{"id":227,"date":"2026-08-07T10:25:54","date_gmt":"2026-08-07T10:25:54","guid":{"rendered":"https:\/\/hoge.gg\/de\/lightning-network-erklaert-zahlungsschicht-2026\/"},"modified":"2026-08-07T10:25:54","modified_gmt":"2026-08-07T10:25:54","slug":"lightning-network-erklaert-zahlungsschicht-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hoge.gg\/de\/lightning-network-erklaert-zahlungsschicht-2026\/","title":{"rendered":"Lightning Network erkl\u00e4rt: Bitcoins Zahlungsschicht 2026"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bitcoin sollte digitales Bargeld sein, doch die Basiskette schafft im weltweiten Durchschnitt nur eine Handvoll Transaktionen pro Sekunde. Wer 2026 einen Kaffee in Satoshis bezahlt, tut das deshalb fast nie direkt auf der Blockchain, sondern \u00fcber das Lightning Network, Bitcoins wichtigste zweite Schicht. Das Netz hat in diesem Jahr eine seltsame Doppelbewegung hingelegt: Das monatliche Zahlungsvolumen kletterte nach Daten der Analyseplattform <a href=\"https:\/\/www.spark.money\/research\/lightning-network-2026-state\">Spark<\/a> auf \u00fcber 1,17 Milliarden US-Dollar, umgerechnet gut eine Milliarde Euro, w\u00e4hrend die Zahl der \u00f6ffentlichen Knoten weiter fiel. Mehr Geld, weniger Betreiber. Dieser Erkl\u00e4rer nimmt Lightning auseinander: wie ein Zahlungskanal technisch funktioniert, warum Stablecoins \u00fcber Taproot Assets pl\u00f6tzlich eine Rolle spielen, welche Upgrades 2026 gelandet sind und was BaFin, MiCA und das deutsche Steuerrecht f\u00fcr Nutzerinnen und Nutzer bedeuten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Warum Bitcoin eine zweite Schicht braucht<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Grundproblem ist alt und l\u00e4sst sich in einer Zahl ausdr\u00fccken: Ein Bitcoin-Block entsteht im Schnitt etwa alle zehn Minuten und fasst nur eine begrenzte Datenmenge. Daraus ergeben sich rechnerisch rund drei bis sieben Transaktionen pro Sekunde f\u00fcr das gesamte Netzwerk. Klassische Kartennetzwerke verarbeiten in Spitzen das Tausendfache. Solange nur wenige Menschen Bitcoin bewegten, war das kein Thema. Doch in den Nachfrage-Spitzen von 2017 und 2021 stiegen die Geb\u00fchren zeitweise auf zweistellige Dollarbetr\u00e4ge pro Zahlung, und eine \u00dcberweisung von wenigen Euro wurde absurd.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Bitcoin-Community stritt jahrelang dar\u00fcber, wie sie damit umgehen sollte. Das eine Lager wollte schlicht gr\u00f6\u00dfere Bl\u00f6cke, um mehr Transaktionen direkt auf der Kette unterzubringen. Das andere Lager, das sich im sogenannten Blocksize-War zwischen 2015 und 2017 durchsetzte, argumentierte, dass gr\u00f6\u00dfere Bl\u00f6cke den Betrieb eines eigenen Knotens verteuern und das Netz langfristig zentralisieren w\u00fcrden. Die Konsequenz war eine strategische Entscheidung: Bitcoin skaliert in Schichten. Die Basiskette bleibt bewusst klein und teuer, daf\u00fcr maximal dezentral und sicher; der eigentliche Zahlungsverkehr wandert auf eine dar\u00fcberliegende Ebene. Genau diese Ebene ist das Lightning Network.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">M\u00f6glich wurde Lightning erst durch ein technisches Detail. Das im August 2017 aktivierte Segregated Witness (SegWit) behob die sogenannte Transaction Malleability, also die M\u00f6glichkeit, die Kennung einer noch unbest\u00e4tigten Transaktion nachtr\u00e4glich zu ver\u00e4ndern. Ohne diese Korrektur w\u00e4ren die Ketten aus verkn\u00fcpften, unbest\u00e4tigten Transaktionen, auf denen Lightning aufbaut, nicht sicher konstruierbar gewesen. Die zweite Schicht ist also kein nachtr\u00e4glicher Aufsatz, sondern war von Anfang an Teil eines Plans, Bitcoin skalierbar zu machen, ohne seine Grundregeln anzutasten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was das Lightning Network ist: die Kurzfassung<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Idee stammt aus einem Whitepaper, das Joseph Poon und Thaddeus Dryja im Januar 2016 unter dem Titel <a href=\"https:\/\/lightning.network\/lightning-network-paper.pdf\">The Bitcoin Lightning Network: Scalable Off-Chain Instant Payments<\/a> ver\u00f6ffentlichten. Der Kern in einem Satz: Zwei Parteien er\u00f6ffnen einmalig einen gemeinsamen Zahlungskanal auf der Bitcoin-Blockchain und k\u00f6nnen danach beliebig viele Zahlungen untereinander abwickeln, ohne dass jede davon auf der Kette landet. Erst wenn sie den Kanal schlie\u00dfen, wird der Endstand wieder als regul\u00e4re Bitcoin-Transaktion verbucht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine g\u00e4ngige Analogie ist die Bar-Rechnung. Man hinterlegt beim Wirt eine Kaution, bestellt den ganzen Abend und zahlt am Ende einmal, statt jedes Getr\u00e4nk einzeln abzurechnen. Die Blockchain ist der Tresor, in dem die Kaution liegt; die einzelnen Bestellungen laufen abseits davon. Nach dem ersten Testbetrieb ging Lightning Anfang 2018 auf dem Bitcoin-Mainnet live. Heute wird es von mehreren unabh\u00e4ngigen Software-Implementierungen getragen, die alle demselben offenen Standard folgen, den sogenannten BOLTs (Basis of Lightning Technology). Kein Unternehmen besitzt das Netz; es ist ein Protokoll, an das sich jeder halten kann, der mitmachen will.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wie ein Zahlungskanal funktioniert<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Technisch beginnt ein Kanal mit einer sogenannten Funding-Transaktion. Beide Partner zahlen Bitcoin in eine gemeinsame Adresse ein, die nur mit zwei Unterschriften ausgegeben werden kann, ein 2-von-2-Multisig. Angenommen, Anna zahlt 0,05 BTC ein und Ben ebenfalls 0,05 BTC; der Kanal hat dann eine Kapazit\u00e4t von 0,1 BTC, und der Kontostand liegt bei 50 zu 50.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jede Zahlung im Kanal ist im Grunde nur eine Neuverteilung dieses Guthabens. Schickt Anna Ben den Gegenwert eines Kaffees, unterschreiben beide eine neue Commitment-Transaktion, die den ge\u00e4nderten Stand festh\u00e4lt, etwa 45 zu 55. Diese Transaktion wird nicht gesendet, sondern nur aufbewahrt. Sie ist die Versicherung: Wollte eine Seite den Kanal einseitig schlie\u00dfen, k\u00f6nnte sie diese j\u00fcngste Commitment-Transaktion auf der Kette ver\u00f6ffentlichen und ihr Guthaben einfordern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damit niemand einen alten, f\u00fcr ihn g\u00fcnstigeren Stand einreicht, arbeitet Lightning mit einem Bestrafungsmechanismus. Bei jedem Update tauschen beide Seiten einen geheimen Schl\u00fcssel aus, mit dem der jeweils vorherige Stand entwertet wird. Versucht Ben also, einen \u00fcberholten Stand zu ver\u00f6ffentlichen, in dem er noch mehr Guthaben hatte, kann Anna innerhalb einer festgelegten Frist das gesamte Kanalguthaben an sich ziehen. Diese Frist ist ein Timelock, und die Konstruktion sorgt daf\u00fcr, dass Betrug am Ende teurer ist als ehrliches Verhalten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Normalfall schlie\u00dfen beide den Kanal kooperativ, und der Endstand wird als eine einzige, g\u00fcnstige Transaktion verbucht. Reagiert eine Seite nicht, gibt es den Force-Close, bei dem der letzte Stand einseitig eingereicht wird und die Gegenseite ihr Guthaben erst nach Ablauf des Timelocks erh\u00e4lt. Force-Closes sind teurer und langsamer, weshalb gute Wallet-Software sie nach M\u00f6glichkeit vermeidet. Genau in dieser Mechanik liegt die Eleganz von Lightning: Die Sicherheit kommt nicht von einem Mittelsmann, sondern aus der Aussicht, dass sich Betrug mathematisch nicht lohnt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Vom Kanal zum Netz: Routing, HTLCs und Onion-Verschl\u00fcsselung<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein einzelner Kanal w\u00e4re nur ein Konto zwischen zwei Personen. Zum Netzwerk wird Lightning erst dadurch, dass Zahlungen \u00fcber mehrere Kan\u00e4le hinweg weitergereicht werden. Anna hat keinen direkten Kanal zu einem Berliner Caf\u00e9, wohl aber zu einer B\u00f6rse, die wiederum einen Kanal zu einem Zahlungsdienstleister hat, der mit dem Caf\u00e9 verbunden ist. Anna kann das Caf\u00e9 also \u00fcber diese Kette bezahlen, ohne die Zwischenstationen zu kennen oder ihnen vertrauen zu m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damit das sicher funktioniert, nutzt Lightning Hash Time-Locked Contracts, kurz HTLCs. Vereinfacht l\u00e4uft das so: Der Empf\u00e4nger erzeugt ein Geheimnis und schickt dem Zahler nur dessen Hash. Die Zahlung wandert dann Station f\u00fcr Station, wobei jeder Zwischenknoten das Geld nur weiterreicht, wenn am Ende das passende Geheimnis vorgelegt wird. L\u00f6st der Empf\u00e4nger die Zahlung mit seinem Geheimnis ein, f\u00e4llt die gesamte Kette wie eine Reihe Dominosteine zusammen, und jeder Zwischenknoten wird bezahlt. Klappt etwas nicht, l\u00e4uft ein Timelock ab und alle bekommen ihr Geld zur\u00fcck. Ein Zwischenknoten kann das Geld also weder stehlen noch verlieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer \u00fcber welche Route bezahlt, soll dabei privat bleiben. Deshalb verpackt der Absender die Wegbeschreibung in mehrere Verschl\u00fcsselungsschichten, \u00e4hnlich dem Tor-Netzwerk. Dieses Onion-Routing (technisch nach dem Sphinx-Verfahren) sorgt daf\u00fcr, dass jeder Zwischenknoten nur seinen direkten Vorg\u00e4nger und Nachfolger kennt, nicht aber den urspr\u00fcnglichen Absender, den endg\u00fcltigen Empf\u00e4nger oder die Gesamtl\u00e4nge des Weges. Die Zwischenknoten verdienen f\u00fcr ihren Dienst eine Geb\u00fchr, die im Lightning-Alltag oft nur Bruchteile eines Cents betr\u00e4gt. Diese Geb\u00fchr ist auch der Grund, warum es sich \u00fcberhaupt lohnt, einen Routing-Knoten zu betreiben.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Der Zustand des Netzes 2026: das Konsolidierungsparadox<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer sich die nackten Zahlen ansieht, st\u00f6\u00dft auf einen Widerspruch. Nach Daten von <a href=\"https:\/\/www.spark.money\/research\/lightning-network-2026-state\">Spark<\/a> lag die \u00f6ffentlich sichtbare Kapazit\u00e4t im Mai 2026 bei rund 4.900 BTC, verteilt auf gut 41.000 Kan\u00e4le. Bei einem <a href=\"https:\/\/www.coingecko.com\/en\/coins\/bitcoin\/eur\">Bitcoin-Kurs von etwa 55.800 Euro<\/a> entspricht das umgerechnet rund 270 Millionen Euro, die in \u00f6ffentlichen Kan\u00e4len gebunden sind. Im Dezember 2025 hatte das Netz mit 5.637 BTC einen Rekordwert erreicht, bevor es sich wieder auf das aktuelle Niveau einpendelte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gleichzeitig sank die Zahl der \u00f6ffentlichen Knoten auf etwa 17.400, ein deutlicher R\u00fcckgang gegen\u00fcber dem H\u00f6chststand von rund 20.700 im Jahr 2022. Das Zahlungsvolumen dagegen legte kr\u00e4ftig zu: Im November 2025 wickelte Lightning nach Spark-Angaben Transaktionen im Gegenwert von 1,17 Milliarden US-Dollar in einem einzigen Monat ab, ein Plus von 266 Prozent gegen\u00fcber dem Vorjahr. Weniger Betreiber, mehr Umsatz. Dieses Konsolidierungsparadox hat HOGE Wire in einer <a href=\"https:\/\/hoge.gg\/de\/lightning-network-2026-rekordvolumen-schrumpfendes-netz\/\">eigenen Analyse zu Rekordvolumen und schrumpfendem Netz<\/a> ausf\u00fchrlich beleuchtet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die g\u00e4ngige Erkl\u00e4rung: Das Netz professionalisiert sich. Hobby-Knoten, die vor Jahren aus Neugier liefen, verschwinden; an ihre Stelle treten gr\u00f6\u00dfere, gut kapitalisierte Routing-Knoten und Dienstleister, die deutlich mehr Volumen bewegen. Hinzu kommt, dass ein wachsender Teil der Kapazit\u00e4t in privaten, nicht angek\u00fcndigten Kan\u00e4len steckt, etwa bei mobilen Wallets und Unternehmen. Sch\u00e4tzungen zufolge liegt diese private Kapazit\u00e4t beim Zwei- bis Mehrfachen der \u00f6ffentlich sichtbaren, was die reinen Statistikwerte tendenziell untertreibt. Die folgende Tabelle fasst die zentralen Kennzahlen zusammen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><thead><tr><th>Kennzahl<\/th><th>Wert (2026)<\/th><th>Quelle<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>\u00d6ffentliche Kapazit\u00e4t<\/td><td>rund 4.900 BTC (ca. 270 Mio. Euro)<\/td><td>Spark, Mai 2026<\/td><\/tr><tr><td>Rekordkapazit\u00e4t<\/td><td>5.637 BTC<\/td><td>Dezember 2025<\/td><\/tr><tr><td>\u00d6ffentliche Knoten<\/td><td>rund 17.400 (2022: ca. 20.700)<\/td><td>Spark<\/td><\/tr><tr><td>Zahlungskan\u00e4le<\/td><td>rund 41.000<\/td><td>Spark<\/td><\/tr><tr><td>Monatsvolumen<\/td><td>1,17 Mrd. USD (Nov. 2025)<\/td><td>Spark<\/td><\/tr><tr><td>Volumenwachstum<\/td><td>+266 % gegen\u00fcber Vorjahr<\/td><td>Spark<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Stablecoins auf Lightning: Taproot Assets und der USDT-Moment<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die vielleicht gr\u00f6\u00dfte Ver\u00e4nderung der vergangenen zwei Jahre hat mit Bitcoin selbst wenig zu tun. Seit dem Taproot-Upgrade vom November 2021 lassen sich auf Bitcoin Verm\u00f6genswerte ausgeben, die kein Bitcoin sind. Das daf\u00fcr von Lightning Labs entwickelte Protokoll hei\u00dft Taproot Assets, und es erlaubt, Token auf der Basiskette zu pr\u00e4gen und anschlie\u00dfend \u00fcber dieselben Lightning-Kan\u00e4le zu verschicken, die auch Bitcoin transportieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Praktisch relevant wurde das mit Tether. Der weltgr\u00f6\u00dfte Stablecoin-Emittent k\u00fcndigte am 30. Januar 2025 in San Salvador an, seinen Dollar-Token USDt \u00fcber Taproot Assets auf Bitcoin und Lightning zu bringen; die technische Integration zog sich \u00fcber mehr als ein Jahr und wurde 2026 abgeschlossen. Tether-Chef Paolo Ardoino begr\u00fcndete den Schritt so: <a href=\"https:\/\/tether.io\/news\/tether-brings-usdt-to-bitcoins-lightning-network-ushering-in-a-new-era-of-unstoppable-technology\/\">&#8220;Tether is committed to driving innovation in the Bitcoin ecosystem. By enabling USDt on the Lightning Network, we are not only reinforcing Bitcoin&#8217;s foundational principles of decentralization and security but also creating practical solutions for remittances, payments, and other financial applications that demand both speed and reliability.&#8221;<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Elizabeth Stark, Mitgr\u00fcnderin und Chefin von Lightning Labs, ordnete die Bedeutung breiter ein. Stablecoins auf Lightning seien nach ihren Worten <a href=\"https:\/\/lightning.engineering\/posts\/2025-01-30-Tether-on-Lightning\/\">die am h\u00e4ufigsten nachgefragte Funktion aus der Entwicklergemeinde der vergangenen Jahre<\/a> gewesen; der Schritt markiere eine neue \u00c4ra, die Bitcoin und Lightning in echte Multi-Asset-Netzwerke verwandle. Der Reiz f\u00fcr Nutzer ist offensichtlich: Wer in Dollar denkt, kann auf Lightning nun Dollar-Betr\u00e4ge nahezu sofort und f\u00fcr Bruchteile eines Cents verschicken, ohne die Kursschwankungen von Bitcoin in Kauf zu nehmen. Wie diese R\u00fcckkehr der Stablecoins auf Bitcoin technisch abl\u00e4uft, hat HOGE Wire im Detail zu <a href=\"https:\/\/hoge.gg\/de\/taproot-assets-stablecoins-bitcoin\/\">Taproot Assets erkl\u00e4rt<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damit verschiebt sich der Charakter des Netzes. Neben USDt haben weitere Emittenten angek\u00fcndigt, \u00fcber dasselbe Protokoll Token auf Lightning zu bringen, von anderen Dollar-Stablecoins bis zu regionalen W\u00e4hrungen. F\u00fcr die einen ist das die logische Erweiterung eines Zahlungsnetzes; f\u00fcr die anderen ein Bruch mit dem Ideal, dass Lightning ausschlie\u00dflich Bitcoin bewegen sollte. Fest steht: Der praktische Nutzwert von Lightning h\u00e4ngt 2026 st\u00e4rker denn je an der Frage, ob Menschen dar\u00fcber Dollar oder Bitcoin verschicken wollen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die gro\u00dfen Upgrades 2026: BOLT12, Splicing und asynchrone Zahlungen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Lightning war lange ber\u00fcchtigt f\u00fcr seine Ecken und Kanten. Ein Teil davon ist 2026 verschwunden, weil mehrere lang erwartete Verbesserungen den Sprung in die Produktion geschafft haben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>BOLT12-Offers<\/strong> l\u00f6sen das alte Problem der Einweg-Rechnung. Bisher musste ein Empf\u00e4nger f\u00fcr jede Zahlung eine frische Invoice erzeugen. Ein <a href=\"https:\/\/bolt12.org\/\">Offer nach dem BOLT12-Standard<\/a> ist dagegen ein statischer, wiederverwendbarer Zahlungscode, der sich als QR-Code aufh\u00e4ngen, in eine Signatur packen oder f\u00fcr Abonnements nutzen l\u00e4sst. M\u00f6glich machen das sogenannte Blinded Paths, die die Adresse des Empf\u00e4ngers verschleiern. Drei der vier gro\u00dfen Implementierungen unterst\u00fctzen BOLT12 inzwischen nativ; ausgerechnet das verbreitetste Programm, LND, <a href=\"https:\/\/www.spark.money\/tools\/lightning-node-comparison\">hinkt hier hinterher<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Splicing<\/strong> erlaubt es, einen bestehenden Kanal zu vergr\u00f6\u00dfern oder zu verkleinern, ohne ihn zu schlie\u00dfen und neu zu \u00f6ffnen. Fr\u00fcher bedeutete jede Anpassung der Kanalgr\u00f6\u00dfe zwei On-Chain-Transaktionen und damit doppelte Geb\u00fchren und Wartezeit. Mit Splicing flie\u00dft zus\u00e4tzliches Guthaben in einen laufenden Kanal, w\u00e4hrend die Zahlungen weiterlaufen. Core Lightning hat die Funktion 2026 standardm\u00e4\u00dfig aktiviert, nachdem sie in die BOLT-Spezifikation aufgenommen wurde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Asynchrone Zahlungen<\/strong> zielen auf das gr\u00f6\u00dfte Alltagsproblem mobiler Wallets: Bislang mussten beide Seiten f\u00fcr eine Zahlung gleichzeitig online sein. Neue Verfahren erlauben es, dass ein Empf\u00e4nger offline ist und die Zahlung sp\u00e4ter abholt, was Lightning dem Verhalten gewohnter Bezahl-Apps ann\u00e4hert. Erg\u00e4nzt wird das durch Watchtower-Dienste, die Kan\u00e4le im Auftrag abwesender Nutzer \u00fcberwachen und Betrugsversuche abwehren, sowie durch Liquidity-as-a-Service-Anbieter, die eingehende Kapazit\u00e4t auf Bestellung verkaufen. In der Summe f\u00fchlt sich Lightning 2026 sp\u00fcrbar weniger nach Bastelprojekt an als noch vor zwei Jahren.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die vier Implementierungen im Vergleich<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Anders als bei vielen Blockchains gibt es nicht die eine Lightning-Software. Vier Projekte setzen den offenen Standard um, jedes mit eigener Programmiersprache, eigener Zielgruppe und eigenen Kompromissen. Diese Vielfalt gilt als Sicherheitsmerkmal: Ein Fehler in einer Implementierung legt nicht gleich das ganze Netz lahm.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><thead><tr><th>Implementierung<\/th><th>Betreiber<\/th><th>Sprache<\/th><th>BOLT12<\/th><th>Splicing<\/th><th>Typischer Einsatz<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>LND<\/td><td>Lightning Labs<\/td><td>Go<\/td><td>in Arbeit<\/td><td>teilweise<\/td><td>am weitesten verbreitet, B\u00f6rsen und Dienstleister<\/td><\/tr><tr><td>Core Lightning (CLN)<\/td><td>Blockstream<\/td><td>C<\/td><td>ja<\/td><td>ja (Standard)<\/td><td>modular, technisch versierte Betreiber<\/td><\/tr><tr><td>Eclair<\/td><td>ACINQ<\/td><td>Scala<\/td><td>ja<\/td><td>Prototyp<\/td><td>Backend der Phoenix-Wallet, mobil<\/td><\/tr><tr><td>LDK<\/td><td>Spiral (Block)<\/td><td>Rust<\/td><td>ja<\/td><td>Splice-out<\/td><td>Baukasten f\u00fcr App-Entwickler, kein fertiger Knoten<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">LND von Lightning Labs ist die meistgenutzte Variante und bildet das R\u00fcckgrat vieler kommerzieller Dienste. Core Lightning (fr\u00fcher c-lightning) von Blockstream gilt als besonders modular und war die erste Implementierung mit produktionsreifem BOLT12 und Splicing. Eclair der franz\u00f6sischen Firma ACINQ ist in Scala geschrieben und treibt unter anderem die mobile Phoenix-Wallet an; die <a href=\"https:\/\/github.com\/ACINQ\/eclair\/releases\">Version 0.13.0<\/a> bringt Dual-Funding, BOLT12-Offers mit Blinded Paths und Splicing zusammen. LDK, das Lightning Dev Kit von Blocks Entwicklungslabor Spiral, ist kein fertiger Knoten, sondern eine Rust-Bibliothek, mit der Entwickler Lightning direkt in ihre Anwendungen einbauen. Wer die Feinheiten vergleichen will, findet bei <a href=\"https:\/\/www.spark.money\/tools\/lightning-node-comparison\">Spark eine ausf\u00fchrliche Gegen\u00fcberstellung<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wallets und das Spektrum der Verwahrung<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Endnutzer ist die wichtigste Frage nicht, welche Implementierung im Hintergrund l\u00e4uft, sondern wer die Schl\u00fcssel h\u00e4lt. Hier spannt sich ein Spektrum auf. Am einen Ende stehen verwahrende (custodial) Wallets wie Wallet of Satoshi, bei denen ein Anbieter die Bitcoin h\u00e4lt und Lightning f\u00fcr den Nutzer im Hintergrund abwickelt. Sie sind kinderleicht zu bedienen, daf\u00fcr muss man dem Betreiber vertrauen, ganz wie bei einer B\u00f6rse.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am anderen Ende stehen selbstverwahrende Wallets wie Phoenix, Breez oder Zeus, bei denen der Nutzer die Schl\u00fcssel und damit die Kan\u00e4le selbst kontrolliert, sowie der eigene Knoten auf einem Mini-Rechner zu Hause. Das bedeutet mehr Souver\u00e4nit\u00e4t, aber auch mehr Verantwortung, etwa f\u00fcr Backups und Liquidit\u00e4t. Dass diese Grenze auch regulatorisch heikel ist, zeigte sich im Mai 2024, als ACINQ die selbstverwahrende Phoenix-Wallet aus den US-App-Stores nahm, aus Sorge vor der amerikanischen Einstufung als Geld\u00fcbermittler. F\u00fcr die Netzgesundheit ist das ein Warnsignal: Gerade die nicht verwahrenden Wallets, die Lightning dezentral halten, geraten unter regulatorischen Druck, w\u00e4hrend bequeme custodial L\u00f6sungen Zulauf bekommen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wer Lightning wirklich nutzt<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der sichtbarste Adoptionsschub kommt von den B\u00f6rsen. Coinbase, eine der gr\u00f6\u00dften Handelsplattformen der Welt, integrierte Lightning im April 2024 in Zusammenarbeit mit Lightspark, dem Unternehmen des fr\u00fcheren PayPal- und Meta-Managers David Marcus. Der Effekt war deutlich: Bis Mitte 2025 liefen nach <a href=\"https:\/\/www.lightspark.com\/news\/lightspark\/coinbase-lightning-network-lightspark\">Lightspark-Angaben mehr als 15 Prozent aller Bitcoin-Abhebungen von Coinbase \u00fcber Lightning<\/a>. Kraken bietet die Technik schon seit 2021 an, Bitfinex und weitere H\u00e4user ziehen mit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das oft zitierte Vorzeigeland bleibt El Salvador, dessen staatliche Chivo-Wallet 2025 mehrere Millionen Lightning-Transaktionen abwickelte, vor allem f\u00fcr R\u00fcck\u00fcberweisungen und den Einzelhandel. Die Realit\u00e4t ist allerdings n\u00fcchterner, als die Schlagzeilen suggerieren. Nach Zahlen der Zentralbank stieg der Anteil krypto-basierter R\u00fcck\u00fcberweisungen im ersten Quartal 2026 zwar um fast 50 Prozent gegen\u00fcber dem Vorjahr, machte aber weiterhin nur <a href=\"https:\/\/news.bitcoin.com\/el-salvador-crypto-remittances-reach-17-38m\/\">0,71 Prozent der insgesamt 2,43 Milliarden US-Dollar an \u00dcberweisungen<\/a> aus. Zudem f\u00e4hrt El Salvador die Chivo-Wallet im Rahmen einer Vereinbarung mit dem Internationalen W\u00e4hrungsfonds zur\u00fcck, was einen Teil des staatlich getriebenen Wachstums bremst.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Interessanter ist, wo Lightning organisch w\u00e4chst: bei Mikrozahlungen, die f\u00fcr Karten und Bank\u00fcberweisungen zu klein sind. Dazu z\u00e4hlen Trinkgelder im sozialen Netzwerk Nostr, das Bezahlen einzelner Spielminuten oder Streaming-Sekunden sowie, ganz neu, Maschinenzahlungen zwischen KI-Agenten, die Datenabrufe im Cent-Bruchteil-Bereich untereinander abrechnen. In diesen Nischen spielt Lightning eine St\u00e4rke aus, die keine Kreditkarte hat: Betr\u00e4ge unter einem Cent lassen sich sinnvoll bewegen. Ob daraus ein Massenph\u00e4nomen wird, ist offen, doch hier entsteht Nutzung, die nicht von staatlichen Programmen abh\u00e4ngt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die ungel\u00f6sten Probleme<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So elegant das Grundprinzip ist, Lightning hat handfeste Schw\u00e4chen, die Fachleute offen benennen. Das gr\u00f6\u00dfte operative \u00c4rgernis ist die eingehende Liquidit\u00e4t (Inbound Liquidity). Ein frisch aufgesetzter Knoten kann zwar bezahlen, aber zun\u00e4chst kein Geld empfangen, weil auf der Gegenseite der Kan\u00e4le kein Guthaben liegt. Der Bitcoin-Entwickler Matt Corallo brachte das Dilemma auf den Punkt: Neu installierte Knoten erzeugten oft Rechnungen, die schlicht <a href=\"https:\/\/www.spark.money\/research\/lightning-network-2026-state\">unbezahlbar<\/a> seien, weil keinerlei eingehende Kapazit\u00e4t vorhanden sei.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein zweites, subtileres Risiko ist das Channel Jamming, bei dem ein Angreifer die Kapazit\u00e4t fremder Kan\u00e4le blockiert, indem er Zahlungen anst\u00f6\u00dft, sie aber nie einl\u00f6st, sodass das Guthaben bis zum Ablauf der Timelocks gebunden bleibt. Wirksame Gegenma\u00dfnahmen werden seit Jahren diskutiert, sind aber noch nicht abschlie\u00dfend im Standard verankert. Hinzu kommt die Annahme, dass Knoten m\u00f6glichst online sein sollten, um Betrug abzuwehren; Watchtower-Dienste mildern das, verlagern aber ein St\u00fcck Vertrauen zur\u00fcck an Dritte. Gr\u00f6\u00dfere Zahlungen scheitern zudem h\u00e4ufiger, weil sich entlang der Route nicht genug Liquidit\u00e4t findet, was durch das Aufteilen in Teilzahlungen (Multipart Payments) abgefedert, aber nicht ganz gel\u00f6st wird.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Lightning, MiCA und BaFin: die regulatorische Grauzone<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Regulatorisch ist Lightning ein Sonderfall, weil das Netz selbst niemandem geh\u00f6rt. Die europ\u00e4ische Verordnung MiCA, seit dem 30. Dezember 2024 vollst\u00e4ndig in Kraft, verlangt f\u00fcr vollst\u00e4ndig dezentrale Krypto-Werte ohne Emittenten wie Bitcoin keine Zulassung. Wer dagegen als Dienstleister Krypto-Werte f\u00fcr Kunden verwahrt, tauscht oder in ihrem Auftrag \u00fcbertr\u00e4gt, gilt als Crypto-Asset Service Provider (CASP) und braucht eine Erlaubnis. In Deutschland ist daf\u00fcr die <a href=\"https:\/\/www.bafin.de\/EN\/PublikationenDaten\/publikationen_node_en.html\">BaFin<\/a> zust\u00e4ndig, die bis ins erste Quartal 2026 den Gro\u00dfteil der \u00f6ffentlichen europ\u00e4ischen Zulassungen f\u00fcr Stablecoin-Emittenten bearbeitet hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr einen privaten Routing-Knoten, der nur fremde Zahlungen weiterleitet und zu keinem Zeitpunkt Kundengelder verwahrt, d\u00fcrfte die CASP-Pflicht in der Regel nicht greifen; f\u00fcr eine verwahrende Lightning-Wallet oder eine B\u00f6rse, die Ein- und Auszahlungen \u00fcber Lightning anbietet, sehr wohl. Diese Grenze zwischen blo\u00dfer Software und erlaubnispflichtigem Finanzdienst ist die eigentliche Streitfrage, und sie erkl\u00e4rt auch, warum Anbieter selbstverwahrender Wallets nerv\u00f6s auf jede regulatorische Bewegung reagieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Besonders heikel wird es bei den neuen Stablecoins. Unter MiCA gilt ein an eine einzige W\u00e4hrung gebundener Token wie USDt rechtlich als E-Geld-Token (EMT); dessen \u00dcbertragung kann laut <a href=\"https:\/\/www.eba.europa.eu\/regulation-and-policy\/asset-referenced-and-e-money-tokens-mica\">Europ\u00e4ischer Bankenaufsicht<\/a> eine Zahlungsdienstleistung darstellen. Da Tether f\u00fcr USDt keine EMT-Zulassung in der EU besitzt, haben europ\u00e4ische B\u00f6rsen den Token f\u00fcr Kunden im Europ\u00e4ischen Wirtschaftsraum eingeschr\u00e4nkt. Das dollarbasierte Lightning-Erlebnis, das in San Salvador gefeiert wurde, ist f\u00fcr deutsche Nutzer also rechtlich alles andere als selbstverst\u00e4ndlich. In den USA verschiebt sich der Rahmen unterdessen von der reinen Verfolgung hin zu geschriebenen Regeln, wie HOGE Wire im \u00dcberblick zum <a href=\"https:\/\/hoge.gg\/de\/sec-enforcement-2026-krypto-regelwerk\/\">Wandel der SEC-Enforcement 2026<\/a> beschrieben hat.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Steuern: Was deutsche Lightning-Nutzer beachten m\u00fcssen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Punkt, der in der Technikbegeisterung gern untergeht: Aus Sicht des deutschen Fiskus ist eine Lightning-Zahlung keine Zahlung mit einer eigenen W\u00e4hrung, sondern die Ver\u00e4u\u00dferung von Bitcoin. Wer mit Satoshis einen Kaffee kauft, verkauft in diesem Moment steuerlich Bitcoin und realisiert einen Gewinn oder Verlust gegen\u00fcber dem Anschaffungskurs. Bei vielen kleinen Zahlungen kann das zu einer aufwendigen Dokumentationspflicht f\u00fchren, auch wenn Freigrenzen und die Haltefrist in der Praxis vieles entsch\u00e4rfen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gerade die Haltefrist steht 2026 im Umbruch, was HOGE Wire in der Analyse zum <a href=\"https:\/\/hoge.gg\/de\/krypto-steuer-2026-ende-haltefrist-abgeltungsteuer\/\">Ende der Haltefrist und der Abgeltungsteuer<\/a> aufgearbeitet hat. Wer als Selbstst\u00e4ndiger Zahlungen in Bitcoin \u00fcber Lightning annimmt, sollte zudem die einkommensteuerlichen Fallstricke kennen, die im Beitrag zu den <a href=\"https:\/\/hoge.gg\/de\/bezahlt-in-bitcoin-steuerfallen-selbststaendige-2026\/\">Steuerfallen f\u00fcr Selbstst\u00e4ndige<\/a> ausf\u00fchrlich erkl\u00e4rt sind. Die Kurzfassung: Technisch ist Lightning bequem, steuerlich bleibt jede Ausgabe ein potenziell dokumentationspflichtiger Vorgang.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ausblick: Wohin sich Lightning bewegt<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die spannendste Frage f\u00fcr die kommenden Jahre ist, wof\u00fcr Lightning eigentlich gebraucht wird. Als reines Bitcoin-Zahlungsnetz konkurriert es mit einer schlichten Realit\u00e4t: Die meisten Menschen wollen in ihrer Landesw\u00e4hrung bezahlen, nicht in einem volatilen Verm\u00f6genswert. Genau hier k\u00f6nnten die Stablecoins den Ausschlag geben. Sollte sich USDt \u00fcber Taproot Assets durchsetzen, w\u00fcrde Lightning weniger zum Bitcoin-Kaffee-Netz und mehr zur globalen Abwicklungsschiene f\u00fcr digitale Dollar, mit Bitcoin als Sicherheits- und Transportschicht darunter.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zugleich steht Lightning im Wettbewerb mit ganz anderen Schienen. F\u00fcr Dollar-\u00dcberweisungen sind Netze wie Tron oder Solana heute breiter adaptiert, und die Konsolidierung des Lightning-Netzes zeigt, dass Effizienz und Dezentralit\u00e4t in Spannung stehen. Die Upgrades von 2026, BOLT12, Splicing und asynchrone Zahlungen, machen die Nutzung sp\u00fcrbar angenehmer, l\u00f6sen aber weder das Liquidit\u00e4tsproblem noch die regulatorische Unsicherheit. Lightning bleibt damit das, was es immer war: eine technisch bemerkenswerte, in Teilen noch unfertige Wette darauf, dass Geld sich so frei bewegen sollte wie Information.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">H\u00e4ufig gestellte Fragen (FAQ)<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Was ist das Lightning Network einfach erkl\u00e4rt?<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Lightning Network ist eine zweite Schicht \u00fcber der Bitcoin-Blockchain. Zwei Parteien er\u00f6ffnen einen gemeinsamen Zahlungskanal, \u00fcber den sie beliebig viele sofortige Zahlungen abwickeln k\u00f6nnen, ohne dass jede einzelne auf der Blockchain gespeichert wird. Nur das \u00d6ffnen und Schlie\u00dfen des Kanals landet on-chain, was Zahlungen sehr schnell und sehr g\u00fcnstig macht.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Ist das Lightning Network sicher?<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Lightning nutzt dieselben kryptografischen Grundlagen wie Bitcoin und einen Bestrafungsmechanismus, der Betrug teurer macht als ehrliches Verhalten. Die Risiken liegen vor allem in der Praxis: Ein Knoten sollte regelm\u00e4\u00dfig online sein, und bei verwahrenden Wallets vertraut man wie bei einer B\u00f6rse einem Anbieter. Watchtower-Dienste k\u00f6nnen abwesende Nutzer zus\u00e4tzlich absichern.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Was kostet eine Lightning-Transaktion?<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Lightning-Geb\u00fchren bestehen aus einer kleinen Grundgeb\u00fchr plus einem Anteil am Betrag und liegen im Alltag oft bei Bruchteilen eines Cents. Damit eignet sich Lightning f\u00fcr Kleinstbetr\u00e4ge, die auf der Bitcoin-Basiskette oder mit Kreditkarten unwirtschaftlich w\u00e4ren. Zus\u00e4tzliche Kosten fallen beim \u00d6ffnen und Schlie\u00dfen eines Kanals an, da dies regul\u00e4re On-Chain-Transaktionen sind.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Kann ich mit Lightning Stablecoins wie USDT senden?<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ja. Seit Tether USDt \u00fcber das Protokoll Taproot Assets auf Bitcoin und Lightning gebracht hat, lassen sich auch Dollar-Stablecoins \u00fcber dieselben Kan\u00e4le senden. F\u00fcr Nutzer im Europ\u00e4ischen Wirtschaftsraum ist der Zugang allerdings eingeschr\u00e4nkt, weil USDt unter der EU-Verordnung MiCA als E-Geld-Token gilt und Tether daf\u00fcr keine EU-Zulassung besitzt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Sind Lightning-Zahlungen in Deutschland steuerpflichtig?<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der Regel ja. Der deutsche Fiskus behandelt eine Lightning-Zahlung als Ver\u00e4u\u00dferung von Bitcoin, sodass jede Ausgabe ein steuerlich relevanter Vorgang sein kann. Ob tats\u00e4chlich Steuern anfallen, h\u00e4ngt von Haltefrist, Freigrenzen und der 2026 laufenden Reform des Krypto-Steuerrechts ab; im Zweifel hilft steuerlicher Rat.<\/p>\n\n\n\n<script type=\"application\/ld+json\">{\"@context\":\"https:\/\/schema.org\",\"@type\":\"FAQPage\",\"mainEntity\":[{\"@type\":\"Question\",\"name\":\"Was ist das Lightning Network einfach erkl\u00e4rt?\",\"acceptedAnswer\":{\"@type\":\"Answer\",\"text\":\"Das Lightning Network ist eine zweite Schicht \u00fcber der Bitcoin-Blockchain. Zwei Parteien er\u00f6ffnen einen gemeinsamen Zahlungskanal, \u00fcber den sie beliebig viele sofortige Zahlungen abwickeln k\u00f6nnen, ohne dass jede einzelne auf der Blockchain gespeichert wird. 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