{"id":508,"date":"2026-09-28T20:48:22","date_gmt":"2026-09-28T20:48:22","guid":{"rendered":"https:\/\/hoge.gg\/at\/rebound-ohne-carry-futures-basis-hebel-2026\/"},"modified":"2026-09-28T20:48:22","modified_gmt":"2026-09-28T20:48:22","slug":"rebound-ohne-carry-futures-basis-hebel-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hoge.gg\/at\/rebound-ohne-carry-futures-basis-hebel-2026\/","title":{"rendered":"Rebound ohne Carry: was die Futures-Basis zur\u00fcckbringt"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist die Sorte Widerspruch, die erfahrene H\u00e4ndlerinnen und H\u00e4ndler nerv\u00f6s macht. Bitcoin hat im September ein Neunmonatshoch markiert, notiert nahe 73.500 Euro (rund 86.000 US-Dollar) und liegt damit nur noch gut 30 Prozent unter dem Allzeithoch von 126.080 US-Dollar (etwa 107.662 Euro) vom 6. Oktober 2025, wie die Kursreihen von <a href='https:\/\/www.coingecko.com\/en\/coins\/bitcoin'>CoinGecko<\/a> zeigen. Der Preis l\u00e4uft also wieder. Und trotzdem bleibt eine Kennzahl auff\u00e4llig flach, die in jedem Aufschwung der vergangenen Jahre mitgezogen ist: die Futures-Basis.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die annualisierte Basis am dreimonatigen CME-Kontrakt liegt bei rund drei Prozent, das vordere Monatslisting bei etwa f\u00fcnf; beide sitzen unter der Rendite kurzlaufender US-Staatsanleihen von knapp vier Prozent. \u00dcbersetzt bedeutet das: Der klassische Cash-and-Carry-Trade, jahrelang die verl\u00e4sslichste Renditequelle der Kryptom\u00e4rkte, wirft weniger ab als ein risikoloses T-Bill. Ein Rebound ohne Carry.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Anlegerinnen und Anleger in \u00d6sterreich ist das mehr als eine Kuriosit\u00e4t. Es ist die zentrale Frage dieses Herbstes: Wenn der Preis wieder steigt, warum kommt die Rendite nicht zur\u00fcck? Und, noch wichtiger, was genau m\u00fcsste passieren, damit sie es tut? Dieser Beitrag zerlegt die Basis in ihre Treiber und beschreibt die Bedingungen, unter denen der Carry zur\u00fcckkehrt. Die kurze Antwort vorweg: Nicht der Preis bringt ihn zur\u00fcck, sondern der Hebel.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Der Widerspruch im September: Preis rauf, Basis flach<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Der September lieferte den Stoff f\u00fcr die Frage. Nachdem die Federal Reserve am 16. September ihren Leitzins auf 3,75 bis 4,00 Prozent angehoben hatte, den ersten Zinsschritt nach oben seit 2023, drehten die Zufl\u00fcsse in die US-Spot-ETFs wieder ins Plus; in der Woche rund um den 21. September flossen netto etwa eine Milliarde US-Dollar zu. Bitcoin sprang auf ein Neunmonatshoch. Nach dem Muster der letzten Jahre h\u00e4tte die Futures-Basis mitziehen m\u00fcssen. Sie tat es nicht.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Blick auf die Zahlen erkl\u00e4rt, warum Vorsicht angebracht ist. Anfang August druckte der vordere CME-Kontrakt kurz eine annualisierte Basis von 7,89 Prozent, dahinter 6,25 und 5,69 Prozent f\u00fcr die sp\u00e4teren F\u00e4lligkeiten, gegen\u00fcber 4,19 Prozent bei der zweij\u00e4hrigen US-Staatsanleihe, wie <a href='https:\/\/cryptoslate.com\/bitcoin-futures-carry-treasury-yield-etf-flows\/'>CryptoSlate<\/a> dokumentierte. Doch diese vordere Zahl war zu einem guten Teil ein Annualisierungsartefakt eines kurz laufenden Aufschlags; die gegl\u00e4ttete Dreimonatsbasis lag bei rund drei Prozent und damit bereits unter dem T-Bill. Analyst Marc Baumann hielt fest, dass die Basis vor dem Sommer 157 Handelstage in Folge unter der Staatsanleihen-Benchmark rangierte. Am Neunmonatshoch im September steht die Dreimonatsbasis weiterhin bei etwa drei Prozent.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Warum das z\u00e4hlt, liegt in der Entkopplung. Im Februar 2024 (nach dem ETF-Start, rund 25 Prozent) und im November 2024 (nach der US-Wahl, \u00fcber 20 Prozent) stiegen Preis und Basis gemeinsam. Im September 2026 laufen sie auseinander. Genau diese Entkopplung ist die eigentliche Nachricht, denn sie verr\u00e4t, welche Art von K\u00e4ufen den Kurs treibt.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Was die Basis wirklich misst: Hebelnachfrage, nicht Preisrichtung<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Basis ist schnell definiert: Sie ist der Terminkurs minus dem Kassakurs. Annualisiert rechnet man den relativen Aufschlag auf ein Jahr hoch, also (Terminkurs minus Kassakurs) geteilt durch den Kassakurs, multipliziert mit 365 geteilt durch die Tage bis zur F\u00e4lligkeit. Liegt der Terminkurs \u00fcber dem Kassakurs, herrscht Contango, das klassische Zeichen f\u00fcr Optimismus und gehebelte Nachfrage. Liegt er darunter, spricht man von Backwardation, ein Signal f\u00fcr Stress und Entschuldung.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Cash-and-Carry-Trade nutzt diese L\u00fccke: Man kauft Bitcoin am Kassamarkt (heute oft \u00fcber einen Spot-ETF) und verkauft gleichzeitig einen Terminkontrakt mit gleichem Nominalwert. Bis zur F\u00e4lligkeit konvergieren Termin- und Kassakurs, die Basis wird als Ertrag vereinnahmt, und die Position ist gegen Kursbewegungen weitgehend neutral, daher das Etikett quasi risikolos. Perpetuals haben kein Verfallsdatum; bei ihnen \u00fcbernimmt die Funding-Rate die Rolle der Basis, eine periodische Zahlung zwischen Long und Short (bei BTC auf Deribit gedeckelt bei plus\/minus 0,5 Prozent je acht Stunden).<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Ein kurzes Zahlenbeispiel macht es greifbar. Notiert Bitcoin bei 73.500 Euro am Kassamarkt und der Dreimonatskontrakt bei 74.050 Euro, betr\u00e4gt der Aufschlag 550 Euro oder 0,75 Prozent auf drei Monate, hochgerechnet rund drei Prozent im Jahr. Das ist der ganze Bruttoertrag des Trades, bevor Geb\u00fchren, Kapitalbindung und Steuer abgezogen sind. Und hier liegt der Denkfehler, der den September-Widerspruch aufl\u00f6st: Die Basis ist kein Preisbarometer, sie ist der Preis des Hebels. Sie misst, wie viel H\u00e4ndler zu zahlen bereit sind, um gehebelt oder synthetisch long zu sein.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Dr\u00e4ngen viele gehebelte Long-Positionen in den Markt, handeln Futures teuer zum Kassakurs, und die Basis weitet sich. Zahlt niemand f\u00fcr den Hebel, bleibt sie flach, egal wie hoch der Kassakurs steht. Ein Preisanstieg, der aus ungehebelten K\u00e4ufen stammt, hebt Kassa- und Terminkurs gemeinsam und l\u00e4sst den Aufschlag unber\u00fchrt. Diese eine Einsicht tr\u00e4gt den ganzen Beitrag.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Warum ein Kursanstieg aus Spot-K\u00e4ufen den Carry nicht weckt<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Aufschwung im September tr\u00e4gt die Handschrift des Kassamarkts. Die treibende Kraft waren die Zufl\u00fcsse in die Spot-ETFs, nicht ein Ansturm gehebelter Termink\u00e4ufer. Wenn ein Vehikel wie ein ETF echtes Bitcoin am Kassamarkt kauft, um seine Anteile zu decken, hebt das den Kassakurs; die Arbitrage \u00fcber Market Maker zieht den Terminkurs im Gleichschritt mit. Der Abstand zwischen beiden, also die Basis, bleibt dabei nahezu unver\u00e4ndert. Genau das beobachten die M\u00e4rkte gerade.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Kontrast zu den hebelgetriebenen Phasen ist scharf. 2024 und im November nach der US-Wahl stieg der Preis, weil Trader mit geliehenem Geld und synthetischen Long-Positionen nachjagten; die Basis schoss auf 20 bis 25 Prozent. Michael Marshall, Head of Research bei Amberdata, beschrieb die anschlie\u00dfende Abk\u00fchlung Ende 2025 gegen\u00fcber <a href='https:\/\/www.coindesk.com\/markets\/2025\/12\/04\/usd4b-bitcoin-etf-outflows-in-oct-nov-reflect-basis-trade-unwind-not-capitulation-research-analyst'>CoinDesk<\/a> als &bdquo;mechanical basis trade unwind, not broad investor fear&ldquo;: Die Abfl\u00fcsse seien auf wenige Emittenten konzentriert und mechanisch, kein breiter Anlegerschock; den Markt danach nannte er sauberer und weniger gehebelt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Ein sauberer, weniger gehebelter Markt ist aber genau ein Markt mit flacher Basis. Wer sich \u00fcber die Positionierung der Fonds und die Verschiebung von Kassa- und Terminnachfrage einen \u00dcberblick verschaffen will, findet in unserer Analyse zur <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/derivate-positionierung-abrechnung-september-2026\/'>Derivate-Positionierung im September<\/a> die Detailrechnung. Die Kernaussage bleibt: Ein Rebound aus Spot-K\u00e4ufen ist ein Rebound ohne Carry.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Die drei Hebel, die den Carry zur\u00fcckbringen<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn nicht der Preis, was dann? Die annualisierte Basis l\u00e4sst sich in drei Treiber zerlegen, und jeder von ihnen ist ein Hebel, der die Kurve wieder steiler stellen kann. Der erste ist die R\u00fcckkehr gehebelter, direktionaler Nachfrage. Der zweite ist ein fallender risikofreier Zins, der den rechnerischen Deckel senkt. Der dritte ist ein Ungleichgewicht auf der Kassa-Seite, wenn die Nachfrage nach echtem Bitcoin das Angebot an Terminverk\u00e4ufern \u00fcbersteigt. Die folgende \u00dcbersicht zeigt, wo jeder Hebel Ende September 2026 steht und was ihn kippen w\u00fcrde.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Hebel<\/th><th>Zustand (September 2026)<\/th><th>Was ihn umkehren w\u00fcrde<\/th><th>Wirkung auf die Basis<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Gehebelte Long-Nachfrage<\/td><td>Schwach; Rebound ist spot- und ETF-getrieben<\/td><td>R\u00fcckkehr spekulativer Trader, steigende Funding-Rates, wachsendes Open Interest<\/td><td>Direkt und stark ausweitend<\/td><\/tr><tr><td>Risikofreier Zins<\/td><td>Hoch; Fed bei 3,75 bis 4,00 Prozent<\/td><td>Kurswechsel der Fed zu Zinssenkungen<\/td><td>Senkt den Deckel, vergr\u00f6\u00dfert den m\u00f6glichen \u00dcberschuss<\/td><\/tr><tr><td>Cash-Seite (Angebot und Nachfrage)<\/td><td>Kassa-Nachfrage (ETFs, Banken) dominiert<\/td><td>Mehr Terminverk\u00e4ufer als Spot-K\u00e4ufer<\/td><td>Indirekt; entscheidet \u00fcber die Marge des Trades<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Reihenfolge ist kein Zufall. Der erste Hebel ist der mit Abstand wichtigste, weil er die Basis unmittelbar bewegt; die beiden anderen bestimmen, wie viel vom Bruttoaufschlag am Ende netto \u00fcbrig bleibt. Gehen wir sie einzeln durch.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Hebel 1: Kehrt die spekulative Nachfrage zur\u00fcck?<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Der erste und wichtigste Hebel ist die gehebelte, direktionale Nachfrage. Sie ist im September 2026 schwach, und die Belege daf\u00fcr sind mehr als nur die flache Basis. Das Open Interest an der CME fiel im Jahresverlauf erstmals seit 2023 unter jenes von Binance; die einst dominante regulierte Terminb\u00f6rse hat an spekulativem Volumen verloren. Als die CME-Hedgefonds im August erstmals seit Jahren netto long drehten, war das gerade kein Carry-Signal: Ein marktneutraler Basis-Trader ist auf der Terminseite immer short. Netto long zu sein ist eine gerichtete Wette auf den Preis, nicht das Ernten eines Aufschlags.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Woher der Carry historisch kommt, hat die Bank f\u00fcr Internationalen Zahlungsausgleich in ihrem <a href='https:\/\/www.bis.org\/publ\/work1087.htm'>Working Paper 1087<\/a> zum Krypto-Carry sauber herausgearbeitet: Die durchschnittliche Carry-Rendite liegt \u00fcber zehn Prozent pro Jahr mit Spitzen \u00fcber 40 Prozent, und getrieben wird sie von trendfolgender, gehebelter Nachfrage (\u00fcberwiegend Retail) bei gleichzeitig begrenztem Arbitragekapital. Zinsdifferenzen allein erkl\u00e4ren wenig. \u00dcbersetzt hei\u00dft das: Der Carry ist kein Naturgesetz, sondern die Bezahlung daf\u00fcr, dass jemand die spekulative Hebel-Nachfrage bedient.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Worauf also achten? Auf die Funding-Rates der Perpetuals, auf das Open Interest an CME und den gro\u00dfen B\u00f6rsen und auf die w\u00f6chentliche CFTC-COT-Positionierung. Steigen Funding und Open Interest gemeinsam mit dem Preis, kehrt der Hebel zur\u00fcck, und die Basis weitet sich. Bleiben sie flach, w\u00e4hrend der Preis l\u00e4uft, best\u00e4tigt sich das Spot-Muster. F\u00fcr die aktuelle Lesart der Positionierung lohnt erneut der Blick in unsere <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/derivate-positionierung-abrechnung-september-2026\/'>September-Abrechnung der Derivate<\/a>.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Hebel 2: Der risikofreie Zins als Deckel<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Der zweite Hebel ist der risikofreie Zins, und er wirkt gleich doppelt. In der Kostengleichung des Terminpreises, Terminkurs gleich Kassakurs mal (1 plus Zins mal Laufzeit), ist er der eingebaute Boden: Schon ohne jede Krypto-Pr\u00e4mie muss der Terminkurs um den Finanzierungszins \u00fcber dem Kassakurs liegen. Gleichzeitig ist er die Messlatte, denn wer Kapital in den Basis-Trade bindet, verzichtet auf ein risikoloses T-Bill. Die echte Krypto-Pr\u00e4mie ist deshalb nur der \u00dcberschuss der Basis \u00fcber den risikofreien Zins.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Genau hier hat sich 2026 das Vorzeichen gedreht. Mit der Zinsanhebung am 16. September auf 3,75 bis 4,00 Prozent, dem ersten Schritt nach oben seit 2023 und dem ersten unter dem neuen Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh, ist der Deckel weiter gestiegen. Warsh hatte in Jackson Hole klargemacht, dass er die Geldpolitik nicht als \u00fcberm\u00e4\u00dfig straff sieht; w\u00f6rtlich sagte er, er w\u00e4re &bdquo;hard pressed to describe broad financial conditions as restrictive&ldquo; (<a href='https:\/\/www.federalreserve.gov\/newsevents\/speech\/warsh20260828a.htm'>federalreserve.gov<\/a>). Ein h\u00f6herer risikofreier Zins wirkt \u00fcber zwei Kan\u00e4le: Er hebt den rechnerischen Boden und d\u00e4mpft zugleich die Lust auf Hebel. Beides komprimiert den \u00dcberschuss. Damit der Carry netto attraktiv wird, muss die Basis sp\u00fcrbar \u00fcber vier Prozent klettern, nicht blo\u00df \u00fcber null.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Und der Deckel k\u00f6nnte noch steigen. Im Dot-Plot vom September signalisierte die Mehrheit der FOMC-Mitglieder mindestens einen weiteren Schritt, und die Sitzung im Dezember gilt als offen. Solange der Markt einen weiteren Zinsschritt einpreist, ist der risikofreie Zins ein Aufw\u00e4rtsrisiko f\u00fcr die Messlatte, kein Abw\u00e4rtsrisiko. F\u00fcr den Carry hei\u00dft das: Der zweite Hebel arbeitet derzeit gegen ihn, nicht f\u00fcr ihn. Erst wenn die Fed glaubhaft Richtung Senkung dreht, kippt dieser Faktor zugunsten der Basis.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr den Euroraum kommt die EZB dazu, deren Einlagensatz nach dem Schritt vom 10. September bei 2,50 Prozent liegt. Wie sich das neue Zinsregime auf die Bewertung von Krypto-Renditen auswirkt, haben wir in <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/inflation-prints-neues-regime-zinsschritt-2026\/'>Inflation Prints im neuen Regime<\/a> ausf\u00fchrlicher eingeordnet. Die folgende Tabelle stellt die Basis den relevanten risikofreien Zinsen gegen\u00fcber.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Instrument<\/th><th>Rendite p.a. (ca.)<\/th><th>Rolle f\u00fcr den Basis-Trade<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>CME-Basis 3 Monate (BTC)<\/td><td>rund 3 %<\/td><td>Bruttoertrag des Trades<\/td><\/tr><tr><td>CME-Basis vorderer Monat<\/td><td>rund 5 %<\/td><td>Durch Annualisierung verzerrt<\/td><\/tr><tr><td>US-T-Bill 3 Monate<\/td><td>rund 4 %<\/td><td>Risikofreie Messlatte (USD)<\/td><\/tr><tr><td>US-Staatsanleihe 2 Jahre<\/td><td>rund 4,2 %<\/td><td>Alternative Messlatte<\/td><\/tr><tr><td>EZB-Einlagensatz<\/td><td>2,50 %<\/td><td>Risikofreier Zins (EUR)<\/td><\/tr><tr><td>sUSDe (Ethena, gestaked)<\/td><td>niedrig einstellig<\/td><td>Krypto-nativer Vergleich<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><h2 class='wp-block-heading'>Hebel 3: Angebot und Nachfrage auf der Cash-Seite<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Der dritte Hebel ist subtiler und wirkt indirekt: das Verh\u00e4ltnis von Angebot und Nachfrage auf der Kassa-Seite des Trades. Der Basis-Trade braucht zwei Beine, einen Kassakauf und einen Terminverkauf. Wenn viele Akteure echtes Bitcoin nachfragen (\u00fcber ETFs, \u00fcber Verwahrer, \u00fcber Bankbilanzen), ohne die Terminseite zu shorten, treibt das den Kassakurs, aber nicht den Aufschlag. Fehlt umgekehrt das Kapital f\u00fcr die Short-Terminseite, bleibt die Basis unarbitriert stehen. Das ist der Grund, warum der Aufschlag auch bei starker Kassa-Nachfrage flach bleiben kann.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der 2026er <a href='https:\/\/www.coinshares.com\/insights\/research-data\/bitcoin-13f-q1-2026-report\/'>CoinShares-13F-Bericht<\/a> f\u00fcr das erste Quartal zeigt die Verschiebung: Hedgefonds bauten rund 31.400 BTC an ETF-Engagement ab (der klassische Basis-Trade-Unwind), w\u00e4hrend Banken ihren Bestand um 339 Prozent mehr als verdoppelten, mit JPMorgan und Wells Fargo als neuen Namen. Doch Banken halten Bitcoin meist als Direktbestand, nicht als Terminverk\u00e4ufer. Sie st\u00e4rken die Kassa-Seite, ohne den Aufschlag zu liefern.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Wie stark die Kassa-Seite den Markt pr\u00e4gt, zeigt schon die Mechanik der ETFs. Autorisierte Teilnehmer schaffen und l\u00f6sen Anteile gegen echtes Bitcoin ein; jeder Nettozufluss bindet Coins am Kassamarkt, ohne dass zwingend eine Short-Terminposition entsteht. Auch Stablecoins geh\u00f6ren zu dieser Kassa-Seite, weil sie das Settlement-Bein vieler Trades stellen. Flie\u00dft frisches Kapital vor allem \u00fcber diese Kan\u00e4le in den Markt, treibt es den Preis, nicht den Aufschlag, und die Basis bleibt genau dort, wo sie im September steht.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">In \u00d6sterreich ist diese Bewegung greifbar: Wenn selbst eine Institution wie Raiffeisen ihren Kundinnen und Kunden Krypto anbietet, w\u00e4chst die Kassa-Nachfrage strukturell. Wir haben diesen Schritt in <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/anbieten-statt-besitzen-raiffeisen-krypto-banken-2026\/'>Anbieten statt besitzen<\/a> beschrieben. Mehr regulierte Kassa-Nachfrage ist gut f\u00fcr den Preis, aber sie ist nicht dasselbe wie die spekulative Hebel-Nachfrage, die den Carry speist.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Die Regime-Historie: was der Carry in jeder Phase abwarf<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Blick zur\u00fcck ordnet die aktuelle Flaute ein. Die annualisierte CME-Basis hat in den letzten drei Jahren mehrere Regime durchlaufen, und jedes l\u00e4sst sich sauber einem Nachfrage-Zustand zuordnen. Die Zahlen stammen aus den Analysen von <a href='https:\/\/www.cfbenchmarks.com\/blog\/revisiting-the-bitcoin-basis-how-momentum-sentiment-impact-the-structural-drivers-of-basis-activity'>CF Benchmarks<\/a> sowie den bereits zitierten CryptoSlate- und CoinShares-Daten.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Phase<\/th><th>Basis (annualisiert, ca.)<\/th><th>Treiber<\/th><th>Was folgte<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Februar 2024<\/td><td>rund 25 %<\/td><td>ETF-Start, Hebel-Nachfrage<\/td><td>Anhaltender Aufschwung<\/td><\/tr><tr><td>November 2024<\/td><td>\u00fcber 20 %<\/td><td>US-Wahl, Euphorie<\/td><td>Zyklushoch voraus<\/td><\/tr><tr><td>Februar 2025<\/td><td>unter 0 % (Backwardation)<\/td><td>Entschuldung, Stress<\/td><td>Seltene Ausnahme<\/td><\/tr><tr><td>1. Halbjahr 2026<\/td><td>rund 2 bis 3 %, 157 Tage unter T-Bill<\/td><td>Carry-Kollaps<\/td><td>Basis-Trade-Unwind<\/td><\/tr><tr><td>August 2026<\/td><td>7,89 % (vorderer Monat)<\/td><td>Positionierungswechsel<\/td><td>Artefakt, 3M blieb rund 3 %<\/td><\/tr><tr><td>September 2026<\/td><td>rund 3 bis 5 %<\/td><td>Spot- und ETF-Rebound<\/td><td>Rebound ohne Carry<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">Das Muster ist eindeutig: Die hohen Renditen von 2024 fielen mit Phasen breiter Hebel-Euphorie zusammen, die tiefen Werte von 2026 mit einem entschuldeten, kassagetriebenen Markt. Die Basis folgt dem Hebel-Zyklus, nicht dem Preis. CF Benchmarks best\u00e4tigt das quantitativ: Die Basis ist mit dem Momentum eher gleichlaufend als vorlaufend (Korrelationen um 0,50 bis 0,54), und extreme Gier (ein Fear-and-Greed-Wert \u00fcber 0,75) ging historisch mit Basiswerten von 15 bis 30 Prozent einher.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Wer die Tabelle von oben nach unten liest, sieht keine Zufallsfolge, sondern einen Zyklus. Auf jede Phase mit zweistelligem Carry folgte eine Bereinigung, und auf jede Bereinigung ein Regime, in dem der Aufschlag unter dem risikofreien Zins verharrte. Der September 2026 ist die j\u00fcngste Zeile dieser Chronik: ein Preis nahe dem Jahreshoch, aber ein Aufschlag, der noch zur entschuldeten Phase geh\u00f6rt. Die Basis hat den Rebound schlicht noch nicht best\u00e4tigt.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Die unbequeme Wahrheit: hoher Carry kommt vor dem Absturz<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Bevor jemand die R\u00fcckkehr des Carry herbeisehnt, lohnt eine unbequeme Erinnerung. Das BIS-Papier zeigt nicht nur, wie hoch der Carry sein kann, sondern auch, was ihm folgt: Ein hoher Carry geht historisch einem Absturz voraus. Der Aufschlag ist eine Risikopr\u00e4mie, eine Bezahlung daf\u00fcr, dass der Basis-Trader das Crash-Risiko der gehebelten Longs tr\u00e4gt. Je h\u00f6her die Pr\u00e4mie, desto gr\u00f6\u00dfer die aufgestaute Hebelwirkung im System, und desto h\u00e4rter die anschlie\u00dfende Bereinigung.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Das Jahr 2022 hat vorgef\u00fchrt, wie schnell aus quasi risikolos ein realer Verlust wird. Wer den Trade damals \u00fcber Plattformen laufen lie\u00df, die mit FTX, Three Arrows Capital oder Celsius verbunden waren, hielt am Ende nicht die Basis in der Hand, sondern ein Gegenparteirisiko, das sich materialisierte. Der Aufschlag war also nie geschenkt; er war immer die Kompensation f\u00fcr Risiken, die in ruhigen Phasen unsichtbar bleiben und in der Krise geb\u00fcndelt zuschlagen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Anders gesagt: Wer sich einen 20-Prozent-Carry zur\u00fcckw\u00fcnscht, w\u00fcnscht sich die Bedingungen zur\u00fcck, die ihn erzeugen, also einen hoch gehebelten, euphorischen Markt am Rand der \u00dcberhitzung. Der flache Aufschlag von 2026 ist die Kehrseite eines ges\u00fcnderen Marktes. Marshalls Beschreibung eines saubereren, weniger gehebelten Marktes ist kein Trostpflaster, sondern eine pr\u00e4zise Diagnose: Weniger Carry bedeutet weniger fragiler Hebel. F\u00fcr den langfristigen Anleger ist das eher beruhigend als beunruhigend.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Bitcoin gegen Ethereum: zwei Kurven, ein Muster<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Logik gilt nicht nur f\u00fcr Bitcoin. Auch Ethereum hat an der CME einen liquiden Terminmarkt (50 ETH je Kontrakt, abgerechnet \u00fcber die CME-CF-Ether-Dollar-Referenzrate), und auch dort misst die Basis die Hebel-Nachfrage. Ethereum hat jedoch eine zus\u00e4tzliche H\u00fcrde: Das Staking wirft eine native Rendite im niedrigen einstelligen Bereich ab. Diese Staking-Rendite ist der krypto-native risikofreie Zins f\u00fcr ETH.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr den ETH-Basis-Trade hei\u00dft das: Der Aufschlag muss nicht nur das fiat-risikofreie T-Bill schlagen, sondern auch die Staking-Rendite, auf die man beim Halten von ungestaktem ETH als Sicherheit verzichtet. Der Deckel liegt also h\u00f6her als bei Bitcoin. Kein Wunder, dass die ETH-Basis im selben Regime tendenziell noch enger sitzt. Wer beide Kurven nebeneinander liest, sieht dasselbe Muster in zwei Tonlagen.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Wo der Trade heute lebt: die Infrastruktur steht bereit<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Bemerkenswert ist, dass die Infrastruktur f\u00fcr den Carry ausgerechnet in dem Jahr ausgebaut wurde, in dem die Rendite kollabierte. Bessere Rohre, weniger Wasser. Seit dem 29. Mai 2026 handelt die CME ihre Krypto-Futures und -Optionen rund um die Uhr, was die Wochenendl\u00fccke schlie\u00dft, die fr\u00fcher die Basis verzerrte. Tim McCourt von der CME begr\u00fcndete den Schritt damit, man wolle &bdquo;bridging the gap between traditional regulated venues and the 24\/7 nature of crypto assets&ldquo; (<a href='https:\/\/www.cmegroup.com\/media-room\/press-releases\/2026\/6\/01\/cme_group_announceslaunchof247cryptocurrencyfuturesandoptionstra.html'>CME Group<\/a>).<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Am selben Tag genehmigte die CFTC den ersten in den USA regulierten Bitcoin-Perpetual, KalshiEX BTCPERP (<a href='https:\/\/www.cftc.gov\/PressRoom\/PressReleases\/9240-26'>cftc.gov<\/a>). CFTC-Chef Mike Selig nannte das gegen\u00fcber <a href='https:\/\/www.coindesk.com\/policy\/2026\/05\/28\/u-s-cftc-opens-crypto-perp-door-with-approval-of-first-regulated-firm'>CoinDesk<\/a> &bdquo;a major step forward&ldquo; auf dem Weg, die USA zur Krypto-Hauptstadt der Welt zu machen, und bezeichnete Perpetuals als &bdquo;a foundational risk management and price discovery tool&ldquo;. Dass die CME parallel gegen die CFTC klagt (Streitpunkt: sind Perpetuals rechtlich Swaps oder Futures, wobei die Funding-Zahlung der Knackpunkt ist), unterstreicht, wie ernst die Branche das neue Marktsegment nimmt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die Ausgangsfrage ist die Botschaft klar: Sollte die gehebelte Nachfrage zur\u00fcckkehren, stehen die Schienen bereit, regulierter und tiefer als je zuvor. Es fehlt nicht die Infrastruktur, es fehlt das Wasser.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Ethena: die produktisierte Basis als Fr\u00fchindikator<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Kein Marktteilnehmer verk\u00f6rpert den Basis-Trade so unmittelbar wie Ethena. Der synthetische Dollar USDe ist im Kern ein tokenisierter, delta-neutraler Basis-Trade: gestaktes Spot-Kollateral auf der einen Seite, eine gleich gro\u00dfe Short-Position in Perpetuals auf der anderen, sodass die Funding- und Basiszahlungen zur Rendite werden. Wie dieses Konstrukt funktioniert, haben wir in <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/ethena-usde-synthetischer-dollar-funding-rendite-2026\/'>Der synthetische Dollar<\/a> im Detail beschrieben.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Gerade weil USDe der gr\u00f6\u00dfte produktisierte Basis-Trade der Welt ist, verr\u00e4t sein Verhalten viel \u00fcber den Zustand des Carry. Als die Rendite unter den risikofreien Zins fiel, drehte Ethena um: Im Fr\u00fchjahr 2026 senkte das Protokoll den Anteil der Perpetual-Positionen deutlich und stockte real-world assets, tokenisierte Staatsanleihen und Kreditprodukte auf. Das USDe-Angebot schrumpfte von einem H\u00f6chststand \u00fcber 14 Milliarden auf unter sechs Milliarden US-Dollar, die Rendite von sUSDe rutschte in den niedrigen einstelligen Bereich. Eine delta-neutrale Strategie allein auf Krypto-Basis tr\u00e4gt bei diesem Carry nicht mehr.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Damit wird Ethena zum Fr\u00fchindikator: Sollte der Carry zur\u00fcckkehren, w\u00e4re die erste Bewegung wahrscheinlich, dass Vehikel wie USDe wieder st\u00e4rker in Perpetuals rotieren. Steigt der Perp-Anteil in solchen Produkten, ist die spekulative Hebel-Nachfrage zur\u00fcck, und mit ihr die Basis. Es lohnt sich, dieses Signal zu beobachten.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Vorteil dieses Fr\u00fchindikators ist seine Transparenz. Anders als die Positionierung einzelner Fonds, die erst mit Wochen Verz\u00f6gerung in den 13F-Meldungen auftaucht, ist die Zusammensetzung von USDe on-chain und nahezu in Echtzeit nachvollziehbar. Ein wieder steigender Perpetual-Anteil w\u00e4re damit eines der ersten \u00f6ffentlich sichtbaren Zeichen, dass die spekulative Nachfrage und mit ihr der Carry zur\u00fcckkehren.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Was das f\u00fcr Anleger in \u00d6sterreich hei\u00dft: FMA, MiFID II und die KESt<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr den heimischen Markt sind zwei Ebenen entscheidend, die Regulierung und die Steuer. Krypto-Derivate wie Futures und Perpetuals sind keine Spot-Krypto-Assets und fallen deshalb nicht unter MiCA, sondern gelten als Finanzinstrumente unter MiFID II, beaufsichtigt von der <a href='https:\/\/www.fma.gv.at\/geldanlage\/welche-krypto-assets-sind-reguliert-und-welche-nicht\/'>FMA<\/a>. Die ESMA hat zudem klargestellt, dass Perpetuals als CFDs einzuordnen sind, womit f\u00fcr Kleinanleger die Hebelgrenze von 2:1 greift (siehe <a href='https:\/\/www.esma.europa.eu\/'>esma.europa.eu<\/a>). Wer als Privatperson vom Carry tr\u00e4umt, st\u00f6\u00dft hier an eine harte, regulatorisch gezogene Grenze.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Noch entscheidender ist die Steuer. Krypto-Gewinne unterliegen in \u00d6sterreich dem Sondersteuersatz von 27,5 Prozent nach Paragraph 27a EStG, und inl\u00e4ndische Plattformen behalten die KESt seit 1. J\u00e4nner 2024 automatisch ein, wie das <a href='https:\/\/www.bmf.gv.at\/themen\/steuern\/sparen-veranlagen\/steuerliche-behandlung-von-kryptowaehrungen.html'>BMF<\/a> festh\u00e4lt. Rechnet man das durch, verliert der ohnehin d\u00fcnne Carry weiter an Reiz: Ein Bruttoaufschlag von drei Prozent schrumpft nach 27,5 Prozent KESt auf rund 2,2 Prozent netto, klar unter dem T-Bill. Selbst eine moderate Belebung der Basis l\u00e4sst die Nach-Steuer-H\u00fcrde f\u00fcr heimisches Retail hoch.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Hinzu kommt die W\u00e4hrung. Ein in Euro denkender Anleger, der einen in US-Dollar bepreisten Trade eingeht, tr\u00e4gt zus\u00e4tzlich die Kosten der EUR\/USD-Absicherung, die grob der Zinsdifferenz zwischen Fed und EZB entspricht. Wie stark dieser W\u00e4hrungseffekt Krypto-Renditen f\u00fcr \u00d6sterreicher verzerren kann, haben wir in <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/dxy-euro-wette-bitcoin-gewinn-waehrung-oesterreich-2026\/'>DXY als Euro-Wette<\/a> vorgerechnet. Der in \u00d6sterreich lizenzierte CASP Bitpanda operiert unter FMA-Aufsicht; die verk\u00fcrzte MiCA-\u00dcbergangsfrist endet hierzulande am 1. Juli 2026.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Das Signal, auf das es wirklich ankommt<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Fassen wir zusammen. Die Futures-Basis ist ein Barometer der spekulativen Hebel-Nachfrage, nicht des Preises. Ihr Schweigen in einem steigenden Markt ist selbst die Botschaft: Der Aufschwung im September wird von echtem Kassa-Kapital getragen, nicht von geliehener Euphorie. Der Carry kehrt nicht zur\u00fcck, weil der Preis steigt, sondern erst, wenn der Hebel zur\u00fcckkommt oder die Fed den risikofreien Deckel senkt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Wer die R\u00fcckkehr des Carry fr\u00fch erkennen will, sollte deshalb nicht auf den Kurs starren, sondern auf einen kleinen Stapel von Indikatoren.<\/p><ul class='wp-block-list'><li>Funding-Rates der Perpetuals: Drehen sie deutlich und dauerhaft ins Positive, zahlt jemand wieder f\u00fcr Hebel.<\/li><li>Open Interest an CME und gro\u00dfen B\u00f6rsen: W\u00e4chst es mit dem Preis, kehrt die spekulative Nachfrage zur\u00fcck.<\/li><li>CFTC-COT-Positionierung: Ein Aufbau gehebelter Long-Positionen ist das Fr\u00fchzeichen.<\/li><li>Perp-Anteil in Produkten wie USDe: Rotiert Ethena zur\u00fcck in Perpetuals, ist der Carry im Kommen.<\/li><li>Fed-Pfad: Jede Wende Richtung Zinssenkung senkt den Deckel und vergr\u00f6\u00dfert den m\u00f6glichen \u00dcberschuss.<\/li><\/ul><p class=\"wp-block-paragraph\">Bis diese Signale drehen, gilt die n\u00fcchterne Bilanz dieses Herbstes: Bitcoin kann steigen, ohne dass der Carry zur\u00fcckkommt. Und vielleicht ist genau das die ges\u00fcndere Variante eines Bullenmarkts.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>H\u00e4ufig gestellte Fragen<\/h2><h3 class='wp-block-heading'>Warum steigt die Futures-Basis nicht, obwohl Bitcoin steigt?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Weil der Aufschwung im September vor allem von Spot- und ETF-K\u00e4ufen getragen wird, nicht von gehebelten Long-Positionen. Die Basis misst die Nachfrage nach Hebel, nicht die Preisrichtung: Kauft man Bitcoin direkt am Kassamarkt, hebt das Kassa- und Terminkurs gemeinsam an und l\u00e4sst den Aufschlag unber\u00fchrt.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Was ist der Unterschied zwischen Futures-Basis und Funding-Rate?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Futures-Basis ist der annualisierte Aufschlag eines datierten Terminkontrakts gegen\u00fcber dem Kassakurs. Die Funding-Rate ist das Gegenst\u00fcck bei Perpetuals, die kein Verfallsdatum haben: eine periodische Zahlung zwischen Long und Short, die den Perp-Preis an den Kassakurs koppelt. Beide messen letztlich den Preis f\u00fcr gehebelte Long-Nachfrage.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Ist der Basis-Trade wirklich risikolos?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Nein. Der Trade ist marktneutral, aber nicht kostenlos und nicht ohne Risiko: Es bleiben Gegenpartei- und Plattformrisiko (2022 zeigte das schmerzhaft), Roll- und Ausf\u00fchrungskosten sowie die Kapitalbindung. Der risikofreie Zins ist die Untergrenze, und historisch ging ein hoher Carry oft einem Absturz voraus.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Wie werden Krypto-Futures in \u00d6sterreich besteuert?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Krypto-Derivate wie Futures und Perpetuals gelten als Finanzinstrumente unter MiFID II und werden von der FMA beaufsichtigt, nicht unter MiCA. Gewinne unterliegen dem Sondersteuersatz von 27,5 Prozent nach Paragraph 27a EStG; inl\u00e4ndische Plattformen behalten die KESt seit 1. J\u00e4nner 2024 automatisch ein.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Was m\u00fcsste passieren, damit der Carry zur\u00fcckkommt?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Zwei Dinge k\u00f6nnen die Basis wieder ausweiten: die R\u00fcckkehr gehebelter, direktionaler Long-Nachfrage (sichtbar an steigenden Funding-Rates, wachsendem Open Interest und einer Positionierung der Fonds auf der Long-Seite) und ein Kurswechsel der Fed hin zu Zinssenkungen, der den risikofreien Deckel senkt. 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