{"id":281,"date":"2026-08-14T22:30:10","date_gmt":"2026-08-14T22:30:10","guid":{"rendered":"https:\/\/hoge.gg\/de\/marathon-vs-riot-ki-anker-q2-2026\/"},"modified":"2026-08-14T22:30:10","modified_gmt":"2026-08-14T22:30:10","slug":"marathon-vs-riot-ki-anker-q2-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hoge.gg\/de\/marathon-vs-riot-ki-anker-q2-2026\/","title":{"rendered":"Marathon vs. Riot: Riots KI-Anker verschiebt die Wette"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Sechs Wochen k\u00f6nnen in diesem Marktzyklus \u00fcber eine ganze Investmentthese entscheiden. Anfang Juli lautete das n\u00fcchterne Fazit fast jeder Analyse zu den beiden gr\u00f6\u00dften b\u00f6rsennotierten Bitcoin-Minern der USA, MARA Holdings (fr\u00fcher Marathon Digital) und Riot Platforms, ungef\u00e4hr so: Der Umbau vom reinen Miner zum Betreiber von KI-Rechenzentren l\u00e4uft, aber entschieden ist noch nichts. Am 5. und 6. August 2026 legten beide Unternehmen ihre Zahlen zum zweiten Quartal vor. Mit ihnen kam ein Ereignis, das die Karten neu mischt: Riot hat den Anker-Gro\u00dfmieter gelandet, den die gesamte Branche seit Monaten sucht.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Der Moment, in dem sich die Wette drehte<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Riot unterzeichnete einen Leasingvertrag \u00fcber 20 Jahre und 191 Megawatt kritischer IT-Leistung mit, so die offizielle Formulierung, einem der weltweit f\u00fchrenden Frontier-KI-Labore. Der Vertrag soll \u00fcber die Grundlaufzeit rund 9,1 Milliarden US-Dollar (etwa 7,9 Milliarden Euro) einbringen, mit zwei Verl\u00e4ngerungsoptionen von je f\u00fcnf Jahren sogar bis zu rund 16,1 Milliarden US-Dollar (rund 14 Milliarden Euro), wie das Unternehmen in seiner <a href='https:\/\/www.riotplatforms.com\/riot-platforms-reports-second-quarter-2026-financial-results-and-strategic-highlights\/'>Quartalsmitteilung<\/a> darlegte. Das ist genau die Art von verankertem Gro\u00dfkunden, deren Fehlen bei den Minern bis vor Kurzem als wichtigster Baustein der Baisse-These galt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Symbolik ist erheblich. \u00dcber Monate stand im Raum, ob Bitcoin-Miner \u00fcberhaupt in der Lage sind, ihre Stromvertr\u00e4ge, ihr Netzwissen und ihre Grundst\u00fccke in belastbare Mietvertr\u00e4ge mit den Schwergewichten der KI-Welt zu verwandeln, oder ob das nur eine Erz\u00e4hlung f\u00fcr die Aktienkurse bleibt. Riots Abschluss ist der bislang deutlichste Beleg, dass der Schwenk real werden kann. Und er kam ausgerechnet von jenem der beiden Rivalen, der als der diszipliniertere, weniger vertikal integrierte galt. MARA, der gr\u00f6\u00dfere Miner mit der aggressiveren Infrastrukturstrategie, hat einen vergleichbaren Ankermieter in dieser Gr\u00f6\u00dfenordnung bislang nicht vermeldet.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Alle Umrechnungen in diesem Text nutzen der Einfachheit halber einen Kurs von rund 1,15 US-Dollar je Euro (Stand 14. August 2026, <a href='https:\/\/tradingeconomics.com\/euro-area\/currency'>Trading Economics<\/a>). Bitcoin selbst notierte an diesem Tag bei rund 62.800 US-Dollar, also etwa 54.600 Euro (<a href='https:\/\/fortune.com\/article\/price-of-bitcoin-08-14-2026\/'>Fortune<\/a>), und damit rund die H\u00e4lfte unter dem Rekordhoch von knapp 126.200 US-Dollar (rund 110.000 Euro) vom Oktober 2025. Dieser Preisr\u00fcckgang ist der eigentliche Grund, warum beide Miner ihre Gesch\u00e4ftsmodelle so hektisch umbauen.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Zwei Schwergewichte, zwei Strategien<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">MARA Holdings und Riot Platforms sind die beiden gr\u00f6\u00dften an der Nasdaq notierten Bitcoin-Miner. Beide sind seit Jahren im Gesch\u00e4ft, beide haben den Absturz der Mining-Margen 2026 hautnah erlebt, und beide haben denselben Ausweg gew\u00e4hlt: Sie wollen einen Teil ihrer riesigen Stromkapazit\u00e4ten f\u00fcr K\u00fcnstliche Intelligenz und High-Performance-Computing (HPC) vermieten oder selbst betreiben. Doch die Wege dorthin unterscheiden sich grundlegend, und genau diese Differenz macht den Vergleich so lehrreich.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">MARA unter Vorstandschef Fred Thiel verfolgt eine Strategie der vertikalen Integration. Das Unternehmen kauft Kraftwerke, sichert sich eigene Stromerzeugung und will als Anbieter kompletter digitaler Infrastruktur auftreten, vom Megawatt bis zum fertigen Rechenzentrum. Der Leitgedanke: Wer die Energie besitzt, besitzt die entscheidende Ressource. Riot unter Jason Les setzt dagegen st\u00e4rker auf Kapitaldisziplin und ein Vermietermodell. Statt selbst Kraftwerke zu betreiben, baut Riot seine texanischen Standorte zu Rechenzentren um und verpachtet Kapazit\u00e4t an Ankermieter wie den Chiphersteller AMD und nun an ein Frontier-KI-Labor.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Wichtig f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis der Quartalszahlen: Beide Unternehmen bilanzieren ihre Bitcoin-Best\u00e4nde zum Marktwert, und Wert\u00e4nderungen laufen direkt durch die Gewinn- und Verlustrechnung. In einem Quartal mit fallendem BTC-Kurs erzeugt das gewaltige Buchverluste, selbst wenn das operative Gesch\u00e4ft solide l\u00e4uft. Wer die Ergebnisse liest, muss deshalb operative Kennzahlen und bilanzielle Bewertungseffekte strikt auseinanderhalten.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Das zweite Quartal 2026 im direkten Vergleich<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die nackten Zahlen zeigen eine paradoxe Symmetrie: Beide Miner setzten im zweiten Quartal fast exakt gleich viel um, rund 174 Millionen US-Dollar, und beide schrieben hohe Nettoverluste. Doch die Zusammensetzung dieser Ums\u00e4tze und die Gr\u00f6\u00dfe der Verluste erz\u00e4hlen zwei sehr verschiedene Geschichten.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Kennzahl (Q2 2026)<\/th><th>MARA Holdings<\/th><th>Riot Platforms<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Umsatz gesamt<\/td><td>174,9 Mio. USD<\/td><td>174,2 Mio. USD<\/td><\/tr><tr><td>davon Nicht-Mining (RZ + Engineering)<\/td><td>im Aufbau<\/td><td>60,5 Mio. USD<\/td><\/tr><tr><td>Nettoverlust<\/td><td>611,3 Mio. USD<\/td><td>237,2 Mio. USD<\/td><\/tr><tr><td>Ergebnis je Aktie<\/td><td>-1,60 USD<\/td><td>-0,68 USD<\/td><\/tr><tr><td>Produzierte Bitcoin<\/td><td>2.422<\/td><td>1.587<\/td><\/tr><tr><td>Bitcoin-Bestand (30.6.)<\/td><td>35.577<\/td><td>11.380<\/td><\/tr><tr><td>Hashrate<\/td><td>rund 70 EH\/s (energisiert)<\/td><td>44,4 EH\/s (eingesetzt)<\/td><\/tr><tr><td>Stromportfolio (Ziel)<\/td><td>rund 4,8 GW<\/td><td>rund 1,7 GW plus Ausbau<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><figcaption class='wp-block-table__caption'>Quellen: <a href='https:\/\/www.riotplatforms.com\/riot-platforms-reports-second-quarter-2026-financial-results-and-strategic-highlights\/'>Riot Platforms<\/a>, <a href='https:\/\/ca.investing.com\/news\/company-news\/mara-holdings-inc-mara-q2-2026-earnings-call-highlights-strategic-expansion-and-bitcoin--4785435'>MARA Q2-Bericht<\/a>. Hashrate-Kennzahlen sind nicht identisch definiert.<\/figcaption><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">MARA blieb der gr\u00f6\u00dfere Miner: 2.422 produzierte Bitcoin (ein Plus von acht Prozent gegen\u00fcber dem Vorquartal, im Schnitt 26,6 BTC pro Tag) und eine energisierte Hashrate von rund 70 Exahash pro Sekunde, laut eigenen Angaben ein Zuwachs von 22 Prozent im Jahresvergleich (<a href='https:\/\/www.investing.com\/news\/company-news\/mara-q2-2026-slides-show-infrastructure-shift-as-bitcoin-weighs-93CH-4844841'>Investing.com<\/a>). Riot kam auf 1.587 Bitcoin und eine eingesetzte Hashrate von 44,4 EH\/s per 30. Juni. Ein Detail f\u00fcr Genaue: Energisierte Hashrate z\u00e4hlt auch angeschlossene, aber nicht durchgehend laufende Maschinen mit und \u00fcberzeichnet die tats\u00e4chliche Produktion tendenziell, weshalb MARAs Vorsprung bei der reinen F\u00f6rderung kleiner ausf\u00e4llt, als es die Hashrate-Differenz vermuten l\u00e4sst.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der entscheidende Unterschied steht in der Umsatzzusammensetzung. Bei Riot stammten bereits 60,5 Millionen US-Dollar aus Nicht-Mining-Gesch\u00e4ft: 23,2 Millionen aus dem neuen Rechenzentrumssegment und 37,3 Millionen aus dem Engineering-Gesch\u00e4ft (elektrische Anlagen). Das Mining selbst steuerte 113,7 Millionen bei. Bei MARA ist das Nicht-Mining-Gesch\u00e4ft noch nicht material; hier dominiert weiterhin das reine Sch\u00fcrfen. Riots Diversifikation ist also nicht nur eine Ank\u00fcndigung, sie taucht bereits in der Erfolgsrechnung auf.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Riots Coup: 20 Jahre, 191 Megawatt und ein Frontier-KI-Labor<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Leasingvertrag ist das Herzst\u00fcck der Riot-Story. \u00dcber die 20-j\u00e4hrige Grundlaufzeit bis Juni 2048 rechnet Riot mit rund 9,1 Milliarden US-Dollar Vertragserl\u00f6s, mit den beiden F\u00fcnf-Jahres-Optionen bis zu 16,1 Milliarden. Der gesch\u00e4tzte kumulierte Netto-Betriebsgewinn (NOI) liegt bei 7,3 bis 8,2 Milliarden US-Dollar \u00fcber die Grundlaufzeit, im Schnitt also rund 320 bis 360 Millionen Euro pro Jahr. Die Auslieferung erfolgt gestaffelt: 96 Megawatt bis Dezember 2027, die vollen 191 Megawatt bis Juni 2028. Zur Zwischenfinanzierung stellte Morgan Stanley eine Fazilit\u00e4t \u00fcber 573 Millionen US-Dollar (rund 500 Millionen Euro) bereit.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Zusammen mit dem AMD-Vertrag \u00fcber 50 Megawatt kommt Riot damit auf 241 Megawatt vertraglich gebundene Rechenzentrumskapazit\u00e4t und rund 9,8 Milliarden US-Dollar (etwa 8,5 Milliarden Euro) langfristig kontrahierten Erl\u00f6s, aufgeteilt auf zwei Mieter. Vorstandschef Jason Les nannte den Abschluss in der Mitteilung &bdquo;einen entscheidenden Moment in unserer Entwicklung zu einem f\u00fchrenden Entwickler gro\u00dfskaliger Rechenzentren&ldquo; und verwies auf die bereits gesicherten Finanzmittel, um die Kapazit\u00e4t auszubauen. Der Umbau vom Miner zum Infrastrukturbetreiber ist damit f\u00fcr Riot kein Zukunftsversprechen mehr, sondern eine unterschriebene Verpflichtung mit festem Zeitplan.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Offiziell nennt Riot den Mieter nur &bdquo;eines der weltweit f\u00fchrenden Frontier-KI-Labore&ldquo;. Mehrere Medien berichteten jedoch \u00fcbereinstimmend, dass es sich um Anthropic handelt, das Unternehmen hinter der KI-Assistentin Claude. Der Branchendienst <a href='https:\/\/www.datacenterdynamics.com\/en\/news\/riot-platforms-agrees-191mw-20-year-lease-agreement-with-anthropic-worth-91bn-report\/'>DataCenterDynamics<\/a> und eine <a href='https:\/\/finance.yahoo.com\/technology\/ai\/articles\/anthropic-signs-9-1-billion-113731732.html'>Bloomberg-Meldung<\/a> nannten Anthropic als Vertragspartner unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. Riot selbst hat den Namen nicht best\u00e4tigt. F\u00fcr die Einordnung ist die Identit\u00e4t weniger wichtig als die Bonit\u00e4t: Ein kapitalstarkes, schnell wachsendes KI-Labor als Ankermieter \u00fcber 20 Jahre ist genau das, was aus einem Miner-Grundst\u00fcck eine berechenbare Cashflow-Maschine machen kann, sofern der Mieter zahlungsf\u00e4hig bleibt.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Marathons Gegenwette: 4,8 Gigawatt und eigene Kraftwerke<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">MARA hat den einen gro\u00dfen Mietvertrag noch nicht, verfolgt daf\u00fcr aber eine strukturell andere, kapitalintensivere Strategie. Das Unternehmen baut sein Stromportfolio auf ein Ziel von rund 4,8 Gigawatt aus, mehr als eine Verdopplung der bisherigen Kapazit\u00e4t, und positioniert sich als vertikal integrierter Anbieter digitaler Infrastruktur (<a href='https:\/\/blockchain.news\/news\/mara-q2-2026-results-webcast'>Blockchain.news<\/a>). Kernst\u00fcck ist die im April 2026 angek\u00fcndigte \u00dcbernahme von Long Ridge Energy, einem kombinierten Gaskraftwerk mit 505 Megawatt in Ohio, f\u00fcr rund 1,5 Milliarden US-Dollar (etwa 1,3 Milliarden Euro). Damit besitzt MARA nicht nur Rechenzentren, sondern auch die Stromerzeugung dahinter.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Logik dahinter formulierte Fred Thiel bereits vor einiger Zeit unmissverst\u00e4ndlich. Mining sei ein Nullsummenspiel, sagte er dem Fachdienst <a href='https:\/\/coingeek.com\/block-reward-miners-cant-pivot-to-ai-fast-enough\/'>CoinGeek<\/a>: &bdquo;Bis 2028 werden Sie entweder selbst ein Stromerzeuger sein, einem geh\u00f6ren oder mit einem verb\u00fcndet sein. Die Tage, in denen man als Miner einfach am Netz h\u00e4ngt, sind gez\u00e4hlt&ldquo;. Genau diese \u00dcberzeugung erkl\u00e4rt, warum MARA lieber ein Gaskraftwerk kauft, als nur Fl\u00e4che zu vermieten. Auf der Telefonkonferenz zum zweiten Quartal sagte Thiel zudem, die Nachfrage potenzieller HPC-Kunden \u00fcber die Partnerschaft mit dem Immobilienkonzern Starwood sei &bdquo;gr\u00f6\u00dfer als urspr\u00fcnglich erwartet&ldquo; ausgefallen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Preis dieser Strategie ist Geduld. Vertikale Integration bindet mehr Kapital und produziert erst dann Erl\u00f6se, wenn die eigenen Rechenzentren tats\u00e4chlich vermietet oder betrieben werden. MARA h\u00e4lt zudem mit 35.577 Bitcoin (Wert rund 2,1 Milliarden US-Dollar, etwa 1,8 Milliarden Euro, zum Quartalsende) die deutlich gr\u00f6\u00dfere Kriegskasse an eigenen Coins. Das ist Chance und Klumpenrisiko zugleich: Steigt Bitcoin, w\u00e4chst der Puffer; f\u00e4llt der Kurs, schl\u00e4gt das voll auf die Bilanz durch, wie das zweite Quartal drastisch zeigte.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Warum beide Miner Milliardenverluste schreiben<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Auf den ersten Blick wirken die Nettoverluste alarmierend: 611,3 Millionen US-Dollar (rund 530 Millionen Euro) bei MARA, 237,2 Millionen (rund 206 Millionen Euro) bei Riot. Doch der gr\u00f6\u00dfte Treiber ist buchhalterischer Natur. Bei MARA gingen rund 343 Millionen US-Dollar auf einen unrealisierten Marktwertverlust auf digitale Verm\u00f6genswerte zur\u00fcck, also auf die Neubewertung der eigenen Bitcoin-Best\u00e4nde zum gesunkenen Kurs. Es ist kein Zahlungsabfluss, sondern eine Bewertungsanpassung. Bei Riot wirkte derselbe Mechanismus: Das bereinigte EBITDA drehte von plus 495,3 Millionen im Vorjahresquartal auf minus 69,7 Millionen, fast ausschlie\u00dflich wegen der Bitcoin-Neubewertung.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Bilanzierungsregel macht die Quartalsergebnisse beider Firmen teilweise zu einer verkappten Bitcoin-Wette. In Quartalen mit steigendem BTC-Kurs verwandeln sich dieselben Best\u00e4nde in gewaltige Buchgewinne, wie das positive Vorjahres-EBITDA von Riot belegt. Anleger, die nur auf die Verlustzeile schauen, ziehen deshalb schnell die falschen Schl\u00fcsse. Aussagekr\u00e4ftiger sind operative Gr\u00f6\u00dfen wie Umsatz, produzierte Bitcoin, Kosten je Coin und, zunehmend, die vertraglich gesicherten Rechenzentrumserl\u00f6se. Wer den Zusammenhang zwischen Margendruck, Bitcoin-Preis und dem Ausweg \u00fcber KI vertiefen m\u00f6chte, findet in unserer Analyse zum <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/bitcoin-mining-margen-shakeout-2026-ai-ausweg\/'>dritten gro\u00dfen Miner-Shakeout<\/a> die l\u00e4ngere historische Linie.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Die Mining-\u00d6konomie: Hashprice, Difficulty und die Kostenklemme<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Um zu verstehen, warum beide Unternehmen \u00fcberhaupt umbauen, hilft ein Blick auf die Grundrechnung des Minings. Die zentrale Kennzahl ist der Hashprice, also der t\u00e4gliche Umsatz je Petahash Rechenleistung. Mitte August 2026 lag er bei rund 32 US-Dollar pro PH und Tag, laut dem <a href='https:\/\/hashrateindex.com\/blog\/hashrate-index-roundup-august-10-2026\/'>Hashrate Index<\/a> etwa halb so hoch wie ein Jahr zuvor. Bei diesem Niveau arbeitet ein erheblicher Teil der weltweiten Flotte nahe oder unter der Gewinnschwelle. Die Netzwerk-Hashrate hielt sich bei knapp 900 EH\/s, die Mining-Schwierigkeit (Difficulty) bei rund 127 Billionen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die entscheidende Unterscheidung ist die zwischen Cash-Kosten und Vollkosten. Riots Quartalsbericht liefert daf\u00fcr ein sauberes Rechenbeispiel: Die Kosten, um einen Bitcoin zu sch\u00fcrfen, lagen ohne Abschreibungen bei 49.912 US-Dollar, mit Abschreibungen bei 90.631 US-Dollar. Das entspricht 126,5 Prozent des Produktionswerts je Coin, der sich daraus auf rund 71.600 US-Dollar errechnet. Im Klartext: Auf Basis der laufenden Barkosten mint Riot profitabel, nach GAAP inklusive Abschreibungen ist dasselbe Bitcoin ein Verlustgesch\u00e4ft. Wie man solche Kennzahlen richtig einordnet und welche Fallstricke Miner-Bilanzen bergen, haben wir in unserem Leitfaden zu <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/mining-aktien-2026-miner-margen-richtig-lesen\/'>Miner-Margen<\/a> ausf\u00fchrlich erkl\u00e4rt.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Mining-\u00d6konomie Q2 2026<\/th><th>Wert<\/th><th>Anmerkung<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Hashprice<\/td><td>rund 32 USD \/ PH \/ Tag<\/td><td>etwa 50 Prozent unter Vorjahr<\/td><\/tr><tr><td>Netzwerk-Hashrate<\/td><td>knapp 900 EH\/s<\/td><td>volatil, tagesabh\u00e4ngig<\/td><\/tr><tr><td>Difficulty<\/td><td>rund 127 Bio.<\/td><td>n\u00e4chste Anpassung Ende August<\/td><\/tr><tr><td>Riot: Cash-Kosten je BTC<\/td><td>49.912 USD<\/td><td>ohne Abschreibungen<\/td><\/tr><tr><td>Riot: Vollkosten je BTC<\/td><td>90.631 USD<\/td><td>126,5 Prozent des Produktionswerts<\/td><\/tr><tr><td>Riot: Produktionswert je BTC<\/td><td>rund 71.600 USD<\/td><td>rechnerisch abgeleitet<\/td><\/tr><tr><td>MARA: Kosten je BTC (eigene Methodik)<\/td><td>38.690 USD<\/td><td>nicht direkt mit Riot vergleichbar<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><figcaption class='wp-block-table__caption'>Quellen: <a href='https:\/\/hashrateindex.com\/blog\/hashrate-index-roundup-august-10-2026\/'>Hashrate Index<\/a>, <a href='https:\/\/www.riotplatforms.com\/riot-platforms-reports-second-quarter-2026-financial-results-and-strategic-highlights\/'>Riot<\/a>, <a href='https:\/\/ca.investing.com\/news\/company-news\/mara-holdings-inc-mara-q2-2026-earnings-call-highlights-strategic-expansion-and-bitcoin--4785435'>MARA<\/a>. Kosten-Methodiken der Miner sind nicht standardisiert.<\/figcaption><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">MARAs ausgewiesene Kosten je Coin von 38.690 US-Dollar wirken auf den ersten Blick niedriger, sind aber wegen einer anderen Abschreibungspolitik und der schieren Flottengr\u00f6\u00dfe nicht direkt mit Riots Zahl vergleichbar. Ein sektorweiter Referenzpunkt: Laut dem <a href='https:\/\/coinshares.com\/insights\/research-data\/bitcoin-mining-report-q1-2026\/'>CoinShares Mining Report<\/a> arbeiteten zuletzt rund 15 bis 20 Prozent der globalen Flotte unrentabel. Genau dieser Druck treibt die Konsolidierung und den KI-Schwenk.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Der KI-Schwenk: warum ein Megawatt f\u00fcr KI mehr einbringt<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Warum \u00fcberhaupt der ganze Aufwand? Weil ein Megawatt Strom, das in KI-Rechenzentren steckt, schlicht mehr abwirft als dasselbe Megawatt im Bitcoin-Mining. John Todaro, Analyst bei Needham, brachte es gegen\u00fcber CoinGeek auf den Punkt: &bdquo;Der Umsatz je Megawatt und die EBITDA-Margen sind bei HPC und KI-Colocation deutlich h\u00f6her als beim Mining&ldquo;. Mining-Erl\u00f6se schwanken mit Bitcoin-Kurs und Hashprice und werden alle vier Jahre durch das Halving halbiert; ein 20-Jahres-Mietvertrag mit einem KI-Labor liefert dagegen planbare, indexierte Zahlungen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Wie schnell diese Verschiebung geht, illustriert eine Prognose von James Butterfill, Forschungschef bei CoinShares. Er erwartet, dass gro\u00dfe Miner bis Jahresende <a href='https:\/\/www.theblock.co\/post\/395259\/bitcoin-miners-face-breakeven-pressure-as-ai-pivot-accelerates-coinshares-says'>bis zu 70 Prozent ihrer Erl\u00f6se aus KI<\/a> beziehen k\u00f6nnten, gegen\u00fcber rund 30 Prozent heute. Riots Quartal mit 60,5 Millionen US-Dollar Nicht-Mining-Umsatz ist ein erster Schritt in diese Richtung. Der Engpass ist dabei weniger die Nachfrage als der Strom selbst: Rechenzentren f\u00fcr KI-Training brauchen stabile, hochverf\u00fcgbare Leistung, aufwendige K\u00fchlung und schnelle Netzanschl\u00fcsse.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Damit r\u00fcckt der Wettbewerb um Strom ins Zentrum. Miner sitzen auf begehrten Netzanschl\u00fcssen und Fl\u00e4chen, konkurrieren nun aber mit Hyperscalern und KI-Laboren um dieselben Kilowattstunden. Wer eigene Erzeugung besitzt (MARAs Ansatz) oder langfristige Stromvertr\u00e4ge und flexible Lastprogramme nutzt (Riots texanische Standorte im ERCOT-Netz, die im ersten Halbjahr 31,1 Millionen US-Dollar an Stromgutschriften einbrachten), hat einen strukturellen Vorteil. Wie sich Mining, Abw\u00e4rmenutzung und der Hunger der KI nach Energie \u00fcberlagern, beleuchten wir gesondert im <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/krypto-energiemix-2026-abwaerme-ki-strom\/'>Energiemix 2026<\/a>.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Marathon und Riot sind nicht allein<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Schwenk zur KI ist kein Zweikampf, sondern ein Wettlauf der gesamten Branche. B\u00f6rsennotierte Bitcoin-Miner haben inzwischen KI- und HPC-Vertr\u00e4ge im kumulierten Volumen von \u00fcber 70 Milliarden US-Dollar angek\u00fcndigt (<a href='https:\/\/www.investing.com\/analysis\/these-3-bitcoin-miner-stocks-are-riding-the-ai-data-center-boom-200682639'>Investing.com<\/a>). Riots 9,1-Milliarden-Deal ist also kein Ausrei\u00dfer, sondern Teil einer Welle, in der Sch\u00fcrf-Farmen zu Rechenzentren umgewidmet werden.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Rivalen liefern die Vergleichsma\u00dfst\u00e4be. Beim Betreiber Core Scientific sicherte sich der Chipkonzern AMD 529 Megawatt \u00fcber 15-Jahres-Vertr\u00e4ge im Volumen von mehr als 14 Milliarden US-Dollar (<a href='https:\/\/www.techtimes.com\/articles\/321817\/20260728\/amd-secures-ai-data-center-capacity-core-scientific-14b-power-play.htm'>TechTimes<\/a>); zus\u00e4tzlich vermietet Core Scientific Kapazit\u00e4t an den KI-Cloud-Anbieter CoreWeave. Auch Hut 8 und TeraWulf haben gro\u00dfe Teile ihrer Kapazit\u00e4t in langfristige KI-Rechenzentrumsvertr\u00e4ge umgewandelt, statt allein auf schwankende Mining-Erl\u00f6se zu setzen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Markt belohnt diese Umbauten teils spektakul\u00e4r: Hut 8, TeraWulf und Core Scientific legten 2026 jeweils mehr als 90 Prozent zu, weil Investoren die planbaren, langfristigen Mietvertr\u00e4ge (im Fachjargon Triple-Net-Leases) h\u00f6her bewerten als volatile Sch\u00fcrf-Einnahmen (<a href='https:\/\/www.investing.com\/analysis\/these-3-bitcoin-miner-stocks-are-riding-the-ai-data-center-boom-200682639'>Investing.com<\/a>). Genau in diesem Kontext sind Riots Aufwertung und MARAs Zur\u00fcckhaltung an der B\u00f6rse zu lesen: Wer den Ankermieter unter Dach und Fach hat, wird als Infrastrukturwert gehandelt; wer vor allem sch\u00fcrft, bleibt eine reine Bitcoin-Wette.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Was die B\u00f6rse sagt: Kurse, Analysten und die Bewertungsl\u00fccke<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Kapitalmarkt hat sich bereits ein Urteil gebildet, und es f\u00e4llt eindeutiger aus, als die spiegelbildlichen Ums\u00e4tze vermuten lassen. Riot notierte Mitte August um 19,21 US-Dollar (rund 16,70 Euro) und lag damit im laufenden Jahr trotz eines volatilen Umfelds gut 50 Prozent im Plus, auf Zw\u00f6lfmonatssicht sogar rund 66 Prozent (<a href='https:\/\/www.gurufocus.com\/news\/9033227\/riot-platforms-inc-riot-shares-fall-55-what-gf-score-of-74-tells-investors'>GuruFocus<\/a>). MARA dagegen d\u00fcmpelte bei rund 9,56 US-Dollar (etwa 8,30 Euro) nahe der unteren Spanne der vergangenen Monate, bei einer Marktkapitalisierung von rund 3,5 Milliarden Euro (<a href='https:\/\/stockanalysis.com\/stocks\/mara\/'>StockAnalysis<\/a>).<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Nach den Quartalszahlen hoben mehrere Analysten ihre Kursziele f\u00fcr Riot an; das Haus B. Riley best\u00e4tigte seine Kaufempfehlung mit Verweis auf den Rockdale-Vertrag. Bei MARA ist das Bild gespaltener: Morgan Stanley hob das Kursziel zwar auf 6 US-Dollar an, blieb aber bei &bdquo;Underweight&ldquo;, w\u00e4hrend der Konsens von 13 Analysten laut einer Erhebung im Schnitt weiter bei &bdquo;Buy&ldquo; und einem Ziel um 18 US-Dollar lag. Diese Spannbreite spiegelt die Unsicherheit: MARAs Wette ist gr\u00f6\u00dfer und potenziell lukrativer, aber sie ist eben noch nicht durch einen unterschriebenen Ankermieter validiert.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Dimension<\/th><th>Vorne<\/th><th>Begr\u00fcndung<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Mining-Skala (Hashrate)<\/td><td>MARA<\/td><td>rund 70 gegen 44 EH\/s<\/td><\/tr><tr><td>Bitcoin-Produktion<\/td><td>MARA<\/td><td>2.422 gegen 1.587 BTC<\/td><\/tr><tr><td>Bitcoin-Reserven<\/td><td>MARA<\/td><td>35.577 gegen 11.380 BTC<\/td><\/tr><tr><td>Verankerter KI-Gro\u00dfmieter<\/td><td>Riot<\/td><td>20-Jahres-Vertrag, 191 MW<\/td><\/tr><tr><td>Vertraglich gesicherte RZ-Erl\u00f6se<\/td><td>Riot<\/td><td>rund 9,8 Mrd. USD<\/td><\/tr><tr><td>Eigene Stromerzeugung<\/td><td>MARA<\/td><td>Long-Ridge-Gaskraftwerk<\/td><\/tr><tr><td>Aktienkurs 2026<\/td><td>Riot<\/td><td>deutlich vor MARA<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><figcaption class='wp-block-table__caption'>Qualitative Einordnung der Redaktion auf Basis der Q2-2026-Berichte; keine Anlageempfehlung.<\/figcaption><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Bewertungsl\u00fccke ist der Kern der aktuellen Geschichte: Der kleinere, disziplinierte Vermieter Riot wird h\u00f6her belohnt als der gr\u00f6\u00dfere, kapitalintensive Integrator MARA, weil Riot den Beweis geliefert hat, den MARA noch schuldig bleibt. Ob das dauerhaft so bleibt, h\u00e4ngt davon ab, ob MARA seinerseits einen Gro\u00dfmieter gewinnt oder ob sich vertikale Integration in einem Umfeld knappen Stroms als der \u00fcberlegene Ansatz erweist.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>So kommen deutsche Anleger an die Aktien<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Beide Unternehmen sind an der US-Technologieb\u00f6rse Nasdaq gelistet und damit auch f\u00fcr Anleger aus dem deutschsprachigen Raum zug\u00e4nglich. Wer investieren m\u00f6chte, hat im Wesentlichen diese Wege:<\/p><ul class='wp-block-list'><li>Direktkauf \u00fcber einen Broker mit US-Zugang, in US-Dollar an der Nasdaq.<\/li><li>Kauf \u00fcber deutsche Handelspl\u00e4tze wie Xetra, Tradegate oder Gettex, notiert in Euro (mit teils h\u00f6heren Spreads und Wechselkursrisiko).<\/li><li>Thematische ETFs oder ETPs mit Mining-Bezug, die ein B\u00fcndel von Miner-Aktien abbilden und Einzeltitelrisiko streuen.<\/li><li>Hebel- und Zertifikateprodukte; hier gilt es, das Basisinformationsblatt genau zu lesen und die Totalverlust-Gefahr einzupreisen.<\/li><\/ul><p class=\"wp-block-paragraph\">Regulatorisch ist die Lage klar umrissen. MARA und Riot sind bei der US-B\u00f6rsenaufsicht SEC registriert und ver\u00f6ffentlichen dort ihre Quartalsberichte (10-Q) und Ad-hoc-Meldungen (8-K). Die SEC stellte im M\u00e4rz 2025 in einer <a href='https:\/\/www.sec.gov\/newsroom\/speeches-statements\/statement-certain-proof-work-mining-activities-032025'>Erkl\u00e4rung ihrer Abteilung Corporation Finance<\/a> klar, dass Proof-of-Work-Mining auf \u00f6ffentlichen, erlaubnisfreien Netzwerken kein Wertpapierangebot im Sinne des Howey-Tests darstellt. F\u00fcr die Aktien der Miner gilt hingegen normales US-Wertpapierrecht.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Und die BaFin? F\u00fcr die Miner-Aktien selbst ist die deutsche Aufsicht nicht zust\u00e4ndig; das ist Sache der SEC. Die europ\u00e4ische Krypto-Verordnung MiCA wiederum regelt Krypto-Dienstleister (CASPs) und die Emission von Krypto-Werten, nicht aber das Mining als T\u00e4tigkeit oder ausl\u00e4ndische Aktien, wie die BaFin in ihrem <a href='https:\/\/www.bafin.de\/SharedDocs\/Veroeffentlichungen\/DE\/Merkblatt\/mb_250103_Kryptowerte_Dienstl.html'>Merkblatt zu Kryptowerte-Dienstleistungen<\/a> erl\u00e4utert. F\u00fcr deutsche Anleger bedeutet das vor allem eines: Sie tragen ein W\u00e4hrungsrisiko (US-Dollar) und halten faktisch eine gehebelte Wette auf Bitcoin und den Ausbau von KI-Infrastruktur zugleich. Wer stattdessen breiter am Krypto-Aktienmarkt teilhaben will, findet in der <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/krypto-etfs-2026-zweite-welle-staking-altcoins\/'>zweiten Welle der Krypto-ETFs<\/a> m\u00f6gliche Alternativen.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Die Risiken: wo beide Wetten scheitern k\u00f6nnen<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">So verlockend die KI-Erz\u00e4hlung klingt, die Umsetzung ist alles andere als garantiert. Die wichtigsten Bruchstellen im \u00dcberblick:<\/p><ul class='wp-block-list'><li><strong>Ausf\u00fchrungsrisiko:<\/strong> Ein KI-Rechenzentrum zu bauen ist anspruchsvoller als Miner aufzustellen. Riots volle 191 Megawatt sollen erst bis Juni 2028 stehen; jede Verz\u00f6gerung bei Bau, Netzanschluss oder K\u00fchlung kostet Erl\u00f6s.<\/li><li><strong>Klumpenrisiko Einzelmieter:<\/strong> Ein Gro\u00dfteil von Riots k\u00fcnftigen Rechenzentrumserl\u00f6sen h\u00e4ngt an einem einzigen KI-Labor. Ger\u00e4t dieser Mieter in Schwierigkeiten oder \u00e4ndert seine Kapazit\u00e4tsplanung, trifft das Riot hart.<\/li><li><strong>Bilanz und Verschuldung:<\/strong> Der Umbau ist kapitalhungrig. Zwischenfinanzierungen, Wandelanleihen und m\u00f6gliche Kapitalerh\u00f6hungen k\u00f6nnen Aktion\u00e4re verw\u00e4ssern oder die Zinslast erh\u00f6hen.<\/li><li><strong>Bitcoin-Preis:<\/strong> Beide bewerten ihre BTC-Best\u00e4nde \u00fcber die Erfolgsrechnung. Ein weiterer Kursrutsch belastet die Ergebnisse und den Finanzierungsspielraum unmittelbar.<\/li><li><strong>Strom und Regulierung:<\/strong> Netzengp\u00e4sse, steigende Strompreise oder lokale Widerst\u00e4nde gegen gro\u00dfe Rechenzentren k\u00f6nnen Zeitpl\u00e4ne und Margen kippen.<\/li><\/ul><p class=\"wp-block-paragraph\">Hinzu kommt ein struktureller Punkt: Die Miner treten im KI-Gesch\u00e4ft gegen etablierte Rechenzentrumsbetreiber und Hyperscaler an, die \u00fcber mehr Erfahrung mit Colocation, Service-Level-Vereinbarungen und Betrieb verf\u00fcgen. Der Vorteil der Miner liegt fast ausschlie\u00dflich in Strom und Standort, nicht im Betrieb. Ob dieser Vorteil ausreicht, um dauerhaft hochwertige KI-Mieter zu halten, ist die offene Frage hinter der gesamten Branche.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Der Stresstest 2028: das n\u00e4chste Halving<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">\u00dcber allem schwebt ein fester Termin: das n\u00e4chste Bitcoin-Halving im Jahr 2028, das die Blocksubvention von aktuell 3,125 auf 1,5625 BTC halbiert. F\u00fcr reine Miner bedeutet das eine schlagartige Halbierung des wichtigsten Umsatzhebels, sofern der Bitcoin-Preis oder die Transaktionsgeb\u00fchren das nicht ausgleichen. Genau dieser Countdown ist der eigentliche Grund f\u00fcr die Hektik: Wer bis 2028 kein zweites Standbein aufgebaut hat, ger\u00e4t bei stagnierendem Kurs in existenzielle Not.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Zugleich besitzt das Bitcoin-Netzwerk einen eingebauten Stabilisator. F\u00e4llt der Preis unter die Produktionskosten der teuersten Miner, schalten diese ab, die Hashrate sinkt, und die Difficulty passt sich nach unten an, was die verbliebenen Miner entlastet. JPMorgan-Analyst Nikolaos Panigirtzoglou beschrieb diesen Mechanismus so: &bdquo;Wenn Bitcoin unter seinen Produktionskosten handelt, fahren h\u00f6herkostige Miner herunter, die Hashrate sinkt, und die Difficulty passt sich nach unten an&ldquo; (<a href='https:\/\/tftc.io\/bitcoin-mining-costs-jpmorgan-below-production-cost-2026\/'>tftc.io<\/a>). Wie diese Selbstregulierung im Detail funktioniert, erkl\u00e4rt unser Beitrag zur <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/mining-schwierigkeit-bitcoin-difficulty-erklaert-2026\/'>Mining-Schwierigkeit<\/a>.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr den Vergleich Marathon gegen Riot hei\u00dft das: Das KI-Gesch\u00e4ft ist nicht nur eine Wachstumsfantasie, sondern eine Versicherung gegen den Halving-Schock. Der Miner, der bis 2028 den gr\u00f6\u00dferen, verl\u00e4sslicheren Anteil planbarer Rechenzentrumserl\u00f6se aufgebaut hat, geht mit dem robusteren Gesch\u00e4ftsmodell in den n\u00e4chsten Zyklus. Nach heutigem Stand liegt Riot bei dieser Absicherung vorn, MARA bei der schieren Kapazit\u00e4t, die es noch zu monetarisieren gilt.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Fazit: ein erster Sieger, aber kein entschiedenes Spiel<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Das zweite Quartal 2026 hat die Marathon-gegen-Riot-Wette nicht beendet, aber es hat ihr eine erste Richtung gegeben. Riot hat als Erster geliefert, was die Branche beweisen musste: einen echten, langfristigen Ankermieter aus der KI-Welt, unterlegt mit Finanzierung und Zeitplan. Der Markt honoriert das mit einer klaren Kursdivergenz. MARA bleibt der gr\u00f6\u00dfere Miner mit der ambitionierteren, aber noch unbewiesenen Vision der vollst\u00e4ndigen vertikalen Integration.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Entschieden ist damit nichts. MARAs 4,8-Gigawatt-Portfolio und eigene Stromerzeugung k\u00f6nnten sich in einer Welt knapper Energie als der wertvollere Ansatz erweisen, sobald ein gro\u00dfer Mietvertrag folgt. Riots Modell wiederum steht und f\u00e4llt mit der Bonit\u00e4t und Kapazit\u00e4tsplanung seines Ankermieters. F\u00fcr Anleger im deutschsprachigen Raum bleibt beides eine Hochrisiko-Wette auf zwei Dinge zugleich: den Bitcoin-Preis und die F\u00e4higkeit ehemaliger Miner, sich in glaubw\u00fcrdige KI-Infrastrukturbetreiber zu verwandeln. Das n\u00e4chste Kapitel schreiben die Quartale bis 2028.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>H\u00e4ufig gestellte Fragen<\/h2><h3 class='wp-block-heading'>Was ist der Unterschied zwischen MARA (Marathon) und Riot Platforms?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Beide sind die gr\u00f6\u00dften b\u00f6rsennotierten Bitcoin-Miner der USA und bauen zu KI-Rechenzentren um. MARA ist der gr\u00f6\u00dfere Miner und setzt auf vertikale Integration mit eigener Stromerzeugung, etwa dem Kauf eines Gaskraftwerks. Riot ist etwas kleiner, daf\u00fcr st\u00e4rker diversifiziert und verfolgt ein Vermietermodell, das im zweiten Quartal 2026 mit einem 20-Jahres-Vertrag \u00fcber 191 Megawatt einen gro\u00dfen KI-Ankermieter landete.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Wer ist der Mieter hinter Riots Milliarden-KI-Deal?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Riot nennt den Vertragspartner offiziell nur ein f\u00fchrendes Frontier-KI-Labor. Mehrere Medien wie DataCenterDynamics und Bloomberg berichteten unter Berufung auf Insider, dass es sich um Anthropic handelt, das Unternehmen hinter der KI-Assistentin Claude. Riot selbst hat den Namen bislang nicht best\u00e4tigt.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Warum machen MARA und Riot trotz Umsatz Milliardenverluste?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Hauptgrund ist buchhalterisch. Beide Miner bewerten ihre Bitcoin-Best\u00e4nde zum Marktwert, und Kursverluste laufen direkt durch die Gewinn- und Verlustrechnung. Im zweiten Quartal 2026 fiel der Bitcoin-Preis, was allein bei MARA einen unrealisierten Buchverlust von rund 343 Millionen US-Dollar ausl\u00f6ste. Es handelt sich \u00fcberwiegend um Bewertungseffekte, nicht um echte Zahlungsabfl\u00fcsse.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Sind MARA- oder Riot-Aktien 2026 die bessere Wahl?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Das l\u00e4sst sich nicht pauschal beantworten und ist keine Anlageempfehlung. Der Markt bevorzugte 2026 klar Riot, dessen Aktie deutlich zulegte, weil das Unternehmen mit dem KI-Ankermieter den Umbau bereits belegt hat. MARA bietet mehr Mining-Skala und gr\u00f6\u00dfere Bitcoin-Reserven, muss den entscheidenden Gro\u00dfmieter aber noch gewinnen. Beide Titel sind hochvolatil und stark vom Bitcoin-Preis abh\u00e4ngig.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Wie k\u00f6nnen deutsche Anleger in Bitcoin-Mining-Aktien investieren?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">\u00dcber einen Broker mit Zugang zur US-B\u00f6rse Nasdaq lassen sich MARA und Riot direkt in US-Dollar kaufen. Alternativ notieren beide an deutschen Handelspl\u00e4tzen wie Xetra oder Tradegate in Euro, und thematische ETFs oder ETPs b\u00fcndeln mehrere Miner-Aktien. Zu beachten sind W\u00e4hrungsrisiko, hohe Volatilit\u00e4t und die enge Kopplung an den Bitcoin-Kurs.<\/p><script type='application\/ld+json'>{\"@context\":\"https:\/\/schema.org\",\"@type\":\"FAQPage\",\"mainEntity\":[{\"@type\":\"Question\",\"name\":\"Was ist der Unterschied zwischen MARA (Marathon) und Riot Platforms?\",\"acceptedAnswer\":{\"@type\":\"Answer\",\"text\":\"Beide sind die gr\u00f6\u00dften b\u00f6rsennotierten Bitcoin-Miner der USA und bauen zu KI-Rechenzentren um. MARA ist der gr\u00f6\u00dfere Miner und setzt auf vertikale Integration mit eigener Stromerzeugung, etwa dem Kauf eines Gaskraftwerks. 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