{"id":213,"date":"2026-07-30T22:30:03","date_gmt":"2026-07-30T22:30:03","guid":{"rendered":"https:\/\/hoge.gg\/de\/bitcoin-mining-smr-eu-offenlegungspflicht-2026\/"},"modified":"2026-07-30T22:30:03","modified_gmt":"2026-07-30T22:30:03","slug":"bitcoin-mining-smr-eu-offenlegungspflicht-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hoge.gg\/de\/bitcoin-mining-smr-eu-offenlegungspflicht-2026\/","title":{"rendered":"Bitcoin-Mining 2026: SMR-Reaktoren und die EU-Offenlegungspflicht"},"content":{"rendered":"<h2 class='wp-block-heading'>Eine Zahl, drei Wahrheiten<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Kaum ein Streitpunkt rund um Bitcoin wird so hartn\u00e4ckig mit Zahlen gef\u00fchrt wie der Energieverbrauch, und kaum einer zeigt so deutlich, wie unterschiedlich dieselben Rohdaten interpretiert werden k\u00f6nnen. Wer im Sommer 2026 nach dem Energiemix von Bitcoin-Mining fragt, bekommt je nach Quelle Antworten zwischen gut 38 und knapp 60 Prozent &bdquo;sauberem&ldquo; Strom, und das ist kein Zufall. Es gibt keine einzige verpflichtende Messmethode, sondern mehrere konkurrierende Sch\u00e4tzverfahren mit unterschiedlichen Annahmen, Stichproben und Interessen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">2026 sind drei Entwicklungen hinzugekommen, die den Energiemix komplizierter und gleichzeitig transparenter machen: Miner unterschreiben Absichtserkl\u00e4rungen mit Anbietern kleiner modularer Reaktoren (SMR), texanische Netzbetreiber zahlen Minern zweistellige Millionenbetr\u00e4ge daf\u00fcr, dass sie ihre Anlagen bei Bedarf abschalten, und die EU verpflichtet Krypto-Dienstleister erstmals gesetzlich dazu, den Klimafu\u00dfabdruck der Konsensmechanismen offenzulegen, mit denen sie arbeiten. Dieser Artikel ordnet die aktuellen Zahlen ein, erkl\u00e4rt, warum sich Cambridge und der Bitcoin Mining Council seit Jahren nicht einig werden, und geht der Frage nach, was aus Sicht deutscher Anleger und Unternehmen an der neuen EU-Offenlegungspflicht wirklich z\u00e4hlt.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Die aktuellen Zahlen: Erdgas vorn, Kohle im R\u00fcckzug<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die derzeit belastbarste unabh\u00e4ngige Quelle ist der Digital Mining Industry Report des Cambridge Centre for Alternative Finance (CCAF), ver\u00f6ffentlicht im April 2025. Er basiert auf einer Befragung von 49 Mining-Unternehmen in 16 Jurisdiktionen, die zusammen rund 48 Prozent der globalen Hashrate stellen, und kommt auf einen Anteil von 52,4 Prozent emissionsfreier Energie, gegen\u00fcber 37,6 Prozent im Jahr 2022. Davon entfallen 42,6 Prozentpunkte auf erneuerbare Quellen und 9,8 Prozentpunkte auf Kernkraft, wie die <a href='https:\/\/www.jbs.cam.ac.uk\/2025\/cambridge-study-sustainable-energy-rising-in-bitcoin-mining\/'>Cambridge Judge Business School<\/a> im Detail aufschl\u00fcsselt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Innerhalb der erneuerbaren Quellen dominiert Wasserkraft mit 23,4 Prozent, gefolgt von Wind mit 15,4 Prozent und Solar mit 3,2 Prozent. Der eigentliche Bruch gegen\u00fcber fr\u00fcheren Jahren liegt aber woanders: Erdgas hat Kohle als gr\u00f6\u00dfte Einzelquelle klar abgel\u00f6st, mit 38,2 Prozent gegen\u00fcber 25,0 Prozent im Jahr 2022, w\u00e4hrend Kohle von 36,6 auf 8,9 Prozent eingebrochen ist. Wir haben diesen Wechsel bereits in <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/bitcoin-mining-energiemix-2026\/'>unserer Analyse zu Gas, Atomkraft und dem Kampf um Strom<\/a> ausf\u00fchrlicher beschrieben. Der j\u00e4hrliche Stromverbrauch des Netzwerks wird auf rund 138 Terawattstunden gesch\u00e4tzt, etwa 0,5 Prozent der weltweiten Stromerzeugung, mit Emissionen von sch\u00e4tzungsweise 39,8 Millionen Tonnen CO2-\u00c4quivalent.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Energiequelle<\/th><th>Anteil am Bitcoin-Mining (2026)<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Erdgas<\/td><td>38,2 %<\/td><\/tr><tr><td>Wasserkraft<\/td><td>23,4 %<\/td><\/tr><tr><td>Windkraft<\/td><td>15,4 %<\/td><\/tr><tr><td>Kernkraft<\/td><td>9,8 %<\/td><\/tr><tr><td>Kohle<\/td><td>8,9 %<\/td><\/tr><tr><td>Solar<\/td><td>3,2 %<\/td><\/tr><tr><td>Sonstige<\/td><td>0,9 %<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><figcaption class='wp-block-table__caption'>Quelle: CCAF Digital Mining Industry Report, April 2025<\/figcaption><\/figure><h2 class='wp-block-heading'>Der Methodenstreit: Warum Cambridge und der Bitcoin Mining Council nicht \u00fcbereinstimmen<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Neben der Cambridge-Zahl kursiert seit Jahren eine zweite, meist optimistischere Gr\u00f6\u00dfe: die des Bitcoin Mining Council (BMC), einer 2021 gegr\u00fcndeten Industrievereinigung gro\u00dfer Miner. Der BMC erhebt seine Quote per freiwilliger Selbstauskunft seiner Mitglieder, die zusammen etwa die H\u00e4lfte der globalen Hashrate repr\u00e4sentieren, und meldete in der Vergangenheit wiederholt Werte deutlich oberhalb der Cambridge-Sch\u00e4tzungen. Genau diese Differenz, teils \u00fcber 20 Prozentpunkte f\u00fcr einen vergleichbaren Zeitraum, ist der Kern der Kritik: Die BMC-Zahl beruht auf Selbstauskunft einer selbstselektierten Teilmenge, w\u00e4hrend Cambridge einen breiteren, strukturierten Fragebogen mit Vor-Ort-Praktikern nutzt, wie <a href='https:\/\/coinmarketcap.com\/academy\/article\/bitcoin-mining-council-s-claim-of-59-green-energy-use-is-wrong-new-report-warns'>CoinMarketCap Academy<\/a> in einer Analyse der Methodenunterschiede darlegt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Umweltorganisationen gehen noch weiter und werfen Teilen der Branche Greenwashing vor: Miner w\u00fcrden sich in der N\u00e4he von Wasserkraft- oder Solarparks ansiedeln, ohne einen tats\u00e4chlichen Liefervertrag (Power Purchase Agreement) f\u00fcr diesen Strom zu haben, und trotzdem mit &bdquo;gr\u00fcner Energie&ldquo; werben, obwohl sie faktisch am allgemeinen Netzmix h\u00e4ngen. Alexander Neumueller, Forschungsleiter f\u00fcr Energie- und Klimawirkung digitaler Assets am CCAF, begr\u00fcndet den Ansatz seines Teams so: &bdquo;This report directly addresses a persistent data gap by relying on direct practitioner insights rather than abstractions.&ldquo; Anders gesagt: Wo Modelle nur aus der Ferne sch\u00e4tzen, fragt Cambridge die Betreiber direkt, was ihre eigene Datenqualit\u00e4t verbessert, aber die grunds\u00e4tzliche Abh\u00e4ngigkeit von Selbstauskunft nicht vollst\u00e4ndig aufl\u00f6st.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Leser bedeutet das praktisch: Keine einzelne Prozentzahl sollte unkommentiert als &bdquo;die Wahrheit&ldquo; \u00fcber Bitcoins Energiemix zitiert werden, sondern immer mit Quelle, Methode und Erhebungszeitraum. Genau an diesem Punkt setzt die europ\u00e4ische Regulierung an, indem sie zum ersten Mal eine verbindliche, standardisierte Offenlegungsmethode vorschreibt statt konkurrierender freiwilliger Sch\u00e4tzungen.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Die EU macht Ernst: MiCA Artikel 66 und die Offenlegungspflicht<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Seit dem 30. Dezember 2024 gilt in der EU der Titel V der Markets in Crypto-Assets-Verordnung (MiCA), der die Zulassungs- und Betriebsbedingungen f\u00fcr Krypto-Dienstleister (CASPs) regelt. Darin verankert ist Artikel 66: Krypto-Dienstleister m\u00fcssen an prominenter Stelle auf ihrer Website Informationen \u00fcber die wichtigsten nachteiligen Auswirkungen auf Klima und Umwelt des Konsensmechanismus ver\u00f6ffentlichen, der f\u00fcr jedes Krypto-Asset genutzt wird, das sie anbieten. F\u00fcr ein Unternehmen, das Bitcoin-Handel oder -Verwahrung anbietet, hei\u00dft das konkret: eine \u00f6ffentlich einsehbare Erkl\u00e4rung zum Energieverbrauch und CO2-Fu\u00dfabdruck von Proof of Work.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Damit diese Pflicht nicht wieder in beliebigen Sch\u00e4tzverfahren versackt, hat die europ\u00e4ische Wertpapieraufsicht ESMA gemeinsam mit der Bankenaufsicht EBA technische Regulierungsstandards entwickelt, die Inhalt, Methodik und Darstellung der Nachhaltigkeitsindikatoren festlegen, einschlie\u00dflich Energieverbrauch, Energieintensit\u00e4t, Anteil erneuerbarer Energie und Treibhausgasemissionen je Konsensmechanismus. Der finale Entwurf wurde der Europ\u00e4ischen Kommission zur Annahme vorgelegt, wie <a href='https:\/\/www.esma.europa.eu\/press-news\/esma-news\/esma-releases-last-policy-documents-get-ready-mica'>ESMA<\/a> in ihrer \u00dcbersicht der letzten MiCA-Vorbereitungsdokumente best\u00e4tigt. Das Ziel ist erkennbar: eine Methodik, die f\u00fcr alle CASPs in der EU gleich ist, damit Anleger Angaben verschiedener Anbieter tats\u00e4chlich vergleichen k\u00f6nnen, statt Cambridge- gegen BMC-Zahlen abzuw\u00e4gen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr deutsche Nutzer ist die BaFin die zust\u00e4ndige nationale Aufsichtsbeh\u00f6rde, die die Einhaltung dieser Offenlegungspflicht bei in Deutschland t\u00e4tigen CASPs \u00fcberwacht, auch wenn sie das Mining selbst, das keine lizenzpflichtige Finanzdienstleistung ist, nicht direkt reguliert. Die <a href='https:\/\/www.bafin.de\/SharedDocs\/Veroeffentlichungen\/DE\/Merkblatt\/mb_250103_Kryptowerte_Dienstl.html'>BaFin-Merkblatt zu Kryptowerte-Dienstleistungen<\/a> beschreibt diese Abgrenzung. F\u00fcr deutsche Anleger und Unternehmen reiht sich die Klima-Offenlegungspflicht damit in ein gr\u00f6\u00dferes Bild wachsender Transparenzpflichten ein, von der Steuertransparenz \u00fcber DAC8 bis zum Klimafu\u00dfabdruck von Konsensmechanismen; wir haben die steuerliche Seite dieser Entwicklung in unserem Beitrag zur <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/krypto-selbstanzeige-2026-dac8-frist\/'>Krypto-Selbstanzeige 2026 und der letzten Frist vor DAC8<\/a> eingeordnet.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Was Miner und Krypto-Dienstleister k\u00fcnftig offenlegen m\u00fcssen<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Offenlegungspflicht greift an zwei unterschiedlichen Punkten. Erstens m\u00fcssen Emittenten, die ein Krypto-Asset-Whitepaper erstellen (etwa bei der \u00f6ffentlichen Emission eines Tokens), bereits im Whitepaper Angaben zu den nachteiligen Klimafolgen des verwendeten Konsensmechanismus machen. Zweitens, und das ist der Teil mit der gr\u00f6\u00dften praktischen Reichweite, m\u00fcssen CASPs, die im laufenden Gesch\u00e4ft Handel, Verwahrung oder andere Dienstleistungen rund um ein bestehendes Krypto-Asset wie Bitcoin anbieten, dieselben Informationen dauerhaft und aktuell auf ihrer Website bereitstellen.<\/p><ul class='wp-block-list'><li>Energieverbrauch des Konsensmechanismus in absoluten Zahlen<\/li><li>Energieintensit\u00e4t pro Transaktion beziehungsweise pro Werteinheit<\/li><li>Anteil erneuerbarer Energie am genutzten Strommix<\/li><li>Treibhausgasemissionen und weitere Umweltindikatoren<\/li><\/ul><p class=\"wp-block-paragraph\">Wichtig f\u00fcr die Einordnung: MiCA reguliert damit nicht das Mining als T\u00e4tigkeit, sondern die Informationspflicht der Unternehmen, die den Zugang zu Bitcoin f\u00fcr Endkunden vermitteln. Ein Verbot oder eine Deckelung des Energieverbrauchs, wie sie zeitweise im Rahmen der urspr\u00fcnglichen MiCA-Verhandlungen diskutiert wurde, ist damit vom Tisch. Stattdessen setzt die EU auf Sichtbarkeit als Hebel. Bemerkenswert ist au\u00dferdem, dass es in den USA bisher kein vergleichbar granulares, verpflichtendes Offenlegungsregime gibt, was der EU-Methodik das Potenzial gibt, zu einer Art De-facto-Referenzstandard zu werden, auf den sich auch Forscher au\u00dferhalb Europas beziehen.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Atomkraft als neue Achse: Warum Miner auf SMR-Reaktoren setzen<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend sich die Gas-versus-Kohle-Debatte langsam ersch\u00f6pft, ist 2026 eine neue Achse hinzugekommen: kleine modulare Reaktoren, kurz SMR. Im Mai 2026 unterzeichnete Riot Platforms, einer der gr\u00f6\u00dften b\u00f6rsennotierten US-Miner, eine nicht bindende Absichtserkl\u00e4rung mit dem Reaktorentwickler Terrestrial Energy, um den gemeinsamen Bau von Rechenzentren neben SMR-Anlagen zu pr\u00fcfen. Geplant sind Standorte in Texas und Kentucky mit einem langfristigen Potenzial von bis zu 4 Gigawatt, verteilt \u00fcber mehrere Reaktoren, wie <a href='https:\/\/www.riotplatforms.com\/terrestrial-energy-and-riot-platforms-launch-collaboration-to-develop-nuclear-powered-large-scale-data-center-projects\/'>Riot Platforms in seiner Pressemitteilung<\/a> bekannt gab. Die Aktie legte im Mai 2026 um mehr als 57 Prozent zu, ein Hinweis darauf, wie stark der Markt strategische Energie-Absicherung inzwischen honoriert.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Riot-Chef Jason Les begr\u00fcndete den Schritt mit den Anforderungen der eigenen Gro\u00dfkunden: &bdquo;Our data centers require reliable and predictable energy at the scale demanded by today&#8217;s hyperscale customers.&ldquo; Und weiter: &bdquo;Partnering with Terrestrial Energy positions our facilities at the forefront of data center deployment, utilizing clean energy and benefitting both our customers and the communities we operate in.&ldquo; Terrestrial Energys Reaktortyp, ein integrierter Salzschmelze-Reaktor (IMSR), ist kompakt genug, um auf vergleichsweise kleinen Grundst\u00fccken bis zu 400 Megawatt Leistung zu erzeugen, allerdings wird eine Inbetriebnahme realistisch erst in den fr\u00fchen 2030er Jahren erwartet. Der Deal ist also eine strategische Wette auf langfristig stabile, emissionsarme Grundlast, kein kurzfristiger Hebel auf den Energiemix von 2026.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Riot ist dabei nicht allein. Auch andere b\u00f6rsennotierte Miner pr\u00fcfen Nuklear-Partnerschaften, um sich f\u00fcr Kolokations-Vertr\u00e4ge mit KI- und Hyperscale-Kunden zu positionieren, die vor allem eines verlangen: rund um die Uhr verf\u00fcgbaren, verl\u00e4sslichen Strom ohne Wetterabh\u00e4ngigkeit. Diese Verschiebung weg von der reinen Jagd nach dem billigsten Kilowattstunden-Preis hin zur Jagd nach dem stabilsten Energiepartner ist selbst eine Form von Energiemix-Wandel, auch wenn sie in keiner Cambridge-Tabelle auftaucht.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Unternehmen<\/th><th>Partner<\/th><th>Ziel-Kapazit\u00e4t<\/th><th>Status (Stand Juli 2026)<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Riot Platforms<\/td><td>Terrestrial Energy<\/td><td>bis zu 4 GW (IMSR-Reaktoren)<\/td><td>Nicht bindende Absichtserkl\u00e4rung (Mai 2026), Standorte Texas und Kentucky, Inbetriebnahme ab fr\u00fchen 2030ern erwartet<\/td><\/tr><tr><td>TeraWulf<\/td><td>Kernkraftwerk Susquehanna (Talen Energy)<\/td><td>50 MW aktiv, Option auf weitere 50 MW<\/td><td>Aktiv seit April 2023, Festpreisvertrag rund 2,0 US-Cent\/kWh \u00fcber f\u00fcnf Jahre<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><figcaption class='wp-block-table__caption'>Quellen: Riot Platforms, World Nuclear News<\/figcaption><\/figure><h2 class='wp-block-heading'>Das Vorbild Susquehanna: Bitcoin-Mining hinter dem Kernkraftwerk<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Lange bevor Riot und Terrestrial Energy ihre Absichtserkl\u00e4rung unterzeichneten, hatte TeraWulf bereits ein funktionierendes Modell aufgebaut: die Nautilus Cryptomine im pennsylvanischen Berwick, direkt neben dem 2,5-Gigawatt-Kernkraftwerk Susquehanna. \u00dcber ein Gemeinschaftsunternehmen mit Cumulus Coin LLC bezieht die Anlage Strom &bdquo;hinter dem Z\u00e4hler&ldquo;, also ohne Umweg \u00fcber das \u00f6ffentliche Netz, zu einem \u00fcber f\u00fcnf Jahre festgeschriebenen Satz von rund 2,0 US-Cent pro Kilowattstunde. Seit April 2023 sind 50 Megawatt aktiv, mit einer Option auf weitere 50 Megawatt, wie <a href='https:\/\/www.world-nuclear-news.org\/Articles\/First-nuclear-powered-data-centre-at-Susquehanna-c'>World Nuclear News<\/a> berichtet.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">TeraWulf beziffert den eigenen Energiemix, gest\u00fctzt auf Kernkraft, Wasserkraft und Solar, auf rund 95 Prozent emissionsfrei, mit dem erkl\u00e4rten Ziel von 100 Prozent. F\u00fcr Verwirrung sorgte 2026 kurzzeitig die Nachricht, Talen Energy habe einen benachbarten Rechenzentrumscampus verkauft; das betrifft jedoch ein separates Grundst\u00fcck und nicht TeraWulfs eigene Mining-Beteiligung an Nautilus, deren laufender Betrieb davon unber\u00fchrt bleibt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Susquehanna-Fall zeigt exemplarisch, was &bdquo;hinter dem Z\u00e4hler&ldquo; bedeutet: Ein Miner umgeht damit die allgemeine Netzengpass-Debatte komplett, wirft aber eine andere Frage auf. G\u00fcnstiger, fest kontrahierter Kernkraftstrom f\u00fcr Bitcoin-Mining ist auch Strom, der anderen Netznutzern nicht zur Verf\u00fcgung steht, eine Spannung, die sich versch\u00e4rfen d\u00fcrfte, sobald KI-Rechenzentren um dieselbe begrenzte Kernkraftkapazit\u00e4t konkurrieren.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Netzstabilit\u00e4t als Gesch\u00e4ftsmodell: Miner als flexible Last<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Der texanische Netzbetreiber ERCOT ist inzwischen das weltweit am besten dokumentierte Labor f\u00fcr Bitcoin-Mining als Lastflexibilit\u00e4t. Der Strombedarf von Krypto-Mining in Texas lag im November 2025 bei rund 4.288 Megawatt, mit einer Prognose von \u00fcber 5.300 Megawatt bis 2027, w\u00e4hrend ERCOT bis Ende 2025 rund 9.500 Megawatt an genehmigter flexibler Lastkapazit\u00e4t einplant, wie aus Daten der <a href='https:\/\/www.eia.gov\/todayinenergy\/detail.php?id=63344'>US-Energiebeh\u00f6rde EIA<\/a> hervorgeht. Miner sind f\u00fcr solche Programme besonders geeignet, weil sich eine Mining-Farm binnen Sekunden nahezu vollst\u00e4ndig herunterfahren l\u00e4sst, ohne Hardware zu besch\u00e4digen oder einen Produktionsprozess zu unterbrechen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Wie lukrativ das sein kann, zeigt Riots 700-Megawatt-Anlage in Rockdale, Texas: Im dritten Quartal 2025 erzielte das Unternehmen dort 30,6 Millionen US-Dollar an Curtailment-Erl\u00f6sen, ein Plus von 147 Prozent gegen\u00fcber dem Vorjahreszeitraum, wie <a href='https:\/\/hashrateindex.com\/blog\/bitcoin-mining-and-demand-response-why-mining-fleets-are-well-suited-for-ercots-flexibility-programs\/'>Hashrate Index<\/a> dokumentiert. Allein im November 2025 kamen rund 2,3 Millionen US-Dollar aus Curtailment- und Demand-Response-Programmen zusammen. F\u00fcr viele Miner ist diese Erl\u00f6squelle inzwischen ein fester, mitunter margenentscheidender Bestandteil der Kalkulation, nicht mehr nur ein Nebeneffekt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Ab 2027 versch\u00e4rfen sich allerdings die Anforderungen: Netzbetreiber wollen von Gro\u00dflastnutzern wie Minern einen dokumentierten &bdquo;Ride-through&ldquo;-Nachweis sehen, also belastbare Betriebsdaten dar\u00fcber, wie zuverl\u00e4ssig sich eine Anlage tats\u00e4chlich steuern l\u00e4sst, statt sich auf Marketingversprechen zu verlassen. Wer diesen Nachweis nicht liefert, riskiert den bevorzugten Netzanschluss zu verlieren, den viele Standortentscheidungen der letzten Jahre erst wirtschaftlich gemacht hat.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Kennzahl<\/th><th>Wert<\/th><th>Zeitraum<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Strombedarf Krypto-Mining Texas<\/td><td>rund 4.288 MW<\/td><td>November 2025<\/td><\/tr><tr><td>Genehmigte flexible Lastkapazit\u00e4t<\/td><td>rund 9.500 MW<\/td><td>Prognose Ende 2025<\/td><\/tr><tr><td>Prognostizierter Mining-Strombedarf<\/td><td>\u00fcber 5.300 MW<\/td><td>2027<\/td><\/tr><tr><td>Curtailment-Erl\u00f6se, Riot Rockdale<\/td><td>30,6 Mio. USD (+147 % gg\u00fc. Vorjahr)<\/td><td>Q3 2025<\/td><\/tr><tr><td>Curtailment- und Demand-Response-Erl\u00f6se, Riot Rockdale<\/td><td>rund 2,3 Mio. USD<\/td><td>November 2025 (allein)<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><figcaption class='wp-block-table__caption'>Quellen: EIA, Hashrate Index<\/figcaption><\/figure><h2 class='wp-block-heading'>Abgefackeltes Gas: Vom Klimaproblem zur Rechenleistung<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Eine weitere Nische im Energiemix bleibt das sogenannte Flare-Gas-Mining. An \u00d6lquellen f\u00e4llt oft Begleitgas an, f\u00fcr das keine Pipeline existiert, weshalb es traditionell einfach abgefackelt, also klimasch\u00e4dlich verbrannt wird. Mobile Mining-Container wandeln dieses Gas stattdessen in Rechenleistung um, wobei geschlossene Gasmotoren das Methan deutlich vollst\u00e4ndiger verbrennen als eine offene Fackel, was Sch\u00e4tzungen zufolge die CO2-\u00e4quivalenten Emissionen um bis zu 63 Prozent gegen\u00fcber klassischem Abfackeln senkt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der bekannteste Pionier dieses Modells, Crusoe Energy, betrieb zeitweise mehr als 425 mobile Rechenzentren in sieben US-Bundesstaaten und Argentinien und erfasste dabei rund 22 Milliarden Kubikfu\u00df Gas, das sonst abgefackelt worden w\u00e4re, was laut Unternehmensangaben etwa 2,7 Millionen Tonnen Treibhausgase vermied. Anfang 2025 verkaufte Crusoe sein Bitcoin-Mining-Gesch\u00e4ft an NYDIG und konzentriert sich seither vollst\u00e4ndig auf KI-Infrastruktur, inklusive eines 900-Megawatt-Campus in Abilene, Texas, f\u00fcr Microsoft, finanziert unter anderem durch eine 350-Millionen-Dollar-Serie-C-Runde im M\u00e4rz 2026, wie <a href='https:\/\/crusoe.ai\/newsroom\/crusoe-series-c\/'>Crusoe selbst mitteilt<\/a>.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Das Flare-Gas-Modell selbst ist damit nicht verschwunden, kleinere Anbieter wie Giga Energy und EZ Blockchain f\u00fchren es weiter, aber sein prominentester Vertreter hat sich, ganz \u00e4hnlich wie viele gro\u00dfe Bitcoin-Miner, in Richtung KI-Rechenzentren verabschiedet. Das ist ein Muster, das sich durch praktisch jeden Abschnitt dieses Artikels zieht: Die Infrastruktur, die f\u00fcr Bitcoin-Mining gebaut wurde, wird zunehmend f\u00fcr KI-Workloads weitergenutzt oder gleich von vornherein f\u00fcr beides ausgelegt.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Geografie und Energiemix: Wer mined mit was<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Der globale Energiemix ist kein einheitlicher Wert, sondern ein Flickenteppich sehr unterschiedlicher lokaler Realit\u00e4ten. Die USA, mit knapp 37 Prozent der weltweiten Hashrate weiterhin der gr\u00f6\u00dfte Standort, kombinieren einen gemischten Netzstrom aus Gas, Wind und Solar mit genau der Art von Nachfrageflexibilit\u00e4t, die im ERCOT-Abschnitt oben beschrieben wurde. Russland, mit rund 16 bis 17 Prozent, setzt vor allem auf Erdgas und Wasserkraft, w\u00e4hrend China trotz seines seit 2021 geltenden Mining-Verbots auf gesch\u00e4tzt rund 12 Prozent zur\u00fcckgekehrt ist, angetrieben von saisonaler Wasserkraft in Sichuan und Yunnan w\u00e4hrend der Regenzeit. Wie sich diese globale Verschiebung auf die Netzwerk-Hashrate insgesamt auswirkt, haben wir in unserem Artikel zum <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/bitcoin-hashrate-wachstum-2026\/'>Bitcoin-Hashrate-Wachstum 2026<\/a> nachgezeichnet.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Paraguay, mit seiner N\u00e4he zum Itaipu-Staudamm, ist fast vollst\u00e4ndig wasserkraftgetrieben und deshalb ein beliebter Standort f\u00fcr Miner, die gezielt eine saubere Bilanz suchen. Die Golfstaaten Vereinigte Arabische Emirate und Oman kombinieren Erdgas mit wachsenden Solarkapazit\u00e4ten und eigenen Nuklearambitionen, getragen von staatsnahen Betreibern, was diesen Standorten eine andere Art von Stabilit\u00e4t verleiht als rein privatwirtschaftlich getriebenen Standorten. \u00c4thiopien wiederum zeigt die Kehrseite billiger Wasserkraft: Der Grand-Ethiopian-Renaissance-Staudamm versorgt zahlreiche, meist chinesisch finanzierte Miner mit g\u00fcnstigem Strom, doch der staatliche Versorger plant Tariferh\u00f6hungen, die einen erheblichen Teil dieser Anlagen mittelfristig unrentabel machen k\u00f6nnten.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Lehre daraus: Wer \u00fcber &bdquo;den&ldquo; Energiemix von Bitcoin spricht, mittelt in Wahrheit \u00fcber Standorte hinweg, die energiepolitisch kaum etwas gemeinsam haben, von staatlich subventionierter Wasserkraft in \u00c4thiopien bis zu marktbasierter Lastflexibilit\u00e4t in Texas. Eine einzelne globale Prozentzahl ist damit immer eine Vereinfachung, n\u00fctzlich f\u00fcr die Gesamtorientierung, aber ungeeignet, um die Nachhaltigkeit eines einzelnen Standorts zu beurteilen.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Ethereum und der andere Weg: Proof of Stake im Vergleich<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend Bitcoins Energiemix ein andauerndes Streitthema bleibt, hat sich die Frage bei Ethereum weitgehend erledigt. Der Umstieg von Proof of Work auf Proof of Stake im September 2022, bekannt als &bdquo;The Merge&ldquo;, senkte den Energieverbrauch des Netzwerks um etwa 99,95 Prozent, wie <a href='https:\/\/ethereum.org\/en\/energy-consumption\/'>Ethereums eigene Dokumentation<\/a> darlegt. Der absolute Verbrauch liegt seither im niedrigen einstelligen Gigawattstunden-Bereich pro Jahr, gegen\u00fcber sch\u00e4tzungsweise 138 Terawattstunden bei Bitcoin, ein Unterschied um mehrere Gr\u00f6\u00dfenordnungen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Grund liegt im Sicherheitsmodell selbst: Proof of Stake ersetzt den physischen Wettlauf um Rechenleistung durch \u00f6konomisch gebundenes Kapital. Validatoren m\u00fcssen ETH hinterlegen, nicht Strom verbrennen, um am Konsens teilzunehmen. Bei Bitcoin dagegen ist der Energieverbrauch kein Nebeneffekt, der sich wegoptimieren lie\u00dfe, sondern der Sicherheitsmechanismus selbst: Je teurer es ist, die Kette anzugreifen, desto sicherer ist sie, und diese Kosten dr\u00fccken sich direkt in Hashrate und damit in Energie aus.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Das macht den einen Ansatz nicht grunds\u00e4tzlich &bdquo;besser&ldquo; als den anderen, beide sind bewusste Kompromisse zwischen unterschiedlichen Sicherheits- und Dezentralisierungsmodellen. F\u00fcr die Energiemix-Debatte bedeutet es aber, dass sie strukturell eine Bitcoin-spezifische Debatte bleibt und sich nicht eins zu eins auf andere gro\u00dfe Netzwerke \u00fcbertragen l\u00e4sst.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Der \u00f6konomische Druck: Warum billige Energie nicht immer sauber ist<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Blockbelohnung von derzeit 3,125 BTC je Block, die bis zur n\u00e4chsten, f\u00fcr rund 2028 erwarteten Halbierung unver\u00e4ndert bleibt, stehen historisch niedrige Margen f\u00fcr viele Miner gegen\u00fcber. Dieser wirtschaftliche Druck hat einen direkten Effekt auf den Energiemix: Miner mit d\u00fcnnen Margen wandern tendenziell dorthin, wo Strom am billigsten ist, was h\u00e4ufig fossil und in politisch weniger stabilen Jurisdiktionen bedeutet, w\u00e4hrend Miner mit lukrativen KI- und HPC-Kolokationsvertr\u00e4gen sich zunehmend Premium-Energie leisten k\u00f6nnen, stabil, vertraglich abgesichert und oft emissionsarm.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">MARA-Chef Fred Thiel bringt diese Verschiebung auf den Punkt: &bdquo;By 2028, you&#8217;ll either be a power generator, be owned by one, or be partnered with one. The days of being a miner plugged into the grid are numbered.&ldquo; Diese Aussage, urspr\u00fcnglich im Kontext des KI-Pivots gro\u00dfer Miner gefallen, wie <a href='https:\/\/coingeek.com\/block-reward-miners-cant-pivot-to-ai-fast-enough\/'>CoinGeek<\/a> berichtet, beschreibt zugleich exakt die Logik hinter den SMR- und Nuklear-Deals dieses Artikels: Wer Energie nicht mehr nur einkauft, sondern mitgestaltet oder besitzt, verschafft sich einen strukturellen Vorteil gegen\u00fcber Wettbewerbern, die reine Strompreisnehmer bleiben.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Das Ergebnis ist keine einheitliche Bewegung hin zu mehr oder weniger sauberem Strom, sondern eine Aufspaltung des Feldes: auf der einen Seite margenschwache Betreiber, die dem billigsten verf\u00fcgbaren Strom hinterherziehen, auf der anderen Seite kapitalstarke, KI-nahe Miner, die sich Kernkraft, Wasserkraft oder vertraglich fixierte erneuerbare Energie leisten k\u00f6nnen. Der globale Durchschnittswert, den Cambridge oder der BMC ausweisen, verdeckt diese wachsende Kluft zwischen den beiden Enden der Branche.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Deutschland und die Investorenperspektive<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">In Deutschland selbst spielt gro\u00dfindustrielles Bitcoin-Mining kaum eine Rolle, und die Zahlen erkl\u00e4ren auch warum. W\u00e4hrend Gewerbekunden in der EU im Schnitt rund 0,1877 Euro pro Kilowattstunde zahlen, kommen wettbewerbsf\u00e4hige deutsche Miner mit g\u00fcnstigen Sondervertr\u00e4gen oder PV-\u00dcberschussstrom auf etwa 0,08 bis 0,10 Euro, Haushaltsstrom liegt sogar bei 0,30 bis 0,42 Euro pro Kilowattstunde. Gegen US-Standorte mit Vertr\u00e4gen deutlich unter 0,06 US-Dollar pro Kilowattstunde bleibt deutsches Mining im industriellen Ma\u00dfstab strukturell unterlegen, wie auch <a href='https:\/\/www.btc-echo.de\/schlagzeilen\/bitcoin-mining-in-deutschland-kaum-noch-rentabel-222746\/'>BTC-ECHO<\/a> in seiner Bestandsaufnahme zur Rentabilit\u00e4t feststellt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Relevanter f\u00fcr deutsche Nutzer ist daher die Investoren- und Unternehmensseite: Wer \u00fcber eine B\u00f6rse, einen Broker oder ein Exchange Traded Product Zugang zu Bitcoin kauft, bekommt die Energiemix-Frage k\u00fcnftig nicht mehr nur als abstrakte Debatte serviert, sondern als Pflichtangabe auf der Website des jeweiligen CASP, gest\u00fctzt auf die MiCA-Artikel-66-Methodik. F\u00fcr Unternehmen, die selbst Krypto-Best\u00e4nde halten oder minen, etwa im GmbH-Mantel, kommt diese Offenlegungspflicht zu den ohnehin schon komplexen steuerlichen Fallstricken hinzu, die wir in unserem Beitrag zur <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/krypto-steuern-unternehmen-gmbh-falle-2026\/'>GmbH-Falle 2026<\/a> beschrieben haben.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Interessant wird das vor allem im Vergleich zu benachbarten Rechenintensiv-Branchen: Auch GPU-Rechenzentren f\u00fcr KI-Training, wie sie etwa im Umfeld von <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/render-network-2026-gpu-knappheit-render-token\/'>Render Network und der aktuellen GPU-Knappheit<\/a> beschrieben werden, konkurrieren zunehmend mit Bitcoin-Minern um dieselben Netzanschl\u00fcsse, Kernkraft-Kolokationsvertr\u00e4ge und Standorte mit g\u00fcns\u00adtigem, stabilem Strom. F\u00fcr institutionelle Anleger in Deutschland und der EU wird die Energiestrategie eines Anbieters damit zu einem handfesten, dokumentierten Kriterium neben Preis und Sicherheit, nicht aus Imagegr\u00fcnden, sondern weil MiCA die entsprechenden Unterlagen inzwischen einfordert.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>H\u00e4ufig gestellte Fragen<\/h2><h3 class='wp-block-heading'>Wie hoch ist der Anteil nachhaltiger Energie im Bitcoin-Mining 2026 wirklich?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Die unabh\u00e4ngige Erhebung des Cambridge Centre for Alternative Finance von April 2025 beziffert den Anteil emissionsfreier Energie auf 52,4 Prozent, davon 42,6 Prozentpunkte erneuerbar und 9,8 Prozentpunkte Kernkraft. Der Bitcoin Mining Council, eine Industrievereinigung, meldet f\u00fcr sein eigenes, per Selbstauskunft erhobenes Mitgliedersample historisch tendenziell h\u00f6here Werte. Beide Zahlen sind Sch\u00e4tzungen mit unterschiedlicher Methodik, keine direkte Messung, weshalb Quelle und Erhebungszeitraum bei jeder zitierten Prozentzahl mitgelesen werden sollten.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Was schreibt MiCA Artikel 66 zur Offenlegung des Energieverbrauchs vor?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Artikel 66 verpflichtet Krypto-Dienstleister (CASPs) seit dem 30. Dezember 2024, auf ihrer Website Informationen zu den wichtigsten nachteiligen Klima- und Umweltauswirkungen des Konsensmechanismus jedes angebotenen Krypto-Assets zu ver\u00f6ffentlichen. Die europ\u00e4ische Wertpapieraufsicht ESMA hat gemeinsam mit der EBA technische Standards entwickelt, die Inhalt und Methodik dieser Angaben vereinheitlichen, damit Nutzer die Angaben verschiedener Anbieter vergleichen k\u00f6nnen.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Warum setzen Bitcoin-Miner zunehmend auf Kernkraft und SMR-Reaktoren?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Gro\u00dfe Miner wollen sich f\u00fcr lukrative Kolokations-Vertr\u00e4ge mit KI- und Hyperscale-Kunden positionieren, die vor allem rund um die Uhr verf\u00fcgbare, wetterunabh\u00e4ngige Energie verlangen. Kernkraft liefert genau diese stabile Grundlast. Beispiele sind die Absichtserkl\u00e4rung von Riot Platforms mit dem SMR-Entwickler Terrestrial Energy \u00fcber bis zu 4 Gigawatt sowie TeraWulfs bereits aktive Mining-Anlage direkt neben dem Kernkraftwerk Susquehanna in Pennsylvania.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Wie funktioniert Bitcoin-Mining als Lastflexibilit\u00e4t im Stromnetz?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Mining-Anlagen lassen sich innerhalb von Sekunden nahezu vollst\u00e4ndig abschalten, ohne die Hardware zu besch\u00e4digen. Netzbetreiber wie der texanische ERCOT zahlen Minern daf\u00fcr, bei hoher Netzlast oder geringer Erzeugung freiwillig ihren Verbrauch zu drosseln (Curtailment) oder an Demand-Response-Programmen teilzunehmen. Riot Platforms erzielte allein im dritten Quartal 2025 an seinem Standort Rockdale rund 30,6 Millionen US-Dollar aus solchen Programmen.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Verbraucht Ethereum nach dem Umstieg auf Proof of Stake noch nennenswert Energie?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Nein, praktisch nicht mehr im Vergleich zu Bitcoin. Der Wechsel zu Proof of Stake im September 2022 senkte Ethereums Energieverbrauch um rund 99,95 Prozent, auf einen niedrigen einstelligen Gigawattstunden-Bereich pro Jahr, gegen\u00fcber sch\u00e4tzungsweise 138 Terawattstunden bei Bitcoin. Der Grund liegt im Konsensmechanismus: Proof of Stake sichert das Netzwerk \u00fcber gebundenes Kapital statt \u00fcber physischen Energieverbrauch ab.<\/p><script type='application\/ld+json'>{\"@context\":\"https:\/\/schema.org\",\"@type\":\"FAQPage\",\"mainEntity\":[{\"@type\":\"Question\",\"name\":\"Wie hoch ist der Anteil nachhaltiger Energie im Bitcoin-Mining 2026 wirklich?\",\"acceptedAnswer\":{\"@type\":\"Answer\",\"text\":\"Die unabh\u00e4ngige Erhebung des Cambridge Centre for Alternative Finance von April 2025 beziffert den Anteil emissionsfreier Energie auf 52,4 Prozent, davon 42,6 Prozentpunkte erneuerbar und 9,8 Prozentpunkte Kernkraft. Der Bitcoin Mining Council meldet f\u00fcr sein per Selbstauskunft erhobenes Mitgliedersample historisch tendenziell h\u00f6here Werte. 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