{"id":247,"date":"2026-08-10T10:30:27","date_gmt":"2026-08-10T10:30:27","guid":{"rendered":"https:\/\/hoge.gg\/de\/ordinals-erklaert-bitcoin-inscriptions-blockspace-2026\/"},"modified":"2026-08-10T10:30:27","modified_gmt":"2026-08-10T10:30:27","slug":"ordinals-erklaert-bitcoin-inscriptions-blockspace-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hoge.gg\/de\/ordinals-erklaert-bitcoin-inscriptions-blockspace-2026\/","title":{"rendered":"Ordinals erkl\u00e4rt: Bitcoins Inscriptions und der Blockspace-Streit"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Bitcoin galt lange als das n\u00fcchternste Netzwerk der Kryptowelt: digitales Gold, karg, auf einen einzigen Zweck getrimmt, n\u00e4mlich Werte sicher von A nach B zu bewegen. Anfang 2023 kippte ein einziges Software-Projekt diese Erz\u00e4hlung. Mit Ordinals wurde die \u00e4lteste Blockchain der Welt praktisch \u00fcber Nacht zur Leinwand f\u00fcr Bilder, Texte, kleine Videospiele und schlie\u00dflich f\u00fcr ganze Token-\u00d6kosysteme. Aus einem Kunstexperiment wurde ein Geb\u00fchrenboom, ein handfester Kulturkampf und eine bis heute offene Grundsatzfrage: Wof\u00fcr ist der knappe Platz in einem Bitcoin-Block eigentlich da?<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Mitte 2026 hat sich der Staub gelegt. Bitcoin notiert bei rund 56.257 Euro und damit etwa 48 Prozent unter seinem Rekordhoch von rund 126.080 US-Dollar aus dem Oktober 2025 (<a href='https:\/\/www.coingecko.com\/en\/coins\/bitcoin'>CoinGecko<\/a>); die Hintergr\u00fcnde der Korrektur ordnet unser Beitrag <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/bitcoin-kurs-2026-korrektur-rekordhoch\/'>zum Bitcoin-Kurs 2026<\/a> ein. Der gro\u00dfe Marktplatz Magic Eden hat sich aus dem Bitcoin-Gesch\u00e4ft zur\u00fcckgezogen, wichtige Explorer schlie\u00dfen, und trotzdem ist die Zahl der Inscriptions auf mehr als 107 Millionen gestiegen (<a href='https:\/\/www.kucoin.com\/blog\/bitcoin-inscriptions-2026-ordinals-guide'>KuCoin<\/a>). Dieser Text erkl\u00e4rt, was Ordinals technisch sind, wie die Ordinal-Theorie funktioniert, warum sie Bitcoiner spaltet und wo der Markt heute wirklich steht.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Was sind Ordinals? Kurz erkl\u00e4rt<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Hinter dem Wort Ordinals stecken zwei Dinge, die zusammenarbeiten. Das erste ist die Ordinal-Theorie: ein Nummerierungsschema, das jedem einzelnen Satoshi, der kleinsten Bitcoin-Einheit, eine eindeutige Seriennummer zuweist. Das zweite sind Inscriptions (auf Deutsch Inschriften): das Anh\u00e4ngen beliebiger Daten, etwa eines Bildes oder eines Textes, an genau einen solchen nummerierten Satoshi. Zusammen ergibt das NFT-\u00e4hnliche Sammlerst\u00fccke, die direkt auf Bitcoin liegen, ohne Smart Contract, ohne separaten Token und ohne zweite Blockchain.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Erdacht und programmiert hat das Ganze der fr\u00fchere Bitcoin-Core-Entwickler Casey Rodarmor. \u00d6ffentlich gestartet ist das Protokoll am 21. Januar 2023, als Rodarmor die Software ord und die dazugeh\u00f6rige Theorie ver\u00f6ffentlichte (<a href='https:\/\/www.chainalysis.com\/blog\/ordinals-protocol-bitcoin-nfts\/'>Chainalysis<\/a>). Der entscheidende Unterschied zu klassischen NFTs auf Ethereum: Bei Ordinals liegt das komplette digitale Objekt dauerhaft und unver\u00e4nderlich in der Bitcoin-Blockchain selbst, nicht auf einem externen Server. Genau diese Kompromisslosigkeit macht Ordinals f\u00fcr Sammler reizvoll und f\u00fcr viele Bitcoin-Puristen zum \u00c4rgernis.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Wichtig f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis: Ordinals sind kein neuer Coin und kein Token, den man einfach kaufen kann. Der Begriff steht f\u00fcr ein Konzept und eine Software, nicht f\u00fcr ein fertiges Investmentprodukt. Wer &bdquo;Ordinals kaufen&ldquo; sagt, meint in aller Regel entweder eine konkrete Inscription, also ein Bild oder ein Sammlerst\u00fcck, oder einen darauf aufbauenden Token wie ORDI. Diese Unterscheidung erspart viele Missverst\u00e4ndnisse und ist der Grund, warum in diesem Text drei Ebenen sauber getrennt werden: die Ordinal-Theorie, die Inscriptions und die darauf aufsetzenden Token-Standards.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Ordinal-Theorie: Jeder Satoshi bekommt eine Nummer<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Bitcoin besteht aus 100 Millionen Satoshis. Normalerweise sind diese Einheiten v\u00f6llig austauschbar, ein Sat ist so gut wie jeder andere. Die Ordinal-Theorie bricht mit dieser Gleichheit, indem sie jedem Satoshi eine fortlaufende Nummer gibt, und zwar in der Reihenfolge, in der er gesch\u00fcrft wurde. Der allererste je gesch\u00fcrfte Sat tr\u00e4gt die Nummer null, der n\u00e4chste die eins und so weiter (<a href='https:\/\/www.chainalysis.com\/blog\/ordinals-protocol-bitcoin-nfts\/'>Chainalysis<\/a>).<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Damit diese Nummern durch sp\u00e4tere Transaktionen hindurch nachvollziehbar bleiben, gilt eine einfache Regel nach dem Prinzip zuerst herein, zuerst hinaus: Die Satoshis verlassen eine Transaktion in derselben Reihenfolge, in der sie hineingekommen sind. So l\u00e4sst sich jeder Sat l\u00fcckenlos vom Sch\u00fcrfblock bis zur heutigen Wallet zur\u00fcckverfolgen. Wichtig ist: Bitcoin selbst kennt diese Nummern nicht. Die Ordinal-Theorie ist eine Deutungsebene obendrauf, die von Indexer-Software wie ord berechnet wird. Das Protokoll wurde daf\u00fcr nicht ver\u00e4ndert, weshalb Bef\u00fcrworter betonen, dass Ordinals ohne jede \u00c4nderung an den Bitcoin-Regeln auskommen. Rodarmor selbst hat die Theorie einmal als eine Art Linse beschrieben, durch die man die Blockchain betrachtet und durch die einzelne, verfolgbare Satoshis pl\u00f6tzlich sichtbar werden.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Inscriptions: Wie die Daten in die Blockchain kommen<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Sobald ein Satoshi eine Identit\u00e4t hat, kann man ihm Inhalt geben. Genau das ist eine Inscription. Der Trick steckt in der Struktur einer Bitcoin-Transaktion. Seit dem SegWit-Upgrade von 2017 wandern Signaturdaten in einen eigenen Bereich, die sogenannte Witness, der beim Berechnen der Blockgr\u00f6\u00dfe nur zu einem Viertel gewichtet wird. Das Taproot-Upgrade von November 2021 machte es zus\u00e4tzlich g\u00fcnstig, gro\u00dfe Datenmengen in diesem Bereich unterzubringen. Inscriptions nutzen beides: Sie verstecken Bild oder Text in einem Skript-Abschnitt, den die Nodes als nicht ausf\u00fchrbaren Datenblock behandeln, ein sogenanntes Envelope. Der Inhalt landet so vollst\u00e4ndig on-chain in der Witness der Transaktion.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der praktische Effekt ist radikal: W\u00e4hrend ein Ethereum-NFT meist nur einen Verweis speichert und das eigentliche Bild bei einem Dienst wie IPFS oder auf einem Server liegt, tr\u00e4gt eine Inscription das komplette Artefakt in der Blockchain. Solange Bitcoin existiert, existiert das Bild. Der Nachteil ist der Platzverbrauch, denn Blockspace ist knapp und teuer. Eine sp\u00e4tere Verfeinerung, die rekursiven Inscriptions, entsch\u00e4rft das teilweise: Neue Werke verweisen auf bereits vorhandene Daten, statt alles erneut zu speichern, was komplexe, generative Kunst auf der Basisschicht m\u00f6glich macht, ohne die Bl\u00f6cke zu sprengen (<a href='https:\/\/www.kucoin.com\/blog\/bitcoin-inscriptions-2026-ordinals-guide'>KuCoin<\/a>).<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">\u00d6konomisch entscheidend ist der sogenannte Witness-Discount. Weil Witness-Daten beim Blockgewicht nur zu einem Viertel z\u00e4hlen, ist es rund viermal g\u00fcnstiger, ein Bild als Inscription unterzubringen, als es in einem gew\u00f6hnlichen Transaktionsausgang zu speichern. Das erkl\u00e4rt, warum Ordinals \u00fcberhaupt praktikabel wurden und warum ein einziges gro\u00dfes Kunstwerk einen kompletten Block mit seinem Gewichtslimit von vier Megabyte f\u00fcllen kann. F\u00fcr Kritiker ist genau das der wunde Punkt: Ein Rabatt, der urspr\u00fcnglich normale Zahlungen verbilligen sollte, subventioniert nun das dauerhafte Speichern beliebiger Daten. Bef\u00fcrworter kontern, dass am Ende der Markt entscheidet, wer den knappen Platz am dringendsten braucht.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Die Seltenheits-Hierarchie der Satoshis<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Weil jeder Satoshi nummeriert ist, l\u00e4sst sich auch eine Seltenheitsordnung bauen. Die Ordinal-Theorie definiert sechs Stufen, die sich an den Rhythmen des Bitcoin-Netzwerks orientieren: an neuen Bl\u00f6cken, an den Difficulty-Anpassungen alle 2.016 Bl\u00f6cke und an den Halbierungen (Halvings). Sammler zahlen f\u00fcr besonders seltene Sats, etwa den ersten Satoshi eines Blocks oder einer Halving-Epoche, teils deutliche Aufschl\u00e4ge. Die offizielle Dokumentation legt die Stufen so fest (<a href='https:\/\/docs.ordinals.com\/'>Ordinals-Dokumentation<\/a>):<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Stufe<\/th><th>Definition<\/th><th>H\u00e4ufigkeit<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Common<\/td><td>jeder Satoshi au\u00dfer dem ersten eines Blocks<\/td><td>viele Milliarden<\/td><\/tr><tr><td>Uncommon<\/td><td>der erste Satoshi jedes Blocks<\/td><td>einer je Block<\/td><\/tr><tr><td>Rare<\/td><td>der erste Satoshi jeder Difficulty-Anpassung (alle 2.016 Bl\u00f6cke)<\/td><td>einige Tausend insgesamt<\/td><\/tr><tr><td>Epic<\/td><td>der erste Satoshi jeder Halbierungs-Epoche<\/td><td>einer je Halving<\/td><\/tr><tr><td>Legendary<\/td><td>der erste Satoshi jedes Zyklus (alle sechs Halvings)<\/td><td>eine Handvoll je Jahrhundert<\/td><\/tr><tr><td>Mythic<\/td><td>der erste Satoshi des Genesis-Blocks<\/td><td>genau einer<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Gamifizierung erkl\u00e4rt einen Teil der Faszination. Ein Sat ist pl\u00f6tzlich nicht mehr nur Geld, sondern ein potenzielles Sammlerst\u00fcck mit Herkunftsnachweis. Kritiker halten dagegen, dass die ganze Hierarchie eine soziale Konvention ist, die au\u00dferhalb der Indexer-Software keine Bedeutung hat.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Digitale Artefakte statt NFTs: Rodarmors Idee<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Rodarmor hat den Begriff NFT bewusst vermieden. Er spricht lieber von digitalen Artefakten, weil, so seine Begr\u00fcndung, der Begriff NFT belastet wirke (<a href='https:\/\/techcrunch.com\/2023\/02\/16\/ordinals-creator-views-his-bitcoin-centric-creation-as-digital-artifacts-not-just-nfts\/'>TechCrunch<\/a>). Sein erkl\u00e4rtes Ziel formulierte er in seinem ersten Beitrag zum Start knapp: Er wolle &bdquo;Bitcoin wieder unterhaltsam machen&ldquo; (<a href='https:\/\/twitter.com\/rodarmor\/status\/1619520557934059521'>Rodarmor auf X<\/a>). Ein digitales Artefakt soll nach dieser Idee vollst\u00e4ndig, unver\u00e4nderlich und ohne Abh\u00e4ngigkeit von externen Servern sein. Auch Lizenzgeb\u00fchren (Royalties) lassen sich nicht wie bei manchen Ethereum-Marktpl\u00e4tzen \u00fcber das Protokoll erzwingen, was die Sammlerkultur bis heute pr\u00e4gt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Unterschied zu klassischen NFTs ist mehr als Wortklauberei. Er betrifft die Frage, wem das Objekt geh\u00f6rt und wo es wirklich liegt. Die folgende Gegen\u00fcberstellung fasst die wichtigsten Punkte zusammen (technische Einordnung nach <a href='https:\/\/www.chainalysis.com\/blog\/ordinals-protocol-bitcoin-nfts\/'>Chainalysis<\/a>):<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Merkmal<\/th><th>Ordinals (Bitcoin)<\/th><th>Klassische NFTs (Ethereum)<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Datenspeicherung<\/td><td>vollst\u00e4ndig on-chain in der Witness<\/td><td>meist off-chain (IPFS\/Server), nur Verweis on-chain<\/td><\/tr><tr><td>Technische Basis<\/td><td>Ordinal-Theorie plus Inscription, kein Smart Contract<\/td><td>Smart Contract (ERC-721\/1155)<\/td><\/tr><tr><td>Token<\/td><td>kein eigener Token, der Satoshi selbst ist das Artefakt<\/td><td>eigener Token mit ID im Contract<\/td><\/tr><tr><td>Royalties<\/td><td>nicht per Protokoll erzwingbar<\/td><td>teils on-chain, oft marktplatzabh\u00e4ngig<\/td><\/tr><tr><td>Ver\u00e4nderbarkeit<\/td><td>permanent und unver\u00e4nderlich<\/td><td>Metadaten teils nachtr\u00e4glich \u00e4nderbar<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><h2 class='wp-block-heading'>Von der ersten Inscription zur Massenbewegung<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die allererste Inscription, ein pixeliges Totenkopf-Motiv, entstand schon im Dezember 2022, also bevor das Protokoll offiziell live ging. Nach dem \u00f6ffentlichen Start am 21. Januar 2023 ging es dann schnell. Innerhalb weniger Monate wurden Millionen von Inscriptions erzeugt, von simplen Textzeilen \u00fcber Profilbild-Kollektionen bis zu ganzen Spielen. Der Ansturm trieb im Fr\u00fchjahr und Sommer 2023 immer wieder die Transaktionsgeb\u00fchren nach oben und sorgte f\u00fcr volle Mempools.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Trend erwies sich als erstaunlich z\u00e4h. Selbst als die Preise f\u00fcr Kryptowerte fielen, wuchs die Zahl der Inscriptions weiter. Bis Januar 2026 kletterte sie auf mehr als 107 Millionen (<a href='https:\/\/www.kucoin.com\/blog\/bitcoin-inscriptions-2026-ordinals-guide'>KuCoin<\/a>). Das ist bemerkenswert, weil viele Beobachter Ordinals mehrfach f\u00fcr tot erkl\u00e4rt hatten. Die Erkl\u00e4rung liegt in der Natur der Sache: Eine Inscription ist ein einmaliger Eintrag, der f\u00fcr immer bleibt. Die Zahl kann nur steigen, nie sinken, selbst wenn der Handel abk\u00fchlt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Weg dahin verlief in Wellen. Auf die erste Euphorie im Fr\u00fchjahr 2023 folgte im Mai 2023 die BRC-20-Manie, die den Mempool verstopfte und die Geb\u00fchren zeitweise auf ein Vielfaches trieb. 2024 sorgte der Start von Runes zur Halbierung f\u00fcr den n\u00e4chsten gro\u00dfen Ausschlag, ehe das Interesse 2025 abflaute und im Sommer noch einmal kurz auflebte. Jede dieser Wellen hinterlie\u00df dauerhafte Spuren in der Blockchain, denn anders als ein Handelsvolumen l\u00e4sst sich eine Inscription nicht zur\u00fccknehmen. Genau deshalb w\u00e4chst der Z\u00e4hler weiter, w\u00e4hrend Preise und Aufmerksamkeit l\u00e4ngst gesunken sind.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>BRC-20: Aus Inscriptions wird ein Token-Standard<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Im M\u00e4rz 2023 nahm ein pseudonymer Entwickler namens Domo die Inscriptions und baute daraus etwas Unerwartetes: einen Standard f\u00fcr fungible, also austauschbare Token. BRC-20 nutzt schlichte Text-Inscriptions im JSON-Format, um Befehle wie deploy (Token anlegen), mint (pr\u00e4gen) und transfer (\u00fcbertragen) auf die Blockchain zu schreiben. Der erste und bis heute bekannteste BRC-20-Token ist ORDI, der als Internet-Scherz startete, eine feste Gesamtmenge von 21 Millionen St\u00fcck hat und damit die Obergrenze von Bitcoin spiegelt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Was folgte, war eine Manie. Auf dem H\u00f6hepunkt 2023 n\u00e4herte sich die gesamte Marktkapitalisierung aller BRC-20-Token einer Milliarde US-Dollar, angetrieben von B\u00f6rsenlistings f\u00fcr ORDI (<a href='https:\/\/decrypt.co\/139357\/bitcoin-brc-20-tokens-near-billion-market-cap-exchanges-list-ordi'>Decrypt<\/a>). Der Preis daf\u00fcr war ein verstopfter Mempool und hohe Geb\u00fchren, denn jeder Mint war eine eigene Inscription. Bis 2026 hat sich der Rausch stark abgek\u00fchlt: Der gesamte BRC-20-Markt lag im April 2026 bei rund 71 Millionen US-Dollar (etwa 62 Millionen Euro) mit einem t\u00e4glichen Handelsvolumen um die 23 Millionen US-Dollar, getragen vor allem von ORDI und SATS (<a href='https:\/\/www.kucoin.com\/blog\/bitcoin-inscriptions-2026-ordinals-guide'>KuCoin<\/a>). ORDI allein kam Mitte 2026 auf eine Marktkapitalisierung im Bereich von rund 100 Millionen US-Dollar (<a href='https:\/\/www.coingecko.com\/en\/coins\/ordi'>CoinGecko<\/a>).<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Aufsichtsrechtlich sind diese Token heikel. Die meisten BRC-20 sind reine Memecoins ohne Projekt dahinter. Die US-B\u00f6rsenaufsicht SEC stuft Memecoins seit 2025 in der Regel nicht als Wertpapiere ein, was den Handel in den USA entlastet; wie sich die Beh\u00f6rde vom Kreuzzug zum Regelwerk bewegt hat, zeichnet unser Beitrag <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/sec-enforcement-2026-krypto-regelwerk\/'>zum SEC-Enforcement 2026<\/a> nach.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Technisch ist BRC-20 eine Kr\u00fccke geblieben. Jeder Transfer erzeugt neue Inscriptions, und ob ein Guthaben g\u00fcltig ist, ergibt sich nicht aus Bitcoin selbst, sondern erst aus der Auslegung durch Indexer-Software. Wer BRC-20 h\u00e4lt, vertraut also darauf, dass sich alle Marktpl\u00e4tze und Wallets auf dieselbe Lesart einigen. Diese Abh\u00e4ngigkeit von einer Deutungsebene au\u00dferhalb des Protokolls ist der zentrale Kritikpunkt, und genau sie wollte Rodarmor mit seinem n\u00e4chsten Projekt beheben.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Runes: Rodarmors effizienterer Nachfolger<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">BRC-20 war ein cleverer Hack, aber ein ineffizienter. Rodarmor selbst legte deshalb 2024 nach und startete Runes, ein eigenes Protokoll f\u00fcr fungible Token, das zur Bitcoin-Halbierung im April 2024 mit Block 840.000 live ging. Anders als BRC-20 nutzt Runes nicht Inscriptions, sondern das UTXO-Modell von Bitcoin und speichert seine Daten in einem OP_RETURN-Ausgang, der die Blockchain weniger aufbl\u00e4ht. Der Start fiel bewusst auf den Halving-Tag, um den Minern zus\u00e4tzliche Geb\u00fchreneinnahmen zu verschaffen, gerade als sich ihre Block-Belohnung halbierte. Der Effekt war spektakul\u00e4r: Die durchschnittlichen Transaktionsgeb\u00fchren schossen auf ein Rekordniveau, und die Miner verdienten am Halving-Tag so viel wie nie zuvor (<a href='https:\/\/www.coindesk.com\/tech\/2024\/04\/21\/bitcoin-miners-reap-windfall-as-runes-debut-sends-transaction-fees-to-record-highs'>CoinDesk<\/a>).<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr das Verst\u00e4ndnis der Ordinals-Welt ist die Abgrenzung wichtig: Ordinals und Inscriptions stehen vor allem f\u00fcr einzigartige Artefakte, BRC-20 und Runes f\u00fcr fungible Token. Runes gilt technisch als sauberere L\u00f6sung, hat den Handel mit fungiblen Bitcoin-Token aber nicht dauerhaft belebt; auch hier liegen die meisten Kurse heute unter dem Ausgabepreis.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Rund um Inscriptions und Runes ist zudem eine kleine Infrastruktur gewachsen: Verleihdienste, mit denen sich Ordinals als Sicherheit beleihen lassen, spezialisierte Launchpads und Indexer-Anbieter. Gemessen an der DeFi-Welt auf Ethereum bleibt das alles winzig, zeigt aber, dass die Bitcoin-Basisschicht mehr Anwendungen tragen kann, als ihr lange zugetraut wurde. Ob daraus ein tragf\u00e4higes \u00d6kosystem wird oder eine Randerscheinung bleibt, ist eine der spannenderen offenen Fragen f\u00fcr die kommenden Jahre.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Der Geb\u00fchrenboom und Bitcoins Sicherheitsbudget<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Ordinals, BRC-20 und Runes haben Bitcoins Geb\u00fchrenmarkt zeitweise auf den Kopf gestellt. In den Boomphasen vervielfachten sich die Miner-Geb\u00fchren, weil pl\u00f6tzlich Hunderttausende Datentransaktionen um denselben Platz konkurrierten wie normale Zahlungen. Das ber\u00fchrt eine der wichtigsten offenen Fragen von Bitcoin, das sogenannte Sicherheitsbudget. Die Block-Belohnung liegt seit April 2024 bei 3,125 BTC und halbiert sich bei der n\u00e4chsten Halbierung um 2028 erneut. Langfristig m\u00fcssen Transaktionsgeb\u00fchren die schrumpfende Ausgabe neuer Coins ersetzen, sonst sinkt der Anreiz, das Netzwerk mit Rechenleistung abzusichern. Wie eng Rechenleistung und Sicherheit zusammenh\u00e4ngen, erkl\u00e4rt unser Beitrag <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/hashrate-erklaert-bitcoin-rechenleistung-sicherheit-2026\/'>zur Hashrate<\/a>.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Kurzfristig sieht die Lage 2026 allerdings ern\u00fcchternd aus. Die Transaktionsgeb\u00fchren sind auf rund 300.000 US-Dollar pro Tag gefallen, ein Zw\u00f6lf-Monats-Tief, und machen damit weniger als ein Prozent der gesamten Miner-Einnahmen aus (<a href='https:\/\/www.theblock.co\/post\/379291\/bitcoin-miner-fees-fall-12-month-low-underscoring-long-term-reliance-block-subsidies'>The Block<\/a>). Genau das n\u00e4hrt einen Streit \u00fcber Datentransaktionen. Ein Ende 2025 eingebrachter Vorschlag mit der Kennung BIP-110 will nicht-monet\u00e4re Daten, vor allem Ordinals-Inscriptions, aus den Bl\u00f6cken heraushalten. Samuel Patt, Mitgr\u00fcnder der Bitcoin-Plattform OP_NET, sieht darin eine &bdquo;gro\u00dfe Ironie&ldquo;: Wer Bitcoin sch\u00fctzen wolle, indem er Inscriptions verbanne, entziehe dem Netzwerk wom\u00f6glich ausgerechnet die Geb\u00fchreneinnahmen, die es langfristig zur Absicherung brauche (<a href='https:\/\/cryptonews.net\/news\/bitcoin\/32463084\/'>Cryptonews<\/a>).<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Streit ist im Kern eine Wette auf die Zukunft. Optimisten verweisen auf Satoshis urspr\u00fcngliches Design, wonach wachsende Nachfrage nach Abwicklung, multipliziert mit knappem Blockspace, genug Geb\u00fchren erzeugen soll, um ausreichend Rechenleistung zu finanzieren; steigende Nachfrage nach Finalit\u00e4t sei ein marktgetriebener Prozess, kein Planungsproblem. Pessimisten halten dagegen, dass ein Sicherheitsbudget, das an spekulativen Sammelwellen h\u00e4ngt, gef\u00e4hrlich unzuverl\u00e4ssig ist. Ordinals liefern beiden Lagern Munition: Sie belegen, dass Bitcoin \u00fcber reine Zahlungen hinaus Geb\u00fchren erzeugen kann, und zugleich, wie schnell diese Einnahmen wieder versiegen.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Spam oder Innovation? Der Kulturkampf um den Blockspace<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Kaum ein Thema spaltet Bitcoiner so sehr. Auf der einen Seite stehen Puristen, f\u00fcr die Bitcoin ausschlie\u00dflich ein Geldsystem ist. Ihr bekanntester Vertreter, der Entwickler Luke Dashjr, nennt Inscriptions schlicht &bdquo;Spam&ldquo; und spricht von einem Fehler (Bug), der eine Schwachstelle in Bitcoin Core ausnutze. Sein Argument: Bitcoin Core erlaubt seit 2013 ein Limit f\u00fcr zus\u00e4tzliche Daten in Transaktionen, und Inscriptions umgehen dieses Limit, indem sie ihre Daten als Programmcode tarnen (<a href='https:\/\/www.theblock.co\/post\/266298\/bitcoin-dev-luke-dashjr-calls-inscriptions-spam-community-members-push-back'>The Block<\/a>). Dashjr filtert solche Transaktionen in seinem Mining-Pool OCEAN und in der von ihm gepflegten Node-Software Bitcoin Knots konsequent heraus.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Auf der anderen Seite steht die Auffassung, dass Bitcoin erlaubnisfrei ist: Wer die Geb\u00fchr zahlt, darf den Blockspace nutzen, egal ob f\u00fcr eine Zahlung oder f\u00fcr ein Bild. Diese Seite verweist darauf, dass Inscriptions echte Nachfrage und damit Einnahmen f\u00fcr die Netzwerksicherheit schaffen. Bezeichnenderweise ging die Entwicklung von Bitcoin Core zuletzt in die andere Richtung: Mit Version 30 hob die Referenz-Software im Herbst 2025 die enge Obergrenze f\u00fcr beliebige OP_RETURN-Daten sogar deutlich an, nachdem ein umstrittener <a href='https:\/\/github.com\/bitcoin\/bitcoin\/pull\/32359'>Pull Request<\/a> das alte Limit entfernt hatte. Im Kern ist der Streit einer \u00fcber Bitcoins Identit\u00e4t: reines Zahlungsnetzwerk, wie es die <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/lightning-network-erklaert-zahlungsschicht-2026\/'>Lightning-Zahlungsschicht<\/a> verk\u00f6rpert, oder auch dauerhafter Datenspeicher.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">In der Praxis hat der Streit die Node-Landschaft ver\u00e4ndert. Der Anteil der Bitcoin-Knots-Nodes, die Inscriptions herausfiltern, stieg 2025 sp\u00fcrbar an, blieb aber eine Minderheit gegen\u00fcber Bitcoin Core. Das zeigt die Grenzen des Filterns: Solange auch nur ein Teil der Miner die Transaktionen aufnimmt, landen die Daten am Ende doch in einem Block. Parallel entstanden mit Bitcoin Stamps und dem Standard SRC-20 sogar noch kompromisslosere Verfahren, die Daten direkt in die Menge der unverbrauchten Transaktionsausg\u00e4nge schreiben und damit f\u00fcr Full Nodes praktisch unumgehbar machen. Der Versuch, Daten von Bitcoin fernzuhalten, treibt so paradoxerweise immer robustere Speichermethoden hervor.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Der Markt 2026: Zahlen und R\u00fcckz\u00fcge<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die harten Zahlen zeigen einen Nischenmarkt, keinen zweiten Boom. Das monatliche Ordinals-Handelsvolumen lag im Januar 2026 bei rund 53 Millionen US-Dollar, im Februar bei 33,6 Millionen und im M\u00e4rz bei 46,8 Millionen (grob 46, 29 und 41 Millionen Euro). Allein im M\u00e4rz z\u00e4hlte der Markt 59.585 Verk\u00e4ufe von 14.909 K\u00e4ufern zu einem Durchschnittspreis von rund 785 US-Dollar (etwa 680 Euro), bei einem Anteil von Wash-Trading unter einem Prozent (<a href='https:\/\/www.kucoin.com\/blog\/bitcoin-inscriptions-2026-ordinals-guide'>KuCoin<\/a>).<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Deutlicher als jede Volumenzahl sprachen 2026 die R\u00fcckz\u00fcge. Magic Eden, lange der wichtigste Marktplatz f\u00fcr Bitcoin-NFTs, k\u00fcndigte Ende Februar 2026 an, seine Bitcoin- und EVM-M\u00e4rkte zu schlie\u00dfen; der Handel endete am 9. M\u00e4rz, das Unternehmen konzentriert sich seither auf seinen Solana-Marktplatz und ein neues Gl\u00fccksspielprodukt (<a href='https:\/\/invezz.com\/news\/2026\/02\/27\/magic-eden-shuts-bitcoin-and-evm-nft-markets-to-refocus-on-solana\/'>Invezz<\/a>). Kurz darauf verk\u00fcndete auch Ord.io, einer der bekanntesten Explorer und Community-Treffpunkte, seine Abschaltung zum 1. Juni 2026 (<a href='https:\/\/blog.millionero.com\/crypto-flash\/ord-io-is-shutting-down-what-happened-to-bitcoin-ordinals\/'>Millionero<\/a>). Die L\u00fccken f\u00fcllen spezialisierte Anbieter: Der Marktplatz Horizon Market gab Ende M\u00e4rz 2026 bekannt, k\u00fcnftig Ordinals und alle wichtigen Bitcoin-NFT-Protokolle zu unterst\u00fctzen (<a href='https:\/\/www.kucoin.com\/blog\/bitcoin-inscriptions-2026-ordinals-guide'>KuCoin<\/a>). Der Markt konsolidiert also, statt zu verschwinden.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Trotz des d\u00fcnnen Handels hat Ordinals eine eigene Sammlerkultur mit pr\u00e4genden Kollektionen hervorgebracht. Einige davon sind zu festen Gr\u00f6\u00dfen geworden, andere vor allem als technische Meilensteine in Erinnerung geblieben. Die folgende Auswahl zeigt die Bandbreite (Angaben nach <a href='https:\/\/www.kucoin.com\/blog\/bitcoin-inscriptions-2026-ordinals-guide'>KuCoin<\/a>):<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Kollektion<\/th><th>Besonderheit<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>NodeMonkes<\/td><td>erste 10.000-teilige Profilbild-Kollektion auf Bitcoin<\/td><\/tr><tr><td>Ordinal Punks<\/td><td>nur 100 St\u00fcck aus den ersten 650 je erstellten Inscriptions<\/td><\/tr><tr><td>Bitcoin Rocks<\/td><td>Gebote im sechsstelligen US-Dollar-Bereich<\/td><\/tr><tr><td>Taproot Wizards<\/td><td>eine einzelne Inscription f\u00fcllte einen kompletten 4-Megabyte-Block<\/td><\/tr><tr><td>Doginal Dogs<\/td><td>Bodenpreis stieg bis September 2025 um \u00fcber 30.000 Prozent<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">Auff\u00e4llig ist, dass Permanenz allein keinen breiten K\u00e4uferkreis geschaffen hat. Die technische Geschichte, dass ein Werk f\u00fcr immer auf Bitcoin liegt, \u00fcberzeugt Enthusiasten, reicht aber nicht, um Ordinals aus der Nische zu heben. Wer heute sammelt, tut das eher aus \u00dcberzeugung als aus Renditehoffnung.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Wie man Ordinals kauft und verwahrt<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Praktisch braucht man f\u00fcr Ordinals eine Wallet, die einzelne Satoshis erkennen und sch\u00fctzen kann, damit ein wertvoller, beschrifteter Sat nicht versehentlich als normale Geb\u00fchr ausgegeben wird. Verbreitet sind Wallets wie Xverse, Leather und UniSat. Gehandelt wird nach dem R\u00fcckzug von Magic Eden vor allem \u00fcber spezialisierte Marktpl\u00e4tze wie UniSat, OKX, Gamma und Horizon Market.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Wichtig sind ein paar Risiken: Die Wallet muss die sogenannte Coin-Control beherrschen, sonst droht der Verlust seltener Sats. Die Liquidit\u00e4t ist gering, gro\u00dfe Positionen lassen sich nicht immer schnell und ohne Preisabschlag verkaufen. Und wie im gesamten NFT-Bereich sind F\u00e4lschungen, gef\u00e4lschte Kollektionen und Phishing-Seiten ein Dauerthema. Wer einsteigt, sollte klein anfangen und jede Kollektion sorgf\u00e4ltig pr\u00fcfen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Auch die Kosten unterscheiden sich von Ethereum. Wer eine Inscription erzeugt oder \u00fcbertr\u00e4gt, zahlt die Bitcoin-Netzwerkgeb\u00fchr, die je nach Auslastung stark schwankt; in ruhigen Phasen sind das wenige Euro, in Boomphasen ein Vielfaches. Marktpl\u00e4tze verlangen zus\u00e4tzlich eine Provision auf Verk\u00e4ufe. Anders als bei vielen Ethereum-Kollektionen gibt es daf\u00fcr keine protokollseitig erzwungenen Weiterverkaufsgeb\u00fchren an die Urheber, was f\u00fcr K\u00e4ufer g\u00fcnstiger, f\u00fcr K\u00fcnstler aber weniger planbar ist. Wer gr\u00f6\u00dfere Betr\u00e4ge bewegt, sollte zudem Hardware-Wallets nutzen, sofern diese Ordinals unterst\u00fctzen, und den Ernstfall mit kleinen Test-Transaktionen proben.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Regulierung: Wie BaFin und MiCA Ordinals einordnen<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">In Europa gilt seit 2024 die Krypto-Verordnung MiCA. Einzigartige, nicht austauschbare NFTs fallen grunds\u00e4tzlich nicht in ihren Anwendungsbereich. Der Teufel steckt aber im Detail: Werden NFTs in gro\u00dfen Serien oder Sammlungen ausgegeben oder in Bruchst\u00fccke zerlegt, k\u00f6nnen sie als de facto fungibel gelten und damit doch unter die Regeln fallen. Die Verordnung schreibt einen Ansatz vor, der auf die tats\u00e4chliche Funktion statt auf die Bezeichnung schaut; die nationalen Aufseher entscheiden im Einzelfall (<a href='https:\/\/cms.law\/en\/int\/publication\/legal-experts-on-markets-in-crypto-assets-mica-regulation\/nfts-under-micar-are-they-regulated-or-not'>CMS<\/a>). Eine 10.000-teilige Profilbild-Serie ist damit eine echte Grauzone.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Deutschland ist die BaFin die zust\u00e4ndige Aufsicht. Ihr Merkblatt zu Kryptowerte-Dienstleistungen macht die Grundlogik deutlich: Reguliert werden Dienstleister und Emittenten, nicht das Protokoll selbst (<a href='https:\/\/www.bafin.de\/SharedDocs\/Veroeffentlichungen\/DE\/Merkblatt\/mb_250103_Kryptowerte_Dienstl.html'>BaFin<\/a>). Fungible BRC-20-Token oder Runes k\u00f6nnen deshalb je nach Ausgestaltung Pflichten f\u00fcr Handelsplattformen ausl\u00f6sen, w\u00e4hrend ein einzelnes Kunst-Artefakt eher au\u00dfen vor bleibt. Steuerlich behandelt Deutschland NFTs und Ordinals in der Regel als sonstige Wirtschaftsg\u00fcter, deren Verkauf unter die privaten Ver\u00e4u\u00dferungsgesch\u00e4fte f\u00e4llt; was sich 2026 an der Haltefrist ge\u00e4ndert hat, ordnet unser Beitrag <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/krypto-steuer-2026-ende-haltefrist-abgeltungsteuer\/'>zur Krypto-Steuer<\/a> ein.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Handelsplattformen mit deutschen Kundinnen und Kunden hei\u00dft das konkret: Wer fungible Bitcoin-Token wie BRC-20 oder Runes listet, muss pr\u00fcfen, ob daf\u00fcr eine Erlaubnis als Krypto-Dienstleister n\u00f6tig ist, w\u00e4hrend der reine Handel mit einzigartigen Sammlerst\u00fccken meist au\u00dferhalb der MiCA-Pflichten bleibt. Viele Anbieter bewegen sich in einer Grauzone und suchen die Abstimmung mit der Aufsicht. F\u00fcr Privatanleger bleibt die wichtigere Frage ohnehin oft die steuerliche: Wer ein Artefakt mit Gewinn verkauft, sollte Anschaffungszeitpunkt, Haltedauer und Belege sauber dokumentieren, denn im Zweifel liegt die Beweislast bei ihm.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Ausblick: Was von Ordinals bleibt<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Ordinals haben eine Sache zweifelsfrei bewiesen: Bitcoin kann eine dauerhafte kulturelle Schicht tragen, ohne dass an den Grundregeln etwas ge\u00e4ndert wird. Diese Permanenz ist der eigentliche Graben zum Rest des NFT-Marktes, denn ein Werk auf Bitcoin verschwindet nicht, wenn ein Server abgeschaltet wird. Zugleich war der Markt zu klein, um die Zukunft der NFTs zu werden, wie es ein R\u00fcckblick zur Ord.io-Schlie\u00dfung n\u00fcchtern formulierte.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr 2026 und dar\u00fcber hinaus bleiben drei F\u00e4den offen. Erstens die Kultur: Eine kleine, \u00fcberzeugte Sammlergemeinde h\u00e4lt Inscriptions am Leben, auch ohne Spekulationswelle. Zweitens die Technik: Rekursive Inscriptions und effizientere Token-Protokolle wie Runes zeigen, dass die Werkzeuge reifen. Drittens, und am wichtigsten, die Grundsatzfrage nach dem Geb\u00fchrenmarkt: Solange Bitcoins Sicherheitsbudget langfristig von Nachfrage nach Blockspace abh\u00e4ngt, ist der Streit um Ordinals kein Nebenschauplatz, sondern ein Testfall daf\u00fcr, wof\u00fcr das Netzwerk in den kommenden Jahrzehnten bezahlt wird. Der Hype ist vorbei, die zugrunde liegende Frage bleibt.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>H\u00e4ufig gestellte Fragen<\/h2><h3 class='wp-block-heading'>Was sind Bitcoin Ordinals einfach erkl\u00e4rt?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Ordinals sind eine Methode, einzelne Satoshis, die kleinste Bitcoin-Einheit, durchzunummerieren und ihnen beliebige Daten wie Bilder oder Text anzuh\u00e4ngen. So entstehen NFT-\u00e4hnliche, dauerhaft in der Bitcoin-Blockchain gespeicherte digitale Artefakte, ganz ohne Smart Contract oder zweite Blockchain.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Sind Ordinals dasselbe wie NFTs?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Technisch nicht. Klassische NFTs auf Ethereum speichern Bild und Metadaten meist off-chain und nutzen einen Smart Contract. Bei Ordinals liegt das komplette Artefakt direkt on-chain in der Witness einer Bitcoin-Transaktion, und der Satoshi selbst ist das Sammlerst\u00fcck. Sch\u00f6pfer Casey Rodarmor spricht deshalb lieber von digitalen Artefakten.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Wo kann man Ordinals 2026 noch kaufen?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Nach dem R\u00fcckzug von Magic Eden aus dem Bitcoin-Gesch\u00e4ft im M\u00e4rz 2026 verlagerte sich der Handel auf spezialisierte Marktpl\u00e4tze wie UniSat, OKX, Gamma und Horizon Market. F\u00fcr Handel und Verwahrung braucht man eine Ordinals-f\u00e4hige Wallet; das Volumen liegt aber deutlich unter der Boomphase von 2023 und 2024.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Wie werden Ordinals in Deutschland besteuert?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">In Deutschland gelten NFTs und Ordinals steuerlich in der Regel als sonstige Wirtschaftsg\u00fcter, Gewinne aus dem Verkauf fallen unter die privaten Ver\u00e4u\u00dferungsgesch\u00e4fte. Was sich 2026 an der Haltefrist ge\u00e4ndert hat, sollte man vor einem Verkauf pr\u00fcfen. Die BaFin beaufsichtigt zudem nur die Dienstleister, nicht das Protokoll selbst.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Was ist der Unterschied zwischen Ordinals, BRC-20 und Runes?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Ordinals bezeichnen die Inscriptions und die Ordinal-Theorie, also vor allem einzigartige digitale Artefakte. BRC-20 ist ein 2023 auf Inscriptions aufgesetzter Standard f\u00fcr fungible Token wie ORDI. Runes ist Rodarmors effizienteres Nachfolgeprotokoll f\u00fcr fungible Token, das 2024 zur Halbierung startete und statt Inscriptions das UTXO-Modell und OP_RETURN nutzt.<\/p><script type=\"application\/ld+json\">{\"@context\":\"https:\/\/schema.org\",\"@type\":\"FAQPage\",\"mainEntity\":[{\"@type\":\"Question\",\"name\":\"Was sind Bitcoin Ordinals einfach erkl\u00e4rt?\",\"acceptedAnswer\":{\"@type\":\"Answer\",\"text\":\"Ordinals sind eine Methode, einzelne Satoshis, die kleinste Bitcoin-Einheit, durchzunummerieren und ihnen beliebige Daten wie Bilder oder Text anzuh\u00e4ngen. So entstehen NFT-\u00e4hnliche, dauerhaft in der Bitcoin-Blockchain gespeicherte digitale Artefakte, ganz ohne Smart Contract oder zweite Blockchain.\"}},{\"@type\":\"Question\",\"name\":\"Sind Ordinals dasselbe wie NFTs?\",\"acceptedAnswer\":{\"@type\":\"Answer\",\"text\":\"Technisch nicht. Klassische NFTs auf Ethereum speichern Bild und Metadaten meist off-chain und nutzen einen Smart Contract. 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