{"id":476,"date":"2026-09-23T12:44:51","date_gmt":"2026-09-23T12:44:51","guid":{"rendered":"https:\/\/hoge.gg\/at\/dxy-ueber-100-starker-dollar-bitcoin-fed-hike-2026\/"},"modified":"2026-09-23T12:44:51","modified_gmt":"2026-09-23T12:44:51","slug":"dxy-ueber-100-starker-dollar-bitcoin-fed-hike-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hoge.gg\/at\/dxy-ueber-100-starker-dollar-bitcoin-fed-hike-2026\/","title":{"rendered":"DXY \u00fcber 100: Der Dollar ist stark, Bitcoin steigt trotzdem"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Am 16. September hat die Federal Reserve zum ersten Mal seit Juli 2023 den Leitzins angehoben, um 25 Basispunkte auf ein Zielband von 3,75 bis 4,00 Prozent. Der Dollar-Index reagierte prompt: Der DXY steht wieder \u00fcber 100, rund 100,9 am 23. September und damit auf dem h\u00f6chsten Niveau seit Ende Juli (<a href='https:\/\/tradingeconomics.com\/united-states\/currency'>tradingeconomics.com<\/a>). Nach einem Sommer, in dem der Index zeitweise bis auf 98,55 gefallen war, ist der starke Dollar zur\u00fcck.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Und trotzdem steigt Bitcoin. Rund 13 Prozent Plus in einer Woche, erstmals seit acht Monaten \u00fcber 85.000 US-Dollar, umgerechnet knapp 75.000 Euro (<a href='https:\/\/www.coingecko.com\/en\/coins\/bitcoin\/eur'>CoinGecko<\/a>). Die alte Faustregel lautet: Ein starker Dollar bremst Krypto. Diese Woche stimmt die Faustregel nicht, und genau das ist der interessante Teil.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr \u00f6sterreichische Anlegerinnen und Anleger ist die Lage doppelt spannend. Der Dollar-Index ist zu fast 58 Prozent ein Euro-Chart; ein steigender DXY bedeutet fast immer einen schw\u00e4cheren Euro. Das ver\u00e4ndert, was ein US-Dollar-Kurs im Depot wert ist, sobald man ihn in Euro misst. Dieser Text ordnet den Zinsschritt ein, erkl\u00e4rt, warum der Dollar dreht, warum Bitcoin diesmal nicht mitzieht, und was das konkret f\u00fcr ein Euro-Depot hei\u00dft.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Was am 16. September passierte: die erste Zinserh\u00f6hung seit 2023<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Das Federal Open Market Committee (FOMC) hat mit 12 zu 0 Stimmen entschieden, den Zielkorridor der Federal Funds Rate um einen Viertelpunkt auf 3,75 bis 4,00 Prozent anzuheben. Es war die erste Zinserh\u00f6hung seit Juli 2023 und der Beginn eines neuen, wenn auch vorsichtigen Straffungszyklus (<a href='https:\/\/www.cnbc.com\/2026\/09\/16\/fed-rate-decision-september-2026.html'>CNBC<\/a>). Im begleitenden Statement hielt das Gremium fest, die Inflation bleibe erh\u00f6ht (&bdquo;Inflation remains elevated&ldquo;), und der Schritt solle eine schnellere R\u00fcckkehr (&bdquo;a timelier return&ldquo;) zum Zwei-Prozent-Ziel unterst\u00fctzen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Wichtiger als der Schritt selbst war der Ausblick. Der sogenannte Dot-Plot, die Punktwolke der individuellen Zinsprojektionen, zeigte, dass 16 von 18 Mitgliedern noch eine weitere Erh\u00f6hung in diesem Jahr erwarten; vier davon halten sogar zwei weitere f\u00fcr m\u00f6glich. Der Median deutet auf einen weiteren Schritt um 25 Basispunkte bis Jahresende, wobei die Dezember-Sitzung als wahrscheinlichster Termin gilt und Oktober eher eine Pause sein d\u00fcrfte (<a href='https:\/\/investinglive.com\/central-banks\/fed-dot-plot-backs-hawks-as-warsh-tone-rattles-markets-more-than-the-hike\/'>InvestingLive<\/a>). Fed-Chef Kevin Warsh reicht seit seinem Amtsantritt bewusst keinen eigenen Dot ein.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Marktreaktion war entsprechend: Die Renditen langlaufender US-Staatsanleihen kletterten auf den h\u00f6chsten Stand seit Jahren, und der Dollar zog an allen Fronten an. F\u00fcr Krypto war die erste Reaktion verhalten negativ; Bitcoin gab kurz nach, fing sich aber rasch. Der eigentliche Impuls kam nicht aus der H\u00f6he des Schritts, die war erwartet worden, sondern aus dem hawkishen Ton und dem Dot-Plot, der die T\u00fcr f\u00fcr Dezember weit offen lie\u00df.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Warsh betonte, die Notenbank k\u00f6nne einzelne Preisschocks, etwa beim \u00d6l, nicht im Alleingang verhindern, sehr wohl aber daf\u00fcr sorgen, dass sich relative Preisverschiebungen nicht verbreitern und keine Zweit- und Drittrundeneffekte ausl\u00f6sen. F\u00fcr die M\u00e4rkte war das ein klares Signal: Das Zielband ist nicht l\u00e4nger das Ende der Fahnenstange, sondern eine Zwischenstation. Wer die Mechanik der Erh\u00f6hung und ihre Folgen f\u00fcr den Terminmarkt vertiefen m\u00f6chte, findet die Details im HOGE-Beitrag <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/futures-basis-fed-zinserhoehung-4-prozent-2026\/'>zur Futures-Basis nach dem Zinsschritt<\/a>.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Der DXY in 90 Sekunden: was der Index \u00fcberhaupt misst<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Kurz zur Einordnung, weil jede DXY-Analyse ohne dieses Fundament in der Luft h\u00e4ngt. Der US Dollar Index misst den Dollar nicht gegen alle W\u00e4hrungen der Welt, sondern gegen einen fixen Korb von sechs W\u00e4hrungen. Er startete im M\u00e4rz 1973 mit einem Basiswert von 100, wird heute von der Intercontinental Exchange (ICE) administriert und als geometrisch gewichtetes Mittel berechnet (<a href='https:\/\/financer.com\/invest\/dxy-index\/'>Financer<\/a>). Der Korb wurde seit der Einf\u00fchrung nur einmal ge\u00e4ndert, 1999, als die Einf\u00fchrung des Euro mehrere europ\u00e4ische W\u00e4hrungen zusammenlegte.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Entscheidend ist die Gewichtung: Der Euro macht mit rund 57,6 Prozent mehr als die H\u00e4lfte des Index aus. Wer &bdquo;DXY&ldquo; sagt, sagt zu gro\u00dfen Teilen &bdquo;EUR\/USD, umgedreht&ldquo;. Das ist f\u00fcr ein \u00f6sterreichisches Publikum keine Fu\u00dfnote, sondern der Kern: Steigt der DXY, f\u00e4llt fast immer der Euro gegen den Dollar. Die restlichen Gewichte verteilen sich auf Yen, Pfund, kanadischen Dollar, schwedische Krone und Schweizer Franken.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>W\u00e4hrung<\/th><th>Gewicht im DXY<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Euro (EUR)<\/td><td>57,6 %<\/td><\/tr><tr><td>Japanischer Yen (JPY)<\/td><td>13,6 %<\/td><\/tr><tr><td>Britisches Pfund (GBP)<\/td><td>11,9 %<\/td><\/tr><tr><td>Kanadischer Dollar (CAD)<\/td><td>9,1 %<\/td><\/tr><tr><td>Schwedische Krone (SEK)<\/td><td>4,2 %<\/td><\/tr><tr><td>Schweizer Franken (CHF)<\/td><td>3,6 %<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><figcaption>Der DXY-Korb ist seit 1999 unver\u00e4ndert. Quelle: ICE \/ Financer.<\/figcaption><\/figure><h2 class='wp-block-heading'>Warum der Dollar wieder \u00fcber 100 steht<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Ausl\u00f6ser ist der Zinsvorsprung. Nach der Erh\u00f6hung liegt die Fed mit 3,75 bis 4,00 Prozent deutlich \u00fcber der Europ\u00e4ischen Zentralbank, deren Einlagensatz seit dem 10. September bei 2,50 Prozent notiert. Kapital flie\u00dft tendenziell dorthin, wo es besser verzinst wird, und ein wachsender Zinsvorsprung zieht Nachfrage nach Dollar an. Der DXY steht am 23. September bei rund 100,9, ein Plus von etwa 1,9 Prozent gegen\u00fcber dem Vormonat und rund 3,1 Prozent \u00fcber dem Vorjahr (<a href='https:\/\/tradingeconomics.com\/united-states\/currency'>tradingeconomics.com<\/a>).<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Verst\u00e4rkt wird die Bewegung durch die Rhetorik der Fed-Vertreter. Richmond-Fed-Chef Tom Barkin warnte, die Inflation k\u00f6nne sich verfestigen, und Boston-Fed-Chefin Susan Collins stellte sich hinter die j\u00fcngsten Erh\u00f6hungen. In der Folge preisen die Terminm\u00e4rkte f\u00fcr die Oktober-Sitzung mittlerweile rund 54 Prozent Wahrscheinlichkeit f\u00fcr einen weiteren Schritt ein, auch wenn der Dot-Plot Dezember als den wahrscheinlicheren Termin nahelegt. Zus\u00e4tzlich fiel der \u00d6lpreis die sechste Sitzung in Folge, nachdem sich in Gespr\u00e4chen zwischen US-Vertretern und iranischen Gesandten eine Deeskalation andeutete; das nahm dem Dollar zwar etwas Krisennachfrage, doch der Zinsvorsprung \u00fcberwog.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Kehrseite zeigt sich am Euro. EUR\/USD notiert bei rund 1,1403, ein Minus von rund 0,4 Prozent am Tag und der tiefste Stand seit dem 29. Juli; \u00fcber den Monat verlor der Euro etwa 2,2 Prozent (<a href='https:\/\/tradingeconomics.com\/euro-area\/currency'>tradingeconomics.com<\/a>). Fallende \u00d6lpreise d\u00e4mpfen die Erwartung weiterer EZB-Schritte, was den Euro zus\u00e4tzlich belastet. Da der Euro mehr als die H\u00e4lfte des DXY stellt, ist die Rechnung einfach: Euro schwach gleich DXY stark.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Fed gegen EZB: die Zinsdifferenz kehrt zur\u00fcck<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Bemerkenswert ist, dass beide Notenbanken im September erh\u00f6ht haben. Die EZB hob den Einlagensatz am 10. September um 25 Basispunkte auf 2,50 Prozent an, den zweiten Schritt des Jahres nach der Anhebung vom 11. Juni. Pr\u00e4sidentin Christine Lagarde nannte die Entscheidung eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit (&bdquo;a no brainer&ldquo;), vermied es aber, sich auf den weiteren Kurs festzulegen; der Nahostkonflikt und der Krieg in der Ukraine hielten die Teuerung l\u00e4nger \u00fcber dem Ziel (<a href='https:\/\/www.cnbc.com\/2026\/09\/10\/ecb-interest-rate-hike-lagarde-iran.html'>CNBC<\/a>).<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Unterschied liegt im Ausblick. Die Fed signalisiert \u00fcber den Dot-Plot noch mindestens einen Schritt, die EZB gilt nach dem September-Schritt eher als am Ende ihres kurzen Zyklus angekommen. Das hei\u00dft: Die Zinsdifferenz, die sich im Fr\u00fchsommer verengt hatte, weitet sich in Richtung Jahresende wieder aus. Genau diese wachsende L\u00fccke ist der klassische Treibstoff f\u00fcr einen st\u00e4rkeren Dollar und schw\u00e4cheren Euro. Wer sehen will, wie sich ein solcher Zinsvorsprung in der Krypto-Welt niederschl\u00e4gt, findet im <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/basis-trade-backtest-bitcoin-carry-2019-2026\/'>Backtest des Basis-Trades seit 2019<\/a> die lange Historie des Dollar-Carry.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th><\/th><th>Federal Reserve<\/th><th>Europ\u00e4ische Zentralbank<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Leitzins aktuell<\/td><td>3,75 bis 4,00 % (obere Grenze)<\/td><td>2,50 % (Einlagensatz)<\/td><\/tr><tr><td>Letzter Schritt<\/td><td>+25 bp am 16. September (Erh\u00f6hung)<\/td><td>+25 bp am 10. September (Erh\u00f6hung)<\/td><\/tr><tr><td>Erste Erh\u00f6hung seit<\/td><td>Juli 2023<\/td><td>Juni 2026<\/td><\/tr><tr><td>Signal f\u00fcr den weiteren Weg<\/td><td>16 von 18 erwarten weiteren Schritt, Dezember wahrscheinlich<\/td><td>Keine Vorfestlegung, eher Pause<\/td><\/tr><tr><td>Wirkung auf den DXY<\/td><td>Dollar-positiv<\/td><td>Euro belastet, DXY-positiv<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><figcaption>Beide erh\u00f6hten im September, doch die Wege trennen sich. Quellen: CNBC, InvestingLive.<\/figcaption><\/figure><h2 class='wp-block-heading'>Das Paradox: DXY \u00fcber 100, Bitcoin auf Achtmonatshoch<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Jetzt zum eigentlichen R\u00e4tsel. Wenn ein starker Dollar Krypto bremst, warum steht Bitcoin dann so hoch wie seit acht Monaten nicht? Der Kurs kletterte rund 14 Prozent seit dem Schlusskurs vom 15. September (75.584 Dollar) und \u00fcberschritt erstmals seit Januar die Marke von 85.000 Dollar (<a href='https:\/\/247wallst.com\/investing\/cryptocurrency\/2026\/09\/22\/bitcoin-cleared-85000-a-week-after-the-clarity-act-died-and-the-fed-hiked-how-high-can-it-go\/'>24\/7 Wall St.<\/a>). In Euro sind das knapp 75.000, die Marktkapitalisierung liegt bei rund 1,5 Billionen Euro (<a href='https:\/\/www.coingecko.com\/en\/coins\/bitcoin\/eur'>CoinGecko<\/a>). Der Anstieg fiel damit ausgerechnet in die Woche, in der die Fed straffte und der Dollar \u00fcber 100 sprang.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Erkl\u00e4rung: Die Treiber der Rally waren diesmal nicht der Dollar. Die Rendite zehnj\u00e4hriger US-Staatsanleihen fiel von rund 5,04 auf etwa 4,96 Prozent, Brent rutschte unter 100 Dollar, und die Nachfrage \u00fcber die Spot-ETFs blieb robust (<a href='https:\/\/cryptonews.com\/news\/bitcoin-reclaims-85000\/'>Cryptonews<\/a>). Bezeichnend ist der Zeitpunkt: Der Anstieg kam sogar, nachdem der US-Senat am 15. September den CLARITY Act abgelehnt hatte, also trotz eines regulatorischen R\u00fcckschlags. Wenn ein Markt auf schlechte Nachrichten mit St\u00e4rke reagiert, sagt das mehr \u00fcber die interne Positionierung als \u00fcber den Makro-Hintergrund. Genau diese Neubepreisung des Hebels haben wir separat <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/funding-fed-hike-hebel-neu-bepreist-2026\/'>im Perp-Funding nach dem Fed-Hike<\/a> aufgeschl\u00fcsselt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Lehre daraus ist nicht, dass der Dollar egal w\u00e4re. Die Lehre ist, dass die Beziehung zwischen DXY und Bitcoin kein Naturgesetz ist, sondern ein Zusammenhang, der je nach Marktregime unterschiedlich stark und sogar mit unterschiedlichem Vorzeichen auftritt. Diese Woche dominierten Bitcoin-eigene Faktoren; das Vorzeichen der Korrelation trat vor\u00fcbergehend in den Hintergrund.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Die vier Kan\u00e4le: wie ein starker Dollar \u00fcberhaupt auf Krypto wirkt<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Um zu verstehen, warum der Zusammenhang mal greift und mal nicht, hilft es, die vier \u00dcbertragungswege getrennt zu betrachten. Nicht alle sind gleichzeitig aktiv, und darin liegt der Schl\u00fcssel.<\/p><ul class='wp-block-list'><li><strong>Der Nenner-Kanal.<\/strong> Bitcoin wird prim\u00e4r in Dollar gehandelt. Wird der Dollar teurer, kostet dieselbe Menge Bitcoin mechanisch mehr Euro oder Yen, selbst wenn sich am inneren Wert nichts \u00e4ndert. Ein steigender DXY dr\u00fcckt Dollar-Preise rein rechnerisch nach unten.<\/li><li><strong>Der Risiko-Kanal.<\/strong> Ein stark steigender Dollar ist oft ein Krisensignal, ein globaler Griff nach Liquidit\u00e4t. In solchen Phasen (etwa im M\u00e4rz 2020) verkaufen Anleger risikoreiche Anlagen und Krypto gleichzeitig; die Korrelation wird dann sehr negativ.<\/li><li><strong>Der Liquidit\u00e4ts- und Realzins-Kanal.<\/strong> Ein starker Dollar geht meist mit h\u00f6heren Realzinsen und strafferen Finanzierungsbedingungen einher. Das erh\u00f6ht die Opportunit\u00e4tskosten, unverzinstes Bitcoin zu halten, und zieht Kapital in Geldmarkt und Anleihen.<\/li><li><strong>Der Debasement-Kanal.<\/strong> F\u00e4llt der Dollar aus Sorge um Staatsschulden oder Notenpresse, erz\u00e4hlen manche eine Bitcoin-als-Wertspeicher-Geschichte. Dieser Kanal wirkt umgekehrt: schwacher Dollar, starke Bitcoin-Erz\u00e4hlung.<\/li><\/ul><p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Woche war vor allem der Nenner-Kanal aktiv, und der wurde von den positiven Bitcoin-eigenen Impulsen \u00fcberkompensiert. Der Risiko-Kanal blieb aus, weil es keinen Liquidit\u00e4tsstress gab; im Gegenteil, die Renditen fielen leicht. Wenn nur der schw\u00e4chste Kanal zieht, kann Bitcoin einen steigenden Dollar problemlos ignorieren.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Regimeabh\u00e4ngige Korrelation: warum das Vorzeichen wechselt<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">\u00dcber lange Zeitr\u00e4ume ist die inverse Beziehung real. In den Jahren 2014 bis 2020 lag die Korrelation zwischen DXY und Bitcoin um die minus 0,7, in der ETF-\u00c4ra hat sie sich auf etwa minus 0,45 abgeschw\u00e4cht (<a href='https:\/\/www.osl.com\/hk-en\/academy\/article\/the-us-dollar-index-vs-bitcoin-why-the-inverse-correlation-matters'>OSL Academy<\/a>). Doch die Bandbreite ist enorm. Im April 2026 war die 30-Tage-Korrelation mit rund minus 0,90 so extrem invers wie zuletzt 2022; wenige Wochen zuvor, im M\u00e4rz 2026, drehte sie kurzzeitig sogar ins Positive, als DXY und Bitcoin gemeinsam stiegen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Vetle Lunde, Forschungsleiter bei K33 Research, bringt es n\u00fcchtern auf den Punkt: &bdquo;softer correlations are to be expected&ldquo;, weichere Korrelationen seien zu erwarten (<a href='https:\/\/www.coindesk.com\/markets\/2026\/07\/28\/remotely-dovish-fed-could-be-good-for-bitcoin-says-analyst'>CoinDesk<\/a>). Der Grund ist die ver\u00e4nderte K\u00e4uferstruktur: Institutionelle Zufl\u00fcsse \u00fcber die Spot-ETFs, Unternehmensbilanzen und ein reiferer Derivatemarkt haben Bitcoin teilweise von der reinen Makro-Liquidit\u00e4tswette entkoppelt. Der gr\u00f6\u00dfte Nachfrager am Markt ist heute oft ein Custody-Anbieter, der ETF-Best\u00e4nde verwahrt, und nicht mehr der spekulative Kleinanleger von fr\u00fcher.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Ein konkretes Beispiel f\u00fcr diese Instabilit\u00e4t lieferte das Fr\u00fchjahr 2026. Im M\u00e4rz stiegen DXY und Bitcoin ausnahmsweise gemeinsam: Der Index kletterte auf rund 100,24, w\u00e4hrend Bitcoin bis etwa 73.800 Dollar zulegte. Analysten von JPMorgan werteten das als seltenes positives Vorzeichen, das sich binnen Wochen wieder ins Negative drehte. Solche Episoden sind der beste Beleg daf\u00fcr, dass die Faustregel keine Konstante ist, sondern eine Tendenz, die von Liquidit\u00e4t, Positionierung und Erz\u00e4hlung \u00fcberlagert wird.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Das Muster erinnert an die sogenannte Dollar-Smile-Theorie: Der Dollar tendiert dazu, sowohl in einer starken US-Wirtschaft als auch in einer globalen Krise zu steigen, und nur in der lauen Mitte zu schw\u00e4cheln. F\u00fcr Krypto hei\u00dft das: Ob ein starker Dollar schadet, h\u00e4ngt davon ab, warum er stark ist. Steigt er wegen einer robusten US-Konjunktur (wie jetzt), kann Risiko trotzdem gefragt bleiben; steigt er wegen Panik, ist das Gift. Das Vorzeichen ist regimeabh\u00e4ngig, nicht in Stein gemei\u00dfelt.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Regime<\/th><th>Was mit dem Dollar passiert<\/th><th>Typische Bitcoin-Reaktion<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Robuste US-Konjunktur<\/td><td>DXY steigt (Zinsvorsprung)<\/td><td>Kann trotzdem steigen, Korrelation schwach<\/td><\/tr><tr><td>Globale Liquidit\u00e4tskrise<\/td><td>DXY springt (Flucht in Dollar)<\/td><td>F\u00e4llt stark, Korrelation stark negativ<\/td><\/tr><tr><td>Debasement-Sorge<\/td><td>DXY f\u00e4llt<\/td><td>Steigt, Wertspeicher-Erz\u00e4hlung<\/td><\/tr><tr><td>ETF-getriebener Zufluss<\/td><td>DXY-Bewegung nebens\u00e4chlich<\/td><td>Folgt eigenen Fl\u00fcssen, Korrelation lose<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><figcaption>Der Zusammenhang wechselt mit dem Regime. Quellen: OSL Academy, K33 Research.<\/figcaption><\/figure><h2 class='wp-block-heading'>Was der starke Dollar f\u00fcr ein Euro-Depot hei\u00dft<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Hier wird es f\u00fcr \u00f6sterreichische Anleger konkret. Wer Bitcoin h\u00e4lt, h\u00e4lt faktisch eine Dollar-Position, denn der Referenzkurs steht in Dollar. Bewegt sich EUR\/USD, ver\u00e4ndert das den Euro-Wert des Depots, ganz unabh\u00e4ngig davon, was Bitcoin in Dollar macht. Und der Euro ist zuletzt gefallen: von rund 1,16 Anfang September auf etwa 1,14, also gut anderthalb Prozent schw\u00e4cher.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Rechenbeispiel: Angenommen, Bitcoin steht in Dollar still, aber EUR\/USD f\u00e4llt von 1,16 auf 1,14. Dann steigt der Euro-Wert derselben Bitcoin-Menge um rund 1,7 Prozent, allein durch die Wechselkursbewegung. Ein steigender Dollar polstert also die Euro-Rendite. Diese Woche kam beides zusammen: eine Dollar-Rally von etwa 13 Prozent bei Bitcoin selbst plus ein R\u00fcckenwind aus dem schw\u00e4cheren Euro. F\u00fcr ein Euro-Depot war der starke Dollar damit kein Gegenwind, sondern ein Verst\u00e4rker. Es ist das genaue Spiegelbild des Fr\u00fchsommers, als ein erstarkender Euro die Euro-Rendite auffra\u00df.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Rechnung funktioniert allerdings in beide Richtungen. Sollte die Fed im Dezember doch nicht erh\u00f6hen oder die Konjunktur kippen, k\u00f6nnte der Dollar so schnell nachgeben, wie er gestiegen ist; dann wird aus dem Euro-R\u00fcckenwind ein Euro-Gegenwind, der die Bitcoin-Rendite in Euro auffrisst. Wer sein Depot in Euro misst, tr\u00e4gt also implizit eine Dollar-Wette mit, ob er will oder nicht. Ein Teil des vermeintlichen Krypto-Risikos ist in Wahrheit reines W\u00e4hrungsrisiko, und das l\u00e4sst sich, anders als der Bitcoin-Kurs selbst, mit Blick auf den Zinskalender halbwegs einsch\u00e4tzen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Steuerlich bleibt die Lage in \u00d6sterreich klar geregelt: Krypto-Gewinne fallen seit der \u00d6kosozialen Steuerreform 2022 unter den Sondersteuersatz von 27,5 Prozent (Paragraf 27a EStG), und inl\u00e4ndische Plattformen wie der FMA-lizenzierte Anbieter Bitpanda behalten die KESt seit 1. J\u00e4nner 2024 automatisch ein. Wichtig: Der Wechselkursgewinn ist Teil des in Euro gemessenen Ver\u00e4u\u00dferungsgewinns, nicht getrennt zu behandeln. Wer die Wechselwirkung von Zinsen, Duration und Krypto im heimischen Kontext vertiefen will, dem sei unsere Analyse zur <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/stille-duration-oesterreich-pensionen-ldi-bitcoin-2026\/'>stillen Duration in \u00d6sterreichs Pensionen<\/a> empfohlen.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Der blinde Fleck des Index: nur sechs reiche W\u00e4hrungen<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">So n\u00fctzlich der DXY als schnelles Thermometer ist, so gro\u00df ist seine strukturelle Schw\u00e4che: Er bildet nur sechs W\u00e4hrungen reicher Industriel\u00e4nder ab. Der chinesische Yuan, der mexikanische Peso, die indische Rupie, der brasilianische Real und der koreanische Won fehlen komplett, obwohl viele davon zu den wichtigsten Handelspartnern der USA z\u00e4hlen. Der DXY misst also weniger den globalen Dollar als das Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnis Dollar gegen Euro-Block.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Wer den echten globalen Dollar sehen will, greift besser zum Nominal Broad Dollar Index der Fed (H.10). Er umfasst rund 26 W\u00e4hrungen, gewichtet nach Handelsvolumen, und dort hat allein der Yuan ein Gewicht von etwa 16 Prozent (<a href='https:\/\/www.federalreserve.gov\/releases\/h10\/weights\/'>federalreserve.gov<\/a>). In Phasen, in denen der DXY und der Broad Index auseinanderlaufen, erz\u00e4hlt der breitere Index oft die ehrlichere Geschichte \u00fcber die weltweite Dollar-Nachfrage.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Im gro\u00dfen Bild verliert der Dollar zudem langsam an relativem Gewicht. Sein Anteil an den globalen W\u00e4hrungsreserven liegt heute bei knapp 57 Prozent, gegen\u00fcber rund 71 Prozent im Jahr 2000 (<a href='https:\/\/data.imf.org\/en\/datasets\/IMF.STA:COFER'>IWF COFER<\/a>); Zentralbanken kaufen seit Jahren Rekordmengen Gold. Europa versucht seinerseits, eine on-chain-Antwort zu geben: Wie Zentralbankgeld f\u00fcr Banken auf die Blockchain kommt, zeigt unser Beitrag \u00fcber den <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/pontes-zentralbankgeld-onchain-banken-wholesale-2026\/'>Livegang von Pontes<\/a>. Der DXY bleibt trotzdem der meistgehandelte Referenzwert, einfach weil er als ICE-Future liquide und alt ist. Man sollte nur wissen, was er misst und was nicht.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Warsh macht den Dollar zur Politikvariable<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Ein untersch\u00e4tzter Aspekt dieses Zyklus ist, dass der neue Fed-Chef den Wechselkurs offen als politisches Signal benennt. In seiner Rede in Jackson Hole Ende August z\u00e4hlte Warsh &bdquo;the foreign exchange value of the dollar&ldquo; ausdr\u00fccklich zu den Marktgr\u00f6\u00dfen, die die Notenbank liest, neben &bdquo;the cost and availability of credit&ldquo; und &bdquo;the price of a broad set of commodities&ldquo; (<a href='https:\/\/www.federalreserve.gov\/newsevents\/speech\/warsh20260828a.htm'>federalreserve.gov<\/a>). Ein Fed-Chef, der den Devisenwert des Dollars als Signal nennt, macht den DXY damit indirekt zu einer beobachteten Variablen der Geldpolitik.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Das ist mehr als Rhetorik. Der einstimmige Zinsschritt vom 16. September erfolgte gegen den erkl\u00e4rten politischen Wunsch nach Zinssenkungen aus dem Wei\u00dfen Haus, und Warsh betonte wiederholt die Unabh\u00e4ngigkeit der Notenbank. Ein Dollar, der stark bleibt, weil die Fed die Inflation ernst nimmt, ist ein anderer Dollar als einer, der aus Panik steigt. F\u00fcr Krypto-Anleger hei\u00dft das: Nicht jeder DXY-Anstieg ist gleich zu bewerten. Der aktuelle ist ein Konjunktur- und Glaubw\u00fcrdigkeitssignal, kein Krisensignal, und das erkl\u00e4rt, warum Bitcoin diesmal nicht einbrach.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die Geldpolitik hat das eine unbequeme Nebenwirkung. Ein Fed-Chef, der den Dollarkurs offen als Signal liest, riskiert, dass die M\u00e4rkte jede Devisenbewegung als geldpolitische Botschaft deuten. Steigt der DXY zu stark, versch\u00e4rft er von selbst die Finanzierungsbedingungen, was der Fed Arbeit abnimmt, ihr aber auch Kontrolle entzieht. F\u00fcr Anleger hei\u00dft das: Der Dollar ist 2026 nicht blo\u00df ein Spiegel der Zinsen, sondern zunehmend selbst ein Instrument, dessen Bewegungen die Notenbank mitdenkt.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Historische Einordnung: von Plaza bis heute<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Blick in die Historie relativiert die aktuelle Aufregung. Der DXY erreichte sein Allzeithoch von 164,72 im Februar 1985, kurz bevor das Plaza-Abkommen den Dollar bewusst abwertete. Sein Allzeittief markierte er im M\u00e4rz 2008 bei 70,698. Die j\u00fcngere Spitze liegt bei 114,78 im Jahr 2022, als die Fed am aggressivsten straffte (<a href='https:\/\/financer.com\/invest\/dxy-index\/'>Financer<\/a>). Gemessen daran ist ein Stand von 100,9 keine Extremlage, sondern nahe am langfristigen Mittel.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">2025 war ein schwaches Dollar-Jahr; der Index fiel um rund neun Prozent, und im Sommer 2026 rutschte er zeitweise unter 99. Der Sprung zur\u00fcck \u00fcber 100 ist damit eine Normalisierung, keine Eskalation. Wer die Panik-Vokabel &bdquo;Dollar-St\u00e4rke&ldquo; h\u00f6rt, sollte die Skala im Kopf behalten: Zwischen 100 und 115 liegt eine Welt, und wir sind am unteren Ende.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Zeitpunkt<\/th><th>DXY-Niveau<\/th><th>Kontext<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>M\u00e4rz 1973<\/td><td>100,0<\/td><td>Basiswert bei Einf\u00fchrung<\/td><\/tr><tr><td>Februar 1985<\/td><td>164,72<\/td><td>Allzeithoch, kurz vor dem Plaza-Abkommen<\/td><\/tr><tr><td>M\u00e4rz 2008<\/td><td>70,698<\/td><td>Allzeittief, Finanzkrise<\/td><\/tr><tr><td>2022<\/td><td>114,78<\/td><td>H\u00f6hepunkt der Fed-Straffung<\/td><\/tr><tr><td>Sommer 2026<\/td><td>unter 99<\/td><td>Schwacher Dollar, Tief 98,55<\/td><\/tr><tr><td>23. September 2026<\/td><td>rund 100,9<\/td><td>Nach dem Fed-Zinsschritt<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><figcaption>Der DXY im historischen Kontext. Quelle: Financer, tradingeconomics.com.<\/figcaption><\/figure><h2 class='wp-block-heading'>Der Kalender bis Dezember: was jetzt z\u00e4hlt<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die kommenden Wochen ist der Fahrplan entscheidend. Die n\u00e4chste FOMC-Sitzung am 27. und 28. Oktober d\u00fcrfte laut Dot-Plot eher eine Pause sein, auch wenn die Terminm\u00e4rkte hier rund 54 Prozent f\u00fcr einen weiteren Schritt einpreisen. Die eigentliche Entscheidung f\u00e4llt am 8. und 9. Dezember, wenn ein neuer Dot-Plot und die aktualisierten Projektionen vorliegen; hier deutet der Median auf die wahrscheinlichste zweite Erh\u00f6hung des Jahres. Zwischen den Sitzungen z\u00e4hlen die Inflationsdaten (CPI und PCE) und der Arbeitsmarktbericht als Weichensteller.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr den DXY gilt: Solange die Fed hawkish bleibt und die EZB pausiert, bleibt der Zinsvorsprung dollar-positiv. Ein \u00fcberraschend schwacher US-Arbeitsmarkt oder ein deutlicher Inflationsr\u00fcckgang w\u00fcrde die Dezember-Erh\u00f6hung infrage stellen und den Dollar dr\u00fccken; dann k\u00f6nnte sich das Sommer-Muster wiederholen. Umgekehrt w\u00fcrde ein erneuter Inflationsschub den Dollar weiter st\u00fctzen.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Termin<\/th><th>Ereignis<\/th><th>Bedeutung f\u00fcr DXY und Krypto<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Okt (laufend)<\/td><td>US-CPI, PCE, Arbeitsmarkt<\/td><td>Entscheiden \u00fcber den Dezember-Schritt<\/td><\/tr><tr><td>27. bis 28. Okt<\/td><td>FOMC-Sitzung<\/td><td>Laut Dot-Plot eher Pause, Markt uneins<\/td><\/tr><tr><td>Okt und Dez<\/td><td>EZB-Sitzungen<\/td><td>Voraussichtlich Pause bei 2,50 %<\/td><\/tr><tr><td>8. bis 9. Dez<\/td><td>FOMC-Sitzung mit neuem Dot-Plot<\/td><td>Wahrscheinlichster Termin f\u00fcr zweite Erh\u00f6hung<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><figcaption>Die Wegmarken bis Jahresende. Quellen: Federal Reserve, CNBC.<\/figcaption><\/figure><h2 class='wp-block-heading'>Wie man den DXY liest: Thermometer, kein Ausl\u00f6ser<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die praktische Konsequenz aus alldem: Der DXY ist ein Thermometer, kein Ausl\u00f6ser. Er misst die Fieberkurve der globalen Dollar-Nachfrage, aber er sagt nicht mechanisch, was Bitcoin als N\u00e4chstes tut. Wer aus einem DXY-Stand von 100,9 automatisch fallende Kurse ableitet, hat diese Woche Geld verloren.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Sinnvoller ist ein mehrschichtiger Blick. Erstens: Warum bewegt sich der Dollar, Konjunktur oder Krise? Zweitens: Wie verhalten sich die Realzinsen, denn sie sind der eigentliche Hebel auf unverzinstes Bitcoin. Drittens: In welchem Korrelationsregime befinden wir uns, invers, positiv oder entkoppelt? Und viertens: Was macht die K\u00e4uferstruktur, ziehen ETF-Zufl\u00fcsse den Kurs unabh\u00e4ngig vom Makro? Erst die Kombination ergibt ein Bild. Der starke Analyst Karl Schamotta von Corpay warnte schon l\u00e4nger, man habe &bdquo;an over-valued U.S. dollar from a fundamental standpoint&ldquo;, also einen fundamental \u00fcberbewerteten Dollar (<a href='https:\/\/finance.yahoo.com\/news\/analysis-dire-dollar-little-light-110310105.html'>Reuters via Yahoo Finance<\/a>); ein R\u00fcckschlag ist also jederzeit m\u00f6glich, wenn der Zinsvorsprung schmilzt.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Fazit: der Dollar ist zur\u00fcck, aber die Regeln sind nuancierter<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Der 16. September markiert eine Wende: Erstmals seit 2023 strafft die Fed wieder, der Dollar steht \u00fcber 100, und der Zinsvorsprung gegen\u00fcber der EZB weitet sich zum Jahresende hin aus. Das ist ein handfester R\u00fcckenwind f\u00fcr den DXY. Doch die alte Gleichung &bdquo;starker Dollar gleich schwache Krypto&ldquo; hat diese Woche versagt, weil Bitcoin von eigenen Kr\u00e4ften getragen wurde, fallende Renditen, stabile ETF-Nachfrage und eine widerstandsf\u00e4hige Positionierung.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr \u00f6sterreichische Anleger ist die Botschaft zweigeteilt. Kurzfristig ist ein starker Dollar f\u00fcr ein Euro-Depot sogar g\u00fcnstig, weil der schw\u00e4chere Euro die Rendite polstert. Mittelfristig gilt: Beobachten Sie nicht den DXY-Stand isoliert, sondern warum sich der Dollar bewegt und was die Realzinsen tun. Solange die Dollar-St\u00e4rke ein Konjunktur- und kein Krisensignal ist, muss sie Bitcoin nicht bremsen. Kippt sie in Panik, sieht die Welt anders aus. Genau darin liegt der Unterschied zwischen einem Thermometer und einem Ausl\u00f6ser.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Frequently Asked Questions<\/h2><h3 class='wp-block-heading'>Was ist der DXY und was misst er?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Der US Dollar Index (DXY) misst den Wert des US-Dollars gegen einen fixen Korb von sechs W\u00e4hrungen. Der Euro dominiert mit rund 57,6 Prozent, gefolgt von Yen, Pfund, kanadischem Dollar, schwedischer Krone und Schweizer Franken. Der Index startete 1973 bei einem Basiswert von 100 und wird von der ICE als geometrisch gewichtetes Mittel berechnet. Weil der Euro mehr als die H\u00e4lfte ausmacht, ist der DXY faktisch fast ein umgedrehter EUR\/USD-Chart.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Warum steigt der Dollar-Index nach der Fed-Zinserh\u00f6hung im September 2026?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Fed hob den Leitzins am 16. September erstmals seit 2023 auf 3,75 bis 4,00 Prozent an und signalisierte \u00fcber den Dot-Plot einen weiteren Schritt bis Jahresende. Weil die EZB bei 2,50 Prozent eher pausiert, weitet sich der Zinsvorsprung der USA wieder aus, was Kapital in den Dollar zieht. Der DXY kletterte dadurch \u00fcber 100 auf rund 100,9, den h\u00f6chsten Stand seit Ende Juli.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Bedeutet ein starker Dollar automatisch fallende Bitcoin-Kurse?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Nein. Die inverse Beziehung ist \u00fcber lange Zeitr\u00e4ume real, aber regimeabh\u00e4ngig. Im September 2026 stieg Bitcoin trotz eines Dollar-Index \u00fcber 100 auf ein Achtmonatshoch, weil fallende Anleiherenditen, stabile ETF-Zufl\u00fcsse und eine widerstandsf\u00e4hige Positionierung die Dollar-St\u00e4rke \u00fcberkompensierten. Entscheidend ist, warum der Dollar steigt: aus Konjunkturst\u00e4rke oder aus Krisenpanik.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Was hei\u00dft ein starker Dollar f\u00fcr \u00f6sterreichische Krypto-Anleger?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Bitcoin ist faktisch eine Dollar-Position, gemessen wird das Depot aber in Euro. F\u00e4llt der Euro (wie zuletzt von 1,16 auf 1,14), steigt der Euro-Wert der Bitcoin-Best\u00e4nde allein durch den Wechselkurs um rund 1,7 Prozent. Ein starker Dollar polstert also kurzfristig die Euro-Rendite. Steuerlich gilt der Sondersteuersatz von 27,5 Prozent, und der Wechselkursgewinn ist Teil des Euro-Ver\u00e4u\u00dferungsgewinns.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Wie geht es mit den US-Zinsen und dem DXY bis Dezember 2026 weiter?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Dot-Plot deutet auf einen weiteren Zinsschritt, wobei die Dezember-Sitzung am 8. und 9. Dezember als wahrscheinlichster Termin gilt und Oktober eher eine Pause ist. Solange die Fed hawkish bleibt und die EZB pausiert, bleibt der Zinsvorsprung dollar-positiv. Schwache US-Daten oder ein Inflationsr\u00fcckgang w\u00fcrden die Dezember-Erh\u00f6hung infrage stellen und den Dollar wieder dr\u00fccken.<\/p><script type=\"application\/ld+json\">{\"@context\":\"https:\/\/schema.org\",\"@type\":\"FAQPage\",\"mainEntity\":[{\"@type\":\"Question\",\"name\":\"Was ist der DXY und was misst er?\",\"acceptedAnswer\":{\"@type\":\"Answer\",\"text\":\"Der US Dollar Index (DXY) misst den Wert des US-Dollars gegen einen fixen Korb von sechs W\u00e4hrungen. Der Euro dominiert mit rund 57,6 Prozent, gefolgt von Yen, Pfund, kanadischem Dollar, schwedischer Krone und Schweizer Franken. Der Index startete 1973 bei einem Basiswert von 100 und wird von der ICE als geometrisch gewichtetes Mittel berechnet. 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