{"id":464,"date":"2026-09-20T20:49:44","date_gmt":"2026-09-20T20:49:44","guid":{"rendered":"https:\/\/hoge.gg\/at\/futures-basis-fed-zinserhoehung-4-prozent-2026\/"},"modified":"2026-09-20T20:49:44","modified_gmt":"2026-09-20T20:49:44","slug":"futures-basis-fed-zinserhoehung-4-prozent-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hoge.gg\/at\/futures-basis-fed-zinserhoehung-4-prozent-2026\/","title":{"rendered":"Fed hebt auf 4 Prozent: die Futures-Basis nach dem Zinsschritt"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Am 16. September 2026 hat die US-Notenbank getan, was sie seit Juli 2023 nicht mehr getan hatte: Sie hat den Leitzins erh\u00f6ht. Ein Viertelprozentpunkt hinauf auf 3,75 bis 4,00 Prozent, einstimmig, die erste Zinserh\u00f6hung unter dem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh. F\u00fcr jeden, der den Bitcoin-Cash-and-Carry-Trade betreibt, ist das keine Randnotiz. Die Futures-Basis, also der Aufschlag der Terminkontrakte auf den Kassakurs, ist so etwas wie der Sparzins der Kryptowelt. Und dieser Zins wird an genau jenem risikofreien Satz gemessen, den die Fed gerade angehoben hat.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Ausgangslage ist unbequem. Seit \u00fcber 150 Handelstagen liegt die annualisierte Basis unter dem, was eine kurzlaufende US-Staatsanleihe abwirft. Die Fed hat diese H\u00fcrde nun erneut angehoben, und 16 von 18 Sitzungsteilnehmern rechnen heuer mit mindestens einem weiteren Schritt. Dieser Beitrag erkl\u00e4rt, was ein h\u00f6herer risikofreier Boden mechanisch mit der Basis macht, warum der Trade still den Besitzer gewechselt hat und was die Zahlen f\u00fcr den Rest des Jahres 2026 sagen.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Was am 16. September wirklich geschah<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Entscheidung fiel deutlicher aus, als viele erwartet hatten. Das Federal Open Market Committee hob das Zielband um 25 Basispunkte auf 3,75 bis 4,00 Prozent an, und zwar mit 12 zu 0 Stimmen einstimmig. Es war die erste Erh\u00f6hung seit Juli 2023 und die erste Prognoserunde (das sogenannte Dot Plot) unter Warsh, der Jerome Powell im Mai 2026 abgel\u00f6st hatte. Im Statement hie\u00df es, die Inflation bleibe erh\u00f6ht; der Schritt solle eine zeitnahe R\u00fcckkehr zum Zwei-Prozent-Ziel unterst\u00fctzen (<a href='https:\/\/www.cnbc.com\/2026\/09\/16\/fed-rate-decision-september-2026'>CNBC<\/a>).<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Entscheidend war weniger die Zahl als der Ausblick. Das Dot Plot zeigte, dass 16 der 18 Teilnehmer heuer mindestens einen weiteren Schritt erwarten (zw\u00f6lf sehen einen, vier sehen zwei, nur zwei sehen keinen mehr), mit einem Jahresendbereich um 3,9 bis 4,4 Prozent und einem Median nahe 4,1 Prozent bis Ende 2027. Die Dezember-Sitzung ist damit ausdr\u00fccklich offen (<a href='https:\/\/cointelegraph.com\/news\/bitcoin-absorbs-fed-rate-hike-as-officials-see-more-tightening'>Cointelegraph<\/a>). Warsh sagte auf der Pressekonferenz n\u00fcchtern, die Inflation sei \u201etoo high, and has been for too long\u201c, und er w\u00e4re \u201ehard-pressed to describe broad financial conditions as restrictive\u201c (<a href='https:\/\/www.cnbc.com\/2026\/09\/16\/fed-meeting-today-live-updates'>CNBC<\/a>). Wer gehofft hatte, die erste Erh\u00f6hung sei zugleich die letzte, wurde entt\u00e4uscht.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Europ\u00e4ische Zentralbank war der Fed sogar zuvorgekommen. Am 10. September hob sie alle drei Leitzinsen um 25 Basispunkte an, der Einlagensatz stieg auf 2,50 Prozent; Christine Lagarde nannte den Schritt einen \u201eno brainer\u201c (<a href='https:\/\/www.cnbc.com\/2026\/09\/10\/ecb-interest-rate-hike-lagarde-iran.html'>CNBC<\/a>). Erstmals seit langem straffen beide gro\u00dfen Notenbanken wieder in dieselbe Richtung. F\u00fcr die Basis ist das relevant, weil der Vergleichsma\u00dfstab, gegen den sie antreten muss, damit auf beiden Seiten des Atlantiks h\u00f6her liegt.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Die Futures-Basis in einem Satz<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Basis ist der Preisunterschied zwischen einem Terminkontrakt und dem Kassakurs. Annualisiert man ihn (Basis geteilt durch Kassakurs, mal 365 geteilt durch die Restlaufzeit), ergibt sich eine Jahresrendite, die man direkt mit Zinsen vergleichen kann. Liegt der Future \u00fcber dem Spot, spricht man von Contango, meist ein Zeichen f\u00fcr Optimismus und gehebelte Nachfrage. Liegt er darunter, herrscht Backwardation, typischerweise ein Signal f\u00fcr Stress und Entschuldung.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Bei den Perpetual Futures, den Perps, die nie verfallen, \u00fcbernimmt die Funding Rate die Rolle der Basis: Ist sie positiv, zahlen die Longs an die Shorts (das Contango-\u00c4quivalent), ist sie negativ, l\u00e4uft die Zahlung umgekehrt. Deribit deckelt das Funding f\u00fcr Bitcoin bei plus\/minus 0,5 Prozent pro Achtstundenperiode. An der CME umfasst ein Bitcoin-Kontrakt f\u00fcnf BTC und wird bar gegen die CME CF Bitcoin Reference Rate abgerechnet; der Ether-Kontrakt lautet auf 50 ETH (<a href='https:\/\/www.cmegroup.com\/markets\/cryptocurrencies\/bitcoin\/bitcoin.html'>CME Group<\/a>). Der Unterschied zu spekulativem Trading ist zentral: Die Basis misst nicht, wohin der Markt glaubt, dass der Preis geht, sondern wie viel es kostet, eine Position \u00fcber die Zeit zu tragen.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Warum der risikofreie Zins der eigentliche Gegner ist<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Preis eines fairen Terminkontrakts folgt der Cost-of-Carry-Formel: F = S \u00d7 (1 + r \u00d7 T), wobei r der Finanzierungszins und T die Laufzeit ist. Der risikofreie Zins r taucht in der Rechnung eines Basis-H\u00e4ndlers gleich zweimal auf. Erstens ist er der Boden, der im fairen Futures-Preis ohnehin eingebaut ist: Kostet Geld vier Prozent, sollte ein fairer Dreimonatskontrakt allein aus Finanzierungsgr\u00fcnden rund ein Prozent \u00fcber dem Kassakurs notieren. Zweitens ist er die H\u00fcrde, die Opportunit\u00e4tskosten: Ein marktneutraler Trade bindet Kapital, und dieses Kapital k\u00f6nnte risikofrei in einer Staatsanleihe liegen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Daraus folgt der Kern dieses Beitrags: Die echte Krypto-Pr\u00e4mie ist nur der \u00dcberschuss \u00fcber r. Hebt die Fed r an, steigen beide Gr\u00f6\u00dfen zugleich, der faire Boden und die H\u00fcrde. Genau das ist am 16. September passiert. Der Leitzins wanderte von 3,50 bis 3,75 Prozent auf 3,75 bis 4,00 Prozent, und der Ausblick verschob den erwarteten Pfad nach oben. F\u00fcr den Trade hei\u00dft das: Von einer ohnehin schmalen Basis bleibt nach Abzug des risikofreien Zinses noch weniger echte Pr\u00e4mie \u00fcbrig. Wer die Mechanik von Zins und Laufzeit vertiefen will, findet sie auch in unserer Analyse zur <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/stille-duration-oesterreich-pensionen-ldi-bitcoin-2026\/'>stillen Duration in \u00d6sterreichs Pensionskassen<\/a>, wo dieselbe Zinslogik auf der Anleiheseite wirkt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Zahlenbeispiel macht es greifbar. Wirft die gegl\u00e4ttete Dreimonatsbasis rund drei Prozent ab, w\u00e4hrend ein Dreimonats-T-Bill knapp vier Prozent bringt, dann ist die echte Krypto-Pr\u00e4mie nicht null, sondern negativ: Der Trade verdient weniger als das Papier, gegen das er antritt. Vor der Erh\u00f6hung war die L\u00fccke schmal, danach wurde sie breiter. Der risikofreie Zins ist damit nicht blo\u00df eine Vergleichsgr\u00f6\u00dfe, sondern die harte Untergrenze jeder ehrlichen Renditerechnung.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Blick auf die Zinslandschaft macht das Problem sichtbar. Der interne Zins der Kryptowelt liegt heute unter dem, was der Staat f\u00fcr kurzes Geld bezahlt:<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Instrument<\/th><th>Rendite p.a. (annualisiert)<\/th><th>Kontext \/ Aufsicht<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>CME-Bitcoin-Basis (3M, gegl\u00e4ttet)<\/td><td>rund 3 Prozent<\/td><td>MiFID II \/ FMA<\/td><\/tr><tr><td>Bitcoin-Perp-Funding<\/td><td>schwankend, zuletzt niedrig<\/td><td>CFD unter MiFID II (Retail 2:1)<\/td><\/tr><tr><td>US-Leitzins (Fed Funds)<\/td><td>3,75 bis 4,00 Prozent<\/td><td>Federal Reserve (seit 16. Sep)<\/td><\/tr><tr><td>US-T-Bill (3 Monate)<\/td><td>rund 4 Prozent<\/td><td>risikofrei (USD)<\/td><\/tr><tr><td>2-j\u00e4hrige US-Staatsanleihe<\/td><td>rund 4,6 Prozent<\/td><td>risikofrei (USD)<\/td><\/tr><tr><td>EZB-Einlagenzins<\/td><td>2,50 Prozent<\/td><td>EZB (seit 10. Sep)<\/td><\/tr><tr><td>Euribor (3 Monate)<\/td><td>rund 2,5 Prozent<\/td><td>Referenz EUR<\/td><\/tr><tr><td>sUSDe (Ethena, gestakt)<\/td><td>rund 4 Prozent<\/td><td>DeFi, unreguliert<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><h2 class='wp-block-heading'>Der Boden lag schon tief, jetzt liegt er h\u00f6her<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Basis ist nicht erst durch die Fed unter Druck geraten, sie lag schon lange niedrig. Nach einer Z\u00e4hlung des Analysten Marc Baumann notierte die annualisierte CME-Basis \u00fcber 150 Handelstage in Folge unter dem staatlichen Vergleichszins (<a href='https:\/\/cryptoslate.com\/bitcoin-futures-carry-treasury-yield-etf-flows\/'>CryptoSlate<\/a>). Anfang August, w\u00e4hrend der Sommer-Rally, sprang der vorderste Kontrakt zwar auf 7,89 Prozent (September 6,25 Prozent, Dezember 5,69 Prozent), doch das war teils ein Artefakt der Annualisierung eines kurzlaufenden Aufschlags. Der gegl\u00e4ttete Dreimonatssatz lag mit rund drei Prozent bereits unter der zweij\u00e4hrigen US-Anleihe (4,19 Prozent).<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Zum Vergleich: Ein Jahr zuvor, im Boom nach dem ETF-Start und der US-Wahl, hatte die Basis zweistellig gerentiert, phasenweise \u00fcber 20 Prozent. Zuletzt lag der Einmonatssatz bei etwa f\u00fcnf Prozent, der glatte Dreimonatssatz bei rund drei Prozent. Und dann hob die Fed den kurzfristigen risikofreien Zins auf knapp vier Prozent. Die Reihenfolge ist wichtig: Die Basis war schon vor der Sitzung kein Renditebringer mehr, die Erh\u00f6hung hat den Boden nur noch ein St\u00fcck h\u00f6her gezogen.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Zeitpunkt<\/th><th>Annualisierte CME-Basis<\/th><th>Marktphase<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Februar 2024<\/td><td>rund 25 Prozent<\/td><td>Euphorie nach dem ETF-Start<\/td><\/tr><tr><td>November 2024<\/td><td>\u00fcber 20 Prozent<\/td><td>Rally nach der US-Wahl<\/td><\/tr><tr><td>Februar 2025<\/td><td>unter 0 Prozent (Backwardation)<\/td><td>seltene Stressphase<\/td><\/tr><tr><td>Anfang August 2026<\/td><td>7,89 Prozent (Front), 5,69 Prozent (Dez)<\/td><td>Sommer-Rally, aber schon unter dem 2Y-Zins (4,19 Prozent)<\/td><\/tr><tr><td>Mitte September 2026<\/td><td>rund 5 Prozent (1M), rund 3 Prozent (3M)<\/td><td>unter dem risikofreien Zins<\/td><\/tr><tr><td>ab 16. September 2026<\/td><td>Boden bei rund 4 Prozent<\/td><td>Fed hebt auf 3,75 bis 4,00 Prozent<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Befund l\u00e4sst sich in einem Satz zusammenfassen: Wer heute kauft, tut es \u00fcberwiegend mit echtem Geld, nicht auf Pump, und deshalb ist wenig Pr\u00e4mie zu holen. Ein spot-getriebener Markt zahlt keinen fetten Carry, weil kaum jemand bereit ist, f\u00fcr gehebelte Long-Positionen einen Aufschlag zu bieten.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Cash-and-Carry: die Mechanik hinter dem Trade<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Der klassische Basis-Trade funktioniert so: Man kauft Bitcoin am Kassamarkt und verkauft gleichzeitig einen Terminkontrakt mit demselben Nominalwert. Bis zum Verfall konvergieren beide Preise, und man streicht die Basis ein, unabh\u00e4ngig davon, ob Bitcoin steigt oder f\u00e4llt. In der Theorie ist das quasi risikolos, weil sich die Long- und die Short-Position preislich neutralisieren. Der Gewinn kommt nicht aus der Richtung, sondern aus der Konvergenz.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Haken liegt in der Zeit. Die Pr\u00e4mie wird nicht auf einen Schlag ausbezahlt, sondern reift bis zum Verfall; wer fr\u00fcher aussteigt, bekommt nur einen Teil. Und weil die meisten liquiden Kontrakte quartalsweise verfallen, muss die Position regelm\u00e4\u00dfig gerollt werden, also der auslaufende Kontrakt geschlossen und ein sp\u00e4terer er\u00f6ffnet. Jeder Roll kostet Spread und Geb\u00fchren und setzt den Trade dem Risiko aus, dass sich die Basis zwischen zwei Kontrakten ver\u00e4ndert hat.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Spot-ETF hat dieses Gesch\u00e4ft industrialisiert. Statt Coins selbst zu verwahren, kauft ein Fonds Anteile eines Bitcoin-ETF (das ist das Cash-Bein) und verkauft dagegen CME-Futures (das ist das Hedge-Bein). Deshalb bewegen sich ETF-Zufl\u00fcsse und Basis so oft im Gleichschritt: Flie\u00dft Geld in die Arbitrage, steigt die ETF-Nachfrage, ohne dass jemand auf einen h\u00f6heren Bitcoin-Preis wettet. Diese Verzahnung von Verwahrung, ETF und Terminmarkt ist Teil der neuen Marktinfrastruktur, wie wir sie in der Analyse dazu beschrieben haben, warum der <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/whale-alerts-verwahrer-custody-etf-plumbing-2026\/'>gr\u00f6\u00dfte Wal heute ein Verwahrer ist<\/a>.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Genau diese Mechanik erkl\u00e4rt auch, warum gro\u00dfe ETF-Abfl\u00fcsse nicht immer Panik bedeuten. Michael Marshall, Forschungsleiter bei Amberdata, beschrieb die Abfl\u00fcsse vom Herbst 2025 als \u201ea mechanical basis trade unwind, not broad investor fear\u201c (<a href='https:\/\/www.coindesk.com\/markets\/2025\/12\/04\/usd4b-bitcoin-etf-outflows-in-oct-nov-reflect-basis-trade-unwind-not-capitulation-research-analyst'>CoinDesk<\/a>). Wenn die Basis nicht mehr genug abwirft, l\u00f6sen Arbitrageure ihre Positionen auf; sie verkaufen ETF-Anteile und kaufen Futures zur\u00fcck. Der Kurs kann fallen, obwohl niemand den Glauben an Bitcoin verliert. Es ist Buchhaltung, keine Kapitulation.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Der Seitenwechsel: Hedgefonds sind jetzt long<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Jahrelang hielten die Hedgefonds an der CME strukturelle Short-Positionen, das Hedge-Bein des Cash-and-Carry. Im August 2026 kippte das Bild: Erstmals seit Jahren wurden die Hedgefonds in der Summe netto long (<a href='https:\/\/www.coindesk.com\/markets\/2026\/08\/10\/a-rare-cme-shift-hedge-funds-abandon-structural-shorts-to-bet-on-a-bitcoin-rally'>CoinDesk<\/a>). Das klingt bullish, ist aber vor allem ein Beleg daf\u00fcr, dass der Carry tot ist. Bei einer Dreimonatsbasis von nur rund drei Prozent, also unter dem risikofreien Zins, ist eine Long-Position kein Arbitragegesch\u00e4ft mehr, sondern eine gerichtete Wette auf den Preis.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Positionsdaten st\u00fctzen das. Laut dem 13F-Bericht von CoinShares f\u00fcr das erste Quartal 2026 bauten Hedgefonds ihr ETF-Engagement um 31.400 BTC ab (minus 39 Prozent), w\u00e4hrend Banken ihre Best\u00e4nde auf 15.200 BTC mehr als verdoppelten (JPMorgan plus 3.000 BTC, Wells Fargo plus 4.000 BTC) (<a href='https:\/\/coinshares.com\/insights\/research-data\/bitcoin-13f-q1-2026-report\/'>CoinShares<\/a>). Der mechanische Verk\u00e4ufer ist zum K\u00e4ufer geworden. Das nimmt Verkaufsdruck vom Terminmarkt, bedeutet aber auch: Die CME-Menge wettet nun auf die Richtung, nicht mehr auf einen sicheren Spread. Wer die Basis als Stimmungsmesser liest, sollte diesen Vorzeichenwechsel im Kopf behalten, denn er ver\u00e4ndert, was ein steigender Kurs eigentlich signalisiert.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Seitenwechsel ist zudem reversibel. K\u00e4me die gehebelte Nachfrage zur\u00fcck, etwa in einer neuen Rally, w\u00fcrden die Hedgefonds vermutlich wieder in ihre strukturelle Short-Rolle schl\u00fcpfen, sobald die Basis weit genug \u00fcber den risikofreien Zins steigt, um die Kosten zu decken. Bis dahin ist die netto-lange Position der klarste Beleg, dass an der CME derzeit auf Richtung gewettet wird, nicht auf einen sicheren Aufschlag.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Contango, Backwardation und die Zinskurve der Kryptowelt<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Man kann Basis und Funding zusammen wie eine Zinskurve lesen. Das Perp-Funding ist der Tagesgeldsatz, die Quartalsfutures sind die Termins\u00e4tze. Eine normal ansteigende Kurve entspricht Contango; eine inverse Kurve, wie die kurze Backwardation-Phase im Februar 2025, als die Basis unter null fiel, ist ein Echtzeit-Stresssignal. Derzeit liegt die gesamte Kurve nahe oder unter dem risikofreien Fiat-Zins, was f\u00fcr sich genommen schon ungew\u00f6hnlich ist.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Das ist die eigentliche Schlagzeile: Der interne Zins der Kryptowelt ist niedriger als der einer Staatsanleihe. Wie sich das nach der Fed-Erh\u00f6hung konkret auf die Perps und den Hebel \u00fcbertr\u00e4gt, haben wir in der Analyse zum <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/funding-fed-hike-hebel-neu-bepreist-2026\/'>neu bepreisten Perp-Funding nach dem Fed-Hike<\/a> ausgef\u00fchrt. Kurz gesagt: Steigt der risikofreie Zins, sollte auch das faire Funding steigen, doch solange die spekulative Nachfrage fehlt, bleibt der reale Aufschlag d\u00fcnn. Die Kurve verschiebt sich nach oben, ihre Steigung bleibt aber flach.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Was die Erh\u00f6hung mechanisch mit der Basis macht<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Zinserh\u00f6hung wirkt \u00fcber zwei Kan\u00e4le auf die Basis, und beide zeigen in dieselbe Richtung.<\/p><ul class='wp-block-list'><li><strong>H\u00f6herer fairer Boden:<\/strong> \u00dcber F = S \u00d7 (1 + r \u00d7 T) hebt ein h\u00f6heres r den fairen Terminpreis. Von jedem beobachteten Aufschlag ist damit ein gr\u00f6\u00dferer Teil blo\u00dfe Finanzierung und ein kleinerer Teil echte Krypto-Nachfrage.<\/li><li><strong>Geringerer Hebel-Appetit:<\/strong> H\u00f6here Zinsen auf l\u00e4ngere Sicht und eine offene Dezember-Sitzung verteuern das Halten gehebelter Long-Positionen; genau diese trendfolgende Nachfrage treibt aber die Basis.<\/li><\/ul><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Bank f\u00fcr Internationalen Zahlungsausgleich hat den Mechanismus untersucht: Der Krypto-Carry rentierte historisch im Schnitt \u00fcber zehn Prozent pro Jahr, in Spitzen \u00fcber 40 Prozent, getrieben von gehebelter Nachfrage und begrenztem Arbitragekapital; Zinsdifferenzen allein erkl\u00e4ren wenig (<a href='https:\/\/www.bis.org\/publ\/work1087.htm'>BIS Working Paper 1087<\/a>). Steigt r, schrumpft der \u00dcberschuss, der als echte Pr\u00e4mie \u00fcbrig bleibt. Die Erh\u00f6hung hat den Carry nicht get\u00f6tet, er war schon d\u00fcnn; sie hat das Regime best\u00e4tigt und die Latte f\u00fcr den Rest des Jahres h\u00f6her gelegt. Higher for longer hei\u00dft f\u00fcr die Basis: Der Vergleichsma\u00dfstab l\u00e4uft davon, w\u00e4hrend der eigene Ertrag steht.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Wichtig ist die Denkrichtung: Nicht die Erh\u00f6hung an sich schadet der Basis, sondern der h\u00f6here Pfad, den das Dot Plot skizziert. Ein einmaliger Schritt lie\u00dfe sich verschmerzen; die Aussicht auf higher for longer verankert dagegen einen dauerhaft h\u00f6heren risikofreien Boden. Genau deshalb reagierte der Terminmarkt auf den Ausblick st\u00e4rker als auf die Zahl selbst, und genau deshalb bleibt die Pr\u00e4mie so lange d\u00fcnn, wie der Markt an weitere Schritte glaubt.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Die Marktreaktion: Bitcoin zuckt, dann blutet es leise<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Kurs verhielt sich lehrbuchm\u00e4\u00dfig f\u00fcr einen erwarteten Schritt. Bitcoin war am Dienstag noch bei rund 78.200 US-Dollar in die Sitzung gegangen, rutschte unter 75.000 und stand am Mittwochvormittag bei etwa 75.700. Auf das Statement hin sprang er kurz auf rund 76.300 (Erleichterung), gab die Gewinne im Lauf der falkenhaften Pressekonferenz aber wieder ab und schloss nahe 75.600. Am 17. September stabilisierte er sich bei etwa 76.700 US-Dollar (rund 65.500 Euro), ein Plus von gut einem Prozent, und hielt die Marke von 75.000, die schon im Juli verteidigt worden war. Der Fear-and-Greed-Index stand bei neutralen 51 Punkten, und der Kurs blieb rund 39 Prozent unter dem Allzeithoch von 126.080 US-Dollar (6. Oktober 2025).<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Unter der Oberfl\u00e4che floss Geld ab. Die US-Spot-ETFs verzeichneten am 16. September rund 296 Millionen US-Dollar Abfluss bei Bitcoin und rund 224 Millionen bei Ether, \u00fcber zwei Handelstage summierten sich die Abfl\u00fcsse auf etwa 746 Millionen (<a href='https:\/\/cointelegraph.com\/news\/bitcoin-absorbs-fed-rate-hike-as-officials-see-more-tightening'>Cointelegraph<\/a>). Am Terminmarkt wurden binnen 24 Stunden rund 455 Millionen US-Dollar an Positionen liquidiert; bei den Bitcoin-Perps \u00fcberwog Verkaufsdruck von 82 Millionen, bei Ether von 68 Millionen, w\u00e4hrend der Spotmarkt netto leicht kaufte. Genau die Art von leisem, mechanischem Abbau, den Marshalls These beschreibt, nicht die laute Kapitulation.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Bemerkenswert war, was nicht geschah: Die \u00fcblichen Korrelationen brachen. \u00dcber 15 Tage lag die Verbindung zwischen Bitcoin und dem Dollar-Index bei plus 0,08 (von minus 0,54 auf 30-Tage-Sicht), zum S&amp;P 500 bei 0,43 (von 0,75), zu Gold bei 0,28 (von 0,69). Der Grund lag weniger bei der Fed als bei der Politik: Die Abstimmung \u00fcber das CLARITY-Gesetz war am 15. September mit 49 zu 50 an der n\u00f6tigen Mehrheit gescheitert, und Krypto handelte seine eigenen regulatorischen Nachrichten. Wie stark am Sitzungstag das Timing das Signal macht, zeigt unsere Auswertung der <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/whale-alerts-fed-tag-clarity-timing-signal-2026\/'>Whale Alerts am Fed-Tag<\/a>.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>BTC und ETH: zwei Basiskurven, ein Zins<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Bitcoin ist nicht der einzige Basis-Markt. Auch f\u00fcr Ether gibt es CME-Futures (50 ETH je Kontrakt), und beide werden mittlerweile \u00fcber das Verfahren Basis Trade at Index Close abgewickelt, das Kassa- und Terminbein in einer Transaktion b\u00fcndelt. Historisch liefen die beiden Basiskurven \u00e4hnlich, doch der Ether-Trade tr\u00e4gt eine zus\u00e4tzliche H\u00fcrde: Wer ETH h\u00e4lt, verzichtet zugleich auf die Staking-Rendite von zuletzt rund drei bis vier Prozent. Diese entgangene Rendite ist eine weitere Schicht Opportunit\u00e4tskosten, die den fairen Aufschlag dr\u00fcckt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr den Anleger hei\u00dft das: Die nackte Basis eines Ether-Kontrakts ist nicht direkt mit der eines Bitcoin-Kontrakts vergleichbar, solange man die Staking-Rendite nicht gegenrechnet. Nach der Fed-Erh\u00f6hung konkurrieren beide Kurven nun gegen einen h\u00f6heren risikofreien Dollar-Zins und, im Fall von ETH, zus\u00e4tzlich gegen die eigene Staking-Rendite. Das ist einer der Gr\u00fcnde, warum die Ether-Spot-ETFs am Sitzungstag \u00e4hnlich hohe Abfl\u00fcsse sahen wie ihre Bitcoin-Pendants: Wenn der Carry \u00fcberall zugleich schrumpft, ziehen Arbitrageure quer \u00fcber die Produkte Kapital ab.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Brutto ist nicht netto: die wahre Rendite<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die annualisierte Basis in den Schlagzeilen ist eine Bruttozahl. Was am Ende h\u00e4ngen bleibt, ist deutlich weniger. Auf beiden Beinen fallen Handelsgeb\u00fchren an, Quartalskontrakte m\u00fcssen gerollt werden, gro\u00dfe Orders erzeugen Slippage, und die Marge bindet Kapital, das anderswo risikofrei rentieren w\u00fcrde. Dazu kommt das Venue-Risiko: 2022 zeigten FTX, Three Arrows Capital und Celsius, dass \u201erisikolos\u201c eine Annahme \u00fcber die B\u00f6rse ist, nicht \u00fcber den Markt.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Position<\/th><th>Beschreibung<\/th><th>Wirkung<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Brutto-Basis<\/td><td>annualisierter Aufschlag der Futures<\/td><td>Ausgangspunkt (zuletzt rund 3 Prozent auf 3M)<\/td><\/tr><tr><td>Handelsgeb\u00fchren<\/td><td>Maker\/Taker auf beiden Beinen<\/td><td>schm\u00e4lert die Rendite<\/td><\/tr><tr><td>Roll-Kosten<\/td><td>Rollen der Quartalskontrakte<\/td><td>wiederkehrend<\/td><\/tr><tr><td>Slippage<\/td><td>Ausf\u00fchrung bei gro\u00dfem Volumen<\/td><td>schm\u00e4lert die Rendite<\/td><\/tr><tr><td>Kapitalbindung<\/td><td>Marge auf beiden Beinen<\/td><td>Opportunit\u00e4tskosten gegen\u00fcber dem T-Bill<\/td><\/tr><tr><td>Venue-Risiko<\/td><td>Ausfall der B\u00f6rse (2022: FTX, 3AC, Celsius)<\/td><td>nicht risikolos<\/td><\/tr><tr><td>KESt (\u00d6sterreich)<\/td><td>27,5 Prozent auf den Gewinn<\/td><td>reduziert den Nettoertrag<\/td><\/tr><tr><td>Referenz<\/td><td>risikofreier T-Bill<\/td><td>rund 4 Prozent, die zu schlagende H\u00fcrde<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr einen \u00f6sterreichischen Privatanleger kommt die Steuer obendrauf. Gewinne aus Krypto-Assets unterliegen dem besonderen Steuersatz von 27,5 Prozent (Paragraf 27a EStG), und inl\u00e4ndische Plattformen behalten die Kapitalertragsteuer seit 1. J\u00e4nner 2024 automatisch ein (<a href='https:\/\/www.bmf.gv.at\/themen\/steuern\/sparen-veranlagen\/steuerliche-behandlung-von-kryptowaehrungen.html'>BMF<\/a>). Rechnet man alles zusammen, ist ein Bruttosatz von drei Prozent gegen einen risikofreien T-Bill von rund vier Prozent f\u00fcr Privatanleger meist ein Verlustgesch\u00e4ft. Wer die Geb\u00fchrenseite genauer verstehen will, findet sie in unserer Analyse dazu, <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/krypto-boersen-gebuehren-volumen-maker-taker-2026\/'>wovon Krypto-B\u00f6rsen leben<\/a>.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Wo der Trade heute lebt: CME, Kalshi und die Perps<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend die Rendite fiel, wurde die Infrastruktur besser. Seit 29. Mai 2026 handelt die CME ihre Krypto-Futures und -Optionen rund um die Uhr (mit einem kurzen w\u00f6chentlichen Wartungsfenster) und beendet damit die Wochenendl\u00fccke, die die Basis fr\u00fcher verzerrte (<a href='https:\/\/www.cmegroup.com\/media-room\/press-releases\/2026\/6\/01\/cme_group_announceslaunchof247cryptocurrencyfuturesandoptionstra.html'>CME Group<\/a>). Am selben Tag genehmigte die US-Terminaufsicht CFTC den BTCPERP-Kontrakt der B\u00f6rse Kalshi, den ersten in den USA regulierten Bitcoin-Perpetual (<a href='https:\/\/www.cftc.gov\/PressRoom\/PressReleases\/9240-26'>CFTC<\/a>).<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">CFTC-Chef Mike Selig nannte die Zulassung einen \u201emajor step forward\u201c und ein Instrument, das helfe, \u201ecementing America as the crypto capital of the world\u201c (<a href='https:\/\/www.coindesk.com\/policy\/2026\/05\/28\/u-s-cftc-opens-crypto-perp-door-with-approval-of-first-regulated-firm'>CoinDesk<\/a>). Die CME wiederum klagt gegen die CFTC: Perps seien nach dem Dodd-Frank-Act Swaps und keine Futures, wobei die Funding-Zahlung der juristische Angelpunkt ist. Zugleich rutschte das offene Interesse der CME erstmals seit 2023 unter das von Binance (Binance rund 125.000 BTC beziehungsweise 11,2 Milliarden US-Dollar, CME rund 123.000 BTC beziehungsweise 11 Milliarden), und das CME-Open-Interest fiel von \u00fcber 21 Milliarden auf unter 10 Milliarden US-Dollar. Bessere Rohre, weniger Wasser.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Dass die CME an offenem Interesse hinter Binance zur\u00fcckfiel, ist nicht nur ein Ranking. Es zeigt, wohin der spekulative Hebel gewandert ist: an die Offshore-Perp-B\u00f6rsen, wo hundertfacher Hebel m\u00f6glich ist, w\u00e4hrend der regulierte, kapitalintensive Cash-and-Carry an der CME an Reiz verlor. Bessere Rohre allein bringen kein Wasser zur\u00fcck, wenn der Druck, also die Renditeerwartung, fehlt.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Regulierung in \u00d6sterreich: FMA, MiFID II und die 2:1-Grenze<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr \u00f6sterreichische Anleger ist die Einordnung wichtig. Futures und Perps sind Finanzinstrumente unter der Richtlinie MiFID II und werden von der Finanzmarktaufsicht (FMA) beaufsichtigt, nicht von MiCA, das nur Spot-Krypto-Assets und die Dienstleister (CASPs) abdeckt (<a href='https:\/\/www.fma.gv.at\/querschnittsthemen\/markets-in-crypto-assets-regulation-micar\/'>FMA<\/a>). Die Trennlinie verl\u00e4uft also nicht zwischen Bitcoin und Aktie, sondern zwischen Kassa- und Terminmarkt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die europ\u00e4ische Wertpapieraufsicht ESMA stellte am 24. Februar 2026 klar, dass der Handelsname \u201eperpetual futures\u201c f\u00fcr die Einordnung irrelevant ist: Diese gehebelten Krypto-Derivate fallen unter die bestehenden CFD-Produktinterventionsma\u00dfnahmen (<a href='https:\/\/www.esma.europa.eu\/press-news\/esma-news\/esma-reminds-firms-their-obligations-under-cfd-product-intervention-measures'>ESMA<\/a>). Das bedeutet f\u00fcr Privatkunden einen Hebel von h\u00f6chstens 2:1, verpflichtende Risikowarnungen, Margin-Glattstellung und Negativsaldoschutz. Wer \u00fcber eine Offshore-Plattform mit 100:1 handelt, steht au\u00dferhalb dieses Schutzschirms. Bitpanda ist der \u00fcber die FMA lizenzierte heimische Vorzeige-CASP; die verk\u00fcrzte MiCA-\u00dcbergangsfrist l\u00e4uft in \u00d6sterreich am 1. Juli 2026 aus.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Was die Basis jetzt sagt, und was nicht<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Basis ist ein Stimmungs- und \u00dcberf\u00fcllungsbarometer, kein sicheres Einkommen. Die Forschung von CF Benchmarks zeigt, dass die Basis mit dem Momentum eher gleichl\u00e4uft (Korrelation um 0,50 bis 0,54) als vorausl\u00e4uft; sie ist ein zeitgleiches, kein vorlaufendes Signal (<a href='https:\/\/www.cfbenchmarks.com\/blog\/revisiting-the-bitcoin-basis-how-momentum-sentiment-impact-the-structural-drivers-of-basis-activity'>CF Benchmarks<\/a>). Und die BIS-Studie erinnert daran, dass ein hoher Carry historisch oft Abst\u00fcrzen vorausging, nicht Kursgewinnen. Eine extrem hohe Basis ist also ein Kontraindikator f\u00fcr \u00dcberf\u00fcllung, kein Kaufsignal.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Wohin also bis Dezember? Solange die Fed h\u00f6her f\u00fcr l\u00e4nger bleibt und die Dezember-Sitzung offen ist, bleibt der faire Boden hoch und die Basis ein d\u00fcnner, spot-getriebener Markt mit geringer Pr\u00e4mie, es sei denn, die gehebelte Nachfrage kehrt zur\u00fcck. Das Lehrst\u00fcck liefert Ethena: Der USDe, im Kern ein tokenisierter, marktneutraler Basis-Trade, drehte sich weg von den Perps (deren Anteil an der Deckung fiel auf rund elf Prozent) hin zu realen Verm\u00f6genswerten, als der Carry unter den risikofreien Zins rutschte; die gestakte Variante sUSDe rentiert nur noch um vier Prozent (<a href='https:\/\/docs.ethena.fi\/'>Ethena<\/a>). Wenn selbst der gr\u00f6\u00dfte Basis-H\u00e4ndler der Welt umschichtet, ist das der Nachruf auf den einfachen Krypto-Carry, geschrieben von seinem gr\u00f6\u00dften Nutznie\u00dfer.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Was hei\u00dft das praktisch f\u00fcr heimische Anleger? Erstens: Ein beworbenes zweistelliges Basis- oder Funding-Angebot ist 2026 ein Warnsignal, kein Normalfall; die reale, kostenbereinigte Pr\u00e4mie liegt nahe null. Zweitens: Solange kurze US-Staatsanleihen rund vier Prozent risikofrei bringen, ist der Vergleichsma\u00dfstab hoch, und ein steuerpflichtiger Krypto-Carry muss diesen Satz erst nach der 27,5-prozentigen KESt schlagen. Drittens: Die Basis bleibt als Barometer wertvoll, als verl\u00e4ssliche Einkommensquelle aber ist sie vorerst versiegt.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>H\u00e4ufige Fragen (FAQ)<\/h2><h3 class='wp-block-heading'>Was ist die Futures-Basis bei Bitcoin?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Basis ist der Unterschied zwischen dem Preis eines Bitcoin-Terminkontrakts und dem Kassakurs. Annualisiert (Basis geteilt durch Kassakurs, mal 365 geteilt durch die Restlaufzeit) ergibt sie eine Jahresrendite, die man mit Zinsen vergleichen kann. Ein Future \u00fcber dem Spot hei\u00dft Contango, einer darunter Backwardation.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Warum dr\u00fcckt eine Zinserh\u00f6hung die Basis?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Der risikofreie Zins steckt zweifach im Trade: als Finanzierungsboden im fairen Futures-Preis und als H\u00fcrde, weil das gebundene Kapital risikofrei in einer Staatsanleihe rentieren k\u00f6nnte. Hebt die Fed den Zins, steigen Boden und H\u00fcrde zugleich, und der \u00dcberschuss, der als echte Krypto-Pr\u00e4mie \u00fcbrig bleibt, schrumpft.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Ist der Cash-and-Carry-Trade wirklich risikolos?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Preislich ist er nahezu neutral, weil sich Long-Spot und Short-Future ausgleichen. Risikolos ist er trotzdem nicht: Es bleiben Geb\u00fchren, Roll- und Slippage-Kosten, Kapitalbindung und vor allem das Ausfallrisiko der B\u00f6rse, wie 2022 bei FTX, Three Arrows Capital und Celsius. Liegt die Bruttobasis unter dem T-Bill-Zins, verliert der Trade schon vor Kosten.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Wie werden Krypto-Futures in \u00d6sterreich besteuert und reguliert?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Futures und Perps sind Finanzinstrumente unter MiFID II und werden von der FMA beaufsichtigt, nicht von MiCA. F\u00fcr Privatkunden gilt bei CFD-artigen Perps ein Hebel von h\u00f6chstens 2:1. Gewinne unterliegen dem Sondersteuersatz von 27,5 Prozent; heimische Plattformen behalten die KESt seit 1. J\u00e4nner 2024 automatisch ein.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Was bedeutet die Fed-Erh\u00f6hung f\u00fcr die Basis bis Dezember 2026?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Erh\u00f6hung auf 3,75 bis 4,00 Prozent hebt den risikofreien Boden, unter dem die Basis schon lag. Da 16 von 18 Fed-Mitgliedern weitere Schritte erwarten und der Dezember offen ist, d\u00fcrfte die Basis ein d\u00fcnner, spot-getriebener Markt mit geringer Pr\u00e4mie bleiben, solange die gehebelte Nachfrage nicht zur\u00fcckkehrt.<\/p><script type=\"application\/ld+json\">{\"@context\":\"https:\/\/schema.org\",\"@type\":\"FAQPage\",\"mainEntity\":[{\"@type\":\"Question\",\"name\":\"Was ist die Futures-Basis bei Bitcoin?\",\"acceptedAnswer\":{\"@type\":\"Answer\",\"text\":\"Die Basis ist der Unterschied zwischen dem Preis eines Bitcoin-Terminkontrakts und dem Kassakurs. Annualisiert (Basis geteilt durch Kassakurs, mal 365 geteilt durch die Restlaufzeit) ergibt sie eine Jahresrendite, die man mit Zinsen vergleichen kann. 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