{"id":175,"date":"2026-07-16T22:31:02","date_gmt":"2026-07-16T22:31:02","guid":{"rendered":"https:\/\/hoge.gg\/de\/bitcoin-mining-margen-2026\/"},"modified":"2026-07-16T22:31:02","modified_gmt":"2026-07-16T22:31:02","slug":"bitcoin-mining-margen-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hoge.gg\/de\/bitcoin-mining-margen-2026\/","title":{"rendered":"Bitcoin-Mining-Margen 2026: Warum viele Miner kaum noch verdienen"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Hashpreis, also der erwartete Tagesumsatz je Petahash Rechenleistung, notierte Mitte Juli 2026 bei rund 30,88 US-Dollar pro PH\/Tag (umgerechnet etwa 26,85 Euro) und damit nahe einem Nachhalbierungs-Rekordtief, wie Daten von <a href='https:\/\/hashrateindex.com\/blog\/hashrate-index-roundup-july-13-2026\/'>Hashrate Index<\/a> zeigen. Der 7-Tage-Schnitt lag bei 30,39 Dollar, der 30-Tage-Schnitt bei 30,64 Dollar. Das allein w\u00e4re schon eine Schlagzeile wert, und war es auch (mehr dazu im Artikel <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/hashprice-bitcoin-mining-rekordtief-2026\/'>Hashprice erkl\u00e4rt: Bitcoin-Mining am Rekordtief 2026<\/a>). Doch f\u00fcr die gut 30 b\u00f6rsennotierten Bitcoin-Miner in Nordamerika z\u00e4hlt am Ende eine andere Zahl: die Marge, also das, was von diesem Umsatz nach Strom, Abschreibung und Zinsen tats\u00e4chlich \u00fcbrig bleibt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Nach Berechnungen des Verm\u00f6gensverwalters CoinShares arbeiten aktuell etwa 15 bis 20 Prozent der globalen Mining-Flotte unrentabel. Das Bitcoin-Netzwerk selbst reagiert l\u00e4ngst auf den Druck: 2026 kam es bereits zu drei aufeinanderfolgenden negativen Difficulty-Anpassungen, der ersten derartigen Serie seit 2022, weil \u00e4ltere und ineffizientere Maschinen in gro\u00dfem Stil vom Netz gingen. Gleichzeitig bauen die gro\u00dfen Namen der Branche, von MARA Holdings \u00fcber Riot Platforms bis Core Scientific, ihre Gesch\u00e4ftsmodelle in Richtung k\u00fcnstlicher Intelligenz und High Performance Computing (HPC) um, nicht aus Neugier, sondern weil die Marge im klassischen Mining-Gesch\u00e4ft f\u00fcr viele kaum noch reicht.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Dieser Artikel blickt hinter den Hashpreis auf die eigentliche Kostenstruktur des Minings: den Unterschied zwischen Cash-Kosten und All-in-Kosten, ein konkretes Rechenbeispiel aus einer SEC-Bilanz, die Rolle der Chip-Effizienz, die geografische Verteilung von Strompreisen und die Frage, ob der Sprung ins KI-Gesch\u00e4ft die Marge tats\u00e4chlich rettet, oder nur die Risiken verschiebt.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Ein Sommer am Rande der Rentabilit\u00e4t<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Bitcoin-Mining war nie ein Gesch\u00e4ft mit stabilen Margen, daf\u00fcr sorgt schon der vierj\u00e4hrige Halbierungszyklus. Aber der Sommer 2026 markiert eine besonders enge Phase. Der Hashpreis ist seit seinem Zwischenhoch im Oktober 2025 um rund zwei Drittel gefallen, w\u00e4hrend die Netzwerk-Hashrate trotz sinkender Erl\u00f6se lange Zeit weiter wuchs, weil neue, effizientere Maschinen alte ersetzten und gleichzeitig zus\u00e4tzliche Kapazit\u00e4t ans Netz ging. Das Ergebnis ist ein klassisches Verdr\u00e4ngungsszenario: Wer mit alter Hardware oder teurem Strom arbeitet, verliert zuerst, unabh\u00e4ngig vom Bitcoin-Preis selbst.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Genau hier liegt der Denkfehler vieler Schlagzeilen, die allein auf den Bitcoin-Kurs schauen. Ein Kurs von rund 64.600 US-Dollar (etwa 56.100 Euro, Stand Mitte Juli 2026 laut <a href='https:\/\/www.coingecko.com\/en\/coins\/bitcoin\/eur'>CoinGecko<\/a>) klingt f\u00fcr Privatanleger nach Erfolg. F\u00fcr einen Miner mit veralteten Maschinen und einem ung\u00fcnstigen Stromvertrag kann derselbe Kurs trotzdem unter der eigenen Produktionskostenschwelle liegen. Die Marge ist damit eine unternehmensspezifische Gr\u00f6\u00dfe, keine Marktkennzahl, und genau deshalb lohnt sich der genauere Blick auf Kostenstrukturen statt auf Kursverl\u00e4ufe.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Cash-Kosten versus All-in-Kosten: die zwei Gesichter der Marge<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Wer die Wirtschaftlichkeit eines Miners beurteilen will, muss zwei v\u00f6llig unterschiedliche Kostenbegriffe auseinanderhalten. Die Cash-Kosten (manchmal auch Betriebskosten genannt) umfassen nur das, was tats\u00e4chlich als Geld das Unternehmen verl\u00e4sst: Strom, Wartung, Pool-Geb\u00fchren, Personal vor Ort. Sie beantworten die Frage, ob ein Miner heute die Lichter anlassen sollte.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die All-in-Kosten (oder GAAP-Kosten) addieren zus\u00e4tzlich nicht-zahlungswirksame Posten: die Abschreibung der ASIC-Hardware und der Infrastruktur (Rechenzentren, Trafos, K\u00fchlung) sowie allgemeine Verwaltungskosten und teils Zinsaufwand. ASICs verlieren wegen der st\u00e4ndigen Effizienzspr\u00fcnge neuer Chip-Generationen schnell an Wert und werden deshalb oft \u00fcber nur zwei bis f\u00fcnf Jahre abgeschrieben, was die All-in-Kosten deutlich in die H\u00f6he treibt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Unterschied ist mehr als Buchhaltungsdetail. Ein Miner kann auf Cash-Basis profitabel sein, jeden Tag mehr Geld einnehmen als er f\u00fcr Strom ausgibt, und trotzdem einen gro\u00dfen Nettoverlust nach US-GAAP ausweisen, weil die Abschreibung auf Milliarden Dollar teure Flotten so schwer wiegt. Genau dieses Muster zieht sich 2026 durch fast alle Quartalsberichte der Branche, wie das folgende Rechenbeispiel zeigt.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Hashpreis und Netzwerkkennzahlen im Juli 2026<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Bevor es an die Kostenseite geht, lohnt ein kurzer Blick auf die aktuelle Angebotsseite des Netzwerks. Die Bitcoin-Differenz (Difficulty) fiel am 11. Juli 2026 um 5,00 Prozent auf 127,17 Billionen (im internationalen Sprachgebrauch 127,17 T), die zweitgr\u00f6\u00dfte Anpassung nach unten im laufenden Jahr, wie auch <a href='https:\/\/hashrateindex.com\/blog\/hashrate-index-roundup-july-13-2026\/'>Hashrate Index<\/a> in seinem Wochen\u00fcberblick best\u00e4tigt. Die Netzwerk-Hashrate schwankte je nach Mittelungszeitraum zwischen rund 873 und 938 Exahash pro Sekunde (EH\/s), gegen\u00fcber einem Allzeithoch von etwa 1.154 EH\/s im Oktober 2025, ein R\u00fcckgang von gut einem F\u00fcnftel. F\u00fcr die n\u00e4chste Anpassung um den 25. Juli 2026 wird aktuell wieder ein leichtes Plus von etwa 2,74 Prozent gesch\u00e4tzt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Terminmarkt f\u00fcr Hashpreis-Kontrakte, etwa die bis zu zw\u00f6lf Monate laufenden Forwards des Anbieters Luxor, preist f\u00fcr die kommenden sechs Monate im Schnitt rund 30,00 Dollar pro PH\/Tag ein, kaum h\u00f6her als der aktuelle Spotwert. Institutionelle Marktteilnehmer erwarten also keine schnelle Erholung. Bei rund 144 Bl\u00f6cken pro Tag, einem Blocksubsidy von 3,125 BTC und Transaktionsgeb\u00fchren, die zuletzt nur knapp 0,7 Prozent der Blockbelohnung ausmachten, bleibt der Umsatz je Miner damit eng an den Bitcoin-Kurs und die eigene Hashrate gekoppelt, mit minimalem Polster aus dem Geb\u00fchrenmarkt.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Was kostet ein Bitcoin wirklich?<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die belastbarste branchenweite Zahl liefert der <a href='https:\/\/coinshares.com\/corp\/insights\/research-data\/bitcoin-mining-report-q1-2026\/'>CoinShares Bitcoin Mining Report<\/a>, ver\u00f6ffentlicht am 25. M\u00e4rz 2026 mit Daten f\u00fcr das vierte Quartal 2025: Die gewichteten durchschnittlichen Cash-Kosten der b\u00f6rsennotierten Miner lagen demnach bei rund 79.995 US-Dollar je Bitcoin, umgerechnet etwa 69.560 Euro (zu einem Kurs von rund 1,15 Dollar je Euro, wie er Mitte 2026 in etwa galt). Bei den All-in-Kosten ist die Spanne zwischen einzelnen Unternehmen riesig: Sie reichte von rund 118.188 Dollar je Bitcoin bei Bitdeer bis zu 471.841 Dollar bei TeraWulf, wobei Letzteres wegen des weit fortgeschrittenen Umbaus zu einem KI-Rechenzentrumsbetreiber kaum noch mit klassischen Minern vergleichbar ist.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Eine unabh\u00e4ngige Einsch\u00e4tzung liefert JPMorgan-Analyst Nikolaos Panigirtzoglou, der die durchschnittlichen All-in-Produktionskosten in einer Kundennotiz auf rund 78.000 Dollar taxierte (etwa 67.800 Euro) und feststellte, dass Bitcoin \u00fcber rund f\u00fcnf Monate bis Mitte 2026 im Schnitt etwa 19 Prozent unter diesem Wert notierte, wie unter anderem <a href='https:\/\/tftc.io\/bitcoin-mining-costs-jpmorgan-below-production-cost-2026\/'>TFTC<\/a> berichtete. Panigirtzoglous Kernaussage, sinngem\u00e4\u00df \u00fcbersetzt: Wenn Bitcoin unter seinen Produktionskosten handelt, schalten die teureren Miner ab, die Hashrate sinkt, und die Difficulty passt sich nach unten an. Das ist genau der Mechanismus, der sich in den drei negativen Anpassungen dieses Jahres bereits gezeigt hat.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Wichtig ist die Vorsicht bei Einzelwerten: Verschiedene Berichte und Nachrichtenquellen nennen f\u00fcr einzelne Unternehmen teils deutlich abweichende Kosten pro Bitcoin, je nachdem wie Abschreibungspolitik, aktienbasierte Verg\u00fctung und Sondereffekte verrechnet werden. Der Branchendurchschnitt von knapp 80.000 Dollar Cash-Kosten ist die robustere, besser best\u00e4tigte Zahl.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Rechenbeispiel Riot Platforms: zwei Wahrheiten in einer Bilanz<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Wie gro\u00df der Unterschied zwischen Cash- und All-in-Betrachtung ausfallen kann, zeigt der Quartalsbericht (10-Q) von Riot Platforms f\u00fcr das erste Quartal 2026, eingereicht bei der US-B\u00f6rsenaufsicht SEC. Riot bezifferte die Kosten zur Produktion eines Bitcoin ohne Abschreibung auf 44.629 Dollar, w\u00e4hrend der Produktionswert je Bitcoin bei 75.964 Dollar lag, also klar profitabel auf Cash-Basis. Inklusive Abschreibung sprangen die Kosten je Bitcoin jedoch auf 96.283 Dollar, umgerechnet 126,7 Prozent des Produktionswerts, ein operativer Verlust nach GAAP im selben Quartal.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Kennzahl (Q1 2026)<\/th><th>USD je Bitcoin<\/th><th>EUR je Bitcoin (umgerechnet)<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Cash-Kosten (ohne Abschreibung)<\/td><td>44.629 $<\/td><td>rund 38.800 \u20ac<\/td><\/tr><tr><td>Produktionswert je Bitcoin<\/td><td>75.964 $<\/td><td>rund 66.050 \u20ac<\/td><\/tr><tr><td>Cash-Marge<\/td><td>rund 41,3 % positiv<\/td><td>rund 41,3 % positiv<\/td><\/tr><tr><td>All-in-Kosten (inklusive Abschreibung)<\/td><td>96.283 $<\/td><td>rund 83.700 \u20ac<\/td><\/tr><tr><td>All-in-Kosten als Anteil am Produktionswert<\/td><td>126,7 %<\/td><td>126,7 %<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Quelle f\u00fcr dieses Beispiel ist die <a href='https:\/\/www.sec.gov\/Archives\/edgar\/data\/0001167419\/000110465926053120\/riot-20260331x10q.htm'>SEC-EDGAR-Einreichung von Riot Platforms<\/a> selbst, kein Analystenmodell. Das macht sie zu einem sauberen Referenzfall f\u00fcr die gesamte Branche: Operativ, im Tagesgesch\u00e4ft, verdienten viele Miner im ersten Quartal 2026 noch Geld. Bilanziell, unter Einbeziehung der milliardenschweren Flotten, rutschten viele gleichzeitig in die roten Zahlen. Beide Aussagen sind wahr, sie beantworten nur unterschiedliche Fragen.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Die Effizienzformel: warum der Chip \u00fcber die Marge entscheidet<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Auf Ebene der einzelnen Maschine l\u00e4sst sich die Marge relativ einfach modellieren. Die Effizienz eines ASIC-Miners wird in Joule pro Terahash (J\/TH) angegeben, je niedriger der Wert, desto weniger Strom verbraucht die Maschine f\u00fcr dieselbe Rechenleistung. Daraus l\u00e4sst sich der Break-even-Strompreis ableiten, also der Strompreis, ab dem eine Maschine bei einem gegebenen Hashpreis gerade noch kostendeckend l\u00e4uft: Break-even (in Dollar je kWh) entspricht dem Hashpreis in Dollar je PH\/Tag, geteilt durch 1.000, geteilt durch die Effizienz in J\/TH multipliziert mit 0,024.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Angewendet auf den aktuellen Hashpreis von 30,88 Dollar pro PH\/Tag ergibt sich f\u00fcr die wichtigsten am Markt verf\u00fcgbaren Chip-Generationen (Spezifikationen laut Herstellerangaben, unter anderem <a href='https:\/\/support.bitmain.com\/hc\/en-us\/articles\/35383015643673'>Bitmain<\/a>) folgendes Bild:<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>ASIC-Modell<\/th><th>Effizienz (J\/TH)<\/th><th>Hashrate<\/th><th>Leistungsaufnahme<\/th><th>Break-even-Strompreis (EUR-Cent\/kWh)<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Antminer S21 XP<\/td><td>13,5<\/td><td>270 TH\/s<\/td><td>3.645 W<\/td><td>rund 8,3 Cent<\/td><\/tr><tr><td>Antminer S21 Pro<\/td><td>15,0<\/td><td>234 TH\/s<\/td><td>3.510 W<\/td><td>rund 7,5 Cent<\/td><\/tr><tr><td>WhatsMiner M60S++<\/td><td>rund 15,5<\/td><td>herstellerabh\u00e4ngig<\/td><td>herstellerabh\u00e4ngig<\/td><td>rund 7,2 Cent<\/td><\/tr><tr><td>WhatsMiner M60S<\/td><td>18,5<\/td><td>184 TH\/s<\/td><td>3.404 W<\/td><td>rund 6,1 Cent<\/td><\/tr><tr><td>Antminer S19 XP (Vorg\u00e4ngergeneration)<\/td><td>21,5<\/td><td>140 TH\/s<\/td><td>3.010 W<\/td><td>rund 5,2 Cent<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Tabelle macht sichtbar, warum \u00e4ltere Flotten zuerst vom Netz gehen: Eine Vorg\u00e4ngergeneration wie der Antminer S19 XP vertr\u00e4gt beim aktuellen Hashpreis nur noch Strompreise von rund 5 Cent je Kilowattstunde, w\u00e4hrend selbst die neueste Generation kaum \u00fcber 8 Cent hinauskommt. Jede Effizienzgeneration verschiebt die Gewinnschwelle nur um wenige Cent, aber bei Anlagen im Multi-Megawatt-Ma\u00dfstab macht das \u00fcber ein Jahr gerechnet den Unterschied zwischen Gewinn und Stilllegung.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Strompreis schl\u00e4gt Hashrate: die geografische Marge<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Effizienztabelle l\u00e4sst sich direkt mit realen Strompreisen verschiedener Standorte verkn\u00fcpfen. Hashrate Index ver\u00f6ffentlicht dazu regelm\u00e4\u00dfig energiebasierte Erl\u00f6ssch\u00e4tzungen je Effizienzklasse, die zeigen, wie viel Umsatz eine Maschine pro Megawattstunde eingesetzter Energie erwirtschaftet, unabh\u00e4ngig vom tats\u00e4chlich gezahlten Strompreis:<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Effizienzklasse (J\/TH)<\/th><th>Erl\u00f6s (USD\/MWh)<\/th><th>Erl\u00f6s (EUR\/MWh, umgerechnet)<\/th><th>Profitabel bei g\u00fcnstigem US-Standort (unter rund 52 \u20ac\/MWh)?<\/th><th>Profitabel bei deutschem Industriestrom (rund 144 bis 167 \u20ac\/MWh)?<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>unter 14<\/td><td>109 $<\/td><td>rund 95 \u20ac<\/td><td>Ja, deutlicher Puffer<\/td><td>Nein<\/td><\/tr><tr><td>14 bis 19<\/td><td>79 $<\/td><td>rund 69 \u20ac<\/td><td>Ja, kleinerer Puffer<\/td><td>Nein<\/td><\/tr><tr><td>19 bis 25<\/td><td>59 $<\/td><td>rund 51 \u20ac<\/td><td>Knapp, nahe Gewinnschwelle<\/td><td>Nein<\/td><\/tr><tr><td>25 bis 38<\/td><td>41 $<\/td><td>rund 36 \u20ac<\/td><td>Nein<\/td><td>Nein<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Vergleichswert f\u00fcr deutschen Industriestrom stammt vom Branchenverband <a href='https:\/\/www.bdew.de\/service\/daten-und-grafiken\/bdew-strompreisanalyse\/'>BDEW<\/a>: Gro\u00dfe Industriebetriebe (70 bis 150 Millionen kWh Jahresverbrauch) zahlten 2025 rund 14,4 Cent je Kilowattstunde, kleinere und mittlere Industriebetriebe 2026 rund 16,7 Cent, jeweils umgerechnet 144 beziehungsweise 167 Euro je Megawattstunde. Selbst die effizienteste am Markt verf\u00fcgbare Chip-Generation erzielt beim aktuellen Hashpreis nur rund 95 Euro Erl\u00f6s je Megawattstunde, deutlich weniger als der deutsche Industriestrompreis. Wettbewerbsf\u00e4hige Standorte in Teilen der USA, am Golf oder in Teilen Zentralasiens arbeiten dagegen mit Stromkosten von umgerechnet teils unter 6 US-Cent (rund 52 Euro je Megawattstunde), was den strukturellen Standortvorteil dieser Regionen erkl\u00e4rt.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Der Rettungsanker KI: Miner werden zu Rechenzentrumsbetreibern<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Angesichts dieser Zahlen \u00fcberrascht es nicht, dass sich die gro\u00dfen b\u00f6rsennotierten Miner zunehmend als Infrastrukturanbieter f\u00fcr k\u00fcnstliche Intelligenz neu erfinden. Laut CoinShares haben Miner branchenweit inzwischen KI- und HPC-Vertr\u00e4ge mit einem angek\u00fcndigten Gesamtvolumen von mehr als 70 Milliarden US-Dollar (umgerechnet rund 61 Milliarden Euro) unterschrieben. Zu den gr\u00f6\u00dften Deals z\u00e4hlen Core Scientific mit einer auf rund 10,2 Milliarden Dollar \u00fcber zw\u00f6lf Jahre veranschlagten Colocation-Vereinbarung mit CoreWeave, Hut 8 mit einem rund 7 Milliarden Dollar schweren, 15 Jahre laufenden Leasingvertrag mit Fluidstack \u00fcber 245 Megawatt, und TeraWulf mit insgesamt rund 12,8 Milliarden Dollar an vertraglich gesicherten HPC-Erl\u00f6sen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Grund f\u00fcr den Wechsel liegt in der Margenstruktur selbst. Needham-Analyst John Todaro brachte es gegen\u00fcber CoinGeek auf den Punkt: Der Umsatz je Megawatt und die EBITDA-Margen seien f\u00fcr HPC- und KI-Colocation weit h\u00f6her als f\u00fcr klassisches Mining, wie <a href='https:\/\/coingeek.com\/block-reward-miners-cant-pivot-to-ai-fast-enough\/'>CoinGeek<\/a> berichtete. Ein konkretes Beispiel liefert Riot Platforms: Der im Rahmen des KI-Pivots verdoppelte Vertrag mit AMD \u00fcber 25 Megawatt soll \u00fcber eine Laufzeit von zehn Jahren rund 311 Millionen Dollar Umsatz bei einer EBITDA-Marge von rund 80 Prozent bringen, wie aus einem <a href='https:\/\/www.coindesk.com\/business\/2026\/02\/18\/bitcoin-miner-riot-platforms-stock-jumps-nearly-7-as-starboard-urges-ai-data-center-expansion'>CoinDesk-Bericht<\/a> zum Aktivisten-Investor Starboard Value hervorgeht. Solche Margen erreicht praktisch kein Mining-Standort mehr. Wie stark auch klassische KI-Infrastruktur- und Compute-Anbieter selbst unter Wettbewerbsdruck stehen, zeigt der Artikel <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/dezentrale-inferenz-gpu-geschaeft-2026\/'>Dezentrale Inferenz: Wer am GPU-Gesch\u00e4ft 2026 verdient<\/a>, w\u00e4hrend der Artikel <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/verifiable-compute-krypto-ki-beweis-2026\/'>Verifiable Compute: Wie Krypto KI-Rechenleistung beweisbar macht<\/a> zeigt, dass reine Rechenzentrumsvermietung wie bei den meisten Miner-Pivots technisch etwas anderes ist als krypto-natives, \u00fcberpr\u00fcfbares Rechnen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">CoinShares-Researchchef James Butterfill sch\u00e4tzt, dass b\u00f6rsennotierte Miner bis Ende 2026 bis zu 70 Prozent ihrer Erl\u00f6se aus KI-Gesch\u00e4ften ziehen k\u00f6nnten, gegen\u00fcber rund 30 Prozent Anfang des Jahres, wie <a href='https:\/\/www.theblock.co\/post\/395259\/bitcoin-miners-face-breakeven-pressure-as-ai-pivot-accelerates-coinshares-says'>The Block<\/a> berichtete. Der Umbau ist damit kein Randph\u00e4nomen mehr, sondern f\u00fcr viele Unternehmen bereits die Haupteinnahmequelle in spe.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>MARA gegen Riot: zwei Strategien unter Druck<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die beiden gr\u00f6\u00dften US-b\u00f6rsennotierten Miner zeigen im ersten Quartal 2026 exemplarisch, wie unterschiedlich sich der Margendruck auswirkt. MARA Holdings, unter CEO Fred Thiel, meldete einen Umsatzr\u00fcckgang von 18 Prozent auf 174,6 Millionen Dollar und einen Nettoverlust von 1,26 Milliarden Dollar, gr\u00f6\u00dftenteils getrieben durch Bewertungsverluste auf den eigenen Bitcoin-Bestand, wie unter anderem <a href='https:\/\/blockspace.media\/insight\/mara-q1-revenue-falls-18-as-bitcoin-markdown-drives-1-26-billion-net-loss\/'>Blockspace Media<\/a> berichtete. MARA produzierte 2.247 Bitcoin (rund 25 pro Tag) bei einer energetisierten Hashrate von 72,2 EH\/s, verkaufte im Quartal Bitcoin im Wert von insgesamt rund 1,5 Milliarden Dollar und reduzierte damit seine Bitcoin-Reserve im Jahresvergleich um rund 12.228 auf gut 35.000 BTC zum Quartalsende.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Riot Platforms, unter CEO Jason Les, wies einen Gesamtumsatz von 167 Millionen Dollar aus (plus 2 Prozent), davon erstmals 33,2 Millionen Dollar aus dem neuen Rechenzentrumssegment. Der Nettoverlust lag bei 500 Millionen Dollar, das bereinigte EBITDA bei minus 311 Millionen Dollar. Riot produzierte 1.473 Bitcoin (minus 4 Prozent) und h\u00e4lt rund 15.680 BTC als Reserve.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Kennzahl (Q1 2026)<\/th><th>MARA Holdings<\/th><th>Riot Platforms<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Umsatz<\/td><td>174,6 Mio. $ (rund 151,8 Mio. \u20ac)<\/td><td>167 Mio. $ (rund 145,2 Mio. \u20ac)<\/td><\/tr><tr><td>Davon Rechenzentrum\/HPC<\/td><td>kein separater Ausweis<\/td><td>33,2 Mio. $ (rund 28,9 Mio. \u20ac), neue Sparte<\/td><\/tr><tr><td>Nettoverlust<\/td><td>1,26 Mrd. $ (rund 1,1 Mrd. \u20ac)<\/td><td>500 Mio. $ (rund 435 Mio. \u20ac)<\/td><\/tr><tr><td>Gef\u00f6rderte Bitcoin<\/td><td>2.247 BTC<\/td><td>1.473 BTC<\/td><\/tr><tr><td>Hashrate<\/td><td>72,2 EH\/s (energetisiert)<\/td><td>42,5 EH\/s (deployed) \/ 36,4 EH\/s (operativ)<\/td><\/tr><tr><td>Stromkapazit\u00e4t<\/td><td>rund 1,9 auf Kurs Richtung 2,2 GW<\/td><td>rund 1,7 GW (Corsicana, Rockdale)<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">Besonders aufschlussreich ist der Fall Riot: Der aktivistische Investor Starboard Value forderte das Unternehmen im Februar 2026 in einem \u00f6ffentlichen Brief auf, den Umbau zu beschleunigen, und bezifferte das Potenzial der vorhandenen Standorte auf \u00fcber 1,6 Milliarden Dollar j\u00e4hrliches EBITDA bei Vollvermietung zu KI-Marktkonditionen, was bei einem Multiplikator von 10 bis 13 einen Rechenzentrums-Eigenkapitalwert von 16 bis 21 Milliarden Dollar erg\u00e4be, deutlich mehr als die damalige Gesamtmarktkapitalisierung des Unternehmens. Die Aktie legte am Tag der Ver\u00f6ffentlichung um rund 7 Prozent zu.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Schulden und Wandelanleihen: die Finanzierung des Pivots<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Umbau in Richtung KI-Infrastruktur ist kapitalintensiv, und ein wachsender Teil davon wird \u00fcber Fremdkapital finanziert, was das Risikoprofil der gesamten Branche ver\u00e4ndert. IREN nahm rund 3,7 Milliarden Dollar \u00fcber Wandelanleihen auf, TeraWulf tr\u00e4gt inzwischen eine Gesamtverschuldung von rund 5,7 Milliarden Dollar, und Cipher Mining platzierte besicherte Anleihen im Volumen von rund 1,7 Milliarden Dollar bei einem Kupon von 7,125 Prozent.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Summen sind an sich nicht ungew\u00f6hnlich f\u00fcr kapitalintensive Rechenzentrumsbauten, klassische KI-Infrastrukturanbieter finanzieren sich \u00e4hnlich. Der Unterschied liegt in der Bilanzstruktur der Miner: Viele bewerten ihre Bitcoin-Best\u00e4nde zum Fair Value, sodass Kursschwankungen direkt durch die Gewinn- und Verlustrechnung laufen. Ein Quartalsergebnis ist damit teilweise auch eine Wette auf den Bitcoin-Kurs, selbst wenn das operative Gesch\u00e4ft zunehmend aus langfristigen, bitcoin-unabh\u00e4ngigen HPC-Mietvertr\u00e4gen besteht. F\u00fcr Fremdkapitalgeber und Investoren macht das die Bewertung komplexer als bei einem reinen Rechenzentrumsbetreiber.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Pools und Geb\u00fchren: die Marge der kleinen Miner<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Miner unterhalb der B\u00f6rsennotierungs-Schwelle, private Betreiber und kleinere Farmen, kommt eine weitere Kostenebene hinzu: die Pool-Geb\u00fchr. Die meisten Miner schlie\u00dfen sich Mining-Pools an, um die Varianz der Blockbelohnung zu gl\u00e4tten, und zahlen daf\u00fcr je nach Auszahlungsmodell (PPS, FPPS, PPS+ oder PPLNS) Geb\u00fchren von \u00fcblicherweise 0 bis 4 Prozent des Bruttoertrags. Bei bereits knappen Cash-Margen im niedrigen einstelligen Prozentbereich kann die Wahl des Pools und des Geb\u00fchrenmodells \u00fcber Gewinn oder Verlust entscheiden.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Hinzu kommt ein strukturelles Detail, das gerade kleinere Miner betrifft: Bei den dominanten Pools wie Foundry USA oder AntPool bestimmt gr\u00f6\u00dftenteils der Poolbetreiber, welche Transaktionen in einen Block aufgenommen werden, nicht der einzelne Miner. Initiativen wie Stratum V2 mit seiner Job-Declaration-Funktion sollen das \u00e4ndern, indem Miner eigene Blockvorlagen bauen. F\u00fcr die reine Margenrechnung ist die Geb\u00fchrenebene jedoch meist der relevantere Faktor als die Frage der Dezentralisierung.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>2028 im Blick: das Margenproblem der n\u00e4chsten Halbierung<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Der strukturelle Druck auf die Marge wird sich mit der n\u00e4chsten Bitcoin-Halbierung im Fr\u00fchjahr 2028 weiter versch\u00e4rfen, wenn sich der Blocksubsidy von aktuell 3,125 auf 1,5625 BTC halbiert. Sofern der Bitcoin-Kurs nicht entsprechend mitzieht, sinkt der Umsatz je Hasheinheit \u00fcber Nacht um die H\u00e4lfte, w\u00e4hrend die Kostenbasis (Strom, Personal, Zinsen auf bestehende Schulden) weitgehend gleich bleibt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">MARA-CEO Fred Thiel beschreibt die Dynamik gegen\u00fcber CoinGeek unmissverst\u00e4ndlich: Mining sei ein Nullsummenspiel, je mehr Kapazit\u00e4t hinzukomme, desto schwerer werde es f\u00fcr alle anderen, die Margen schrumpften, und der Boden sei der Energiepreis. Zur Zukunft der Branche sagt Thiel: Bis 2028 sei man entweder Stromerzeuger, geh\u00f6re einem, oder sei mit einem verpartnert, die Zeit der Miner, die einfach nur ans Netz angeschlossen seien, sei gez\u00e4hlt. Zur oft diskutierten Hoffnung, wachsende Transaktionsgeb\u00fchren k\u00f6nnten den sinkenden Blocksubsidy langfristig kompensieren, ist Thiels Einsch\u00e4tzung n\u00fcchtern: Dieser \u00dcbergang sei bislang nicht eingetreten, und die Rechnung werde nach 2028 ohne ein j\u00e4hrliches Bitcoin-Kurswachstum von deutlich \u00fcber 50 Prozent sehr schwierig. Wie sich Bitcoins Protokoll-\u00d6konomie und Geb\u00fchrenmarkt seit dem Taproot-Upgrade insgesamt entwickelt haben, beleuchtet der Artikel <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/taproot-fuenf-jahre-bitcoin-bilanz-2026\/'>Taproot f\u00fcnf Jahre sp\u00e4ter: Bilanz eines stillen Upgrades<\/a>.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Deutschland und die EU: Regulierung ja, industrielles Mining kaum<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr den deutschen und europ\u00e4ischen Markt bleibt Bitcoin-Mining im industriellen Ma\u00dfstab weitgehend eine Randerscheinung, und die Zahlen aus den vorherigen Abschnitten erkl\u00e4ren auch warum: Bei Industriestrompreisen von 14,4 bis 16,7 Cent je Kilowattstunde (BDEW) liegt Deutschland strukturell \u00fcber dem Break-even selbst der effizientesten verf\u00fcgbaren ASIC-Generation. Anders als in Texas, am Persischen Golf oder in Teilen Skandinaviens mit reichlich Wasserkraft oder subventionierten Industriestrompreisen fehlt hierzulande die Kombination aus g\u00fcnstigem Dauerstrom und regulatorischer Planungssicherheit f\u00fcr Gro\u00dfverbraucher, die Mining-Investitionen attraktiv machen w\u00fcrde. Ein separates staatliches F\u00f6rderinstrument f\u00fcr energieintensive Industrie mit einem angepeilten Zielpreis von rund 5 Cent je Kilowattstunde ist ab 2026 zwar in Planung, richtet sich aber an klassische Industriezweige und d\u00fcrfte f\u00fcr spekulatives Krypto-Mining kaum in Frage kommen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Regulatorisch ist die Lage klarer als wirtschaftlich: Die BaFin beaufsichtigt in Deutschland Kryptowertedienstleister, also Handels- und Verwahrplattformen, im Rahmen der EU-weiten <a href='https:\/\/www.bafin.de\/DE\/Aufsicht\/MiCAR\/MiCAR_node.html'>MiCA-Verordnung<\/a>, deren \u00dcbergangsfristen 2026 endg\u00fcltig ausgelaufen sind. Das reine Sch\u00fcrfen von Bitcoin selbst gilt jedoch nicht als lizenzpflichtige Finanzdienstleistung und f\u00e4llt damit nicht unter die MiCA-Aufsicht der BaFin. Steuerlich sind Mining-Ertr\u00e4ge in Deutschland als sonstige Eink\u00fcnfte nach Paragraf 22 Nummer 3 Einkommensteuergesetz zum Marktwert bei Zufluss zu versteuern, bei gewerblichem Umfang droht die Einordnung als Gewerbebetrieb nach Paragraf 15 EStG. Wie sich die deutsche Kryptobesteuerung insgesamt weiterentwickelt, etwa der diskutierte Wegfall der einj\u00e4hrigen Haltefrist zugunsten einer pauschalen Abgeltungsteuer, ordnet der Artikel <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/krypto-steuer-2026-kabinett-kippt-haltefrist-bitcoin\/'>Krypto-Steuer 2026: Kabinett kippt die Haltefrist f\u00fcr Bitcoin<\/a> ein.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Ausblick: kann sich die Marge erholen?<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Ob sich die Margen kurzfristig erholen, h\u00e4ngt im Kern von zwei Variablen ab, die beide au\u00dferhalb der Kontrolle einzelner Miner liegen: dem Bitcoin-Kurs und der Netzwerk-Hashrate. CoinShares-Researchchef James Butterfill h\u00e4lt es laut The Block f\u00fcr keine unrealistische Annahme, dass der Bitcoin-Kurs wieder auf 100.000 Dollar steigen k\u00f6nnte, was den Hashpreis rechnerisch auf etwa 37 Dollar pro PH\/Tag anheben w\u00fcrde, sp\u00fcrbar \u00fcber dem aktuellen Niveau. Best\u00e4tigt sich das nicht, d\u00fcrfte der bereits laufende Verdr\u00e4ngungswettbewerb weitergehen: \u00c4ltere, ineffizientere Flotten schalten ab, die Hashrate sinkt, die Difficulty passt sich nach unten an, und die verbliebenen, effizienteren Betreiber gewinnen relativ an Marktanteil, ein sich selbst regulierender Mechanismus, den das Bitcoin-Protokoll seit seiner Entstehung eingebaut hat.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr b\u00f6rsennotierte Miner kommt als dritte Variable der KI-Pivot hinzu, der zumindest auf dem Papier eine bitcoin-unabh\u00e4ngige Einnahmequelle mit h\u00f6heren Margen verspricht. Ob sich dieses Versprechen einl\u00f6st, h\u00e4ngt davon ab, ob die milliardenschweren HPC-Mietvertr\u00e4ge tats\u00e4chlich wie geplant abgerechnet werden und ob die zu ihrer Finanzierung aufgenommenen Schulden auch in einem schwierigeren Kreditumfeld bedienbar bleiben. Die Marge der Zukunft entsteht damit f\u00fcr viele Miner nicht mehr allein im Rechenzentrum, sondern zunehmend an den Kapitalm\u00e4rkten.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>H\u00e4ufig gestellte Fragen<\/h2><h3 class='wp-block-heading'>Was ist der Unterschied zwischen Cash-Kosten und All-in-Kosten beim Bitcoin-Mining?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Cash-Kosten umfassen nur die laufenden Ausgaben eines Miners, vor allem Strom, Wartung und Pool-Geb\u00fchren. Die All-in-Kosten addieren zus\u00e4tzlich die Abschreibung der ASIC-Hardware und der Infrastruktur sowie Verwaltungskosten. Ein Miner kann deshalb auf Cash-Basis profitabel sein und gleichzeitig einen Verlust nach GAAP-Bilanzierung ausweisen, wie das Beispiel von Riot Platforms im ersten Quartal 2026 zeigt.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Wie hoch sind die aktuellen Produktionskosten f\u00fcr einen Bitcoin?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Nach Daten von CoinShares lagen die gewichteten durchschnittlichen Cash-Kosten der b\u00f6rsennotierten Miner im vierten Quartal 2025 bei rund 79.995 US-Dollar je Bitcoin, umgerechnet etwa 69.500 Euro. JPMorgan-Analyst Nikolaos Panigirtzoglou sch\u00e4tzte die All-in-Kosten auf rund 78.000 US-Dollar. Zwischen einzelnen Unternehmen schwanken die Werte jedoch stark.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Warum steigen Bitcoin-Miner ins KI- und HPC-Gesch\u00e4ft ein?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Rechenzentren f\u00fcr k\u00fcnstliche Intelligenz und High Performance Computing erzielen nach Einsch\u00e4tzung von Analysten wie John Todaro deutlich h\u00f6here Erl\u00f6se je Megawatt und h\u00f6here EBITDA-Margen als klassisches Bitcoin-Mining. Laut CoinShares haben b\u00f6rsennotierte Miner inzwischen Vertr\u00e4ge im Gesamtvolumen von mehr als 70 Milliarden US-Dollar mit KI-Unternehmen angek\u00fcndigt.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Ist Bitcoin-Mining in Deutschland noch wirtschaftlich?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Kaum. Deutsche Industriestrompreise liegen laut BDEW bei rund 14 bis 17 Cent je Kilowattstunde und damit \u00fcber dem, was selbst die effizienteste ASIC-Generation beim aktuellen Hashpreis erwirtschaftet. Wettbewerbsf\u00e4hige Mining-Standorte in den USA oder am Golf arbeiten dagegen mit Strompreisen von umgerechnet teils unter 6 US-Cent je Kilowattstunde.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Was passiert, wenn der Bitcoin-Preis unter die Produktionskosten der Miner f\u00e4llt?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Nach Marktlogik schalten dann zuerst die teuersten, \u00e4ltesten Maschinen ab. Die Netzwerk-Hashrate sinkt, und die Difficulty passt sich bei der n\u00e4chsten Anpassung nach unten an, wodurch das Mining f\u00fcr die verbleibenden Teilnehmer wieder etwas rentabler wird. 2026 gab es bereits drei aufeinanderfolgende negative Difficulty-Anpassungen, die erste solche Serie seit 2022.<\/p><script type='application\/ld+json'>{\"@context\":\"https:\/\/schema.org\",\"@type\":\"FAQPage\",\"mainEntity\":[{\"@type\":\"Question\",\"name\":\"Was ist der Unterschied zwischen Cash-Kosten und All-in-Kosten beim Bitcoin-Mining?\",\"acceptedAnswer\":{\"@type\":\"Answer\",\"text\":\"Die Cash-Kosten umfassen nur die laufenden Ausgaben eines Miners, vor allem Strom, Wartung und Pool-Geb\u00fchren. Die All-in-Kosten addieren zus\u00e4tzlich die Abschreibung der ASIC-Hardware und der Infrastruktur sowie Verwaltungskosten. 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