{"id":628,"date":"2026-10-18T20:48:03","date_gmt":"2026-10-18T20:48:03","guid":{"rendered":"https:\/\/hoge.gg\/at\/msci-index-ausschluss-krypto-treasuries-strategy-2026\/"},"modified":"2026-10-18T20:48:03","modified_gmt":"2026-10-18T20:48:03","slug":"msci-index-ausschluss-krypto-treasuries-strategy-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hoge.gg\/at\/msci-index-ausschluss-krypto-treasuries-strategy-2026\/","title":{"rendered":"Der stille K\u00e4ufer geht: MSCI st\u00f6\u00dft die Krypto-Treasuries aus"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Die lauteste Zahl dieser Woche war ein Gewinn von fast 21 Milliarden US-Dollar. Die wichtigste war ein Datum: der 30. November. Am 16. Oktober hat der Indexanbieter MSCI eine Regel verabschiedet, die Strategy, Metaplanet und eine Handvoll weiterer Krypto-Schatzkammern aus den globalen Aktienindizes werfen k\u00f6nnte. F\u00fcr Unternehmen, deren gesamtes Gesch\u00e4ftsmodell darauf beruht, immer neue Aktien auszugeben und mit dem Erl\u00f6s Bitcoin oder Ethereum zu kaufen, ist das keine Randnotiz. Es trifft den stillsten, verl\u00e4sslichsten K\u00e4ufer, den diese Firmen je hatten: den passiven Indexfonds, der kaufen muss, egal was der Kurs sagt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Treasury-Debatte drehte sich 2026 lange um mNAV-Pr\u00e4mien, um Wandelanleihen und um die Frage, wer sich noch frisches Kapital leisten kann. MSCIs Entscheidung \u00f6ffnet eine neue Front. Sie fragt nicht, ob eine Firma teuer oder billig ist, ob sie Schulden tragen kann oder ob ihre Vorzugsaktien \u00fcber pari notieren. Sie fragt etwas Grunds\u00e4tzlicheres: Ist das \u00fcberhaupt noch ein operatives Unternehmen, oder blo\u00df ein b\u00f6rsennotierter Haufen Kryptow\u00e4hrung? Und wer die zweite Antwort kassiert, verliert nicht nur ein Etikett, sondern einen Teil der Nachfrage, die seine Aktie \u00fcberhaupt erst getragen hat. Dieser Artikel erkl\u00e4rt, was MSCI beschlossen hat, warum passive Indexnachfrage f\u00fcr Krypto-Treasuries so wichtig geworden ist, wen es trifft, und warum die Sache gerade \u00f6sterreichische Sparerinnen und Sparer betrifft, die noch nie bewusst eine Bitcoin-Aktie gekauft haben.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Was MSCI am 16. Oktober beschlossen hat<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">MSCI, die fr\u00fchere Morgan Stanley Capital International, ist einer der beiden gro\u00dfen globalen Indexanbieter neben FTSE Russell und S&#038;P Dow Jones. Seine Benchmarks, allen voran der MSCI World und der MSCI ACWI (All Country World Index), sind die Landkarten, an denen sich ein Gro\u00dfteil des weltweiten Aktienverm\u00f6gens orientiert. Wer in einem Index steht, wird von jedem Fonds gekauft, der diesen Index nachbildet. Wer herausf\u00e4llt, wird verkauft. Nicht aus Meinung, sondern mechanisch.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Am 16. Oktober 2026 hat MSCI ein Regelwerk f\u00fcr sogenannte &bdquo;Non-Operating Companies&ldquo; finalisiert, also f\u00fcr Firmen, die prim\u00e4r Verm\u00f6genswerte halten statt ein echtes Gesch\u00e4ft zu betreiben (<a href='https:\/\/www.coindesk.com\/markets\/2026\/10\/16\/msci-approves-rules-that-could-eject-strategy-metaplanet-from-equity-indexes'>CoinDesk<\/a>). Das Verfahren l\u00e4uft in zwei Stufen. Zuerst ein Kernscreen, der pr\u00fcft, ob ein Emittent substanzielle operative Verm\u00f6genswerte vorweisen kann. Wer den nicht besteht, muss durch einen zweiten Test aus f\u00fcnf finanziellen Kennzahlen, die ausdr\u00fccklich nicht branchenspezifisch sind. F\u00e4llt ein Titel bei mindestens vier der f\u00fcnf Kennzahlen durch, gilt er als nicht indexf\u00e4hig (<a href='https:\/\/www.tftc.io\/msci-non-operating-framework-strategy-bitcoin-treasury-index-risk'>TFTC<\/a>).<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Das Ganze ersetzt eine \u00dcbergangsregel vom Oktober 2025, die Firmen ins Visier nahm, deren digitale Verm\u00f6genswerte mindestens die H\u00e4lfte der Bilanzsumme ausmachten, und die damals schon Aktienzahl und Gewichtung solcher Titel eingefroren hatte. Interessant ist der Umweg dorthin: Im J\u00e4nner 2026 hatte MSCI einen engeren Vorschlag, der ausdr\u00fccklich nur Krypto-Treasuries treffen sollte, nach R\u00fcckmeldungen von Investoren zur\u00fcckgezogen. Die neue Fassung ist breiter formuliert, erwischt die Krypto-Firmen aber trotzdem, und obendrein andere reine Holdinggesellschaften (<a href='https:\/\/www.crowdfundinsider.com\/2026\/10\/318812-msci-finalizes-rules-threatening-index-exclusion-for-strategy-and-crypto-treasury-firms\/'>Crowdfund Insider<\/a>).<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Wichtig f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis der n\u00e4chsten Wochen ist der Zeitplan, denn entfernt wurde noch nichts. Die Regel gilt, die Liste der betroffenen Firmen nicht. MSCI wendet das Verfahren im Zuge des November-Index-Reviews an, ver\u00f6ffentlicht die endg\u00fcltige Streichliste am 11. November und l\u00e4sst die \u00c4nderungen zum Handelsschluss des 30. November wirksam werden (also ab 1. Dezember). Eine Simulation mit Daten vom Mai 2026 hat bereits drei Streichkandidaten markiert, Strategy, Metaplanet und die britische Uran-Beteiligungsgesellschaft Yellow Cake, dazu die Ethereum-Treasury SharpLink auf der Beobachtungsliste (<a href='https:\/\/www.theblock.co\/news\/business\/2026-10-15-msci-rules-could-exclude-strategy-mstr-from-indexes-418729'>The Block<\/a>). Es gibt sogar einen Puffer: Ein bestehendes Indexmitglied fliegt erst raus, wenn es den Screen in beiden der zwei j\u00fcngsten Jahresberichtsperioden rei\u00dft; ein Neuzugang wird schon dann blockiert, wenn er in einer der beiden durchf\u00e4llt.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Der stille K\u00e4ufer: wie Index-Zugeh\u00f6rigkeit die Treasuries trug<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Um zu verstehen, warum ein Indexrauswurf mehr ist als ein Image-Schaden, muss man die Maschine kennen, die eine Krypto-Treasury antreibt. Das Grundprinzip hat Strategy unter Michael Saylor erfunden und alle anderen kopiert: Die Aktie notiert \u00fcber dem Wert des gehaltenen Bitcoins (die mNAV-Pr\u00e4mie), das Unternehmen gibt neue Aktien zu diesem Aufpreis aus, kauft mit dem Geld mehr Bitcoin, und weil pro Aktie pl\u00f6tzlich mehr Bitcoin dahintersteht, rechtfertigt das die Pr\u00e4mie aufs Neue. Ein Schwungrad, das sich selbst n\u00e4hrt, solange die Pr\u00e4mie h\u00e4lt. Wie dieses Schwungrad zur Kreditmaschine wurde, haben wir in der <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/mnav-mechanik-krypto-treasuries-kreditmaschine-2026\/'>mNAV-Mechanik<\/a> ausf\u00fchrlich zerlegt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Was in dieser Erz\u00e4hlung meist fehlt, ist der Unterbau. Damit eine Aktie dauerhaft \u00fcber ihrem inneren Wert handelt, braucht es K\u00e4ufer, die nicht rechnen. Genau das liefert ein Index. Sobald Strategy im MSCI USA, im MSCI World und im ACWI steht, muss jeder passive Fonds, der diese Benchmarks abbildet, die Aktie halten, im richtigen Gewicht, Tag f\u00fcr Tag, ohne R\u00fccksicht auf mNAV, Kurs-Buchwert oder Saylors n\u00e4chsten Tweet. Das ist preisunempfindliche Nachfrage, ein st\u00e4ndiger Bid unter der Aktie. Flie\u00dft frisches Geld in einen MSCI-World-ETF, landet ein Teil davon automatisch bei den Indexmitgliedern, auch bei der Bitcoin-Aktie. Der Index war damit, neben Eigenkapital, Wandelanleihen und Vorzugsaktien, so etwas wie ein verdeckter vierter Kapitalhahn: Er machte den Aktienkurs stabiler, die Pr\u00e4mie leichter zu verteidigen und jede neue Kapitalerh\u00f6hung billiger.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Wie gro\u00df dieser mechanische Bid ist, h\u00e4ngt am Indexgewicht, und das richtet sich nach der frei handelbaren Marktkapitalisierung. MSCIs Benchmarks sind hierarchisch aufgebaut: Unter dem Dach der Global Investable Market Indexes (GIMI) h\u00e4ngen der ACWI, der MSCI World f\u00fcr die Industriel\u00e4nder, die Schwellenl\u00e4nderindizes und einzelne L\u00e4nderk\u00f6rbe wie der MSCI Japan. Ein US-Schwergewicht wie Strategy taucht deshalb gleich in mehreren dieser K\u00f6rbe auf, Metaplanet dagegen vor allem im MSCI Japan. Je mehr K\u00f6rbe, desto mehr passive Fonds, die kaufen m\u00fcssen, und desto gr\u00f6\u00dfer der Betrag, der bei einer Streichung wieder abflie\u00dft. Genau deshalb ist die Non-Operating-Regel kein Nischenthema, sondern setzt an der breitesten Stelle des passiven Fondsmarkts an.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Das Research-Haus ZEROBASE bringt es auf den Punkt: &bdquo;Passives Kapital ist zu einer wichtigen Nachfragequelle f\u00fcr diese Aktien geworden; jede dauerhafte Reduzierung dieses Bids k\u00f6nnte das Fenster f\u00fcr Aktienemissionen verengen&ldquo; (<a href='https:\/\/www.coindesk.com\/markets\/2026\/10\/16\/msci-approves-rules-that-could-eject-strategy-metaplanet-from-equity-indexes'>CoinDesk<\/a>). \u00dcbersetzt: F\u00e4llt der stille K\u00e4ufer weg, wird der Kurs weicher, die Pr\u00e4mie d\u00fcnner und das Schwungrad langsamer. Der Rauswurf greift nicht die Bitcoin-Best\u00e4nde an, die bleiben in der Wallet. Er greift die F\u00e4higkeit an, aus einer hohen Aktienbewertung neues Kapital zu machen. Und das ist seit dem Ende der Pr\u00e4mien-\u00c4ra ohnehin die eigentliche Lebensader der Branche geworden.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Wer auf der Streichliste steht<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Mai-Simulation hat vier Namen in den Vordergrund ger\u00fcckt, und die Auswahl erz\u00e4hlt bereits eine Geschichte. Strategy (MSTR) ist der gr\u00f6\u00dfte b\u00f6rsennotierte Bitcoin-Halter der Welt mit rund 848.250 BTC, zu einem Durchschnittspreis von etwa 75.440 Dollar gekauft, bei einem Bitcoin-Kurs um 82.000 US-Dollar (rund 72.900 Euro) also gut 69 Milliarden Dollar schwer (<a href='https:\/\/www.coingecko.com\/en\/coins\/bitcoin'>CoinGecko<\/a>). Metaplanet aus Tokio ist mit 44.000 BTC der zweitgr\u00f6\u00dfte \u00f6ffentliche Halter und sitzt im MSCI Japan Index. SharpLink (SBET) ist mit rund 873.000 ETH die zweitgr\u00f6\u00dfte Ethereum-Treasury und steht in den Russell-Indizes. Und dann Yellow Cake, eine britische Gesellschaft, die schlicht Uran h\u00e4lt. Der letzte Name ist der Beweis, dass MSCI nicht gezielt Krypto jagt, sondern eine ganze Gattung: die b\u00f6rsennotierte Verm\u00f6gensverwaltung im Kleid einer operativen Firma.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die folgende \u00dcbersicht ordnet die wichtigsten Kandidaten und ihre Index-Exponierung ein. Die Zahlen schwanken mit dem Kurs und sind als Momentaufnahme vom 18. Oktober 2026 zu lesen.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Firma (Ticker)<\/th><th>Bestand<\/th><th>Index-Zugeh\u00f6rigkeit<\/th><th>MSCI-Status<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Strategy (MSTR)<\/td><td>~848.250 BTC (~69 Mrd. USD)<\/td><td>MSCI World\/ACWI\/USA, Nasdaq-100<\/td><td>Streichkandidat<\/td><\/tr><tr><td>Metaplanet (3350)<\/td><td>~44.000 BTC (Welt-Nr. 2)<\/td><td>MSCI Japan<\/td><td>Streichkandidat<\/td><\/tr><tr><td>SharpLink (SBET)<\/td><td>~873.000 ETH (~1,9 Mrd. USD)<\/td><td>Russell 2000\/3000<\/td><td>Beobachtungsliste<\/td><\/tr><tr><td>BitMine (BMNR)<\/td><td>~6,03 Mio. ETH (~4,9 % Supply)<\/td><td>Russell 1000<\/td><td>bislang nicht markiert<\/td><\/tr><tr><td>Yellow Cake (YCA)<\/td><td>physisches Uran<\/td><td>MSCI (UK Small Cap)<\/td><td>Streichkandidat<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><figcaption>Quellen: CoinDesk, The Block, Crowdfund Insider, bitcointreasuries.net. Momentaufnahme 18. Oktober 2026.<\/figcaption><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">Auff\u00e4llig ist, wer <em>nicht<\/em> auf der Mai-Liste stand: BitMine (BMNR), mit rund 6,03 Millionen ETH (fast 4,9 Prozent des gesamten Angebots) die mit Abstand gr\u00f6\u00dfte Ethereum-Treasury der Welt (<a href='https:\/\/www.kucoin.com\/news\/flash\/strategy-holds-5-5b-cash-bitmine-locks-6-028m-eth-zbao-eyes-tokenized-stocks'>KuCoin<\/a>). BitMine sitzt im Russell 1000, tauchte in der Simulation aber nicht als Streichkandidat auf, w\u00e4hrend die kleinere SharpLink auf der Beobachtungsliste landete. MSCI hat seine firmenspezifische Begr\u00fcndung nicht ver\u00f6ffentlicht, doch ein plausibler Unterschied liegt im Gesch\u00e4ftsmodell: BitMine stakt den Gro\u00dfteil seiner ETH und erzielt daraus laufende Einnahmen von zuletzt rund 336 Millionen Dollar im Jahreslauf, Geld, das Betrieb und Aktienr\u00fcckk\u00e4ufe deckt, ohne Ether verkaufen zu m\u00fcssen. Eine solche wiederkehrende Rendite sieht einem operativen Ertrag \u00e4hnlicher als das blo\u00dfe Halten von M\u00fcnzen, und BitMine z\u00e4hlt zu den wenigen Treasuries, die \u00fcberhaupt noch \u00fcber einem mNAV von 1 handeln. Ob dieser Unterschied vor MSCIs f\u00fcnf Kennzahlen Bestand h\u00e4tte, ist damit allerdings nicht gesagt; die Grenze zwischen Fonds und Firma ist ja genau der Streitpunkt.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>2,8 oder 8,8 Milliarden Dollar? Was JPMorgan rechnet<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die konkreteste Sch\u00e4tzung kommt von JPMorgan. Fliegt Strategy aus den MSCI-Indizes, m\u00fcssten indexgebundene Fonds nach Berechnungen der Bank rund 2,8 Milliarden Dollar an MSTR-Aktien absto\u00dfen (<a href='https:\/\/www.coindesk.com\/markets\/2026\/10\/16\/msci-approves-rules-that-could-eject-strategy-metaplanet-from-equity-indexes'>CoinDesk<\/a>). Das klingt \u00fcberschaubar neben einem Bitcoin-Bestand von fast 70 Milliarden, ist aber die falsche Vergleichsgr\u00f6\u00dfe. MSCI-gebundene Fonds halten laut Strategys eigenen Angaben etwa 13 Millionen MSTR-Aktien, rund 3,1 Prozent der ausstehenden St\u00fccke. Dieser Block w\u00fcrde nicht nach Kurs verkauft, sondern nach Termin, konzentriert rund um den 30. November, in einen ohnehin nerv\u00f6sen Markt hinein.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der eigentliche Sprengstoff liegt aber in der Frage, ob MSCI allein bleibt. Die beiden anderen Giganten, FTSE Russell und S&#038;P Dow Jones, haben bisher keine vergleichbare Non-Operating-Regel verabschiedet. Doch sollten sie nachziehen, klettert JPMorgans Sch\u00e4tzung des erzwungenen Verkaufsdrucks auf Strategy allein auf rund 8,8 Milliarden Dollar (<a href='https:\/\/tradersunion.com\/news\/cryptocurrency-news\/show\/3835753-msci-index-rule-crypto-treasury\/'>Traders Union<\/a>). Das ist das Ansteckungsszenario: Index-Methodik als Dominokette. Und es ist nicht hypothetisch, denn die Treasuries sitzen l\u00e4ngst quer \u00fcber alle gro\u00dfen Indexfamilien. SharpLink wurde zum 29. Juni 2026 in den Russell 2000 und 3000 aufgenommen, BitMine qualifizierte sich f\u00fcr den Russell 1000 (<a href='https:\/\/parameter.io\/sharplink-gaming-bitmine-and-galaxy-digital-poised-for-russell-index-entry\/'>Parameter<\/a>). Was dem einen Anbieter als &bdquo;\u00f6ffentlicher Reifegrad&ldquo; galt, kann dem anderen als Ausschlussgrund dienen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Hier schlie\u00dft sich der Kreis zu einer Debatte, die wir schon l\u00e4nger verfolgen. Die mNAV-Pr\u00e4mien-\u00c4ra ist vorbei; die neue Trennlinie verl\u00e4uft entlang der Frage, wer sich noch Kapital besorgen kann und zu welchen Bedingungen. Genau das war das Thema unserer Analyse <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/krypto-treasuries-kreditprobe-metaplanet-strategy-2026\/'>Verkaufen, um zu wachsen: die Kreditprobe der Krypto-Treasuries<\/a>. Der MSCI-Rauswurf f\u00fcgt dieser Kreditprobe eine zweite Dimension hinzu: Es geht nicht mehr nur um Anleihegl\u00e4ubiger und Wandelanleihen-K\u00e4ufer, sondern um den passiven Aktienmarkt selbst.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Metaplanets Ironie: vom MSCI-Ritterschlag zum Rauswurf<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Kein Fall zeigt die Wendung so klar wie Metaplanet. Im Februar 2025 feierte das Tokioter Unternehmen die Aufnahme in den MSCI Japan Index als Ritterschlag. CEO Simon Gerovich verk\u00fcndete sie \u00f6ffentlich als Beweis, dass die Bitcoin-Strategie im Mainstream angekommen sei, und z\u00e4hlte die erwarteten Vorteile auf: mehr Sichtbarkeit bei globalen Investoren, automatische Zufl\u00fcsse von Indexfonds und ETFs, Anerkennung des Gesch\u00e4ftsmodells (<a href='https:\/\/www.coindesk.com\/markets\/2025\/02\/13\/bitcoin-hodler-metaplanet-to-join-msci-japan-index-raises-usd26m-to-buy-more-btc'>CoinDesk<\/a>). Die Aufnahme wirkte zum Handelsschluss des 28. Februar 2025; parallel sammelte Metaplanet frisches Kapital ein, um damit Bitcoin zu kaufen. Genau jener Mechanismus also, den der Index-Platz erst erm\u00f6glichte.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Nicht einmal zwei Jahre sp\u00e4ter droht derselbe Index-Platz zum Ausgang zu werden. Metaplanet hat sein drittes Quartal mit 44.000 BTC beendet, nach einem vielbeachteten Man\u00f6ver, bei dem es 10.000 BTC verkaufte und 11.000 zur\u00fcckkaufte, um Gl\u00e4ubigern zu beweisen, dass es seine Reserve in Bargeld verwandeln kann (<a href='https:\/\/www.coindesk.com\/business\/2026\/10\/05\/metaplanet-adds-1-000-bitcoin-after-sale-and-repurchase-launches-income-strategy'>CoinDesk<\/a>). Die Aktie notiert seit Monaten unter dem Wert des gehaltenen Bitcoins, also unter einem mNAV von 1. F\u00e4llt nun auch noch der passive japanische Indexk\u00e4ufer weg, verliert Metaplanet eine Nachfrages\u00e4ule, die 2025 beim Aufstieg half, und das ausgerechnet in der Phase, in der die Pr\u00e4mie ohnehin schon zum Abschlag gekippt ist. Der Ritterschlag und der Rauswurf stammen vom selben Komitee.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Saylors Konter: &bdquo;Nicht so wichtig f\u00fcr uns&ldquo;<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Strategy wehrt sich, und zwar auf zwei Ebenen. Formal hat das Unternehmen dem Equity Index Committee von MSCI geschrieben, der Vorschlag sei &bdquo;diskriminierend, willk\u00fcrlich und fehlgeleitet&ldquo;, ganz wie jener Entwurf von 2025, den MSCI selbst zur\u00fcckgezogen habe (<a href='https:\/\/stocktwits.com\/news-articles\/markets\/equity\/strategy-pushes-back-against-msci-index-exclusion-proposal-calls-rules-discriminatory\/cZxKeYRRBss'>Stocktwits<\/a>). In einem fr\u00fcheren Schreiben hatte Strategy argumentiert, die Regel w\u00fcrde das eigene Gesch\u00e4ft kaum ber\u00fchren, aber MSCIs Ruf als neutraler Indexanbieter besch\u00e4digen. Die Kernthese dahinter, schon im August formuliert: &bdquo;Digitale Verm\u00f6genswerte sind Verm\u00f6genswerte. Indexanbieter sollten M\u00e4rkte messen, nicht entscheiden, welche Verm\u00f6genswerte Unternehmen besitzen d\u00fcrfen&ldquo; (<a href='https:\/\/www.tftc.io\/msci-non-operating-framework-strategy-bitcoin-treasury-index-risk'>TFTC<\/a>).<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Rhetorisch gab sich Michael Saylor demonstrativ gelassen. In einem Bloomberg-Interview am 13. Oktober nannte er einen etwaigen Rausschmiss schlicht nicht besonders bedeutsam f\u00fcr Strategy; das in MSCI-Benchmarks gebundene Geld sei im Verh\u00e4ltnis zur Firma klein, der Effekt daher begrenzt (<a href='https:\/\/ambcrypto.com\/not-that-important-to-us-saylor-downplays-mscis-plan-to-drop-strategy\/'>AMBCrypto<\/a>). Daran ist etwas Wahres. 3,1 Prozent der Aktien sind kein Erdbeben, und Strategy hat mit Nasdaq-100-Mitgliedschaft, aktiven Fonds und einer riesigen Privatanleger-Gefolgschaft andere Nachfragequellen. Trotzdem fiel die MSTR-Aktie am 16. Oktober um 4,2 Prozent (<a href='https:\/\/invezz.com\/news\/2026\/10\/16\/strategy-stock-mstr-falls-as-msci-index-exclusion-threatens-passive-investments\/'>Invezz<\/a>). Und Saylors Argument hat eine Schwachstelle: Es misst nur den direkten Verkaufsdruck, nicht den Verlust des dauerhaften, preisunempfindlichen Bids, den ZEROBASE meint. Ein einmaliger Abfluss von 2,8 Milliarden ist verkraftbar; der dauerhafte Wegfall eines mechanischen K\u00e4ufers ver\u00e4ndert die Statik des Schwungrads.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Der 21-Milliarden-Gewinn, der MSCIs Punkt beweist<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die bittere Pointe liefert Strategy selbst. F\u00fcr das dritte Quartal 2026 meldete das Unternehmen einen Gewinn auf die digitalen Verm\u00f6genswerte von rund 20,91 Milliarden Dollar und beendete damit eine vier Quartale lange Verlustserie (<a href='https:\/\/finance.yahoo.com\/markets\/crypto\/articles\/strategy-estimates-20-9-billion-143930177.html'>Yahoo Finance<\/a>). Im zweiten Quartal hatte noch ein Nettoverlust von 8,22 Milliarden in den B\u00fcchern gestanden, getrieben von einer unrealisierten Abwertung des Bitcoin-Bestands um 8,32 Milliarden. Der Grund f\u00fcr den Schwenk ins Plus ist kein verkaufter Satoshi, sondern Buchhaltung: Bitcoin stieg im dritten Quartal um gut 43 Prozent, und nach dem Rechnungslegungsstandard ASU 2023-08 l\u00e4uft jede \u00c4nderung des Zeitwerts direkt durch die Gewinn-und-Verlust-Rechnung.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Dieser Vorzeichenwechsel ist kein Einzelfall, sondern das Muster seit Inkrafttreten des Standards f\u00fcr Gesch\u00e4ftsjahre nach dem 15. Dezember 2024. Vorher durften Firmen ihre Kryptobest\u00e4nde nur abwerten, nie \u00fcber den Einstand hinaus aufwerten; die B\u00fccher zeigten in Hausse-Phasen also k\u00fcnstlich zu niedrige Werte. Jetzt schl\u00e4gt die Bewertung in beide Richtungen voll durch, Quartal f\u00fcr Quartal. Das erkl\u00e4rt, warum dieselbe Firma binnen zweier Quartale von einem Achtmilliardenverlust zu einem Zwanzigmilliardengewinn springen kann, ohne eine einzige M\u00fcnze bewegt zu haben. F\u00fcr Analysten ist das ehrlicher; f\u00fcr Indexregeln, die nach stabilen operativen Ertr\u00e4gen suchen, ist es ein rotes Tuch.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Genau das ist MSCIs Argument, nur aus Strategys eigener Feder. Ein Unternehmen, dessen Quartalsergebnis um fast 21 Milliarden nach oben und im Quartal davor um acht Milliarden nach unten springt, je nach Bitcoin-Kurs, verh\u00e4lt sich bilanziell eben nicht wie ein Softwarehaus, sondern wie ein gehebelter Krypto-Fonds. Die Ums\u00e4tze aus dem eigentlichen Softwaregesch\u00e4ft sind dagegen winzig. Wenn der ausgewiesene Gewinn fast vollst\u00e4ndig ein gespiegelter Bitcoin-Preis ist, dann f\u00e4llt es schwer, von einem &bdquo;operativen&ldquo; Unternehmen im klassischen Sinn zu sprechen. MSCIs Non-Operating-Screen misst am Ende genau diese Eigenschaft. Der Rekordgewinn ist damit kein Gegenargument gegen den Rauswurf, sondern seine beste Illustration.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Zwei T\u00fcren: der S&#038;P 500 und der Nasdaq-100<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Index-Frage ist f\u00fcr Strategy kein neues Thema, nur ein neues Kapitel. Interessant ist, dass sich gerade mehrere T\u00fcren gleichzeitig bewegen, und zwar in entgegengesetzte Richtungen. Im selben Zeitraum, in dem MSCI zum Ausgang ruft, hat Strategy die j\u00fcngste Umschichtung des Nasdaq-100 \u00fcberstanden: Der Index tauschte sechs Mitglieder aus, wirksam zum 22. Dezember, Strategy war nicht darunter (<a href='https:\/\/finance.yahoo.com\/news\/strategy-mstr-survives-nasdaq-100-144128393.html'>Yahoo Finance<\/a>). Die Mitgliedschaft im Technologie-Schwergewicht bleibt also vorerst.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">In den S&#038;P 500 wiederum hat es Strategy trotz einer Marktkapitalisierung unter den wertvollsten US-Konzernen nie geschafft. Das Indexkomitee meidet traditionell Firmen, deren Ertrag prim\u00e4r aus reiner Verm\u00f6gensexponierung stammt statt aus operativer Substanz, und bis zuletzt scheiterte Strategy an der Gewinnh\u00fcrde, die vier zusammenh\u00e4ngende Quartale positiver GAAP-Ergebnisse verlangt (<a href='https:\/\/finance.yahoo.com\/news\/mstr-included-p500-strategy-passed-113823693.html'>Yahoo Finance<\/a>). Der 21-Milliarden-Gewinn aus dem dritten Quartal k\u00f6nnte diese Rechnung rein arithmetisch kippen. Doch das Komitee entscheidet nach Ermessen, und genau die Volatilit\u00e4t, die den Gewinn erzeugt hat, ist der Grund, warum es bisher ablehnte. So entsteht das Paradox des Quartals: Derselbe Buchgewinn, der die S&#038;P-T\u00fcr einen Spalt \u00f6ffnet, liefert MSCI das Argument, seine zuzuschlagen. Ein Unternehmen, drei Komitees, drei verschiedene Antworten auf dieselbe Frage.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Warum das \u00d6sterreich betrifft: der MSCI World im Sparplan<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">An dieser Stelle verl\u00e4sst die Geschichte Wall Street und landet im Depot der heimischen Sparerin. Der MSCI World ist der mit Abstand beliebteste Aktienindex f\u00fcr den langfristigen Verm\u00f6gensaufbau im deutschsprachigen Raum. Wer in \u00d6sterreich einen ETF-Sparplan auf einen MSCI-World- oder ACWI-Fonds laufen hat, und das sind sehr viele, besitzt anteilig alles, was in diesem Index steht. Solange Strategy darin notiert, h\u00e4lt jeder dieser Sparpl\u00e4ne ein winziges St\u00fcck MSTR, und damit indirekt, verpackt, unbemerkt, eine Bitcoin-Wette. Die meisten dieser Anlegerinnen und Anleger haben nie bewusst eine Krypto-Aktie gekauft; der Index hat sie ihnen ins Portfolio gelegt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der 30. November ist damit auch ein Datum f\u00fcr \u00f6sterreichische Depots. F\u00e4llt Strategy aus dem MSCI World, verschwindet diese kleine, stille Krypto-Exponierung wieder aus Millionen Sparpl\u00e4nen, so leise, wie sie gekommen ist. Finanziell ist das f\u00fcr den einzelnen Sparer kaum sp\u00fcrbar; ein Titel mit Bruchteilen eines Prozents Indexgewicht f\u00e4llt nicht ins Gewicht. Symbolisch ist es daf\u00fcr umso gr\u00f6\u00dfer: Es markiert den Punkt, an dem das traditionelle Finanzsystem die Krypto-Treasuries aus seinem Kern wieder ausgliedert, nachdem es sie zwei Jahre lang beherbergt hatte. Wer wissen will, wie eng Bitcoin und die klassischen B\u00f6rsen inzwischen verflochten sind, findet in unserer Analyse <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/bitcoin-aktien-korrelation-ein-jahr-nach-krach-2026\/'>Ein Jahr nach dem Krach: Bitcoins Korrelation kehrt zur\u00fcck<\/a> den gr\u00f6\u00dferen Rahmen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Und es bleibt wom\u00f6glich nicht beim MSCI World. Das zweite Zugpferd der heimischen Sparpl\u00e4ne ist der Vanguard FTSE All-World, der nicht MSCI, sondern FTSE Russell folgt. Zieht FTSE Russell mit einer eigenen Non-Operating-Regel nach (das 8,8-Milliarden-Szenario von JPMorgan), tr\u00e4fe der Effekt auch diese zweite, enorm popul\u00e4re Produktfamilie. Noch ist das offen. Aber Anlegerinnen und Anleger, die ihr Depot f\u00fcr sicher &bdquo;krypto-frei&ldquo; halten, sollten wissen, dass die Antwort heute oft im Kleingedruckten einer Indexmethodik steht, nicht in ihrer eigenen Kaufentscheidung.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>FMA, MiCA und die Regulierungsl\u00fccke<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Wer jetzt nach dem Regulator ruft, st\u00f6\u00dft auf eine L\u00fccke, die f\u00fcr das gesamte Treasury-Thema typisch ist. Die europ\u00e4ische Krypto-Verordnung MiCA und die \u00f6sterreichische Finanzmarktaufsicht FMA regeln Krypto-Dienstleister (CASPs) wie B\u00f6rsen und Verwahrer sowie die Emittenten von Stablecoins. Sie regeln nicht eine an der Nasdaq notierte Betriebsgesellschaft, die zuf\u00e4llig sehr viel Bitcoin in der Bilanz h\u00e4lt und \u00fcber einen in Irland aufgelegten UCITS-ETF im Depot eines Wiener Sparers landet. Strategy ist kein CASP; es ist ein US-Unternehmen, dessen Aktie ein ganz normales Finanzinstrument ist. Die FMA hat hier keinen Hebel, und MiCA war nie f\u00fcr diesen Fall gedacht.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Das Pikante daran: Die Aufgabe, die man intuitiv dem Anlegerschutz zuschreiben w\u00fcrde, n\u00e4mlich zu entscheiden, ob ein als Aktie verpackter Krypto-Fonds in ein breit gestreutes Weltportfolio geh\u00f6rt, \u00fcbernimmt am Ende kein Gesetzgeber, sondern ein privates Indexkomitee. MSCIs Methodik wirkt in diesem Fall faktisch wie ein Anlegerschutz-Filter, obwohl sie formal nur Indexpflege ist. Das ist bemerkenswert, weil es die Grenzen der klassischen Regulierung zeigt: In einer Welt, in der die meisten Menschen Aktien \u00fcber Indexfonds halten, entscheidet die Indexmethodik mit dar\u00fcber, welche Risiken im Massenprodukt landen, und das v\u00f6llig au\u00dferhalb des Zugriffs von FMA oder ESMA. F\u00fcr \u00f6sterreichische Anleger hei\u00dft das, die relevante Regel steht diesmal nicht im Amtsblatt, sondern im Methodikpapier eines New Yorker Datenanbieters.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Steuerlich wird der Fall f\u00fcr \u00f6sterreichische Anleger dadurch nicht einfacher. H\u00e4lt man eine Treasury-Aktie wie MSTR im Depot, unterliegen Kursgewinne dem besonderen Steuersatz von 27,5 Prozent Kapitalertragsteuer, den eine inl\u00e4ndische depotf\u00fchrende Bank automatisch einbeh\u00e4lt. Direkt gehaltene Kryptow\u00e4hrung wiederum f\u00e4llt seit der \u00d6kosozialen Steuerreform ebenfalls unter 27,5 Prozent (Paragraf 27b EStG). F\u00fcr das Finanzamt macht es also kaum einen Unterschied, ob jemand Bitcoin direkt oder als Aktie einer Bitcoin-Firma h\u00e4lt; f\u00fcr den Index macht es den ganzen Unterschied. Diese Asymmetrie, steuerlich gleich behandelt, indextechnisch gegens\u00e4tzlich eingeordnet, ist typisch f\u00fcr ein Thema, das zwischen den klassischen Schubladen von Wertpapier und Krypto-Asset sitzt.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Reflexivit\u00e4t: der Mechanismus l\u00e4uft in beide Richtungen<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Das Schwungrad, das die Treasuries hochgetragen hat, kann r\u00fcckw\u00e4rts laufen. Die Mechanik ist symmetrisch: Passiver Bid f\u00e4llt weg, der Kurs wird weicher, die Pr\u00e4mie schrumpft oder kippt in einen Abschlag, frisches Eigenkapital wird teurer, die Bitcoin-K\u00e4ufe verlangsamen sich, was die Story weiter schw\u00e4cht. Genau diese Umkehr beschrieben 2025 Kritiker wie der fr\u00fchere Goldman-Banker Dom Kwok als &bdquo;Spiral of Doom&ldquo;, w\u00e4hrend andere, etwa Andr\u00e9 Dragosch von Bitwise, das Risiko f\u00fcr begrenzt hielten, weil viele Treasuries kaum Schulden tragen. MSCIs Entscheidung ist kein Beweis f\u00fcr die Todesspirale, aber sie entfernt einen der Stabilisatoren, die gegen sie arbeiteten.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Gegengewichte gibt es. Saylor hat recht, dass aktive Fonds und Privatanleger einen Teil des wegfallenden Bids ersetzen k\u00f6nnen; eine Aktie, die ihre Fans hat, verschwindet nicht, nur weil ein Indexfonds sie abgibt. Entscheidend wird der Makro-Hintergrund. Flie\u00dft viel Liquidit\u00e4t in Risikoanlagen, federt das den Verkaufsdruck ab; dreht die Stimmung, verst\u00e4rkt der erzwungene Verkauf eine ohnehin schwache Phase. Hier verzahnt sich die Index-Frage mit der Zinspolitik: Vor der Fed-Sitzung am 28. Oktober und bei einem Dollar auf Mehrmonatshoch ist der Markt d\u00fcnnh\u00e4utig, wie wir in <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/dxy-cpi-fed-pause-starker-dollar-oktober-2026\/'>DXY auf 18-Monats-Hoch: hei\u00dfer CPI testet die Fed-Pause<\/a> beschrieben haben. Ein Index-Ausschluss, der in eine riskoscheue Woche f\u00e4llt, wiegt schwerer als einer in einer Euphoriephase.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Die Szenarien bis zum Jahresende<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Bis zum 1. Dezember sind mehrere Verl\u00e4ufe denkbar. Die folgende \u00dcbersicht ordnet sie nach Ausl\u00f6ser, wahrscheinlicher Marktreaktion und dem Signal, auf das es jeweils ankommt.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Datum \/ Ausl\u00f6ser<\/th><th>Was passiert<\/th><th>Worauf achten<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>28. Oktober (Fed)<\/td><td>Zinsentscheid pr\u00e4gt die Risikostimmung in die Index-Woche hinein<\/td><td>Pause oder Signal f\u00fcr Dezember; Dollar und ETF-Fl\u00fcsse<\/td><\/tr><tr><td>11. November (MSCI-Liste)<\/td><td>Endg\u00fcltige Streichliste; Best\u00e4tigung oder Entwarnung f\u00fcr MSTR\/Metaplanet<\/td><td>Stehen beide drauf? Kommen weitere Namen hinzu?<\/td><\/tr><tr><td>30. November (Handelsschluss)<\/td><td>Streichungen werden wirksam; konzentrierter Verkauf der Indexfonds<\/td><td>mNAV-Reaktion, Handelsvolumen, Kursabschlag<\/td><\/tr><tr><td>offen (FTSE\/S&#038;P)<\/td><td>Ansteckung: ziehen die anderen Anbieter nach?<\/td><td>JPMorgans 8,8-Mrd.-Szenario, Vanguard-FTSE-Produkte<\/td><\/tr><tr><td>laufend (Kapital)<\/td><td>Treasuries testen, ob sie noch Eigenkapital platzieren k\u00f6nnen<\/td><td>Tempo und Preis neuer Aktienemissionen<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><figcaption>Einordnung der Redaktion; kein Anlageurteil. Stand 18. Oktober 2026.<\/figcaption><\/figure><h2 class='wp-block-heading'>Was Anlegerinnen und Anleger jetzt beobachten sollten<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr wen Krypto-Treasuries ein Thema sind, sei es direkt \u00fcber die Aktie oder indirekt \u00fcber einen Welt-ETF, lohnt in den n\u00e4chsten Wochen der Blick auf ein paar konkrete Signale statt auf die Schlagzeile allein:<\/p><ul class='wp-block-list'><li><strong>Die Liste am 11. November:<\/strong> Stehen Strategy und Metaplanet tats\u00e4chlich drauf, und kommen neue Namen wie SharpLink von der Beobachtungs- auf die Streichliste?<\/li><li><strong>Die mNAV-Reaktion:<\/strong> Rutschen betroffene Aktien weiter unter den Wert ihrer Krypto-Best\u00e4nde, oder preist der Markt den Rauswurf schon vorab ein?<\/li><li><strong>Das Emissionstempo:<\/strong> K\u00f6nnen die Firmen vor dem 30. November noch neues Eigenkapital platzieren, und zu welchem Preis? Hier zeigt sich, ob der Kapitalhahn h\u00e4lt.<\/li><li><strong>FTSE Russell und S&#038;P Dow Jones:<\/strong> Jedes Signal, dass ein zweiter Anbieter nachzieht, verwandelt ein 2,8-Milliarden- in ein 8,8-Milliarden-Problem.<\/li><li><strong>Der Makro-Kalender:<\/strong> Die Fed-Sitzung am 28. Oktober und der Dollar bestimmen, in welche Stimmung die Index-Woche f\u00e4llt.<\/li><li><strong>Die eigene Depotzusammensetzung:<\/strong> Wer glaubt, &bdquo;krypto-frei&ldquo; investiert zu sein, sollte pr\u00fcfen, ob sein Welt-ETF einen dieser Titel h\u00e4lt.<\/li><\/ul><h2 class='wp-block-heading'>Ausblick: ein Stabilisator weniger<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">MSCIs Entscheidung beendet keine Treasury, sie entfernt eine St\u00fctze. Die gro\u00dfen Player, allen voran Strategy mit seiner Nasdaq-100-Mitgliedschaft und seiner treuen Privatanleger-Basis, werden den Verlust der passiven MSCI-Nachfrage verkraften. F\u00fcr die schw\u00e4cheren, die ohnehin unter dem Wert ihrer Best\u00e4nde handeln, ist es ein weiterer Schlag gegen die F\u00e4higkeit, sich zu refinanzieren, und damit ein Argument mehr f\u00fcr die lange erwartete Konsolidierungswelle, in der starke Treasuries schwache \u00fcbernehmen. Krypto-Treasury-Firmen geh\u00f6ren zu den j\u00fcngsten und teuersten K\u00e4uferkohorten im Bitcoin-Markt, wie wir in <a href='https:\/\/hoge.gg\/at\/whale-alerts-neue-wale-realized-cap-kostenbasis-2026\/'>Die neuen Wale: Ein Drittel des Kapitals ist jung und teuer<\/a> gezeigt haben; sie sind damit genau die Halter, die auf erzwungene Verk\u00e4ufe am empfindlichsten reagieren.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Dazu passt die Lesart von Standard Chartereds Krypto-Chef Geoff Kendrick, der seit L\u00e4ngerem argumentiert, der Zukaufhunger der Treasuries habe seinen Zenit \u00fcberschritten und der Markt werde eher eine Konsolidierung als einen Ausverkauf sehen; der entscheidende Preistreiber verlagere sich zur\u00fcck zu den ETF-Fl\u00fcssen (<a href='https:\/\/crypto.news\/standard-chartered-says-bitcoin-could-retest-126k-before-year-end\/'>crypto.news<\/a>). Der MSCI-Rauswurf schiebt genau in diese Richtung: Er schw\u00e4cht die Schwachen, l\u00e4sst die Starken relativ st\u00e4rker dastehen und macht \u00dcbernahmen unter den Treasuries wahrscheinlicher. Wenn der stille passive K\u00e4ufer geht, gewinnt der n\u00fcchterne Bilanzcheck an Gewicht, und den bestehen l\u00e4ngst nicht alle.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die gr\u00f6\u00dfere Geschichte ist ein Rollentausch. Zwei Jahre lang galt die Aufnahme in einen gro\u00dfen Index als Beleg daf\u00fcr, dass Bitcoin im traditionellen Finanzsystem angekommen war. Metaplanet feierte sie, Strategy stritt um den S&#038;P 500, SharpLink und BitMine zogen in die Russell-Indizes ein. Jetzt dreht sich das Vorzeichen: Derselbe Apparat, der die Krypto-Treasuries hereinlie\u00df, beginnt, sie wieder auszusortieren, nicht aus Feindseligkeit gegen Bitcoin, sondern weil seine Regeln eine b\u00f6rsennotierte Verm\u00f6gensverwaltung nicht von einem Betrieb unterscheiden wollen. Der 30. November wird zeigen, wie viel der Aufstieg dieser Firmen dem stillen K\u00e4ufer verdankte, und wie gut sie ohne ihn stehen.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Frequently Asked Questions<\/h2><h3 class='wp-block-heading'>Was bedeutet MSCIs Entscheidung f\u00fcr Strategy und die anderen Krypto-Treasuries?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">MSCI hat am 16. Oktober 2026 eine Regel f\u00fcr nicht-operative Unternehmen verabschiedet, die Firmen aus seinen Aktienindizes nimmt, die vor allem Verm\u00f6genswerte halten statt ein echtes Gesch\u00e4ft zu betreiben. Dadurch droht Strategy, Metaplanet und SharpLink der Ausschluss, was einen Teil der automatischen Nachfrage von Indexfonds beenden w\u00fcrde. Die Bitcoin-Best\u00e4nde selbst sind davon nicht betroffen.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Ab wann greift der MSCI-Ausschluss?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">MSCI ver\u00f6ffentlicht die endg\u00fcltige Liste der betroffenen Firmen am 11. November 2026, und die Streichungen werden zum Handelsschluss des 30. November wirksam, also ab 1. Dezember. Bis dahin ist nur die Regel beschlossen, nicht die konkrete Umsetzung je Unternehmen.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Bin ich \u00fcber meinen MSCI-World-ETF in Bitcoin-Aktien investiert?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Solange Strategy im MSCI World oder ACWI notiert, h\u00e4lt jeder ETF auf diese Indizes anteilig MSTR-Aktien und damit indirekt eine kleine Bitcoin-Exponierung. Das Gewicht ist sehr klein, aber vorhanden. Mit einem Ausschluss zum 30. November w\u00fcrde diese Position aus den betroffenen ETFs wieder verschwinden.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Wie viel Geld m\u00fcsste bei einem Ausschluss von Strategy verkauft werden?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">JPMorgan sch\u00e4tzt den erzwungenen Verkaufsdruck bei einem MSCI-Ausschluss auf rund 2,8 Milliarden Dollar an MSTR-Aktien. MSCI-gebundene Fonds halten etwa 13 Millionen Aktien oder rund 3,1 Prozent der ausstehenden St\u00fccke. Sollten FTSE Russell und S&#038;P Dow Jones nachziehen, stiege die Sch\u00e4tzung auf rund 8,8 Milliarden Dollar.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Betrifft die Regel auch FTSE Russell und den S&#038;P 500?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Bisher hat nur MSCI eine solche Non-Operating-Regel verabschiedet; FTSE Russell und S&#038;P Dow Jones haben nicht nachgezogen. In den S&#038;P 500 wurde Strategy ohnehin nie aufgenommen, w\u00e4hrend es die j\u00fcngste Nasdaq-100-Umschichtung \u00fcberstanden hat. Ob die anderen Anbieter folgen, ist die entscheidende offene Frage.<\/p><script type=\"application\/ld+json\">{\"@context\":\"https:\/\/schema.org\",\"@type\":\"FAQPage\",\"mainEntity\":[{\"@type\":\"Question\",\"name\":\"Was bedeutet MSCIs Entscheidung f\u00fcr Strategy und die anderen Krypto-Treasuries?\",\"acceptedAnswer\":{\"@type\":\"Answer\",\"text\":\"MSCI hat am 16. 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