{"id":277,"date":"2026-08-14T10:31:03","date_gmt":"2026-08-14T10:31:03","guid":{"rendered":"https:\/\/hoge.gg\/de\/hashrate-2026-signal-richtig-lesen\/"},"modified":"2026-08-14T10:31:03","modified_gmt":"2026-08-14T10:31:03","slug":"hashrate-2026-signal-richtig-lesen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hoge.gg\/de\/hashrate-2026-signal-richtig-lesen\/","title":{"rendered":"Hashrate 2026: das Signal, das die meisten falsch lesen"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer im August 2026 auf einen Hashrate-Chart schaut, sieht eine Zahl, die nach Krise aussieht. Die Rechenleistung des Bitcoin-Netzwerks liegt je nach Tracker bei rund 857 Exahash pro Sekunde (EH\/s), fast ein F\u00fcnftel unter dem Rekord von etwa 1,1 Zettahash aus dem Herbst 2025 (<a href='https:\/\/www.coinwarz.com\/mining\/bitcoin\/hashrate-chart'>CoinWarz<\/a>). Die Mining-Difficulty ist im Jahresvergleich gefallen, erst zum zweiten Mal in der Geschichte. Und trotzdem war das Netzwerk, gemessen an dem, was ein erfolgreicher Angriff kosten w\u00fcrde, selten so teuer zu attackieren wie heute.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Genau diese L\u00fccke, zwischen dem, was die Hashrate-Zahl zu sagen scheint, und dem, was sie tats\u00e4chlich bedeutet, ist das Thema dieses Textes. Hashrate ist die meistzitierte und zugleich meistmissverstandene Kennzahl im Bitcoin. Sie wird als Sicherheitsgarantie gelesen, als Preisprognose und als Stimmungsbarometer der Miner, in den meisten F\u00e4llen falsch. Wer die Grundlagen auffrischen m\u00f6chte (Einheiten, SHA-256, die Difficulty-Formel), findet sie in unserer Erkl\u00e4rung, <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/mining-schwierigkeit-bitcoin-difficulty-erklaert-2026\/'>wie Bitcoins Difficulty-Thermostat funktioniert<\/a>. Hier geht es um die n\u00e4chste Ebene: wie man die Zahl liest, was sie 2026 wirklich erz\u00e4hlt und wo die Fallstricke liegen. Alle Preise in Euro, alle Netzwerkzahlen mit Stand 14. August 2026 und live gepr\u00fcft; sie sind naturgem\u00e4\u00df volatil und sollten vor jeder Entscheidung neu nachgeschlagen werden.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Hashrate in drei\u00dfig Sekunden: eine Sch\u00e4tzung, kein Messwert<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Hashrate gibt an, wie viele SHA-256-Rechenversuche das gesamte Netzwerk pro Sekunde durchf\u00fchrt, um den n\u00e4chsten g\u00fcltigen Block zu finden. Jeder Versuch ist ein Lotterielos: Wer zuerst einen Hash-Wert unter dem aktuellen Zielwert w\u00fcrfelt, darf den Block schreiben und kassiert die Belohnung von 3,125 BTC plus Transaktionsgeb\u00fchren. Weil Milliarden Maschinen weltweit gleichzeitig w\u00fcrfeln, misst man das Ergebnis heute in Exahash (10 hoch 18 Hashes pro Sekunde) bis Zettahash (10 hoch 21).<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der entscheidende, meist \u00fcberlesene Punkt: Niemand misst diese Zahl direkt. Es gibt keinen zentralen Z\u00e4hler, der jeden ASIC der Welt abfragt. Die Hashrate wird aus zwei beobachtbaren Gr\u00f6\u00dfen gesch\u00e4tzt, der aktuellen Difficulty und der Geschwindigkeit, mit der Bl\u00f6cke tats\u00e4chlich gefunden werden. Die Faustformel lautet: Hashrate \u2248 Difficulty \u00d7 2^32 \u00f7 Blockzeit in Sekunden. Rechnet man es nach, ergibt 127,48 Billionen mal 2^32 (rund 4,29 Milliarden) die durchschnittliche Zahl der Hashes, die f\u00fcr einen Block n\u00f6tig sind; geteilt durch das 600-Sekunden-Ziel erh\u00e4lt man rund 912 EH\/s. Weicht die durchschnittliche Blockzeit in einem Beobachtungsfenster nach oben oder unten ab, verschiebt sich die gesch\u00e4tzte Hashrate entsprechend, ohne dass eine einzige Maschine dazu- oder abgeschaltet wurde. Weil die tats\u00e4chlichen Blockzeiten zuf\u00e4llig streuen (ein Poisson-Prozess), schwankt die gesch\u00e4tzte Hashrate von Stunde zu Stunde stark, obwohl sich die real installierte Rechenleistung kaum bewegt. Daraus folgt die erste und wichtigste Leseregel: Die Tageszahl ist Rauschen, der gegl\u00e4ttete Mehrtagesschnitt ist das Signal.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Warum vier Tracker vier verschiedene Zahlen zeigen<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">\u00d6ffnen Sie am selben Nachmittag vier Quellen, und Sie bekommen vier unterschiedliche Hashrate-Werte. Das ist kein Widerspruch, sondern Statistik: Jede Quelle gl\u00e4ttet \u00fcber ein anderes Zeitfenster. Die tagesaktuelle Momentaufnahme kann um Dutzende EH\/s springen, w\u00e4hrend der echte Trend fast stillsteht. CoinWarz weist Mitte August auf der Spot-Metrik \u00fcber sieben Tage sogar ein Minus von gut 20 Prozent aus, w\u00e4hrend der 30-Tage-Schnitt im selben Zeitraum kaum nachgab. Wer auf die Tageszahl reagiert, reagiert auf Zufall.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Quelle \/ Methode<\/th><th>Wert 14.08.2026<\/th><th>Gl\u00e4ttungsfenster<\/th><th>Lesart<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Momentaufnahme (block-nah)<\/td><td>~857 EH\/s<\/td><td>~1 Tag<\/td><td>am st\u00e4rksten verrauscht, f\u00fcr nichts geeignet au\u00dfer Neugier<\/td><\/tr><tr><td>7-Tage-Durchschnitt<\/td><td>~911 EH\/s<\/td><td>7 Tage<\/td><td>Standard-Signal f\u00fcr Branchenbeobachter<\/td><\/tr><tr><td>30-Tage-Mittel<\/td><td>~900 EH\/s<\/td><td>30 Tage<\/td><td>Struktur und Trend, kaum Rauschen<\/td><\/tr><tr><td>Difficulty-impliziert (Formel)<\/td><td>~912 EH\/s<\/td><td>~2 Wochen (Difficulty-Epoche)<\/td><td>so viel Leistung br\u00e4uchte man im Schnitt f\u00fcr Zehn-Minuten-Bl\u00f6cke<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">Die praktische Lesekompetenz besteht darin, das Fenster zur Frage passend zu w\u00e4hlen. Sicherheitsfrage? Dann in Monaten denken. Miner-Gesundheit? In Wochen. Alles K\u00fcrzere ist Rauschen. Seri\u00f6se Analysten lesen mindestens den 7-Tage-Schnitt (Hashrate Index verwendet ihn als Standardwert in seinem <a href='https:\/\/hashrateindex.com\/blog\/hashrate-index-roundup-august-10-2026\/'>w\u00f6chentlichen Roundup<\/a>), nie den Spot-Wert. Diese eine Angewohnheit trennt eine informierte Einordnung von der reflexhaften Panik, die jeder Absturz-Schlagzeile \u00fcber die Rechenleistung zugrunde liegt. Denn die Schlagzeile greift fast immer zur dramatischsten der vier Zahlen, dem verrauschten Spot-Wert.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Das Entkopplungsjahr: rekordnah und trotzdem im R\u00fcckw\u00e4rtsgang<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">2026 ist das Jahr, in dem drei Zahlen, die normalerweise im Gleichschritt steigen, auseinanderliefen: Hashrate, Difficulty und Hashprice. Der 30-Tage-Schnitt der Rechenleistung fiel von rund 1.108 EH\/s im November 2025 auf etwa 900 EH\/s, ein R\u00fcckgang von rund 19 Prozent und der l\u00e4ngste je gemessene. Schon Ende M\u00e4rz 2026 <a href='https:\/\/www.coindesk.com\/markets\/2026\/03\/30\/bitcoin-hashrate-posts-first-quarter-drop-for-first-time-in-6-years-as-miners-pivot-to-ai'>berichtete CoinDesk<\/a> vom ersten Quartalsr\u00fcckgang seit sechs Jahren, nach f\u00fcnf Jahren zweistelligen Wachstums in Folge.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Noch seltener ist das Signal aus der Difficulty. Nach Auswertung des Mining-Datendienstes <a href='https:\/\/hashrateindex.com\/'>Hashrate Index<\/a> fiel sie 2026 im Jahresvergleich, erst zum zweiten Mal \u00fcberhaupt in Bitcoins Geschichte. Von rund 156 Billionen im November 2025 ging es auf 127,48 Billionen zur\u00fcck, etwa 18 Prozent unter dem Allzeithoch. Wichtig f\u00fcr die Einordnung: Ein fallender Hashrate-Chart bedeutet hier nicht, dass Bitcoin unsicherer wird. Er bedeutet, dass sich die \u00d6konomie der Miner verschoben hat. Wer diese Entkopplung von Rekordn\u00e4he und R\u00fcckgang nicht versteht, liest die Zahl als Alarm, wo sie in Wahrheit einen Strukturwandel beschreibt. Warum, dazu gleich mehr.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Kennzahl<\/th><th>H\u00f6chststand 2025<\/th><th>Stand 14.08.2026<\/th><th>Was es bedeutet<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Hashrate (30-Tage-Mittel)<\/td><td>~1.108 EH\/s (Nov 2025)<\/td><td>~900 EH\/s<\/td><td>~19% unter Rekord, l\u00e4ngster R\u00fcckgang der Geschichte<\/td><\/tr><tr><td>Mining-Difficulty<\/td><td>~156 Bio. (Nov 2025)<\/td><td>127,48 Bio.<\/td><td>~18% unter ATH, zweites negatives Jahr \u00fcberhaupt<\/td><\/tr><tr><td>USD-Hashprice<\/td><td>deutlich h\u00f6her (2024)<\/td><td>~31,73 $\/PH\/Tag<\/td><td>nahe oder unter Break-even vieler Miner<\/td><\/tr><tr><td>BTC-Preis (Spot)<\/td><td>Rekordhoch Herbst 2025<\/td><td>~54.317 \u20ac<\/td><td>Miner-Umsatz in Fiat bleibt gedr\u00fcckt<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><h2 class='wp-block-heading'>Der Mythos &bdquo;Hashrate folgt dem Preis&ldquo;<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Seit Jahren streiten zwei Lager: &bdquo;Der Preis folgt der Hashrate&ldquo; gegen &bdquo;Die Hashrate folgt dem Preis&ldquo;. Die Datenlage ist ziemlich eindeutig auf der zweiten Seite. Hashrate ist eine verz\u00f6gerte Funktion der Miner-Rentabilit\u00e4t. Steigt der Preis, wird Sch\u00fcrfen profitabler, Betreiber schalten mehr Maschinen zu und bestellen neue, was Monate dauert. F\u00e4llt der Preis unter die Vollkosten, gehen die ineffizientesten Rechner zuerst vom Netz. Die Hashrate reagiert also auf den Preis, mit Verz\u00f6gerung, und nicht umgekehrt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Zeitverzug ist konkret: Vom Bestellzeitpunkt eines ASIC-Gro\u00dfauftrags bis zur Installation und zum Netzanschluss vergehen oft sechs bis zw\u00f6lf Monate, weshalb Hashrate-Spitzen einem Kursanstieg sp\u00fcrbar hinterherlaufen und ein Preisverfall sich erst dann in der Rechenleistung zeigt, wenn die Stromrechnung die Betreiber wirklich zum Abschalten zwingt. 2026 illustriert das musterg\u00fcltig. CoinDesk bezifferte die Produktionskosten vieler b\u00f6rsennotierter Miner auf nahe 90.000 US-Dollar je Bitcoin, w\u00e4hrend der Spot-Preis darunter lag (heute rund 54.317 Euro, umgerechnet etwa 63.000 US-Dollar, laut <a href='https:\/\/www.coingecko.com\/en\/coins\/bitcoin\/eur'>CoinGecko<\/a>). Negative Marge, also Hashrate nach unten. Der Glaube, der Preis folge der Hashrate, verwechselt Korrelation mit Kausalit\u00e4t: In Bullenm\u00e4rkten steigen beide, weil der Preis beide treibt. Die praktische Konsequenz ist unbequem f\u00fcr Chartisten: Nutzen Sie die Hashrate nicht als Kursprognose. Sie ist ein nachlaufender Indikator der Miner-Gesundheit, kein vorlaufender des Bitcoin-Preises. Wer Miner-Aktien bewertet, sollte deshalb die Marge lesen, nicht die reine Rechenleistung, wie unsere Analyse zeigt, <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/mining-aktien-2026-miner-margen-richtig-lesen\/'>wie man Miner-Margen richtig liest<\/a>.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Hashprice: die Br\u00fccke zwischen Rechenleistung und Rendite<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Zahl, die die Hashrate tats\u00e4chlich steuert, hei\u00dft Hashprice: der Tagesumsatz je Recheneinheit. Anfang August lag der USD-Hashprice bei 32,10 Dollar pro Petahash und Tag, am 10. August bei 31,73 Dollar; der Terminmarkt preiste zu diesem Zeitpunkt einen Durchschnitt von rund 30,83 Dollar \u00fcber die n\u00e4chsten sechs Monate ein. Auf diesem Niveau sch\u00fcrfen viele Betreiber an oder unter der Gewinnschwelle, abh\u00e4ngig von Strompreis und Maschinengeneration.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Vereinfacht ergibt sich der Hashprice aus (Blocksubvention plus Geb\u00fchren) mal Bitcoin-Preis, geteilt durch die Netzwerk-Hashrate. F\u00e4llt der Preis oder steigt die Hashrate, sinkt der Hashprice; nach jedem Halving halbiert sich zudem der Subventionsanteil. Damit ist der Hashprice der ehrlichere Fr\u00fchindikator f\u00fcr die Richtung der Hashrate als der Kurs allein, weil er Preis, Geb\u00fchren und Wettbewerb in einer einzigen Zahl b\u00fcndelt. Sinkt er dauerhaft unter die Grenzkosten der Marktteilnehmer, folgt mit Verz\u00f6gerung eine Hashrate-Kontraktion, denn kein rationaler Betreiber verbrennt auf Dauer Geld. Genau dieses Zusammenspiel treibt den <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/bitcoin-mining-margen-shakeout-2026-ai-ausweg\/'>dritten Shakeout und den AI-Ausweg<\/a>, den die Branche 2026 durchlebt. Wer Hashprice und Hashrate zusammen liest, sieht die Kontraktion kommen, bevor sie im Chart steht.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Warum die Difficulty f\u00e4llt, ohne dass das Netzwerk bricht<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Bitcoins Selbstregulierung ist der Grund, warum ein Hashrate-R\u00fcckgang kein Notfall ist. Alle 2016 Bl\u00f6cke, also etwa alle zwei Wochen, justiert das Protokoll den Zielwert so, dass Bl\u00f6cke im Zehn-Minuten-Takt bleiben. F\u00e4llt die Hashrate, dauern Bl\u00f6cke l\u00e4nger, und die n\u00e4chste Anpassung senkt die Difficulty, bis das Tempo wieder stimmt. Nach oben wie nach unten ist die Anpassung auf den Faktor 0,25 bis 4 begrenzt. Dieses Thermostat produziert weiter zuverl\u00e4ssig Bl\u00f6cke, selbst wenn ein F\u00fcnftel der Rechenleistung verschwindet, und die verbliebenen Miner werden relativ profitabler, weil weniger Konkurrenz um dieselbe Subvention k\u00e4mpft. Das bremst die Kapitulation von selbst.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Konkret: Nach der Anpassung vom 8. August (plus 0,99 Prozent) steht die Difficulty bei 127,48 Billionen. Die n\u00e4chste Anpassung wird f\u00fcr Ende August erwartet, doch die Sch\u00e4tzungen schwanken fr\u00fch im Zyklus stark, je nach Tracker von leicht positiv bis rund minus drei Prozent (<a href='https:\/\/www.coinwarz.com\/mining\/bitcoin\/difficulty-chart'>CoinWarz<\/a>). Auch das ist eine Leselektion: Fr\u00fche Difficulty-Prognosen sind fast wertlos, weil wenige Tage volatiler Blockzeiten die Hochrechnung kippen; erst gegen Ende der Epoche wird die Sch\u00e4tzung belastbar. Zugleich ist die Difficulty selbst der am st\u00e4rksten gegl\u00e4ttete Hashrate-Proxy \u00fcberhaupt (Zwei-Wochen-Fenster, keine Poisson-Zappelei) und damit der beste Wert f\u00fcr Sicherheits- und Trendfragen. Mehr zur Mechanik in unserer Erkl\u00e4rung <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/mining-schwierigkeit-bitcoin-difficulty-erklaert-2026\/'>zu Bitcoins Selbstregulierung 2026<\/a>.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Der AI-Pivot: wohin Bitcoins Megawatt wandern<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Der strukturelle Grund f\u00fcr den R\u00fcckgang 2026 ist kein Bitcoin-internes Problem. Es ist ein Wettbewerb um Strom, Standorte und Kapital mit der k\u00fcnstlichen Intelligenz. Betreiber verpachten dieselben Megawatt, die einst ASICs speisten, an KI- und HPC-Kunden, oft \u00fcber Leasingvertr\u00e4ge mit Laufzeiten von zw\u00f6lf bis zwanzig Jahren und planbaren Cashflows, die das volatile Mining-Gesch\u00e4ft nicht bietet. Der Umbau frisst sich quer durch die Bilanzen der gro\u00dfen Miner.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Hut 8 unterzeichnete allein ein zweites 352-Megawatt-Leasing mit einem Basiswert von rund 9,8 Milliarden US-Dollar (<a href='https:\/\/www.coindesk.com\/business\/2026\/07\/20\/hut-8-surges-on-usd9-8-billion-ai-data-center-lease'>CoinDesk<\/a>); das gesamte Portfolio an KI-Rechenzentrumsvertr\u00e4gen des Unternehmens summiert sich laut <a href='https:\/\/www.investing.com\/news\/company-news\/hut-8-secures-266-billion-in-ai-data-center-contracts-93CH-4833532'>Investing.com<\/a> auf etwa 26,6 Milliarden Dollar. Core Scientific vermietet Rechenkapazit\u00e4t an CoreWeave in einem Deal von mehr als zehn Milliarden Dollar; auch TeraWulf verpflichtete sich \u00fcber eine Partnerschaft mit Fluidstack zu Hunderten Megawatt, und IREN unterzeichnete laut Branchenberichten eigene Milliardenvertr\u00e4ge (<a href='https:\/\/crypto.news\/hut-8-lands-second-9-8b-ai-lease-as-iren-signs-2-8b-deals\/'>crypto.news<\/a>). Branchenweit haben b\u00f6rsennotierte Miner kumuliert \u00fcber 70 Milliarden Dollar an KI- und HPC-Vertr\u00e4gen unterschrieben. Um diesen Umbau zu finanzieren, verkauften sie laut Marktdaten allein im ersten Quartal 2026 mehr als 32.000 BTC.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Unternehmen<\/th><th>KI- \/ HPC-Engagement<\/th><th>Gr\u00f6\u00dfenordnung<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Hut 8<\/td><td>Rechenzentrums-Leasing (u. a. Beacon Point)<\/td><td>~26,6 Mrd. $ Gesamtportfolio<\/td><\/tr><tr><td>Core Scientific<\/td><td>Vermietung an CoreWeave<\/td><td>&gt; 10 Mrd. $<\/td><\/tr><tr><td>B\u00f6rsennotierte Miner (gesamt)<\/td><td>kumulierte KI- \/ HPC-Vertr\u00e4ge<\/td><td>&gt; 70 Mrd. $<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Lesart ist heikel und wichtig zugleich: Die fallende Hashrate 2026 ist teils eine Kapitalrotation, nicht nur eine Kapitulation. Strom, der einmal zu KI gewandert ist, kommt bei steigendem Bitcoin-Preis nicht automatisch zur\u00fcck, denn die Zwanzig-Jahres-Vertr\u00e4ge sind unterschrieben. CoinShares erwartet die Hashrate trotzdem bei rund 1,8 Zettahash zum Jahresende, allerdings unter der Bedingung, dass Bitcoin sich Richtung 100.000 Dollar erholt (<a href='https:\/\/coinshares.com\/insights\/research-data\/bitcoin-mining-report-q1-2026\/'>CoinShares Q1-Report<\/a>). Wie sich Mining, Abw\u00e4rme und der Kampf um denselben Strom verzahnen, zeigt unser Blick auf <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/krypto-energiemix-2026-abwaerme-ki-strom\/'>den Energiemix 2026<\/a>.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>ASIC-Effizienz: warum weniger Hashrate nicht weniger Sicherheit hei\u00dft<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Welche Maschinen gehen zuerst vom Netz? Die ineffizientesten. Und hier versteckt sich der vielleicht gr\u00f6\u00dfte Denkfehler beim Lesen absoluter Hashrate-Zahlen \u00fcber die Jahre. Ein alter Antminer S9 aus dem Jahr 2016 brauchte rund 98 Joule je Terahash. Ein S19 von 2020 kam auf etwa 34 Joule, ein S21 XP der Baujahre 2024 und 2025 auf rund 13,5 Joule je Terahash (<a href='https:\/\/support.bitmain.com\/hc\/en-us\/articles\/35383015643673'>Bitmain<\/a>). Das ist etwa die siebenfache Energieeffizienz in weniger als einem Jahrzehnt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Daraus folgt: Wenn die rund 200 EH\/s, die 2026 vom Netz gingen, \u00fcberwiegend alte, stromhungrige Hardware waren, sinkt die reale Energie- und Kapitalbindung des Netzwerks weit weniger als die reine Hashrate-Zahl suggeriert, in manchen Betrachtungen kaum. Ein Terahash von 2026 ist eben nicht dasselbe Sicherheitsquantum wie ein Terahash von 2018; er steckt in effizienterer, teurerer Hardware. Genau deshalb kann eine gefallene Hashrate sogar mit steigenden realen Sicherheitsausgaben zusammenfallen, wenn die verbliebene Flotte moderner und kapitalintensiver ist als die abgeschaltete. Der Vergleich absoluter Hashrate \u00fcber lange Zeitr\u00e4ume ist somit irref\u00fchrend, man vergleicht ungleiche Maschinen. Die aussagekr\u00e4ftigere Frage lautet nicht &bdquo;wie viele Hashes&ldquo;, sondern &bdquo;wie teuer w\u00e4re es, diese Hashes zu \u00fcberbieten&ldquo;.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Hashrate ist nicht gleich Sicherheit: die Kosten-zu-Angriff-Lektion<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Der verbreitetste Reflex lautet: mehr Hashrate gleich sicherer, weniger Hashrate gleich unsicherer. Die relevante Sicherheitsmetrik ist aber nicht die absolute Rechenleistung, sondern die Kosten, sie mehrheitlich zu \u00fcberbieten und einen 51-Prozent-Angriff zu fahren. Und diese Kosten h\u00e4ngen an Hardware-Verf\u00fcgbarkeit, Strompreisen und Marktstruktur, nicht linear an der EH\/s-Zahl. Wichtig zu wissen: Selbst ein erfolgreicher Mehrheitsangriff k\u00f6nnte keine fremden Coins stehlen und keine Regeln \u00e4ndern; er erlaubt im Kern nur, eigene Transaktionen r\u00fcckg\u00e4ngig zu machen (Double-Spend) und einzelne Bl\u00f6cke zu zensieren, und das nur, solange die Mehrheit gehalten wird.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Campbell Harvey, Finanzprofessor an der Duke University (Fuqua School of Business), bezifferte einen einw\u00f6chigen Mehrheitsangriff urspr\u00fcnglich auf rund sechs Milliarden Dollar (<a href='https:\/\/crypto.news\/51-attack-on-the-bitcoin-network-would-cost-6-billion\/'>crypto.news<\/a>). 2026 verfeinerte er das Modell auf etwa acht Milliarden Dollar, weil ein Angreifer den Kursverfall, den er ausl\u00f6st, \u00fcber Derivate-Shorts zu Geld machen k\u00f6nnte. &bdquo;Die Kosten liegen bei etwa 50 Basispunkten des Bitcoin-Werts&ldquo;, sagte Harvey, und: &bdquo;Der Unterschied heute sind die Derivatem\u00e4rkte&ldquo; (<a href='https:\/\/news.bitcoin.com\/8-billion-bitcoin-attack-could-become-profitable-through-derivatives-duke-professor-says\/'>news.bitcoin.com<\/a>). Dagegen h\u00e4lt Matt Prusak, President von American Bitcoin Corp, die &bdquo;\u00f6konomische Machbarkeit&ldquo; erledige die These: Die Akkumulation gen\u00fcgend Hardware dauere Jahre, und B\u00f6rsen w\u00fcrden verd\u00e4chtige Aktivit\u00e4t einfrieren, bevor ein Angriff Wirkung entfalte.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Empirie st\u00fctzt die Kosten-Perspektive. Bitcoin wurde nie erfolgreich per 51-Prozent-Angriff kompromittiert. Kleinere Proof-of-Work-Ketten wie Bitcoin Gold und Ethereum Classic dagegen mehrfach, gerade weil ihre absolute Hashrate und damit die Angriffskosten niedrig waren. Eine um 19 Prozent gefallene Bitcoin-Hashrate senkt die Angriffskosten nicht eins zu eins und schon gar nicht unter eine kritische Schwelle, solange die Difficulty proportional nachzieht und moderne ASICs knapp und teuer bleiben. Schon Satoshi Nakamoto formulierte im <a href='https:\/\/bitcoin.org\/bitcoin.pdf'>Whitepaper<\/a> die Grundannahme, dass ehrliche Knoten die Mehrheit der Rechenleistung kontrollieren; Sicherheit ist eine Kostenfrage, keine reine Mengenfrage.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Hashrate als Handelssignal: Hash Ribbons und die Fallstricke<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Aus der Hashrate lassen sich Handelssignale ableiten, das bekannteste sind die Hash Ribbons. Der von Charles Edwards (Gr\u00fcnder von Capriole Investments) 2019 entwickelte Indikator vergleicht den 30-Tage- mit dem 60-Tage-Schnitt der Hashrate: Kreuzt der 30-Tage-Schnitt darunter, deutet das auf Miner-Kapitulation, weil unrentable Rechner abgeschaltet werden; kreuzt er zur\u00fcck nach oben, galt das historisch als Boden- und Kaufsignal (<a href='https:\/\/www.tradingview.com\/script\/kT7jIvqv-Hash-Ribbons\/'>TradingView<\/a>). Anh\u00e4nger verweisen auf eine hohe Trefferquote bei vergangenen Zyklustiefs, Kritiker halten dagegen, dass ASIC-Effizienzspr\u00fcnge und der AI-Pivot die Aussagekraft verw\u00e4ssern.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Signal<\/th><th>Berechnung<\/th><th>Was es andeuten soll<\/th><th>Fallstrick<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Hash Ribbons<\/td><td>30-Tage- vs. 60-Tage-Hashrate<\/td><td>Miner-Kapitulation und Erholung<\/td><td>verwechselt Kapitulation mit geplanter Kapitalrotation (2026)<\/td><\/tr><tr><td>USD-Hashprice<\/td><td>Umsatz je PH pro Tag<\/td><td>Miner-Rentabilit\u00e4t<\/td><td>preisabh\u00e4ngig, kein Vorl\u00e4ufer des Kurses<\/td><\/tr><tr><td>Difficulty-\u00c4nderung<\/td><td>Anpassung alle 2016 Bl\u00f6cke<\/td><td>Netto-Trend der Rechenleistung<\/td><td>rund zwei Wochen Verz\u00f6gerung<\/td><\/tr><tr><td>Kosten-zu-Angriff<\/td><td>Hardware + Energie + Derivate<\/td><td>reale Sicherheit<\/td><td>schwer pr\u00e4zise zu sch\u00e4tzen<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">Der 2026-Fallstrick in einem Satz: Ein Hash-Ribbons-Kapitulationssignal, das in Wahrheit eine geplante Verlagerung von Strom zu KI abbildet, ist etwas anderes als eine klassische, kursgetriebene Miner-Kapitulation, auch wenn der Chart identisch aussieht. Wer das Muster ohne den Kontext liest, zieht die falschen Schl\u00fcsse. Kontext schl\u00e4gt Chartmuster, und das gilt f\u00fcr jeden aus der Hashrate abgeleiteten Indikator.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Wo die Hashrate physisch sitzt: die Fragilit\u00e4tskarte<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Hashrate ist nicht nur eine Menge, sondern hat eine Geografie und eine Pool-Struktur, und beide sagen oft mehr \u00fcber die Risiken aus als die Gesamtzahl. Laut der Q2-2026-Heatmap von <a href='https:\/\/hashrateindex.com\/blog\/global-hashrate-heatmap-update-q2-2026\/'>Hashrate Index<\/a> sitzen rund 37 Prozent der Rechenleistung in den USA, etwa 17 Prozent in Russland und rund 12 Prozent in China (trotz nationalem Verbot), gefolgt von Paraguay, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Oman, Kanada und \u00c4thiopien. Die drei gr\u00f6\u00dften L\u00e4nder b\u00fcndeln damit etwa zwei Drittel der weltweiten Hashrate. Dass gut ein Drittel in den USA konzentriert ist, macht das Netz zugleich robuster (stabile Netze, klare Regeln) und exponierter gegen\u00fcber einer einzelnen Jurisdiktion; ein US-Politikwechsel oder ein texanisches Lastmanagement-Ereignis bewegt heute mehr Hashrate als jedes andere Land.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Auf der Pool-Ebene ist die Konzentration \u00e4hnlich ausgepr\u00e4gt: Foundry USA, AntPool und F2Pool dominieren, die drei gr\u00f6\u00dften Pools b\u00fcndeln zusammen rund 60 Prozent der gesch\u00fcrften Bl\u00f6cke (<a href='https:\/\/hashrateindex.com\/hashrate\/pools'>Hashrate Index Pool-Tracker<\/a>). Mitte 2026 schloss zudem der japanische Anbieter SBI Crypto seinen \u00f6ffentlichen Pool, der rund zwei Prozent der Hashrate hielt und sich anschlie\u00dfend umverteilte (<a href='https:\/\/www.coindesk.com\/business\/2026\/07\/02\/sbi-crypto-to-shut-down-mining-pool-that-holds-roughly-2-of-bitcoin-s-hashrate'>CoinDesk<\/a>). Die Lesart: Wichtiger als &bdquo;wie viel Hashrate&ldquo; ist h\u00e4ufig &bdquo;wie konzentriert&ldquo;. Eine hohe, aber stark geb\u00fcndelte Hashrate kann fragiler sein als eine niedrigere, breit verteilte. Regionale Schocks verschieben Rechenleistung meist, statt sie zu zerst\u00f6ren: Ein Pool-Ausfall oder ein L\u00e4nderverbot verlagert Hashrate, vernichtet sie aber selten dauerhaft.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Nach dem Halving: das schrumpfende Sicherheitsbudget<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Langfristig entscheidet nicht die Hashrate \u00fcber die Sicherheit, sondern das Sicherheitsbudget: der Gesamtwert, den das Netzwerk den Minern pro Block zahlt, also Blocksubvention plus Transaktionsgeb\u00fchren. Seit April 2024 betr\u00e4gt die Subvention 3,125 BTC; um das Jahr 2028 halbiert sie sich auf 1,5625 BTC. In US-Dollar h\u00e4ngt das Budget am Kurs, in Bitcoin gerechnet schrumpft der Subventionsanteil planm\u00e4\u00dfig gegen null.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Damit die Hashrate \u00fcber Jahrzehnte hoch bleibt, m\u00fcssen Transaktionsgeb\u00fchren die fallende Subvention ersetzen. In einzelnen Bl\u00f6cken haben Geb\u00fchren die Subvention bereits \u00fcbertroffen, etwa auf dem H\u00f6hepunkt der Inscription-Wellen; die offene Frage ist, ob solche Spitzen zur Regel werden. Genau deshalb ist der Streit um Bitcoins Blockspace mehr als eine Kulturfrage, er ist ein Streit um das k\u00fcnftige Sicherheitsbudget: Jede Debatte \u00fcber Inscriptions, Ordinals und Runes ist auch eine Debatte dar\u00fcber, ob Geb\u00fchren die Miner k\u00fcnftig tragen, wie unser Erkl\u00e4rer <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/ordinals-erklaert-bitcoin-inscriptions-blockspace-2026\/'>zum Streit um Bitcoins Blockspace<\/a> zeigt. Die Lesart f\u00fcr den langen Horizont: Wer die Hashrate in f\u00fcnf oder zehn Jahren einsch\u00e4tzen will, sollte weniger auf die heutige EH\/s-Zahl schauen als auf die Frage, ob Geb\u00fchren nachhaltig einen wachsenden Anteil des Miner-Umsatzes tragen.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Was das f\u00fcr Anleger in Deutschland hei\u00dft<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Regulatorisch ist die Sache klarer, als viele annehmen. Bitcoin-Mining selbst ist in der EU keine erlaubnispflichtige Finanzdienstleistung. MiCA und die BaFin regulieren Krypto-Dienstleister (Handelsplattformen, Verwahrer, sogenannte CASPs) und Emittenten, nicht das Proof-of-Work-Protokoll oder das Sch\u00fcrfen an sich; das geht aus dem <a href='https:\/\/www.bafin.de\/SharedDocs\/Veroeffentlichungen\/DE\/Merkblatt\/mb_250103_Kryptowerte_Dienstl.html'>BaFin-Merkblatt zu Kryptowerte-Dienstleistungen<\/a> hervor. In den USA stellte die SEC im M\u00e4rz 2025 klar, dass Proof-of-Work-Mining, ob solo oder im Pool, kein Wertpapiergesch\u00e4ft begr\u00fcndet (<a href='https:\/\/www.theblock.co\/post\/347378\/sec-says-proof-of-work-mining-does-not-implicate-us-securities-laws'>The Block<\/a>). Die Rechenarbeit der Miner f\u00e4llt also nicht unter die klassische Wertpapieraufsicht.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die Geldanlage bleibt die Kernbotschaft: Hashrate ist ein nachlaufender Gesundheitsindikator der Mining-Branche, kein Kurs-Orakel. Nutzen Sie den 7-Tage- oder 30-Tage-Schnitt, nie die Tageszahl, und triangulieren Sie ihn mit Hashprice und Difficulty. Wer Miner-Aktien oder Krypto-Fonds h\u00e4lt, sollte 2026 besonders wachsam sein: Eine fallende Hashrate kann bedeuten, dass ein Betreiber profitabel in KI umschichtet, nicht dass er stirbt. Der Unterschied entscheidet \u00fcber die Bewertung. Steuerlich gilt in Deutschland weiterhin, dass private Ver\u00e4u\u00dferungsgesch\u00e4fte mit Bitcoin nach \u00fcber einem Jahr Haltefrist steuerfrei sein k\u00f6nnen, w\u00e4hrend gewerbliches Mining als Eink\u00fcnfte gilt; die Details h\u00e4ngen vom Einzelfall ab, ma\u00dfgeblich ist das jeweils aktuelle BMF-Schreiben. Unterm Strich ist die Hashrate ein m\u00e4chtiges Signal, wenn man das richtige Fenster w\u00e4hlt, sie mit Hashprice und Difficulty verkn\u00fcpft und den Kontext aus AI-Pivot, Effizienz und Konzentration mitdenkt.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Hashrate richtig lesen: die Regeln auf einen Blick<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Wer die Hashrate 2026 richtig einordnen will, kann sich an vier Regeln orientieren, die den Unterschied zwischen einer Schlagzeile und einer echten Einordnung ausmachen. Sie fassen die Lektionen dieses Textes zu einer kurzen Checkliste zusammen.<\/p><ul class='wp-block-list'><li><strong>Fenster vor Zahl:<\/strong> Lesen Sie nie die tagesaktuelle Momentaufnahme, sondern mindestens den 7-Tage-Schnitt, f\u00fcr Sicherheitsfragen den 30-Tage-Schnitt oder direkt die Difficulty.<\/li><li><strong>Kontext vor Chart:<\/strong> Ein R\u00fcckgang kann Kapitulation oder geplante Kapitalrotation in KI sein; erst der Kontext entscheidet, welches von beidem der Chart zeigt.<\/li><li><strong>Kosten vor Menge:<\/strong> F\u00fcr die Sicherheit z\u00e4hlt nicht die absolute EH\/s-Zahl, sondern was ein 51-Prozent-Angriff kosten w\u00fcrde, und der bleibt durch Difficulty, Hardware-Knappheit und Effizienz teuer.<\/li><li><strong>Triangulieren statt isolieren:<\/strong> Hashrate wird erst zusammen mit Hashprice und Difficulty aussagekr\u00e4ftig; allein steht sie fast immer im falschen Licht.<\/li><\/ul><p class=\"wp-block-paragraph\">Diese vier Regeln erkl\u00e4ren, warum das Netzwerk 2026 fast ein F\u00fcnftel unter dem Rekord operiert und trotzdem nicht schw\u00e4cher ist, sondern anders finanziert. Die Zahl ist gefallen, die Sicherheit nicht; wer beides verwechselt, hat die Kennzahl falsch gelesen.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>H\u00e4ufig gestellte Fragen<\/h2><h3 class='wp-block-heading'>Was ist die Hashrate bei Bitcoin einfach erkl\u00e4rt?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Hashrate misst, wie viele SHA-256-Rechenversuche das gesamte Bitcoin-Netzwerk pro Sekunde durchf\u00fchrt, um den n\u00e4chsten Block zu finden. Sie wird in Exahash (Trillionen Hashes pro Sekunde) angegeben und nicht direkt gemessen, sondern aus Difficulty und Blockzeiten gesch\u00e4tzt. Eine h\u00f6here Hashrate bedeutet mehr Rechenleistung, die einen Angriff verteuert.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Wie hoch ist die Bitcoin-Hashrate im August 2026?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Mitte August 2026 liegt der gegl\u00e4ttete 7-Tage-Schnitt bei rund 911 EH\/s, w\u00e4hrend die tagesaktuelle Momentaufnahme je nach Tracker um 857 EH\/s schwankt. Das sind etwa 18 bis 20 Prozent unter dem Rekord von rund 1,1 Zettahash aus dem Herbst 2025. F\u00fcr Trendaussagen z\u00e4hlt der gegl\u00e4ttete Wert, nicht die Tageszahl.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Warum f\u00e4llt die Bitcoin-Hashrate 2026?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Hauptgrund ist \u00f6konomisch. Bei einem Hashprice nahe oder unter den Betriebskosten vieler Miner lohnt sich das Sch\u00fcrfen weniger, und Betreiber verlagern Strom und Standorte in KI- und HPC-Rechenzentren mit planbareren Ertr\u00e4gen. Es ist also teils eine Kapitalrotation, nicht nur eine klassische Kapitulation, weil langlaufende KI-Vertr\u00e4ge Kapazit\u00e4t dauerhaft binden.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Bedeutet eine fallende Hashrate, dass Bitcoin unsicher wird?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Nein, nicht automatisch. Die Difficulty passt sich alle 2016 Bl\u00f6cke nach unten an, sodass das Netzwerk weiter zuverl\u00e4ssig Bl\u00f6cke produziert. Entscheidend f\u00fcr die Sicherheit sind die Kosten eines 51-Prozent-Angriffs, die Forscher wie Campbell Harvey 2026 auf mehrere Milliarden US-Dollar sch\u00e4tzen, nicht die absolute Hashrate-Zahl allein.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Folgt der Bitcoin-Preis der Hashrate?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Daten sprechen dagegen. Hashrate ist ein nachlaufender Indikator: Sie reagiert mit Verz\u00f6gerung auf die Rentabilit\u00e4t der Miner, die wiederum vom Preis abh\u00e4ngt. Als Kursprognose taugt die Hashrate daher nicht; sie eignet sich besser als Gesundheitsmesser der Mining-Branche und sollte immer mit Hashprice und Difficulty zusammen gelesen werden.<\/p><script type=\"application\/ld+json\">{\"@context\":\"https:\/\/schema.org\",\"@type\":\"FAQPage\",\"mainEntity\":[{\"@type\":\"Question\",\"name\":\"Was ist die Hashrate bei Bitcoin einfach erkl\u00e4rt?\",\"acceptedAnswer\":{\"@type\":\"Answer\",\"text\":\"Die Hashrate misst, wie viele SHA-256-Rechenversuche das gesamte Bitcoin-Netzwerk pro Sekunde durchf\u00fchrt, um den n\u00e4chsten Block zu finden. Sie wird in Exahash (Trillionen Hashes pro Sekunde) angegeben und nicht direkt gemessen, sondern aus Difficulty und Blockzeiten gesch\u00e4tzt. 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