{"id":271,"date":"2026-08-13T04:30:40","date_gmt":"2026-08-13T04:30:40","guid":{"rendered":"https:\/\/hoge.gg\/de\/krypto-etfs-2026-zweite-welle-staking-altcoins\/"},"modified":"2026-08-13T04:30:40","modified_gmt":"2026-08-13T04:30:40","slug":"krypto-etfs-2026-zweite-welle-staking-altcoins","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hoge.gg\/de\/krypto-etfs-2026-zweite-welle-staking-altcoins\/","title":{"rendered":"Krypto-ETFs 2026: die zweite Welle aus Staking und Altcoins"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Januar 2024 hat die US-B\u00f6rsenaufsicht SEC die ersten Spot-Bitcoin-ETFs zugelassen, nach mehr als einem Jahrzehnt der Ablehnungen. Das war der Moment, in dem der Damm brach. Die interessantere Geschichte des Jahres 2026 spielt aber danach: Die SEC hat aufgeh\u00f6rt, jedes Produkt einzeln zu bek\u00e4mpfen, und stattdessen eine Maschine gebaut. Aus dem Einzelkampf um jede Zulassung ist ein Flie\u00dfband geworden, das Monat f\u00fcr Monat neue Krypto-ETFs ausspuckt, inzwischen mit Staking-Rendite, mit Altcoins und mit einer eigenen Derivateschicht obendrauf.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Anleger verschiebt sich damit die entscheidende Frage. Sie lautet nicht mehr &bdquo;Wird die SEC das zulassen?&ldquo;, sondern &bdquo;Was l\u00e4sst sie noch nicht zu, und was davon erreicht mich \u00fcberhaupt als deutscher Anleger?&ldquo; Dieser Text seziert die zweite Welle der Krypto-ETFs: das Regelwerk hinter dem Flie\u00dfband, das Staking-Urteil vom 17. M\u00e4rz 2026, die Altcoin-Flut, die bewusst offen gelassenen Baustellen und den Umweg \u00fcber ETNs, der in Deutschland nach wie vor die einzige praktische T\u00fcr ist.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Vom Damm zum Flie\u00dfband: der Stand im August 2026<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Blick auf die Zahlen zeigt, wie weit das Produkt gereift ist. Die US-Spot-Bitcoin-ETFs halten Mitte August 2026 zusammen rund 1,22 Millionen Bitcoin, gut 5,8 Prozent des jemals existierenden Angebots, mit einem Fondsverm\u00f6gen von etwa 78 Milliarden Dollar (ungef\u00e4hr 68 Milliarden Euro), wie der t\u00e4gliche Tracker von <a href='https:\/\/bitbo.io\/treasuries\/us-etfs\/'>Bitbo<\/a> ausweist. Allein der iShares Bitcoin Trust (IBIT) von BlackRock steht f\u00fcr \u00fcber 47 Milliarden Dollar davon, mehr als jeder andere Fonds der Kategorie. Bitcoin selbst notiert dabei laut <a href='https:\/\/www.coingecko.com\/en\/coins\/bitcoin\/eur'>CoinGecko<\/a> bei rund 55.000 Euro, also deutlich unter dem Zyklushoch vom Oktober 2025.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Interessanter als der reine Bestand ist die Breite. Neben Bitcoin und Ethereum gibt es inzwischen b\u00f6rsengehandelte Fonds auf Solana, XRP, Litecoin, Dogecoin und Chainlink, viele davon mit eingebauter Staking-Rendite. Was 2024 noch als Sensation galt, ein einziges genehmigtes Bitcoin-Produkt, ist 2026 ein Katalog. Der Grund daf\u00fcr ist kein einzelner Gerichtssieg, sondern ein Verfahrenswechsel, der die Zulassung industrialisiert hat. Wer das Tempo verstehen will, muss zuerst die Mechanik dahinter verstehen, und die hat sich im Herbst 2025 grundlegend ge\u00e4ndert.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Bemerkenswert ist die Verteilung. Der Markt ist nicht gleichm\u00e4\u00dfig auf viele Fonds gestreut, sondern hochkonzentriert: Ein einziges Produkt, BlackRocks IBIT, vereint einen Gro\u00dfteil des Kapitals auf sich, w\u00e4hrend Dutzende kleinerer Fonds um den Rest ringen. Diese Schieflage zieht sich durch die gesamte Kategorie und wird wichtig, sobald es um die Frage geht, wer die kommende Produktflut \u00fcbersteht. Zulassung schafft Angebot, nicht Nachfrage, und die Nachfrage sammelt sich bei wenigen Namen.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Wie die SEC das Zulassen automatisiert hat<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Historisch war eine ETF-Zulassung ein zweigleisiges Verfahren. Die B\u00f6rse musste \u00fcber ein Formular namens Rule 19b-4 eine \u00c4nderung ihrer Handelsregeln beantragen, der Emittent parallel \u00fcber ein Formular S-1 den Fonds registrieren. F\u00fcr das 19b-4 hatte die SEC eine gesetzliche Frist von bis zu 240 Tagen, die sie in der Gensler-\u00c4ra routiniert bis zum letzten Tag ausreizte und zur Verz\u00f6gerung nutzte. Jedes einzelne Produkt war ein eigener Kampf, mit ungewissem Ausgang und viel Anwaltshonorar.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Das \u00e4nderte sich am 17. September 2025. Die SEC genehmigte generische Listing-Standards f\u00fcr sogenannte Commodity-Based Trust Shares (<a href='https:\/\/www.sec.gov\/newsroom\/press-releases\/2025-121-sec-approves-generic-listing-standards-commodity-based-trust-shares'>SEC-Mitteilung 2025-121<\/a>). Seither d\u00fcrfen die gro\u00dfen B\u00f6rsen, NYSE Arca, Nasdaq und Cboe BZX, ein Produkt listen, das die Standardkriterien erf\u00fcllt, ohne f\u00fcr jeden Coin ein eigenes 19b-4 einzureichen. Die Zeit von der Einreichung bis zum ersten Handelstag schrumpfte von bis zu 240 Tagen auf grob 75. Aus dem juristischen Grabenkrieg wurde eine Checkliste.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Zwei Abteilungen der SEC teilen sich die Arbeit, und das erkl\u00e4rt einen Teil der fr\u00fcheren Z\u00e4higkeit. Die Division of Trading and Markets pr\u00fcft die B\u00f6rsenregel \u00fcber das 19b-4, die Division of Corporation Finance den Fondsprospekt \u00fcber das S-1. Fr\u00fcher konnten beide unabh\u00e4ngig voneinander bremsen. Mit den generischen Standards ist der B\u00f6rsenteil f\u00fcr qualifizierende Produkte faktisch vorab gekl\u00e4rt, sodass vor allem die Prospektpr\u00fcfung als Nadel\u00f6hr bleibt. Das ist der eigentliche Hebel, der aus Monaten Wochen gemacht hat.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Coin qualifiziert sich \u00fcber eine von drei T\u00fcren. Erf\u00fcllt er eine davon, gilt die n\u00f6tige Markt\u00fcberwachung als gegeben, die die SEC seit jeher als Bedingung nennt, um Manipulation zu erschweren.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Qualifikationst\u00fcr<\/th><th>Bedingung<\/th><th>Logik dahinter<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>ISG-\u00dcberwachung<\/td><td>Der Coin wird an einer B\u00f6rse gehandelt, die Mitglied der Intermarket Surveillance Group ist und \u00dcberwachungsdaten teilt<\/td><td>Manipulation l\u00e4sst sich markt\u00fcbergreifend nachverfolgen<\/td><\/tr><tr><td>Regulierte Futures<\/td><td>Auf den Coin existiert seit mindestens sechs Monaten ein an einer CFTC-regulierten B\u00f6rse gehandelter Future<\/td><td>Ein reifer, beaufsichtigter Terminmarkt liefert eine Preisreferenz<\/td><\/tr><tr><td>40-Prozent-Regel<\/td><td>Ein bereits zugelassener ETF h\u00e4lt den Coin zu mindestens 40 Prozent seines Nettoverm\u00f6gens<\/td><td>Die Aufsicht hat das Underlying implizit schon akzeptiert<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Standardisierung ist die eigentliche Neuigkeit. Sie erkl\u00e4rt, warum das Jahr 2026 keine Kette einzelner Schlagzeilen mehr ist, sondern ein Strom. Wer verstehen will, wie eng SEC und die Terminmarktaufsicht CFTC dabei inzwischen zusammenarbeiten, findet in unserer <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/sec-cftc-doj-us-krypto-enforcement-landkarte-2026\/'>Landkarte des US-Krypto-Enforcements<\/a> den gr\u00f6\u00dferen institutionellen Rahmen.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Der 17. M\u00e4rz 2026: das Urteil, das Staking entsch\u00e4rfte<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die generischen Standards \u00f6ffneten die T\u00fcr f\u00fcr Spot-Produkte, aber eine Frage blieb offen: Darf ein solcher Fonds die gehaltenen Coins auch staken, also im jeweiligen Proof-of-Stake-Netzwerk einsetzen und daf\u00fcr Belohnungen kassieren? Solange unklar war, ob Staking selbst ein Wertpapiergesch\u00e4ft ist, blieb Rendite im Fondsmantel juristisch heikel. Genau hier setzte die gemeinsame Auslegung von SEC und CFTC vom 17. M\u00e4rz 2026 an.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Das 68-seitige Papier teilt digitale Verm\u00f6genswerte in f\u00fcnf Kategorien ein und ordnet sechzehn konkrete Token, darunter Bitcoin, Ethereum, Solana und XRP, als Digital Commodities ein, also als rohstoff\u00e4hnliche Werte und nicht als Wertpapiere (Analyse etwa bei <a href='https:\/\/www.ropesgray.com\/en\/insights\/alerts\/2026\/03\/sec-and-cftc-issue-landmark-joint-guidance-on-classification-of-crypto-assets'>Ropes &amp; Gray<\/a>). Die f\u00fcnf Schubladen lauten:<\/p><ul class='wp-block-list'><li><strong>Digital Commodities:<\/strong> dezentrale Werte wie Bitcoin oder Ether<\/li><li><strong>Digital Collectibles:<\/strong> Sammlerst\u00fccke, etwa NFTs<\/li><li><strong>Digital Tools:<\/strong> funktionale Nutz-Token<\/li><li><strong>Stablecoins:<\/strong> an eine W\u00e4hrung gekoppelte Zahlungs-Token<\/li><li><strong>Digital Securities:<\/strong> tokenisierte Aktien, Anleihen und \u00c4hnliches, die weiter voll unter das Wertpapierrecht fallen<\/li><\/ul><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Staking ist der entscheidende Teil, dass die Beh\u00f6rden vier Spielarten ausdr\u00fccklich behandeln: Solo-Staking, Self-Custodial-Staking \u00fcber einen Dritten, verwahrtes Staking durch einen Custodian und Liquid Staking mit Empfangs-Token. In allen vier F\u00e4llen ist das blo\u00dfe Staken einer Digital Commodity nach dieser Lesart kein Wertpapiergesch\u00e4ft, weil es eine technische Netzwerkfunktion ist und nicht das Investieren in das Unternehmen eines anderen. Damit f\u00e4llt die H\u00fcrde, an der rendite-tragende Krypto-ETFs zuvor hingen. Wer die dahinterliegende juristische Messlatte nachvollziehen will, findet sie in unserer Erkl\u00e4rung zum <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/howey-test-sec-krypto-wertpapier-2026\/'>Howey-Test<\/a>, der bis heute dar\u00fcber entscheidet, wann Krypto f\u00fcr die SEC ein Wertpapier ist.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Grenze zog die Auslegung bewusst: Restaking, also das Weiterverpf\u00e4nden bereits gestakter Werte f\u00fcr zus\u00e4tzliche Sicherungsaufgaben, klammerte sie aus. Diese L\u00fccke ist kein Zufall, sondern markiert die n\u00e4chste offene Front, auf die wir weiter unten zur\u00fcckkommen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Tragweite dieser Auslegung reicht \u00fcber ETFs hinaus. Zum ersten Mal zogen die beiden lange zerstrittenen US-Aufsichtsbeh\u00f6rden gemeinsam eine Linie, wer wof\u00fcr zust\u00e4ndig ist, statt sich Kompetenzen streitig zu machen. F\u00fcr Produktentwickler bedeutet das Planungssicherheit: Wer einen Coin baut, den die Beh\u00f6rden als Digital Commodity f\u00fchren, wei\u00df, dass die CFTC und nicht die strengere Wertpapieraufsicht den Ton angibt. Diese Arbeitsteilung ist die Grundlage, auf der das ETF-Flie\u00dfband \u00fcberhaupt rechtssicher laufen kann.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Rendite im Wertpapiermantel: wie ein Staking-ETF funktioniert<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Staking-ETF funktioniert im Kern wie ein Spot-ETF, mit einem Zusatz. Der Fonds h\u00e4lt den Coin, verwahrt bei einem regulierten Custodian, und delegiert einen Teil davon an Validatoren. Die Netzwerkbelohnungen flie\u00dfen in den Fonds, der davon eine Geb\u00fchr abzieht und den Rest im Anteilspreis widerspiegelt. Die Rendite ist keine Aussch\u00fcttung im klassischen Sinn, sondern erh\u00f6ht den inneren Wert des Fonds, \u00e4hnlich einem thesaurierenden Produkt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Das erste US-Staking-Produkt war REX-Osprey SSK auf Solana, gestartet im Sommer 2025 \u00fcber einen juristischen Umweg, den wir gleich erkl\u00e4ren. Den institutionellen Ritterschlag lieferte dann BlackRock am 12. M\u00e4rz 2026 mit dem iShares Staked Ethereum Trust (Ticker ETHB) an der Nasdaq. Der Fonds stakt je nach Marktlage 70 bis 95 Prozent seiner Ether \u00fcber Coinbase Prime und den Staking-Dienstleister Figment, nimmt 0,25 Prozent Geb\u00fchr und reicht rund vier F\u00fcnftel der Bruttobelohnungen an die Anleger weiter. Grayscale wiederum aktivierte Staking bereits im Oktober 2025 in seinem bestehenden Ethereum-Fonds ETHE und sch\u00fcttete Anfang Januar 2026 die erste Belohnungsperiode aus. Auf Solana setzt der Bitwise Solana Staking ETF (BSOL) sogar seinen gesamten Bestand ein, verwahrt und gestakt \u00fcber hauseigene Infrastruktur (<a href='https:\/\/bsoletf.com\/'>Bitwise<\/a>), bei einer Geb\u00fchr von 0,20 Prozent.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Produkt (Ticker)<\/th><th>Emittent<\/th><th>Asset<\/th><th>Anteil gestakt<\/th><th>Geb\u00fchr<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>iShares Staked Ethereum (ETHB)<\/td><td>BlackRock<\/td><td>Ethereum<\/td><td>70 bis 95 Prozent<\/td><td>0,25 Prozent<\/td><\/tr><tr><td>Grayscale Ethereum Staking (ETHE)<\/td><td>Grayscale<\/td><td>Ethereum<\/td><td>rund 70 Prozent<\/td><td>h\u00f6her (Altfonds)<\/td><\/tr><tr><td>Bitwise Solana Staking (BSOL)<\/td><td>Bitwise<\/td><td>Solana<\/td><td>bis zu 100 Prozent<\/td><td>0,20 Prozent<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">Wie viel am Ende beim Anleger ankommt, h\u00e4ngt an der Bruttorendite des Netzwerks und an den Kosten des Stakings. Ethereum wirft brutto grob drei Prozent im Jahr ab, Solana deutlich mehr. Der Fonds beh\u00e4lt einen Teil als Verg\u00fctung f\u00fcr Validatoren und Verwahrung ein, sodass netto weniger \u00fcbrig bleibt, als die reine Netzwerkrate suggeriert. Wer verstehen will, warum diese Rate schwankt und wie MEV, Emission und Slashing die Validator-Rendite umbauen, findet die Mechanik in unserer <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/validator-oekonomie-2026-mev-emission-rendite\/'>Analyse zur Validator-\u00d6konomie<\/a>. F\u00fcr den ETF-Anleger ist die Kernbotschaft simpel: Der Mantel macht aus einem technischen Netzwerkjob ein passives Renditeprodukt, aber die Marge des Emittenten sitzt zwischen ihm und der vollen Belohnung.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Ein zweiter Faktor dr\u00fcckt die Nettorendite: die Steuer. In den USA sch\u00fcttet ein Staking-ETF die Ertr\u00e4ge in der Regel nicht bar aus, sondern thesauriert sie, was die laufende Besteuerung anders behandelt als eine direkte Staking-Aussch\u00fcttung. In Deutschland wiederum h\u00e4ngt die Behandlung an der konkreten Produktstruktur, weshalb pauschale Renditeversprechen mit Vorsicht zu genie\u00dfen sind. Wichtig ist die Unterscheidung zwischen der Brutto-Netzwerkrate, der Rate nach Validator- und Verwahrkosten und der Rate nach Steuern. Erst die letzte Zahl landet wirklich im Depot, und sie liegt sp\u00fcrbar unter der Schlagzeilen-Rendite, mit der geworben wird.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Die Altcoin-Flut: von Solana bis Chainlink<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Sobald das Flie\u00dfband lief, kam die Ware. In der zweiten Jahresh\u00e4lfte 2025 gingen binnen weniger Wochen Spot-ETFs auf gleich mehrere Altcoins an den Start. Solana-Produkte nahmen Ende Oktober 2025 den Handel auf und machten die Kryptow\u00e4hrung nach Bitcoin und Ethereum zur dritten mit einem regul\u00e4ren US-Spot-ETF. XRP folgte im November 2025, angef\u00fchrt vom Canary XRPC, sp\u00e4ter erg\u00e4nzt durch Fonds von Franklin Templeton, Grayscale und Bitwise. Litecoin und Dogecoin bekamen ebenfalls eigene Vehikel. M\u00f6glich wurde das, weil diese Coins \u00fcber regulierte Futures oder \u00fcberwachte Handelspl\u00e4tze eine der drei Qualifikationst\u00fcren erf\u00fcllten.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Den vorl\u00e4ufigen Schlusspunkt setzte Chainlink. Nach einem Grayscale-Produkt im Dezember 2025 brachte Bitwise am 14. Januar 2026 den Chainlink-ETF unter dem Ticker CLNK an der NYSE Arca an den Start (<a href='https:\/\/www.prnewswire.com\/news-releases\/the-bitwise-chainlink-etf-clnk-launches-on-nyse-arca-providing-exposure-to-the-leading-platform-connecting-blockchains-to-real-world-data-302660469.html'>PR Newswire<\/a>). Die Geb\u00fchr liegt bei 0,34 Prozent, f\u00fcr die ersten drei Monate und die ersten 500 Millionen Dollar Fondsvolumen erlie\u00df Bitwise sie ganz, ein typisches Man\u00f6ver im Kampf um fr\u00fche Marktanteile. Diese Geb\u00fchrenschlacht zieht sich durch die gesamte Kategorie: Bei Bitcoin reicht die Spanne vom g\u00fcnstigen Grayscale-Mini-Produkt bei 0,15 Prozent bis zum teuren Altfonds GBTC bei 1,50 Prozent.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Neben Einzel-Token entstand eine zweite Produktgattung: K\u00f6rbe. Am selben Tag wie die generischen Standards genehmigte die SEC einen Multi-Asset-Fonds von Grayscale, der einen Index mehrerer gro\u00dfer Kryptow\u00e4hrungen abbildet, statt auf eine einzige zu setzen. Solche Index-Produkte sprechen Anleger an, die eine Branchenwette ohne Einzeltitelrisiko suchen, \u00e4hnlich einem Aktienindexfonds. Der Katalog reicht damit von reinen Bitcoin-Trusts \u00fcber Staking-Fonds bis zu diversifizierten K\u00f6rben, ein Zeichen, wie schnell aus einem Nischenmarkt eine ausdifferenzierte Produktpalette geworden ist.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Asset<\/th><th>Beispiel-Ticker<\/th><th>Emittent<\/th><th>Start (US-Spot)<\/th><th>Staking m\u00f6glich<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Bitcoin<\/td><td>IBIT<\/td><td>BlackRock<\/td><td>Januar 2024<\/td><td>nein<\/td><\/tr><tr><td>Ethereum<\/td><td>ETHA \/ ETHB<\/td><td>BlackRock<\/td><td>Juli 2024 (Staking M\u00e4rz 2026)<\/td><td>ja<\/td><\/tr><tr><td>Solana<\/td><td>BSOL<\/td><td>Bitwise<\/td><td>Oktober 2025<\/td><td>ja<\/td><\/tr><tr><td>XRP<\/td><td>XRPC<\/td><td>Canary<\/td><td>November 2025<\/td><td>nein<\/td><\/tr><tr><td>Litecoin<\/td><td>LTCC<\/td><td>Canary<\/td><td>Ende 2025<\/td><td>nein<\/td><\/tr><tr><td>Chainlink<\/td><td>CLNK<\/td><td>Bitwise<\/td><td>Januar 2026<\/td><td>nein<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Katalog w\u00e4chst also entlang zweier Achsen: neue Basiswerte und neue Funktionen wie Staking. Doch das Flie\u00dfband hat einen Filter eingebaut. Nicht alles, was ein Emittent einreicht, kommt durch.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Was das Flie\u00dfband nicht ausspuckt: die Ausschl\u00fcsse<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die generischen Standards sind bewusst eng gefasst. Sie gelten nur f\u00fcr schlichte, passiv gehaltene Single-Asset-Trusts. Ausdr\u00fccklich ausgeschlossen bleiben aktiv gemanagte Fonds, gehebelte und inverse Produkte sowie Konstruktionen, die auf Lending, Rehypothekation oder Staking innerhalb des generischen Rahmens setzen. Ein Emittent, der Rendite \u00fcber Staking will, kann sich also nicht einfach auf die Checkliste berufen, sondern braucht einen gesonderten Weg, gest\u00fctzt auf die Auslegung vom M\u00e4rz 2026.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Grund ist Risiko. Ein gehebeltes Bitcoin-Produkt, das die t\u00e4gliche Rendite verdoppelt, verh\u00e4lt sich in volatilen Phasen t\u00fcckisch und kann Kleinanleger schnell \u00fcberfordern. Aktives Management wirft die Frage auf, wer nach welchen Kriterien umschichtet. Beides passt nicht in ein Verfahren, das gerade deshalb schnell ist, weil es standardisiert und pr\u00fcfbar bleibt. Die SEC hat mit dem Flie\u00dfband die einfachen F\u00e4lle automatisiert und die komplizierten bewusst au\u00dfen vor gelassen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die auff\u00e4lligste Leerstelle ist Restaking. Die Auslegung vom M\u00e4rz behandelt es nicht, und solange das so bleibt, wird kein seri\u00f6ser Emittent einen Restaking-ETF wagen. Dabei ist Restaking eine der spannendsten Baustellen im Ethereum-Umfeld; wie daraus ganze Sicherheitsmarktpl\u00e4tze werden, zeigt unser Text zu <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/ssv-based-applications-sicherheitsmarktplatz-2026\/'>Based Applications und SSV<\/a>. F\u00fcr die ETF-Welt hei\u00dft die L\u00fccke schlicht: Die n\u00e4chste Runde der Zulassungen wird sich daran entscheiden, wie die Beh\u00f6rden diese komplexeren Renditequellen einordnen.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Die Seitent\u00fcr: der 1940-Act-Trick<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Wo die Vordert\u00fcr verschlossen ist, suchen Emittenten die Seitent\u00fcr. Der eleganteste Trick der vergangenen zwei Jahre nutzt ein anderes Gesetz als das \u00fcbliche. Statt den Weg \u00fcber Rule 19b-4 zu gehen, strukturierten die Anbieter von REX-Osprey SSK ihren Solana-Staking-Fonds als sogenannte C-Corporation unter dem Investment Company Act von 1940. Diese Konstruktion umgeht das 19b-4-Verfahren komplett, weil das Produkt formal kein reiner Rohstoff-Trust ist.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Preis daf\u00fcr ist steuerlicher und struktureller Natur: Eine C-Corp wird auf Fondsebene besteuert, was Rendite kosten kann. Der Vorteil war Tempo. SSK kam auf den Markt, als klassische Solana-Staking-ETFs regulatorisch noch festhingen. Als die SEC signalisierte, keine weiteren Einw\u00e4nde zu haben, war der Pr\u00e4zedenzfall gesetzt. Die Seitent\u00fcr zeigt ein Muster, das sich durch die gesamte ETF-Geschichte zieht: Regeln, die eine T\u00fcr schlie\u00dfen, schaffen den Anreiz, eine andere zu finden.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>In-Kind: die stille Klempnerei<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Eine der folgenreichsten \u00c4nderungen war f\u00fcr Laien unsichtbar. Bei der Einf\u00fchrung im Januar 2024 mussten die Spot-Bitcoin-ETFs Anteile ausschlie\u00dflich gegen Bargeld schaffen und zur\u00fccknehmen. Ein Market Maker, ein sogenannter Authorized Participant, lieferte also Dollar, der Fonds kaufte damit Bitcoin. Das erzeugte Reibung, Handelskosten und in den USA steuerliche Nachteile, weil jede Bar-R\u00fccknahme steuerbare Verk\u00e4ufe ausl\u00f6sen konnte.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Am 29. Juli 2025 erlaubte die SEC die Sch\u00f6pfung und R\u00fccknahme in Sachwerten, also direkt gegen Coins statt gegen Cash (<a href='https:\/\/www.sec.gov\/newsroom\/press-releases\/2025-101-sec-permits-kind-creations-redemptions-crypto-etps'>SEC-Mitteilung 2025-101<\/a>). Der Authorized Participant liefert nun Bitcoin und erh\u00e4lt Anteile, oder umgekehrt. Das senkt Kosten, verringert steuerliche Reibung und macht die Arbitrage zwischen Anteilspreis und innerem Wert effizienter, was sich in engeren Spannen f\u00fcr den Endanleger niederschl\u00e4gt. Es war der erste sichtbar kryptofreundliche Schritt unter dem neuen SEC-Chef Paul Atkins und ein Signal, dass die Beh\u00f6rde die Produkte nicht nur duldet, sondern ihre Mechanik optimiert.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Die Derivateschicht: Optionen auf den ETF<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Sobald ein ETF liquide ist, w\u00e4chst dar\u00fcber eine Derivateschicht. Optionen auf den IBIT werden seit Ende 2024 gehandelt, nachdem Nasdaq, NYSE und Cboe gr\u00fcnes Licht bekamen. F\u00fcr institutionelle Anleger ist das entscheidend, denn erst mit Optionen lassen sich Positionen absichern, Volatilit\u00e4t handeln und strukturierte Produkte bauen. Der ETF wird damit vom blo\u00dfen Zugangsvehikel zum Baustein eines ganzen \u00d6kosystems.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">2026 kam eine neue Ebene hinzu. Am 22. Mai 2026 genehmigte die SEC bar abgerechnete Bitcoin-Indexoptionen an der Nasdaq PHLX unter dem K\u00fcrzel QBTC, die sich auf den CME CF Bitcoin Real Time Index beziehen (<a href='https:\/\/www.bloomberg.com\/news\/articles\/2026-05-22\/nasdaq-bitcoin-index-options-granted-approval-by-sec'>Bloomberg<\/a>). Anders als Optionen auf einen einzelnen Fonds bilden Indexoptionen den breiteren Markt ab und brauchten noch die endg\u00fcltige Freigabe der CFTC. Die Botschaft ist dieselbe wie bei In-Kind: Die Regulierer bauen nicht nur den Zugang, sondern die gesamte Infrastruktur ringsum aus.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Wer die Coins verwahrt: die stille Machtfrage<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Aspekt bleibt in der Zulassungsdebatte oft unerw\u00e4hnt, obwohl er das gr\u00f6\u00dfte konzentrierte Risiko tr\u00e4gt: die Verwahrung. Ein ETF besitzt Bitcoin oder Ether nicht auf einer eigenen Festplatte, sondern lagert die Coins bei einem qualifizierten Custodian. Die gro\u00dfe Mehrheit der US-Spot-Produkte st\u00fctzt sich dabei auf eine Handvoll Anbieter, allen voran Coinbase Custody. Eine bemerkenswerte Ausnahme ist Fidelity, das \u00fcber die Tochter Fidelity Digital Assets selbst verwahrt. Wenn aber ein einziger Verwahrer die Coins hinter einem zweistelligen Milliardenmarkt h\u00e4lt, entsteht ein potenzieller Single Point of Failure, der in keiner Zulassungsurkunde auftaucht.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Beim Staking versch\u00e4rft sich die Frage. Die Auslegung vom M\u00e4rz kennt eine eigene Kategorie f\u00fcr verwahrtes Staking, und genau die nutzen die gro\u00dfen Fonds: ETHB stakt \u00fcber Coinbase Prime und Figment. Der Custodian wird damit vom passiven Tresor zum aktiven Teilnehmer, der Validatoren betreibt oder beauftragt, mit allen Risiken von Slashing bis Betriebsausfall. F\u00fcr den deutschen ETN-Anleger stellt sich die identische Frage in anderer Verpackung: Auch hier h\u00e4ngt am Ende alles daran, wie solide der Emittent seine Coins verwahrt und ob er das Emittentenrisiko transparent macht. Verwahrung ist die Schicht, auf der die gesamte regulierte Krypto-Anlage ruht, und sie verdient mehr Aufmerksamkeit, als sie \u00fcblicherweise bekommt.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Die Pipeline: 126 Antr\u00e4ge und die kommende Bereinigung<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Wie voll das Flie\u00dfband ist, zeigt der R\u00fcckstau. Bei der SEC liegen laut dem Bloomberg-Intelligence-Analysten James Seyffart mindestens 126 weitere Krypto-ETP-Antr\u00e4ge; die Emittenten &bdquo;werfen eine Menge Produkte an die Wand&ldquo;, wie er es gegen\u00fcber <a href='https:\/\/www.theblock.co\/post\/383361\/crypto-etfs-2026-regulatory-tailwinds-issuers-brace-crowded-year'>The Block<\/a> formulierte. Bitwise rechnet f\u00fcr 2026 mit mehr als 100 neuen Krypto-ETFs in den USA. An der Spitze der Warteschlange stehen weitere Solana- und XRP-Varianten sowie Multi-Asset-K\u00f6rbe.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Seyffart warnt zugleich vor dem Kater. Die Schwemme k\u00f6nne in Liquidationen m\u00fcnden; Schlie\u00dfungen seien gegen Ende 2026 oder 2027 zu erwarten, wenn Produkte nicht genug dauerhaftes Kapital anziehen. Nicht jeder Nischen-Altcoin-ETF findet genug Anleger, um die Betriebskosten zu decken. Das Flie\u00dfband produziert eben auch Ausschuss, und die Bereinigung geh\u00f6rt zum Zyklus dazu.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Angetrieben wird der Strom von einer bewussten Kehrtwende an der Spitze der Beh\u00f6rde. SEC-Chef Paul Atkins k\u00fcndigte f\u00fcr Januar 2026 eine sogenannte Innovation Exemption an, eine Ausnahme, die es Krypto-Projekten erlaubt, unter definierten Leitplanken zu experimentieren, ohne die volle Registrierung zu durchlaufen. Seinen Kurswechsel begr\u00fcndete Atkins gegen\u00fcber <a href='https:\/\/www.cryptopolitan.com\/sec-to-launch-crypto-innovation-exemption-2\/'>Cryptopolitan<\/a> unmissverst\u00e4ndlich: &bdquo;Wir hatten vier Jahre der Repression in dieser Branche, und das hat die Innovation ins Ausland getrieben, statt sie hier zu halten.&ldquo; Sein Ziel sei, dass Firmen &bdquo;in den USA etwas aufbauen k\u00f6nnen, ohne unklare Regeln f\u00fcrchten zu m\u00fcssen&ldquo;. Diese Haltung ist das eigentliche Betriebssystem hinter dem Flie\u00dfband.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Approval ist kein G\u00fctesiegel<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Bei aller Zulassungseuphorie lohnt eine Erinnerung an das Kleingedruckte. Als die SEC im Januar 2024 die ersten Bitcoin-ETFs durchwinkte, stellte der damalige Chef Gary Gensler in einer <a href='https:\/\/www.sec.gov\/newsroom\/speeches-statements\/gensler-statement-spot-bitcoin-011023'>ungew\u00f6hnlich k\u00fchlen Erkl\u00e4rung<\/a> klar: &bdquo;Wir haben Bitcoin weder gebilligt noch bef\u00fcrwortet.&ldquo; Eine Zulassung best\u00e4tigt, dass ein Produkt bestimmte Struktur-, Verwahr- und \u00dcberwachungsanforderungen erf\u00fcllt. Sie ist kein Urteil \u00fcber den Preis des Basiswerts und keine Empfehlung.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Wie wenig ein Siegel \u00fcber den Erfolg sagt, zeigten die Mittelfl\u00fcsse. Der Juni 2026 war der schlechteste Monat in der Geschichte der US-Spot-Bitcoin-ETFs, mit Nettoabfl\u00fcssen in Milliardenh\u00f6he, bevor sich das Bild im Sommer teilweise erholte. Zulassung, Zufluss und Kursentwicklung sind drei verschiedene Dinge. Das Flie\u00dfband garantiert Produkte, nicht Nachfrage, und schon gar keine Rendite. Genau diese Unterscheidung geht in der Schlagzeilenlogik gern verloren.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Das gilt umso mehr f\u00fcr die neuen Altcoin-Produkte. Ein frisch zugelassener Nischen-ETF startet oft mit wenigen Millionen an Verm\u00f6gen und d\u00fcnnem Handel, was zu gr\u00f6\u00dferen Abst\u00e4nden zwischen Kauf- und Verkaufskurs f\u00fchrt. Anleger sollten daher nicht nur auf die Existenz einer Zulassung schauen, sondern auf Fondsgr\u00f6\u00dfe, Handelsvolumen und Kostenquote. Ein reguliertes Etikett ersetzt die Pr\u00fcfung des konkreten Produkts nicht, es macht sie nur \u00fcberhaupt erst m\u00f6glich.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Was in Deutschland ankommt: der ETN-Umweg und die Staking-Frage<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">All das spielt in den USA. Ein deutscher Anleger, der bei seiner Bank oder seinem Broker nach einem &bdquo;Spot-Bitcoin-ETF&ldquo; sucht, findet ihn nicht, jedenfalls nicht als echten ETF. Der Grund ist die europ\u00e4ische Fondsrichtlinie UCITS, die einem Fonds Diversifikation vorschreibt. Ein Produkt, das zu 100 Prozent aus einem einzigen Asset besteht, ist damit nicht UCITS-f\u00e4hig. Genau das ist ein Krypto-Spot-Fonds aber definitionsgem\u00e4\u00df.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Ausweg hei\u00dft ETN, Exchange Traded Note. Rechtlich ist das kein Fondsanteil, sondern eine Schuldverschreibung des Emittenten, die den Kurs eines Coins nachbildet und in aller Regel physisch mit dem Coin hinterlegt ist. Auf Xetra handeln deutsche Anleger so Bitcoin, Ethereum und diverse Altcoins. Der Preis dieser Konstruktion ist ein Emittentenrisiko: Wer den ETN h\u00e4lt, ist Gl\u00e4ubiger des Anbieters, nicht Miteigent\u00fcmer eines Sonderverm\u00f6gens wie beim Fonds. Die BaFin und der EU-Rahmen MiCA regulieren dabei die Verwahrung und die Krypto-Dienstleister, nicht das Wertpapier ETN selbst, das unter das Prospektrecht f\u00e4llt (Grundlagen im <a href='https:\/\/www.bafin.de\/SharedDocs\/Veroeffentlichungen\/DE\/Merkblatt\/mb_250103_Kryptowerte_Dienstl.html'>BaFin-Merkblatt zu Kryptowerte-Dienstleistungen<\/a>). Die verk\u00fcrzte MiCA-\u00dcbergangsfrist f\u00fcr deutsche Anbieter endet zum 1. Juli 2026.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Bei einem Punkt war Europa den USA sogar voraus: beim Staking. Weil ein ETN kein diversifizierter Fonds sein muss, reichen mehrere europ\u00e4ische Emittenten wie 21Shares oder CoinShares Staking-Ertr\u00e4ge schon seit Jahren an die Anleger weiter, lange bevor die SEC im M\u00e4rz 2026 gr\u00fcnes Licht gab. Der deutsche Anleger kommt also \u00fcber den ETN-Umweg durchaus an Staking-Rendite, tr\u00e4gt daf\u00fcr aber das Emittentenrisiko und muss die steuerliche Behandlung genau pr\u00fcfen, die sich je nach Ausgestaltung des Produkts unterscheidet. Wer den gr\u00f6\u00dferen regulatorischen Rahmen sucht, findet die parallele Entwicklung bei Zahlungs-Token in unserem Text zu den <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/stablecoin-regeln-2026-mica-genius-act\/'>Stablecoin-Regeln unter MiCA und dem GENIUS Act<\/a>.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Praktisch hei\u00dft das: Der Zugang l\u00e4uft \u00fcber das normale Wertpapierdepot bei Bank oder Broker, die Krypto-ETNs wie jede Aktie \u00fcber Xetra handeln. Wichtig ist der Blick ins Kleingedruckte, ob der ETN physisch mit dem Coin hinterlegt ist, wer als Emittent und Verwahrer dahintersteht, wie hoch die j\u00e4hrliche Kostenquote ausf\u00e4llt und ob ein Lieferanspruch auf den echten Coin besteht. Diese Details entscheiden \u00fcber Sicherheit und Steuerlast oft st\u00e4rker als die Wahl des Basiswerts.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Ausblick: das Flie\u00dfband trifft auf endliche Nachfrage<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Richtung f\u00fcr den Rest des Jahres ist klar: mehr Produkte, mehr Basiswerte, mehr Funktionen. Was 2024 eine regulatorische Sensation war, ist zur Routine geworden, und Routine skaliert. Doch das eigentliche Thema der kommenden Monate ist nicht die n\u00e4chste Zulassung, sondern die Bereinigung. Wenn hundert Fonds um eine Nachfrage konkurrieren, die nicht im gleichen Tempo w\u00e4chst, \u00fcberleben die mit Marke, Liquidit\u00e4t und Vertrieb, w\u00e4hrend Nischenprodukte still eingestellt werden.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Auch die Nachfrageseite wird reifer. Immer mehr institutionelle Anleger, von Pensionskassen bis zu Verm\u00f6gensverwaltern, nutzen die ETFs als regulierten Zugang, weil sie Krypto nicht direkt verwahren d\u00fcrfen oder wollen. Das erkl\u00e4rt, warum die Best\u00e4nde trotz zwischenzeitlicher Kursverluste vergleichsweise stabil blieben: Ein Teil des Kapitals ist strategisch positioniert und nicht auf schnelle Gewinne aus. Ob diese Basis gro\u00df genug ist, um hundert neue Produkte zu tragen, ist die offene Frage, an der sich 2027 entscheiden d\u00fcrfte, welche Emittenten \u00fcbrig bleiben.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die n\u00e4chsten regulatorischen Fronten sind absehbar: Restaking, aktiv gemanagte Krypto-Fonds und irgendwann vielleicht gehebelte Produkte in einem geordneten Rahmen. F\u00fcr deutsche Anleger bleibt die Kernfrage, ob und wann die EU ihren strukturellen R\u00fcckstand bei echten Spot-Fonds aufholt oder ob der ETN der dauerhafte Kompromiss bleibt. Bis dahin gilt: Das amerikanische Flie\u00dfband bestimmt das Tempo der Produktinnovation, und Europa importiert die Ideen mit Verz\u00f6gerung und in anderer rechtlicher Verpackung.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>H\u00e4ufig gestellte Fragen<\/h2><h3 class='wp-block-heading'>Was sind generische Listing-Standards f\u00fcr Krypto-ETFs?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Seit dem 17. September 2025 d\u00fcrfen US-B\u00f6rsen wie NYSE Arca, Nasdaq und Cboe BZX einen Krypto-Spot-ETF listen, sobald der Basiswert Standardkriterien erf\u00fcllt, ohne f\u00fcr jeden Coin ein eigenes Verfahren zu durchlaufen. Das verk\u00fcrzt die Zulassung von bis zu 240 Tagen auf rund 75 Tage und ist der Hauptgrund f\u00fcr die Produktflut 2026.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Kann ich als deutscher Anleger einen Staking-ETF kaufen?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Einen echten US-Staking-ETF wie ETHB oder BSOL bekommen deutsche Anleger in der Regel nicht direkt. \u00dcber Xetra handelbare Krypto-ETNs bilden aber eine Alternative, und mehrere europ\u00e4ische Emittenten reichen Staking-Ertr\u00e4ge \u00fcber solche ETNs bereits an die Anleger weiter. Dabei besteht ein Emittentenrisiko, weil ein ETN eine Schuldverschreibung und kein Sonderverm\u00f6gen ist.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Was hat die gemeinsame SEC-CFTC-Auslegung vom M\u00e4rz 2026 ge\u00e4ndert?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Die beiden US-Aufsichtsbeh\u00f6rden ordneten sechzehn Token, darunter Bitcoin, Ethereum, Solana und XRP, als Digital Commodities ein und stuften das Staken dieser Werte nicht als Wertpapiergesch\u00e4ft ein. Damit wurde der Weg f\u00fcr ETFs frei, die Staking-Rendite erwirtschaften. Restaking klammerte die Auslegung ausdr\u00fccklich aus.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Warum gibt es in der EU keinen echten Spot-Bitcoin-ETF?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Die europ\u00e4ische Fondsrichtlinie UCITS verlangt Diversifikation, deshalb darf ein Fonds nicht zu 100 Prozent aus einem einzigen Verm\u00f6genswert bestehen. Ein reiner Bitcoin-Fonds erf\u00fcllt das nicht. Als Ersatz nutzen europ\u00e4ische Anleger physisch besicherte ETNs, die rechtlich Schuldverschreibungen sind.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Welche Krypto-ETFs kamen 2025 und 2026 neu hinzu?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Nach Bitcoin (2024) und Ethereum (2024) folgten ab Ende 2025 Spot-Produkte auf Solana, XRP, Litecoin und Dogecoin. Anfang 2026 kam Chainlink hinzu, etwa mit dem Bitwise-Fonds CLNK. Viele der neuen Fonds auf Proof-of-Stake-Coins bieten inzwischen eingebaute Staking-Rendite.<\/p><script type=\"application\/ld+json\">{\"@context\":\"https:\/\/schema.org\",\"@type\":\"FAQPage\",\"mainEntity\":[{\"@type\":\"Question\",\"name\":\"Was sind generische Listing-Standards f\u00fcr Krypto-ETFs?\",\"acceptedAnswer\":{\"@type\":\"Answer\",\"text\":\"Seit dem 17. 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