{"id":614,"date":"2026-10-14T20:50:23","date_gmt":"2026-10-14T20:50:23","guid":{"rendered":"https:\/\/hoge.gg\/at\/ethena-usde-basis-trade-carry-2026\/"},"modified":"2026-10-14T20:50:23","modified_gmt":"2026-10-14T20:50:23","slug":"ethena-usde-basis-trade-carry-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hoge.gg\/at\/ethena-usde-basis-trade-carry-2026\/","title":{"rendered":"Der gr\u00f6\u00dfte Basis-Trade der Welt: Ethena und das Ende des Carry"},"content":{"rendered":"<h2 class='wp-block-heading'>Ein Jahr nach dem Rekord: der Carry ist weg, der Beweis hei\u00dft Ethena<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Gut ein Jahr nach dem Allzeithoch von Anfang Oktober 2025 sieht der Bitcoin-Markt auf den ersten Blick wieder gesund aus. Die Erholung seit dem Sommer hat den Kurs zur\u00fcck in die N\u00e4he eines Neunmonatshochs getragen, die Spot-ETF in den USA sammeln wieder ein, und die Stimmung ist von panisch auf vorsichtig-optimistisch gedreht. Und doch fehlt etwas, das die ganze letzte Hausse mitfinanziert hat: der Carry. Die Futures-Basis, also der Aufschlag, den Terminkontrakte gegen\u00fcber dem Kassapreis tragen, klebt hartn\u00e4ckig unter dem risikofreien Zins.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Man kann das an Dashboards ablesen, oder man kann der gr\u00f6\u00dften Wette der Branche beim Umbau zusehen. Ethenas USDe ist nichts anderes als ein Basis-Trade, gegossen in einen Token: ein Dollar-Synthetikum, dessen Rendite fast vollst\u00e4ndig aus genau jenem Carry stammt, der gerade verschwunden ist. Als dieser Carry unter den risikofreien Zins fiel, hat ausgerechnet der gr\u00f6\u00dfte Nutznie\u00dfer des Gesch\u00e4fts den R\u00fcckw\u00e4rtsgang eingelegt und sein Kapital in Staatsanleihen und tokenisierte Kredite umgeschichtet. Das ist kein Randdetail. Das ist die ehrlichste Grabrede auf den leichten Krypto-Carry, geschrieben von seinem besten Kunden.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Dieser Beitrag nimmt Ethena als Fallstudie, um eine einfache These zu belegen: Die Futures-Basis ist nicht der Preis von Bitcoin, sondern der Preis von Hebel. Wer sie liest wie ein Fieberthermometer f\u00fcr spekulative Nachfrage, versteht die Rally von 2026 besser als jeder, der nur auf den Kurs starrt. Und wer wissen will, ob der Carry zur\u00fcckkommt, muss nicht die Charts beobachten, sondern die Rendite von sUSDe.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Was die Futures-Basis misst und warum sie der Zins der Kryptowelt ist<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Basis ist simpel definiert: Terminpreis minus Kassapreis. Steht der Future \u00fcber dem Spot, spricht man von Contango; das ist der Normalzustand in einem Bullenmarkt, in dem H\u00e4ndler bereit sind, f\u00fcr gehebeltes Long-Engagement einen Aufschlag zu zahlen. Steht der Future unter dem Spot, herrscht Backwardation, ein Zeichen von Stress und Entschuldung. Um Laufzeiten vergleichbar zu machen, wird die Basis annualisiert: Aufschlag relativ zum Spot, hochgerechnet auf 365 Tage.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Aus dieser Mechanik entsteht der Cash-and-Carry-Trade. Wer Bitcoin am Kassamarkt kauft (heute meist \u00fcber einen ETF) und gleichzeitig Futures im selben Nominalwert verkauft, ist preisneutral: F\u00e4llt Bitcoin, verliert die Spot-Position und gewinnt der Short, und umgekehrt. \u00dcbrig bleibt die Basis, die bis zum Verfall gegen null konvergiert. Das ist der Grund, warum die Strategie als &bdquo;quasi risikofrei&ldquo; gilt. Sie ist es nicht ganz, wie wir noch sehen werden, aber in ruhigen Zeiten verdient sie den Aufschlag, ohne eine Richtungswette einzugehen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Perpetual Futures, die in der Kryptowelt das Volumen dominieren, haben keinen Verfallstag. Bei ihnen \u00fcbernimmt die Funding Rate die Rolle der Basis: eine Zahlung, die periodisch zwischen Longs und Shorts flie\u00dft und den Perp-Preis an den Spot koppelt. Positives Funding entspricht Contango, negatives Funding Backwardation. B\u00f6rsen wie Deribit deckeln diese Rate, aber das Prinzip bleibt: Basis und Funding zusammen sind nichts anderes als der Zins der Kryptowelt, der Preis daf\u00fcr, Hebel zu halten.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Ethena in einem Satz: der Basis-Trade, gegossen in einen Token<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn die Basis der Zins der Kryptowelt ist, dann ist Ethena die Bank, die diesen Zins verpackt und weiterverkauft. Das Protokoll gibt den synthetischen Dollar USDe aus. Hinter jedem USDe steht im urspr\u00fcnglichen Design keine Bankeinlage und kein klassischer Stablecoin-Reservekorb, sondern eine <a href='https:\/\/docs.ethena.fi'>delta-neutrale Position<\/a>: gehaltenes Spot-Collateral auf der einen Seite, ein Short in Perpetual Futures im gleichen Nominalwert auf der anderen. Steigt oder f\u00e4llt der Basiswert, heben sich die beiden Seiten auf. Was bleibt, ist das Funding, das die Shorts kassieren. Ethena hat den Cash-and-Carry-Trade also tokenisiert.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Wer USDe h\u00e4lt und in die gestakte Variante sUSDe tauscht, bekommt diesen Ertrag ausgesch\u00fcttet. Anders gesagt: K\u00e4ufer von sUSDe sind der Basis-Trade, ohne je selbst einen Future shorten zu m\u00fcssen. Genau das machte Ethena zur gr\u00f6\u00dften Einzelmanifestation des Carry-Gesch\u00e4fts \u00fcberhaupt. Auf dem H\u00f6hepunkt vor der Entschuldung im Oktober 2025 standen mehr als 14 Milliarden US-Dollar in USDe; nach dem Beben schrumpfte das Angebot auf zuletzt eine Spanne von rund vier bis sechs Milliarden.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Gr\u00f6\u00dfe macht Ethena zum idealen Studienobjekt. Ein einzelner Fonds, der auf Carry setzt, bleibt unsichtbar. Ein Protokoll mit Milliarden an gespiegeltem Basis-Risiko und einem \u00f6ffentlich einsehbaren Renditeverlauf ist dagegen ein Live-Barometer. Die Frage ist nur, was es gerade anzeigt, und die Antwort steht in der Rendite von sUSDe.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Vom Renditewunder zum Magerlohn: die sUSDe-Kurve<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Geschichte von sUSDe ist die Geschichte des Carry in Kurzform. 2024, im ersten vollen Jahr nach dem ETF-Start, warf die gestakte Variante zeitweise \u00fcber 47 Prozent ab, getragen von einer Futures-Basis, die im Februar jenes Jahres rund 25 Prozent erreichte. Im Herbst 2025 lag die Rendite noch \u00fcber 15 Prozent. Mitte 2026 war sie auf etwa vier Prozent gefallen, \u00fcber Sieben- und Drei\u00dfig-Tage-Fenster gemessen, und damit kaum noch \u00fcber dem, was eine kurzlaufende US-Staatsanleihe zahlt. Das <a href='https:\/\/www.forbes.com\/sites\/digital-assets\/2026\/06\/15\/ethenas-usde-pays-yield-legally-and-the-genius-act-has-no-answer-for-it'>Forbes-Portr\u00e4t des Protokolls<\/a> vom Juni 2026 h\u00e4lt diesen Absturz fest.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der entscheidende Punkt: Diese Rendite ist kein Marketingversprechen, sondern eine mechanische Folge der Basis. Ist das Funding hoch, verdient der Short viel, und sUSDe gl\u00e4nzt. F\u00e4llt das Funding gegen den risikofreien Zins, verdient der Short wenig, und sUSDe verblasst. Der Renditeverlauf von Ethena ist damit eine der saubersten \u00f6ffentlichen Zeitreihen f\u00fcr den Zustand des Krypto-Carry \u00fcberhaupt.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Zeitraum<\/th><th>sUSDe-Rendite p.a. (ca.)<\/th><th>Treiber<\/th><th>Risikofreier Zins (ca.)<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>2024 (nach ETF-Start)<\/td><td>zeitweise \u00fcber 47 Prozent<\/td><td>hohe Basis plus Funding<\/td><td>rund 5 Prozent<\/td><\/tr><tr><td>Herbst 2025<\/td><td>\u00fcber 15 Prozent<\/td><td>Basis noch zweistellig<\/td><td>rund 4 Prozent<\/td><\/tr><tr><td>Mitte 2026<\/td><td>rund 4 Prozent<\/td><td>Carry n\u00e4hert sich dem risikofreien Zins<\/td><td>rund 4 Prozent<\/td><\/tr><tr><td>Oktober 2026<\/td><td>niedrige einstellige Werte<\/td><td>Basis unter risikofrei<\/td><td>rund 4 Prozent<\/td><\/tr><\/tbody><tfoot><tr><td colspan='4'>Quellen: Ethena-Dokumentation, CF Benchmarks, Forbes. Werte gerundet und teils annualisierungsbedingt gegl\u00e4ttet.<\/td><\/tr><\/tfoot><\/table><\/figure><h2 class='wp-block-heading'>Der 16. September und der Boden, der stieg<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Warum ist der Carry verschwunden? Ein gro\u00dfer Teil der Antwort sitzt in Washington. Am 16. September 2026 hob die US-Notenbank ihren Leitzins um 25 Basispunkte auf 3,75 bis 4,00 Prozent an, einstimmig, die erste Erh\u00f6hung seit Juli 2023 und die erste unter dem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh (<a href='https:\/\/www.federalreserve.gov\/monetarypolicy\/fomccalendars.htm'>FOMC-Kalender der Federal Reserve<\/a>). Im zugeh\u00f6rigen Zinsausblick signalisierte die gro\u00dfe Mehrheit der Mitglieder mindestens einen weiteren Schritt bis Jahresende; der Dezember-Termin bleibt damit offen. Die EZB zog im September nach und hob ihre Zinsen erneut an, sodass die beiden gro\u00dfen Notenbanken erstmals seit Langem synchron nahe am oberen Ende ihres Zyklus stehen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die Basis ist der risikofreie Zins der heimliche Hauptgegner, und zwar gleich doppelt. Erstens steckt er im fairen Terminpreis selbst: In der Lehrbuchformel Terminpreis gleich Kassapreis mal (1 plus Zins mal Laufzeit) ist ein h\u00f6herer Zins ein h\u00f6herer rechnerischer Aufschlag, der aber nichts mit Krypto-Euphorie zu tun hat. Zweitens ist er die H\u00fcrde: Jeder Euro, der im Cash-and-Carry gebunden ist, k\u00f6nnte stattdessen risikofrei rund vier Prozent verdienen. Die echte Krypto-Pr\u00e4mie ist deshalb nur der \u00dcberschuss \u00fcber dem risikofreien Zins, und dieser \u00dcberschuss ist 2026 auf fast null geschrumpft.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Warsh selbst l\u00e4sst keinen Zweifel an der Richtung. In seiner Grundsatzrede Ende August erkl\u00e4rte er, er w\u00fcrde sich schwertun, die allgemeinen Finanzierungsbedingungen als <a href='https:\/\/www.federalreserve.gov\/newsevents\/speech\/warsh20260828a.htm'>restriktiv zu beschreiben<\/a>, ein deutlicher Hinweis, dass der Boden hoch bleibt. Nach dem Zinsschritt drehten die Daten zwar weicher, und die M\u00e4rkte preisen f\u00fcr den 28. Oktober mit gro\u00dfer Mehrheit eine Pause ein. Doch eine Pause ist kein Schnitt: Der Boden steht weiter bei vier Prozent. Wie sehr genau diese Daten den Takt vorgeben, hat der Markt rund um den <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/cpi-zuender-oder-blindgaenger-jahr-nach-krach-2026\/'>j\u00fcngsten Inflationsbericht<\/a> gesehen.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Warum der Rebound keinen Carry brachte<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Hier wird es interessant. Bitcoin ist seit dem Sommer kr\u00e4ftig gestiegen, zeitweise bis in die N\u00e4he eines Neunmonatshochs. Nach der klassischen Logik m\u00fcsste eine solche Rally die Basis nach oben ziehen, weil gehebelte Longs zur\u00fcckkehren und f\u00fcr ihren Aufschlag zahlen. Genau das ist nicht passiert. Die Drei-Monats-Basis blieb bei rund drei Prozent kleben, unter dem risikofreien Zins. Die Erholung war spot- und ETF-getrieben, nicht hebelgetrieben.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Das ist der Kern der These dieses Beitrags: Die Basis misst den Preis von Hebel, nicht den Preis von Bitcoin. Ein Markt kann im Kurs steigen und im Carry flach bleiben, wenn das Kaufinteresse aus echten K\u00e4ufern kommt (ETF, Unternehmensbilanzen, Spot) statt aus fremdfinanzierten Terminwetten. Michael Marshall, Forschungschef bei Amberdata, beschrieb die gro\u00dfe ETF-Abflusswelle Ende 2025 als <a href='https:\/\/www.coindesk.com\/markets\/2025\/12\/04\/usd4b-bitcoin-etf-outflows-in-oct-nov-reflect-basis-trade-unwind-not-capitulation-research-analyst'>&bdquo;a mechanical basis trade unwind, not broad investor fear&ldquo;<\/a>, eine mechanische Aufl\u00f6sung des Basis-Trades, keine breite Anlegerangst; der zur\u00fcckbleibende Markt sei sauberer und weniger gehebelt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Dazu passt, dass die Basis kein Fr\u00fchwarnsystem ist. Die Analyse <a href='https:\/\/www.cfbenchmarks.com\/blog\/revisiting-the-bitcoin-basis-how-momentum-sentiment-impact-the-structural-drivers-of-basis-activity'>&bdquo;Revisiting the Bitcoin Basis&ldquo; von CF Benchmarks<\/a> zeigt, dass die Basis mit dem Momentum gleichl\u00e4uft (Korrelationen um 0,50 bis 0,54), also eher best\u00e4tigt als vorhersagt. Ein kurzer Ausschlag kann zudem t\u00e4uschen: Anfang August 2026 sprang die Front-Month-Basis laut <a href='https:\/\/cryptoslate.com\/bitcoin-futures-carry-treasury-yield-etf-flows'>CryptoSlate<\/a> auf 7,89 Prozent, w\u00e4hrend die gegl\u00e4ttete Drei-Monats-Kurve bei rund drei Prozent verharrte; die 7,89 Prozent waren vor allem ein Annualisierungseffekt eines kurzlaufenden Aufschlags, kein neuer Carry.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Ethenas Umbau: die Flucht aus dem reinen Carry<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Jetzt zur Fallstudie selbst. Als der Carry unter den risikofreien Zins rutschte, tat Ethena das, was ein rationaler Carry-H\u00e4ndler tun muss: Es h\u00f6rte auf, ausschlie\u00dflich Carry zu handeln. Im Zuge eines Umbaus im Fr\u00fchjahr 2026 schrumpfte der Anteil der reinen Perp-Basis an der Deckung von USDe auf nur noch einen Bruchteil. Der Gro\u00dfteil steckt heute in Stablecoin-Reserven, in tokenisierten Staatsanleihen und in echten Kreditinstrumenten.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Konkret kamen tokenisierte Kreditfonds hinzu, etwa ein auf AAA-CLOs spezialisierter Fonds von Janus Henderson, der \u00fcber die RWA-Plattform Centrifuge als Collateral eingebunden wurde, die erste echte Diversifikation der Deckung in der Geschichte des Protokolls. Parallel positionierte Ethena mit USDtb einen staatsanleihenbesicherten Zwilling, der eine tokenisierte Geldmarktfonds-Struktur von BlackRock h\u00e4lt und damit eher in die Logik des US-Stablecoin-Gesetzes GENIUS passt. Die Begr\u00fcndung des Protokolls, sinngem\u00e4\u00df wiedergegeben: Eine delta-neutrale Strategie, die allein auf Krypto-Ertr\u00e4gen aufbaut, tr\u00e4gt nicht mehr, wenn diese Ertr\u00e4ge unter den risikofreien Zins fallen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Das ist der eigentliche Nachrichtenwert. Der gr\u00f6\u00dfte Basis-Fonds der Welt stimmt mit den F\u00fc\u00dfen ab. Wenn selbst das Haus, dessen gesamtes Gesch\u00e4ftsmodell der tokenisierte Carry war, sein Kapital in Treasuries und Kredit umschichtet, dann ist das die glaubw\u00fcrdigste verf\u00fcgbare Aussage \u00fcber den Zustand des Krypto-Carry, glaubw\u00fcrdiger als jedes Dashboard. Das Forbes-Portr\u00e4t bringt den regulatorischen Beiklang auf den Punkt: USDe zahlt eine Rendite, f\u00fcr die das Gesetz GENIUS <a href='https:\/\/www.forbes.com\/sites\/digital-assets\/2026\/06\/15\/ethenas-usde-pays-yield-legally-and-the-genius-act-has-no-answer-for-it'>schlicht keine Antwort hat<\/a>.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Wo die Rendite jetzt herkommt<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Ethenas Rotation ist nur die sichtbarste Version einer Entscheidung, die \u00fcberall im Markt f\u00e4llt: Schl\u00e4gt der Krypto-Carry den risikofreien Zins nicht mehr, wandert Kapital dorthin, wo es mehr oder sichereren Ertrag gibt. Die folgende Tabelle ordnet die wichtigsten Renditequellen ein, mit denen ein Euro 2026 konkurriert.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Renditequelle<\/th><th>Typische Rendite p.a.<\/th><th>Risiko oder H\u00fcrde<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Reine Futures-Basis (3 Monate)<\/td><td>rund 3 Prozent<\/td><td>unter dem risikofreien Zins<\/td><\/tr><tr><td>Perp-Funding<\/td><td>variabel, zeitweise negativ<\/td><td>schwankt stark, kann drehen<\/td><\/tr><tr><td>US-Geldmarkt (3-Monats-T-Bill)<\/td><td>rund 4 Prozent<\/td><td>Benchmark f\u00fcr risikofrei<\/td><\/tr><tr><td>Tokenisierte T-Bills und Geldmarktfonds<\/td><td>knapp unter dem T-Bill-Satz<\/td><td>Smart-Contract- und Emittentenrisiko<\/td><\/tr><tr><td>RWA- und CLO-Kredit (via Centrifuge)<\/td><td>T-Bill plus Kreditaufschlag<\/td><td>Kreditausfall, geringere Liquidit\u00e4t<\/td><\/tr><tr><td>ETH-Staking<\/td><td>rund 3 bis 4 Prozent<\/td><td>zus\u00e4tzliche H\u00fcrde auf dem ETH-Carry<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Hierarchie hat sich umgekehrt. Jahrelang war der Krypto-Carry das fettere Angebot; jetzt zahlt der fiat-risikofreie Zins mehr als die reine Basis. Besonders hart trifft das den Ether-Carry: Wer die ETH-Spot-Seite eines Basis-Trades h\u00e4lt, verzichtet auf die Staking-Rendite von rund drei bis vier Prozent, die dieselben Coins im Validator-Betrieb abw\u00fcrfen. Diese entgangene Rendite ist eine zweite H\u00fcrde, die der Bitcoin-Carry nicht kennt, und einer der Gr\u00fcnde, warum der ETH-Wal ein <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/whale-alerts-ethereum-wal-staking-treasuries-2026\/'>anderes Spiel spielt<\/a> als sein Bitcoin-Pendant.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Der 10. Oktober 2025: als delta-neutral nicht neutral war<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Begriff &bdquo;risikofrei&ldquo; verdient Anf\u00fchrungszeichen, und kein Datum macht das klarer als der 10. Oktober 2025. W\u00e4hrend eines marktweiten Flash-Crashs, fast auf den Tag genau vor einem Jahr, verlor USDe kurzzeitig seine Bindung an den Dollar. Die Mechanik, die in ruhigen Zeiten so elegant aussieht, geriet unter Druck, weil in einem echten Stressmoment Liquidit\u00e4t, Nachschusspflichten und Gegenparteien gleichzeitig wackeln.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Risiken des &bdquo;risikofreien&ldquo; Trades sind real und vielf\u00e4ltig. Das Funding kann negativ werden; laut dem erw\u00e4hnten Forbes-Portr\u00e4t war die aufsummierte Funding-Zahlung an rund 17,5 Prozent der Tage \u00fcber drei Jahre negativ, mit einer l\u00e4ngsten Negativphase von etwa 13 Tagen. In solchen Phasen zahlt der Short drauf, statt zu kassieren. Dazu kommen Zwangsliquidationen und automatisches Deleveraging an den B\u00f6rsen sowie, wie 2022 mit FTX, 3AC und Celsius, das Gegenparteirisiko der Handelspl\u00e4tze selbst. Wie eng Funding und Zwangsverk\u00e4ufe zusammenh\u00e4ngen, hat der Markt ein <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/funding-liquidationen-ein-jahr-nach-krach-2026\/'>Jahr nach dem Krach<\/a> schmerzhaft in Erinnerung gerufen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Es gibt sogar ein Argument, den fehlenden Carry zu begr\u00fc\u00dfen. Das <a href='https:\/\/www.bis.org\/publ\/work1087.htm'>BIS-Arbeitspapier 1087 zu &bdquo;Crypto carry&ldquo;<\/a> zeigt, dass die Carry-Rendite historisch im Schnitt \u00fcber zehn Prozent pro Jahr lag, mit Spitzen \u00fcber 40 Prozent, und dass hoher Carry Abst\u00fcrzen tendenziell vorausgeht; der Aufschlag ist teils eine Pr\u00e4mie f\u00fcr Crash-Versicherung. Anders gesagt: Sich den fetten Carry zur\u00fcckzuw\u00fcnschen hei\u00dft, sich den Schaum zur\u00fcckzuw\u00fcnschen. Ein Markt ohne Carry ist langweiliger, aber auch weniger fragil.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Sieben Jahre Basis im R\u00fcckspiegel<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Um einzuordnen, wie au\u00dfergew\u00f6hnlich die heutige Lage ist, hilft ein Blick zur\u00fcck. Die Futures-Basis hat seit dem letzten Zyklus mehrere Regime durchlaufen, vom Renditewunder bis zur seltenen Backwardation.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Zeitpunkt<\/th><th>CME-Basis (annualisiert)<\/th><th>Kontext<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>April 2021<\/td><td>44 bis 48 Prozent (offshore)<\/td><td>goldenes Zeitalter des Carry<\/td><\/tr><tr><td>Februar 2024<\/td><td>rund 25 Prozent<\/td><td>Schub nach dem Spot-ETF-Start<\/td><\/tr><tr><td>November 2024<\/td><td>\u00fcber 20 Prozent<\/td><td>nach der US-Wahl<\/td><\/tr><tr><td>Februar 2025<\/td><td>unter 0 Prozent<\/td><td>seltene Backwardation<\/td><\/tr><tr><td>1. Halbjahr 2026<\/td><td>niedrige einstellige Werte<\/td><td>Carry kollabiert<\/td><\/tr><tr><td>Oktober 2026<\/td><td>rund 3 Prozent (3 Monate)<\/td><td>unter risikofrei trotz Rally<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">Die 44 bis 48 Prozent von 2021 sind kein Tippfehler. Damals, als Bitcoin durch die 60.000-Dollar-Marke brach, war die annualisierte Juni-Pr\u00e4mie an Offshore-B\u00f6rsen dreimal so hoch wie US-Staatsanleihen. Patrick Heusser von der Crypto Finance AG beschrieb den Einstieg in genau diesen Trade gegen\u00fcber CoinDesk mit den Worten <a href='https:\/\/www.coindesk.com\/markets\/2021\/04\/10\/traders-opting-for-cash-and-carry-strategy-as-bitcoins-contango-widens'>&bdquo;That&#8217;s what we initiated today&ldquo;<\/a>. Von diesem Niveau ist 2026 nichts \u00fcbrig.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Auch die Besitzerstruktur hat sich gedreht. Laut dem <a href='https:\/\/coinshares.com\/insights\/research-data\/bitcoin-13f-q1-2026-report\/'>Bitcoin-13F-Bericht von CoinShares f\u00fcr das erste Quartal 2026<\/a> bauten Hedgefonds ihr ETF-Engagement um 31.400 Bitcoin oder 39 Prozent ab, w\u00e4hrend Banken ihre Best\u00e4nde um 339 Prozent auf 15.200 Bitcoin mehr als vervierfachten. Die klassischen Carry-Spekulanten verlassen das Feld, langfristig orientierte Halter r\u00fccken nach. Genau das ist ein Markt, in dem die Basis flach bleibt, obwohl der Kurs steigt.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Ist USDe eine Stablecoin? Was Aufsicht und Steuer in \u00d6sterreich sagen<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr \u00f6sterreichische Anlegerinnen und Anleger wirft die Konstruktion zwei praktische Fragen auf: Was ist USDe rechtlich, und wie wird ein Basis-Trade versteuert? Die erste Antwort ist unbequem. USDe ist nach g\u00e4ngiger Lesart weder ein E-Geld-Token noch ein wertreferenzierter Token im Sinne der MiCA-Verordnung, weil es eine Rendite tr\u00e4gt und synthetisch besichert ist. Es f\u00e4llt damit in eine Grauzone, die das europ\u00e4ische Stablecoin-Regime so nicht vorgesehen hat, ganz \u00e4hnlich, wie das US-Gesetz GENIUS keine saubere Antwort auf ein renditetragendes Synthetikum hat.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Derivate-Seite ist dagegen klar geregelt, nur eben nicht unter MiCA. Futures und Perpetuals sind Finanzinstrumente nach der Richtlinie MiFID II und werden in \u00d6sterreich von der <a href='https:\/\/www.fma.gv.at\/querschnittsthemen\/markets-in-crypto-assets-regulation-micar\/'>FMA<\/a> beaufsichtigt, nicht vom MiCA-Rahmen, der Kassam\u00e4rkte und Krypto-Dienstleister abdeckt. F\u00fcr Privatkundinnen und -kunden gelten die ESMA-Vorgaben f\u00fcr CFDs: Die Aufsicht stuft Krypto-Perpetuals als CFDs ein, mit einem Hebel von h\u00f6chstens 2:1, und stellte klar, dass ein <a href='https:\/\/www.esma.europa.eu\/sites\/default\/files\/2026-02\/ESMA35-243228190-8024_-_Public_statement_on_derivatives_in_scope_of_the_CFD_product_intervention_measures.pdf'>Funding-Mechanismus an dieser Einstufung nichts \u00e4ndert<\/a>.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Steuerlich zerf\u00e4llt ein Basis-Trade in \u00d6sterreich in zwei ungleiche H\u00e4lften. Die Spot-Seite, also gehaltene Coins, unterliegt dem Sondersteuersatz von 27,5 Prozent; inl\u00e4ndische Krypto-Dienstleister behalten die KESt seit 1. J\u00e4nner 2024 automatisch ein (<a href='https:\/\/www.bmf.gv.at\/themen\/steuern\/sparen-veranlagen\/steuerliche-behandlung-von-kryptowaehrungen.html'>BMF<\/a>). Die Derivate-Seite z\u00e4hlt steuerlich nicht als Krypto-Einkommen: Gewinne aus nicht verbrieften Derivaten fallen nicht automatisch unter den 27,5-Prozent-Satz, sondern k\u00f6nnen dem progressiven Tarif bis zu 55 Prozent Spitzensteuersatz unterliegen. Die beiden Beine eines Carry-Trades werden also asymmetrisch besteuert, was die Netto-Rendite zus\u00e4tzlich dr\u00fcckt. Wer das ernsthaft umsetzt, sollte es vorab mit einer Steuerberaterin oder einem Steuerberater kl\u00e4ren.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Markt-Struktur 2026: der Carry zieht an Land<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend die Rendite kollabierte, wurde die Infrastruktur des Basis-Trades 2026 so stabil wie nie. Der Trade zieht an Land, unter US-Aufsicht. Am 29. Mai 2026 genehmigte die US-Terminaufsicht CFTC den ersten regulierten Bitcoin-Perpetual, Kalshis BTCPERP (<a href='https:\/\/www.cftc.gov\/PressRoom\/PressReleases\/9240-26'>CFTC-Mitteilung 9240-26<\/a>). CFTC-Chef Mike Selig nannte das einen <a href='https:\/\/www.coindesk.com\/policy\/2026\/05\/28\/u-s-cftc-opens-crypto-perp-door-with-approval-of-first-regulated-firm'>&bdquo;major step forward&ldquo;<\/a>, einen gro\u00dfen Schritt, um die USA zur Krypto-Hauptstadt der Welt zu machen; Perpetuals seien ein grundlegendes Instrument f\u00fcr Risikomanagement und Preisfindung.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Am selben Tag stellte die CME ihren Handel auf 24\/7 um und schloss damit die Wochenendl\u00fccke, die die Basis fr\u00fcher verzerrte. Tim McCourt von der CME begr\u00fcndete den Schritt damit, man \u00fcberbr\u00fccke die Kluft zwischen traditionell regulierten Handelspl\u00e4tzen und der <a href='https:\/\/www.cmegroup.com\/media-room\/press-releases\/2026\/6\/01\/cme_group_announceslaunchof247cryptocurrencyfuturesandoptionstra.html'>rund um die Uhr laufenden Natur von Krypto-Assets<\/a>.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Ironischerweise dreht sich der sch\u00e4rfste Streit genau um den Funding-Mechanismus, der auch den Carry definiert. Die CME verklagte die CFTC, weil Perpetuals aus ihrer Sicht keine Futures, sondern Swaps seien. CME-Chef Terrence Duffy formulierte es so: Nach dem Dodd-Frank-Gesetz sei klar definiert, was ein Swap und was ein Future ist, und <a href='https:\/\/thedefiant.io\/news\/regulation\/cme-group-sue-cftc-perpetual-futures-approval-dodd-frank-swaps-definition'>wenn zwei Parteien einander Zahlungen leisten, sei das ein Swap<\/a>. Die CFTC beantragte Anfang September die Abweisung der Klage. Die Botschaft f\u00fcr Anleger: Die Rohre sind besser geworden, nur flie\u00dft derzeit weniger Wasser hindurch.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Bringt die Fed-Pause den Carry zur\u00fcck?<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Bleibt die Frage, die alle interessiert: Kommt der Carry zur\u00fcck? Eine Fed-Pause am 28. Oktober allein reicht daf\u00fcr nicht. Eine Pause h\u00e4lt den Boden bei vier Prozent, sie senkt ihn nicht. Damit die Basis wieder \u00fcber den risikofreien Zins steigt, m\u00fcssen drei Hebel umgelegt werden.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Hebel<\/th><th>Was passieren m\u00fcsste<\/th><th>Status Oktober 2026<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>1. Gehebelte Richtungsnachfrage<\/td><td>Longs zahlen wieder einen Aufschlag f\u00fcr Hebel<\/td><td>fehlt, Rally ist spot- und ETF-getrieben<\/td><\/tr><tr><td>2. Risikofreier Zins<\/td><td>Fed senkt den Boden, nicht nur Pause<\/td><td>Pause wahrscheinlich, aber kein Schnitt in Sicht<\/td><\/tr><tr><td>3. Arbitragekapital und Kassaseite<\/td><td>Basis-Fonds kehren zur\u00fcck, ETF-Fl\u00fcsse drehen<\/td><td>z\u00f6gerlich, Banken statt Hedgefonds<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">Der ehrlichste Fr\u00fchindikator steht wieder bei Ethena. Klettert die Rendite von sUSDe nachhaltig \u00fcber den T-Bill-Satz, ist der Carry zur\u00fcck, und zwar bevor es jede Schlagzeile meldet. Solange das Protokoll dagegen in Treasuries und Kredit investiert bleibt, ist der leichte Carry Geschichte. Das ist die praktische Lehre: Beobachten Sie den Hebel, nicht den Preis. Vor dem FOMC steht der <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/dxy-pausen-dollar-jahreshoch-fomc-2026\/'>Dollar auf einem Jahreshoch<\/a>, die Zinskluft zur EZB ist eng, und beide Notenbanken stehen nahe am oberen Ende ihres Zyklus; ein Umfeld, in dem der Carry eher ged\u00e4mpft bleibt, als zur\u00fcckzukehren.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Es gibt auch das Gegenszenario. Kehrt im vierten Quartal spekulative Nachfrage zur\u00fcck, treibt eine gehebelte Richtungswette die Front-Month-Basis zuerst nach oben, lange bevor die gegl\u00e4ttete Kurve folgt. Dann w\u00e4re der erste saubere Beleg nicht der Kurs, sondern ein Anstieg des sUSDe-Ertrags und ein Wiederaufleben der Funding-Zahlungen. Bis dahin gilt: Ein steigender Bitcoin-Kurs bei flacher Basis ist das ges\u00fcndere Bild, auch wenn es weniger aufregend ist.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Was Anlegerinnen und Anleger in \u00d6sterreich mitnehmen<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr den Alltag im Depot lassen sich aus der Ethena-Fallstudie vier Punkte destillieren. Erstens: Die Futures-Basis und die sUSDe-Rendite sind Thermometer f\u00fcr den Preis von Hebel, nicht f\u00fcr den Preis von Bitcoin. Ein Markt kann steigen und zugleich entschuldet sein; genau das zeigt 2026.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Zweitens: Brutto ist nicht netto. Nach Geb\u00fchren, Roll-Kosten, Kapitalbindung und, in \u00d6sterreich, der asymmetrischen Besteuerung der beiden Beine bleibt von einer Drei-Prozent-Basis unter dem risikofreien Zins f\u00fcr Privatanleger praktisch nichts \u00fcbrig. Drittens: &bdquo;Risikofrei&ldquo; ist ein Etikett, kein Versprechen. Der Depeg vom 10. Oktober 2025, negative Funding-Phasen und das Gegenparteirisiko der B\u00f6rsen sind reale Verlustquellen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Viertens, und vielleicht am wichtigsten: Ein zur\u00fcckkehrender Carry ist kein reines Kaufsignal. Das BIS-Papier erinnert daran, dass hoher Carry historisch Abst\u00fcrzen vorausging. Wer sich den fetten Carry zur\u00fcckw\u00fcnscht, w\u00fcnscht sich auch den Hebel und die Fragilit\u00e4t zur\u00fcck, die ihn begleiten. Der aktuelle, langweilige Markt mit flacher Basis und echten Spot-K\u00e4ufern ist, so gesehen, das robustere Fundament, auf dem die n\u00e4chste Phase aufbauen kann.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>H\u00e4ufig gestellte Fragen<\/h2><h3 class='wp-block-heading'>Was ist die Futures-Basis bei Bitcoin einfach erkl\u00e4rt?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Basis ist die Differenz zwischen dem Terminpreis und dem Kassapreis von Bitcoin. Ein positiver Wert (Contango) bedeutet, dass Futures teurer sind als der Spot, meist weil gehebelte Long-Positionen einen Aufschlag zahlen. Annualisiert zeigt die Basis, welchen Zins der Kryptomarkt f\u00fcr Hebel verlangt; 2026 liegt dieser Zins unter dem risikofreien Satz von Staatsanleihen.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Warum ist die Rendite von sUSDe 2026 so stark gefallen?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Rendite von sUSDe stammt fast vollst\u00e4ndig aus der Futures-Basis und dem Perp-Funding, also aus dem Carry. Als dieser Carry unter den risikofreien Zins fiel, sank auch der Ertrag von sUSDe von zeitweise \u00fcber 47 Prozent im Jahr 2024 auf niedrige einstellige Werte. Ethena hat daraufhin einen gro\u00dfen Teil seiner Deckung in Staatsanleihen und tokenisierte Kredite umgeschichtet.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Ist ein Cash-and-Carry-Trade wirklich risikofrei?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Nein. Der Trade ist preisneutral, aber nicht risikofrei. Zu den realen Risiken z\u00e4hlen negative Funding-Phasen, Zwangsliquidationen und automatisches Deleveraging an den B\u00f6rsen, das Gegenparteirisiko der Handelspl\u00e4tze sowie Depeg-Ereignisse wie am 10. Oktober 2025. In ruhigen Phasen verdient der Trade einen Aufschlag, in Stressphasen kann er Geld kosten.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Wie werden Gewinne aus Krypto-Futures in \u00d6sterreich besteuert?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Gehaltene Coins unterliegen dem Sondersteuersatz von 27,5 Prozent, den inl\u00e4ndische Dienstleister seit 1. J\u00e4nner 2024 automatisch als KESt einbehalten. Futures und Perpetuals sind dagegen Finanzinstrumente nach MiFID II; Gewinne aus nicht verbrieften Derivaten fallen nicht automatisch unter die 27,5 Prozent, sondern k\u00f6nnen dem progressiven Tarif bis zu 55 Prozent unterliegen. Konkrete F\u00e4lle geh\u00f6ren zu einer Steuerberaterin oder einem Steuerberater.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Bringt eine Fed-Pause den Krypto-Carry zur\u00fcck?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Nicht von allein. Eine Pause am 28. Oktober h\u00e4lt den risikofreien Zins bei knapp vier Prozent, senkt ihn aber nicht. Damit die Basis wieder \u00fcber den risikofreien Zins steigt, m\u00fcsste gehebelte Nachfrage zur\u00fcckkehren oder die Fed den Boden tats\u00e4chlich senken. Der beste Fr\u00fchindikator ist die Rendite von sUSDe: Klettert sie nachhaltig \u00fcber den T-Bill-Satz, ist der Carry zur\u00fcck.<\/p><script type='application\/ld+json'>{\"@context\":\"https:\/\/schema.org\",\"@type\":\"FAQPage\",\"mainEntity\":[{\"@type\":\"Question\",\"name\":\"Was ist die Futures-Basis bei Bitcoin einfach erkl\u00e4rt?\",\"acceptedAnswer\":{\"@type\":\"Answer\",\"text\":\"Die Basis ist die Differenz zwischen dem Terminpreis und dem Kassapreis von Bitcoin. 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