{"id":488,"date":"2026-09-25T12:46:04","date_gmt":"2026-09-25T12:46:04","guid":{"rendered":"https:\/\/hoge.gg\/at\/inflation-prints-neues-regime-zinsschritt-2026\/"},"modified":"2026-09-25T12:46:04","modified_gmt":"2026-09-25T12:46:04","slug":"inflation-prints-neues-regime-zinsschritt-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hoge.gg\/at\/inflation-prints-neues-regime-zinsschritt-2026\/","title":{"rendered":"Inflation Prints im neuen Regime: warum k\u00fchl nicht mehr reicht"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Am Abend des 16. September drehte sich f\u00fcr den Kryptomarkt etwas, das gr\u00f6\u00dfer ist als ein Viertelprozentpunkt. Die US-Notenbank hob den Leitzins zum ersten Mal seit 2023 an, auf eine Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent, einstimmig mit 12 zu 0 Stimmen (<a href='https:\/\/www.cnbc.com\/2026\/09\/16\/fed-rate-decision-september-2026.html'>CNBC<\/a>). Bitcoin rutschte in der Fed-Nacht auf rund 66.000 Euro. Neun Tage sp\u00e4ter notiert er wieder \u00fcber 73.000 Euro (<a href='https:\/\/www.coingecko.com\/en\/coins\/bitcoin\/eur'>CoinGecko<\/a>). Die eigentliche Nachricht steckt aber nicht im Kurs, sondern in einer Umkehr, die viele \u00fcbersehen haben: Der Zinsschritt hat das Vorzeichen jeder k\u00fcnftigen Inflationszahl gedreht.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Zwei Jahre lang lautete die Frage bei jedem CPI-Print dieselbe: Wann senkt die Fed? Ein \u00fcberraschend hei\u00dfer Wert schob die erste Senkung nach hinten, ein k\u00fchler zog sie vor; das Abw\u00e4rtsrisiko war gedeckelt, weil am Horizont ohnehin eine Lockerung stand. Seit dem 16. September ist das Drehbuch umgeschrieben. Jetzt hei\u00dft die Frage: Wie oft erh\u00f6ht die Fed noch? Damit kippt die Asymmetrie, mit der Anlegerinnen und Anleger in \u00d6sterreich jeden Inflation Print bepreisen, und genau darum geht es in dieser Analyse.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Das gekippte Vorzeichen<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Inflation Print, also die monatliche Ver\u00f6ffentlichung des Verbraucherpreisindex, ist an sich nur eine Zahl. Seine Wirkung auf Bitcoin, Ethereum und den Rest des Marktes entsteht erst dadurch, wie die Notenbank voraussichtlich darauf reagiert. Genau diese \u00dcbersetzung, von der Zahl zur erwarteten Geldpolitik, hat sich am 16. September grundlegend ver\u00e4ndert.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Im alten Regime, das von Ende 2023 bis in den Sp\u00e4tsommer 2026 hielt, stand die Fed am Beginn eines Lockerungszyklus. Der Markt fragte nicht ob, sondern wann die n\u00e4chste Senkung kommt. Ein hei\u00dfer CPI verschob den Termin, aber er drehte die Richtung nicht um. F\u00fcr Risiko-Assets bedeutete das ein freundliches Auszahlungsprofil: K\u00fchle Daten brachten Rally-Treibstoff, hei\u00dfe Daten kosteten ein paar Prozent, doch die gro\u00dfe Wende nach unten fehlte, weil die Geldpolitik ohnehin lockerer werden sollte.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Seit der Erh\u00f6hung ist dieses Sicherheitsnetz weg. Die Fed hat nicht nur pausiert, sie strafft aktiv, und ihr eigener Dot Plot signalisiert weitere Schritte. Damit kehrt sich die Asymmetrie um. Ein hei\u00dfer Print bewaffnet nun die n\u00e4chste Erh\u00f6hung, und niemand wei\u00df, wo die Serie endet: Das Abw\u00e4rtsrisiko ist offen. Ein k\u00fchler Print rechtfertigt bestenfalls eine Pause, keine Kehrtwende, denn eine einzelne weiche Zahl bringt eine straffende Notenbank nicht dazu, sofort wieder zu senken. Die Oberseite ist gedeckelt, die Unterseite offen. Wer Krypto h\u00e4lt, tr\u00e4gt ab sofort ein schlechteres Chancen-Risiko-Verh\u00e4ltnis rund um jede Datenver\u00f6ffentlichung, selbst wenn sich am Bitcoin-Kurs oberfl\u00e4chlich wenig zeigt.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Der August-CPI als Rosetta-Stein<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Der beste Beleg f\u00fcr den Regimewechsel ist der August-Print selbst, ver\u00f6ffentlicht am 11. September. Die Gesamtrate lag bei 3,4 Prozent im Jahresvergleich, unver\u00e4ndert gegen\u00fcber Juli, und plus 0,4 Prozent zum Vormonat (<a href='https:\/\/www.bls.gov\/news.release\/cpi.nr0.htm'>Bureau of Labor Statistics<\/a>). Die Kernrate, die Nahrung und Energie ausklammert, fiel auf 2,4 Prozent im Jahresvergleich, den tiefsten Stand seit M\u00e4rz 2021 (<a href='https:\/\/www.cnbc.com\/2026\/09\/11\/cpi-inflation-report-august-2026.html'>CNBC<\/a>). Im alten Regime w\u00e4re das die Schlagzeile gewesen: Kerninflation auf Vierjahrestief, die Senkung r\u00fcckt n\u00e4her.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Doch zwei Details verschoben die Lesart. Erstens stieg die Kernrate im Monatsvergleich um 0,3 Prozent, einen Tick \u00fcber der Erwartung, und beendete damit drei Monate weicher Werte (<a href='https:\/\/www.bloomberg.com\/news\/articles\/2026-09-11\/us-core-cpi-rises-more-than-forecast-bolstering-case-for-hike'>Bloomberg<\/a>). Zweitens trieb Energie die Gesamtrate: Benzin legte um 3,9 Prozent zum Vormonat zu und stand allein f\u00fcr \u00fcber ein Drittel des Monatsanstiegs, der Energieindex insgesamt um 2,1 Prozent, befeuert von neuen Spannungen im Nahen Osten. Die Wohnkosten, nach zwei ruhigen Monaten, zogen wieder um 0,3 Prozent an.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcnf Tage sp\u00e4ter erh\u00f6hte die Fed. Ein Print, der unter der alten Brille als k\u00fchl genug durchgegangen w\u00e4re, produzierte trotzdem einen Zinsschritt. Nicht die Daten hatten sich dramatisch ver\u00e4ndert, sondern die Reaktionsfunktion. Der August-CPI ist deshalb der Rosetta-Stein des neuen Regimes: Er zeigt schwarz auf wei\u00df, dass eine k\u00fchlende Kernrate allein nichts mehr kauft, wenn die Notenbank ihren Kompass auf Straffung gestellt hat.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Kennzahl<\/th><th>Wert (August 2026)<\/th><th>Kontext<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Gesamtrate (headline) YoY<\/td><td>+3,4 %<\/td><td>unver\u00e4ndert gegen\u00fcber Juli<\/td><\/tr><tr><td>Gesamtrate m\/m<\/td><td>+0,4 %<\/td><td>Energie treibt<\/td><\/tr><tr><td>Kernrate (ex Nahrung\/Energie) YoY<\/td><td>+2,4 %<\/td><td>tiefster Stand seit M\u00e4rz 2021<\/td><\/tr><tr><td>Kernrate m\/m<\/td><td>+0,3 %<\/td><td>einen Tick \u00fcber Erwartung<\/td><\/tr><tr><td>Benzin m\/m<\/td><td>+3,9 %<\/td><td>\u00fcber ein Drittel des Monatsanstiegs<\/td><\/tr><tr><td>Energie m\/m<\/td><td>+2,1 %<\/td><td>Nahost-Druck<\/td><\/tr><tr><td>Wohnkosten (shelter) m\/m<\/td><td>+0,3 %<\/td><td>nach zwei ruhigen Monaten wieder an<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><figcaption class='wp-block-table__caption'>US-Verbraucherpreise August 2026. Quelle: Bureau of Labor Statistics, CNBC.<\/figcaption><\/figure><h2 class='wp-block-heading'>\u00dcberraschung schl\u00e4gt Niveau<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die wichtigste Regel f\u00fcr den Handel rund um Inflationsdaten hat sich nicht ge\u00e4ndert, im Gegenteil, sie z\u00e4hlt jetzt mehr: Nicht das Niveau der Inflation bewegt den Kurs, sondern die Abweichung vom Konsens. Ein CPI von 3,4 Prozent ist an sich weder gut noch schlecht f\u00fcr Bitcoin; entscheidend ist, ob 3,4 Prozent \u00fcber, unter oder genau auf der Markterwartung liegen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Grund ist einfach: Was der Markt erwartet, steckt bereits im Kurs. Bloomberg-Umfragen, die Wahrscheinlichkeiten des CME-FedWatch-Tools und Prognosem\u00e4rkte destillieren den Konsens Minuten vor der Ver\u00f6ffentlichung. Nur die Differenz zwischen tats\u00e4chlichem Wert und dieser Erwartung ist neue Information, und nur neue Information bewegt Preise. Ein exakt erwarteter Print, so hei\u00df er absolut auch sein mag, l\u00f6st oft kaum eine Reaktion aus, w\u00e4hrend eine kleine \u00dcberraschung in die falsche Richtung eine Liquidationskaskade z\u00fcnden kann.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Im neuen Regime bekommt diese Regel einen Zusatz. Weil das Auszahlungsprofil asymmetrisch geworden ist, belastet eine \u00dcberraschung nach oben (hei\u00dfer als erwartet) st\u00e4rker, als eine gleich gro\u00dfe \u00dcberraschung nach unten entlastet. Der Markt muss eine echte, deutliche Untertreibung sehen, um \u00fcberhaupt Erleichterung einzupreisen, w\u00e4hrend schon ein kleiner Aufw\u00e4rtsausrei\u00dfer die Angst vor der n\u00e4chsten Erh\u00f6hung sch\u00fcrt. Genau deshalb ist eine einzelne Zahl selten das Signal, f\u00fcr das der Markt sie in der ersten Minute h\u00e4lt.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Die Reaktionsfunktion ist die eigentliche Brille<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Wer verstehen will, wie ein Inflation Print wirkt, muss nicht die Zahl studieren, sondern die Reaktionsfunktion der Notenbank: die oft unausgesprochene Regel, nach der sie Daten in Politik \u00fcbersetzt. Unter Jerome Powell galt lange eine risikoscheue, senkungsbereite Funktion. Unter Kevin Warsh, seit Mai 2026 im Amt, gilt eine andere.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Warsh hat die Reaktionsfunktion nach oben verschoben. Er duldet, wie er mehrfach betont hat, keine dauerhaft erh\u00f6hte Inflation und misst Fortschritt vor allem an der Kernrate der pers\u00f6nlichen Konsumausgaben (PCE), nicht am zahmeren Kern-CPI. Das erkl\u00e4rt, warum derselbe Datenkranz, der unter der alten Funktion eine Senkung nahegelegt h\u00e4tte, unter der neuen eine Erh\u00f6hung tr\u00e4gt. F\u00fcr Krypto-Anlegerinnen und -Anleger hei\u00dft das: Die Zahl allein sagt wenig, solange man nicht wei\u00df, durch welche Brille die Fed sie liest.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die folgende Tabelle fasst zusammen, wie sich dieselben Datentypen in den beiden Regimen unterschiedlich auszahlen.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>&nbsp;<\/th><th>Bis 15. September (Senkungs-Regime)<\/th><th>Seit 16. September (Erh\u00f6hungs-Regime)<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Leitfrage<\/td><td>Wann kommt die Senkung?<\/td><td>Wie viele Erh\u00f6hungen noch?<\/td><\/tr><tr><td>Hei\u00dfer Print<\/td><td>Senkung verschiebt sich (R\u00fcckschlag begrenzt)<\/td><td>bewaffnet die n\u00e4chste Erh\u00f6hung (offenes Abw\u00e4rtsrisiko)<\/td><\/tr><tr><td>K\u00fchler Print<\/td><td>Senkung r\u00fcckt n\u00e4her (Rally-Treibstoff)<\/td><td>rechtfertigt nur eine Pause, keine Wende (begrenzte Oberseite)<\/td><\/tr><tr><td>Auszahlungsprofil f\u00fcr Risiko-Assets<\/td><td>nach unten begrenzt<\/td><td>nach unten offen, nach oben gedeckelt<\/td><\/tr><tr><td>Was der Markt braucht<\/td><td>eine Best\u00e4tigung<\/td><td>eine echte \u00dcberraschung<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><figcaption class='wp-block-table__caption'>Wie der gleiche Inflation Print in den beiden Regimen unterschiedlich wirkt.<\/figcaption><\/figure><h2 class='wp-block-heading'>Warum der Zinsschritt kam, obwohl der Kern k\u00fchlte<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Am 16. September hob die Fed den Leitzins einstimmig mit 12 zu 0 Stimmen um 25 Basispunkte auf 3,75 bis 4,00 Prozent an, die erste Anhebung seit 2023 (<a href='https:\/\/www.schwab.com\/learn\/story\/fomc-meeting'>Charles Schwab<\/a>). Im offiziellen Statement hielt das Komitee fest, die heutige Ma\u00dfnahme werde einen &bdquo;zeitgerechteren&ldquo; R\u00fcckweg zum Zwei-Prozent-Ziel st\u00fctzen (<a href='https:\/\/www.federalreserve.gov\/newsevents\/pressreleases\/monetary20260916a.htm'>Federal Reserve<\/a>). In der Pressekonferenz lie\u00df Warsh keinen Zweifel an der Sto\u00dfrichtung.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">&bdquo;Die schlichte Tatsache ist, dass die Inflation zu hoch ist und es zu lange war&ldquo;, sagte Warsh und f\u00fcgte hinzu, er t\u00e4te sich schwer, die breiten Finanzbedingungen als restriktiv zu bezeichnen. Der Zinsschritt sei ein erstes Zeichen: &bdquo;Die heutige Ma\u00dfnahme beginnt zu zeigen, dass wir es ernst meinen, und wir werden das Ziel der Preisstabilit\u00e4t erreichen&ldquo; (<a href='https:\/\/finance.yahoo.com\/economy\/policy\/live\/federal-reserve-meeting-live-updates-25-basis-point-interest-rate-hike-chairman-kevin-warsh-143452661.html'>Yahoo Finance<\/a>). Aktien fielen und Anleiherenditen stiegen, w\u00e4hrend er sprach: Jeff Schulze, Chef-Anlagestratege am Franklin Templeton Institute, f\u00fchrte die Bewegung ausdr\u00fccklich auf den &bdquo;hawkischen Ton der Pressekonferenz&ldquo; zur\u00fcck (<a href='https:\/\/www.bitget.com\/news\/detail\/12560605841017'>Bitget\/WSJ<\/a>).<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Ausl\u00f6ser war weniger die Kernrate als der Energieblock und die Sorge, dass sich erh\u00f6hte Inflation in den Erwartungen festsetzt. F\u00fcr Warsh sei der Anteil der G\u00fcter und Dienstleistungen mit Preissteigerungen \u00fcber drei Prozent zu breit, um die Teuerung als reines Energieph\u00e4nomen abzutun; die zugrunde liegende Inflation habe sich nicht wesentlich verbessert. Genau hier liegt der umstrittenste Punkt der Entscheidung, und er f\u00fchrt direkt zur Frage, ob die Fed den richtigen Feind bek\u00e4mpft.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Der Dot Plot als Sequenz, nicht als Prognose<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Mit dem Zinsentscheid kam ein neuer Dot Plot, das Punktdiagramm, in dem jedes FOMC-Mitglied seinen erwarteten Zinspfad markiert. 16 der 18 Teilnehmer sahen mindestens eine weitere Erh\u00f6hung, vier davon sogar zwei; nur zwei erwarteten, dass es bei diesem einen Schritt bleibt (<a href='https:\/\/www.bondsavvy.com\/fixed-income-investments-blog\/fed-dot-plot'>BondSavvy<\/a>). Der Median liegt im niedrigen Vier-Prozent-Bereich bis Ende 2027. Warsh selbst reicht, wie schon seit seinem Amtsantritt, keinen eigenen Punkt ein.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Unterschied zwischen Prognose und Sequenz ist entscheidend. Der Markt bepreist nicht mehr einen einzelnen Schritt, sondern eine Abfolge. Damit wird jeder kommende Inflation Print zu einem Test, ob diese Sequenz beschleunigt, gehalten oder gebremst wird. Ein hawkisch geneigter Dot Plot ist f\u00fcr Bitcoin traditionell Gegenwind, weil er den erwarteten Zinspfad und damit die Opportunit\u00e4tskosten anhebt (<a href='https:\/\/www.thestreet.com\/crypto\/markets\/hawkish-fed-dot-plot-spells-trouble-for-bitcoin'>TheStreet<\/a>).<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Dass Warsh keinen Dot abgibt, ist kein Detail. Es unterstreicht seine Abkehr von der Forward Guidance: Der Markt soll die Sequenz aus den Daten ableiten, nicht aus Versprechen der Notenbank. F\u00fcr Inflation Prints hei\u00dft das, dass sie noch st\u00e4rker gewichtet werden, weil sie die einzige verl\u00e4ssliche Landkarte sind. Wer den Dot Plot als starre Prognose liest, missversteht ihn; er ist eine Momentaufnahme einer Bandbreite von Meinungen, die der n\u00e4chste CPI verschieben kann.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Energieschock oder Nachfrage\u00fcberhitzung?<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Der sch\u00e4rfste Einwand gegen die Erh\u00f6hung lautet: Die Fed bek\u00e4mpft den falschen Feind. Der Preisauftrieb im August kam vor allem aus Energie, ausgel\u00f6st durch geopolitische Spannungen, nicht aus einer \u00fcberhitzten Binnennachfrage. Eine Notenbank, die auf einen angebotsseitigen Energieschock mit h\u00f6heren Zinsen reagiert, d\u00e4mpft die Konjunktur, ohne die eigentliche Ursache zu ber\u00fchren.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der \u00d6konom Daniel Lacalle formulierte es deutlich: &bdquo;Man darf einen Energiepreisschock nicht mit einer Nachfrage\u00fcberhitzung verwechseln. In einen sich erholenden Arbeitsmarkt hinein zu erh\u00f6hen, w\u00e4re ein massiver geldpolitischer Fehler&ldquo; (<a href='https:\/\/www.fxstreet.com\/analysis\/daniel-lacalle-rate-hikes-wont-fix-inflation-or-solve-the-debt-problem-202609141652'>FXStreet<\/a>). Er verwies darauf, dass im August 162.000 Stellen entstanden und die Arbeitslosenquote bei 4,1 Prozent stabil blieb; Zinserh\u00f6hungen bohrten keine einzige \u00d6lquelle und senkten keine Benzinpreise, sie verteuerten Hypotheken und Kredite.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr den Kryptomarkt ist diese Debatte doppelt relevant. Zum einen bestimmt sie, ob die Straffungssequenz l\u00e4nger l\u00e4uft (Inflation bleibt hoch) oder abrupt endet (Konjunktur bricht ein). Zum anderen entscheidet sie \u00fcber das Risiko eines geldpolitischen Fehlers, der sp\u00e4ter eine umso kr\u00e4ftigere Kehrtwende erzwingen k\u00f6nnte. Wer Inflation Prints handelt, muss beide Lesarten im Kopf behalten, denn jeder neue Wert wird von beiden Lagern sofort als Beleg reklamiert: Warsh sieht verankerte Breite, Lacalle einen reinen Angebotsschock.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Drei Kan\u00e4le: Dollar, Realzinsen, Liquidit\u00e4t<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Inflation Print erreicht Bitcoin nicht direkt, sondern \u00fcber drei \u00dcbertragungskan\u00e4le, und alle drei laufen im neuen Regime tendenziell gegen Krypto.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Erstens der Dollar. H\u00f6here und l\u00e4nger hohe US-Zinsen st\u00fctzen den Greenback; ein starker Dollar verteuert Krypto f\u00fcr K\u00e4ufer au\u00dferhalb der USA und wirkt als Gegenwind. Bemerkenswert ist, dass Bitcoin diesen Gegenwind zuletzt trotzdem \u00fcberwand, ein Muster, das wir im Beitrag <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/dxy-ueber-100-starker-dollar-bitcoin-fed-hike-2026\/'>\u00fcber den starken Dollar-Index nach dem Fed-Hike<\/a> auseinandergenommen haben. F\u00fcr Anlegerinnen in \u00d6sterreich verschiebt zudem der EUR\/USD-Kurs (aktuell rund 1,14), wie viel eines Bitcoin-Gewinns \u00fcberhaupt W\u00e4hrung ist und wie viel echter Preisanstieg.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Zweitens die Realzinsen. Steigt der reale, also inflationsbereinigte Zins, wird das Halten eines zinslosen Assets wie Bitcoin teurer; die Opportunit\u00e4tskosten klettern. Dieser Kanal wirkt direkt auf den risikofreien Zins, an dem sich der gesamte Krypto-Terminmarkt orientiert, wie wir am Beispiel der <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/futures-basis-fed-zinserhoehung-4-prozent-2026\/'>Futures-Basis nach dem Zinsschritt auf vier Prozent<\/a> gezeigt haben.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Drittens die Liquidit\u00e4t. Eine straffende Notenbank entzieht dem System tendenziell Liquidit\u00e4t, und Krypto sitzt am \u00e4u\u00dfersten, liquidit\u00e4tssensibelsten Ende der Risikokurve. Sichtbar wird das am schnellsten am Hebel: Die <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/funding-fed-hike-hebel-neu-bepreist-2026\/'>Funding-Raten der Perpetual-Futures wurden nach dem Hike neu bepreist<\/a>, weil ein h\u00f6herer Basiszins jede gehebelte Long-Position teurer macht. Ein Inflation Print, der diese drei Kan\u00e4le gleichzeitig in Bewegung setzt, wirkt deshalb verst\u00e4rkt, nicht linear.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Warum die Kursreaktion schrumpft: der ETF als Sto\u00dfd\u00e4mpfer<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Trotz des schlechteren Auszahlungsprofils f\u00e4llt eine Beobachtung auf: Die unmittelbare Kursreaktion auf Inflation Prints ist \u00fcber 2026 hinweg kleiner geworden. Der August-Print l\u00f6ste nur eine ged\u00e4mpfte Bewegung aus, und selbst der Zinsentscheid brachte Bitcoin binnen weniger Tage von rund 66.000 wieder \u00fcber 73.000 Euro (<a href='https:\/\/www.coingecko.com\/en\/coins\/bitcoin\/eur'>CoinGecko<\/a>), bei einer Marktkapitalisierung von etwa 1,48 Billionen Euro.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Zwei Kr\u00e4fte erkl\u00e4ren das. Erstens absorbieren die US-Spot-Bitcoin-ETFs einen Teil der Volatilit\u00e4t: Ein stetiger, weniger datengetriebener institutioneller Bid d\u00e4mpft Ausschl\u00e4ge, die fr\u00fcher rein spekulativ getrieben waren. Zweitens hat sich der marktbewegende Katalysator teilweise von der Inflation zum Arbeitsmarkt verschoben; hei\u00dfe Jobdaten bewegten Bitcoin zuletzt st\u00e4rker als so mancher CPI-Print.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Das ist aber keine Entwarnung. Ein schrumpfender Durchschnittsausschlag bei gleichzeitig gekippter Asymmetrie hei\u00dft, dass die seltene, gro\u00dfe Bewegung mit h\u00f6herer Wahrscheinlichkeit nach unten zeigt. Der Sto\u00dfd\u00e4mpfer gl\u00e4ttet die kleinen St\u00f6\u00dfe, nicht den Aufprall bei einer echten Inflations\u00fcberraschung nach oben. Wer aus der j\u00fcngsten Ruhe auf dauerhafte Immunit\u00e4t schlie\u00dft, verwechselt eine ged\u00e4mpfte Amplitude mit einem gedeckelten Risiko.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Der Atlantik im Gleichschritt: EZB und Fed straffen zugleich<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Regimewechsel ist kein rein amerikanisches Ph\u00e4nomen. Nur sechs Tage vor der Fed, am 10. September, hob die Europ\u00e4ische Zentralbank den Einlagensatz um 25 Basispunkte auf 2,50 Prozent an, den Hauptrefinanzierungssatz auf 2,65 und den Spitzenrefinanzierungssatz auf 2,90 Prozent (<a href='https:\/\/www.ecb.europa.eu\/stats\/policy_and_exchange_rates\/key_ecb_interest_rates\/html\/index.en.html'>EZB<\/a>). Es war die zweite Erh\u00f6hung heuer, nach dem Schritt vom 11. Juni.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Auch die Diagnose \u00e4hnelt sich: Die Inflation im Euroraum lag im August bei 3,2 Prozent, getrieben von Energie (<a href='https:\/\/ec.europa.eu\/eurostat\/web\/hicp'>Eurostat<\/a>). EZB-Pr\u00e4sidentin Christine Lagarde nannte die Wachstumsrisiken abw\u00e4rts- und die Inflationsrisiken aufw\u00e4rtsgerichtet und betonte, man entscheide von Sitzung zu Sitzung. Damit straffen beide gro\u00dfen Notenbanken zugleich, die sch\u00e4rfste transatlantische Gleichzeitigkeit seit Jahren.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr den Euroraum hat das eine eigene Krypto-Dimension. Wenn beide Zentralbanken gleichzeitig Liquidit\u00e4t entziehen, trifft es dollarbasierte Stablecoins als R\u00fcckgrat des Krypto-Handelsvolumens, ein Zusammenhang, den wir im Beitrag <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/dollar-nenner-stablecoins-krypto-volumen-2026\/'>\u00fcber den Dollar im Nenner des Krypto-Volumens<\/a> aufgeschl\u00fcsselt haben. Wer in Euro denkt, handelt einen Markt, dessen Liquidit\u00e4t \u00fcberwiegend in einer fremden, gerade straffenden W\u00e4hrung getaktet ist.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>\u00d6sterreichs Sonderfall: klebrige Kern- und Dienstleistungsinflation<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Innerhalb des Euroraums hat \u00d6sterreich ein eigenes Inflationsprofil, und es ist relevant, weil es die These vom klebrigen Kern illustriert. Im August stieg der Verbraucherpreisindex (VPI) auf 3,2 Prozent im Jahresvergleich, von 2,8 Prozent im Juli, der harmonisierte Index (HVPI) auf 2,9 Prozent (<a href='https:\/\/www.statistik.at\/fileadmin\/announcement\/2026\/09\/20260917VPIAugust2026EN.pdf'>Statistik Austria<\/a>).<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Zwei Kr\u00e4fte zogen in unterschiedliche Richtungen. Energie sprang auf plus 10,0 Prozent im Jahresvergleich, von 5,7 Prozent im Juli, und trieb die Gesamtrate nach oben. Ged\u00e4mpft wurde sie durch eine fiskalische Ma\u00dfnahme: Die Senkung der Mehrwertsteuer auf ausgew\u00e4hlte Grundnahrungsmittel von zehn auf 4,9 Prozent, in Kraft seit Juli, h\u00e4lt die Lebensmittelpreise k\u00fcnstlich niedriger. Ein Lehrst\u00fcck daf\u00fcr, dass auch ein Inflation Print politisch gestaltet werden kann.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der eigentliche \u00f6sterreichische Befund ist die hartn\u00e4ckige Dienstleistungsinflation, historisch der lohngetriebene Hauptmotor der \u00fcber dem Euroschnitt liegenden Teuerung. OeNB-Gouverneur Martin Kocher, seit September 2025 im Amt, verweist auf einen klebrigen, dienstleistungsgetriebenen Kern und eine erwartete Volljahresteuerung 2026 um die 2,7 Prozent (<a href='https:\/\/www.oenb.at\/'>Oesterreichische Nationalbank<\/a>). F\u00fcr heimische Anlegerinnen und Anleger ist das die Br\u00fccke zwischen der abstrakten Fed-Debatte und der eigenen Kaufkraft: Solange der Kern klebt, bleibt auch die europ\u00e4ische Reaktionsfunktion straff.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Raum<\/th><th>Inflation (August)<\/th><th>Leitzins\/Einlagensatz<\/th><th>Notenbank-Schritt<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>USA<\/td><td>CPI 3,4 % \/ Kern 2,4 %<\/td><td>3,75 bis 4,00 %<\/td><td>+25 Bp am 16.9. (erste seit 2023)<\/td><\/tr><tr><td>Eurozone<\/td><td>HVPI 3,2 %<\/td><td>2,50 % Einlagensatz<\/td><td>+25 Bp am 10.9.<\/td><\/tr><tr><td>\u00d6sterreich<\/td><td>VPI 3,2 % \/ HVPI 2,9 %<\/td><td>EZB-Satz<\/td><td>Kern klebrig, Dienstleistungen treiben<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><figcaption class='wp-block-table__caption'>Inflation und Geldpolitik im Vergleich, August 2026. Quellen: BLS, Eurostat, Statistik Austria, Federal Reserve, EZB.<\/figcaption><\/figure><h2 class='wp-block-heading'>Bitcoin als Inflationsschutz? Zwei Thesen sauber trennen<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Kaum ein Datum weckt die alte Frage so verl\u00e4sslich wie ein CPI-Print: Ist Bitcoin ein Inflationsschutz? Die ehrliche Antwort verlangt, zwei Thesen zu trennen, die oft vermengt werden.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">These eins, der kurzfristige Schutz gegen einen einzelnen hei\u00dfen Print, ist empirisch schwach. \u00dcber 2026 hinweg fiel Bitcoin an mehreren hei\u00dfen Prints, weil der Zins- und Dollarkanal kurzfristig dominiert. Ein hoher CPI ist f\u00fcr Bitcoin auf Sicht von Stunden und Tagen eher Gegenwind als Schutz, gerade im neuen Regime, in dem er die n\u00e4chste Erh\u00f6hung wahrscheinlicher macht.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">These zwei, der langfristige Schutz gegen die Entwertung von Fiatgeld \u00fcber Jahre, ist eine v\u00f6llig andere und deutlich robustere Behauptung. Sie st\u00fctzt sich auf das fixe Angebot von 21 Millionen Bitcoin und die Idee, dass anhaltende Geldmengenausweitung Knappheitsanlagen beg\u00fcnstigt. Diese Debasement-These steht und f\u00e4llt nicht mit einem einzelnen Monatswert. Wer die beiden Thesen vermischt, zieht aus einem entt\u00e4uschenden Kursverlauf am CPI-Tag den falschen Schluss \u00fcber die Langfristfrage, und umgekehrt aus einem freundlichen Jahrzehnt die falsche Erwartung an den n\u00e4chsten Datentag.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Der Fahrplan bis Dezember: die Asymmetrie im Kalender<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Das neue Regime l\u00e4sst sich am besten anhand des Datenkalenders greifen, weil jedes Ereignis nun mit umgekehrter Asymmetrie zu lesen ist.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Ende September folgt der PCE-Index f\u00fcr August, Warshs bevorzugtes Inflationsma\u00df; die Fed nowcastet ihn ohnehin aus CPI und Erzeugerpreisen. Am 13. Oktober kommt der September-CPI, der erste Print vollst\u00e4ndig im Erh\u00f6hungs-Regime und rund zwei Wochen vor der n\u00e4chsten Fed-Sitzung (<a href='https:\/\/www.financecalendar.com\/event\/us-cpi-report-september-2026\/'>Finance Calendar<\/a>). Diese Sitzung am 27. und 28. Oktober bringt einen m\u00f6glichen zweiten Zinsschritt, aber keinen neuen Dot Plot (<a href='https:\/\/fedratecalc.com\/fomc-meeting-schedule\/'>FOMC-Kalender<\/a>). Erst die Dezember-Sitzung am 8. und 9. liefert wieder Projektionen und zeichnet die Sequenz neu.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Lehre: Ein hei\u00dfer September-CPI am 13. Oktober bewaffnet direkt die Oktober-Erh\u00f6hung, ohne Sicherheitsnetz. Ein k\u00fchler Print verschafft bestenfalls eine Atempause. Genau das ist die gekippte Asymmetrie in Kalenderform.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Datum<\/th><th>Ereignis<\/th><th>Warum es z\u00e4hlt (im neuen Regime)<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Ende September<\/td><td>US-PCE (August), Feds bevorzugtes Ma\u00df<\/td><td>Warshs Argument st\u00fctzt sich auf PCE, nicht auf den zahmen Kern-CPI<\/td><\/tr><tr><td>13. Oktober<\/td><td>US-CPI (September)<\/td><td>erster Print im Erh\u00f6hungs-Regime; hot bewaffnet den 28.10.<\/td><\/tr><tr><td>27. bis 28. Oktober<\/td><td>FOMC-Entscheid (ohne Dot Plot)<\/td><td>zweiter Zinsschritt m\u00f6glich, aber ohne neue Projektionen<\/td><\/tr><tr><td>8. bis 9. Dezember<\/td><td>FOMC mit neuem Dot Plot<\/td><td>die Sequenz wird neu gezeichnet<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><figcaption class='wp-block-table__caption'>Der Datenfahrplan bis Jahresende. Quellen: Finance Calendar, FOMC-Kalender.<\/figcaption><\/figure><h2 class='wp-block-heading'>Was das f\u00fcr Anlegerinnen und Anleger in \u00d6sterreich hei\u00dft<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Aus dem Regimewechsel folgen ein paar praktische Konsequenzen f\u00fcr den heimischen Markt, ohne dass daraus eine Anlageempfehlung wird.<\/p><ul class='wp-block-list'><li>Datentage sind Risikotermine. Der US-CPI erscheint um 8:30 Uhr Ortszeit an der US-Ostk\u00fcste, also 14:30 Uhr mitteleurop\u00e4ischer Sommerzeit, mitten im europ\u00e4ischen Handelsnachmittag; wer gehebelt ist, sollte die Uhrzeit kennen.<\/li><li>Asymmetrie ernst nehmen. Im Erh\u00f6hungs-Regime ist das Abw\u00e4rtsrisiko rund um Prints offen, die Oberseite gedeckelt; das spricht f\u00fcr vorsichtigere Positionsgr\u00f6\u00dfen und gegen das Wetten auf eine schnelle Kehrtwende.<\/li><li>\u00dcberraschung, nicht Niveau. Vor jedem Print z\u00e4hlt der Konsens, nicht die absolute Zahl; die eigentliche Bewegung entsteht aus der Abweichung.<\/li><li>Der risikofreie Zins ist zur\u00fcck. H\u00f6here Zinsen machen Carry- und Basis-Strategien wieder attraktiv; wie robust ein Bitcoin-Carry historisch war, haben wir im <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/basis-trade-backtest-bitcoin-carry-2019-2026\/'>Backtest des Basis-Trades seit 2019<\/a> gepr\u00fcft.<\/li><\/ul><p class=\"wp-block-paragraph\">Regulatorisch bleibt der Rahmen unver\u00e4ndert. In \u00d6sterreich ist die Finanzmarktaufsicht (FMA) die zust\u00e4ndige Beh\u00f6rde unter MiCA, deren verk\u00fcrzte \u00dcbergangsfrist am 1. Juli 2026 endete; Krypto-Derivate wie Futures und Perpetuals fallen dagegen als Finanzinstrumente unter MiFID II, nicht unter MiCA. Steuerlich unterliegen Krypto-Gewinne aus dem Spot-Bestand dem Sondersteuersatz von 27,5 Prozent nach Paragraf 27a EStG, und inl\u00e4ndische Plattformen behalten die Kapitalertragsteuer seit 1. J\u00e4nner 2024 automatisch ein. Wer \u00fcber Derivate handelt, sollte beachten, dass diese Eink\u00fcnfte anders und in der Regel h\u00f6her besteuert werden als der Spot-Bestand.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>H\u00e4ufig gestellte Fragen<\/h2><h3 class='wp-block-heading'>Warum hat die Fed trotz k\u00fchlerer Kerninflation die Zinsen erh\u00f6ht?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Weil sich nicht die Daten, sondern die Reaktionsfunktion der Notenbank ge\u00e4ndert hat. Unter Kevin Warsh misst die Fed Fortschritt vor allem an der PCE-Kernrate und am breiten Anteil der G\u00fcter mit Preissteigerungen \u00fcber drei Prozent, nicht am zahmeren Kern-CPI. Der Energieauftrieb im August und die Sorge um verankerte Inflationserwartungen gen\u00fcgten, um am 16. September einstimmig um 25 Basispunkte auf 3,75 bis 4,00 Prozent zu erh\u00f6hen, obwohl die Kern-CPI-Rate auf ein Vierjahrestief gefallen war.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Was bedeutet ein Inflation Print im neuen Zinsregime f\u00fcr Bitcoin?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Das Chancen-Risiko-Verh\u00e4ltnis rund um Datenver\u00f6ffentlichungen ist schlechter geworden. Im fr\u00fcheren Senkungs-Regime war das Abw\u00e4rtsrisiko begrenzt, weil ohnehin eine Lockerung bevorstand. Seit der Erh\u00f6hung bewaffnet ein hei\u00dfer Print die n\u00e4chste Zinsanhebung mit offenem Abw\u00e4rtsrisiko, w\u00e4hrend ein k\u00fchler Print bestenfalls eine Pause rechtfertigt und die Oberseite gedeckelt bleibt.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Wann kommt der n\u00e4chste US-CPI, und warum ist er wichtig?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Verbraucherpreisindex f\u00fcr September wird am 13. Oktober 2026 ver\u00f6ffentlicht, rund zwei Wochen vor der n\u00e4chsten Fed-Sitzung am 27. und 28. Oktober. Er ist der erste Print vollst\u00e4ndig im Erh\u00f6hungs-Regime: Ein hei\u00dfer Wert kann direkt eine zweite Zinsanhebung ausl\u00f6sen, ein k\u00fchler bringt nur eine Verschnaufpause.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Ist Bitcoin ein Schutz gegen Inflation?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Man muss zwei Thesen trennen. Als kurzfristiger Schutz gegen einen einzelnen hei\u00dfen CPI-Print ist Bitcoin empirisch schwach, weil Zins- und Dollarkanal auf Sicht von Stunden dominieren und der Kurs an hei\u00dfen Prints oft f\u00e4llt. Als langfristiger Schutz gegen die Entwertung von Fiatgeld \u00fcber Jahre ist die These robuster; sie st\u00fctzt sich auf das fixe Angebot von 21 Millionen Bitcoin und h\u00e4ngt nicht an einem einzelnen Monatswert.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Wie werden Krypto-Gewinne in \u00d6sterreich besteuert?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Gewinne aus Krypto-Spot-Best\u00e4nden unterliegen dem Sondersteuersatz von 27,5 Prozent nach Paragraf 27a EStG, und inl\u00e4ndische Plattformen behalten die Kapitalertragsteuer seit 1. J\u00e4nner 2024 automatisch ein. Krypto-Derivate wie Futures und Perpetuals gelten als Finanzinstrumente unter MiFID II und werden steuerlich anders und meist h\u00f6her behandelt; zust\u00e4ndige Aufsichtsbeh\u00f6rde ist die FMA.<\/p><script type='application\/ld+json'>{\"@context\":\"https:\/\/schema.org\",\"@type\":\"FAQPage\",\"mainEntity\":[{\"@type\":\"Question\",\"name\":\"Warum hat die Fed trotz k\u00fchlerer Kerninflation die Zinsen erh\u00f6ht?\",\"acceptedAnswer\":{\"@type\":\"Answer\",\"text\":\"Weil sich nicht die Daten, sondern die Reaktionsfunktion der Notenbank ge\u00e4ndert hat. Unter Kevin Warsh misst die Fed Fortschritt vor allem an der PCE-Kernrate und am breiten Anteil der G\u00fcter mit Preissteigerungen \u00fcber drei Prozent, nicht am zahmeren Kern-CPI. Der Energieauftrieb im August und die Sorge um verankerte Inflationserwartungen gen\u00fcgten, um am 16. 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