{"id":612,"date":"2026-10-14T12:46:50","date_gmt":"2026-10-14T12:46:50","guid":{"rendered":"https:\/\/hoge.gg\/at\/fed-pause-cpi-28-oktober-bitcoin-2026\/"},"modified":"2026-10-14T12:46:50","modified_gmt":"2026-10-14T12:46:50","slug":"fed-pause-cpi-28-oktober-bitcoin-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hoge.gg\/at\/fed-pause-cpi-28-oktober-bitcoin-2026\/","title":{"rendered":"Vor dem 28. Oktober: der CPI, die Fed-Pause und Bitcoin"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Um 14:30 Uhr mitteleurop\u00e4ischer Sommerzeit ver\u00f6ffentlicht das US Bureau of Labor Statistics heute, am Mittwoch, den Verbraucherpreisindex (CPI) f\u00fcr September. Auf dem Papier ist das ein Routinetermin. In Wahrheit ist es der letzte gro\u00dfe Inflationswert, bevor die US-Notenbank Federal Reserve am 28. Oktober \u00fcber die Zinsen entscheidet, und damit der vielleicht wichtigste einzelne Datenpunkt f\u00fcr den Krypto-Markt in diesem Herbst.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Ausgangslage ist ungew\u00f6hnlich. Vor einem Monat, am 16. September, hat die Fed die M\u00e4rkte \u00fcberrascht und den Leitzins zum ersten Mal seit Juli 2023 angehoben, einstimmig, um einen Viertelprozentpunkt auf eine Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent (<a href='https:\/\/www.cnbc.com\/2026\/09\/16\/fed-rate-decision-september-2026.html'>CNBC<\/a>). Danach drehte das Bild: ein schwacher Arbeitsmarktbericht, eine mildere Preisentwicklung bei den Konsumausgaben und zwei vorsichtige Reden aus der Fed-F\u00fchrung haben aus einer bef\u00fcrchteten zweiten Erh\u00f6hung eine wahrscheinliche Pause gemacht. Der Terminmarkt preist f\u00fcr Ende Oktober inzwischen rund 80 Prozent Stillhalten.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Bitcoin, das heute bei etwa 83.400 US-Dollar oder rund 74.700 Euro notiert (<a href='https:\/\/www.coingecko.com\/en\/coins\/bitcoin\/eur'>CoinGecko<\/a>), liegt die Spannung nicht in der Zahl selbst, sondern in der Abweichung von der Erwartung. Ein hei\u00dfer, von Energiepreisen getriebener Schlagzeilenwert k\u00f6nnte die Oktober-Pause wieder infrage stellen; eine zahme Kernrate w\u00fcrde sie zementieren. Fast auf den Tag genau ein Jahr nach dem Allzeithoch von 126.198 Dollar (6. Oktober 2025) handelt der gr\u00f6\u00dfte Krypto-Wert damit erneut im Takt der Geldpolitik, auch wenn er das zuletzt \u00fcberraschend gelassen tat.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Der Tag, der \u00fcber die Pause entscheidet<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Warum h\u00e4ngt an einem einzigen CPI-Wert so viel? Weil er zeitlich perfekt liegt. Zwischen heute und der Zinssitzung am 27. und 28. Oktober erscheint kein weiterer gro\u00dfer Inflationsbericht mehr. Der Arbeitsmarktbericht f\u00fcr Oktober kommt erst nach der Sitzung, die n\u00e4chste Lesung des von der Fed bevorzugten PCE-Index ebenfalls. Der September-CPI ist also das letzte harte Signal, das die 19 Mitglieder des Offenmarktausschusses vor ihrer Entscheidung in die Hand bekommen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Fed steckt in einem Dilemma, das sie seit Jahren nicht mehr hatte. Auf der einen Seite eine Teuerung, die hartn\u00e4ckig \u00fcber dem Zwei-Prozent-Ziel klebt und zuletzt sogar wieder anzog. Auf der anderen Seite ein Arbeitsmarkt, der im September praktisch zum Stillstand kam. Ein Notenbankchef, der die Preisstabilit\u00e4t zur obersten Priorit\u00e4t erkl\u00e4rt hat, muss heute Nachmittag abw\u00e4gen, ob die j\u00fcngste Energiepreiswelle ein vor\u00fcbergehendes \u00c4rgernis oder der Beginn einer neuen Inflationsrunde ist. Der CPI liefert daf\u00fcr das frischeste Indiz.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr den Markt z\u00e4hlt dabei weniger die Schlagzeile als eine unscheinbare Zahl in der zweiten Zeile: die Kernrate im Monatsvergleich, also die Preisentwicklung ohne die schwankungsanf\u00e4lligen Posten Energie und Lebensmittel. Sie ist der beste verf\u00fcgbare N\u00e4herungswert f\u00fcr den zugrunde liegenden Inflationstrend, und genau auf diesen Trend schaut Fed-Chef Kevin Warsh. Energie treibt zwar die \u00dcberschrift, aber sie liegt au\u00dferhalb der Kontrolle einer Notenbank. Ein hei\u00dfer Kern dagegen w\u00e4re das Argument, das die Falken im Ausschuss brauchen, um die Pause noch einmal zu hinterfragen.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Vom Schock-Hike zur Pause: wie sich das Bild drehte<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Um die heutige Nervosit\u00e4t zu verstehen, muss man den September noch einmal durchspielen. Nach drei Zinssenkungen im Herbst 2025 und einer langen Pause durch das Jahr 2026 war die Mehrheit der Investoren von weiter sinkenden oder zumindest stabilen Zinsen ausgegangen. Dann kam der 16. September. Die Fed hob den Leitzins auf 3,75 bis 4,00 Prozent, es war die erste Erh\u00f6hung seit Juli 2023 und die erste Amtshandlung dieser Art unter dem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh. Begleitet wurde der Schritt vom ersten Dot Plot seiner Amtszeit, der Projektionstabelle der Notenbanker: 16 von 18 Mitgliedern sahen mindestens eine weitere Erh\u00f6hung bis Jahresende.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Warsh lie\u00df in der Pressekonferenz keinen Zweifel am Kurs. &bdquo;The plain fact is that inflation is too high and has been for too long&ldquo;, sagte er, die Inflation sei schlicht zu hoch und das schon zu lange (<a href='https:\/\/www.cnn.com\/2026\/09\/16\/economy\/fed-rate-decision-september'>CNN<\/a>). Der Schritt solle einen &bdquo;timelier return&ldquo;, eine z\u00fcgigere R\u00fcckkehr zum Zwei-Prozent-Ziel, unterst\u00fctzen. Die Botschaft war eindeutig hawkish, und der Markt richtete sich auf einen zweiten Schritt im Oktober ein. Ende September lag die Wahrscheinlichkeit daf\u00fcr bei rund 70 Prozent.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Dann kippten die Daten. Am 30. September zeigte der PCE-Index f\u00fcr August mit 3,4 Prozent in der Schlagzeile und 3,0 Prozent im Kern eine mildere Teuerung als bef\u00fcrchtet. Am 2. Oktober folgte der Schock: Die US-Wirtschaft schuf im September nur 29.000 Stellen, erwartet waren rund 84.000; die Arbeitslosenquote stieg auf 4,2 Prozent, und die beiden Vormonate wurden um zusammen 60.000 Stellen nach unten revidiert (<a href='https:\/\/finance.yahoo.com\/economy\/articles\/september-2026-jobs-report-payrolls-123334753.html'>Yahoo Finance<\/a>). Ein Arbeitsmarkt, der stockt, ist das eine Mandat der Fed, das pl\u00f6tzlich lauter ruft als die Inflation. Binnen Tagen fiel die Oktober-Erh\u00f6hungswette von rund 70 auf unter 20 Prozent.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Der CPI im Detail: hei\u00dfe Schlagzeile, k\u00fchler Kern<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Konsenssch\u00e4tzungen zeichnen ein gespaltenes Bild. Eine Umfrage von Dow Jones unter Volkswirten erwartet die Schlagzeileninflation bei plus 0,6 Prozent zum Vormonat und damit einem Anstieg der Jahresrate von 3,4 auf 3,6 Prozent, einzelne H\u00e4user rechnen sogar mit 3,7 Prozent (<a href='https:\/\/www.indmoney.com\/blog\/us-stocks\/us-september-cpi-inflation-forecast-fed-rate-cuts'>indmoney<\/a>). Der Treiber ist eindeutig die Energie: Die Nordseesorte Brent legte im September um mehr als 14 Prozent zu und summierte damit ein Quartalsplus von rund 42 Prozent. Tankstellenpreise und Heizkosten schlagen mit Verz\u00f6gerung in den Index durch.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Kernrate soll dagegen vergleichsweise ruhig bleiben, erwartet werden plus 0,2 Prozent im Monat und eine Jahresrate um 2,4 bis 2,5 Prozent (<a href='https:\/\/admiralmarkets.com\/analytics\/traders-blog\/us-cpi-september-2026-scenarios-fed-october'>Admiral Markets<\/a>). Genau diese Schere zwischen einer lauten Schlagzeile und einem leisen Kern ist das Szenario, auf das die Fed gehofft hat: Sie erlaubt es, den Energieschub als vor\u00fcbergehend abzutun und auf den k\u00fchleren Arbeitsmarkt zu verweisen. Erst wenn der Kern \u00fcberrascht, also deutlich \u00fcber 0,2 Prozent landet, bek\u00e4me die Debatte \u00fcber einen Oktober-Schritt neues Futter.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Kennzahl<\/th><th>August (Ist)<\/th><th>September (Konsens)<\/th><th>Was sie aussagt<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Schlagzeile, Monat<\/td><td>+0,4 %<\/td><td>+0,6 %<\/td><td>Energieschub, Tankstellen<\/td><\/tr><tr><td>Schlagzeile, Jahr<\/td><td>3,4 %<\/td><td>3,6 bis 3,7 %<\/td><td>Reinflation an der Oberfl\u00e4che<\/td><\/tr><tr><td>Kern, Monat<\/td><td>+0,3 %<\/td><td>+0,2 %<\/td><td>die Zahl, die Warsh z\u00e4hlt<\/td><\/tr><tr><td>Kern, Jahr<\/td><td>2,4 %<\/td><td>2,4 bis 2,5 %<\/td><td>zugrunde liegender Trend<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><figcaption class='wp-block-table__caption'>Erwartungen zum US-CPI f\u00fcr September; Ver\u00f6ffentlichung heute, 14:30 Uhr MESZ. Quellen: Dow-Jones-Umfrage, Admiral Markets.<\/figcaption><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">Hier lohnt der Blick auf die j\u00fcngere Geschichte dieses Datenpunkts. Dass ein CPI-Wert den Krypto-Markt bewegt, ist keine Selbstverst\u00e4ndlichkeit mehr; wie stark die Reaktion ausf\u00e4llt, h\u00e4ngt fast immer von der Differenz zwischen Zahl und Erwartung ab. Unsere Redaktion hat diesen Zusammenhang zuletzt in der Analyse <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/inflationsdaten-geschaetzt-nicht-gemessen-bitcoin-2026\/'>&bdquo;Gesch\u00e4tzt, nicht gemessen: wie Inflationsdaten Bitcoin bewegen&ldquo;<\/a> ausgeleuchtet, und auch ein Jahr nach dem Oktober-Crash bleibt die Frage, ob der CPI <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/cpi-zuender-oder-blindgaenger-jahr-nach-krach-2026\/'>Z\u00fcnder oder Blindg\u00e4nger<\/a> ist, \u00fcberraschend offen.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Die Zinskurve der Erwartungen: Oktober-Pause, Dezember lebt<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Nach dem schwachen Arbeitsmarktbericht und mahnenden Worten aus der Notenbank hat sich der Markt klar positioniert. Das CME-FedWatch-Werkzeug, das aus Terminkontrakten die impliziten Wahrscheinlichkeiten ableitet, sieht f\u00fcr den 28. Oktober rund 80,6 Prozent Stillhalten und nur 19,4 Prozent f\u00fcr eine weitere Erh\u00f6hung (<a href='https:\/\/defirate.com\/prediction-markets\/fed-decision-odds\/'>DeFi Rate<\/a>). Die dezentrale Prognoseb\u00f6rse Polymarket liegt mit etwa 81 Prozent f\u00fcr eine Pause fast deckungsgleich (<a href='https:\/\/coinspeaker.com\/fed-rate-polymarket-odds-december-rate-hike-bitcoin'>Coinspeaker<\/a>).<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Dass der Markt eine Pause im Oktober erwartet, bedeutet aber nicht, dass der Zinsgipfel erreicht ist. F\u00fcr die Sitzung am 8. und 9. Dezember preist derselbe Terminmarkt weiterhin rund drei Viertel Wahrscheinlichkeit f\u00fcr eine Erh\u00f6hung. Die Botschaft ist also nicht &bdquo;die Fed ist fertig&ldquo;, sondern &bdquo;die Fed wartet&ldquo;. Genau diese Nuance ist f\u00fcr risikobehaftete Anlagen entscheidend: Eine verschobene Erh\u00f6hung ist etwas anderes als eine abgesagte.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Sitzung<\/th><th>Markterwartung<\/th><th>Implizite Zinsspanne<\/th><th>Treiber<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>16. September (erfolgt)<\/td><td>Erh\u00f6hung +25 Bp<\/td><td>3,75 bis 4,00 %<\/td><td>hartn\u00e4ckige Inflation<\/td><\/tr><tr><td>28. Oktober<\/td><td>rund 80 % Pause<\/td><td>3,75 bis 4,00 %<\/td><td>schwacher Arbeitsmarkt<\/td><\/tr><tr><td>9. Dezember<\/td><td>rund 76 % Erh\u00f6hung<\/td><td>4,00 bis 4,25 %<\/td><td>Dot Plot sieht mehr<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><figcaption class='wp-block-table__caption'>Implizite Markterwartungen laut CME FedWatch und Polymarket, Stand 13.\/14. Oktober 2026.<\/figcaption><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">Hinter dieser Kurve steckt der Dot Plot vom September. 16 der 18 Mitglieder sahen bis Jahresende mindestens eine weitere Erh\u00f6hung, der Median f\u00fcr das Jahresende liegt bei rund 4,1 Prozent. F\u00fcr den Markt hei\u00dft das: Nicht die einzelne Sitzung, sondern der h\u00f6here Endpunkt des Zyklus ist die eigentliche Botschaft. Je l\u00e4nger die Zinsen oben bleiben, desto st\u00e4rker dr\u00fcckt der Abzinsungsfaktor auf alle Verm\u00f6genswerte, deren Wert in der Zukunft liegt, von Wachstumsaktien bis zu Bitcoin. Ein Aufschub von Oktober auf Dezember \u00e4ndert daran wenig; eine Absage dagegen w\u00fcrde die gesamte Kurve nach unten ziehen.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Was das FOMC-Protokoll vom 7. Oktober verr\u00e4t<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Einen Zwischenstand gab es bereits. Am 7. Oktober ver\u00f6ffentlichte die Fed das Protokoll der September-Sitzung, und es best\u00e4tigte die hawkische Grundhaltung. Alle 19 Teilnehmer, stimmberechtigt oder nicht, trugen die Erh\u00f6hung mit, und die Mehrheit hielt eine weitere Anhebung &bdquo;bis Jahresende&ldquo; f\u00fcr wahrscheinlich angemessen, ohne sich auf einen Termin festzulegen (<a href='https:\/\/www.raisin.com\/en-us\/news\/fomc-minutes-breakdown-rate-hike-division\/'>Raisin<\/a>). Gleichzeitig offenbarte das Protokoll tiefe Meinungsverschiedenheiten \u00fcber das Tempo der n\u00e4chsten Schritte.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Das Problem mit diesem Protokoll: Es ist eine Momentaufnahme von Mitte September und damit \u00e4lter als die beiden entscheidenden Datenpunkte, der schwache Arbeitsmarktbericht und der milde PCE-Wert. Fachleute sprechen von einem &bdquo;stale hawkish&ldquo;, einem abgestandenen Falkenton. Das Dokument liest sich k\u00e4mpferischer, als die Fed heute vermutlich klingen w\u00fcrde. Genau deshalb wiegen die Reden einzelner Entscheidungstr\u00e4ger aus den Tagen danach schwerer als die protokollierten S\u00e4tze einer Sitzung, die vor der Datenwende lag.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Warshs leise Fed: weniger Worte, mehr Unsicherheit<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Hier kommt ein Bruch ins Spiel, der diese Fed von allen Vorg\u00e4ngern unterscheidet. Kevin Warsh hat die klassische Forward Guidance, also das vorausschauende Lenken der Markterwartungen durch die Notenbank, weitgehend abgeschafft. Er wirbt f\u00fcr eine &bdquo;leisere Zentralbank&ldquo;, bei der Investoren eben nicht jedes Wort des Vorsitzenden als Handelssignal lesen sollen. Ein Nebeneffekt: Wenn der Chef schweigt, h\u00f6ren die M\u00e4rkte umso genauer auf die \u00fcbrige F\u00fchrungsriege.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Und die sprach deutlich. New Yorks Fed-Pr\u00e4sident John Williams, zugleich Vizechef des Offenmarktausschusses, erkl\u00e4rte am 29. September, es gebe &bdquo;no need for urgency&ldquo;, keinen Grund zur Eile; man habe &bdquo;time to gather more information&ldquo;, Zeit, mehr Daten zu sammeln. Eine weitere Erh\u00f6hung k\u00f6nne &bdquo;late this year&ldquo;, also sp\u00e4t im Jahr, angemessen sein, was viele als Hinweis auf Dezember statt Oktober lasen (<a href='https:\/\/finance.yahoo.com\/economy\/article\/no-need-for-urgency-new-york-feds-williams-squashes-notion-of-an-october-rate-hike-202237159.html'>Yahoo Finance<\/a>). Williams gilt als Teil der informellen &bdquo;Troika&ldquo; aus Vorsitzendem, Vize und New-York-Fed-Chef; wenn er bremst, hat das Gewicht. Nach seinen Worten fiel die Oktober-Wette von rund 70 auf etwa 50 Prozent und danach weiter (<a href='https:\/\/247wallst.com\/investing\/2026\/09\/30\/williams-says-the-fed-has-time-october-rate-hike-odds-fell-below-a-coin-flip\/'>24\/7 Wall St.<\/a>).<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr den heutigen CPI hei\u00dft das: Die Zahl trifft auf eine Fed, deren F\u00fchrung eine Pause bereits vorzeichnet. Es m\u00fcsste also schon ein kr\u00e4ftiger Ausrei\u00dfer nach oben kommen, um diesen Kurs zu drehen. Ein Wert im Rahmen der Erwartung best\u00e4tigt dagegen nur, was Williams und Co. bereits signalisiert haben.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Die drei Kan\u00e4le: wie die Fed zu Bitcoin durchschl\u00e4gt<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Dass eine US-Zinsentscheidung einen Bitcoin-Kurs in Wien bewegt, l\u00e4uft \u00fcber drei \u00dcbertragungskan\u00e4le, die man auseinanderhalten sollte.<\/p><ul class='wp-block-list'><li><strong>Realzinsen und Opportunit\u00e4tskosten.<\/strong> Je h\u00f6her die risikofreie Verzinsung einer US-Staatsanleihe, desto teurer wird es, Kapital in einem Wert zu parken, der keine Zinsen und keine Dividende abwirft. Die zehnj\u00e4hrige US-Rendite liegt derzeit nahe 5 Prozent, ein Niveau, das Gold und Bitcoin seit Jahren nicht verdauen mussten.<\/li><li><strong>Der Dollar.<\/strong> H\u00f6here US-Zinsen ziehen tendenziell Kapital in den Dollar und treiben den Dollar-Index. Ein starker Dollar ist historisch Gegenwind f\u00fcr Bitcoin, das \u00fcberwiegend in Dollar gehandelt wird. Warum der Greenback schon vor dem Entscheid auf einem Jahreshoch stand, hat unsere Redaktion in <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/dxy-pausen-dollar-jahreshoch-fomc-2026\/'>&bdquo;Der Pausen-Dollar: DXY auf Jahreshoch vor dem FOMC&ldquo;<\/a> zerlegt.<\/li><li><strong>Liquidit\u00e4t.<\/strong> Zinsen und Bilanzpolitik der Fed bestimmen, wie viel Geld im Finanzsystem zirkuliert. Restriktivere Bedingungen entziehen dem spekulativsten Ende der Risikokurve, zu dem Krypto z\u00e4hlt, als Erstes die Luft.<\/li><\/ul><p class=\"wp-block-paragraph\">Ein vierter, neuerer Kanal verst\u00e4rkt oder d\u00e4mpft diese Wirkung: die Spot-ETFs und der Hebel am Terminmarkt. Seit die gro\u00dfen Bitcoin-Indexfonds Milliarden an institutionellem Kapital b\u00fcndeln, gibt es einen K\u00e4ufer, der nicht bei jeder Fed-Schlagzeile die Nerven verliert. Zugleich kann gehebelte Positionierung eine kleine \u00dcberraschung in eine gro\u00dfe Kursbewegung \u00fcbersetzen.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>\u00dcberraschung schl\u00e4gt Niveau: warum nicht die Zahl allein z\u00e4hlt<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die wichtigste Regel f\u00fcr den heutigen Nachmittag lautet: M\u00e4rkte handeln nicht die Zahl, sondern die \u00dcberraschung. Wenn der CPI exakt so ausf\u00e4llt wie erwartet, ist das Ergebnis bereits in den Kursen. Bewegung entsteht erst durch die Differenz zwischen dem ver\u00f6ffentlichten Wert und dem, was der Konsens eingepreist hat. Eine Schlagzeileninflation von 3,6 Prozent, die punktgenau trifft, kann Bitcoin kalt lassen, w\u00e4hrend dieselbe 3,6 Prozent, wenn der Markt nur 3,3 Prozent erwartet h\u00e4tte, eine heftige Reaktion ausl\u00f6st.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Deshalb ist der entscheidende Teil des heutigen Berichts nicht die fette \u00dcberschrift, sondern die Kernrate im Monatsvergleich. Energie ist weitgehend eingepreist, der \u00d6lpreis ist \u00f6ffentlich, und niemand im Ausschuss wird eine h\u00f6here Tankrechnung f\u00fcr ein geldpolitisches Problem halten. Eine Kernrate \u00fcber 0,3 Prozent dagegen w\u00e4re ein echter Datenpunkt gegen die Pause, weil sie andeutet, dass sich die Teuerung \u00fcber die Energie hinaus verbreitert. Genau das meinte Warsh, als er sagte, die Sommerwerte zeigten ihm nicht, dass sich der Trend &bdquo;meaningfully improved&ldquo;, also sp\u00fcrbar verbessert habe.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Drei Szenarien f\u00fcr den CPI und Bitcoin<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Aus dieser Logik lassen sich drei grobe Szenarien f\u00fcr die Reaktion ableiten. Sie sind keine Prognose, sondern ein Fahrplan, um die Zahl um 14:30 Uhr einordnen zu k\u00f6nnen.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Szenario<\/th><th>Kern, Monat<\/th><th>Wirkung auf Oktober-Pause<\/th><th>M\u00f6gliche Bitcoin-Reaktion<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Hei\u00df<\/td><td>0,4 % oder mehr<\/td><td>Pause wackelt, Oktober-Wette steigt wieder<\/td><td>Druck nach unten, Test der Marke von 80.000 Dollar<\/td><\/tr><tr><td>Im Rahmen<\/td><td>0,2 bis 0,3 %<\/td><td>Pause best\u00e4tigt, Fokus wandert auf Dezember<\/td><td>Erleichterungsreaktion, Seitw\u00e4rts bis leicht h\u00f6her<\/td><\/tr><tr><td>K\u00fchl<\/td><td>0,1 % oder weniger<\/td><td>Pause zementiert, Dezember-Wette br\u00f6ckelt<\/td><td>Risk-on, Schub Richtung 87.000 Dollar<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><figcaption class='wp-block-table__caption'>Szenariomatrix zur Marktreaktion auf den September-CPI. Richtwerte, keine Anlageempfehlung.<\/figcaption><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">Das wahrscheinlichste Szenario ist das mittlere. Ein von Energie getriebener Schlagzeilenwert bei gleichzeitig zahmem Kern erlaubt es der Fed, die Teuerung als importiert und vor\u00fcbergehend einzuordnen und auf den schwachen Arbeitsmarkt zu verweisen. F\u00fcr Bitcoin w\u00e4re das die Freigabe, die bestehende Erholung fortzusetzen, ohne dass sich an der mittelfristigen Erz\u00e4hlung etwas \u00e4ndert. Riskant ist allein das hei\u00dfe Szenario, denn es w\u00fcrde den Markt zwingen, eine Erh\u00f6hung einzupreisen, die er gerade erst ausgepreist hat.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Wichtig ist der Zeithorizont. Selbst ein hei\u00dfer Wert \u00e4ndert nichts daran, dass der Dezember weiterhin die eigentliche Richtungsentscheidung tr\u00e4gt. Der heutige CPI verschiebt vor allem das Gewicht zwischen Oktober und Dezember, er beendet den Zinszyklus nicht und startet auch keinen neuen.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Bitcoin heute: entkoppelt, aber nicht immun<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Das Bemerkenswerteste an diesem Zyklus ist, wie gelassen Bitcoin die geldpolitische Straffung bislang verkraftet. Am Tag der September-Erh\u00f6hung rutschte der Kurs kurz unter 75.000 Dollar, drehte dann aber und kletterte in den Wochen danach bis \u00fcber 87.000 Dollar, den h\u00f6chsten Stand seit J\u00e4nner. Heute notiert Bitcoin bei rund 83.400 Dollar oder 74.700 Euro, nach einer Erholung von einem Zwischentief um 81.000 Dollar (<a href='https:\/\/fortune.com\/article\/price-of-bitcoin-10-14-2026\/'>Fortune<\/a>). Von einem Crash, wie ihn die Zinswende 2022 ausl\u00f6ste, ist keine Spur.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Gelassenheit hat einen symboltr\u00e4chtigen Hintergrund. Vor gut einem Jahr, am 6. Oktober 2025, markierte Bitcoin bei 126.198 Dollar sein bisheriges Allzeithoch, bevor der Oktober-Krach die Kurse brutal zur\u00fccksetzte. Heute liegt der Kurs rund ein Drittel unter diesem Rekord, und doch ist die Stimmung eine andere als damals: Statt panischer Hebel-Liquidationen pr\u00e4gt institutionelle Nachfrage \u00fcber die Spot-ETFs das Bild. Dass derselbe Markt eine erste Zinserh\u00f6hung seit 2023 wegsteckt, die ein Jahr zuvor vermutlich eine Verkaufswelle ausgel\u00f6st h\u00e4tte, ist das vielleicht deutlichste Zeichen daf\u00fcr, wie sehr sich die K\u00e4uferbasis ver\u00e4ndert hat.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Grund daf\u00fcr ist eine Entkopplung, die sich rund um den September-Entscheid zeigte: Die kurzfristige Korrelation zwischen Bitcoin und US-Aktien, dem Dollar und Gold brach sp\u00fcrbar ein. Der Krypto-Markt handelte zeitweise seine eigene Geschichte, getrieben von ETF-Zufl\u00fcssen und regulatorischen Nachrichten, nicht mehr im Gleichschritt mit dem Nasdaq. Das macht ihn widerstandsf\u00e4higer gegen einen einzelnen Makrowert, aber nicht immun: Sollte die zehnj\u00e4hrige Rendite nachhaltig \u00fcber 5 Prozent steigen, d\u00fcrfte auch die beste Entkopplung Risse bekommen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Ethereum zeigt dabei ein eigenes Muster. Mit rund 2.504 Dollar oder etwa 2.245 Euro hinkt die zweitgr\u00f6\u00dfte Kryptow\u00e4hrung Bitcoin hinterher und reagiert empfindlicher auf Schwankungen bei den ETF-Zufl\u00fcssen. Dass der gro\u00dfe Ether-Wal zuletzt ein anderes Spiel spielte als die Bitcoin-K\u00e4ufer, haben wir in <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/whale-alerts-ethereum-wal-staking-treasuries-2026\/'>&bdquo;Whale Alerts: Warum der ETH-Wal ein anderes Spiel spielt&ldquo;<\/a> beschrieben; vor einem Makrotermin lohnt es, die beiden Werte getrennt zu betrachten.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Hebel, Flows und das Timing am Abend<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Der September-CPI landet um 14:30 Uhr MESZ, also mitten in der europ\u00e4ischen Handelszeit und noch vor der US-B\u00f6rsener\u00f6ffnung. F\u00fcr Anleger in \u00d6sterreich hei\u00dft das: Die erste, oft \u00fcberschie\u00dfende Reaktion f\u00e4llt in den Nachmittag, wenn die Liquidit\u00e4t an den Krypto-B\u00f6rsen d\u00fcnn und die Schlagzeilen dicht sind. Gerade in solchen Fenstern entfaltet der Hebel seine Wirkung.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Ein \u00fcberraschender Wert kann eine Kaskade an Liquidationen ausl\u00f6sen, bei der zwangsweise geschlossene Positionen die Bewegung verst\u00e4rken, die sie eigentlich nur begleiten. Wie eng Funding-Raten, Open Interest und Liquidationen zusammenh\u00e4ngen und wie schnell aus einem kleinen Impuls eine gro\u00dfe Bewegung wird, hat unsere Analyse <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/funding-liquidationen-ein-jahr-nach-krach-2026\/'>&bdquo;Ein Jahr nach dem Krach: wie Funding Liquidationen anheizt&ldquo;<\/a> im Detail gezeigt. Wer die Zahl heute handeln will, sollte die Hebelseite also mindestens so genau beobachten wie die Zahl selbst.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Erfahrene H\u00e4ndler behandeln die erste Kursbewegung nach 14:30 Uhr deshalb mit Vorsicht. Der sogenannte Knee-Jerk, die unmittelbare Reaktion in den ersten Minuten, \u00fcberzeichnet die Nachricht oft und kehrt sich bei einem zweiten Blick teilweise wieder um, sobald die Details der Datenreihe verarbeitet sind. Entscheidend ist selten der erste, sondern der zweite oder dritte Kerzenschluss, wenn sich zeigt, ob Spot-K\u00e4ufer die Bewegung tragen oder nur gehebelte Positionen hin- und hergeworfen wurden. Wer heute Nachmittag ohne Plan auf die erste rote oder gr\u00fcne Kerze reagiert, handelt meist das Rauschen, nicht das Signal.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Gleichzeitig wirken die ETF-Fl\u00fcsse als Stabilisator. Nach den Abfl\u00fcssen rund um die September-Erh\u00f6hung kehrten in den Wochen danach kr\u00e4ftige Zufl\u00fcsse zur\u00fcck und trugen die Erholung \u00fcber 85.000 Dollar. Diese Nachfrage richtet sich eher an langfristigen Allokationsentscheidungen aus als an einem einzelnen CPI-Wert, was die Reaktionen gegen\u00fcber fr\u00fcheren Zyklen d\u00e4mpft.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Fed gegen EZB: der Gleichschritt an der Spitze<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr europ\u00e4ische Anleger lohnt der Blick auf die zweite Notenbank im Spiel. Die Europ\u00e4ische Zentralbank hat am 10. September selbst erh\u00f6ht, zum zweiten Mal in diesem Zyklus, und den Einlagensatz auf 2,50 Prozent gehoben, den Hauptrefinanzierungssatz auf 2,65 und den Spitzenrefinanzierungssatz auf 2,90 Prozent (<a href='https:\/\/www.cnbc.com\/2026\/09\/10\/ecb-interest-rate-hike-lagarde-iran.html'>CNBC<\/a>). Pr\u00e4sidentin Christine Lagarde nannte den Schritt einen &bdquo;no brainer&ldquo;, einen Selbstl\u00e4ufer, getrieben vom selben Energieschock, der auch die US-Zahlen pr\u00e4gt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die EZB tagt heuer fast zeitgleich mit der Fed, am 28. und 29. Oktober, und d\u00fcrfte nach aktueller Marktlage mit rund 87 Prozent Wahrscheinlichkeit stillhalten (<a href='https:\/\/www.financecalendar.com\/event\/ecb-rate-decision-october-2026\/'>FinanceCalendar<\/a>). Beide Notenbanken stehen damit nahe am oberen Ende ihres Zyklus und straffen weitgehend im Gleichschritt. Das ist eine Umkehr zur Divergenz fr\u00fcherer Jahre und nimmt dem Euro-Dollar-Kurs, der bei rund 1,116 steht, einen Teil seiner Richtungskraft.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Notenbank<\/th><th>Leitzins<\/th><th>Letzter Schritt<\/th><th>Erwartung f\u00fcr Ende Oktober<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Federal Reserve<\/td><td>3,75 bis 4,00 %<\/td><td>Erh\u00f6hung am 16. September<\/td><td>rund 80 % Pause (28. Oktober)<\/td><\/tr><tr><td>EZB (Einlagensatz)<\/td><td>2,50 %<\/td><td>Erh\u00f6hung am 10. September<\/td><td>rund 87 % Pause (29. Oktober)<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><figcaption class='wp-block-table__caption'>Fed und EZB im Vergleich. Quellen: CNBC, FinanceCalendar, CME FedWatch.<\/figcaption><\/figure><h2 class='wp-block-heading'>Was die Profis von diesem Zinszyklus halten<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">In der Krypto-Analyse hat sich eine erstaunlich ruhige Lesart durchgesetzt. Zach Pandl, Research-Chef beim Verm\u00f6gensverwalter Grayscale, bezeichnet den aktuellen Straffungszyklus als &bdquo;mid-cycle adjustment&ldquo;, eine Anpassung mitten im Zyklus, und nicht als Zeitenwende. Eine oder zwei Erh\u00f6hungen w\u00fcrden die Art, wie Kapital allokiert werde, kaum umw\u00e4lzen, argumentiert er (<a href='https:\/\/www.benzinga.com\/crypto\/cryptocurrency\/26\/09\/61875859\/grayscale-says-rate-hike-is-unlikely-to-drive-major-shifts-in-bitcoin'>Benzinga<\/a>). Als historische Blaupause verweist Pandl nicht auf 2022, als die Fed in einen Inflationsschock hinein aggressiv straffte und Bitcoin abst\u00fcrzte, sondern auf 1997, als eine einmalige Erh\u00f6hung den Aufschwung an der Nasdaq nicht stoppte.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Einordnung erkl\u00e4rt, warum der Markt die erste Erh\u00f6hung seit 2023 so gefasst aufnahm. Die entscheidende Variable ist nicht, ob die Fed einmal mehr anzieht, sondern wie weit und wie lange sie restriktiv bleibt. Solange der Endpunkt des Zyklus im Bereich von gut vier Prozent liegt und nicht h\u00f6her, bleibt die Erz\u00e4hlung von Bitcoin als knappem, geldpolitisch unabh\u00e4ngigem Verm\u00f6genswert intakt. Erst eine Serie von Erh\u00f6hungen, die den Markt zu einem deutlich h\u00f6heren Zinsgipfel zwingt, w\u00fcrde das Bild kippen, und davon ist heute nichts zu sehen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Auch die politische Kulisse bleibt im Hintergrund pr\u00e4sent. Dass Pr\u00e4sident Trump ausgerechnet Warsh nominierte und dann einen Falken bekam, der die Zinsen anhebt statt senkt, sowie der ungel\u00f6ste Streit um eine m\u00f6gliche Absetzung von Fed-Gouverneurin Lisa Cook, die der Oberste Gerichtshof vorerst gestoppt hat, halten das Thema Notenbank-Unabh\u00e4ngigkeit auf der Agenda. F\u00fcr die heutige CPI-Reaktion ist das Nebenger\u00e4usch, f\u00fcr die mittelfristige Vertrauensfrage an den Dollar aber durchaus relevant.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Was das f\u00fcr Anleger in \u00d6sterreich hei\u00dft<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr heimische Anleger kommen zur Makro-Lage zwei lokale Ebenen hinzu. Die erste ist steuerlich. Seit der \u00d6kosozialen Steuerreform fallen Gewinne aus Kryptow\u00e4hrungen in \u00d6sterreich unter den Sondersteuersatz von 27,5 Prozent, und inl\u00e4ndische Plattformen behalten die Kapitalertragsteuer seit 1. J\u00e4nner 2024 automatisch ein. Ob Bitcoin heute auf einen hei\u00dfen oder k\u00fchlen CPI reagiert, \u00e4ndert an dieser Behandlung nichts; wer aber kurzfristig auf die Zahl handelt, sollte die Steuerlast in die Rechnung einbeziehen, bevor er einen vermeintlichen Gewinn feiert.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die zweite Ebene ist die Aufsicht. In \u00d6sterreich ist die Finanzmarktaufsicht (<a href='https:\/\/www.fma.gv.at\/'>FMA<\/a>) die zust\u00e4ndige Beh\u00f6rde unter der EU-Verordnung MiCA, deren verk\u00fcrzte \u00dcbergangsfrist hierzulande am 1. Juli 2026 endete. Krypto-Derivate wie Futures und Perpetuals fallen dagegen nicht unter MiCA, sondern als Finanzinstrumente unter die Richtlinie MiFID II. Das ist f\u00fcr alle relevant, die den heutigen CPI mit Hebel handeln wollen: Ein gehebeltes Produkt unterliegt einem anderen Regelwerk und einem anderen Risiko als der direkte Kauf einer M\u00fcnze.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Ein praktischer Hinweis zur W\u00e4hrung: Bitcoin wird in Dollar gehandelt, das Depot eines \u00f6sterreichischen Anlegers rechnet in Euro. Ein Teil jeder Kursbewegung ist damit in Wahrheit eine Dollar-Euro-Bewegung. F\u00e4llt der Dollar nach einem k\u00fchlen CPI, kann ein steigender Dollar-Kurs von Bitcoin in Euro gerechnet schw\u00e4cher ausfallen, und umgekehrt. Bei einem Euro-Dollar-Kurs um 1,116 ist dieser Effekt derzeit moderat, aber er erkl\u00e4rt, warum die Zahl am Bildschirm in Dollar nicht eins zu eins im heimischen Depot ankommt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Nichts davon ist eine Anlageempfehlung. Makrotermine wie der heutige sind Phasen erh\u00f6hter Volatilit\u00e4t, in denen Positionsgr\u00f6\u00dfen, Hebel und ein klarer Plan mehr z\u00e4hlen als die F\u00e4higkeit, eine CPI-Zahl auf die Nachkommastelle vorherzusagen. Die n\u00fcchterne Wahrheit ist: Selbst Profis handeln hier Wahrscheinlichkeiten, keine Gewissheiten.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Fazit:<\/strong> Der September-CPI ist heute der Wert, der \u00fcber das Gewicht zwischen Oktober und Dezember entscheidet, nicht \u00fcber den Zyklus selbst. F\u00e4llt der Kern wie erwartet moderat aus, bekommt die Fed die Rechtfertigung, am 28. Oktober stillzuhalten, und Bitcoin die Freigabe, seine Erholung fortzusetzen. \u00dcberrascht der Kern nach oben, kehrt die Oktober-Wette zur\u00fcck, und der Markt muss eine Erh\u00f6hung einpreisen, die er gerade erst verworfen hat. So oder so bleibt der Dezember die eigentliche B\u00fchne. F\u00fcr Anleger in \u00d6sterreich z\u00e4hlt heute weniger die exakte Zahl um 14:30 Uhr als die Disziplin, nicht jede erste Zuckung des Kurses f\u00fcr die ganze Geschichte zu halten.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>H\u00e4ufig gestellte Fragen<\/h2><h3 class='wp-block-heading'>Wann wird der US-CPI f\u00fcr September 2026 ver\u00f6ffentlicht?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Bericht erscheint heute, am Mittwoch, dem 14. Oktober 2026, um 14:30 Uhr mitteleurop\u00e4ischer Sommerzeit (8:30 Uhr New Yorker Zeit). Es ist der letzte gro\u00dfe Inflationswert vor der Zinsentscheidung der Fed am 28. Oktober.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Erh\u00f6ht die Fed am 28. Oktober die Zinsen oder pausiert sie?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Terminmarkt preist f\u00fcr den 28. Oktober rund 80 Prozent Wahrscheinlichkeit f\u00fcr eine Pause, der Leitzins bliebe dann bei 3,75 bis 4,00 Prozent. F\u00fcr die Sitzung am 9. Dezember wird dagegen mehrheitlich eine weitere Erh\u00f6hung erwartet.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Warum ist Bitcoin trotz der Zinserh\u00f6hung gestiegen?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Nach der Erh\u00f6hung am 16. September entkoppelte sich Bitcoin von Aktien und Dollar, starke ETF-Zufl\u00fcsse st\u00fctzten den Kurs, und viele Analysten werten den Zyklus als Anpassung mitten im Zyklus statt als Zeitenwende. Bitcoin notiert aktuell bei rund 83.400 US-Dollar oder 74.700 Euro.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Wie beeinflusst der CPI den Bitcoin-Kurs?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Entscheidend ist nicht die Zahl selbst, sondern ihre Abweichung von der Erwartung. Ein h\u00f6herer Zins wirkt \u00fcber drei Kan\u00e4le auf Bitcoin: steigende Realzinsen, einen st\u00e4rkeren Dollar und weniger Liquidit\u00e4t. Die wichtigste Einzelzahl ist die Kernrate im Monatsvergleich.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Wie werden Krypto-Gewinne in \u00d6sterreich besteuert?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Gewinne aus Kryptow\u00e4hrungen unterliegen in \u00d6sterreich dem Sondersteuersatz von 27,5 Prozent, inl\u00e4ndische Plattformen behalten die Kapitalertragsteuer seit 1. J\u00e4nner 2024 automatisch ein. Zust\u00e4ndige Aufsichtsbeh\u00f6rde ist die FMA unter der EU-Verordnung MiCA; Krypto-Derivate fallen unter MiFID II.<\/p><script type=\"application\/ld+json\">{\"@context\":\"https:\/\/schema.org\",\"@type\":\"FAQPage\",\"mainEntity\":[{\"@type\":\"Question\",\"name\":\"Wann wird der US-CPI f\u00fcr September 2026 ver\u00f6ffentlicht?\",\"acceptedAnswer\":{\"@type\":\"Answer\",\"text\":\"Der Bericht erscheint heute, am Mittwoch, dem 14. Oktober 2026, um 14:30 Uhr mitteleurop\u00e4ischer Sommerzeit (8:30 Uhr New Yorker Zeit). Es ist der letzte gro\u00dfe Inflationswert vor der Zinsentscheidung der Fed am 28. Oktober.\"}},{\"@type\":\"Question\",\"name\":\"Erh\u00f6ht die Fed am 28. Oktober die Zinsen oder pausiert sie?\",\"acceptedAnswer\":{\"@type\":\"Answer\",\"text\":\"Der Terminmarkt preist f\u00fcr den 28. Oktober rund 80 Prozent Wahrscheinlichkeit f\u00fcr eine Pause, der Leitzins bliebe dann bei 3,75 bis 4,00 Prozent. F\u00fcr die Sitzung am 9. Dezember wird dagegen mehrheitlich eine weitere Erh\u00f6hung erwartet.\"}},{\"@type\":\"Question\",\"name\":\"Warum ist Bitcoin trotz der Zinserh\u00f6hung gestiegen?\",\"acceptedAnswer\":{\"@type\":\"Answer\",\"text\":\"Nach der Erh\u00f6hung am 16. September entkoppelte sich Bitcoin von Aktien und Dollar, starke ETF-Zufl\u00fcsse st\u00fctzten den Kurs, und viele Analysten werten den Zyklus als Anpassung mitten im Zyklus statt als Zeitenwende. Bitcoin notiert aktuell bei rund 83.400 US-Dollar oder 74.700 Euro.\"}},{\"@type\":\"Question\",\"name\":\"Wie beeinflusst der CPI den Bitcoin-Kurs?\",\"acceptedAnswer\":{\"@type\":\"Answer\",\"text\":\"Entscheidend ist nicht die Zahl selbst, sondern ihre Abweichung von der Erwartung. Ein h\u00f6herer Zins wirkt \u00fcber drei Kan\u00e4le auf Bitcoin: steigende Realzinsen, einen st\u00e4rkeren Dollar und weniger Liquidit\u00e4t. Die wichtigste Einzelzahl ist die Kernrate im Monatsvergleich.\"}},{\"@type\":\"Question\",\"name\":\"Wie werden Krypto-Gewinne in \u00d6sterreich besteuert?\",\"acceptedAnswer\":{\"@type\":\"Answer\",\"text\":\"Gewinne aus Kryptow\u00e4hrungen unterliegen in \u00d6sterreich dem Sondersteuersatz von 27,5 Prozent, inl\u00e4ndische Plattformen behalten die Kapitalertragsteuer seit 1. J\u00e4nner 2024 automatisch ein. Zust\u00e4ndige Aufsichtsbeh\u00f6rde ist die FMA unter der EU-Verordnung MiCA; Krypto-Derivate fallen unter MiFID II.\"}}]}<\/script><p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Liam Brennan ist Makro-Redakteur bei HOGE Wire und schreibt \u00fcber Geldpolitik, Anleihem\u00e4rkte und ihre Folgen f\u00fcr Krypto-Assets.<\/em><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute landet der September-CPI, der letzte Inflationswert vor dem Fed-Entscheid am 28. Oktober. Nach dem Schock-Hike auf 4 Prozent preist der Markt eine Pause, doch Bitcoin bleibt im Zinsgriff.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":613,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[6],"tags":[],"class_list":["post-612","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-macro-tradfi"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hoge.gg\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/612","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hoge.gg\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hoge.gg\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hoge.gg\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hoge.gg\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=612"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hoge.gg\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/612\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hoge.gg\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/613"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hoge.gg\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=612"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hoge.gg\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=612"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hoge.gg\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=612"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}