{"id":524,"date":"2026-10-01T12:50:08","date_gmt":"2026-10-01T12:50:08","guid":{"rendered":"https:\/\/hoge.gg\/at\/bitcoin-eurostoxx-nasdaq-korrelation-welt-etf-2026\/"},"modified":"2026-10-01T12:50:08","modified_gmt":"2026-10-01T12:50:08","slug":"bitcoin-eurostoxx-nasdaq-korrelation-welt-etf-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hoge.gg\/at\/bitcoin-eurostoxx-nasdaq-korrelation-welt-etf-2026\/","title":{"rendered":"Frankfurt oder New York? Woran Bitcoin wirklich h\u00e4ngt"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Zum Start ins vierte Quartal notiert Bitcoin bei rund 74.000 Euro, gut 31 Prozent unter dem Rekord von 107.662 Euro aus dem Oktober 2025 (<a href='https:\/\/www.coingecko.com\/en\/coins\/bitcoin\/eur'>CoinGecko<\/a>). Die europ\u00e4ischen B\u00f6rsen haben heuer ein ganz anderes Jahr hinter sich: Der EuroStoxx 50 kletterte im August auf Rekorde \u00fcber 6.500 Punkte, der deutsche DAX sprang erstmals \u00fcber 26.000, und der breite Stoxx 600 liegt zweistellig im Plus (<a href='https:\/\/fortune.com\/2026\/08\/09\/europe-stock-markets-stoxx-600-dax-cac-40-ftse-mib\/'>Fortune<\/a>). Zwei Welten, ein Depot, und dazwischen die Frage, die sich jeder \u00f6sterreichische Anleger irgendwann stellt: Diversifiziert Bitcoin mein Aktienportfolio eigentlich, oder kaufe ich mir nur dasselbe Risiko in Orange dazu?<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Standardantwort lautet: Ja, die Korrelation ist niedrig, Bitcoin hat sich 2026 von den Aktien gel\u00f6st. Das stimmt, aber es ist die halbe Wahrheit. Denn &bdquo;die Aktien&ldquo; gibt es nicht. Es gibt den Nasdaq, den S&#038;P 500, den EuroStoxx 50, den DAX und den heimischen ATX, und Bitcoin verh\u00e4lt sich zu jedem dieser Bl\u00f6cke anders. Wer wissen will, ob Bitcoin sein Depot absichert, muss zuerst kl\u00e4ren, aus welchen Aktien dieses Depot besteht. Genau hier wird es f\u00fcr einen Anleger in Wien heikel, dessen &bdquo;Welt&ldquo;-ETF in Wahrheit zu mehr als 70 Prozent aus den USA besteht.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Die falsche Frage: Bitcoin gegen &bdquo;die Aktien&ldquo;<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Korrelation zwischen zwei Anlagen ist immer eine Zahl zwischen minus 1 und plus 1, und sie bezieht sich auf ein konkretes Gegen\u00fcber. &bdquo;Bitcoin und Aktien&ldquo; ist kein konkretes Gegen\u00fcber, sondern eine Sammelbezeichnung f\u00fcr Dutzende sehr verschiedener Indizes. Der Nasdaq Composite ist ein Technologieindex, der EuroStoxx 50 ein Sammelbecken europ\u00e4ischer Banken, Versicherer und Industriekonzerne, der ATX in Wien wird von einer Handvoll Finanz- und Energietitel dominiert. Dass Bitcoin zu all diesen K\u00f6rben dieselbe Beziehung h\u00e4tte, w\u00e4re reiner Zufall, und tats\u00e4chlich ist es auch nicht so.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die ehrliche Antwort auf die Diversifikationsfrage beginnt deshalb mit einer Gegenfrage: Aus welchen Aktien besteht Ihr Depot? Wer vor allem US-Technologie h\u00e4lt, bekommt mit Bitcoin weniger Streuung, als die Schlagzeile von der niedrigen Korrelation verspricht. Wer europ\u00e4ische Standardwerte h\u00e4lt, bekommt tats\u00e4chlich etwas Unkorreliertes, tr\u00e4gt \u00fcber Bitcoin aber trotzdem ein St\u00fcck US-Tech-Risiko ins Depot. Beides ist dieselbe M\u00fcnze, nur von zwei Seiten betrachtet. Ob ein kleiner Bitcoin-Anteil die risikobereinigte Rendite eines klassischen 60\/40-Depots hebt, h\u00e4ngt genau an dieser Unterscheidung, wie der <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/bitcoin-60-40-depot-backtest-korrelation-2026\/'>Backtest eines gemischten Depots<\/a> zeigt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Dieser Text dreht die \u00fcbliche Perspektive deshalb um. Statt zu fragen, wie hoch &bdquo;die&ldquo; Korrelation gerade ist, zeichnen wir eine Landkarte: Woran h\u00e4ngt Bitcoin wirklich, woran nicht, und warum. Am Ende steht eine f\u00fcr Wien unbequeme Erkenntnis, n\u00e4mlich dass die saubere Trennung zwischen &bdquo;meinen Aktien&ldquo; und &bdquo;meinem Bitcoin&ldquo; in einem typischen Welt-Portfolio l\u00e4ngst verschwommen ist.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Was die Korrelation misst, und was nicht<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Bevor die Landkarte Sinn ergibt, ein kurzer Blick auf das Werkzeug. Die g\u00e4ngige Korrelationszahl ist der Pearson-Koeffizient, berechnet auf den t\u00e4glichen Renditen der beiden Anlagen, meist \u00fcber ein rollierendes Fenster von 30, 60 oder 90 Tagen. Plus 1 bedeutet Gleichlauf, minus 1 Gegenlauf, null kein linearer Zusammenhang. Wichtig ist das Wort Renditen: Wer Korrelation auf Kursniveaus statt auf Ver\u00e4nderungen rechnet, erh\u00e4lt v\u00f6llig andere Werte. Dasselbe Bitcoin-Aktien-Paar kann als Kursniveau gerechnet stark negativ und auf Tagesrenditen zugleich leicht positiv ausfallen. Beide Werte stimmen, sie messen nur Verschiedenes, und manche Schlagzeile \u00fcber ein angebliches Korrelations-Rekordtief beruht schlicht auf der irref\u00fchrenden Kursniveau-Variante.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Drei Verwechslungen sind teuer. Erstens: Korrelation ist nicht Beta. Die Korrelation sagt, wie gleichgerichtet sich zwei Anlagen bewegen, das Beta sagt, wie stark. Bitcoin kann niedrig mit dem Nasdaq korrelieren und an schlechten Tagen trotzdem heftiger fallen. Zweitens: Korrelation ist nicht Kausalit\u00e4t. Dass zwei Kurse zusammenlaufen, hei\u00dft nur, dass sie dieselben Treiber teilen, allen voran Notenbankzinsen, globale Liquidit\u00e4t und die Risikolaune der gro\u00dfen Fonds. Drittens: Korrelation ist keine Konstante, sondern ein Zustand, der kippt. Sie steigt verl\u00e4sslich dann, wenn es kracht, also genau dann, wenn man die Streuung am dringendsten br\u00e4uchte.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die Landkarte hei\u00dft das: Eine einzelne Korrelationszahl ist eine Momentaufnahme, kein Naturgesetz. Entscheidend ist nicht der genaue Wert an einem Stichtag, sondern das Muster, welcher Block mit Bitcoin strukturell gekoppelt ist und welcher nicht. Dieses Muster ist \u00fcber die Jahre erstaunlich stabil, auch wenn die Tageswerte wild schwanken.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Wie die Korrelation historisch wanderte<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Dass Bitcoin heute \u00fcberhaupt an Aktien h\u00e4ngt, ist eine junge Erscheinung. In den Jahren 2017 bis 2019 lief der Kurs praktisch unabh\u00e4ngig von den B\u00f6rsen, die Korrelation zum S&#038;P 500 lag nahe null (<a href='https:\/\/www.imf.org\/en\/Blogs\/Articles\/2022\/01\/11\/crypto-prices-move-more-in-sync-with-stocks-posing-new-risks'>IWF<\/a>). Erst mit der institutionellen Welle der Jahre 2020 und 2021, als gro\u00dfe Fonds Bitcoin als Risikoanlage neben die Technologieaktien einsortierten, stieg der Gleichlauf sp\u00fcrbar an. Der Internationale W\u00e4hrungsfonds warnte schon damals, die engere Verzahnung mit den Aktienm\u00e4rkten schaffe neue Ansteckungsrisiken.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Den H\u00f6hepunkt erreichte die Kopplung w\u00e4hrend der Zinswende 2022: Als die US-Notenbank die Zinsen im Eiltempo anhob, fielen Bitcoin und Nasdaq im Gleichschritt, und die rollierende Korrelation kletterte auf Werte, wie man sie zuvor nie gesehen hatte. Bitcoin war in dieser Phase schlicht die am h\u00f6chsten gehebelte Risikoanlage im Markt, und Risikoanlagen bewegten sich alle zusammen. 2023 kam eine Z\u00e4sur: Die Bankenkrise rund um die Silicon Valley Bank verschob die Erz\u00e4hlung, Bitcoin lief zeitweise als Bankenalternative und n\u00e4herte sich dem Gold an.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Seither ist das Bild uneinheitlich. Mal zieht die Makrowelt Bitcoin eng an die US-Aktien heran, mal l\u00f6sen kryptoeigene Nachrichten die Kopplung wieder. Wichtig ist die Lehre aus dieser Wanderung: Die Korrelation hat keinen nat\u00fcrlichen Ruhewert, zu dem sie zur\u00fcckkehrt. Sie ist das Ergebnis dessen, welcher Treiber gerade das Kommando hat, und genau deshalb lohnt der Blick darauf, \u00fcber welche Kan\u00e4le dieser Treiber \u00fcberhaupt wirkt.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>New York gibt den Takt vor<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn Bitcoin mit Aktien l\u00e4uft, dann mit amerikanischen Technologieaktien. Eine Auswertung von 567 Handelstagen zwischen Juni 2024 und September 2026 zeigt f\u00fcr den gr\u00f6\u00dften Spot-Bitcoin-ETF, BlackRocks IBIT, eine Korrelation von plus 0,43 zum S&#038;P 500 und plus 0,44 zum Nasdaq Composite (<a href='https:\/\/cryptoetf.today\/en\/blog\/bitcoin-etf-correlation-equities'>cryptoetf.today<\/a>). Das Bestimmtheitsma\u00df liegt bei rund 0,18, der Aktienmarkt erkl\u00e4rt also nur etwa 18 Prozent der t\u00e4glichen Bitcoin-Bewegung. Oder, wie die Autoren es zuspitzen: Rund vier F\u00fcnftel dessen, was ein Bitcoin-ETF an einem Tag tut, hat mit dem Aktienmarkt nichts zu tun. Je nach Fenster schwankt dieser Wert zwischen plus 0,36 und plus 0,62, ein mittlerer, aber keineswegs enger Zusammenhang.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Dass es ausgerechnet die US-Technologie ist, liegt auch an der Uhr. Seit es b\u00f6rsengehandelte Optionen auf IBIT gibt, hat sich die Korrelation zwischen Bitcoin und dem Nasdaq w\u00e4hrend der US-Handelszeit ungef\u00e4hr verdoppelt, und die Volatilit\u00e4t ballt sich inzwischen im Fenster von 14 bis 16 Uhr UTC, also rund um die Er\u00f6ffnung der amerikanischen Kassab\u00f6rse. Gregory Mall, Anlagechef bei Lionsoul Global, beschreibt den Mechanismus so: &bdquo;Bitcoin nimmt heute an denselben Bilanz- und Derivatemechaniken teil, die Aktien und andere Risikoanlagen steuern&ldquo; (<a href='https:\/\/www.coindesk.com\/coindesk-indices\/2026\/02\/25\/crypto-long-and-short-when-etf-options-start-driving-bitcoin'>CoinDesk<\/a>). Die Market-Maker, die diese Optionen absichern, handeln in New Yorker Zeit, und sie handeln Bitcoin wie jedes andere Technologie-Underlying.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">So entsteht ein Bild, das die Tagespresse gern \u00fcbersieht: Der Gleichlauf mit Aktien ist moderat, aber dort, wo er existiert, ist er amerikanisch und technologielastig. Die folgende Tabelle ordnet die wichtigsten Gegen\u00fcber ein.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Gegen\u00fcber<\/th><th>Korrelation zu Bitcoin<\/th><th>Lesart<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Nasdaq Composite<\/td><td>+0,44 (R\u00b2 0,19)<\/td><td>engste Aktienkopplung, US-Tech<\/td><\/tr><tr><td>S&#038;P 500<\/td><td>+0,43 (R\u00b2 0,18)<\/td><td>breiter US-Markt, stark tech-gewichtet<\/td><\/tr><tr><td>S&#038;P 500 (Kursniveau statt Rendite)<\/td><td>stark negativ<\/td><td>Messartefakt, nicht mit Renditen vergleichbar<\/td><\/tr><tr><td>Gold<\/td><td>steigend<\/td><td>Wertaufbewahrungsmotiv, siehe unten<\/td><\/tr><tr><td>EuroStoxx 50 \/ DAX<\/td><td>niedrig bis null<\/td><td>strukturell entkoppelt, siehe unten<\/td><\/tr><tr><td>US-Dollar (DXY)<\/td><td>negativ<\/td><td>schwacher Dollar st\u00fctzt Bitcoin<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><figcaption>Korrelationen auf Tagesrenditen, verschiedene Fenster; US-Werte aus cryptoetf.today (Juni 2024 bis September 2026), \u00fcbrige Einordnung qualitativ.<\/figcaption><\/figure><h2 class='wp-block-heading'>Warum Europa aus dem Takt f\u00e4llt<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Der EuroStoxx 50 und der DAX bewegen sich aus ganz anderen Gr\u00fcnden als Bitcoin, und oft sogar in die Gegenrichtung. Das hat zwei Ursachen, eine strukturelle und eine zinspolitische. Strukturell ist der europ\u00e4ische Blue-Chip-Index ein Finanz- und Industriekorb: Banken, Versicherer wie Allianz, Luxus, Pharma, Autobauer. Das europ\u00e4ische Aktienjahr 2026 wurde von genau diesen Namen getragen, die Unternehmensgewinne legten um 17 Prozent zu, so kr\u00e4ftig wie seit vier Jahren nicht, der Bankensektor stieg um 22 Prozent, und Halbleiterwerte wie ASML und Infineon kletterten um 60 Prozent (<a href='https:\/\/fortune.com\/2026\/08\/09\/europe-stock-markets-stoxx-600-dax-cac-40-ftse-mib\/'>Fortune<\/a>). Mit Bitcoin hat keiner dieser Treiber etwas zu tun.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Dazu kommt die Zinsmechanik, und die wirkt sogar entgegengesetzt. Hohe Leitzinsen sind Gift f\u00fcr langlaufende, zinssensible Anlagen wie Technologieaktien und Bitcoin, weil k\u00fcnftige Ertr\u00e4ge st\u00e4rker abgezinst werden. F\u00fcr Banken dagegen sind steigende Zinsen ein Geschenk, weil die Zinsmarge w\u00e4chst. Da der EuroStoxx bankenlastig ist, hebt derselbe Zinsimpuls, der Bitcoin bremst, die europ\u00e4ischen Indizes. Genau dieses Muster war 2026 zu sehen: Die EZB hob den Einlagensatz am 10. September auf 2,50 Prozent an, die zweite Erh\u00f6hung des Jahres, getrieben von der energiebedingten Inflation (<a href='https:\/\/www.cnbc.com\/2026\/09\/10\/ecb-interest-rate-hike-lagarde-iran.html'>CNBC<\/a>). Europ\u00e4ische Banken profitierten, Bitcoin nicht.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Dass die St\u00e4rke Europas eine eigene Geschichte ist und keine Kryptogeschichte, best\u00e4tigt die Aktienseite selbst. Helen Jewell, bei BlackRock f\u00fcr fundamentale Aktienstrategien in der Region zust\u00e4ndig, sagte zur Rallye: &bdquo;Es gibt eine echte Begeisterung f\u00fcr Europa. Die Widerstandsf\u00e4higkeit der Region hat den Markt \u00fcberrascht, und die Nachfrage ist deutlich robuster, als erwartet worden war&ldquo; (<a href='https:\/\/fortune.com\/2026\/08\/09\/europe-stock-markets-stoxx-600-dax-cac-40-ftse-mib\/'>Fortune<\/a>). Ein Korb europ\u00e4ischer KI-Profiteure legte heuer 14 Prozent zu und schlug damit die US-Hyperscaler, die nur 3 Prozent gewannen. Europa hatte seine eigenen Themen, und Bitcoin kam darin schlicht nicht vor.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Der Welt-ETF-Irrtum<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Jetzt wird es f\u00fcr Wien unbequem. Der typische \u00f6sterreichische Privatanleger h\u00e4lt seinen Aktienteil l\u00e4ngst nicht mehr \u00fcber ATX-Einzelwerte, sondern \u00fcber einen breiten Indexfonds, meist einen MSCI World oder FTSE All-World. Das f\u00fchlt sich nach maximaler Streuung an, ist es aber nicht. Der MSCI World bestand Ende August 2026 zu 72,1 Prozent aus US-Aktien, die sogenannten Magnificent Seven (Nvidia, Apple, Microsoft, Amazon, Alphabet, Meta, Tesla) machten allein 23,6 Prozent des gesamten Index aus, und die zehn gr\u00f6\u00dften Positionen zusammen 26,6 Prozent (<a href='https:\/\/investingintheweb.com\/education\/sp500-vs-msci-world\/'>investingintheweb<\/a>). Ein &bdquo;Welt&ldquo;-Portfolio ist in Wahrheit ein US-Technologie-Portfolio mit europ\u00e4ischem Beiwerk.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Im S&#038;P 500 ist die Ballung noch krasser: Dort kamen die Magnificent Seven im Juli 2026 auf rund 32,5 Prozent des Index, mit einem gemeinsamen B\u00f6rsenwert nahe 22 Billionen US-Dollar. Das sind exakt die Titel, mit denen Bitcoin am engsten korreliert. Daraus folgt die eigentliche Pointe: Die niedrige Korrelation zwischen Bitcoin und europ\u00e4ischen Aktien n\u00fctzt einem Anleger wenig, wenn sein Aktienteil gar nicht europ\u00e4isch ist. Wer einen MSCI World h\u00e4lt und Bitcoin dazukauft, kombiniert zwei Anlagen, die beide \u00fcberproportional am selben Dutzend US-Tech-Konzerne h\u00e4ngen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Diversifikationseffekt ist deshalb nicht null, aber kleiner als die Schlagzeile verspricht. Die saubere Rechnung &bdquo;Aktien hier, Bitcoin dort, beides unkorreliert&ldquo; geht nur auf, wenn der Aktienteil tats\u00e4chlich breit und nicht US-tech-dominiert ist. F\u00fcr ein echtes Welt-Portfolio gilt das kaum noch. Die folgende Tabelle macht sichtbar, was in einem vermeintlich globalen Fonds wirklich steckt.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Kennzahl<\/th><th>Wert<\/th><th>Bedeutung f\u00fcr Bitcoin<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>USA-Anteil im MSCI World<\/td><td>72,1 %<\/td><td>&bdquo;Welt&ldquo; ist \u00fcberwiegend USA<\/td><\/tr><tr><td>Magnificent Seven im MSCI World<\/td><td>23,6 %<\/td><td>fast ein Viertel sind Bitcoins Korrelationspartner<\/td><\/tr><tr><td>Top-10-Positionen im MSCI World<\/td><td>26,6 %<\/td><td>Klumpenrisiko in wenigen US-Namen<\/td><\/tr><tr><td>Magnificent Seven im S&#038;P 500<\/td><td>rund 32,5 %<\/td><td>US-Leitindex ist faktisch ein Tech-Index<\/td><\/tr><tr><td>Bitcoin zu Nasdaq \/ S&#038;P 500<\/td><td>+0,44 \/ +0,43<\/td><td>genau zu diesen Titeln die engste Kopplung<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><figcaption>MSCI-World-Zahlen per 31. August 2026 (investingintheweb); S&#038;P-500-Konzentration Stand Juli 2026; Korrelationen laut cryptoetf.today.<\/figcaption><\/figure><h2 class='wp-block-heading'>Die Br\u00fccken sind amerikanisch<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Kopplung an die US-Technologie ist kein Zufall, sondern eingebaut. Zwischen Wall Street und dem Kryptomarkt sind in den vergangenen zwei Jahren mehrere Br\u00fccken entstanden, und alle f\u00fchren nach Amerika. Die erste sind die Spot-Bitcoin-ETFs, Anfang 2024 in den USA zugelassen; sie leiten das Geld amerikanischer Broker und Pensionskonten direkt in Bitcoin. Die zweite ist Strategy, der ehemalige Softwarekonzern MicroStrategy, der seit Dezember 2024 im Nasdaq-100 notiert (<a href='https:\/\/www.coindesk.com\/markets\/2024\/12\/12\/microstrategy-to-enter-nasdaq-100-exposing-bitcoin-linked-stock-to-billions-in-passive-investment-flows'>CoinDesk<\/a>). Damit steckt eine fast reine Bitcoin-Wette in einem Index, den viele \u00d6sterreicher \u00fcber Technologie-ETFs im Depot haben.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die dritte Br\u00fccke ist Coinbase, die gr\u00f6\u00dfte US-Kryptob\u00f6rse, seit 2025 Mitglied des S&#038;P 500. Die gr\u00f6\u00dfte US-Kryptob\u00f6rse sitzt nun im Leitindex, den jeder Welt-ETF zu gro\u00dfen Teilen abbildet. Die vierte, subtilste Br\u00fccke sind die bereits erw\u00e4hnten IBIT-Optionen und die Absicherungsgesch\u00e4fte der Market-Maker, die Bitcoins Tagesrhythmus an die US-Kassab\u00f6rse koppeln. Vier Br\u00fccken, ein Ufer.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Und die Gegenprobe? Im EuroStoxx 50, im DAX und im ATX gibt es keine einzige dieser Br\u00fccken. Kein europ\u00e4ischer Blue Chip h\u00e4lt Bitcoin als Bilanzreserve wie Strategy, keine europ\u00e4ische Kryptob\u00f6rse ist Indexmitglied wie Coinbase, und die liquidesten Bitcoin-Derivate laufen \u00fcber US-Pl\u00e4tze, nicht \u00fcber Frankfurt oder Wien. Die Kopplung an Amerika ist also kein Marktgef\u00fchl, sondern Konstruktion. Europa hat schlicht keine Leitungen, \u00fcber die sich dieselbe Korrelation aufbauen k\u00f6nnte.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Der Euro-Dollar-Filter<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Zwischen einem Wiener Depot und dem Bitcoin-Kurs liegt noch eine Linse, die gern vergessen wird: der Wechselkurs. Bitcoin wird global in US-Dollar gehandelt, ein \u00f6sterreichischer Anleger misst sein Verm\u00f6gen aber in Euro. Jede Bewegung des Bitcoin-Preises in Euro ist deshalb eine Mischung aus zwei Dingen, der Dollar-Bewegung von Bitcoin selbst und der Bewegung des Euro gegen\u00fcber dem Dollar. Ende September 2026 lag EUR\/USD bei etwa 1,135, nachdem der Euro Ende August noch bei rund 1,165 gestanden hatte. Ein schw\u00e4cherer Euro l\u00e4sst denselben Dollar-Bitcoin in Euro teurer aussehen, ein st\u00e4rkerer Euro d\u00e4mpft die Euro-Rendite.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die Korrelationsfrage hat das eine untersch\u00e4tzte Folge. Wer Bitcoin in Euro gegen einen europ\u00e4ischen Index in Euro vergleicht, misst in Wahrheit auch ein St\u00fcck EUR\/USD mit. Ein Teil dessen, was wie eine Bitcoin-Aktien-Beziehung aussieht, ist in Euro gerechnet schlicht Dollarst\u00e4rke oder Dollarschw\u00e4che. Das verzerrt vor allem die ohnehin lose Kopplung zu europ\u00e4ischen Werten, w\u00e4hrend es die Kopplung zu US-Aktien weniger st\u00f6rt, weil diese ja ebenfalls in Dollar notieren.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Praktisch hei\u00dft das: Ein Teil der Diversifikation, die ein Euro-Anleger in seinem Bitcoin zu sehen glaubt, ist W\u00e4hrungseffekt und keine echte Unkorreliertheit zur Aktie. Der Dollar ist damit ein stiller dritter Spieler in jedem Euro-Korrelationsvergleich, und er bewegt sich oft gegenl\u00e4ufig zu Bitcoin: Ein schwacher Dollar st\u00fctzt den Kurs, ein starker Dollar bremst ihn. Wer die Landkarte sauber lesen will, sollte Bitcoin und die Aktien im selben Ma\u00dfstab vergleichen, am besten in Dollar, und den W\u00e4hrungseffekt getrennt betrachten.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Zwei Notenbanken, ein Hebel<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">2026 ist ein ungew\u00f6hnliches Jahr, weil beide gro\u00dfen Notenbanken gleichzeitig straffen. Die US-Notenbank hob den Leitzins am 16. September auf 3,75 bis 4,00 Prozent an, die erste Erh\u00f6hung seit 2023 (<a href='https:\/\/www.cnbc.com\/2026\/09\/16\/fed-rate-decision-september-2026.html'>CNBC<\/a>), nachdem eine energiegetriebene Inflation die Wende erzwungen hatte. Die EZB zog, wie erw\u00e4hnt, am 10. September auf 2,50 Prozent nach. Steigende Zinsen auf beiden Seiten des Atlantiks, ausgel\u00f6st vom selben \u00d6lpreisschock.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Hier zeigt sich, warum die Zusammensetzung eines Index \u00fcber die Korrelation entscheidet. Derselbe Zinsimpuls trifft die Marktsegmente unterschiedlich: Er belastet langlaufende Wachstumswerte und Bitcoin, w\u00e4hrend er Banken und damit die bankenlastigen europ\u00e4ischen Indizes st\u00fctzt. So kann der EuroStoxx auf eine Zinserh\u00f6hung steigen und Bitcoin am selben Tag fallen, ohne dass das irgendetwas mit Kryptofundamentaldaten zu tun h\u00e4tte. Die Zinssensibilit\u00e4t von Bitcoin ist real und \u00fcber die Anleiherenditen gut nachvollziehbar, wie der Blick auf den <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/bear-steepener-zinskurve-anleiherenditen-bitcoin-2026\/'>Bear-Steepener an der Zinskurve<\/a> zeigt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Folge ist eine Gabelung: Das, was Risikoanlagen generell antreibt (Liquidit\u00e4t, Realzinsen, Risikolaune), koppelt Bitcoin an die zinssensible US-Technologie, dieselbe Kraft trennt es aber von der zinsprofitablen europ\u00e4ischen Bank. Ein und dasselbe Makroereignis erzeugt auf der einen Seite Gleichlauf und auf der anderen Gegenlauf. Die Tabelle fasst die Lage der beiden Notenbanken zusammen.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Notenbank<\/th><th>Leitzins (Sept. 2026)<\/th><th>Letzter Schritt<\/th><th>Wer profitiert, wer leidet<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>US-Notenbank (Fed)<\/td><td>3,75 bis 4,00 %<\/td><td>+25 Bp am 16. September, erste Erh\u00f6hung seit 2023<\/td><td>belastet US-Tech und Bitcoin<\/td><\/tr><tr><td>Europ\u00e4ische Zentralbank (EZB)<\/td><td>2,50 % (Einlagensatz)<\/td><td>+25 Bp am 10. September, zweite Erh\u00f6hung 2026<\/td><td>st\u00fctzt europ\u00e4ische Banken, belastet Bitcoin<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><figcaption>Beide Erh\u00f6hungen reagierten auf die energiegetriebene Inflation; Quellen CNBC (Fed und EZB).<\/figcaption><\/figure><h2 class='wp-block-heading'>Wenn alles gleichzeitig f\u00e4llt<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die unbequemste Eigenschaft der Korrelation ist ihre Instabilit\u00e4t im Stress. In ruhigen Phasen darf Bitcoin gern unkorreliert wirken, doch an den wirklich schlechten Tagen laufen die Korrelationen quer \u00fcber alle Anlageklassen gegen plus 1, und zwar genau dann, wenn man die Streuung am dringendsten braucht. Die ETF-Daten zeigen das deutlich: An den zehn Prozent schlechtesten Aktientagen verlor der S&#038;P 500 im Schnitt 1,81 Prozent, der Bitcoin-ETF IBIT aber 2,40 Prozent (<a href='https:\/\/cryptoetf.today\/en\/blog\/bitcoin-etf-correlation-equities'>cryptoetf.today<\/a>). Bitcoin fiel an den Crash-Tagen also st\u00e4rker als der Index, dem es angeblich nur lose folgt. Das ist der Unterschied zwischen Korrelation und Beta in Reinform.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Auch die Geldstr\u00f6me sind asymmetrisch. An einem gr\u00fcnen Aktientag nahm der Bitcoin-ETF-Komplex im Schnitt 143,6 Millionen Dollar ein, an einem roten Tag floss unterm Strich ungef\u00e4hr nichts, und an den schlechtesten Tagen kehrte sich das um: Abfl\u00fcsse von 153,6 Millionen Dollar, an 73 Prozent dieser Tage Netto-R\u00fccknahmen gegen\u00fcber 42 Prozent im Durchschnitt. Die ETF-K\u00e4ufer sind also prozyklisch, sie ziehen sich im Abschwung zur\u00fcck, statt zu st\u00fctzen. Das verst\u00e4rkt die Abw\u00e4rtskopplung zus\u00e4tzlich.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der zweite Verst\u00e4rker ist der Hebel. Ein gro\u00dfer Teil des Kryptohandels l\u00e4uft \u00fcber gehebelte Terminkontrakte, und wenn diese Positionen im Stress liquidiert werden, beschleunigt das den Fall und rei\u00dft die Korrelation nach oben. Wie schnell die Finanzierungskosten und die Futures-Basis das Bild drehen, zeigt der Beitrag <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/rebound-ohne-carry-futures-basis-hebel-2026\/'>Rebound ohne Carry<\/a>. Die Lehre f\u00fcr das Depot ist ern\u00fcchternd: Die niedrige Durchschnittskorrelation ist eine Sch\u00f6nwetterzahl. Genau im Ernstfall, auf den die Diversifikation zielt, schrumpft der Schutz.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Gold, der dritte Pol<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend die Aktienkopplung lose bleibt, zieht Bitcoin eine andere Beziehung enger: die zu Gold. Andr\u00e9 Dragosch, Europa-Chef f\u00fcr Research bei Bitwise, verweist darauf, dass die Korrelation zwischen Bitcoin und Gold zuletzt so hoch liegt wie seit 2020 nicht mehr und Bitcoin zunehmend als eigenst\u00e4ndiger Makro-Verm\u00f6genswert statt als blo\u00dfer Risiko-Proxy gehandelt werde (<a href='https:\/\/coincodex.com\/article\/92791'>CoinCodex<\/a>). Der Markt liest Bitcoin also mehr und mehr als Wertaufbewahrungsmittel und weniger als reinen Technologie-Hebel. In einem Jahr, in dem beide Notenbanken aus Angst vor Inflation die Zinsen anheben, passt das Narrativ: Wer sich gegen Geldentwertung absichern will, landet eher bei Gold und Bitcoin als bei einer Wachstumsaktie.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die Landkarte ist das wichtig, weil es zeigt, dass Bitcoin nicht an einem einzigen Pol h\u00e4ngt. Es gibt eine Tech-Seite, \u00fcber die US-Aktien und ETF-Fl\u00fcsse laufen, und eine Gold-Seite, \u00fcber die das Inflations- und Debasement-Motiv wirkt. Welche Seite dominiert, wechselt mit der Nachrichtenlage. 2026 verschob sich das Gewicht sp\u00fcrbar in Richtung Gold, was die ohnehin m\u00e4\u00dfige Aktienkorrelation weiter lockerte. F\u00fcr einen \u00f6sterreichischen Anleger ist das die eigentlich interessante Diversifikationsachse, denn Gold und ein breiter Aktien-ETF haben historisch wenig miteinander zu tun.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Was das f\u00fcrs \u00f6sterreichische Depot hei\u00dft<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Aus der Landkarte folgt eine Handvoll praktischer Regeln. Erstens: Pr\u00fcfen Sie, wie US-tech-lastig Ihr Aktienteil wirklich ist. Ein Depot aus MSCI World plus Bitcoin ist weniger gestreut, als es aussieht, weil beide Teile am selben Dutzend US-Konzerne h\u00e4ngen. Wer bewusst diversifizieren will, kombiniert Bitcoin eher mit europ\u00e4ischen Standardwerten, Value-Titeln oder Gold als mit einem weiteren Nasdaq-Produkt. Zweitens: Betrachten Sie Bitcoin nicht als Aktienersatz, sondern als eigene, hochvolatile Anlageklasse mit eigenem Risikobudget.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Dass die Entkopplung \u00fcberhaupt ein Verkaufsargument ist, sehen auch die gro\u00dfen Adressen so. Robert Mitchnick, bei BlackRock f\u00fcr digitale Verm\u00f6genswerte verantwortlich, nennt die Losl\u00f6sung von den Aktien ausdr\u00fccklich &bdquo;gesund, weil sie Teil der These vieler Menschen rund um Bitcoin als Diversifikator ist&ldquo; (<a href='https:\/\/www.theblock.co\/news\/markets\/2026-08-10-blackrock-says-bitcoin-sentiment-turning-decoupling-stocks-takes-hold-411333'>The Block<\/a>). Die Betonung liegt auf These: Diversifikation ist ein Versprechen, das sich erst im Stress bew\u00e4hren muss, und wie oben gezeigt, ist genau dort der Schutz am d\u00fcnnsten.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Drittens, zur Mechanik des Messens: Rechnen Sie mit Renditen, nicht mit Kursniveaus, und schauen Sie auf mehrere Fenster. Ein 30-Tage-Fenster zeigt die aktuelle Stimmung, ein 250-Tage-Fenster das strukturelle Muster. Und dimensionieren Sie die Position \u00fcber die Volatilit\u00e4t, nicht \u00fcber den Eurobetrag: Zwei Prozent Bitcoin im Depot tragen wegen der hohen Schwankung einen deutlich h\u00f6heren Anteil am Gesamtrisiko. Den praktischen Zugang zu einer kleinen, regulierten Position bekommen \u00f6sterreichische Anleger heute auch \u00fcber ihre Hausbank, wie der Weg der <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/anbieten-statt-besitzen-raiffeisen-krypto-banken-2026\/'>Raiffeisen in die Kryptoverwahrung<\/a> zeigt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Rechenbeispiel macht das Risikobudget greifbar. Wer in einem Depot von 100.000 Euro zwei Prozent, also 2.000 Euro, in Bitcoin h\u00e4lt, hat damit nur eine kleine Eurosumme investiert, bindet wegen der drei- bis viermal h\u00f6heren Schwankung aber einen \u00fcberproportionalen Teil des gesamten Portfoliorisikos. F\u00fcr viele Anleger ist genau das der Sinn der Sache: ein kleiner Einsatz mit asymmetrischer Wirkung. Wichtig ist nur, die Position bewusst nach Risiko und nicht nach Bauchgef\u00fchl zu dimensionieren und sie beim Rebalancing nicht unbemerkt auf f\u00fcnf oder zehn Prozent anwachsen zu lassen.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Regeln, Steuern und der Zugang in \u00d6sterreich<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die Umsetzung gelten in \u00d6sterreich ein paar heimische Besonderheiten. Aufsichtsrechtlich ist seit 2026 die MiCA-Verordnung der EU ma\u00dfgeblich, national \u00fcberwacht von der Finanzmarktaufsicht (<a href='https:\/\/www.fma.gv.at\/'>FMA<\/a>); die verk\u00fcrzte \u00dcbergangsfrist f\u00fcr bestehende Anbieter endete am 1. Juli 2026, und die ESMA-Leitlinien gegen Marktmanipulation greifen in Teilen seit 28. Juli 2026. Wichtig f\u00fcr die Praxis: MiCA regelt Dienstleister und Emittenten von Spot-Kryptowerten, nicht aber Derivate; Bitcoin-Futures und Perpetuals fallen unter die Finanzinstrument-Regeln von MiFID II.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Beim Zugang st\u00f6\u00dft man auf eine europ\u00e4ische Eigenheit: Einen Spot-Kryptofonds im UCITS-Mantel, also den klassischen regulierten Publikumsfonds, gibt es nicht, weil UCITS Einzel-Rohstoffe und damit auch einzelne Kryptowerte ausschlie\u00dft. Retail-Anleger greifen deshalb zu physisch besicherten ETPs oder ETNs, zu einer heimischen Plattform wie Bitpanda oder zur Eigenverwahrung. Parallel entsteht die Euro-Seite der Infrastruktur, etwa wenn Banken daran arbeiten, den <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/qivalis-euro-stablecoin-banken-oesterreich-2026\/'>Euro als Stablecoin on-chain<\/a> zu bringen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Und dann ist da die Steuer. Kryptogewinne unterliegen in \u00d6sterreich dem besonderen Steuersatz von 27,5 Prozent (Paragraf 27a EStG), heimische Plattformen behalten die Kapitalertragsteuer seit 1. J\u00e4nner 2024 automatisch ein. Das hat eine oft \u00fcbersehene Folge f\u00fcr die Korrelationsstrategie: Jedes Rebalancing, bei dem man Bitcoin in Euro zur\u00fccktauscht, l\u00f6st Steuer aus und frisst einen Teil des Diversifikationsgewinns. Der Tausch zwischen Kryptowerten ist steuerneutral, erst der Schritt zur\u00fcck in Euro oder in eine Ware realisiert. Wer diszipliniert in feste B\u00e4nder rebalanciert, sollte diesen Reibungsverlust einpreisen, sonst sieht die sch\u00f6ne Backtest-Rendite nach Steuer deutlich blasser aus.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Ausblick: Was die Korrelation als N\u00e4chstes dreht<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Korrelation ist, wie gezeigt, ein Regime und keine Konstante, und das Regime kippt an den gro\u00dfen Makroterminen. Das vierte Quartal 2026 liefert gleich mehrere: die Fed-Sitzung am 27. und 28. Oktober, die n\u00e4chste am 8. und 9. Dezember, dazu den Zinspfad der EZB. Entscheidend ist nicht, ob die Zinsen steigen oder fallen, sondern ob die \u00dcberraschung aus der Makrowelt oder aus der Kryptowelt kommt. Dominiert ein Zins- oder Dollarschock, koppelt Bitcoin wieder enger an die US-Aktien; kommt der Impuls aus einer kryptoeigenen Nachricht, l\u00f6st es sich.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Europa \u00e4ndert das wenig. Solange im EuroStoxx und im DAX Banken, Versicherer und Industrie den Ton angeben und keine Bitcoin-Br\u00fccke nach Frankfurt oder Wien f\u00fchrt, bleibt die Kopplung zu den heimischen und kontinentalen Indizes niedrig. Die relevante Achse f\u00fcr einen \u00f6sterreichischen Anleger verl\u00e4uft nicht zwischen Bitcoin und dem ATX, sondern zwischen Bitcoin und dem US-Tech-Block, den er \u00fcber seinen Welt-ETF ohnehin schon besitzt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die n\u00fctzlichste Frage zum Jahresende ist deshalb nicht &bdquo;Wie hoch ist die Korrelation?&ldquo;, sondern &bdquo;Zu welchem Teil meines Depots?&ldquo;. Wer darauf eine ehrliche Antwort hat, wei\u00df, ob sein Bitcoin wirklich streut oder ob er nur dieselbe Nasdaq-Wette mit mehr Volatilit\u00e4t ein zweites Mal kauft. Das ist die eigentliche Landkarte, und sie beginnt nicht beim Kryptokurs, sondern bei der eigenen Depotaufstellung.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>H\u00e4ufige Fragen<\/h2><h3 class='wp-block-heading'>Korreliert Bitcoin mit dem Aktienmarkt?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Es gibt nicht die eine Korrelation. Gegen\u00fcber US-Technologie ist die Kopplung mittel, rund plus 0,43 zum S&#038;P 500 und plus 0,44 zum Nasdaq Composite \u00fcber die Jahre 2024 bis 2026. Gegen\u00fcber europ\u00e4ischen Indizes wie dem EuroStoxx 50 ist sie niedrig bis null. Bitcoin folgt also einem bestimmten Marktsegment, nicht den Aktien allgemein.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Folgt Bitcoin eher dem Nasdaq oder dem EuroStoxx?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Klar dem Nasdaq. Die Kopplung an die US-Technologie ist strukturell eingebaut, \u00fcber Spot-ETFs, \u00fcber Strategy im Nasdaq-100, \u00fcber Coinbase im S&#038;P 500 und \u00fcber den Optionshandel in US-Zeit. Zum bankenlastigen EuroStoxx 50 besteht dagegen kaum ein Zusammenhang, weil dort keine einzige dieser Br\u00fccken existiert.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Diversifiziert Bitcoin einen MSCI-World-ETF?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Weniger, als viele denken. Der MSCI World besteht zu rund 72 Prozent aus US-Aktien, allein die Magnificent Seven machen etwa 24 Prozent aus. Das sind genau die Titel, mit denen Bitcoin am engsten korreliert. Wer Welt-ETF und Bitcoin kombiniert, h\u00e4lt beide Male \u00fcberproportional dasselbe Dutzend US-Tech-Konzerne.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Warum steigen europ\u00e4ische Aktien, wenn Bitcoin f\u00e4llt?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Meist steckt die Zinsmechanik dahinter. Steigende Leitzinsen belasten langlaufende Anlagen wie Technologieaktien und Bitcoin, w\u00e4hrend sie die Zinsmarge der Banken erh\u00f6hen. Da europ\u00e4ische Indizes bankenlastig sind, kann derselbe Zinsimpuls den EuroStoxx heben und Bitcoin am selben Tag dr\u00fccken.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Wie werden Bitcoin-Gewinne in \u00d6sterreich versteuert?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Gewinne aus Kryptowerten unterliegen dem besonderen Steuersatz von 27,5 Prozent nach Paragraf 27a EStG. Heimische Plattformen behalten die Kapitalertragsteuer seit 1. J\u00e4nner 2024 automatisch ein. Zu beachten: Jeder R\u00fccktausch in Euro realisiert einen steuerpflichtigen Gewinn, der Tausch zwischen Kryptowerten bleibt steuerneutral.<\/p><script type=\"application\/ld+json\">{\"@context\":\"https:\/\/schema.org\",\"@type\":\"FAQPage\",\"mainEntity\":[{\"@type\":\"Question\",\"name\":\"Korreliert Bitcoin mit dem Aktienmarkt?\",\"acceptedAnswer\":{\"@type\":\"Answer\",\"text\":\"Es gibt nicht die eine Korrelation. Gegen\u00fcber US-Technologie ist die Kopplung mittel, rund plus 0,43 zum S&P 500 und plus 0,44 zum Nasdaq Composite \u00fcber die Jahre 2024 bis 2026. Gegen\u00fcber europ\u00e4ischen Indizes wie dem EuroStoxx 50 ist sie niedrig bis null. Bitcoin folgt also einem bestimmten Marktsegment, nicht den Aktien allgemein.\"}},{\"@type\":\"Question\",\"name\":\"Folgt Bitcoin eher dem Nasdaq oder dem EuroStoxx?\",\"acceptedAnswer\":{\"@type\":\"Answer\",\"text\":\"Klar dem Nasdaq. 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