, sie werde nicht von allein auf zwei Prozent zur\u00fcckgehen, und die Preisstabilit\u00e4t m\u00fcsse im Zentrum der Notenbankpolitik stehen (<a href='https:\/\/www.federalreserve.gov\/newsevents\/speech\/warsh20260828a.htm'>Federal Reserve<\/a>; Einordnung bei <a href='https:\/\/www.cnbc.com\/2026\/08\/28\/kevin-warsh-jackson-hole-fed-inflation-rate-hike.html'>CNBC<\/a>). Damit \u00f6ffnete er ausdr\u00fccklich die T\u00fcr f\u00fcr eine Erh\u00f6hung, statt sie wie in den Vormonaten offen zu lassen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Daten lieferten das \u00dcbrige. Am 5. September meldete das US-Arbeitsministerium f\u00fcr August 162.000 neue Stellen, weit \u00fcber den erwarteten 53.000, bei einer Arbeitslosenquote von 4,1 Prozent (<a href='https:\/\/www.cnbc.com\/2026\/09\/04\/jobs-report-august-2026.html'>CNBC<\/a>). Sechs Tage sp\u00e4ter zeigte der Verbraucherpreisindex einen Anstieg von 0,4 Prozent gegen\u00fcber dem Vormonat und 3,4 Prozent im Jahresvergleich, getrieben vor allem von den Benzinpreisen; die Kernrate ohne Energie und Lebensmittel sank zwar auf 2,4 Prozent, den tiefsten Stand seit M\u00e4rz 2021 (<a href='https:\/\/www.bls.gov\/news.release\/cpi.nr0.htm'>Bureau of Labor Statistics<\/a>). Ein robuster Arbeitsmarkt und eine z\u00e4he Schlagzeilen-Inflation: genau die Mischung, die eine Notenbank zum Handeln dr\u00e4ngt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Entsprechend sprang die aus den CME-Futures abgeleitete Wahrscheinlichkeit f\u00fcr einen Zinsschritt nach oben, von rund 30 Prozent im Hochsommer auf zuletzt \u00fcber 85 Prozent (<a href='https:\/\/cryptonews.com\/news\/cme-fedwatch-fomc-september-2026-odds-rate-hike-50\/'>CryptoNews<\/a>). Weil es sich um eine Sitzung mit Projektionen handelt, ver\u00f6ffentlicht die Fed zugleich ihre aktualisierten Zinsprognosen, den sogenannten Dot-Plot. Wie die Derivatem\u00e4rkte diese Kombination aus Zinsentscheid und Projektionen handeln, hat HOGE Wire zuletzt am Beispiel der <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/derivate-positionierung-cpi-zinsschritt-september-2026\/'>Krypto-Derivate am Tag des CPI<\/a> gezeigt.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Datum<\/th><th>Ereignis<\/th><th>Ergebnis<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>28. August<\/td><td>Warsh-Rede in Jackson Hole<\/td><td>Inflation &bdquo;zu hoch&ldquo;, T\u00fcr f\u00fcr Erh\u00f6hung offen<\/td><\/tr><tr><td>5. September<\/td><td>US-Arbeitsmarktbericht (August)<\/td><td>+162.000 Stellen (erwartet: +53.000)<\/td><\/tr><tr><td>11. September<\/td><td>US-Verbraucherpreise (August)<\/td><td>+0,4% z. Vormonat, 3,4% z. Vorjahr; Kernrate 2,4%<\/td><\/tr><tr><td>16. September<\/td><td>Fed-Entscheid und Dot-Plot<\/td><td>Markt preist rund 85% f\u00fcr +25 Basispunkte<\/td><\/tr><\/tbody><caption>Der Weg zur September-Sitzung. Quellen: Federal Reserve, CNBC, BLS, CME FedWatch.<\/caption><\/table><\/figure><h2 class='wp-block-heading'>Was eine Krypto-Schatzkammer ist, und warum alles am mNAV h\u00e4ngt<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Der englische Sammelbegriff lautet Digital Asset Treasury, kurz DAT. Gemeint ist ein b\u00f6rsennotiertes Unternehmen, dessen eigentlicher Zweck nicht ein Produkt oder eine Dienstleistung ist, sondern das Halten von Kryptow\u00e4hrung auf der eigenen Bilanz. Finanziert werden die K\u00e4ufe \u00fcber die Ausgabe neuer Aktien, \u00fcber Wandelanleihen oder \u00fcber Vorzugsaktien. Die Aktie wird damit zu einem gehebelten, in einen B\u00f6rsenmantel verpackten Stellvertreter f\u00fcr den Coin.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die entscheidende Kennzahl hei\u00dft mNAV, kurz f\u00fcr Multiple to Net Asset Value. Sie setzt den B\u00f6rsenwert (oder den Unternehmenswert inklusive Schulden) ins Verh\u00e4ltnis zum Marktwert der gehaltenen Coins. Liegt der mNAV \u00fcber 1, wird die Aktie mit einem Aufschlag zum inneren Bitcoin-Wert gehandelt. Genau dieser Aufschlag treibt das ber\u00fchmte Schwungrad an: Bei einem mNAV \u00fcber 1 kann die Firma neue Aktien \u00fcber dem inneren Wert ausgeben, mit dem Erl\u00f6s mehr Bitcoin kaufen, und der Bitcoin-Bestand pro Aktie steigt f\u00fcr die Altaktion\u00e4re (eine gute Erkl\u00e4rung dazu bei <a href='https:\/\/crypto.news\/what-is-a-bitcoin-treasury-company-dats-mnav-and-discount-to-nav-explained\/'>crypto.news<\/a>).<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Zahlenbeispiel macht das greifbar. Notiert eine Firma bei einem mNAV von 2, ist die Aktie doppelt so viel wert wie der Bitcoin dahinter. Gibt sie nun f\u00fcr 100 Millionen Euro neue Aktien aus und kauft daf\u00fcr Coins, w\u00e4chst der Bitcoin-Bestand st\u00e4rker als die Zahl der Aktien; der innere Wert pro Aktie steigt. Kehrt sich das Verh\u00e4ltnis um und die Aktie notiert bei 0,7, dann kauft dieselbe Kapitalerh\u00f6hung zwar Coins, verteilt sie aber auf so viele neue Aktien, dass die Altaktion\u00e4re pro Anteil \u00e4rmer dastehen. Aus dem Beschleuniger wird eine Bremse.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Damit h\u00e4ngt der gesamte Wachstumsmotor einer Treasury-Firma an einer einzigen Zahl, und diese Zahl reagiert empfindlich auf die Gro\u00dfwetterlage an den Finanzm\u00e4rkten. F\u00e4llt der mNAV unter 1, ist das Modell blockiert. Genau deshalb ist die Zinsfrage f\u00fcr diese Firmen keine Randnotiz, sondern die zentrale Bedrohung.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Warum der Zins die Schwungrad-Maschine bremst<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Aufschlag ist im Kern eine Wette auf die Zukunft: Anlegerinnen und Anleger zahlen heute mehr, als der Bitcoin auf der Bilanz wert ist, weil sie darauf setzen, dass das Unternehmen morgen noch mehr Coins pro Aktie anh\u00e4uft. Steigende Zinsen sind Gift f\u00fcr solche Wetten. Sie erh\u00f6hen den Satz, mit dem k\u00fcnftige Gewinne abgezinst werden, und sie machen sichere Anlagen wie US-Staatsanleihen wieder attraktiv. Beides zieht Kapital aus den spekulativsten Ecken des Marktes ab, und genau dort sitzen die Treasury-Aktien.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Hinzu kommt die Finanzierungsseite. Wer wie Strategy einen Turm aus Wandelanleihen und Vorzugsaktien aufgebaut hat, muss diese Papiere irgendwann refinanzieren; h\u00f6here Zinsen verteuern das und versch\u00e4rfen die Dividendenlast. Bei den europ\u00e4ischen Firmen ist dieser Hebel kleiner (dazu sp\u00e4ter mehr), doch das Grundmuster bleibt: Fremdkapital, das gestern fast gratis war, kostet morgen wieder etwas.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Schlie\u00dflich wirkt der Zins \u00fcber den Kurs des Basiswerts. Eine Erh\u00f6hung st\u00e4rkt tendenziell den Dollar und dr\u00fcckt riskante Anlagen, Bitcoin eingeschlossen. F\u00e4llt der Coin und schrumpft gleichzeitig der Aufschlag, treffen die Treasury-Aktie zwei Schl\u00e4ge auf einmal. Diese Reflexivit\u00e4t funktioniert in beide Richtungen: In der Hausse hat sie die Aufschl\u00e4ge auf absurde H\u00f6hen getrieben, in der Baisse frisst sie sie ebenso schnell wieder auf.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Der Riese als Ma\u00dfstab: Strategy bei 0,69<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Wie gro\u00df der Ma\u00dfstab ist, zeigt der Blick auf den Erfinder des Modells. Saylors Strategy h\u00e4lt aktuell 845.050 Bitcoin, beim Kurs vom 12. September rund 56 Milliarden Euro wert (<a href='https:\/\/www.theblock.co\/treasuries\/mstr'>The Block<\/a>). Und selbst dieser Pionier notiert derzeit mit einem mNAV von rund 0,69, also gut 30 Prozent unter dem Wert seiner eigenen Bitcoin. Der Aufschlag, der das Gesch\u00e4ftsmodell erst erm\u00f6glicht, ist bei der Nummer eins l\u00e4ngst zum Abschlag geworden.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Saylor selbst wehrt sich vehement gegen die pessimistische Lesart. Die Vorstellung, dass die Ausgabe neuer Aktien verw\u00e4ssernd sei, nennt er einen &bdquo;misnomer&ldquo;, eine Fehlbezeichnung: Solange die Aktion\u00e4re im Gegenzug einen greifbaren Verm\u00f6genswert erhielten, sei die Emission sogar wertsteigernd (<a href='https:\/\/www.coindesk.com\/markets\/2026\/06\/11\/michael-saylor-and-jack-mallers-go-toe-to-toe-over-strategy-s-bitcoin-reporting-metrics'>CoinDesk<\/a>). Dass Strategy trotz Abschlag weiterl\u00e4uft, verdankt es einem ausgekl\u00fcgelten Kapitalturm aus mehreren Klassen von Vorzugsaktien und Wandelanleihen, der die laufenden K\u00e4ufe und Dividenden tr\u00e4gt. Genau dieser Turm macht das US-Modell aber auch zinsempfindlich, denn jede k\u00fcnftige Refinanzierung findet zu h\u00f6heren S\u00e4tzen statt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die europ\u00e4ische Geschichte z\u00e4hlt vor allem die schiere Dimension. Den 845.050 Bitcoin bei Strategy stehen bei den gr\u00f6\u00dften europ\u00e4ischen Firmen wenige tausend gegen\u00fcber. Wer die Kluft verstehen will, muss zun\u00e4chst nach Herford, Paris und Stockholm schauen.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Europas Dreikampf: Bitcoin Group SE, Capital B, H100<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Zusammengenommen halten laut <a href='https:\/\/bitcointreasuries.net\/regions\/europe'>bitcointreasuries.net<\/a> etwas mehr als 40 b\u00f6rsennotierte europ\u00e4ische Unternehmen rund 18.700 Bitcoin, gemeinsam etwa 1,24 Milliarden Euro wert. Das ist kaum mehr als zwei Prozent dessen, was allein Strategy auf der Bilanz hat. Europa spielt in dieser Liga also nicht mit, es tastet sich heran.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Umso interessanter ist, wie eng das Rennen an der Spitze verl\u00e4uft. Die deutsche Bitcoin Group SE f\u00fchrt mit 3.605 Bitcoin, dicht gefolgt von der franz\u00f6sischen Capital B mit 3.521 und der schwedischen H100 Group mit 3.506. Zwischen Platz eins und Platz drei liegen keine hundert Coins. Capital B hat H100 erst Anfang September mit einem einzigen Kauf von 376 Bitcoin \u00fcberholt (<a href='https:\/\/ambcrypto.com\/bitcoin-capital-b-overtakes-swedens-h100-group-after-376-btc-buy\/'>AMBCrypto<\/a>). Es ist ein echter Dreikampf, wenn auch auf bescheidenem Niveau.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Unternehmen<\/th><th>Land (K\u00fcrzel)<\/th><th>Bitcoin<\/th><th>Wert (Kurs 12. Sep.)<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Bitcoin Group SE<\/td><td>Deutschland (ADE)<\/td><td>3.605<\/td><td>rund 240 Mio. EUR<\/td><\/tr><tr><td>Capital B<\/td><td>Frankreich (ALCPB)<\/td><td>3.521<\/td><td>rund 234 Mio. EUR<\/td><\/tr><tr><td>H100 Group<\/td><td>Schweden (H100)<\/td><td>3.506<\/td><td>rund 233 Mio. EUR<\/td><\/tr><tr><td>The Smarter Web Company<\/td><td>Gro\u00dfbritannien (SWC)<\/td><td>2.747<\/td><td>rund 183 Mio. EUR<\/td><\/tr><tr><td>Treasury B.V.<\/td><td>Niederlande (TRSR)<\/td><td>1.111<\/td><td>rund 74 Mio. EUR<\/td><\/tr><\/tbody><caption>Europas gr\u00f6\u00dfte b\u00f6rsennotierte Bitcoin-Halter. Best\u00e4nde laut bitcointreasuries.net, Werte umgerechnet zum Kurs vom 12. September 2026.<\/caption><\/table><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">Dahinter folgen die britische The Smarter Web Company und die niederl\u00e4ndische Treasury B.V. Auff\u00e4llig ist, wer fehlt: Weder aus \u00d6sterreich noch aus der Schweiz ist ein b\u00f6rsennotierter Vertreter in der Rangliste zu finden. Warum das so ist, dazu weiter unten mehr; zun\u00e4chst lohnt der genauere Blick auf die drei Spitzenreiter.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Bitcoin Group SE: der leise Veteran aus Herford<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Bitcoin Group SE mit Sitz im westf\u00e4lischen Herford ist der stille Veteran des Feldes. Anders als die vielen Firmen, die sich erst im Boom der vergangenen zwei Jahre in Treasury-Vehikel verwandelt haben, ist die Gruppe seit Jahren im Krypto-Gesch\u00e4ft t\u00e4tig und betreibt mit Bitcoin.de einen der bekanntesten deutschen Handelspl\u00e4tze sowie die futurum bank AG. Der Bitcoin-Bestand ist hier \u00fcber die Zeit gewachsen, nicht \u00fcber Nacht zusammengekauft worden.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Mit 3.605 Bitcoin, beim aktuellen Kurs rund 240 Millionen Euro, ist die Gruppe Europas gr\u00f6\u00dfter b\u00f6rsennotierter Bitcoin-Halter (<a href='https:\/\/www.theblock.co\/treasuries\/ade.de'>The Block<\/a>). Bemerkenswert ist die Bewertung: Die Aktie kommt auf einen mNAV von nur etwa 0,58, ein noch tieferer Abschlag als bei Strategy. Der Markt bezahlt f\u00fcr das Unternehmen also deutlich weniger, als seine Bitcoin allein wert sind, obwohl darin auch noch operative Gesch\u00e4fte stecken. F\u00fcr ein Lehrbuch w\u00e4re das ein Paradox; im heutigen Umfeld ist es der Normalfall.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Anlegerinnen und Anleger aus \u00d6sterreich ist der Titel zugleich der am leichtesten zug\u00e4ngliche der drei: Die Aktie wird \u00fcber Xetra gehandelt und l\u00e4sst sich bei nahezu jedem Broker wie eine gew\u00f6hnliche deutsche Aktie kaufen. Auf die steuerlichen Folgen kommen wir noch zu sprechen.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Capital B: Paris, der R\u00fcckw\u00e4rts-Split und ein Bitcoin-Urgestein<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Capital B, bis 2025 als The Blockchain Group firmierend, versteht sich als Europas erste reine Bitcoin-Treasury und ist an der Euronext Growth in Paris notiert (K\u00fcrzel ALCPB). Das Unternehmen ist der aggressivste Sprinter im europ\u00e4ischen Feld. Ende August sammelte es \u00fcber eine Privatplatzierung 21 Millionen Euro ein; ausgegeben wurden gut 36 Millionen neue Aktien zu je 0,58 Euro, jeweils mit angeh\u00e4ngten Optionsscheinen (<a href='https:\/\/crypto.news\/capital-b-raises-21m-to-expand-bitcoin-treasury\/'>crypto.news<\/a>).<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Weil der Aktienkurs im Cent-Bereich dahind\u00fcmpelte, vollzog Capital B am 8. September eine Zusammenlegung im Verh\u00e4ltnis zehn zu eins: Aus gut 300 Millionen Aktien wurden rund 30 Millionen, der Nennwert stieg von 0,08 auf 0,80 Euro, und der Kurs kletterte \u00fcber die F\u00fcnf-Euro-Marke (<a href='https:\/\/cryptobriefing.com\/capital-b-reverse-stock-split-bitcoin-treasury\/'>Cryptobriefing<\/a>). Ziel der \u00dcbung ist es, f\u00fcr institutionelle Investoren \u00fcberhaupt investierbar zu werden. Cryptobriefing zufolge z\u00e4hlte die Aktie zeitweise sogar zu den umsatzst\u00e4rksten Titeln an der Euronext (<a href='https:\/\/cryptobriefing.com\/capital-b-euronext-trading-volume-bitcoin-treasury\/'>Cryptobriefing<\/a>).<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Auff\u00e4llig ist, wer hinter dem Sprint steht. Der frische Kauf von 376 Bitcoin Anfang September wurde durch eine Investition von 8,8 Millionen Dollar des Blockstream-Mitgr\u00fcnders Adam Back erm\u00f6glicht (<a href='https:\/\/www.coindesk.com\/business\/2026\/08\/29\/capital-b-aims-to-add-376-btc-to-bitcoin-treasury-following-usd8-8-million-adam-back-investment'>CoinDesk<\/a>). Insgesamt hat Back mittlerweile rund 33 Millionen Dollar in Capital B gesteckt; sein Anteil ist auf knapp 15 Prozent gestiegen und k\u00f6nnte \u00fcber die Optionsscheine auf fast 28 Prozent klettern (<a href='https:\/\/www.techtimes.com\/articles\/326918\/20260907\/proof-work-pioneer-adam-back-bets-33m-european-bitcoin-treasury-firm-capital-b.htm'>Tech Times<\/a>). Derselbe Name taucht beim schwedischen Konkurrenten gleich wieder auf.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>H100 Group: wie Schweden per \u00dcbernahme aufholte<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">H100 Group ist der vielleicht ungew\u00f6hnlichste Fall. Das schwedische Unternehmen kommt urspr\u00fcnglich aus dem Gesundheits-Technologie-Bereich und hat sich erst k\u00fcrzlich in eine Bitcoin-Treasury verwandelt. Sein Aufstieg in die europ\u00e4ische Spitzengruppe verlief nicht \u00fcber organische Zuk\u00e4ufe, sondern \u00fcber \u00dcbernahmen: H100 verdreifachte seinen Bestand, indem es die norwegischen Firmen Moonshot und PDI schluckte und damit auf einen Schlag rund 2.456 Bitcoin hinzugewann (<a href='https:\/\/www.theblock.co\/news\/business\/2026-08-10-adam-back-backed-h100-more-triples-bitcoin-holdings-3506-btc-acquisition-411270'>The Block<\/a>).<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Zus\u00e4tzlich hat H100 eine Absichtserkl\u00e4rung zur \u00dcbernahme der Z\u00fcrcher Future Holdings AG unterzeichnet, eines Schweizer Bitcoin-Treasury-Vehikels, und w\u00fcrde so einen Fu\u00df in den Schweizer Markt setzen (<a href='https:\/\/www.coindesk.com\/markets\/2026\/01\/12\/bitcoin-treasury-firms-linked-to-adam-back-sign-preliminary-agreement-to-combine'>CoinDesk<\/a>). Mit rund 3.506 Bitcoin liegt das Unternehmen heute nur knapp hinter Capital B.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Und auch hier ist Adam Back der Financier im Hintergrund: Er stellte H100 ein Wandeldarlehen \u00fcber zun\u00e4chst 21 Millionen schwedische Kronen bereit, das \u00fcber mehrere Tranchen auf bis zu 277 Millionen Kronen anwachsen kann. Zwei der drei gr\u00f6\u00dften europ\u00e4ischen Treasuries werden also vom selben Mann gest\u00fctzt.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Der rote Faden: Adam Backs europ\u00e4isches Projekt<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Damit wird ein Muster sichtbar, das die europ\u00e4ische Treasury-Landschaft von der amerikanischen unterscheidet. In den USA ist das Feld breit, mit Dutzenden Firmen und einem tiefen Kapitalmarkt im R\u00fccken. In Europa dagegen ist ein erheblicher Teil des Rennens das Projekt eines einzigen Bitcoin-Urgesteins. Back finanziert Capital B in Frankreich, H100 in Schweden und, \u00fcber die Future-Holdings-Fusion, ein Vehikel in der Schweiz.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Backs Begr\u00fcndung ist so radikal wie schlicht. Treasury-Firmen seien, wie er es formuliert, &bdquo;an arbitrage between the fiat present, and the hyperbitcoinized future&ldquo;, also eine Arbitrage zwischen der heutigen Fiat-Welt und einer Zukunft, in der Bitcoin die Reservew\u00e4hrung stellt (<a href='https:\/\/cointelegraph.com\/news\/bitcoin-treasury-firms-front-running-200-t-hyperbitcoinization-adam-back'>Cointelegraph<\/a>). Wer heute Coins auf die Bilanz nehme, positioniere sich f\u00fcr einen Markt, den Back auf \u00fcber 200 Billionen Dollar taxiert. Es ist dieselbe Debasement-These, die 2026 quer durch die Anlageklassen l\u00e4uft und die HOGE Wire am Beispiel von <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/gold-bitcoin-gleichschritt-debasement-trade-2026\/'>Gold und Bitcoin im Gleichschritt<\/a> beschrieben hat.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Kehrseite dieser Konzentration ist ein Klumpenrisiko. Wenn zwei der drei europ\u00e4ischen Marktf\u00fchrer ma\u00dfgeblich von einem einzelnen Geldgeber abh\u00e4ngen, dann steht und f\u00e4llt ihr Wachstum mit dessen Kassenlage und \u00dcberzeugung. Das ist ein anderes Risikoprofil als bei einem breit finanzierten US-Konzern, und es wird umso heikler, je unfreundlicher das Zinsumfeld wird.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Warum Europa keinen Strategy hat: Kapitalm\u00e4rkte und Bilanzregeln<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Bleibt die Frage, warum Europa \u00fcberhaupt so weit zur\u00fcckliegt. Ein Grund ist die Tiefe der Kapitalm\u00e4rkte. In den USA lassen sich \u00fcber sogenannte At-the-Market-Programme fast beliebig neue Aktien in einen liquiden Markt streuen, und Wandelanleihen finden dort ein breites Publikum. Europ\u00e4ische Wachstumssegmente wie die Euronext Growth sind d\u00fcnner, was genau jene Emissionsmaschine bremst, die das Schwungrad antreibt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der zweite, oft \u00fcbersehene Grund liegt in der Bilanzierung. Seit dem Standard ASU 2023-08 d\u00fcrfen US-Unternehmen ihre Bitcoin zum Marktwert ansetzen und Kursgewinne direkt in der Gewinn- und Verlustrechnung ausweisen (<a href='https:\/\/www.grantthornton.com\/insights\/articles\/audit\/2023\/snapshot\/december\/clarifies-accounting-for-certain-crypto-assets'>Grant Thornton<\/a>). Nach den international gebr\u00e4uchlichen IFRS-Regeln gilt Bitcoin dagegen meist als immaterieller Verm\u00f6genswert nach IAS 38: bewertet zu Anschaffungskosten, Abwertungen schlagen sofort durch, Buchgewinne bleiben in der Erfolgsrechnung dagegen unsichtbar (<a href='https:\/\/www.hlb.global\/accounting-for-crypto-assets-under-ifrs-18-versus-fasb-asu-2023-08\/'>HLB<\/a>).<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Aspekt<\/th><th>USA (FASB ASU 2023-08)<\/th><th>Europa (IFRS, IAS 38)<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Bewertung<\/td><td>Fair Value (Marktwert)<\/td><td>Anschaffungskosten abz\u00fcglich Wertminderung<\/td><\/tr><tr><td>Kursgewinne<\/td><td>direkt in der Gewinn- und Verlustrechnung<\/td><td>meist nicht als Gewinn (Neubewertung ggf. ins OCI)<\/td><\/tr><tr><td>Wirkung<\/td><td>steigende Kurse heben den ausgewiesenen Gewinn<\/td><td>Buchgewinne bleiben unsichtbar, Abwertungen schlagen durch<\/td><\/tr><tr><td>G\u00fcltig ab<\/td><td>Gesch\u00e4ftsjahre nach dem 15. Dezember 2024<\/td><td>seit Jahren geltende Praxis<\/td><\/tr><\/tbody><caption>Vereinfachte Gegen\u00fcberstellung der Bilanzierung von Bitcoin-Best\u00e4nden, nach HLB und Grant Thornton.<\/caption><\/table><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Asymmetrie klingt technisch, hat aber handfeste Folgen. Ein US-Vorstand kann steigende Bitcoin-Kurse als gl\u00e4nzende Quartalsgewinne verbuchen; ein europ\u00e4ischer Vorstand sieht bei Kursanstiegen nichts, bei Kurseinbr\u00fcchen aber sofort einen Verlust. Das macht den mutigen Griff zur Bitcoin-Bilanz f\u00fcr europ\u00e4ische Aktiengesellschaften unattraktiver, und es erkl\u00e4rt, warum die Vorreiter hier eher kleine, spezialisierte Vehikel sind als etablierte Gro\u00dfkonzerne.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>mNAV unter 1: die Falle f\u00fcr die Kleinen<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die kleinen europ\u00e4ischen Firmen ist der Abschlag zum inneren Wert besonders gef\u00e4hrlich. Bitcoin Group SE bei 0,58, Capital B und H100 ebenfalls unter der magischen 1: In diesem Zustand ist das Schwungrad blockiert. Neue Aktien auszugeben, um Coins zu kaufen, w\u00fcrde die Altaktion\u00e4re verw\u00e4ssern, statt den Bestand pro Aktie zu heben. Der R\u00fcckw\u00e4rts-Split von Capital B ist letztlich ein Symptom dieser Klemme, ein Versuch, die Aktie \u00fcberhaupt wieder handelbar und f\u00fcr Kapitalgeber attraktiv zu machen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Markt zieht daraus zunehmend Konsequenzen. Geoff Kendrick, Leiter der Digital-Asset-Forschung bei Standard Chartered, h\u00e4lt die gro\u00dfe Zukaufwelle f\u00fcr vorbei: Das Kaufen durch die Treasury-Firmen sei &bdquo;likely over&ldquo;, die Bewertungen rechtfertigten keine weitere Ausdehnung der Bilanzen mehr; er erwarte &bdquo;a consolidation rather than outright selling&ldquo;, also eine Konsolidierung statt eines Ausverkaufs (<a href='https:\/\/www.ccn.com\/news\/crypto\/standard-chartereds-geoffrey-kendrick-consolidation-bitcoin-dats\/'>CCN<\/a>).<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Damit r\u00fccken diese Aktien auf der Risikoskala weit nach oben: Sie sind Bitcoin plus Hebel plus Managementrisiko plus Aufschlagsrisiko. Wo genau eine gehebelte Treasury-Aktie auf dem Spektrum zwischen einem simplen Bitcoin-Kauf und einem hochspekulativen Meme-Coin sitzt, hat HOGE Wire entlang der <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/von-bitcoin-bis-meme-coin-funding-risikokurve-2026\/'>Risikokurve des Fundings<\/a> ausgeleuchtet.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Was die Zinserh\u00f6hung konkret bedeutet<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Was hei\u00dft das nun konkret f\u00fcr den 16. September? Zun\u00e4chst die beruhigende Nachricht: Anders als Strategy mit seinem milliardenschweren Turm aus Vorzugsaktien tragen die europ\u00e4ischen Kleinen vergleichsweise wenig Fremdkapital. Bitcoin Group SE ist ein operatives Unternehmen, Capital B und H100 finanzieren sich vor allem \u00fcber Eigenkapital und die Zusch\u00fcsse ihres Gro\u00dfinvestors. Die akute Gefahr eines erzwungenen Bitcoin-Verkaufs zur Bedienung von Zinsen und Dividenden ist damit geringer als beim US-Marktf\u00fchrer.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Belastung wirkt bei ihnen eher indirekt. Eine Zinserh\u00f6hung st\u00e4rkt tendenziell den Dollar und dr\u00fcckt riskante Anlagen; f\u00e4llt der Bitcoin-Kurs, vertiefen sich die ohnehin schon schmerzhaften Abschl\u00e4ge. Wie eng Dollar, Euro und Bitcoin in diesem September zusammenh\u00e4ngen, zeigt der <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/dxy-euro-chart-ezb-bitcoin-september-2026\/'>Blick auf den Euro-Chart vor der EZB<\/a>. F\u00fcr Firmen, die neue Coins nur \u00fcber frisches Kapital kaufen k\u00f6nnen, ist ein feindliches Marktumfeld gleichbedeutend mit Stillstand.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Kurz gesagt: Der Zinsschritt bedroht die europ\u00e4ischen Treasuries nicht in erster Linie \u00fcber die Schuldenseite, sondern \u00fcber die Nachfrage nach ihren Aktien. Bleibt der Aufschlag verschwunden, bleibt auch der Wachstumsmotor aus, und dann entscheidet sich die Zukunft dieser Firmen weniger an der eigenen Bilanz als an der Geduld ihrer Geldgeber.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Der \u00f6sterreichische Blick: kein heimischer Titel, FMA und 27,5 Prozent<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr das heimische Publikum ist die Lage eindeutig: Eine \u00f6sterreichische Bitcoin-Treasury-Aktie gibt es nicht, an der Wiener B\u00f6rse ist kein solches Unternehmen notiert, und auch die Schweiz stellt keinen b\u00f6rsennotierten Vertreter. Wer als Anlegerin oder Anleger aus \u00d6sterreich auf das Modell setzen will, muss den Umweg \u00fcber ausl\u00e4ndische Titel gehen, am einfachsten \u00fcber die auf Xetra gehandelte Bitcoin Group SE, oder gleich \u00fcber ein Krypto-ETP beziehungsweise den direkten Kauf des Coins.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Steuerlich ist der Unterschied kleiner, als viele glauben. Kursgewinne aus Aktien fallen in \u00d6sterreich unter den besonderen Steuersatz von 27,5 Prozent auf Kapitalverm\u00f6gen; realisierte Gewinne aus Krypto-Verm\u00f6genswerten unterliegen seit der \u00f6kosozialen Steuerreform demselben Satz von 27,5 Prozent nach Paragraf 27a EStG, wobei inl\u00e4ndische Plattformen seit Anfang 2024 automatisch KESt einbehalten. Ob man also die Aktie oder den Coin kauft, \u00e4ndert am Steuersatz wenig; die Regeln dahinter unterscheiden sich aber. Wer die reine Rendite einer direkten Bitcoin-Position gegen die Umwege abw\u00e4gen m\u00f6chte, findet in unserem <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/kassensturz-bitcoin-basis-trade-rendite-bilanz-2026\/'>Kassensturz zum Bitcoin-Basis-Trade<\/a> ein anschauliches Gegenbeispiel.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Aufsichtsrechtlich fallen die Treasury-Firmen in eine L\u00fccke. MiCA reguliert Krypto-Dienstleister und Stablecoin-Emittenten, nicht aber Industrie- oder Beteiligungsunternehmen, die Bitcoin schlicht als Bilanzposten halten. Solche Firmen werden wie gew\u00f6hnliche b\u00f6rsennotierte Emittenten nach dem jeweiligen nationalen Wertpapierrecht beaufsichtigt; nur der Handel mit dem zugrunde liegenden Bitcoin unterliegt ab dem 28. Juli 2026 den MiCA-Regeln gegen Marktmissbrauch. F\u00fcr die FMA bleibt das Krypto-Gesch\u00e4ft im engeren Sinn zust\u00e4ndig; lizenziert ist in \u00d6sterreich etwa Bitpanda als Anbieter von Krypto-Dienstleistungen (<a href='https:\/\/www.fma.gv.at\/en\/granting-of-authorisation-bitpanda-gmbh\/'>FMA<\/a>).<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Ausblick: Konsolidierung, nicht Kapitulation<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Wohin f\u00fchrt das alles? Am wahrscheinlichsten ist, was Kendrick als Konsolidierung beschreibt: nicht der gro\u00dfe Knall, sondern ein langsames Zusammenr\u00fccken. H100 macht es bereits vor, indem es kleinere Rivalen aufkauft, statt selbst teuer neues Kapital einzusammeln. In einem Feld, in dem fast alle unter dem inneren Wert notieren, ist die \u00dcbernahme des Nachbarn oft der g\u00fcnstigste Weg zu mehr Bitcoin pro Aktie.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Zugleich verschiebt sich der Taktgeber des Marktes. Solange die Treasury-Firmen als Dauerk\u00e4ufer auftraten, st\u00fctzten sie den Bitcoin-Kurs. Treten sie k\u00fcrzer, \u00fcbernehmen wieder die Spot-ETFs und die klassischen Anleger die F\u00fchrung, und der Preis richtet sich st\u00e4rker nach der Makrolage, also nach genau jener Fed-Entscheidung, die an diesem Dienstag ansteht.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Europas kleine Schatzkammern ist die eigentliche Frage damit nicht, ob sie eine einzelne Zinserh\u00f6hung \u00fcberstehen, sondern ob sie jemals aus dem Abschlag herausfinden und relevante Gr\u00f6\u00dfe erreichen, oder ob sie am Ende Bausteine einer gr\u00f6\u00dferen Konsolidierung werden. Das Modell wurde f\u00fcr die \u00c4ra des billigen Geldes gebaut. Der 16. September ist der erste ernsthafte Gegenwind seit zwei Jahren, und er trifft die Kleinen aus Herford, Paris und Stockholm genauso wie den Riesen aus Virginia.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>H\u00e4ufig gestellte Fragen<\/h2><h3 class='wp-block-heading'>Was ist eine Bitcoin-Treasury-Firma?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Bitcoin-Treasury-Firma ist ein b\u00f6rsennotiertes Unternehmen, dessen Hauptzweck darin besteht, Bitcoin auf der eigenen Bilanz zu halten. Sie finanziert die K\u00e4ufe \u00fcber Aktien, Wandelanleihen oder Vorzugsaktien, sodass die Aktie zu einem gehebelten Stellvertreter f\u00fcr den Coin wird.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Welches ist Europas gr\u00f6\u00dfte b\u00f6rsennotierte Bitcoin-Treasury?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Gemessen an den Best\u00e4nden f\u00fchrt die deutsche Bitcoin Group SE mit rund 3.605 Bitcoin knapp vor der franz\u00f6sischen Capital B (rund 3.521) und der schwedischen H100 Group (rund 3.506). Alle drei liegen dicht beieinander und sind winzig im Vergleich zu Strategy in den USA.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Warum belastet eine Zinserh\u00f6hung die Krypto-Schatzkammern?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">H\u00f6here Zinsen machen sichere Renditen attraktiver und dr\u00fccken die Risikobereitschaft, wodurch der Aufschlag (das mNAV) schrumpft. Zugleich verteuern sie die Finanzierung und st\u00e4rken tendenziell den Dollar, was den Bitcoin-Kurs zus\u00e4tzlich unter Druck setzen kann.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Gibt es eine \u00f6sterreichische Bitcoin-Treasury-Aktie?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Nein, an der Wiener B\u00f6rse ist kein solches Unternehmen notiert, und auch aus der Schweiz gibt es keinen gelisteten Vertreter. Anlegerinnen und Anleger aus \u00d6sterreich greifen daher auf ausl\u00e4ndische Titel wie die auf Xetra handelbare Bitcoin Group SE, auf ETPs oder auf einen direkten Kauf \u00fcber einen FMA-lizenzierten Anbieter wie Bitpanda zur\u00fcck.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Was bedeutet ein mNAV unter 1?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Ein mNAV unter 1 hei\u00dft, dass das Unternehmen an der B\u00f6rse weniger wert ist als der Bitcoin, den es h\u00e4lt. In diesem Zustand kann es keine neuen Aktien \u00fcber dem inneren Wert ausgeben, ohne Altaktion\u00e4re zu verw\u00e4ssern, weshalb der Wachstumsmotor der Firma ins Stocken ger\u00e4t.<\/p><script type='application\/ld+json'>{\"@context\":\"https:\/\/schema.org\",\"@type\":\"FAQPage\",\"mainEntity\":[{\"@type\":\"Question\",\"name\":\"Was ist eine Bitcoin-Treasury-Firma?\",\"acceptedAnswer\":{\"@type\":\"Answer\",\"text\":\"Eine Bitcoin-Treasury-Firma ist ein b\u00f6rsennotiertes Unternehmen, dessen Hauptzweck darin besteht, Bitcoin auf der eigenen Bilanz zu halten. 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