{"id":132,"date":"2026-07-01T22:20:56","date_gmt":"2026-07-01T22:20:56","guid":{"rendered":"https:\/\/hoge.gg\/de\/marathon-vs-riot-bitcoin-miner-ki-strategie\/"},"modified":"2026-07-01T22:20:56","modified_gmt":"2026-07-01T22:20:56","slug":"marathon-vs-riot-bitcoin-miner-ki-strategie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hoge.gg\/de\/marathon-vs-riot-bitcoin-miner-ki-strategie\/","title":{"rendered":"Marathon vs. Riot: Zwei Bitcoin-Miner, zwei KI-Wetten"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist ein Duell, das den b\u00f6rsennotierten Bitcoin-Sektor pr\u00e4gt wie kaum ein zweites: Marathon Digital, heute unter dem Namen MARA Holdings gef\u00fchrt, gegen Riot Platforms. Beide z\u00e4hlen zu den gr\u00f6\u00dften Minern Nordamerikas, beide mussten 2026 einen harten Kurssturz von Bitcoin verkraften, und beide bauen ihr Gesch\u00e4ft gerade radikal um. Wer Bilanzen und Strategien nebeneinanderlegt, erkennt jedoch schnell: Die zwei Konzerne steuern auf sehr unterschiedlichen Wegen dieselbe Zukunft an. F\u00fcr Anleger im deutschsprachigen Raum lohnt der genaue Blick, denn hinter dem simplen Etikett Bitcoin-Miner verbergen sich zwei grundverschiedene Investmentthesen.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Zwei Schwergewichte, ein Wendepunkt<\/h2>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">MARA Holdings ist gemessen an der Rechenleistung der gr\u00f6\u00dfte b\u00f6rsennotierte Bitcoin-Miner der USA. Riot Platforms mit Sitz in Texas gilt seit Jahren als einer der diszipliniertesten Betreiber, wenn es um Stromvertr\u00e4ge und Netzeinspeisung geht. Eines aber teilen beide 2026: Der Bitcoin-Kurs ist ihnen davongelaufen, und zwar nach unten. Nach dem Hoch von rund 83.300 Euro Mitte Januar fiel der Kurs bis Ende Juni auf etwa 52.700 Euro, ein Minus von fast 29 Prozent binnen sechs Monaten (<a href=\"https:\/\/www.coingecko.com\/en\/coins\/bitcoin\/eur\">CoinGecko<\/a>). F\u00fcr Konzerne, deren Umsatz fast vollst\u00e4ndig aus frisch gesch\u00fcrften Coins besteht, ist das ein Stresstest, der jede strategische Schw\u00e4che offenlegt. Genau in diesem Umfeld entscheidet sich, welches Gesch\u00e4ftsmodell den Abschwung besser \u00fcbersteht.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Hashrate und Produktion: Marathons Gr\u00f6\u00dfenvorteil<\/h2>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im ersten Quartal 2026 kam MARA auf eine energetisierte Hashrate von 72,2 Exahash pro Sekunde (EH\/s), ein Plus von 33 Prozent gegen\u00fcber dem Vorjahr. Das Unternehmen sch\u00fcrfte in diesem Zeitraum 2.247 Bitcoin zu einem Durchschnittspreis von rund 67.700 Euro pro Coin (<a href=\"https:\/\/www.sec.gov\/Archives\/edgar\/data\/0001507605\/000150760526000014\/q126shareholderletter.htm\">SEC-Filing MARA Holdings<\/a>). Riot lag mit einer installierten Hashrate von 42,5 EH\/s (plus 26 Prozent) und einer durchschnittlich betriebenen Leistung von 36,4 EH\/s deutlich darunter und brachte es auf 1.473 Bitcoin.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Abstand ist kein Zufall: MARA hat \u00fcber Jahre aggressiv Kapazit\u00e4t aufgebaut, w\u00e4hrend Riot fr\u00fch begann, Strom f\u00fcr andere Zwecke zu reservieren. Zugleich steigt die globale Netzwerk-Hashrate weiter, was die Mining-Schwierigkeit erh\u00f6ht und die Marge pro gesch\u00fcrftem Coin dr\u00fcckt, wie der Quartalsbericht von <a href=\"https:\/\/coinshares.com\/insights\/research-data\/bitcoin-mining-report-q1-2026\/\">CoinShares<\/a> dokumentiert. Gr\u00f6\u00dfe allein garantiert also keinen Gewinn; entscheidend ist, wie effizient die Flotte l\u00e4uft und wie g\u00fcnstig der Strom bleibt.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch bei der Effizienz der Hardware liegen Anspruch und Realit\u00e4t oft weit auseinander. Beide Betreiber haben ihre Flotten zuletzt auf modernere ASIC-Generationen umgestellt, doch jeder Wechsel verschlingt Kapital, das im B\u00e4renmarkt knapp ist. MARA nutzt seine Gr\u00f6\u00dfe, um Hardware zu besseren Konditionen einzukaufen und Standorte flexibler auszulasten. Riot wiederum kann dank langfristiger Stromvertr\u00e4ge in Texas seine Kosten pro gesch\u00fcrftem Bitcoin pr\u00e4ziser kalkulieren, was in Phasen fallender Kurse ein handfester Vorteil ist.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Marathon und Riot im direkten Vergleich<\/h2>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die wichtigsten Kennzahlen beider Konzerne zum Stichtag 31. M\u00e4rz 2026 sowie die Aktienkurse von Ende Juni im \u00dcberblick:<\/p>\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><thead><tr><th>Kennzahl<\/th><th>MARA Holdings<\/th><th>Riot Platforms<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>B\u00f6rsenk\u00fcrzel (Nasdaq)<\/td><td>MARA<\/td><td>RIOT<\/td><\/tr><tr><td>Energetisierte Hashrate (Q1 2026)<\/td><td>72,2 EH\/s<\/td><td>42,5 EH\/s<\/td><\/tr><tr><td>Bitcoin-Produktion (Q1 2026)<\/td><td>2.247 BTC<\/td><td>1.473 BTC<\/td><\/tr><tr><td>Bitcoin-Reserven (31.03.2026)<\/td><td>35.303 BTC<\/td><td>15.680 BTC<\/td><\/tr><tr><td>Bitcoin-Verk\u00e4ufe (Q1 2026)<\/td><td>rund 20.880 BTC<\/td><td>3.778 BTC<\/td><\/tr><tr><td>Gesichertes Energieportfolio<\/td><td>Ziel \u00fcber 2,5 GW<\/td><td>rund 1,7 GW<\/td><\/tr><tr><td>KI-Ankerkunde<\/td><td>Exaion \/ EDF (Europa)<\/td><td>AMD (Texas)<\/td><\/tr><tr><td>Aktienkurs (Ende Juni 2026)<\/td><td>rund 12,90 Euro<\/td><td>rund 24,80 Euro<\/td><\/tr><tr><td>CEO<\/td><td>Fred Thiel<\/td><td>Jason Les<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Tabelle zeigt das Grundmuster: MARA ist in fast jeder Rohkennzahl gr\u00f6\u00dfer, von der Hashrate \u00fcber die Produktion bis zu den Reserven. Riot punktet dagegen mit einem h\u00f6heren Aktienkurs und einem klar umrissenen Ankermieter. Gr\u00f6\u00dfe auf der einen, Fokus auf der anderen Seite.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Bitcoin-Reserven: Vom HODL-Dogma zum Ausverkauf<\/h2>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jahrelang war Marathon der Inbegriff der reinen Halte-Strategie: Kein gesch\u00fcrfter Coin sollte das Lager verlassen. 2026 hat der Konzern dieses Dogma gebrochen. Von seinen zum Jahresbeginn deutlich gr\u00f6\u00dferen Best\u00e4nden hielt MARA Ende M\u00e4rz noch 35.303 Bitcoin, verkaufte im ersten Quartal jedoch rund 20.880 Coins. Allein 15.133 davon wechselten zwischen dem 4. und 25. M\u00e4rz den Besitzer, um rund 975 Millionen Euro einzunehmen und damit Wandelanleihen mit etwa neun Prozent Abschlag zur\u00fcckzukaufen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Riot ging denselben Weg, nur in kleinerem Ma\u00dfstab. Das Unternehmen verkaufte im ersten Quartal 3.778 Bitcoin und nahm dabei rund 257 Millionen Euro ein, um den Ausbau seiner Rechenzentren zu finanzieren (<a href=\"https:\/\/news.bitcoin.com\/riot-platforms-sells-3778-bitcoin-in-q1-2026-raising-289-5-million-for-data-center-expansion\/\">Bitcoin.com News<\/a>). Zum Quartalsende blieben 15.680 Bitcoin in der Bilanz, von denen 5.802 als gebundene Sicherheiten hinterlegt waren. Beide Konzerne verwandeln damit ihr wichtigstes Asset in Baukapital, ein tiefer Bruch mit der jahrelang gepredigten Hodl-Doktrin.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Zeitpunkt ist heikel: Beide verkauften ausgerechnet in einen fallenden Markt hinein, teils zu Kursen um 67.000 Euro, die im R\u00fcckblick attraktiv wirken, im Moment des Verkaufs aber vor allem Liquidit\u00e4t sichern sollten. Kritiker sehen darin das Eingest\u00e4ndnis, dass reines Halten von Bitcoin die teuren Wachstumspl\u00e4ne nicht mehr finanzieren kann.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Der KI-Schwenk: Vertikale Integration gegen Vermietung<\/h2>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hier trennen sich die Wege am deutlichsten. MARA setzt auf vertikale Integration und kauft sich die Stromerzeugung gleich selbst. F\u00fcr rund 1,33 Milliarden Euro \u00fcbernahm der Konzern Long Ridge Energy &amp; Power samt einem effizienten Gaskraftwerk mit 505 Megawatt Leistung im US-Bundesstaat Ohio und \u00fcber 1.600 Morgen Land f\u00fcr den Ausbau von Rechenzentren. Ziel ist rund ein Gigawatt kurzfristig verf\u00fcgbarer IT-Kapazit\u00e4t mit einem Pfad zu mehr als 2,5 Gigawatt.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Riot dagegen agiert eher als Vermieter seiner Stromfl\u00e4chen. Mit dem Chiphersteller AMD hat der Konzern einen Ankermieter gewonnen: Der erste Vertrag am Standort Rockdale umfasst 25 Megawatt kritische IT-Last und soll \u00fcber die anf\u00e4ngliche Laufzeit von zehn Jahren rund 276 Millionen Euro einbringen (311 Millionen US-Dollar), mit Verl\u00e4ngerungsoptionen bis zu umgerechnet knapp 890 Millionen Euro (<a href=\"https:\/\/www.riotplatforms.com\/riot-announces-fee-simple-acquisition-of-land-and-first-data-center-lease-with-amd-at-the-rockdale-site\/\">Riot Platforms<\/a>). Inzwischen hat AMD die gebuchte Kapazit\u00e4t auf 50 Megawatt verdoppelt (<a href=\"https:\/\/www.datacenterdynamics.com\/en\/news\/amd-signs-additional-25mw-data-center-lease-with-riot-in-texas\/\">Data Center Dynamics<\/a>). Riots gesamtes gesichertes Energieportfolio liegt bei rund 1,7 Gigawatt.<\/p>\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><strong>MARA:<\/strong> besitzt Kraftwerke und Land, will Rechenlast selbst betreiben und vermarkten.<\/li><li><strong>Riot:<\/strong> stellt gesicherte Stromkapazit\u00e4t bereit und vermietet sie an Partner wie AMD.<\/li><\/ul>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Unterschied ist mehr als eine Frage des Geschmacks. Wer wie MARA selbst Strom erzeugt, tr\u00e4gt das volle Betriebsrisiko eines Energieversorgers, sichert sich im Erfolgsfall aber die gesamte Wertsch\u00f6pfungskette. Wer wie Riot vermietet, gibt einen Teil der Marge an Mieter wie AMD ab, erh\u00e4lt daf\u00fcr jedoch planbare Einnahmen mit bonit\u00e4tsstarken Partnern und muss nicht selbst zum KI-Betreiber werden. F\u00fcr Anleger \u00fcbersetzt sich das in zwei sehr verschiedene Risikoprofile.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Europa-Karte: Exaion und die souver\u00e4ne Cloud<\/h2>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr europ\u00e4ische Anleger ist ein Detail besonders interessant. MARA hat sich 64 Prozent an Exaion gesichert, einer auf Hochleistungsrechnen spezialisierten Tochter des franz\u00f6sischen Staatskonzerns EDF. Damit erh\u00e4lt der US-Miner sofortigen Zugang zu Rechenzentren der Stufen Tier III und Tier IV, zu mehr als 1.250 Enterprise-GPUs und zu einem Standbein im europ\u00e4ischen Markt f\u00fcr souver\u00e4ne Cloud-Dienste (<a href=\"https:\/\/www.disruptionbanking.com\/2026\/03\/06\/maras-strategic-pivot-to-ai-data-centers-ushering-in-a-new-era-for-bitcoin-mining\/\">Disruption Banking<\/a>).<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das ist mehr als Symbolik. Wer KI-Rechenlast f\u00fcr europ\u00e4ische Beh\u00f6rden, Banken oder Konzerne betreiben will, muss Daten innerhalb der EU und im Einklang mit der DSGVO halten. Ein Partner wie EDF \u00f6ffnet MARA hier T\u00fcren, die einem reinen Texas-Betreiber verschlossen bleiben. Zugleich birgt der Schritt Integrationsrisiken, denn ein US-Konzern, der eine Tochter eines franz\u00f6sischen Staatsunternehmens steuert, muss politische, regulatorische und kulturelle Reibungen einkalkulieren. Riot konzentriert sich bewusst auf den heimischen Markt und die g\u00fcnstigen Strompreise im Netz des texanischen Betreibers ERCOT.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Margendruck, Energie und die Reaktion der B\u00f6rse<\/h2>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Grund f\u00fcr den gemeinsamen Umbau liegt in der \u00d6konomie des Minings. Seit dem Halving im April 2024 liegt die Blockbelohnung bei nur noch 3,125 Bitcoin, w\u00e4hrend die Betriebskosten steigen. 2026 kam ein sp\u00fcrbarer Anstieg der Energiepreise hinzu, der die Margen weiter zusammendr\u00fcckte (<a href=\"https:\/\/247wallst.com\/investing\/2026\/03\/20\/mara-holdings-drops-6-riot-platforms-falls-5-two-bitcoin-miners-caught-between-energy-costs-and-an-ai-pivot\/\">24\/7 Wall St.<\/a>). Riot meldete f\u00fcr 2025 zwar einen Rekordumsatz von rund 574 Millionen Euro, doch das bereinigte EBITDA brach von rund 411 Millionen auf nur noch etwa 11,5 Millionen Euro ein. MARA verbuchte im ersten Quartal 2026 einen Nettoverlust von rund 1,15 Milliarden Euro, \u00fcberwiegend wegen der Abwertung seiner Bitcoin-Best\u00e4nde.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Wall Street reagiert gespalten. JPMorgan sieht den Sektor in einer Phase h\u00f6herer \u00dcberzeugung, was den Wechsel zu KI- und Cloud-Rechenlast angeht, und stufte zuletzt Cipher Mining und CleanSpark herauf (<a href=\"https:\/\/www.coindesk.com\/markets\/2025\/11\/24\/bitcoin-miners-cipher-and-cleanspark-upgraded-by-jpmorgan-as-hpc-shift-accelerates\">CoinDesk<\/a>). F\u00fcr MARA und Riot senkte die Bank hingegen die Kursziele, f\u00fcr MARA auf umgerechnet rund 11,50 Euro, f\u00fcr Riot auf rund 15 Euro (<a href=\"https:\/\/www.theblock.co\/post\/380175\/jpmorgan-upgrades-cipher-cleanspark-trims-marathon-riot-targets-bitcoin-miner-reset\">The Block<\/a>). An der Nasdaq schloss MARA Ende Juni bei umgerechnet rund 12,90 Euro (14,54 US-Dollar), Riot bei rund 24,80 Euro.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bemerkenswert ist die Kursentwicklung im Detail. Trotz des schwachen Bitcoin-Umfelds hat sich die Riot-Aktie von ihrem Dezembertief mehr als verdoppelt, w\u00e4hrend MARA um gut die H\u00e4lfte zulegte. Der Markt honoriert offenbar die klarere KI-Story und die bonit\u00e4tsstarken Mieter von Riot st\u00e4rker als die schiere Gr\u00f6\u00dfe von MARA. Das ist ein Fingerzeig, wohin die Reise f\u00fcr den gesamten Sektor gehen k\u00f6nnte.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Risiken: Wo die Wetten scheitern k\u00f6nnen<\/h2>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So verlockend die KI-Erz\u00e4hlung klingt, abgesichert ist sie keineswegs. Der Bau von Rechenzentren f\u00fcr Hochleistungsrechnen verschlingt Milliarden, und die Nachfrage der Hyperscaler kann sich verschieben, sollte sich der aktuelle KI-Boom abk\u00fchlen. Beide Konzerne finanzieren ihren Umbau teils durch den Verkauf von Bitcoin und die Ausgabe neuer Aktien, was Altaktion\u00e4re verw\u00e4ssert und das Ergebnis zus\u00e4tzlich an den Kryptomarkt koppelt.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hinzu kommt der Wettbewerb. Rivalen wie CleanSpark, Cipher Mining oder IREN dr\u00e4ngen ebenfalls in das Gesch\u00e4ft mit KI-Rechenlast, und etablierte Rechenzentrumsbetreiber haben oft mehr Erfahrung im Betrieb solcher Anlagen. Wer zu sp\u00e4t liefert oder die Baukosten untersch\u00e4tzt, riskiert, zwischen einem schrumpfenden Mining-Gesch\u00e4ft und einem noch nicht profitablen KI-Standbein zerrieben zu werden.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Regulierung: BaFin und MiCA im Blick<\/h2>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr deutsche Anlegerinnen und Anleger sind MARA und Riot zun\u00e4chst schlicht US-Aktien, handelbar \u00fcber jeden Broker mit Nasdaq-Zugang. Ihr Kurs h\u00e4ngt jedoch eng am Bitcoin, und damit r\u00fcckt die europ\u00e4ische Krypto-Regulierung ins Bild. Seit Ende 2024 gilt die MiCA-Verordnung, und die von der <a href=\"https:\/\/www.bafin.de\/DE\/unternehmen-maerkte\/aufsicht\/kryptoinstitute\/kryptoinstitute_node.html\">BaFin<\/a> gew\u00e4hrte \u00dcbergangsfrist f\u00fcr Krypto-Dienstleister lief am 30. Juni 2026 aus. Anbieter ohne CASP-Lizenz d\u00fcrfen seither keine Krypto-Dienste mehr f\u00fcr EU-Kunden erbringen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Mining selbst bleibt in Deutschland erlaubt; gewerbliche Anbieter ben\u00f6tigen jedoch eine Erlaubnis der BaFin. Interessant ist zudem, dass MiCA f\u00fcr Krypto-Verm\u00f6genswerte Angaben zum Energieverbrauch verlangt, ein Punkt, der energieintensive Miner mittelbar unter Rechtfertigungsdruck setzt. Wer \u00fcber ein Zertifikat oder einen ETF auf Miner-Aktien setzt, sollte au\u00dferdem die steuerliche Behandlung im Blick behalten, die sich von jener direkt gehaltener Coins unterscheidet. F\u00fcr den Sektor gilt: Je st\u00e4rker die Konzerne ihr Gesch\u00e4ft in Richtung KI-Rechenzentren verlagern, desto weniger h\u00e4ngen sie an der Krypto-Aufsicht und desto mehr an klassischer Infrastruktur- und Energieregulierung.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fazit: Zwei Wetten auf dieselbe Zukunft<\/h2>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Marathon und Riot erz\u00e4hlen dieselbe Geschichte mit unterschiedlichem Akzent. MARA setzt auf Gr\u00f6\u00dfe, eigene Kraftwerke und einen mutigen Sprung nach Europa; das verspricht viel, bindet aber enorm viel Kapital und Risiko. Riot bleibt fokussierter, sichert sich mit AMD einen erstklassigen Ankermieter und wandelt seine Stromfl\u00e4chen Schritt f\u00fcr Schritt in planbare Mieteinnahmen um. Beide wetten letztlich darauf, dass sich Mining-Infrastruktur in KI-Rechenleistung verwandeln l\u00e4sst, bevor der Margendruck sie einholt. Der Kapitalmarkt bewertet diese Wetten bereits heute unterschiedlich, entschieden ist aber noch nichts.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Anleger ist das keine Entweder-oder-Frage zwischen zwei Firmen, sondern eine Wette auf die Ausf\u00fchrung. Wer die aggressivere Wachstumsstory und das europ\u00e4ische Standbein sucht, schaut auf MARA. Wer die diszipliniertere Kapitalallokation bevorzugt, findet sie bei Riot. Klar ist nur: Der reine Bitcoin-Miner alter Pr\u00e4gung ist 2026 ein Auslaufmodell.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Von Lukas Brandt, Redakteur im Ressort Mining und Staking bei HOGE Wire.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Marathon und Riot sind die zwei gr\u00f6\u00dften US-Bitcoin-Miner. Nach dem Kurssturz 2026 setzen beide auf KI-Rechenzentren, doch ihre Strategien unterscheiden sich fundamental.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":133,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[11],"tags":[],"class_list":["post-132","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-mining-staking"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hoge.gg\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/132","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hoge.gg\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hoge.gg\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hoge.gg\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hoge.gg\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=132"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hoge.gg\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/132\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hoge.gg\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/133"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hoge.gg\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=132"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hoge.gg\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=132"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hoge.gg\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=132"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}