{"id":219,"date":"2026-08-06T10:30:24","date_gmt":"2026-08-06T10:30:24","guid":{"rendered":"https:\/\/hoge.gg\/de\/lightning-network-2026-rekordvolumen-schrumpfendes-netz\/"},"modified":"2026-08-06T10:30:24","modified_gmt":"2026-08-06T10:30:24","slug":"lightning-network-2026-rekordvolumen-schrumpfendes-netz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hoge.gg\/de\/lightning-network-2026-rekordvolumen-schrumpfendes-netz\/","title":{"rendered":"Lightning Network 2026: Rekordvolumen, schrumpfendes Netz"},"content":{"rendered":" <p class=\"wp-block-paragraph\">Das Lightning Network liefert 2026 ein widerspr\u00fcchliches Bild. Auf der einen Seite flie\u00dft so viel Geld durch Bitcoins bekanntestes Zahlungsnetz wie nie zuvor: Der Bitcoin-Broker River sch\u00e4tzt das monatliche Transaktionsvolumen f\u00fcr November 2025 auf <a href=\"https:\/\/bitcoinmagazine.com\/news\/bitcoins-lightning-network-surpasses\">rund 1,17 Milliarden US-Dollar<\/a> (etwa 1,1 Milliarden Euro), fast das Vierfache des Vorjahreswerts. Auf der anderen Seite schrumpft das Netz an den R\u00e4ndern: Die Zahl der \u00f6ffentlich sichtbaren Nodes ist laut Daten von <a href=\"https:\/\/www.spark.money\/research\/lightning-network-2026-state\">Spark<\/a> von rund 20.700 im Jahr 2022 auf 17.438 im Mai 2026 gefallen, die \u00f6ffentliche Kanalkapazit\u00e4t liegt mit knapp 4.900 BTC klar unter dem Allzeithoch von 5.606 BTC aus dem Dezember 2025.<\/p>   <p class=\"wp-block-paragraph\">Mehr Wert, weniger Teilnehmer: Das ist die Spannung, die dieser Text aufl\u00f6st. Wer 2026 verstehen will, was das Lightning Network ist und wohin es sich bewegt, muss drei Entwicklungen zusammendenken. Erstens die Konsolidierung, bei der sich Kapital und Routing auf wenige gro\u00dfe Knoten verlagern. Zweitens die Ankunft von Stablecoins, die Bitcoins Layer 2 vom reinen BTC-Zahlungsnetz zu einer Mehr-W\u00e4hrungs-Schiene machen. Und drittens den regulatorischen Druck aus Br\u00fcssel und von der BaFin, der die bequemsten Wallets zuerst trifft. Dieser Beitrag erkl\u00e4rt die Technik, ordnet die Zahlen ein und zeigt, was deutsche Nutzer steuerlich und rechtlich beachten m\u00fcssen.<\/p>   <h2 class=\"wp-block-heading\">Das Grundprinzip: Zahlungskan\u00e4le statt Blockchain-Eintr\u00e4ge<\/h2>   <p class=\"wp-block-paragraph\">Bitcoins Basis-Blockchain verarbeitet aus Sicherheitsgr\u00fcnden nur wenige Transaktionen pro Sekunde. Jede Zahlung muss von tausenden Nodes weltweit gespeichert und dauerhaft aufbewahrt werden. Das macht die Kette extrem robust, aber ungeeignet f\u00fcr den Kaffee an der Ecke. Das Lightning Network setzt genau hier an: Es verlagert die vielen kleinen Zahlungen von der Kette herunter (off-chain) und nutzt die Blockchain nur noch als Schiedsgericht, das im Streitfall den Endstand festh\u00e4lt.<\/p>   <p class=\"wp-block-paragraph\">Der Baustein daf\u00fcr hei\u00dft Zahlungskanal (payment channel). Zwei Parteien sperren gemeinsam Bitcoin in einer 2-von-2-Multisignatur-Adresse, die nur mit beiden Unterschriften bewegt werden kann. Diese Er\u00f6ffnungstransaktion landet auf der Blockchain. Danach k\u00f6nnen die beiden Parteien beliebig oft Guthaben hin und her schieben, indem sie sich gegenseitig aktualisierte, signierte Kontost\u00e4nde zusenden, die zun\u00e4chst niemand ver\u00f6ffentlicht. Erst wenn einer den Kanal schlie\u00dft, wird der finale Stand auf die Kette geschrieben. Zwei On-chain-Transaktionen, das \u00d6ffnen und das Schlie\u00dfen, k\u00f6nnen so tausende Zahlungen einrahmen.<\/p>   <p class=\"wp-block-paragraph\">Der Clou ist das Routing. Niemand muss mit jedem Handelspartner einen eigenen Kanal unterhalten. Stattdessen werden Zahlungen \u00fcber mehrere Kan\u00e4le weitergereicht, \u00e4hnlich wie ein Datenpaket im Internet \u00fcber mehrere Router l\u00e4uft. Damit dabei niemand unterwegs das Geld einbehalten kann, kommen Hashed Timelock Contracts (HTLCs) zum Einsatz: kryptografische Bedingungen, die eine Weiterleitung nur dann endg\u00fcltig machen, wenn der Empf\u00e4nger ein Geheimnis preisgibt. Kommt die Zahlung nicht an, verf\u00e4llt der HTLC nach einer Frist und das Geld kehrt zur\u00fcck. Verschleiert wird der Weg durch Onion-Routing: Jeder Zwischenknoten kennt nur seinen Vorg\u00e4nger und seinen Nachfolger, nicht die gesamte Route.<\/p>   <p class=\"wp-block-paragraph\">Die Idee ist nicht neu. Joseph Poon und Thaddeus Dryja skizzierten das Lightning Network 2015 in einem Whitepaper, das erste nutzbare Netz ging 2018 auf dem Bitcoin-Mainnet an den Start. Seither hat sich die Technik von einem Experiment f\u00fcr Bastler zu einer Infrastruktur entwickelt, die von gro\u00dfen B\u00f6rsen, Zahlungsdienstleistern und ganzen Volkswirtschaften genutzt wird. Was gleich geblieben ist, ist das Grundversprechen: die Sicherheit der Bitcoin-Blockchain mit der Geschwindigkeit eines Zahlungsnetzes zu verbinden.<\/p>   <h2 class=\"wp-block-heading\">Die Zahlen von 2026: Rekordvolumen bei schrumpfendem Netz<\/h2>   <p class=\"wp-block-paragraph\">Das Wachstum des Lightning Networks l\u00e4sst sich schwer messen, weil ein gro\u00dfer Teil der Kan\u00e4le privat und damit unsichtbar ist. Dienste wie <a href=\"https:\/\/mempool.space\/lightning\">mempool.space<\/a> erfassen nur die \u00f6ffentlich angek\u00fcndigten Kan\u00e4le. Selbst diese konservative Sicht zeigt einen klaren Trend. Nach Zahlen von <a href=\"https:\/\/www.spark.money\/research\/lightning-network-2026-state\">Spark<\/a> z\u00e4hlte das \u00f6ffentliche Netz im Mai 2026 exakt 17.438 Nodes und 41.080 Kan\u00e4le, davon 8.975 im Tor-Netzwerk und 4.696 im Klarnetz. Die \u00f6ffentliche Kapazit\u00e4t lag bei rund 4.898 BTC, nach dem Allzeithoch von 5.606 BTC im Dezember 2025 und einem zwischenzeitlichen Tief von etwa 4.200 BTC im August 2025.<\/p>   <p class=\"wp-block-paragraph\">Bei einem Bitcoin-Kurs von <a href=\"https:\/\/www.coingecko.com\/en\/coins\/bitcoin\/eur\">rund 55.600 Euro<\/a> (Stand Anfang August 2026) entspricht die \u00f6ffentliche Kapazit\u00e4t grob 270 Millionen Euro an gebundenem Bitcoin. Rechnet man die privaten und nicht angek\u00fcndigten Kan\u00e4le hinzu, die von mobilen Wallets, B\u00f6rsen und Dienstleistern genutzt werden, d\u00fcrfte die tats\u00e4chliche Kapazit\u00e4t nach Sch\u00e4tzungen von Spark mehr als doppelt so hoch liegen. Die \u00f6ffentlichen Zahlen sind also eher eine Untergrenze als das ganze Bild.<\/p>   <p class=\"wp-block-paragraph\">Der eigentliche Kontrast liegt im Nutzungsvolumen. River sch\u00e4tzt in seinem <a href=\"https:\/\/bitcoinmagazine.com\/news\/bitcoins-lightning-network-surpasses\">Adoption Report<\/a>, dass das Lightning-Volumen binnen zw\u00f6lf Monaten von rund 286 Millionen auf 1,17 Milliarden US-Dollar pro Monat gestiegen ist, w\u00e4hrend die Zahl der Transaktionen im selben Zeitraum von 6,6 Millionen auf 5,2 Millionen gefallen ist. Die durchschnittliche Zahlung wuchs damit von etwa 118 auf 223 US-Dollar (rund 207 Euro). Weniger, aber deutlich gr\u00f6\u00dfere Zahlungen: Das ist die Signatur eines Netzes, das erwachsener und institutioneller wird.<\/p>   <figure class=\"wp-block-table\"><table><thead><tr><th>Kennzahl<\/th><th>Vorjahr (2024)<\/th><th>2025 \/ 2026<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Monatliches Volumen<\/td><td>rund 286 Mio. USD<\/td><td>rund 1,17 Mrd. USD (Nov. 2025)<\/td><\/tr><tr><td>Monatliche Transaktionen<\/td><td>rund 6,6 Mio.<\/td><td>rund 5,2 Mio. (Nov. 2025)<\/td><\/tr><tr><td>Durchschnittliche Zahlung<\/td><td>rund 118 USD<\/td><td>rund 223 USD<\/td><\/tr><tr><td>\u00d6ffentliche Kapazit\u00e4t<\/td><td>Tief rund 4.200 BTC (Aug. 2025)<\/td><td>ATH 5.606 BTC (Dez. 2025)<\/td><\/tr><tr><td>\u00d6ffentliche Nodes<\/td><td>Peak rund 20.700 (2022)<\/td><td>17.438 (Mai 2026)<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><figcaption class=\"wp-block-table__caption\">Quellen: River Adoption Report, Spark. Werte gerundet.<\/figcaption><\/figure>   <h2 class=\"wp-block-heading\">Warum das Netz weniger, aber gr\u00f6\u00dfere Zahlungen sieht<\/h2>   <p class=\"wp-block-paragraph\">Die auf den ersten Blick paradoxe Kombination aus steigendem Volumen und sinkender Transaktionszahl hat mehrere Ursachen. Der wichtigste Treiber sind B\u00f6rsen und Unternehmen. Gro\u00dfe Handelspl\u00e4tze wickeln Ein- und Auszahlungen zunehmend \u00fcber Lightning ab, und solche Transfers sind gr\u00f6\u00dfer als die ber\u00fchmte Tasse Kaffee. River verweist auf eine einzelne institutionelle Lightning-\u00dcberweisung von einer Million US-Dollar (knapp 930.000 Euro) an die B\u00f6rse Kraken im Februar 2026.<\/p>   <p class=\"wp-block-paragraph\">Hinzu kommt ein statistischer Effekt: Viele Kleinstzahlungen, etwa Nostr-Trinkgelder, verschwinden in custodial betriebenen Wallets, die intern verrechnen und gar nicht \u00fcber \u00f6ffentliche Kan\u00e4le routen. Was gemessen wird, verschiebt sich hin zu den gr\u00f6\u00dferen, gesch\u00e4ftlichen Betr\u00e4gen. Sam Wouters, Marketing-Direktor bei River, betonte bei der Vorstellung der Zahlen, dass die <a href=\"https:\/\/bitcoinmagazine.com\/news\/bitcoins-lightning-network-surpasses\">Adoption selbst dann stabil blieb<\/a>, als der Bitcoin-Kurs im November nachgab. Das Netz w\u00e4chst also nicht blo\u00df, weil der Preis steigt, sondern weil es benutzt wird.<\/p>   <h2 class=\"wp-block-heading\">Wof\u00fcr das Lightning Network 2026 wirklich genutzt wird<\/h2>   <p class=\"wp-block-paragraph\">Jenseits der abstrakten Zahlen hat sich ein klares Nutzungsprofil herausgebildet. Der gr\u00f6\u00dfte Block sind B\u00f6rsentransfers: Wer Bitcoin zwischen Handelspl\u00e4tzen oder von der B\u00f6rse in die eigene Wallet bewegt, spart mit Lightning Zeit und On-chain-Geb\u00fchren. Kraken, Coinbase, Binance, OKX und Bitget unterst\u00fctzen das Netz inzwischen standardm\u00e4\u00dfig; bei Coinbase liefen Mitte 2025 nach <a href=\"https:\/\/www.spark.money\/research\/lightning-network-2026-state\">Branchendaten<\/a> mehr als 15 Prozent der Bitcoin-Auszahlungen \u00fcber Lightning. Der zweite Block sind Auslands\u00fcberweisungen. In Regionen mit teurer Bankinfrastruktur ist eine Lightning-Zahlung oft die g\u00fcnstigste Art, Wert \u00fcber Grenzen zu schicken; der afrikanische Anbieter Bitnob etwa meldete ein Jahreswachstum von 340 Prozent.<\/p>   <p class=\"wp-block-paragraph\">Dazu kommen kleinere, aber kulturell pr\u00e4gende Anwendungen. \u00dcber das soziale Protokoll Nostr verschicken Nutzer \u201eZaps\u201c, also Bitcoin-Trinkgelder f\u00fcr Beitr\u00e4ge, in Millionenzahl. Zahlungsdienstleister wie CoinGate wickelten bereits 2024 mehr als 16 Prozent ihrer Bitcoin-Bestellungen \u00fcber Lightning ab, gegen\u00fcber rund 6,5 Prozent zwei Jahre zuvor. Und in El Salvador, das Bitcoin lange als gesetzliches Zahlungsmittel f\u00fchrte, liefen \u00fcber die staatliche Chivo-Wallet Millionen Lightning-Transaktionen. Das Muster ist \u00fcberall gleich: Lightning gewinnt dort, wo klassische Zahlungswege teuer, langsam oder gar nicht verf\u00fcgbar sind.<\/p>   <p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr ein Publikum aus der Gaming-Welt ist ein weiterer Anwendungsfall interessant: Mikrozahlungen in Spielen und beim Streaming. Weil Lightning Betr\u00e4ge im Bereich von Sekundenbruchteilen eines Cents abrechnen kann, lassen sich Modelle bauen, die mit Kreditkarten unm\u00f6glich w\u00e4ren, etwa das Bezahlen pro gestreamter Minute, Trinkgelder an Streamer in Echtzeit oder das Freischalten einzelner Spielinhalte f\u00fcr wenige Satoshi. Noch ist das eine Nische, doch die Kombination aus Stablecoins und niedrigen Geb\u00fchren macht sie technisch erstmals praktikabel.<\/p>   <h2 class=\"wp-block-heading\">Das Liquidit\u00e4tsproblem: eingehende gegen ausgehende Kapazit\u00e4t<\/h2>   <p class=\"wp-block-paragraph\">Wer verstehen will, warum Lightning konsolidiert, muss das gr\u00f6\u00dfte Nutzerproblem des Netzes kennen: Liquidit\u00e4t. In einem Zahlungskanal ist Guthaben immer auf zwei Seiten verteilt. Wer 0,01 BTC in einen frischen Kanal einbringt, hat zun\u00e4chst 0,01 BTC ausgehende Kapazit\u00e4t (outbound), also die F\u00e4higkeit zu senden, aber null eingehende Kapazit\u00e4t (inbound), also keine M\u00f6glichkeit, etwas zu empfangen. Ein neuer H\u00e4ndler, der eine Rechnung stellt, st\u00f6\u00dft genau auf dieses Problem.<\/p>   <p class=\"wp-block-paragraph\">Der Bitcoin-Entwickler Matt Corallo hat dieses Kernproblem pr\u00e4gnant beschrieben: Wallets mit bequemer Ein-Klick-Installation erzeugen oft Rechnungen, die mangels eingehender Kapazit\u00e4t schlicht <a href=\"https:\/\/www.spark.money\/research\/lightning-network-2026-state\">unbezahlbar<\/a> sind. F\u00fcr Einsteiger ist das frustrierend und unsichtbar zugleich, denn die Wallet sieht gef\u00fcllt aus, kann aber nichts empfangen. Um inbound zu beschaffen, muss man entweder selbst Bitcoin \u00fcber den Kanal ausgeben, einen Liquidity-Swap kaufen oder einen Dienstleister bezahlen, der einen Kanal \u00f6ffnet. All das ist Reibung, die zentrale Anbieter beseitigen, indem sie die Liquidit\u00e4t im Hintergrund verwalten. Genau hier setzt die Konsolidierung an.<\/p>   <h2 class=\"wp-block-heading\">LSPs: Bequemlichkeit gegen Selbstverwahrung<\/h2>   <p class=\"wp-block-paragraph\">Lightning Service Provider (LSPs) sind Firmen, die genau diese Reibung abnehmen. Sie \u00f6ffnen im Hintergrund Kan\u00e4le, stellen eingehende Liquidit\u00e4t bereit und sorgen daf\u00fcr, dass eine Zahlung ankommt, ohne dass der Nutzer je das Wort \u201einbound\u201c h\u00f6rt. Der Preis daf\u00fcr ist ein Kontinuum zwischen Bequemlichkeit und Selbstverwahrung. Am einen Ende stehen rein custodial betriebene Wallets, bei denen der Anbieter die Schl\u00fcssel h\u00e4lt; sie funktionieren wie ein Bankkonto und sind sofort einsatzbereit, aber der Nutzer tr\u00e4gt ein Gegenparteirisiko. Am anderen Ende stehen selbst gehostete Nodes, bei denen der Nutzer volle Kontrolle, aber auch die volle Verantwortung f\u00fcr Liquidit\u00e4t, Backups und Betriebszeit hat.<\/p>   <p class=\"wp-block-paragraph\">Dazwischen hat sich eine wachsende Klasse nicht-custodial betriebener Wallets etabliert, etwa Phoenix oder auf dem Breez-SDK basierende Apps, die dem Nutzer die Schl\u00fcssel lassen, aber die Kanalverwaltung automatisieren. Sie berechnen daf\u00fcr eine kleine Geb\u00fchr beim \u00d6ffnen von Kan\u00e4len. Eine besonders elegante Variante sind Just-in-Time-Kan\u00e4le: Der Dienstleister \u00f6ffnet erst im Moment der ersten eingehenden Zahlung einen Kanal, sodass der Nutzer nie mit dem Liquidit\u00e4tsproblem in Ber\u00fchrung kommt. F\u00fcr den Massenmarkt ist das ein Segen, f\u00fcr die Netzstruktur ein weiterer Schritt zur B\u00fcndelung, weil die Liquidit\u00e4t aus der Bilanz weniger gro\u00dfer Anbieter stammt.<\/p>   <figure class=\"wp-block-table\"><table><thead><tr><th>Modell<\/th><th>Wer h\u00e4lt die Schl\u00fcssel?<\/th><th>Liquidit\u00e4t<\/th><th>Hauptrisiko<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Custodial-Wallet<\/td><td>der Anbieter<\/td><td>vollst\u00e4ndig abstrahiert<\/td><td>Gegenpartei- und Regulierungsrisiko<\/td><\/tr><tr><td>Nicht-custodial mit LSP<\/td><td>der Nutzer<\/td><td>automatisiert, geb\u00fchrenpflichtig<\/td><td>Kanalgeb\u00fchren, Abh\u00e4ngigkeit vom LSP<\/td><\/tr><tr><td>Selbst gehosteter Node<\/td><td>der Nutzer<\/td><td>manuell zu verwalten<\/td><td>Betrieb, Backups, Offline-Zeiten<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><figcaption class=\"wp-block-table__caption\">Das Custodial-Spektrum im Lightning Network. Vereinfachte Darstellung.<\/figcaption><\/figure>   <h2 class=\"wp-block-heading\">Routing, Geb\u00fchren und die Konzentration der Hubs<\/h2>   <p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn eine Zahlung mehrere Kan\u00e4le durchl\u00e4uft, verlangt jeder weiterleitende Node eine kleine Geb\u00fchr, die sich aus einer festen Basisgeb\u00fchr (base fee) und einem prozentualen Anteil (fee rate) zusammensetzt. Diese Geb\u00fchren sind im Schnitt winzig, oft Bruchteile eines Cents, und genau das ist der Verkaufsschl\u00fcssel gegen\u00fcber Kreditkarten. F\u00fcr die Betreiber gro\u00dfer Knoten ist das Weiterleiten aber ein Gesch\u00e4ft, das nur mit viel gebundenem Kapital funktioniert.<\/p>   <p class=\"wp-block-paragraph\">Daraus folgt die vielleicht wichtigste Strukturfrage des Jahres 2026: Zentralisiert sich Lightning? Die Daten deuten darauf hin, dass sich Liquidit\u00e4t in wenigen, gut kapitalisierten Knoten b\u00fcndelt, w\u00e4hrend die Zahl der kleinen Hobby-Nodes sinkt. Kritiker sehen darin eine Hub-and-Spoke-Struktur, in der einige wenige Drehkreuze einen Gro\u00dfteil des Verkehrs routen, was Zensur und \u00dcberwachung erleichtern k\u00f6nnte. Bef\u00fcrworter halten dagegen, dass das Netz weiterhin offen ist: Jeder kann einen Kanal zu jedem \u00f6ffnen, und keine zentrale Instanz kann Teilnehmer ausschlie\u00dfen. Die Wahrheit liegt zwischen den Polen. Lightning ist kein perfekt dezentrales Mesh, aber auch kein geschlossenes System. Es \u00e4hnelt eher dem heutigen Internet: technisch offen, in der Praxis von gro\u00dfen Anbietern gepr\u00e4gt.<\/p>   <p class=\"wp-block-paragraph\">Ein praktischer Nebeneffekt der Konzentration ist die Zuverl\u00e4ssigkeit. Weil das Absenden einer Zahlung bedeutet, eine funktionierende Route mit ausreichend Liquidit\u00e4t zu finden, scheitern Zahlungen \u00fcber schlecht verbundene Knoten h\u00e4ufiger, und die Wallet muss es mehrfach \u00fcber andere Pfade versuchen. Gro\u00dfe, gut kapitalisierte Hubs erh\u00f6hen die Erfolgsquote, weil sie viele Ziele in wenigen Spr\u00fcngen erreichen. Bequemlichkeit und Zuverl\u00e4ssigkeit ziehen die Nutzer also in dieselbe Richtung wie die \u00d6konomie: hin zu den gro\u00dfen Knoten.<\/p>   <h2 class=\"wp-block-heading\">Stablecoins auf Lightning: Taproot Assets und der USDT-Moment<\/h2>   <p class=\"wp-block-paragraph\">Die gr\u00f6\u00dfte inhaltliche Ver\u00e4nderung des Jahres hat nichts mit der Kapazit\u00e4t in Bitcoin zu tun, sondern mit Dollars. \u00dcber das von Lightning Labs entwickelte Protokoll Taproot Assets lassen sich Token auf Bitcoin ausgeben und \u00fcber dieselben Lightning-Kan\u00e4le routen, die bislang nur BTC bewegten. <a href=\"https:\/\/lightning.engineering\/posts\/2025-6-24-tapd-v0.6-launch\/\">Version 0.6<\/a> machte Multi-Asset-Lightning im Juni 2025 erstmals auf dem Mainnet m\u00f6glich, Version 0.7 erg\u00e4nzte im Dezember wiederverwendbare Adressen, und Version 0.8 kam im Juni 2026 samt einem Software-Baukasten f\u00fcr Stablecoin-Entwickler.<\/p>   <p class=\"wp-block-paragraph\">Der Durchbruch kam 2026 mit Tether. Der weltgr\u00f6\u00dfte Stablecoin-Emittent brachte <a href=\"https:\/\/tether.io\/news\/tether-brings-usdt-to-bitcoins-lightning-network-ushering-in-a-new-era-of-unstoppable-technology\/\">USDT auf Bitcoin und Lightning<\/a>. Praktisch bedeutet das: Ein H\u00e4ndler oder eine \u00dcberweisungs-App kann nun in Dollar abrechnen, \u00fcber die gleichen Kan\u00e4le, die Bitcoin bewegen, zu Geb\u00fchren im Bereich von Bruchteilen eines Cents. Elizabeth Stark, Mitgr\u00fcnderin von Lightning Labs, sprach gegen\u00fcber The Block von einer <a href=\"https:\/\/www.theblock.co\/post\/258634\/taproot-assets-bitcoin-renaissance-elizabeth-stark\">\u201eBitcoin Renaissance\u201c<\/a> und davon, dass Taproot Assets Bitcoin zu einem Mehr-W\u00e4hrungs-Netz und damit zum \u201eInternet des Geldes\u201c mache. Wie diese R\u00fcckkehr von Stablecoins auf Bitcoin technisch funktioniert, hat HOGE Wire in der Analyse zu <a href=\"https:\/\/hoge.gg\/de\/taproot-assets-stablecoins-bitcoin\/\">Taproot Assets<\/a> ausf\u00fchrlich erkl\u00e4rt.<\/p>   <p class=\"wp-block-paragraph\">Der wirtschaftliche Reiz liegt vor allem in \u00dcberweisungen und Schwellenl\u00e4ndern. Wer aus Europa Geld an Familie in Lateinamerika oder Afrika schickt, zahlt bei klassischen Anbietern oft hohe Geb\u00fchren und wartet Tage. Ein Dollar-Stablecoin auf Lightning kommt in Sekunden an, kostet Bruchteile eines Cents und braucht kein Bankkonto, sondern nur eine App. Genau darin sehen viele Entwickler den eigentlichen Produkt-Markt-Fit von Lightning, jenseits der Spekulation. Gleichzeitig versch\u00e4rft dieser Schritt die Regulierungsfrage, denn Stablecoins fallen in der EU unter eigene, strenge Regeln.<\/p>   <h2 class=\"wp-block-heading\">Protokoll-Upgrades: BOLT12, Splicing und Taproot-Kan\u00e4le<\/h2>   <p class=\"wp-block-paragraph\">Parallel zur Stablecoin-Debatte arbeiten die Entwickler an der Protokollschicht weiter. Drei Neuerungen pr\u00e4gen 2026 die Roadmap. Erstens <a href=\"https:\/\/github.com\/lightning\/bolts\/blob\/master\/12-offer-encoding.md\">BOLT12 Offers<\/a>, wiederverwendbare Zahlungsanfragen, die eine Art dauerhaften Bezahl-Code erm\u00f6glichen, statt f\u00fcr jede Zahlung eine neue Rechnung zu erzeugen. Core Lightning hat die Funktion bereits vollst\u00e4ndig ausgeliefert; der Marktf\u00fchrer LND hat native BOLT12-Unterst\u00fctzung lange nicht nachgezogen, was die netzweite Verbreitung bremst.<\/p>   <p class=\"wp-block-paragraph\">Zweitens <a href=\"https:\/\/bitcoinops.org\/en\/topics\/splicing\/\">Splicing<\/a>, das nachtr\u00e4gliche Vergr\u00f6\u00dfern oder Verkleinern eines Kanals, ohne ihn schlie\u00dfen und neu \u00f6ffnen zu m\u00fcssen. Das spart On-chain-Geb\u00fchren und macht das Liquidit\u00e4tsmanagement fl\u00fcssiger. Drittens Simple Taproot Channels, die Kan\u00e4le auf Bitcoins Taproot-Upgrade umstellen und damit privater und effizienter machen: Ein kooperativ geschlossener Kanal ist f\u00fcr Au\u00dfenstehende nicht mehr von einer gew\u00f6hnlichen Zahlung zu unterscheiden. Taproot ist ohnehin die technische Grundlage vieler aktueller Bitcoin-Entwicklungen, von Lightning bis zur umstrittenen <a href=\"https:\/\/hoge.gg\/de\/taproot-ordinals-inschriften-wirtschaft\/\">Inschriften-Wirtschaft der Ordinals<\/a>.<\/p>   <h2 class=\"wp-block-heading\">Der regulatorische Druck: MiCA, DAC8 und der R\u00fcckzug von Wallet of Satoshi<\/h2>   <p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr deutsche und europ\u00e4ische Nutzer ist 2026 vor allem ein regulatorisches Jahr. Anfang Januar meldeten Nutzer von Wallet of Satoshi, einer der beliebtesten custodial Lightning-Wallets, pl\u00f6tzlich eine Fehlermeldung: <a href=\"https:\/\/www.therage.co\/wallet-of-satoshi-eu-mica\/\">\u201eNo longer available in your region\u201c<\/a>. Der Anbieter zog seinen custodial betriebenen Dienst aus der EU zur\u00fcck, betroffen waren unter anderem Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Polen und die Niederlande. Eine offizielle Begr\u00fcndung gab es nicht, doch der Zeitpunkt spricht B\u00e4nde.<\/p>   <p class=\"wp-block-paragraph\">Zwei Regelwerke trafen custodial Anbieter gleichzeitig. Die EU-Verordnung MiCA (Markets in Crypto-Assets) verlangt von Krypto-Dienstleistern eine Lizenz; die nationalen \u00dcbergangsfristen liefen f\u00fcr Deutschland zum 1. Januar 2026 aus, sp\u00e4testens bis Juli 2026 m\u00fcssen alle EU-Anbieter lizenziert sein. Eine custodial Lightning-Wallet, die Schl\u00fcssel f\u00fcr Kunden verwahrt, gilt dabei rechtlich als Verwahrer und unterliegt denselben Pflichten wie eine B\u00f6rse: Eigenkapitalanforderungen (im Regelfall mindestens 125.000 Euro), Meldewesen und laufende Aufsicht durch die nationale Beh\u00f6rde, in Deutschland die <a href=\"https:\/\/www.bafin.de\">BaFin<\/a>. Verst\u00f6\u00dfe k\u00f6nnen mit Bu\u00dfgeldern von bis zu 15 Millionen Euro oder 12,5 Prozent des Jahresumsatzes geahndet werden.<\/p>   <p class=\"wp-block-paragraph\">Hinzu kommt DAC8, die achte \u00c4nderung der EU-Amtshilferichtlinie, die seit dem 1. Januar 2026 gilt und custodial Anbieter verpflichtet, Nutzer zu identifizieren und Transaktionen automatisch an die Finanzbeh\u00f6rden zu melden. F\u00fcr ein Netz, dessen Reiz teils in der Pseudonymit\u00e4t liegt, ist das ein tiefer Einschnitt. Wer noch nicht deklarierte Krypto-Gewinne hat, f\u00fcr den w\u00e4chst der Handlungsdruck vor dem vollen DAC8-Datenaustausch; die Redaktion hat die Lage rund um die <a href=\"https:\/\/hoge.gg\/de\/krypto-selbstanzeige-2026-dac8-frist\/\">Krypto-Selbstanzeige vor der DAC8-Frist<\/a> gesondert aufbereitet. Bemerkenswert ist, dass MiCA und DAC8 die nicht-custodial betriebenen Wallets wie Phoenix zun\u00e4chst weniger hart treffen, weil dort der Nutzer die Schl\u00fcssel beh\u00e4lt. Die Regulierung beschleunigt damit wom\u00f6glich genau jene Selbstverwahrung, die Bitcoiner ohnehin predigen.<\/p>   <h2 class=\"wp-block-heading\">Was Lightning f\u00fcr deutsche Nutzer steuerlich bedeutet<\/h2>   <p class=\"wp-block-paragraph\">Ein verbreiteter Irrtum lautet: Wer \u00fcber Lightning zahlt, bewegt ja nur Kleinstbetr\u00e4ge, das sei steuerlich egal. Das stimmt nicht. Aus Sicht des deutschen Steuerrechts ist jede Lightning-Zahlung eine Ver\u00e4u\u00dferung der zugrunde liegenden Bitcoin, weil man ein Wirtschaftsgut (BTC) gegen eine Ware oder Dienstleistung eintauscht. Liegt der Kauf der eingesetzten Bitcoin weniger als ein Jahr zur\u00fcck und \u00fcbersteigt der Gesamtgewinn die Freigrenze, ist der Wertzuwachs steuerpflichtig. Die Regeln rund um Haltefrist und Freigrenze sind 2026 in Bewegung; die Redaktion ordnet sie im Detail in der Analyse zur <a href=\"https:\/\/hoge.gg\/de\/krypto-steuer-2026-ende-haltefrist-abgeltungsteuer\/\">Krypto-Steuer und dem m\u00f6glichen Ende der Haltefrist<\/a> ein.<\/p>   <p class=\"wp-block-paragraph\">Besonders heikel wird es f\u00fcr Selbstst\u00e4ndige und H\u00e4ndler, die Lightning als Kasse nutzen. Wer eine Zahlung in Bitcoin annimmt, muss den Euro-Gegenwert zum Zeitpunkt des Zuflusses als Betriebseinnahme erfassen, und eine sp\u00e4tere Ver\u00e4u\u00dferung l\u00f6st erneut eine Betrachtung aus. Die typischen Fallstricke, von der Bewertung bis zur Aufzeichnungspflicht, hat HOGE Wire im Ratgeber zu <a href=\"https:\/\/hoge.gg\/de\/bezahlt-in-bitcoin-steuerfallen-selbststaendige-2026\/\">Steuerfallen f\u00fcr Selbstst\u00e4ndige<\/a> zusammengefasst. Der Praxistipp der meisten Steuerberater lautet: Wer Lightning regelm\u00e4\u00dfig nutzt, braucht eine l\u00fcckenlose Aufzeichnung jeder Zahlung samt Euro-Kurs, sonst wird die sp\u00e4tere Deklaration zum Ratespiel.<\/p>   <h2 class=\"wp-block-heading\">Die technischen Risiken: Force-Close, Watchtower und Gegenpartei<\/h2>   <p class=\"wp-block-paragraph\">Lightning ist kein risikofreies System, und die Gefahren unterscheiden sich je nach Verwahrmodell. Beim selbst betriebenen Node ist die gr\u00f6\u00dfte technische Gefahr der erzwungene Kanalabschluss (force close). Weigert sich eine Gegenseite zu kooperieren oder geht offline, kann man den Kanal einseitig auf der Blockchain schlie\u00dfen, muss dann aber eine Wartefrist abwarten und On-chain-Geb\u00fchren zahlen. Gef\u00e4hrlicher ist der Betrugsfall: Versucht ein Kanalpartner, einen alten, f\u00fcr ihn g\u00fcnstigeren Kontostand zu ver\u00f6ffentlichen, muss der Gesch\u00e4digte binnen der Frist reagieren und eine Straftransaktion (penalty transaction) einreichen, die dem Betr\u00fcger das gesamte Kanalguthaben entzieht.<\/p>   <p class=\"wp-block-paragraph\">Damit das auch funktioniert, wenn die eigene Wallet gerade offline ist, gibt es Watchtower: Dienste, die stellvertretend die Blockchain \u00fcberwachen und im Betrugsfall automatisch eingreifen. F\u00fcr Gelegenheitsnutzer sind diese Feinheiten kaum handhabbar, weshalb viele bei Wallets landen, die alles abstrahieren. Damit verlagert sich das Risiko: weg vom technischen Betrieb, hin zur Gegenpartei. Eine custodial Wallet kann pleitegehen, gehackt werden oder, wie 2026 gesehen, \u00fcber Nacht den Dienst im eigenen Land einstellen. Die alte Bitcoiner-Regel \u201enot your keys, not your coins\u201c gilt auf Lightning genauso.<\/p>   <h2 class=\"wp-block-heading\">Lightning im Vergleich mit anderen Skalierungsideen<\/h2>   <p class=\"wp-block-paragraph\">Lightning ist nicht der einzige Versuch, Bitcoin schneller und billiger zu machen, aber der mit Abstand am weitesten verbreitete. Zur Einordnung hilft ein Blick auf die Alternativen, die 2026 diskutiert werden. Sidechains wie Liquid b\u00fcndeln Transaktionen auf einer separaten, f\u00f6derierten Kette; sie sind schnell, aber weniger dezentral. Neuere Ans\u00e4tze wie Ark oder Statechains versuchen, Lightnings Liquidit\u00e4tsprobleme mit anderen Vertragskonstruktionen zu umgehen, stehen aber noch am Anfang. Und rein custodial betriebene Systeme, etwa die interne Verrechnung gro\u00dfer B\u00f6rsen, sind zwar am bequemsten, opfern daf\u00fcr aber die Selbstverwahrung ganz.<\/p>   <figure class=\"wp-block-table\"><table><thead><tr><th>Ansatz<\/th><th>Geschwindigkeit<\/th><th>Dezentralit\u00e4t<\/th><th>Reife 2026<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Lightning Network<\/td><td>sofort, sehr g\u00fcnstig<\/td><td>mittel bis hoch<\/td><td>produktiv, breit genutzt<\/td><\/tr><tr><td>Liquid (Sidechain)<\/td><td>schnell<\/td><td>f\u00f6deriert, niedriger<\/td><td>produktiv, Nische<\/td><\/tr><tr><td>Ark \/ Statechains<\/td><td>sofort<\/td><td>je nach Design<\/td><td>fr\u00fch, experimentell<\/td><\/tr><tr><td>Custodial (B\u00f6rse)<\/td><td>sofort<\/td><td>keine<\/td><td>allgegenw\u00e4rtig<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><figcaption class=\"wp-block-table__caption\">Skalierungsans\u00e4tze f\u00fcr Bitcoin im Vergleich. Qualitative Einordnung.<\/figcaption><\/figure>   <h2 class=\"wp-block-heading\">Ausblick: Konsolidierung oder Wachstumsschmerz?<\/h2>   <p class=\"wp-block-paragraph\">Ob die Konsolidierung des Lightning Networks ein Warnsignal oder ein Reifezeichen ist, h\u00e4ngt vom Ma\u00dfstab ab. Betrachtet man die Zahl der Hobby-Nodes, wirkt das Netz kleiner und zentralisierter als noch 2022. Betrachtet man Volumen, durchschnittliche Zahlungsgr\u00f6\u00dfe und die Ankunft von Stablecoins, wirkt es erwachsener und n\u00fctzlicher denn je. Beide Bilder sind richtig. Das Netz professionalisiert sich, und Professionalisierung bedeutet in fast jeder Infrastruktur, dass wenige gro\u00dfe Betreiber den L\u00f6wenanteil \u00fcbernehmen.<\/p>   <p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die kommenden Monate zeichnen sich drei Linien ab. Technisch entscheidet die Verbreitung von BOLT12, Splicing und Taproot-Kan\u00e4len dar\u00fcber, ob das Liquidit\u00e4tsproblem f\u00fcr Endnutzer sp\u00fcrbar kleiner wird. Wirtschaftlich wird sich zeigen, ob Stablecoins auf Lightning die erhoffte Nachfrage aus dem Zahlungsverkehr und den Schwellenl\u00e4ndern bringen. Und regulatorisch wird die entscheidende Frage sein, ob in der EU noch Raum f\u00fcr einfache, custodial betriebene Bitcoin-Wallets bleibt oder ob MiCA und DAC8 die Bequemlichkeit endg\u00fcltig zugunsten der Selbstverwahrung verdr\u00e4ngen. Klar ist nur: Das Lightning Network von 2026 ist ein anderes als das von 2021. Es bewegt mehr Geld, mit weniger Teilnehmern, unter mehr Regeln.<\/p>   <h2 class=\"wp-block-heading\">H\u00e4ufig gestellte Fragen<\/h2>   <h3 class=\"wp-block-heading\">Was ist das Lightning Network einfach erkl\u00e4rt?<\/h3>   <p class=\"wp-block-paragraph\">Das Lightning Network ist eine zweite Schicht \u00fcber der Bitcoin-Blockchain, die schnelle und sehr g\u00fcnstige Zahlungen erm\u00f6glicht. Statt jede Transaktion einzeln in die Blockchain zu schreiben, \u00f6ffnen zwei Parteien einen Zahlungskanal und verrechnen darin beliebig viele Zahlungen; nur das \u00d6ffnen und Schlie\u00dfen landet auf der Kette. So lassen sich Kleinstbetr\u00e4ge in Sekunden und f\u00fcr Bruchteile eines Cents \u00fcbertragen.<\/p>   <h3 class=\"wp-block-heading\">Ist das Lightning Network sicher?<\/h3>   <p class=\"wp-block-paragraph\">Die Technik selbst gilt als robust, weil sie durch die Bitcoin-Blockchain besichert ist und Betrugsversuche \u00fcber Straftransaktionen bestraft werden. Die gr\u00f6\u00dften Risiken liegen weniger in der Kryptografie als im Verwahrmodell: Wer eine custodial Wallet nutzt, tr\u00e4gt ein Gegenparteirisiko, w\u00e4hrend ein selbst betriebener Node Wissen \u00fcber Backups, Liquidit\u00e4t und Watchtower verlangt. Die Regel \u201enot your keys, not your coins\u201c gilt auch hier.<\/p>   <h3 class=\"wp-block-heading\">Muss ich Lightning-Zahlungen in Deutschland versteuern?<\/h3>   <p class=\"wp-block-paragraph\">Potenziell ja. Jede Zahlung \u00fcber Lightning gilt steuerlich als Ver\u00e4u\u00dferung der eingesetzten Bitcoin. Wurden diese Bitcoin weniger als ein Jahr zuvor gekauft und \u00fcbersteigt der Gewinn die geltende Freigrenze, ist der Wertzuwachs steuerpflichtig. F\u00fcr Selbstst\u00e4ndige, die Bitcoin annehmen, z\u00e4hlt der Euro-Gegenwert zum Zuflusszeitpunkt als Betriebseinnahme. Eine l\u00fcckenlose Aufzeichnung jeder Zahlung ist daher unverzichtbar.<\/p>   <h3 class=\"wp-block-heading\">Warum sinkt die Zahl der Lightning-Nodes, obwohl das Volumen steigt?<\/h3>   <p class=\"wp-block-paragraph\">Weil sich das Netz professionalisiert. Kapital und Routing b\u00fcndeln sich in wenigen, gut kapitalisierten Knoten und Dienstleistern, w\u00e4hrend viele kleine Hobby-Nodes verschwinden. Gleichzeitig steigen Volumen und durchschnittliche Zahlungsgr\u00f6\u00dfe, weil B\u00f6rsen und Unternehmen gr\u00f6\u00dfere Transfers \u00fcber Lightning abwickeln. Das Ergebnis sind weniger, aber gr\u00f6\u00dfere Zahlungen \u00fcber ein st\u00e4rker konzentriertes Netz.<\/p>   <h3 class=\"wp-block-heading\">Kann man Stablecoins wie USDT \u00fcber Lightning senden?<\/h3>   <p class=\"wp-block-paragraph\">Seit 2026 ja. \u00dcber das Protokoll Taproot Assets von Lightning Labs lassen sich Token auf Bitcoin ausgeben und \u00fcber Lightning-Kan\u00e4le routen. Tether hat USDT auf diesem Weg verf\u00fcgbar gemacht, sodass Nutzer Dollar-Betr\u00e4ge \u00fcber dieselbe Infrastruktur senden k\u00f6nnen, die bisher nur Bitcoin bewegte. F\u00fcr \u00dcberweisungen und Zahlungen in Schwellenl\u00e4ndern gilt das als einer der wichtigsten Anwendungsf\u00e4lle.<\/p>   <script type=\"application\/ld+json\">{\"@context\":\"https:\/\/schema.org\",\"@type\":\"FAQPage\",\"mainEntity\":[{\"@type\":\"Question\",\"name\":\"Was ist das Lightning Network einfach erkl\u00e4rt?\",\"acceptedAnswer\":{\"@type\":\"Answer\",\"text\":\"Das Lightning Network ist eine zweite Schicht \u00fcber der Bitcoin-Blockchain, die schnelle und sehr g\u00fcnstige Zahlungen erm\u00f6glicht. Statt jede Transaktion einzeln in die Blockchain zu schreiben, \u00f6ffnen zwei Parteien einen Zahlungskanal und verrechnen darin beliebig viele Zahlungen; nur das \u00d6ffnen und Schlie\u00dfen landet auf der Kette. 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