{"id":478,"date":"2026-09-23T20:50:27","date_gmt":"2026-09-23T20:50:27","guid":{"rendered":"https:\/\/hoge.gg\/at\/der-glaeserne-wal-whale-alerts-hyperliquid-2026\/"},"modified":"2026-09-23T20:50:27","modified_gmt":"2026-09-23T20:50:27","slug":"der-glaeserne-wal-whale-alerts-hyperliquid-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hoge.gg\/at\/der-glaeserne-wal-whale-alerts-hyperliquid-2026\/","title":{"rendered":"Der gl\u00e4serne Wal: Whale Alerts auf Hyperliquid"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Am 20. August 2026 dauerte es zw\u00f6lf Sekunden. In dieser knappen Spanne l\u00f6ste sich eine Short-Position \u00fcber 50.000 Ether auf, rund 108 Millionen US-Dollar Nominalwert, aufgebaut \u00fcber mehr als zwei Monate von einer Adresse mit dem sprechenden Namen pension-usdt.eth. F\u00fcnf erzwungene Kauforders in Serie, jede teurer als die vorige, trieben den Ether-Preis mitten in der Liquidation um etwa 43 Dollar nach oben; den letzten Brocken von 1.417 ETH schluckte der protokolleigene Ausfallfonds. Unterm Strich verbrannte rund die H\u00e4lfte der zuvor erzielten 49 Millionen Dollar an Short-Gewinnen (<a href='https:\/\/www.coindesk.com\/markets\/2026\/08\/20\/trader-who-made-usd49-million-shorting-crypto-lost-usd24-million-on-ether-in-12-seconds'>CoinDesk<\/a>).<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Bemerkenswert war nicht die Gr\u00f6\u00dfe. Bemerkenswert war, dass die gesamte \u00d6ffentlichkeit live zusehen konnte, Block f\u00fcr Block. Auf Hyperliquid, der mit deutlichem Abstand gr\u00f6\u00dften dezentralen Perpetual-B\u00f6rse, ist jede Position offen einsehbar: Einstiegspreis, Hebel, Liquidationsniveau, unrealisierter Gewinn, hinterlegte Sicherheit, Finanzierungssatz. Ein Whale Alert bedeutet hier nicht, dass eine anonyme Wallet Coins auf eine B\u00f6rse geschoben hat, deren Zweck niemand kennt. Er zeigt die komplette Wette eines Gro\u00dfspekulanten, inklusive Sollbruchstelle.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Das verschiebt die ganze Logik des Whale-Watchings. Der klassische On-Chain-Alert ist ein R\u00e4tsel; der Hyperliquid-Alert ist ein offenes Buch. Doch ein offenes Buch, das alle gleichzeitig lesen, ist selten ein Vorsprung, und manchmal ist es eine Zielscheibe. Dieser Beitrag seziert den gl\u00e4sernen Wal: was seine Position wirklich verr\u00e4t, wie Transparenz zur Waffe wird, was der Stresstest rund um die erste Fed-Zinserh\u00f6hung seit 2023 zeigte, und was f\u00fcr Anlegerinnen und Anleger in \u00d6sterreich unter MiFID II, FMA und dem Steuerrecht gilt.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Zw\u00f6lf Sekunden, \u00f6ffentlich im Blockexplorer<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Fall pension-usdt.eth ist ein Lehrst\u00fcck. Die Wallet hatte \u00fcber Wochen mit Short-Positionen rund 49 Millionen Dollar verdient und war zur Legende der On-Chain-Beobachter geworden. Dann drehte der Markt. Eine scharfe Rally zwang die 50.000-ETH-Short in die Liquidation, und weil Hyperliquid Positionen in Echtzeit abwickelt, geschah der Rest in zw\u00f6lf Sekunden: f\u00fcnf Zwangsk\u00e4ufe, die den Preis mit jedem Schritt weiter nach oben schoben, sodass der jeweils n\u00e4chste Teil der Short teurer glattzustellen war. Was der Markt dabei sah, war kein nachtr\u00e4glicher Kontoauszug, sondern die Exekution selbst, Order f\u00fcr Order (<a href='https:\/\/www.newsbtc.com\/news\/hyperliquid-trader-loses-26m-as-ether-short-unwinds-in-seconds\/'>NewsBTC<\/a>).<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Auf einer klassischen Blockchain h\u00e4tte man sp\u00e4ter ein paar Transfers gesehen und \u00fcber deren Bedeutung ger\u00e4tselt. Auf Hyperliquid war die Absicht nie strittig: eine gehebelte Short, ein bekannter Liquidationspreis, ein sichtbarer Countdown. Der Grund liegt in der Architektur. Hyperliquid f\u00fchrt ein vollst\u00e4ndiges Orderbuch auf einer eigenen Layer-1 und schreibt Positionen, Margin und Zwangsaufl\u00f6sungen direkt auf die Kette, statt sie wie eine zentrale B\u00f6rse in einer internen Datenbank zu verstecken. Wer die Kette liest, liest damit den Handelsplatz selbst.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Genau diese Legibilit\u00e4t, diese vollst\u00e4ndige Lesbarkeit, ist das definierende Merkmal der Plattform. Sie macht den Unterschied zwischen einem Ger\u00fccht und einer Tatsache: Wo ein On-Chain-Alert auf einer normalen Blockchain die Fantasie anregt, liefert der Hyperliquid-Alert die Fakten frei Haus. Das ist ein Segen f\u00fcr die Analyse und ein Fluch f\u00fcr den Wal, der beobachtet wird. Beides geh\u00f6rt untrennbar zusammen, und beides erkl\u00e4rt, warum ein Whale Alert hier etwas grundlegend anderes ist als anderswo.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Was ein Whale Alert auf Hyperliquid wirklich zeigt<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Dienste wie Whale Alert melden On-Chain-Transfers ab einer Schwelle von etwa zehn Millionen US-Dollar \u00fcber Dutzende Ketten hinweg (<a href='https:\/\/whale-alert.io\/'>Whale Alert<\/a>). Das Problem: Ein Transfer ist mehrdeutig. Eine Einzahlung auf eine B\u00f6rse ist kein Verkauf, sie kann Sicherheit f\u00fcr einen Kredit sein, eine Umschichtung ins Cold Storage oder die Vorbereitung eines l\u00e4ngst ausgehandelten OTC-Deals. Alerts zeigen Bewegung, nie Absicht.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Wie wir bereits gezeigt haben, ist der gr\u00f6\u00dfte On-Chain-Wal des Jahres oft schlicht ein <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/whale-alerts-verwahrer-custody-etf-plumbing-2026\/'>Verwahrer, der Kundengelder umbucht<\/a>, nicht ein Spekulant mit einer Meinung. ETF-Baskets, Proof-of-Reserves-Rotationen und Wechsel zwischen Omnibus- und segregierten Wallets erzeugen die gr\u00f6\u00dften Pings des Jahres, und alle sind reine Infrastruktur. Der Hyperliquid-Alert kennt diese Mehrdeutigkeit nicht. Er zeigt eine gerichtete Wette mit klaren Parametern: Long oder Short, wie viel Hebel, ab welchem Kurs die Position stirbt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die folgende Gegen\u00fcberstellung macht den Unterschied deutlich. Sie ist zugleich eine Warnung: Wer beide Alert-Typen gleich behandelt, liest den einen zu w\u00f6rtlich und den anderen zu naiv.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Merkmal<\/th><th>On-Chain-Transfer-Alert<\/th><th>Hyperliquid-Positions-Alert<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Ausl\u00f6ser<\/td><td>Coins wechseln die Adresse<\/td><td>Position wird er\u00f6ffnet, ver\u00e4ndert oder liquidiert<\/td><\/tr><tr><td>Sichtbare Daten<\/td><td>Betrag, Sender, Empf\u00e4nger<\/td><td>Einstieg, Gr\u00f6\u00dfe, Hebel, Liquidationspreis, PnL, Sicherheit, Funding<\/td><\/tr><tr><td>Absicht erkennbar<\/td><td>nein (Einzahlung ist kein Verkauf)<\/td><td>ja, Richtung und Hebel sind eindeutig<\/td><\/tr><tr><td>Zeithorizont<\/td><td>unbekannt<\/td><td>ablesbar an Hebel und Liquidationsabstand<\/td><\/tr><tr><td>Hauptunsicherheit<\/td><td>Custody-Rauschen, OTC-Blindstellen<\/td><td>Reflexivit\u00e4t: die Position wird selbst zum Ziel<\/td><\/tr><tr><td>Wer meldet<\/td><td>Whale Alert, Arkham, Lookonchain<\/td><td>Nativer Explorer, Hyperdash, CoinGlass<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><h2 class='wp-block-heading'>Hyperliquid in Zahlen: die gr\u00f6\u00dfte B\u00fchne f\u00fcr \u00f6ffentliche Wetten<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Warum Hyperliquid und nicht irgendeine andere Perp-B\u00f6rse? Weil die B\u00fchne gro\u00df genug ist, dass das Publikum z\u00e4hlt. Ende September 2026 f\u00fchrte Hyperliquid den Sektor der dezentralen Perpetuals mit rund 239 Milliarden Dollar Handelsvolumen in 30 Tagen an und hielt damit gut ein Drittel des On-Chain-Perp-Volumens (<a href='https:\/\/www.cryptotimes.io\/2026\/09\/17\/hyperliquid-leads-30-day-perpetual-volume-with-nearly-240b\/'>The Crypto Times<\/a>). Das Open Interest kletterte am 20. September auf ein Rekordhoch von \u00fcber 8,1 Milliarden Dollar, was rund 10,9 Prozent des globalen Perpetual-Marktes entsprach (<a href='https:\/\/cryptobriefing.com\/hyperliquid-open-interest-8-billion-all-time-high\/'>Crypto Briefing<\/a>). Der Total Value Locked lag laut DefiLlama bei etwa 7,6 Milliarden Dollar (<a href='https:\/\/defillama.com\/protocol\/hyperliquid'>DefiLlama<\/a>).<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Eigentoken HYPE notierte laut CoinGecko bei rund 81,75 Euro, ein Plus von etwa 18 Prozent in sieben Tagen, mit einer Marktkapitalisierung von gut 18 Milliarden Euro auf Rang elf (<a href='https:\/\/www.coingecko.com\/en\/coins\/hyperliquid\/eur'>CoinGecko<\/a>). Herzst\u00fcck des Systems ist der protokolleigene Liquidit\u00e4tsvault HLP (Hyperliquidity Provider), der als Gegenpartei und Market Maker auftritt und den erw\u00e4hnten Rest der pension-usdt.eth-Short auffing. Er speist einen Kreislauf: Tiefere Liquidit\u00e4t zieht mehr Handel an, mehr Handel erzeugt Geb\u00fchren, und die Geb\u00fchren flie\u00dfen in Liquidit\u00e4tsgeber und Token-R\u00fcckk\u00e4ufe zur\u00fcck.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Dominanz ist kein Naturgesetz. Wettbewerber wie Aster und Lighter greifen an, doch Hyperliquid bleibt der Ort, an dem die gr\u00f6\u00dften \u00f6ffentlichen Wetten stattfinden, und damit der Ort, an dem Whale-Watching zum Massensport wird. Die Reichweite reicht sogar bis in die Gaming-Welt: Der st\u00e4rkste Wachstumstreiber der Spielechain Beam war zuletzt keine App im Spiel, sondern <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/beam-2026-von-gaming-chain-zum-krypto-fonds\/'>eine Handelsanwendung auf Hyperliquid<\/a>. Wo so viel Kapital sichtbar liegt, entsteht ein Publikum, und wo ein Publikum entsteht, \u00e4ndert sich das Spiel.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Vom Spektakel zum Sport: der Fall James Wynn<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Bevor pension-usdt.eth in Sekunden vergl\u00fchte, hatte der pseudonyme Trader James Wynn im Mai 2025 gezeigt, was radikale Transparenz aus einem Gro\u00dfspekulanten macht. Wynn baute einen Bitcoin-Long \u00fcber 1,27 Milliarden Dollar mit 40-fachem Hebel auf. Auf dem H\u00f6hepunkt wies die Position rund 40 Millionen Dollar Buchgewinn aus; acht Tage sp\u00e4ter war das Konto von etwa 90 auf 5 Millionen Dollar gefallen, ein Minus von 94 Prozent. CoinDesk taufte ihn den meistbeobachteten Wal der Kryptowelt, nachdem er \u00fcber 16,8 Milliarden Dollar Handelsvolumen bewegt und schlie\u00dflich die volle Liquidation kassiert hatte (<a href='https:\/\/www.coindesk.com\/markets\/2025\/05\/31\/cryptos-most-watched-whale-gets-fully-liquidated-after-placing-billions-in-risky-bets'>CoinDesk<\/a>).<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Geschichte endete nicht mit dem ersten Absturz. Wynn er\u00f6ffnete neue Wallets, versuchte es erneut mit gehebelten BTC- und PEPE-Longs und wurde wieder und wieder liquidiert, bis von einem Konto, das einst neunstellig gewesen war, nur noch ein sechsstelliger Rest blieb (<a href='https:\/\/www.dlnews.com\/articles\/defi\/hyperliquid-trader-james-wynn-liquidated-nine-times\/'>DL News<\/a>). Jeder Versuch war \u00f6ffentlich, jede Liquidation ein Ereignis, das Tausende auf ihren Bildschirmen mitverfolgten.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Analyst Rick Maeda von Presto Research beschrieb den Kern des Ph\u00e4nomens: Wynn wurde nicht allein durch schiere Gr\u00f6\u00dfe marktbewegend, sondern dadurch, dass er selbst zur Erz\u00e4hlung wurde. Seine \u00f6ffentlichen Ein- und Ausstiege erzeugten sichtbaren Preisdruck, und seine drohende Liquidation wurde zu einem breit erwarteten Ereignis, auf das sich andere positionierten (<a href='https:\/\/www.prestolabs.io\/research\/how-to-lose-85mm-james-wynns-1-27b-btc-long'>Presto Research<\/a>). Hier kippte Whale-Watching vom Spektakel zum Sport: Die Menge sah nicht mehr nur zu, sie handelte gegen den Wal.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Radikale Transparenz als Design: Jeff Yans Wette<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Sichtbarkeit ist kein Betriebsunfall, sie ist Programm. Hyperliquid-Gr\u00fcnder Jeff Yan bringt die Designphilosophie auf den Punkt: &bdquo;The protocol must be transparent, but individuals must have privacy. These two are not in conflict&ldquo; (<a href='https:\/\/www.odaily.news\/en\/post\/5209807'>Odaily<\/a>). Das Protokoll kommt ohne Whitelisting und ohne Admin-Keys aus; alle Trades und Liquidationen sind auf der Kette verifizierbar. Die Idee dahinter: Das System ist gl\u00e4sern, die Person dahinter bleibt pseudonym.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Haken liegt im zweiten Teil. Pseudonymit\u00e4t ist nicht Unsichtbarkeit. Der Name mag verborgen sein, die Position ist es nie. Wer eine gehebelte Wette \u00fcber hunderte Millionen offen auf der Kette h\u00e4lt, hat kein Blatt, das er verdecken kann, nur einen Spielernamen, den ohnehin bald jemand mit einer realen Identit\u00e4t verkn\u00fcpft. Entity-Label-Dienste wie Arkham und Nansen leben genau davon, hinter die Adressen zu blicken.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Genau in dieser L\u00fccke zwischen anonymem Akteur und nacktem Einsatz entsteht das Spiel, das den Rest dieses Textes bestimmt. Yans Argument, Transparenz und Privatsph\u00e4re st\u00fcnden nicht im Widerspruch, gilt f\u00fcr das Protokoll; f\u00fcr den einzelnen Gro\u00dfspekulanten stimmt es nur halb. Sein Kapital ist gesch\u00fctzt vor Zensur, aber nackt vor dem Markt. Auf einer zentralen B\u00f6rse kennt nur der Betreiber die Positionen. Auf Hyperliquid kennt sie jeder, und jeder darf sie ausnutzen.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Wenn Transparenz zur Waffe wird: Liquidation Hunting<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Ein \u00f6ffentlicher Liquidationspreis ist eine Einladung. Wenn Tausende Beobachter wissen, dass eine gro\u00dfe Long bei einem bestimmten Kurs zwangsaufgel\u00f6st wird, entsteht ein Anreiz, den Preis genau dorthin zu treiben. Das nennt sich Liquidation Hunting: Man dr\u00fcckt oder zieht den Markt an eine bekannte Schwelle, l\u00f6st die Zwangsaufl\u00f6sung aus und profitiert von der Kaskade, die die erzwungenen Orders selbst erzeugen. Der Fall pension-usdt.eth zeigte die Mechanik in Reinform, als die f\u00fcnf Zwangsk\u00e4ufe den Ether-Preis mitten in der Abwicklung weiter nach oben rissen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Auf einer intransparenten B\u00f6rse m\u00fcsste ein Angreifer die Liquidationsniveaus sch\u00e4tzen. Auf Hyperliquid stehen sie im Klartext, teils sogar aufbereitet als Heatmap, die zeigt, wo sich die gr\u00f6\u00dften Cluster an Zwangsaufl\u00f6sungen stapeln. Die Verwundbarkeit des Wals ist damit nicht l\u00e4nger seine Positionsgr\u00f6\u00dfe allein, sondern ihre Sichtbarkeit. Kommt ein Auto-Deleveraging hinzu, bei dem das System profitable Gegenpositionen zwangsweise schlie\u00dft, um den Ausfall zu decken, weitet sich der Schaden \u00fcber den urspr\u00fcnglichen Wal hinaus.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Das gilt besonders in nerv\u00f6sen Phasen, in denen der Hebel ohnehin unter Druck steht. Wie extreme Finanzierungss\u00e4tze und d\u00fcnne Liquidit\u00e4t in <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/funding-fed-hike-hebel-neu-bepreist-2026\/'>Kaskaden umschlagen<\/a>, haben wir an anderer Stelle ausf\u00fchrlich beschrieben. Die Pointe f\u00fcr den gl\u00e4sernen Wal: Sein gr\u00f6\u00dfter Vorteil, die vollst\u00e4ndige Kontrolle \u00fcber eine transparente Kette, ist zugleich sein gr\u00f6\u00dftes Risiko, weil dieselbe Transparenz jedem Gegenspieler die Karte liefert.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Copy-Trading und die Reflexivit\u00e4tsfalle<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die naheliegende Reaktion auf einen gl\u00e4sernen Wal lautet: einfach nachmachen. Genau darauf zielen Copy-Trading-Werkzeuge, die erfolgreiche Adressen automatisch spiegeln. Das Problem ist die Reflexivit\u00e4t. Sobald ein Wal wei\u00df, dass eine Menge ihm folgt, wird seine sichtbare Position zum K\u00f6der. Er kann eine gro\u00dfe Long offen zeigen, die Nachahmer einsammeln lassen und dann in die entstandene Liquidit\u00e4t hinein verkaufen. Der Alert misst dann nicht mehr die Temperatur des Marktes, er ist selbst ein Akteur, der den Markt bewegt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Hinzu kommt das Tempo. Latenz- und MEV-Bots handeln den Alert oft, bevor ein Mensch ihn \u00fcberhaupt gelesen hat. Wer manuell kopiert, kauft h\u00e4ufig genau den Ausschlag, den die schnelleren Adressen bereits ausgel\u00f6st haben, und tr\u00e4gt Slippage und Geb\u00fchren, w\u00e4hrend der Vorsprung l\u00e4ngst vergeben ist. Die vermeintlich kostenlose Kopie ist in Wahrheit ein teurer Nachlauf.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die ehrliche Lesart lautet deshalb: Eine \u00f6ffentliche Position ist ein Datenpunkt, kein Kaufsignal. Sie sagt, was jemand tut, nicht, ob er recht hat, und schon gar nicht, ob das Nachmachen nach Kosten noch profitabel ist. Der Wal auf Hyperliquid ist kein Orakel, sondern ein Spieler, der zuf\u00e4llig durch eine Glaswand spielt. Manchmal gewinnt er, oft verliert er spektakul\u00e4r, und die Kopie erwischt bevorzugt den zweiten Fall.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Der JELLY-Schock: als der Wal die B\u00fchne angriff<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die dunkelste Variante der Reflexivit\u00e4t ist der Angriff auf die B\u00fchne selbst. Im M\u00e4rz 2025 er\u00f6ffnete ein Trader einen Short \u00fcber rund sechs Millionen Dollar auf den Memecoin JELLYJELLY und pumpte anschlie\u00dfend den Spot-Preis des Tokens on-chain um 429 Prozent, um die eigene Liquidation zu erzwingen. Die Position landete im HLP-Vault, der dadurch rund zw\u00f6lf Millionen Dollar Buchverlust anh\u00e4ufte, zeitweise stiegen die unrealisierten Verluste auf 13,5 Millionen (<a href='https:\/\/www.coindesk.com\/markets\/2025\/03\/26\/hyperliquid-delists-jellyjelly-after-vault-squeezed-in-usd13m-tussle'>CoinDesk<\/a>).<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Reaktion war ebenso aufschlussreich wie umstritten. Die Validatoren stimmten binnen Minuten f\u00fcr ein Delisting von JELLY und wickelten den Markt bei 0,0095 Dollar ab, weit unter dem damaligen Spot-Preis, womit sie den Gewinn des Angreifers neutralisierten und den Vault sch\u00fctzten; die meisten Nutzer wurden sp\u00e4ter von der Hyper Foundation entsch\u00e4digt (<a href='https:\/\/www.theblock.co\/post\/348314'>The Block<\/a>).<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Vorfall zeigte zweierlei. Erstens: Ein vollst\u00e4ndig lesbarer Vault ist gerade wegen seiner Lesbarkeit angreifbar, weil der Angreifer genau wei\u00df, welche Position das Protokoll zwangsweise \u00fcbernehmen wird und ab welchem Kurs. Zweitens: Eine dezentrale B\u00f6rse, die in Minuten zentral eingreift, muss sich die Frage nach ihrer Dezentralit\u00e4t gefallen lassen. Hyperliquid sch\u00e4rfte danach seine Risikoparameter, doch die Grundspannung blieb: Transparenz l\u00e4dt zur Manipulation ein, und der Schutz davor erfordert manchmal genau die zentrale Hand, die es eigentlich nicht geben sollte.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Nach dem Fed-Hike: der Hebel im Stresstest<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Der September 2026 lieferte den perfekten Stresstest f\u00fcr \u00f6ffentliche Hebelpositionen. Am 16. September hob die Federal Reserve den Leitzins um 25 Basispunkte auf 3,75 bis 4,00 Prozent an, die erste Zinserh\u00f6hung seit 2023, einstimmig mit 12 zu 0 Stimmen und begleitet von einem restriktiven Dot-Plot, der weitere Schritte in Aussicht stellt (<a href='https:\/\/www.cnbc.com\/2026\/09\/16\/fed-rate-decision-september-2026.html'>CNBC<\/a>). Einen Tag zuvor war der CLARITY Act, das gro\u00dfe US-Marktstrukturgesetz, im Senat an der Cloture-Abstimmung gescheitert und hatte die n\u00f6tigen 60 Stimmen verfehlt (<a href='https:\/\/crypto.news\/clarity-act-september-15-vote-cloture-crypto-regulation\/'>crypto.news<\/a>).<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Lehrbuchreaktion w\u00e4re ein Ausverkauf gewesen. Stattdessen zog Bitcoin an: Laut CoinGecko notierte BTC am 23. September bei rund 74.000 Euro, ein Plus von etwa 11,5 Prozent in sieben Tagen (<a href='https:\/\/www.coingecko.com\/en\/coins\/bitcoin\/eur'>CoinGecko<\/a>). Das Muster ist bekannt: Der Markt hatte l\u00e4ngst abgestimmt, die Erwartung war eingepreist, und mit dem Wegfall der Unsicherheit kam die Erleichterung. Wer die Bewegung verstehen will, schaut auf die Derivateebene, wo sich der <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/futures-basis-fed-zinserhoehung-4-prozent-2026\/'>Basis-Aufschlag nach dem Zinsschritt<\/a> neu bildete und der <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/basis-trade-backtest-bitcoin-carry-2019-2026\/'>Carry-Trade seit 2019<\/a> seine Pr\u00e4mie immer wieder auf- und abbaut.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr den gl\u00e4sernen Wal ist eine solche Phase die gef\u00e4hrlichste. Wer mit hohem Hebel in ein datiertes Ereignis wie eine Fed-Sitzung hineinh\u00e4lt, dessen Liquidationsniveau steht offen im Schaufenster, w\u00e4hrend die Volatilit\u00e4t zunimmt. Auf breiter Ebene passte das ins Bild: Der unrealisierte Gewinn kurzfristiger Gro\u00dfhalter erreichte Anfang September laut CryptoQuant-Daten mit rund 9 Milliarden Dollar einen Rekordwert seit Beginn der Aufzeichnungen 2016, und die Bitcoin-Reserven auf Binance stiegen auf den h\u00f6chsten Stand des Jahres, ein Zeichen f\u00fcr nachschubbereites Kapital und f\u00fcr Verkaufsdruck zugleich (<a href='https:\/\/www.hitechies.com\/bitcoin-rate-hike-september-2026\/'>Hitechies<\/a>).<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Zwei Signalklassen: On-Chain-Wal und Positions-Wal<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Es lohnt sich, die beiden Wal-Typen sauber zu trennen, weil sie unterschiedliche Erkenntnisprobleme aufwerfen. Der On-Chain-Transfer-Wal unterinformiert: Man sieht eine Bewegung, aber nicht die Absicht, und ein wachsender Teil der gr\u00f6\u00dften Transfers ist blo\u00dfes Verwahr-Rauschen. Der Positions-Wal auf Hyperliquid \u00fcberinformiert: Man sieht die Absicht glasklar, aber genau deshalb ist sie bereits eingepreist oder wird bespielt. Das eine Signal ist zu leise, das andere zu laut.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die Praxis hei\u00dft das: Kein Alert ist ein kostenloses Signal. Der Transfer verlangt Kontext, kam er von einem OTC-Desk, ging er an eine segregierte Verwahradresse, handelt es sich um eine ETF-Umbuchung. Die \u00f6ffentliche Position verlangt Demut, wer sonst sieht dasselbe, und wer hat schon reagiert, bevor ich es konnte. Beide Fragen kann man beantworten, aber keine davon liefert der Alert selbst.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die drei Episoden, die den gl\u00e4sernen Wal gepr\u00e4gt haben, fassen die Lektion zusammen. Sie unterscheiden sich in Mechanik und Ausgang, doch alle drei zeigen, dass Sichtbarkeit die Position nicht sicherer macht, sondern nur besser lesbar, f\u00fcr Freund und Feind gleicherma\u00dfen.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Episode<\/th><th>Zeitpunkt<\/th><th>Kernzahlen<\/th><th>Was sie zeigte<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>James Wynn<\/td><td>Mai 2025<\/td><td>BTC-Long 1,27 Mrd. $, 40-fach, Konto 90 auf 5 Mio. $<\/td><td>\u00d6ffentliche Position wird zum Spektakel und zur sich selbst erf\u00fcllenden Liquidation<\/td><\/tr><tr><td>pension-usdt.eth<\/td><td>20. Aug. 2026<\/td><td>50.000 ETH short (rund 108 Mio. $), Liquidation in 12 Sekunden, rund 24 Mio. $ Verlust<\/td><td>Geschwindigkeit und Kaskade, der HLP-Vault als letzte Instanz<\/td><\/tr><tr><td>JELLYJELLY<\/td><td>26. M\u00e4rz 2025<\/td><td>rund 6 Mio. $ Short, Spot +429 %, rund 12 Mio. $ Vault-Verlust, Delisting bei 0,0095 $<\/td><td>Der Wal greift die B\u00fchne an; Validatoren-Eingriff und Zentralisierungsfrage<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><h2 class='wp-block-heading'>Die Werkzeuge: wie man den gl\u00e4sernen Wal liest<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Wer \u00f6ffentliche Positionen ernsthaft verfolgen will, kombiniert mehrere Werkzeuge, denn keines ist ein Kauf- oder Verkaufsknopf. Der native Explorer liefert die Rohdaten, spezialisierte Dashboards machen sie lesbar, und Entity-Label-Dienste versuchen, hinter die Pseudonyme zu blicken. Die folgende \u00dcbersicht ordnet die g\u00e4ngigsten Optionen ein.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Werkzeug<\/th><th>Was es zeigt<\/th><th>Grenze<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>app.hyperliquid.xyz (nativer Explorer)<\/td><td>Alle Positionen und Orders on-chain in Echtzeit<\/td><td>Rohdaten, keine Einordnung<\/td><\/tr><tr><td>Hyperdash<\/td><td>Liquidations-Heatmaps, Whale-Alerts, Cohort- und Copytrade-Ansichten<\/td><td>aggregiert, aber interpretationsbed\u00fcrftig<\/td><\/tr><tr><td>CoinGlass<\/td><td>Open Interest, Funding und Liquidationsniveaus marktweit<\/td><td>b\u00f6rsen\u00fcbergreifend, weniger wallet-genau<\/td><\/tr><tr><td>Arkham \/ Nansen<\/td><td>Entity-Labels, Verkn\u00fcpfung zu On-Chain-Identit\u00e4ten<\/td><td>Labels k\u00f6nnen falsch oder veraltet sein<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Reflex, aus einem einzelnen Alert eine Handelsentscheidung abzuleiten, ist der teuerste Fehler. Eine Liquidations-Heatmap zeigt, wo Schmerzen liegen, nicht, wohin der Preis geht; ein Entity-Label kann eine B\u00f6rsen-Hotwallet mit einem Fonds verwechseln. Werkzeuge sch\u00e4rfen die Frage, sie beantworten sie nicht. Am n\u00fctzlichsten sind sie im Verbund: Der Explorer best\u00e4tigt die Rohposition, das Dashboard liefert Kontext, das Label eine m\u00f6gliche Zuordnung, und erst das Zusammenspiel ergibt ein Bild, das \u00fcber blindes Nachahmen hinausgeht.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Onshoring: Trump, die CFTC und die Regulierungsfrage<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">So offshore Hyperliquid heute wirkt, so schnell k\u00f6nnte sich das \u00e4ndern. Am 19. August 2026 sagte US-Pr\u00e4sident Donald Trump, die Terminmarktaufsicht CFTC arbeite daran, Hyperliquid &bdquo;in a fully compliant fashion&ldquo; in die Vereinigten Staaten zu holen; der HYPE-Kurs sprang daraufhin um rund elf Prozent (<a href='https:\/\/www.theblock.co\/news\/regulation\/2026-08-19-hype-token-surges-trump-says-cftc-bring-hyperliquid-us-fully-compliant-fashion-412262'>The Block<\/a>). CFTC-Chef Michael Selig, seit Dezember 2025 im Amt, hatte zuvor angek\u00fcndigt, dezentrale Perp-M\u00e4rkte onshoren zu wollen, und erkl\u00e4rte, die Beh\u00f6rde werde notfalls \u00fcber bestehende Befugnisse ein Regime schaffen und Kryptob\u00f6rsen als eine Art Designated Contract Market einstufen (<a href='https:\/\/www.coindesk.com\/markets\/2026\/08\/19\/hype-jumps-11-as-trump-says-cftc-is-working-to-bring-hyperliquid-to-u-s'>CoinDesk<\/a>).<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Mit dem Scheitern des CLARITY Act ist genau dieser Verwaltungsweg \u00fcber die CFTC zur wahrscheinlichsten Route geworden. Statt eines neuen Gesetzes formt nun die Aufsicht das Spielfeld, Schritt f\u00fcr Schritt, \u00fcber No-Action-Positionen und bestehende Befugnisse. F\u00fcr eine Plattform, deren gesamtes Gesch\u00e4ftsmodell auf erlaubnisfreiem, globalem Zugang beruht, ist das eine heikle Gratwanderung.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr das Whale-Watching h\u00e4tte eine regulierte, onshore betriebene Hyperliquid eine paradoxe Folge. Dieselbe radikale Transparenz, die heute Liquidation Hunting erm\u00f6glicht, w\u00e4re unter einer Marktaufsicht ein Compliance-Vorteil, weil Manipulation l\u00fcckenlos nachweisbar w\u00fcrde. Ein Angriff wie der JELLY-Vorfall hinterlie\u00dfe eine perfekte Beweiskette. Sichtbarkeit sch\u00fctzt niemanden vor dem Markt, aber sie erleichtert dem Aufseher die Arbeit, und das k\u00f6nnte der eigentliche Grund sein, warum Regulierer den gl\u00e4sernen Handelsplatz eher z\u00e4hmen als verbieten wollen.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Was in \u00d6sterreich gilt: MiFID II, FMA und die 55-Prozent-Falle<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr \u00f6sterreichische Anlegerinnen und Anleger ist die wichtigste Unterscheidung juristischer Natur. Perpetuals sind keine Spot-Kryptowerte, sondern Derivate und damit Finanzinstrumente nach MiFID II. Zust\u00e4ndig ist die FMA als nationale Marktaufsicht, nicht die MiCA-Verordnung, die nur Spot-Kryptowerte und deren Dienstleister erfasst. Die zugrunde liegenden Kassabewegungen wiederum fallen unter das MiCA-Marktmissbrauchsregime (Titel VI), das die FMA in \u00d6sterreich vollzieht: Wale beobachten ist legal, das Handeln mit Insiderwissen nicht (<a href='https:\/\/www.fma.gv.at\/kapitalmaerkte\/marktmissbrauch\/micar\/'>FMA<\/a>).<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Hebel offenbart die Kluft zwischen den Welten am deutlichsten. In der EU d\u00fcrfen lizenzierte Anbieter Privatkunden bei Krypto-CFDs nach den ESMA-Produktinterventionsregeln h\u00f6chstens einen Hebel von 2:1 einr\u00e4umen, w\u00e4hrend f\u00fcr Hauptw\u00e4hrungspaare 30:1 gilt (<a href='https:\/\/www.esma.europa.eu\/press-news\/esma-news\/esma-agrees-prohibit-binary-options-and-restrict-cfds-protect-retail-investors'>ESMA<\/a>). Hyperliquid erlaubt bis zu 40-fach. Ein in der EU beaufsichtigter Broker k\u00f6nnte Privatkunden das Produkt, um das sich dieser Text dreht, schlicht nicht anbieten; Hyperliquid kann es, weil es offshore und erlaubnisfrei arbeitet. Der gl\u00e4serne Wal spielt also in einem Regime, das ein regulierter \u00f6sterreichischer Anbieter gar nicht betreten d\u00fcrfte.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Und dann ist da die Steuer. Spot-Kryptow\u00e4hrungen unterliegen in \u00d6sterreich seit der \u00d6kosozialen Steuerreform dem Sondersteuersatz von 27,5 Prozent, den inl\u00e4ndische Plattformen seit 2024 automatisch als KESt einbehalten. Perpetuals dagegen gelten als nicht verbriefte Derivate und fallen nach herrschender Auslegung unter den progressiven Einkommensteuertarif von bis zu 55 Prozent (<a href='https:\/\/artus.at\/blog\/kryptowaehrungen-und-einkommensteuer-wann-gilt-der-sondersteuersatz-von-275-und-wann-der-normale-tarif\/'>ARTUS Steuerberatung<\/a>). Bei einer ausl\u00e4ndischen B\u00f6rse wie Hyperliquid wird zudem keine KESt einbehalten, die korrekte Erfassung und Erkl\u00e4rung liegt vollst\u00e4ndig beim Steuerpflichtigen (<a href='https:\/\/www.blockpit.io\/de-at\/steuer-guides\/krypto-steuer-oesterreich'>Blockpit<\/a>). Wer den gl\u00e4sernen Wal kopiert, \u00fcbernimmt also nicht nur dessen Risiko, sondern auch eine deutlich ung\u00fcnstigere steuerliche Behandlung als beim simplen Spot-Kauf.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Fazit: Sichtbarkeit ist kein Vorteil<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Der gl\u00e4serne Wal ist die ehrlichste Figur im Krypto-Markt: Er versteckt nichts. Doch gerade darin liegt die Pointe. Was alle sehen, ist selten ein Vorsprung, und was der Einzelne offenlegt, wird von der Menge arbitriert oder gegen ihn gewendet. Die pension-usdt.eth-Short, der Absturz von James Wynn und der JELLY-Angriff erz\u00e4hlen dieselbe Geschichte aus drei Winkeln: Legibilit\u00e4t schafft Spektakel, Spektakel schafft Reflexivit\u00e4t, und Reflexivit\u00e4t frisst den Vorteil, den die Sichtbarkeit zu versprechen schien.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Leserinnen und Leser in \u00d6sterreich ist die n\u00fcchterne Bilanz zweifach. Erstens: Eine \u00f6ffentliche Position ist Information, kein Rat; sie sagt, was jemand tut, nie, ob er gewinnt. Zweitens: Eine gehebelte Wette auf einer erlaubnisfreien Offshore-B\u00f6rse, ohne KESt-Sicherheitsnetz und mit bis zu 55 Prozent Steuer auf den Gewinn, ist ein grundlegend anderes Tier als der Kauf von Spot-Bitcoin. Den Wal zu beobachten, ist ein faszinierendes Schauspiel. Ihm zu folgen, ist eine Entscheidung, die Disziplin verlangt, nicht Nachahmung.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>H\u00e4ufige Fragen (FAQ)<\/h2><h3 class='wp-block-heading'>Was zeigt ein Whale Alert auf Hyperliquid?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Anders als ein klassischer On-Chain-Alert, der nur einen Transfer zwischen Adressen meldet, macht Hyperliquid die gesamte Position sichtbar: Einstiegspreis, Gr\u00f6\u00dfe, Hebel, Liquidationspreis, unrealisierten Gewinn und hinterlegte Sicherheit. Die Richtung der Wette ist eindeutig ablesbar, doch dieselbe Sichtbarkeit macht die Position auch angreifbar.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Kann man mit dem Kopieren von Hyperliquid-Walen zuverl\u00e4ssig Geld verdienen?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Selten. Weil jede Position \u00f6ffentlich ist, wei\u00df der Wal, dass er beobachtet wird, und kann Copy-Trader gezielt in eine Richtung locken; schnelle Bots handeln den Alert oft schon vor dem Nachahmer. Eine \u00f6ffentliche Position ist ein Datenpunkt, kein Kaufsignal.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Wie viel Hebel erlaubt Hyperliquid, und was gilt dazu in \u00d6sterreich?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Auf Hyperliquid sind bis zu 40-fache Hebel m\u00f6glich. In der EU d\u00fcrfen lizenzierte Anbieter Privatkunden bei Krypto-CFDs nach den ESMA-Vorgaben h\u00f6chstens einen Hebel von 2:1 anbieten; Hyperliquid arbeitet offshore und erlaubnisfrei. F\u00fcr Derivate ist in \u00d6sterreich die FMA nach MiFID II zust\u00e4ndig, nicht MiCA.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Wie werden Gewinne aus Perpetuals in \u00d6sterreich besteuert?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Perpetuals gelten als nicht verbriefte Derivate und unterliegen dem progressiven Einkommensteuertarif von bis zu 55 Prozent, nicht dem Sondersteuersatz von 27,5 Prozent, der f\u00fcr Spot-Kryptow\u00e4hrungen gilt. Bei einer ausl\u00e4ndischen B\u00f6rse wird keine KESt einbehalten, die korrekte Erkl\u00e4rung liegt beim Steuerpflichtigen.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Was war der JELLY-Vorfall auf Hyperliquid?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Im M\u00e4rz 2025 er\u00f6ffnete ein Trader einen Short auf den Token JELLYJELLY und pumpte den Spot-Preis, um die eigene Liquidation in den HLP-Ausfallfonds zu erzwingen, was rund zw\u00f6lf Millionen Dollar an Buchverlusten verursachte. Die Validatoren stimmten binnen Minuten f\u00fcr ein Delisting und eine Abwicklung bei 0,0095 Dollar, was eine Debatte \u00fcber die Zentralisierung einer dezentralen B\u00f6rse ausl\u00f6ste.<\/p><script type='application\/ld+json'>{\"@context\":\"https:\/\/schema.org\",\"@type\":\"FAQPage\",\"mainEntity\":[{\"@type\":\"Question\",\"name\":\"Was zeigt ein Whale Alert auf Hyperliquid?\",\"acceptedAnswer\":{\"@type\":\"Answer\",\"text\":\"Anders als ein klassischer On-Chain-Alert, der nur einen Transfer zwischen Adressen meldet, macht Hyperliquid die gesamte Position sichtbar: Einstiegspreis, Gr\u00f6\u00dfe, Hebel, Liquidationspreis, unrealisierten Gewinn und hinterlegte Sicherheit. Die Richtung der Wette ist eindeutig ablesbar, doch dieselbe Sichtbarkeit macht die Position auch angreifbar.\"}},{\"@type\":\"Question\",\"name\":\"Kann man mit dem Kopieren von Hyperliquid-Walen zuverl\u00e4ssig Geld verdienen?\",\"acceptedAnswer\":{\"@type\":\"Answer\",\"text\":\"Selten. Weil jede Position \u00f6ffentlich ist, wei\u00df der Wal, dass er beobachtet wird, und kann Copy-Trader gezielt in eine Richtung locken; schnelle Bots handeln den Alert oft schon vor dem Nachahmer. Eine \u00f6ffentliche Position ist ein Datenpunkt, kein Kaufsignal.\"}},{\"@type\":\"Question\",\"name\":\"Wie viel Hebel erlaubt Hyperliquid, und was gilt dazu in \u00d6sterreich?\",\"acceptedAnswer\":{\"@type\":\"Answer\",\"text\":\"Auf Hyperliquid sind bis zu 40-fache Hebel m\u00f6glich. In der EU d\u00fcrfen lizenzierte Anbieter Privatkunden bei Krypto-CFDs nach den ESMA-Vorgaben h\u00f6chstens einen Hebel von 2:1 anbieten; Hyperliquid arbeitet offshore und erlaubnisfrei. F\u00fcr Derivate ist in \u00d6sterreich die FMA nach MiFID II zust\u00e4ndig, nicht MiCA.\"}},{\"@type\":\"Question\",\"name\":\"Wie werden Gewinne aus Perpetuals in \u00d6sterreich besteuert?\",\"acceptedAnswer\":{\"@type\":\"Answer\",\"text\":\"Perpetuals gelten als nicht verbriefte Derivate und unterliegen dem progressiven Einkommensteuertarif von bis zu 55 Prozent, nicht dem Sondersteuersatz von 27,5 Prozent, der f\u00fcr Spot-Kryptow\u00e4hrungen gilt. Bei einer ausl\u00e4ndischen B\u00f6rse wird keine KESt einbehalten, die korrekte Erkl\u00e4rung liegt beim Steuerpflichtigen.\"}},{\"@type\":\"Question\",\"name\":\"Was war der JELLY-Vorfall auf Hyperliquid?\",\"acceptedAnswer\":{\"@type\":\"Answer\",\"text\":\"Im M\u00e4rz 2025 er\u00f6ffnete ein Trader einen Short auf den Token JELLYJELLY und pumpte den Spot-Preis, um die eigene Liquidation in den HLP-Ausfallfonds zu erzwingen, was rund zw\u00f6lf Millionen Dollar an Buchverlusten verursachte. Die Validatoren stimmten binnen Minuten f\u00fcr ein Delisting und eine Abwicklung bei 0,0095 Dollar, was eine Debatte \u00fcber die Zentralisierung einer dezentralen B\u00f6rse ausl\u00f6ste.\"}}]}<\/script><p class=\"wp-block-paragraph\">Von Liam Brennan, HOGE Wire. Diese Analyse ist keine Anlageberatung.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf Hyperliquid ist jede Wette \u00f6ffentlich: Einstieg, Hebel, Liquidationspreis. Warum radikale Transparenz das Whale-Watching zum Spektakel macht, aber kein besseres Signal liefert.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":479,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[],"class_list":["post-478","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-markets"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hoge.gg\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/478","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hoge.gg\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hoge.gg\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hoge.gg\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hoge.gg\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=478"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hoge.gg\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/478\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hoge.gg\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/479"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hoge.gg\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=478"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hoge.gg\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=478"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hoge.gg\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=478"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}