{"id":472,"date":"2026-09-22T20:47:37","date_gmt":"2026-09-22T20:47:37","guid":{"rendered":"https:\/\/hoge.gg\/at\/basis-trade-backtest-bitcoin-carry-2019-2026\/"},"modified":"2026-09-22T20:47:37","modified_gmt":"2026-09-22T20:47:37","slug":"basis-trade-backtest-bitcoin-carry-2019-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hoge.gg\/at\/basis-trade-backtest-bitcoin-carry-2019-2026\/","title":{"rendered":"Basis-Trade im Backtest: Bitcoin-Carry seit 2019 auf dem Pr\u00fcfstand"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Jeder in der Krypto-Welt kennt den Pitch: Kaufe Spot, verkaufe den Future, kassiere eine marktneutrale, angeblich risikolose Pr\u00e4mie von, auf dem H\u00f6hepunkt, 40 oder sogar 48 Prozent im Jahr. Diese Schlagzeilenzahl wird endlos zitiert. Was fast niemand ver\u00f6ffentlicht, ist die volle Bilanz: die Drawdowns, die Rollkosten, die zwei Gelegenheiten, bei denen das vermeintlich risikofreie Bein platzte, und die lange Strecke seit 2025, in der der Carry weniger einbrachte als eine kurzlaufende US-Staatsanleihe. Dieser Beitrag rechnet den Bitcoin-Basis-Trade als echten Backtest durch, von den fetten Offshore-Pr\u00e4mien des Jahres 2019 bis in den Herbst 2026 nach dem Zinsschritt der Fed.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Das Urteil vorweg: Der Basis-Trade ist eine Strategie mit positivem Carry und gelegentlichen, brutalen Ausf\u00e4llen am Rand der Verteilung. Und nachdem die Fed ihren Boden am 16. September auf knapp 4 Prozent angehoben hat, ist genau die d\u00fcnne Scheibe, die er \u00fcber dem risikofreien Zins noch zahlt, das, was ein ehrlicher Backtest rechtfertigen muss.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Der Trade, den alle zitieren und selten nachrechnen<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Basis ist die simpelste Zahl im Krypto-Derivatemarkt und zugleich die am h\u00e4ufigsten missverstandene. Sie ist die Differenz zwischen dem Preis eines Futures und dem Spotpreis. Ist der Future teurer (Contango), signalisiert das gehebelte Long-Nachfrage und Optimismus; ist er billiger (Backwardation), herrscht Stress oder Zwangsverkauf. Der Cash-and-Carry-Trade erntet diese Differenz, indem er beide Beine gleichzeitig h\u00e4lt, und behauptet, gegen die Preisrichtung von Bitcoin immun zu sein.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Das Problem ist die Buchhaltung. Wer eine Strategie beurteilen will, darf nicht die Spitzenrendite eines guten Quartals hernehmen, sondern muss die gesamte Renditereihe abbilden, samt der Wochen, in denen sie kollabierte. Ein Backtest zwingt genau dazu. Er verwandelt die Marketing-Zahl (bis zu 48 Prozent) in eine ehrliche Verteilung: Wie oft war der Trade positiv, wie tief waren die Verluste, und wie viel blieb nach Kosten und, f\u00fcr \u00f6sterreichische Anleger, nach Steuer wirklich \u00fcbrig. Diese Frage stellt kaum eine Krypto-Publikation, und die Antwort ist unbequemer, als die Pr\u00e4mien-Schlagzeilen vermuten lassen.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Was der Basis-Trade eigentlich ist<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Kurz zur Mechanik, denn ohne sie ist kein Backtest lesbar. Die Basis ist der Futurepreis minus der Spotpreis. Annualisiert wird sie \u00fcber die Formel Basis geteilt durch Spot, multipliziert mit 365 geteilt durch die Restlaufzeit in Tagen. Ein Ein-Monats-Aufschlag von 0,65 Prozent wird so zu rund 7,9 Prozent pro Jahr, eine Zahl, die dramatischer aussieht, als sie ist, weil man sie selten ein ganzes Jahr lang tats\u00e4chlich einf\u00e4ngt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Cash-and-Carry-Trade kombiniert eine Long-Position am Spotmarkt (heute meist \u00fcber einen Spot-ETF) mit einem Short im Future gleichen Nominalwerts. Am Verfallstag laufen Future und Spot zusammen, der Trader beh\u00e4lt die Basis, gleichg\u00fcltig ob Bitcoin gestiegen oder gefallen ist. Perpetual Futures verfallen nie; ihre Basis ist die Funding Rate, die alle acht Stunden zwischen Longs und Shorts flie\u00dft (Deribit deckelt sie f\u00fcr Bitcoin bei plus\/minus 0,5 Prozent pro Periode). Wer wissen will, wie derselbe Zinsschritt der Fed die Funding Rate der Perps neu bepreist hat, findet das in unserer Analyse zu <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/funding-fed-hike-hebel-neu-bepreist-2026\/'>Perp-Funding nach dem Fed-Hike<\/a>. F\u00fcr den Backtest z\u00e4hlt: Perp-Funding ist der Tagesgeldsatz der Krypto-Welt, die datierten Futures sind ihre Terminzinsen.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Wie man einen Basis-Trade ehrlich backtestet<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die annualisierte Brutto-Basis l\u00fcgt auf zwei Arten, und ein sauberer Backtest korrigiert beide. Erstens verzerrt die Annualisierung: Ein kurzlebiger Aufschlag am Frontmonat wird zu einer scheinbar hohen Jahresrate hochgerechnet, die nie realisiert wird, weil die Pr\u00e4mie zusammenschmilzt, bevor das Jahr um ist. Deshalb ist die gegl\u00e4ttete Drei-Monats-Basis aussagekr\u00e4ftiger als die Frontmonats-Schlagzeile.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Zweitens, und das ist entscheidend: Der risikofreie Zins steckt im fairen Wert des Futures. Nach der Kostentragungsformel gilt Future gleich Spot mal (1 plus r mal Laufzeit). Ein Teil jeder Contango-Pr\u00e4mie ist also schlicht der Preis des Geldes und keine Krypto-spezifische Rendite. Der echte \u00dcberschuss, den der Backtest messen muss, ist nur der Teil oberhalb von r. Eine Basis von 5 Prozent bei einem T-Bill von 4 Prozent ist real ein \u00dcberschuss von einem Prozentpunkt, nicht von f\u00fcnf. Wer das ignoriert, backtestet einen Geldmarktfonds mit Extra-Risiko und nennt ihn eine Krypto-Strategie.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Ein ehrlicher Backtest bucht daher drei Dinge: den \u00dcberschuss \u00fcber r, alle Reibungskosten (Roll, Geb\u00fchren, Slippage, Kapitalbindung) und, unverzichtbar, die Ausfallereignisse. Eine Strategie, die drei Jahre lang 8 Prozent verdient und in einer Woche 40 Prozent verliert, ist keine 8-Prozent-Strategie.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>2019 bis Anfang 2020: die fette Offshore-Pr\u00e4mie<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Ausgangspunkt des Backtests ist das goldene Zeitalter des Carry. Die vielzitierte Studie der Bank f\u00fcr Internationalen Zahlungsausgleich (<a href='https:\/\/www.bis.org\/publ\/work1087.pdf'>BIS Working Paper Nr. 1087, Crypto Carry<\/a>, von Maik Schmeling, Andreas Schrimpf und Karamfil Todorov) zeigt: Der Krypto-Carry lag im Schnitt \u00fcber 10 Prozent pro Jahr und \u00fcbersprang in Spitzen 40 Prozent. Bei Ein-Monats-Bitcoin-Futures auf OKEx erreichte oder \u00fcberschritt er in drei Phasen die Marke von 40 Prozent pro Jahr: Anfang 2019, Anfang 2020 und im M\u00e4rz 2021.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Bemerkenswert ist die Ursache. Laut BIS erkl\u00e4ren Zinsdifferenzen den Carry kaum. Getrieben wurde er von trendfolgender, gehebelter Nachfrage von Privatanlegern, die auf begrenztes Arbitrage-Kapital traf, dazu eine Art Unbequemlichkeitsrendite daf\u00fcr, das Kapital auf riskanten Offshore-B\u00f6rsen zu binden. \u00dcbersetzt: Die Pr\u00e4mie war fett, weil zu wenige Akteure die Bilanz und den Risikoappetit hatten, sie wegzuhandeln. Das ist die sch\u00f6ne Seite des Backtests, hohe Renditen, aber auf Plattformen wie BitMEX und OKEx, deren Risiken die annualisierte Zahl vollst\u00e4ndig verschweigt. Was das bedeutet, zeigte sich wenige Wochen sp\u00e4ter.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>M\u00e4rz 2020: der erste Stresstest<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Am 12. M\u00e4rz 2020, dem Corona-Crash, verlor Bitcoin an einem Tag fast die H\u00e4lfte seines Werts. Die Basis komprimierte sich nicht nur, sie kippte gewaltsam in die Backwardation. Laut einer Auswertung von <a href='https:\/\/www.btse.com\/blog\/bitcoin-futures-basis\/'>BTSE<\/a> handelten BitMEX-Futures mit einem Abschlag von \u00fcber 400 US-Dollar zum Spot, das entspricht rund minus 19 Prozent Backwardation gegen\u00fcber 2 Prozent Contango am Vortag; OKEx rutschte auf minus 15,1 Prozent. Annualisiert druckten die Ein-Monats-Kontrakte Tiefst\u00e4nde von minus 88,9 Prozent auf Kraken und minus 154,1 Prozent auf OKEx; die Drei-Monats-Basis fiel auf minus 62,8 Prozent (FTX), minus 49,2 Prozent (BitMEX) und minus 44,2 Prozent (Deribit).<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr einen Cash-and-Carry-Trader, der Spot long und den Future short war, sieht das abgesichert aus, und auf dem Papier war es das auch. Der Haken liegt in der Mechanik einer Kaskade: Zwangsliquidationen, \u00fcberlastete B\u00f6rsen und das Risiko, dass der Short-Future automatisch glattgestellt wird oder der Spot-Bestand nicht bewegt werden kann, w\u00e4hrend ein Margin-Call hereinkommt. Das ist das erste Ausfallereignis des Backtests. Die Struktur hielt, aber nur f\u00fcr jene, die Margin nachschie\u00dfen und beide Beine am Leben halten konnten. Die extreme Backwardation markierte historisch \u00fcbrigens einen Boden, weil sie Kapitulation anzeigt, ein Muster, das sich 2022 wiederholen sollte.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>2021: 48 Prozent, dann das Deleveraging<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Als Bitcoin im April 2021 die Marke von 60.000 US-Dollar durchbrach, explodierte die Pr\u00e4mie. Laut einem zeitgleichen Bericht von <a href='https:\/\/www.coindesk.com\/markets\/2021\/04\/10\/traders-opting-for-cash-and-carry-strategy-as-bitcoins-contango-widens'>CoinDesk<\/a> trugen die Juni-Futures auf Binance, Huobi, OKEx, BitMEX und Deribit eine annualisierte Pr\u00e4mie von 44 bis 48 Prozent; selbst die vergleichsweise zahme Delta Exchange lag bei 30 Prozent. Die Pr\u00e4mie war mit dem Spotpreis von rund 32 auf \u00fcber 40 Prozent geklettert. Das war ungef\u00e4hr das Dreifache dessen, was US-Staatsanleihen zahlten, und lag weit \u00fcber den Krypto-Depotzinsen von Plattformen wie Genesis oder BlockFi.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Patrick Heusser, damals Head of Trading bei der Crypto Finance AG, brachte die Stimmung auf den Punkt, als er den Trade beschrieb: &bdquo;That&rsquo;s what we initiated today.&ldquo; Dann folgt die h\u00e4ssliche Fu\u00dfnote des Backtests: Das Deleveraging im Mai 2021 (China-Mining-Verbot, Hebel-Auswaschung) lie\u00df die Pr\u00e4mie binnen Wochen kollabieren. Die Lehre ist strukturell und unbequem: Der fetteste Carry taucht genau dann auf, wenn die gehebelte Long-Nachfrage am \u00fcberf\u00fclltesten ist, also unmittelbar bevor sie sich aufl\u00f6st. Die BIS formuliert es so, dass hohe Carry-Werte Abst\u00fcrzen vorausgehen, nicht folgen. Wer die 48 Prozent als Durchschnittsrendite in den Backtest eintr\u00e4gt, betreibt Selbstt\u00e4uschung.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>2022: als risikolos seine Grenzen zeigte<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">2022 war das Jahr, in dem das Wort risikolos einer Pr\u00fcfung unterzogen wurde. Die Kaskade rollte in Wellen: Terra\/LUNA im Mai, Three Arrows Capital im Juni und Juli, Voyager und Celsius im Sommer, dann FTX im November. Jede Welle traf den Basis-Trade nicht \u00fcber den Preis (der Trade ist ja preisneutral), sondern \u00fcber das Bein, das alle untersch\u00e4tzen: die B\u00f6rse selbst. Die akademische Aufarbeitung (<a href='https:\/\/arxiv.org\/abs\/2302.11371'>FTX&rsquo;s downfall and Binance&rsquo;s consolidation<\/a>) beschreibt es als die Fragilit\u00e4t einer zentralisierten Krypto-Finanzwelt: Es sind Counterparty- und operationelle Risiken, die Basis-Trades t\u00f6ten, nicht Modellfehler.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Als FTX zusammenbrach, riss die Pleite einen erheblichen Teil der Basis-Trader mit, deren Collateral oder Short-Bein auf der B\u00f6rse lag. Die Terminkurve kippte tief in die Backwardation, die genau den Zyklustiefpunkt bei rund 15.000 US-Dollar markierte. Das ist das zweite und lehrreichere Ausfallereignis, denn der Verlust kam nicht aus der Basis, sondern aus der Insolvenz der Gegenpartei. Genau hier zerbricht das Wort risikolos: Ein preisneutraler Trade kann dich trotzdem ruinieren, wenn die Plattform, auf der er lebt, verschwindet.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Ausfallereignis<\/th><th>Zeitraum<\/th><th>Was mit der Basis geschah<\/th><th>Was den Trade wirklich traf<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Corona-Crash<\/td><td>M\u00e4rz 2020<\/td><td>Backwardation, annualisiert bis minus 154 Prozent (OKEx, 1M)<\/td><td>Zwangsliquidationen, Margin-Calls, B\u00f6rsen-\u00dcberlastung<\/td><\/tr><tr><td>Mai-Deleveraging<\/td><td>Mai 2021<\/td><td>48-Prozent-Pr\u00e4mie in Wochen kollabiert<\/td><td>Crowding-Unwind bei \u00fcberf\u00fcllten Longs<\/td><\/tr><tr><td>3AC \/ Celsius \/ FTX<\/td><td>Juni bis November 2022<\/td><td>Terminkurve tief negativ<\/td><td>Counterparty- und Insolvenzrisiko der B\u00f6rse<\/td><\/tr><tr><td>Seltene Backwardation<\/td><td>Februar 2025<\/td><td>Basis unter null<\/td><td>Nachfrage-Vakuum, kein Long-Hebel<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><h2 class='wp-block-heading'>2023 bis 2024: der ETF industrialisiert den Trade<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">2023 erholte sich der Markt, und mit ihm die Basis. Ende 2023 lag die annualisierte CME-Basis im hohen zweistelligen Bereich, laut <a href='https:\/\/www.coinbase.com\/institutional\/research-insights\/research\/monthly-outlook\/monthly-outlook-feb-2024'>Coinbase Institutional<\/a> bei rund 25 bis 45 Prozent. Dann kam der strukturelle Bruch, der den Backtest in zwei Epochen teilt: Am 11. J\u00e4nner 2024 starteten die US-Spot-Bitcoin-ETFs. Pl\u00f6tzlich war das Cash-Bein kein Haufen Coins auf einer Offshore-B\u00f6rse mehr, sondern ein reguliertes, liquides, beleihbares Instrument (IBIT und Konkurrenten).<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Das industrialisierte den Trade. Hedgefonds kauften den ETF und shorteten CME-Futures im gro\u00dfen Stil, und die Basis komprimierte sich binnen Wochen nach dem Start auf im Schnitt etwa 10 Prozent. Sie sprang weiterhin mit dem Momentum: Laut der Analyse <a href='https:\/\/www.cfbenchmarks.com\/blog\/revisiting-the-bitcoin-basis-how-momentum-sentiment-impact-the-structural-drivers-of-basis-activity'>Revisiting the Bitcoin Basis<\/a> von CF Benchmarks erreichte sie im Februar 2024 rund 25 Prozent und \u00fcbersprang nach der US-Wahl im November 2024 die 20-Prozent-Marke, w\u00e4hrend das Open Interest der CME von rund 30.000 auf 45.000 Kontrakte stieg. Der Trade wurde so gro\u00df, dass Hedgefonds in der CME-Statistik der CFTC \u00fcber Monate eine rekordverd\u00e4chtige Netto-Short-Position hielten, das exakte Spiegelbild ihrer Long-Position im ETF. Diese Epoche ersetzte das Venue-Risiko der Jahre 2020 und 2022 weitgehend durch regulierte Schienen, in denen ein Verwahrer, nicht eine Offshore-B\u00f6rse, das Cash-Bein h\u00e4lt. Wie sehr diese Verwahr-Infrastruktur inzwischen den Markt tr\u00e4gt, zeigt unser Beitrag \u00fcber den <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/whale-alerts-verwahrer-custody-etf-plumbing-2026\/'>gr\u00f6\u00dften Wal, der ein Verwahrer ist<\/a>. Die Renditen wurden kleiner, aber besser einfangbar.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Die Renditebilanz: sieben Jahre auf einen Blick<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Legt man die Episoden nebeneinander, entsteht die eigentliche Bilanz des Backtests. Die folgende Tabelle stellt die Brutto-Basis dem risikofreien Zins (als grobe N\u00e4herung der Drei-Monats-T-Bill-Rendite laut <a href='https:\/\/fred.stlouisfed.org\/series\/DTB3'>FRED<\/a>) gegen\u00fcber und zeigt, was als echter \u00dcberschuss \u00fcbrig blieb. Man erkennt sofort das Muster: Der \u00dcberschuss war in den gehebelten Boomphasen hoch, in den Crashs negativ und ist seit 2025 d\u00fcnn bis negativ.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Periode<\/th><th>Brutto-Basis (annualisiert)<\/th><th>Risikofreier Zins (ca. 3M)<\/th><th>\u00dcberschuss \u00fcber r<\/th><th>Anmerkung<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>2019 (offshore)<\/td><td>Spitzen ab 40 Prozent<\/td><td>rund 2 Prozent<\/td><td>hoch<\/td><td>d\u00fcnne Arbitrage-Kapazit\u00e4t (BIS)<\/td><\/tr><tr><td>M\u00e4rz 2020<\/td><td>tief negativ<\/td><td>nahe 0 Prozent<\/td><td>negativ<\/td><td>Corona-Crash, Backwardation<\/td><\/tr><tr><td>2021 (Bull)<\/td><td>bis 48 Prozent, dann Absturz<\/td><td>nahe 0 Prozent<\/td><td>sehr hoch, kurzlebig<\/td><td>Mai-Deleveraging<\/td><\/tr><tr><td>2022 (B\u00e4r)<\/td><td>rund 0 bis tief negativ<\/td><td>0,25 bis 4,4 Prozent<\/td><td>negativ<\/td><td>3AC \/ Celsius \/ FTX<\/td><\/tr><tr><td>Ende 2023<\/td><td>25 bis 45 Prozent<\/td><td>rund 5,3 Prozent<\/td><td>m\u00e4\u00dfig positiv<\/td><td>Vor-ETF-Erholung<\/td><\/tr><tr><td>Februar 2024<\/td><td>rund 25 Prozent Spitze, dann rund 10 Prozent<\/td><td>rund 5,4 Prozent<\/td><td>positiv<\/td><td>ETF-Start industrialisiert den Trade<\/td><\/tr><tr><td>November 2024<\/td><td>\u00fcber 20 Prozent<\/td><td>rund 4,6 Prozent<\/td><td>positiv<\/td><td>nach US-Wahl<\/td><\/tr><tr><td>Februar 2025<\/td><td>unter 0 Prozent<\/td><td>rund 4,3 Prozent<\/td><td>negativ<\/td><td>seltene Backwardation<\/td><\/tr><tr><td>August 2026<\/td><td>7,89 Prozent Front (Artefakt), 3M rund 3 Prozent<\/td><td>rund 3,8 Prozent<\/td><td>negativ (3M)<\/td><td>Positionsflip, direktional<\/td><\/tr><tr><td>September 2026 (nach Hike)<\/td><td>niedrig einstellig<\/td><td>rund 4 Prozent<\/td><td>negativ<\/td><td>risikofreier Boden steigt erneut<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Zahlen sind N\u00e4herungen, doch die Form ist robust: Zwei fette Boomjahre, zwei zerst\u00f6rerische Ausf\u00e4lle und ein langer, ausged\u00fcnnter Ausklang. Wer den Basis-Trade als gleichm\u00e4\u00dfigen Renditestrom verkauft, blendet die H\u00e4lfte der Verteilung aus.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Was \u00fcbrig bleibt: die Kostenrechnung<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Brutto-Zahl ist nie der Take-home. Zwischen der Schlagzeilen-Basis und dem, was auf dem Konto landet, liegt ein Kostenstapel, der in ruhigen Regimen fast die gesamte Rendite auffrisst. Die folgende Tabelle geht von einer Brutto-Basis von rund 5 Prozent aus, wie sie heuer typisch ist, und arbeitet sich zum Netto nach Steuer f\u00fcr einen \u00f6sterreichischen Privatanleger vor.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Position<\/th><th>Effekt auf die Rendite<\/th><th>Kommentar<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Brutto-Basis (annualisiert)<\/td><td>Ausgangspunkt, z. B. rund 5 Prozent<\/td><td>die zitierte Schlagzeilenzahl<\/td><\/tr><tr><td>abz\u00fcglich risikofreier Zins<\/td><td>minus rund 4 Prozent<\/td><td>steckt im fairen Wert, kein Krypto-Ertrag<\/td><\/tr><tr><td>abz\u00fcglich Roll- und Transaktionskosten<\/td><td>minus einige Zehntel bis 1 Prozent<\/td><td>Kontrakt-Roll, Spreads<\/td><\/tr><tr><td>abz\u00fcglich Slippage und Ausf\u00fchrung<\/td><td>minus wenige Zehntel Prozent<\/td><td>steigt mit der Positionsgr\u00f6\u00dfe<\/td><\/tr><tr><td>abz\u00fcglich Kapitalbindung (Margin, Haircuts)<\/td><td>Opportunit\u00e4tskosten<\/td><td>Kapital ist \u00fcber die Laufzeit gebunden<\/td><\/tr><tr><td>abz\u00fcglich Venue- und Counterparty-Risiko<\/td><td>schwer bezifferbar<\/td><td>2022 l\u00e4sst gr\u00fc\u00dfen<\/td><\/tr><tr><td>= Netto vor Steuer<\/td><td>oft nahe null<\/td><td>siehe Marshall-Breakeven<\/td><\/tr><tr><td>abz\u00fcglich 27,5 Prozent KESt (AT)<\/td><td>rund ein Viertel des Gewinns<\/td><td>Paragraf 27a EStG, Quellensteuer seit 1.1.2024<\/td><\/tr><tr><td>= Netto nach Steuer<\/td><td>die ehrliche Zahl<\/td><td>f\u00fcr Retail meist marginal<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Gr\u00f6\u00dfenordnung best\u00e4tigt ein Praktiker. Michael Marshall, Head of Research bei Amberdata, deutete die ETF-Abfl\u00fcsse vom Oktober und November 2025 als &bdquo;a mechanical basis trade unwind, not broad investor fear&ldquo; und wies darauf hin, dass die 30-Tage-Basis von 6,63 auf 4,46 Prozent geschrumpft war, mit 93 Prozent der Tage unter der 5-Prozent-Breakeven-Schwelle (<a href='https:\/\/www.coindesk.com\/markets\/2025\/12\/04\/usd4b-bitcoin-etf-outflows-in-oct-nov-reflect-basis-trade-unwind-not-capitulation-research-analyst'>CoinDesk, 4. Dezember 2025<\/a>). Sobald die Brutto-Basis um 5 Prozent liegt, ist der Trade f\u00fcr viele Adressen nicht mehr profitabel. F\u00fcr den \u00f6sterreichischen Anleger versch\u00e4rft die Steuer das Bild: Krypto-Gewinne fallen unter den besonderen Steuersatz von 27,5 Prozent (<a href='https:\/\/www.bmf.gv.at\/themen\/steuern\/sparen-veranlagen\/steuerliche-behandlung-von-kryptowaehrungen.html'>BMF<\/a>), und inl\u00e4ndische Plattformen behalten die KESt seit 1. J\u00e4nner 2024 automatisch ein. Aus rund 5 Prozent brutto werden so, nach Zinsboden, Kosten und Steuer, leicht null.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Der Sharpe-Blick: Rendite pro Einheit Risiko<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Backtest, der nur die Durchschnittsrendite ausweist, verschweigt die halbe Wahrheit. Entscheidend ist die Rendite pro Einheit Risiko. In den ruhigen Phasen wirkt der Basis-Trade wie eine Anleihe mit Extra-Kupon: kleine, stetige Gewinne, kaum Schwankung, ein scheinbar traumhaftes Verh\u00e4ltnis von Ertrag zu Volatilit\u00e4t. Genau diese Ruhe ist die Falle. Die Verteilung der Renditen ist nicht glockenf\u00f6rmig, sondern hat einen langen, d\u00fcnnen linken Schwanz, der genau dann zuschl\u00e4gt, wenn auch alle anderen Trades schmerzen: im M\u00e4rz 2020, im Mai 2021, im November 2022.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Statistiker nennen das negative Schiefe und fette R\u00e4nder. F\u00fcr den Anleger hei\u00dft es: Die sch\u00f6ne Sharpe Ratio der guten Jahre ist geborgt, sie wird in einem einzigen Ereignis zur\u00fcckgezahlt. Wer den Trade mit Hebel f\u00e4hrt, um die d\u00fcnne Pr\u00e4mie aufzublasen, vergr\u00f6\u00dfert genau den Schwanz, der ihn ruiniert. Deshalb taugt der Basis-Trade als Beimischung mit strengem Risikobudget, nicht als vermeintlich sichere Renditemaschine. Ein ehrlicher Backtest bepreist den linken Schwanz mit ein, er rechnet ihn nicht heraus.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>2025 bis 2026: unter den T-Bill<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Nach dem Allzeithoch nahe 126.080 US-Dollar im Oktober 2025 war 2026 eine lange Abwertung. Bis Februar 2026 fiel Bitcoin auf rund 74.500 US-Dollar, gut 40 Prozent unter das Hoch, und die Basis verbrachte lange Strecken unterhalb der Staatsanleihen-Rendite. Der Analyst Marc Baumann z\u00e4hlte vor dem August 157 aufeinanderfolgende Tage, an denen der Carry den Benchmark der Regierung verfehlte. Der Februar 2025 druckte sogar eine seltene Backwardation.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die vielbeachtete Wiederbelebung im August 2026 (eine annualisierte Frontmonats-Basis von 7,89 Prozent am 7. August laut CryptoSlate) war gr\u00f6\u00dftenteils ein Annualisierungs-Artefakt eines kurzlebigen Aufschlags; die gegl\u00e4ttete Drei-Monats-Basis lag nur bei rund 3 Prozent, bereits unter dem T-Bill von rund 3,8 Prozent. Das eigentliche Signal war ein Positionswechsel: CME-Hedgefonds drehten erstmals seit Jahren netto long, eine direktionale Wette, kein Carry-Trade. Diese Rotation war in den Fl\u00fcssen sichtbar: Der <a href='https:\/\/coinshares.com\/insights\/research-data\/bitcoin-13f-q1-2026-report\/'>13F-Bericht von CoinShares<\/a> f\u00fcr das erste Quartal 2026 zeigte, dass Hedgefonds ihr ETF-Engagement um 31.400 BTC k\u00fcrzten (minus 39 Prozent gegen\u00fcber dem Vorquartal), w\u00e4hrend Banken ihres auf 15.200 BTC mehr als verdoppelten (plus 339 Prozent; JPMorgan plus 3.000, Wells Fargo plus 4.000). Dass das Timing solcher Wal-Bewegungen rund um den Fed-Termin selbst zum Signal wurde, haben wir am Beispiel der <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/whale-alerts-fed-tag-clarity-timing-signal-2026\/'>Whale Alerts am Fed-Tag<\/a> nachgezeichnet. Die j\u00fcngsten Kapitel des Backtests lesen sich wie eine Strategie im R\u00fcckzug.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Der Fed-Zinsschritt hebt die Latte<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Am 16. September 2026 hob die Fed unter dem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh das Zielband auf 3,75 bis 4,00 Prozent an, die erste Anhebung seit 2023; die EZB hatte ihren Einlagensatz am 10. September auf 2,50 Prozent gesetzt. F\u00fcr den Basis-Trade ist das der entscheidende Backtest-Input, denn r ist zugleich der Boden in der Formel Future gleich Spot mal (1 plus r mal Laufzeit) und die H\u00fcrde, die der Carry \u00fcberspringen muss. Steigt der risikofreie Zins, passieren zwei Dinge gleichzeitig: Der faire Contango-Wert im Future steigt (mehr von jeder Pr\u00e4mie ist blo\u00df der Preis des Geldes), und der Hebel-Appetit sinkt, weil Finanzierung teurer wird.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Warsh selbst n\u00e4hrt diese Lesart. In seiner Grundsatzrede in Jackson Hole erkl\u00e4rte er, er w\u00e4re &bdquo;hard pressed to describe broad financial conditions as restrictive&ldquo; (<a href='https:\/\/www.federalreserve.gov\/newsevents\/speech\/warsh20260828a.htm'>Federal Reserve<\/a>), ein klares Signal, dass der Boden eher steigt als f\u00e4llt. \u00dcbersetzt f\u00fcr den Carry-Trader: Die Latte ist gerade wieder h\u00f6her ger\u00fcckt. Wie sich die Basis unmittelbar nach diesem Zinsschritt verhielt, hat unsere Analyse <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/futures-basis-fed-zinserhoehung-4-prozent-2026\/'>Fed hebt auf 4 Prozent<\/a> nachgezeichnet; dieser Backtest ordnet dasselbe Ereignis in die lange Reihe seit 2019 ein. F\u00fcr einen Euro-Anleger aus \u00d6sterreich kommt eine zweite Falte hinzu: Die Basis wird in Dollar an CME und Offshore-B\u00f6rsen verdient, die echte Opportunit\u00e4tskostenlatte ist also entweder der Dollar-Satz von rund 4 Prozent oder der Euro-Satz von rund 2,5 Prozent plus Kosten und Risiko der EUR\/USD-Absicherung. So oder so ist eine Brutto-Basis von 5 Prozent kein leichter Sieg.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Wann k\u00e4me die fette Pr\u00e4mie zur\u00fcck? Der Backtest gibt eine klare Bedingung vor: Es braucht wieder eine Welle gehebelter Long-Nachfrage, die das verf\u00fcgbare Arbitrage-Kapital \u00fcbersteigt. Genau das passierte nach dem ETF-Start und nach der US-Wahl, als frisches, richtungsgebundenes Kaufinteresse die Terminkurve nach oben zog. Ein Zinssenkungszyklus der Fed w\u00fcrde zus\u00e4tzlich den Boden senken und den Hebel verbilligen, beides R\u00fcckenwind. Solange die Fed jedoch strafft und die Nachfrage direktional statt gehebelt bleibt, bleibt die Basis, was sie 2026 ist: ein d\u00fcnner Aufschlag knapp \u00fcber oder unter dem risikofreien Zins.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Was der Backtest lehrt (und was nicht)<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Fasst man sieben Jahre zusammen, ergeben sich f\u00fcnf Lehren, die jede Pr\u00e4mien-Schlagzeile relativieren.<\/p><ul class='wp-block-list'><li>Es ist positiver Carry, nicht Risikolosigkeit. Die beiden Ausf\u00e4lle (Liquidit\u00e4t 2020, Counterparty 2022) sind der wahre Preis der Pr\u00e4mie.<\/li><li>Hoher Carry ist eine Warnung, kein Geschenk. Die BIS zeigt, dass hohe Carry-Werte Abst\u00fcrzen vorausgehen; die fetteste Basis erscheint, wenn gehebelte Longs am \u00fcberf\u00fclltesten sind.<\/li><li>Die Basis ist gleichlaufend, nicht vorlaufend. Laut CF Benchmarks korreliert sie mit rund 0,50 bis 0,54 mit dem Momentum und sagt es nicht voraus; extreme Gier (Fear-and-Greed \u00fcber 0,75) f\u00e4llt mit einer Basis von 15 bis 30 Prozent zusammen. Ein Backtest der Basis als Timing-Signal scheitert daher weitgehend.<\/li><li>Regulierung hat das Risiko verschoben, nicht beseitigt. Futures und Perps sind Finanzinstrumente unter MiFID II, beaufsichtigt von der <a href='https:\/\/www.fma.gv.at\/querschnittsthemen\/markets-in-crypto-assets-regulation-micar\/'>FMA<\/a>, au\u00dferhalb von MiCA (das nur Spot-Assets und CASPs erfasst); die europ\u00e4ische Aufsicht behandelt Perpetuals regulatorisch wie CFDs mit strengen Hebelgrenzen f\u00fcr Privatkunden.<\/li><li>Wer ihn einf\u00e4ngt, und was f\u00fcr \u00d6sterreicher bleibt. Institutionen mit Bilanz und g\u00fcnstiger Finanzierung ernten die d\u00fcnne Basis; Retail bleibt nach Kosten und 27,5 Prozent KESt meist mit wenig zur\u00fcck.<\/li><\/ul><p class=\"wp-block-paragraph\">Dass 2026 auch die Infrastruktur onshore gewandert ist, mildert immerhin das Venue-Risiko. Die CFTC lie\u00df mit Kalshis BTCPERP das erste US-regulierte Bitcoin-Perpetual zu, und die CME ging in den 24\/7-Handel \u00fcber. CFTC-Chef Mike Selig nannte den Schritt &bdquo;a major step forward&ldquo; auf dem Weg, Amerika zur &bdquo;crypto capital of the world&ldquo; zu machen (<a href='https:\/\/www.coindesk.com\/policy\/2026\/05\/28\/u-s-cftc-opens-crypto-perp-door-with-approval-of-first-regulated-firm'>CoinDesk<\/a>). Bessere Schienen, aber weniger Wasser: Die Regulierung senkt das Ausfallrisiko der Jahre 2020 und 2022, sie bringt die fette Pr\u00e4mie nicht zur\u00fcck. Wer diesen institutionellen Kapitalfluss und seine Duration verstehen will, findet den Kontext in unserem Beitrag \u00fcber <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/stille-duration-oesterreich-pensionen-ldi-bitcoin-2026\/'>\u00d6sterreichs Pensionen und Bitcoin<\/a>. Die Quintessenz des Backtests: Behandle die Basis als Barometer der Hebelnachfrage, nicht als Einkommensstrom, und miss jede Behauptung von Risikolosigkeit an 2020 und 2022.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>H\u00e4ufige Fragen (FAQ)<\/h2><h3 class='wp-block-heading'>Was ist der Bitcoin-Basis-Trade einfach erkl\u00e4rt?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Man kauft Bitcoin am Spotmarkt (heute meist \u00fcber einen Spot-ETF) und verkauft gleichzeitig einen Future mit gleichem Nominalwert. Die Differenz zwischen Future- und Spotpreis (die Basis) flie\u00dft einem zu, wenn beide Preise am Verfallstag zusammenlaufen, unabh\u00e4ngig davon, ob Bitcoin steigt oder f\u00e4llt. Der Trade ist damit marktneutral, aber nicht risikolos.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Wie hoch war die Rendite des Basis-Trades historisch?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">In den Boomphasen war sie sehr hoch: an Offshore-B\u00f6rsen bis zu 44 bis 48 Prozent annualisiert im April 2021 und rund 25 Prozent nach dem ETF-Start im Februar 2024. In ruhigen oder fallenden M\u00e4rkten sank sie auf niedrige einstellige Werte, und 2025 sowie 2026 fiel sie zeitweise sogar unter die Rendite kurzlaufender US-Staatsanleihen.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Ist der Basis-Trade wirklich risikolos?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Nein. Das Preisrisiko ist zwar weitgehend neutralisiert, aber der Trade tr\u00e4gt Counterparty- und Venue-Risiko (2022 riss die FTX-Pleite viele Basis-Trader mit), Liquidit\u00e4ts- und Margin-Risiko in Crashs (M\u00e4rz 2020) sowie das Risiko, dass die Basis unter den risikofreien Zins f\u00e4llt. Genau deshalb braucht eine ehrliche Bilanz einen Backtest inklusive dieser Ausf\u00e4lle.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Warum ist die Futures-Basis 2026 so niedrig?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Weil die Nachfrage nach gehebelten Long-Positionen abgeklungen ist und der risikofreie Zins gestiegen ist. Nach dem Fed-Zinsschritt vom 16. September 2026 auf 3,75 bis 4,00 Prozent liegt die Latte h\u00f6her: Ein gro\u00dfer Teil jeder Contango-Pr\u00e4mie ist nur noch der Preis des Geldes, und der echte Krypto-\u00dcberschuss dar\u00fcber ist d\u00fcnn.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Wie werden Gewinne aus dem Basis-Trade in \u00d6sterreich besteuert?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Gewinne aus Kryptow\u00e4hrungen unterliegen in \u00d6sterreich dem besonderen Steuersatz von 27,5 Prozent (Paragraf 27a EStG), inl\u00e4ndische Plattformen behalten die KESt seit 1. J\u00e4nner 2024 automatisch ein. Krypto-Derivate wie Futures gelten als Finanzinstrumente unter MiFID II und werden von der FMA beaufsichtigt, nicht unter MiCA. Nach Kosten und Steuer bleibt von einer Brutto-Basis von rund f\u00fcnf Prozent f\u00fcr Privatanleger oft wenig \u00fcbrig.<\/p><script type=\"application\/ld+json\">{\"@context\":\"https:\/\/schema.org\",\"@type\":\"FAQPage\",\"mainEntity\":[{\"@type\":\"Question\",\"name\":\"Was ist der Bitcoin-Basis-Trade einfach erkl\u00e4rt?\",\"acceptedAnswer\":{\"@type\":\"Answer\",\"text\":\"Man kauft Bitcoin am Spotmarkt (heute meist \u00fcber einen Spot-ETF) und verkauft gleichzeitig einen Future mit gleichem Nominalwert. Die Differenz zwischen Future- und Spotpreis (die Basis) flie\u00dft einem zu, wenn beide Preise am Verfallstag zusammenlaufen, unabh\u00e4ngig davon, ob Bitcoin steigt oder f\u00e4llt. 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