{"id":327,"date":"2026-08-21T10:31:09","date_gmt":"2026-08-21T10:31:09","guid":{"rendered":"https:\/\/hoge.gg\/de\/bitcoin-mining-difficulty-2026-freiwillig-gefallen\/"},"modified":"2026-08-21T10:31:09","modified_gmt":"2026-08-21T10:31:09","slug":"bitcoin-mining-difficulty-2026-freiwillig-gefallen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hoge.gg\/de\/bitcoin-mining-difficulty-2026-freiwillig-gefallen\/","title":{"rendered":"Bitcoin Mining Difficulty 2026: freiwillig gefallen"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Ende 2025 kletterte die Bitcoin-Mining-Difficulty auf einen Rekord von fast 156 Billionen. Im August 2026 steht sie bei 127,48 Billionen, rund ein F\u00fcnftel darunter (<a href='https:\/\/www.coinwarz.com\/mining\/bitcoin\/difficulty-chart'>CoinWarz<\/a>). Bemerkenswert ist daran nicht der R\u00fcckgang an sich, denn die Schwierigkeit atmet, seit es Bitcoin gibt. Bemerkenswert ist eine andere Zahl: Im Vergleich zum Vorjahr ist die Difficulty gefallen, und das erst zum zweiten Mal in siebzehn Jahren (<a href='https:\/\/crypto.news\/bitcoin-mining-difficulty-falls-19-percent-ai-pivot\/'>crypto.news<\/a>). Das erste Mal war 2021, als China das Mining verbot und binnen Wochen mehr als die H\u00e4lfte der Rechenleistung vom Netz ging. Diesmal hat niemand etwas verboten.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Und ausgerechnet in der Woche dieses Textes dreht der Kurs. Am 21. August 2026 sprang Bitcoin um gut acht Prozent auf rund 66.500 Euro, etwa 77.700 US-Dollar (<a href='https:\/\/www.coingecko.com\/en\/coins\/bitcoin\/eur'>CoinGecko<\/a>), fast genau auf jene Linie, die JPMorgan als Produktionskosten der Miner ansetzt. Damit steht die eigentliche Frage im Raum: Wenn der Preis zur\u00fcckkommt, kommt dann auch die Hashrate zur\u00fcck? Die Antwort h\u00e4ngt daran, warum die Difficulty diesmal gefallen ist, und dieser Grund ist ein anderer als vor vier Jahren. Dieser Text erkl\u00e4rt die Mechanik, ordnet den historischen R\u00fcckgang ein und zeigt, warum 2026 anders liegt als jede fr\u00fchere Kapitulation.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Was die Mining Difficulty ist und was sie steuert<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Mining Difficulty ist eine dimensionslose Zahl. Sie misst, wie viel schwerer es ist, einen g\u00fcltigen Block zu finden, als zu Bitcoins Start im Januar 2009. Difficulty 1 entspricht dem Ziel des Genesis-Blocks; die aktuellen 127,48 Billionen bedeuten, dass ein Miner heute im Schnitt gut 127 Billionen Mal mehr Rechenversuche braucht als damals, um einen Hash unter dem g\u00fcltigen Zielwert zu erzeugen. Je h\u00f6her die Difficulty, desto kleiner das erlaubte Ziel, desto seltener trifft ein einzelner Versuch.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Sinn dahinter ist ein einziger: Bitcoin soll im Schnitt alle zehn Minuten einen Block produzieren, egal wie viel oder wie wenig Rechenleistung gerade am Netz h\u00e4ngt. Weil es keinen zentralen Betreiber gibt, der das Tempo vorgibt, regelt das Protokoll es selbst. Alle 2016 Bl\u00f6cke, also rechnerisch alle zwei Wochen, vergleicht das Netzwerk die tats\u00e4chlich ben\u00f6tigte Zeit mit dem Sollwert und passt die Schwierigkeit an. Satoshi Nakamoto beschrieb das im Whitepaper n\u00fcchtern: Um steigende Hardware-Geschwindigkeit und schwankendes Interesse am Betrieb von Nodes auszugleichen, werde die Schwierigkeit \u00fcber einen gleitenden Durchschnitt bestimmt, der eine feste Zahl von Bl\u00f6cken pro Stunde anpeilt; werden Bl\u00f6cke zu schnell erzeugt, steigt die Schwierigkeit (<a href='https:\/\/bitcoin.org\/bitcoin.pdf'>bitcoin.org<\/a>). Genau dieser Mechanismus arbeitet 2026 in die andere Richtung.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Wichtig ist die Abgrenzung zur Hashrate. Die Hashrate ist die tats\u00e4chlich am Netz arbeitende Rechenleistung, gemessen in Hashes pro Sekunde. Die Difficulty ist die Regelgr\u00f6\u00dfe, die dieser Rechenleistung hinterherl\u00e4uft. Steigt die Hashrate, kommen die Bl\u00f6cke schneller, und beim n\u00e4chsten Retarget zieht die Difficulty nach. F\u00e4llt die Hashrate, dauern die Bl\u00f6cke l\u00e4nger, und die Difficulty sinkt. Die Difficulty ist also kein Fr\u00fchindikator, sondern ein verz\u00f6gertes Echo dessen, was die Miner in den vergangenen zwei Wochen getan haben.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Der Thermostat im Detail: die Retarget-Formel<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Rechnung ist \u00fcberraschend simpel. 2016 Bl\u00f6cke zu je zehn Minuten sollen genau 20.160 Minuten dauern. Nach jedem Intervall bildet das Protokoll die Formel: neue Difficulty = alte Difficulty multipliziert mit (20.160 geteilt durch die tats\u00e4chlich ben\u00f6tigten Minuten). Kamen die Bl\u00f6cke schneller als geplant, ist der Divisor kleiner als 20.160, und die Difficulty steigt. Kamen sie langsamer, steigt der Divisor \u00fcber 20.160, und die Difficulty f\u00e4llt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Beispiel aus der 2026er Logik: Wandern Miner ab und sinkt die Hashrate, brauchen 2016 Bl\u00f6cke zum Beispiel rund 21.170 statt 20.160 Minuten. Dann rechnet das Netz 127,48 Billionen mal (20.160 geteilt durch 21.170), also mal 0,9523, und landet bei etwa 121,4 Billionen, ein Minus von knapp f\u00fcnf Prozent. Kein Gremium entscheidet das, keine Abstimmung; es ist reine Arithmetik \u00fcber Zeitstempel.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Zwei Grenzen und eine kuriose Altlast geh\u00f6ren dazu. Erstens deckelt das Protokoll jede einzelne Anpassung auf den Faktor vier nach oben und ein Viertel nach unten, die Difficulty kann also pro Retarget h\u00f6chstens vervierfacht oder auf ein Viertel gesenkt werden. Diese Obergrenze wurde in der Praxis nie erreicht; selbst der China-Schock 2021 blieb weit darunter. Zweitens gelten strenge Regeln f\u00fcr Zeitstempel: Ein Blockzeitstempel darf h\u00f6chstens zwei Stunden in der Zukunft liegen und muss \u00fcber dem Median der letzten elf Bl\u00f6cke stehen. Drittens misst der Code aus einem Fehler der Anfangszeit die verstrichene Zeit \u00fcber 2015 statt 2016 Intervalle, ein Off-by-one, der jede Anpassung um etwa 0,05 Prozent verzerrt. Der Fehler ist so klein und so alt, dass er nie behoben wurde; die sp\u00e4tere Timewarp-Diskussion kn\u00fcpft aber genau hier an.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Difficulty, Hashrate und Hashprice: der R\u00fcckkopplungskreis<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Aus der Difficulty l\u00e4sst sich die Hashrate sch\u00e4tzen, denn beide h\u00e4ngen fest zusammen: Hashrate entspricht ungef\u00e4hr Difficulty mal 2 hoch 32 (gut 4,29 Milliarden) geteilt durch 600 Sekunden. F\u00fcr die aktuellen 127,48 Billionen ergibt das rund 912 Exahash pro Sekunde, was gut zu den knapp 920 EH\/s passt, die der Sieben-Tage-Schnitt Mitte August zeigt (<a href='https:\/\/hashrateindex.com\/blog\/hashrate-index-roundup-august-17-2026\/'>Hashrate Index<\/a>). Zur Erinnerung: Im Oktober 2025 lag die Hashrate zeitweise \u00fcber 1.160 EH\/s, also \u00fcber einem Zettahash pro Sekunde.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die dritte Gr\u00f6\u00dfe im Bunde ist der Hashprice, der erwartete Tagesumsatz je Petahash Rechenleistung. Er verbindet die Technik mit der Kasse und schlie\u00dft den Kreis. Mehr Hashrate bedeutet schnellere Bl\u00f6cke, das treibt beim n\u00e4chsten Retarget die Difficulty hoch, und weil sich derselbe Block-Reward auf mehr Rechenleistung verteilt, sinkt der Umsatz je Petahash. F\u00e4llt der Hashprice unter die Kosten der teuersten Anlagen, schalten diese ab, die Hashrate sinkt, die Bl\u00f6cke werden langsamer, die Difficulty f\u00e4llt, und der Hashprice der \u00dcberlebenden erholt sich. Dieser selbstkorrigierende Kreislauf ist der Grund, warum Bitcoins Blockzeit \u00fcber Jahre erstaunlich stabil bei rund zehn Minuten bleibt. Wie t\u00fcckisch der Hashprice als Kennzahl ist und warum zwei Miner beim selben Wert v\u00f6llig unterschiedlich dastehen, hat HOGE Wire in <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/hashprice-2026-was-die-zahl-verschweigt\/'>einer eigenen Analyse<\/a> auseinandergenommen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Mitte August 2026 lag der Hashprice bei rund 31,89 US-Dollar je Petahash und Tag, also etwa 27 Euro, gegen\u00fcber einem Junitief nahe 27,66 Dollar (<a href='https:\/\/hashrateindex.com\/blog\/hashrate-index-roundup-august-17-2026\/'>Hashrate Index<\/a>). Weil der Hashprice bei konstanter Difficulty ungef\u00e4hr mit dem Bitcoin-Preis skaliert, hebt der Kurssprung dieser Woche ihn mechanisch mit an; die 27 Euro sind der Stand vor der Rally.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Die Bitcoin-Difficulty im August 2026<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Das Zahlenger\u00fcst des Netzwerks im \u00dcberblick. Alle Werte sind volatil und sollten vor jeder Weiterverwendung frisch gepr\u00fcft werden.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Kennzahl<\/th><th>Wert (Stand August 2026)<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Aktuelle Difficulty<\/td><td>127,48 Billionen (seit 8. August, +0,99%)<\/td><\/tr><tr><td>Difficulty-Rekord<\/td><td>155,97 Billionen (November 2025)<\/td><\/tr><tr><td>Abstand zum Rekord<\/td><td>rund 18 Prozent darunter<\/td><\/tr><tr><td>Jahrestief 2026<\/td><td>126,23 Billionen (25. Juli)<\/td><\/tr><tr><td>Hashrate (7-Tage-Schnitt)<\/td><td>rund 920 EH\/s<\/td><\/tr><tr><td>Hashrate-Rekord<\/td><td>rund 1.160 EH\/s (Oktober 2025)<\/td><\/tr><tr><td>Hashprice<\/td><td>rund 27 Euro (31,89 USD) je PH\/Tag, Stand 17. August<\/td><\/tr><tr><td>N\u00e4chster Retarget<\/td><td>etwa 23. August, gesch\u00e4tzt -0,3% bis +1%<\/td><\/tr><tr><td>Bitcoin-Preis<\/td><td>rund 66.500 Euro (etwa 77.700 USD), 21. August<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">Quellen: <a href='https:\/\/www.coinwarz.com\/mining\/bitcoin\/difficulty-chart'>CoinWarz<\/a> f\u00fcr Difficulty und Retarget, <a href='https:\/\/hashrateindex.com\/blog\/hashrate-index-roundup-august-17-2026\/'>Hashrate Index<\/a> f\u00fcr Hashrate und Hashprice, <a href='https:\/\/www.coingecko.com\/en\/coins\/bitcoin\/eur'>CoinGecko<\/a> f\u00fcr den Kurs.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Zum zweiten Mal in der Geschichte: das Minus im Jahresvergleich<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Difficulty-R\u00fcckg\u00e4nge einzelner Retargets sind normal, oft folgt auf ein Minus ein Plus, und \u00fcber ein ganzes Jahr wuchs die Schwierigkeit fast immer. Genau das ist 2026 gebrochen. Die Difficulty liegt heute nicht nur unter ihrem Rekord, sie liegt auch unter dem Wert von vor zw\u00f6lf Monaten. Das ist erst das zweite Mal in Bitcoins Geschichte, dass die Schwierigkeit im Jahresvergleich negativ dreht (<a href='https:\/\/blockspace.media\/insight\/bitcoin-mining-difficulty-falls-year-over-year-2026\/'>Blockspace<\/a>, unter Berufung auf Daten von Hashrate Index).<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Das Jahrestief von 126,23 Billionen am 25. Juli lag knapp zwanzig Prozent unter dem November-Rekord, laut <a href='https:\/\/crypto.news\/bitcoin-mining-difficulty-falls-19-percent-ai-pivot\/'>crypto.news<\/a> genau 19,9 Prozent, der drittgr\u00f6\u00dfte R\u00fcckgang der gesamten ASIC-\u00c4ra. Tiefer fielen nur der B\u00e4renmarkt 2018 und das China-Verbot 2021. Auch <a href='https:\/\/www.kucoin.com\/blog\/bitcoin-mining-difficulty-drops-14-from-2026-peak'>KuCoin<\/a> ordnet die Bewegung als zweiten Jahresr\u00fcckgang der Netzgeschichte ein. F\u00fcr ein Netzwerk, das f\u00fcnfzehn Jahre lang praktisch nur eine Richtung kannte, ist das eine kleine Z\u00e4sur, und sie sagt weniger \u00fcber die Technik als \u00fcber die \u00d6konomie der Miner aus.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Diesmal hat niemand etwas verboten<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Der erste Jahresr\u00fcckgang der Geschichte war ein Schock von au\u00dfen. Im Mai und Juni 2021 untersagten chinesische Provinzen das Mining, das damals den gr\u00f6\u00dften Teil der weltweiten Hashrate stellte. Rigs wurden abgeschaltet, in Kisten verpackt und \u00fcber Kasachstan, Russland und die USA verschifft. Am 3. Juli 2021 folgte die gr\u00f6\u00dfte Difficulty-Senkung aller Zeiten, ein Minus von 27,94 Prozent in einem einzigen Schritt, nachdem mehr als die H\u00e4lfte der Rechenleistung offline gegangen war (Difficulty-Historie, <a href='https:\/\/www.coinwarz.com\/mining\/bitcoin\/difficulty-chart'>CoinWarz<\/a>). Erzwungen, pl\u00f6tzlich, und binnen eines Jahres weitgehend zur\u00fcckgeholt, weil die Hardware nur den Standort wechselte.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">2026 ist das Gegenteil. Kein Verbot, keine Naturkatastrophe, kein Netzausfall. Die Miner haben sich entschieden. \u00dcber Monate handelte Bitcoin unter den Produktionskosten, die Margen schmolzen, und statt einfach abzuschalten und zu warten, lenkten die gro\u00dfen b\u00f6rsennotierten Betreiber ihre wertvollste Ressource um: nicht die ASICs, sondern die Anschlussleistung im Stromnetz. Wo gestern Bitcoin gehasht wurde, stehen heute GPU-Racks f\u00fcr KI-Training und Inferenz. Der Unterschied ist entscheidend f\u00fcr die Frage, was als N\u00e4chstes passiert. Erzwungen abgeschaltete Hashrate kommt zur\u00fcck, sobald sich die Lage bessert. Freiwillig in mehrj\u00e4hrige Vertr\u00e4ge umgewidmete Kapazit\u00e4t nicht.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Der AI-Sog: warum die Rechenleistung dauerhaft abwandert<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Grund f\u00fcr die Umwidmung ist banal und m\u00e4chtig zugleich: Ein Megawatt verdient in einem KI-Rechenzentrum verl\u00e4sslicher als beim Bitcoin-Mining. KI-Colocation bringt vertragliche Umsatzsicherheit \u00fcber viele Jahre, w\u00e4hrend der Mining-Umsatz mit jedem Kurs- und Difficulty-Zucken schwankt. Die Zahlen, die die Branche 2026 gemeldet hat, lassen keinen Zweifel an der Richtung.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Betreiber<\/th><th>AI- und HPC-Engagement 2026<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Hut 8<\/td><td>KI-Auftragsvolumen von rund 26,6 Milliarden US-Dollar (Vertragswert)<\/td><\/tr><tr><td>Core Scientific<\/td><td>rund 1,1 Gigawatt vermietete KI-Kapazit\u00e4t, \u00fcber 24 Milliarden US-Dollar<\/td><\/tr><tr><td>TeraWulf<\/td><td>KI-Hosting-Umsatz \u00fcbertraf im ersten Quartal 2026 den Mining-Umsatz<\/td><\/tr><tr><td>HIVE Digital<\/td><td>KI-Gro\u00dfanlage in Toronto, rund 2,55 Milliarden US-Dollar<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">Zusammengenommen liegen die angek\u00fcndigten KI- und HPC-Vertr\u00e4ge des b\u00f6rsennotierten Mining-Sektors bei \u00fcber 70 Milliarden Dollar (\u00dcbersicht bei <a href='https:\/\/crypto.news\/bitcoin-mining-difficulty-falls-19-percent-ai-pivot\/'>crypto.news<\/a>). James Butterfill, Forschungschef bei CoinShares, erwartet, dass einige Miner bis Ende 2026 bis zu 70 Prozent ihres Umsatzes aus KI ziehen, gegen\u00fcber rund 30 Prozent heute, und nennt das j\u00fcngste Quartal das herausforderndste seit dem Halving vom April 2024 (<a href='https:\/\/www.theblock.co\/post\/395259\/bitcoin-miners-face-breakeven-pressure-as-ai-pivot-accelerates-coinshares-says'>The Block<\/a>). Der Hunger nach Rechenleistung, der die Miner lockt, ist derselbe, der auch dezentrale GPU-Netzwerke wie Render antreibt; HOGE Wire hat <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/render-2026-otoy-studio-ki-token-utility\/'>diesen Markt gesondert eingeordnet<\/a>.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">MARA-Chef Fred Thiel bringt die strukturelle Logik auf den Punkt. Wer 2028 noch im Gesch\u00e4ft sein wolle, so Thiel, werde entweder selbst Stromproduzent sein, einem geh\u00f6ren oder mit einem verbunden sein: &bdquo;By 2028, you&#8217;ll either be a power generator, be owned by one, or be partnered with one&ldquo; (<a href='https:\/\/coingeek.com\/block-reward-miners-cant-pivot-to-ai-fast-enough\/'>CoinGeek<\/a>). \u00dcbersetzt hei\u00dft das: Die Zeiten, in denen ein Miner einfach nur an die Steckdose angeschlossen war, gehen zu Ende. Wer Zugang zu billiger, planbarer Leistung hat, verkauft sie meistbietend, und der Meistbietende ist derzeit die KI.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Der Preis kommt zur\u00fcck, die Hashrate nicht<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Hier verbindet sich die Rally dieser Woche mit der langen Linie. Der eigentliche Ausl\u00f6ser des 2026er R\u00fcckgangs war, dass Bitcoin monatelang unter den Vollkosten der Produktion handelte. JPMorgan-Analyst Nikolaos Panigirtzoglou taxierte diese All-in-Produktionskosten auf rund 78.000 Dollar; Bitcoin lag \u00fcber f\u00fcnf Monate etwa 19 Prozent darunter, zeitweise nahe 63.000 Dollar (<a href='https:\/\/www.tftc.io\/bitcoin-mining-costs-jpmorgan-below-production-cost-2026\/'>TFTC<\/a>). Panigirtzoglou beschrieb den Mechanismus knapp: &bdquo;When bitcoin trades below its production cost, higher-cost miners power down, the hashrate declines, and difficulty adjusts lower&ldquo;. Genau das geschah.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Bemerkenswert ist die Sensitivit\u00e4t, die er beziffert: Die Beta der Difficulty zum Bitcoin-Preis stieg im Halbjahr auf 0,62, ein Zeichen, dass viele Betreiber dicht an ihrer Kostenschwelle operieren, so dass schon moderate Preisbewegungen Kapazit\u00e4t an- oder abschalten. Am 21. August 2026 hat der Kurs diese Schwelle wieder erreicht: rund 77.700 Dollar, praktisch auf der 78.000-Dollar-Linie, nach einem Tagesplus von gut acht Prozent (<a href='https:\/\/www.coingecko.com\/en\/coins\/bitcoin\/eur'>CoinGecko<\/a>).<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Nach dem klassischen Muster m\u00fcsste jetzt die Hashrate steigen und die Difficulty nachziehen. Doch 2026 hat der selbstkorrigierende Kreislauf einen Haken. Ein Teil der abgeschalteten Hashrate ist nicht in Wartestellung, sondern in mehrj\u00e4hrige KI-Vertr\u00e4ge umgezogen. Diese Kapazit\u00e4t kehrt nicht zur\u00fcck, nur weil Bitcoin \u00fcber die Produktionskosten klettert; die Colocation-Vertr\u00e4ge laufen weiter, und der Stromanschluss ist gebunden. Der Thermostat funktioniert weiter, aber einer seiner Eing\u00e4nge, die verf\u00fcgbare Rechenleistung, ist strukturell kleiner geworden. Der Preis kann zur\u00fcckkommen; ein Gutteil der Hashrate bleibt, wo er ist.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>2026 Retarget f\u00fcr Retarget<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die einzelnen Anpassungen des Jahres zeigen, wie unruhig der Weg nach unten verlief. Auf tiefe Einbr\u00fcche folgten kr\u00e4ftige Erholungen, unter dem Strich blieb ein Minus.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Datum<\/th><th>Difficulty<\/th><th>Ver\u00e4nderung<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>2. Mai<\/td><td>132,47 Billionen<\/td><td>-2,30%<\/td><\/tr><tr><td>15. Mai<\/td><td>136,61 Billionen<\/td><td>+3,12%<\/td><\/tr><tr><td>29. Mai<\/td><td>138,96 Billionen<\/td><td>+1,72%<\/td><\/tr><tr><td>14. Juni<\/td><td>124,93 Billionen<\/td><td>-10,09% (gr\u00f6\u00dfter 2026)<\/td><\/tr><tr><td>27. Juni<\/td><td>133,87 Billionen<\/td><td>+7,15%<\/td><\/tr><tr><td>11. Juli<\/td><td>127,17 Billionen<\/td><td>-5,00%<\/td><\/tr><tr><td>25. Juli<\/td><td>126,23 Billionen<\/td><td>-0,74% (Jahrestief)<\/td><\/tr><tr><td>8. August<\/td><td>127,48 Billionen<\/td><td>+0,99%<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">Quelle: <a href='https:\/\/www.coinwarz.com\/mining\/bitcoin\/difficulty-chart'>CoinWarz<\/a>. Der Einbruch vom 14. Juni um 10,09 Prozent war die gr\u00f6\u00dfte Einzelsenkung des Jahres. Auff\u00e4llig ist das Muster: Kein einzelner Crash, sondern eine Serie negativer Schritte, unterbrochen von Erholungen, wie sie eine Netzwerkbasis zeichnet, die sich nicht schlagartig, sondern kontrolliert zur\u00fcckzieht.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Erzwungen statt gew\u00e4hlt: 2018, 2021 und 2022<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Um zu verstehen, wie ungew\u00f6hnlich 2026 ist, hilft der Blick auf die drei fr\u00fcheren gro\u00dfen Difficulty-R\u00fcckg\u00e4nge. Jeder war eine Kapitulation, aber jeder aus einem anderen Grund, und keiner freiwillig im heutigen Sinn.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Episode<\/th><th>Gr\u00f6\u00dfter Schritt<\/th><th>Ausl\u00f6ser<\/th><th>Sichtbare Pleiten<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>B\u00e4renmarkt 2018<\/td><td>-15,13% (Dezember 2018)<\/td><td>Kurssturz von rund 19.700 auf 3.200 USD<\/td><td>Giga Watt (Chapter 11, 19. Nov. 2018)<\/td><\/tr><tr><td>China-Verbot 2021<\/td><td>-27,94% (3. Juli 2021)<\/td><td>Verbot, \u00fcber 50% Hashrate offline<\/td><td>keine Pleiten, nur Umzug<\/td><\/tr><tr><td>Zins-B\u00e4renmarkt 2022<\/td><td>-7,32% (5. Dez. 2022, Block 766.080)<\/td><td>Kurssturz von rund 69.000 auf 15.500 USD<\/td><td>Compute North (22. Sep.), Core Scientific (21. Dez.)<\/td><\/tr><tr><td>AI-Migration 2026<\/td><td>-10,09% (14. Juni 2026)<\/td><td>Preis unter Produktionskosten, KI-Sog<\/td><td>bislang keine Pleitewelle<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">2018 trieb der Preissturz die Difficulty in einem Dezember-Schritt um gut 15 Prozent nach unten; der Hardware-Bauer Giga Watt meldete am 19. November 2018 Insolvenz an, mit Verbindlichkeiten von bis zu 50 Millionen Dollar (<a href='https:\/\/www.coindesk.com\/markets\/2018\/11\/21\/bitcoin-mining-firm-giga-watt-declares-bankruptcy-owing-millions'>CoinDesk<\/a>). 2022 zwangen Zinswende und der Preisverfall von rund 69.000 auf 15.500 Dollar Betreiber in die Knie: Compute North ging am 22. September 2022 mit bis zu 500 Millionen Dollar Schulden in die Insolvenz (<a href='https:\/\/www.coindesk.com\/business\/2022\/09\/22\/crypto-mining-data-center-provider-compute-north-files-for-bankruptcy-protection'>CoinDesk<\/a>), Core Scientific folgte am 21. Dezember, minte aber weiter und kehrte Anfang 2024 an die Nasdaq zur\u00fcck (<a href='https:\/\/news.bitcoin.com\/core-scientific-files-for-bankruptcy-protection-firm-plans-to-continue-mining-bitcoin-to-pay-down-debt\/'>news.bitcoin.com<\/a>). Jedes Mal war der R\u00fcckgang eine Notbremse. 2026 dagegen bricht das Muster: Bislang gibt es keine vergleichbare Pleitewelle, weil die KI-Option die Betreiber genau davor bewahrt. Aus einer sauberen Insolvenzauslese wird eine Aufspaltung; wer den KI-Ausweg findet, \u00fcberlebt und w\u00e4chst, wer keinen Zugang zu gro\u00dfer Leistung hat, verschwindet leiser. Diese Divergenz zeigt sich am deutlichsten in den Quartalsbilanzen der gro\u00dfen Betreiber, wo Mining-Umsatz und Rechenzentrumsumsatz zusehends auseinanderlaufen.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Warum die Sch\u00e4tzung f\u00fcr den n\u00e4chsten Retarget wackelt<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Wer die Prognosen f\u00fcr die n\u00e4chste Anpassung verfolgt, erlebt gerade ein Lehrst\u00fcck in Statistik. Am 10. August sch\u00e4tzte Hashrate Index den Retarget um den 23. August auf minus 3,07 Prozent. Eine Woche sp\u00e4ter, am 17. August, stand die Sch\u00e4tzung bei plus 1,01 Prozent. CoinWarz wiederum kalkulierte am 21. August, bei 88,74 Prozent durchlaufener Epoche, ein leichtes Minus von 0,33 Prozent (<a href='https:\/\/www.coinwarz.com\/mining\/bitcoin\/difficulty-chart'>CoinWarz<\/a>). Von deutlich negativ zu praktisch ausgeglichen, innerhalb von Tagen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Grund ist keine Meinungsverschiedenheit, sondern die Natur der Zahl. Zu Beginn einer Epoche liegen erst wenige Bl\u00f6cke vor, und die Blockzeit schwankt zuf\u00e4llig stark. Eine Sch\u00e4tzung, die aus diesen ersten Bl\u00f6cken hochrechnet, extrapoliert vor allem Rauschen. Je mehr Bl\u00f6cke hinzukommen, desto glatter wird das Bild. Kaan Farahani, Research Associate bei Luxor Technology, formuliert es so: &bdquo;Early on, difficulty predictions are shaky because of short-term variance. As time (or blocks) pass, the noise fades and the signal sharpens&ldquo; (<a href='https:\/\/hashrateindex.com\/blog\/hashrate-index-roundup-august-10-2026\/'>Hashrate Index<\/a>). Praktische Konsequenz: Schlagzeilen wie &bdquo;Difficulty f\u00e4llt um X Prozent&ldquo; sind fr\u00fch in einer Epoche mit Vorsicht zu genie\u00dfen; belastbar wird die Zahl erst kurz vor dem Retarget.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Difficulty, Halving und das Sicherheitsbudget<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Zwei Uhren ticken in Bitcoin, und man sollte sie nicht verwechseln. Die Difficulty-Uhr schl\u00e4gt alle 2016 Bl\u00f6cke und h\u00e4lt die Blockzeit stabil. Die Halving-Uhr schl\u00e4gt alle 210.000 Bl\u00f6cke, rund alle vier Jahre, und halbiert die Ausgabe neuer Coins. Seit April 2024 liegt der Block-Reward bei 3,125 BTC; das n\u00e4chste Halving um 2028, bei Block 1.050.000, senkt ihn auf 1,5625 BTC. Die Difficulty kann steigen oder fallen, sie \u00e4ndert nichts an der Geldpolitik; das Halving ist unumst\u00f6\u00dflich terminiert.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Beides trifft sich beim Sicherheitsbudget, also den gesamten Einnahmen der Miner, die den Preis eines Angriffs auf das Netz bestimmen. Dieses Budget ist grob Hashprice mal Hashrate, und es speist sich fast vollst\u00e4ndig aus dem Block-Reward; Transaktionsgeb\u00fchren machen derzeit deutlich unter einem Prozent aus. Eine fallende Difficulty schrumpft das Budget nicht direkt, denn das Budget h\u00e4ngt am Umsatz, nicht an der Schwierigkeit. Das Halving dagegen halbiert bei konstantem Preis genau diesen Umsatz. Deshalb ist die Frage, ob Geb\u00fchren jemals einen nennenswerten Teil des Budgets tragen, f\u00fcr Bitcoins langfristige Sicherheit zentraler als jeder Difficulty-Schritt; HOGE Wire hat diese <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/hashprice-sicherheitsbudget-bitcoin-2028\/'>Rechnung nach 2028<\/a> ausf\u00fchrlich aufgemacht. Auf der Geb\u00fchrenseite waren zuletzt vor allem Protokolle wie <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/bitcoin-ordinals-recursive-inscriptions-2026\/'>Ordinals und Runes<\/a> die einzigen wiederkehrenden Treiber, doch ihre Beitr\u00e4ge sind sprunghaft und unzuverl\u00e4ssig.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Kontrast sch\u00e4rft das Bild: Bei Proof-of-Stake-Netzen wie Ethereum gibt es weder Difficulty noch Hashrate; die Sicherheit h\u00e4ngt am gebundenen Kapital der Validatoren und dessen Rendite, nicht am Stromverbrauch. Wer die zwei Sicherheitsmodelle vergleichen will, findet in unserem <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/ethereum-solo-staking-2026-leitfaden-fusaka-pectra\/'>Leitfaden zum Solo Staking<\/a> die Gegenseite. Bitcoins Difficulty ist am Ende die sichtbare Spitze eines Anreizsystems, das Rechenleistung in Sicherheit \u00fcbersetzt.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Timewarp und der Great Consensus Cleanup<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Difficulty-Algorithmus tr\u00e4gt eine f\u00fcnfzehn Jahre alte Schwachstelle in sich, den Timewarp-Angriff. Weil das Protokoll die verstrichene Zeit \u00fcber die manipulierbaren Blockzeitstempel misst und dabei den erw\u00e4hnten Off-by-one nutzt, k\u00f6nnte eine Koalition mit Mehrheit der Hashrate die Zeitstempel so verbiegen, dass die Difficulty k\u00fcnstlich abst\u00fcrzt und Bl\u00f6cke im Sekundentakt entstehen. Ausgenutzt wurde das nie, denn es erfordert eine Mehrheit und w\u00e4re sofort sichtbar, aber es bleibt ein latenter Konstruktionsfehler.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die L\u00f6sung hei\u00dft BIP-54, unter dem Namen Consensus Cleanup ein Paket aus vier eng umrissenen Regel\u00e4nderungen. Antoine Poinsot von Chaincode Labs und Matt Corallo belebten den alten Vorschlag neu (ver\u00f6ffentlicht am 26. M\u00e4rz 2025, kurz darauf als BIP gemergt). Der Kern gegen Timewarp ist simpel: Der erste Block einer neuen Difficulty-Periode darf zeitlich nicht mehr als zehn Minuten vor dem letzten Block der vorigen Periode datiert sein, was den Trick unm\u00f6glich macht (<a href='https:\/\/bip54.org\/'>bip54.org<\/a>, technische Einordnung bei <a href='https:\/\/bitcoinops.org\/en\/topics\/time-warp\/'>Bitcoin Optech<\/a>). Auf dem Signet-Testnetz Bitcoin Inquisition l\u00e4uft der Fix bereits, und einige Pools wie MARA und ViaBTC erzeugen freiwillig schon kompatible Bl\u00f6cke; eine verbindliche Mainnet-Aktivierung steht aber aus. Zus\u00e4tzliche Brisanz bekam die Debatte, nachdem der separate Anti-Spam-Vorschlag BIP-110 Anfang August 2026 nach nur zwei Bl\u00f6cken und rund 2,5 Prozent Miner-Zustimmung scheiterte (<a href='https:\/\/news.bitcoin.com\/crypto-news\/after-bip-110-flops-bitcoins-next-soft-fork-faces-a-showdown\/'>news.bitcoin.com<\/a>). F\u00fcr den Alltag hei\u00dft das: Die Difficulty-Mechanik funktioniert zuverl\u00e4ssig, an ihrer H\u00e4rtung wird noch gearbeitet.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Was deutsche Miner und Anleger beachten sollten<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr den deutschen Markt hat die Difficulty vor allem indirekte Relevanz, und der regulatorische Rahmen ist klar abgegrenzt. Die BaFin beaufsichtigt unter der EU-Verordnung MiCAR die Anbieter von Kryptowerte-Dienstleistungen, also Verwahrung, Handel und Vermittlung, sowie die Emittenten von Token, nicht aber das Bitcoin-Protokoll oder das Mining selbst (<a href='https:\/\/www.bafin.de\/SharedDocs\/Veroeffentlichungen\/DE\/Merkblatt\/mb_250103_Kryptowerte_Dienstl.html'>BaFin-Merkblatt<\/a>). Mining ist in Deutschland keine erlaubnispflichtige Finanzdienstleistung; wer selbst sch\u00fcrft, braucht keine BaFin-Lizenz, unterliegt aber den \u00fcblichen steuer- und gewerberechtlichen Pflichten.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Praktisch findet die 2026er Geschichte ohnehin kaum in Deutschland statt. Die hohen industriellen Strompreise machen heimisches Mining gegen\u00fcber US-Standorten mit Preisen unter sechs US-Cent je Kilowattstunde unwettbewerbsf\u00e4hig, weshalb die AI-Migration eine Geschichte b\u00f6rsennotierter US-Miner ist, nicht deutscher Betreiber. F\u00fcr Anlegerinnen und Anleger hierzulande ist die Difficulty daher zweifach interessant: als Kennzahl hinter Mining-Aktien wie MARA, Riot, Hut 8 oder IREN und als Baustein der Sicherheitsdebatte. Am Rande, weil international relevant: Die US-B\u00f6rsenaufsicht SEC stellte am 20. M\u00e4rz 2025 klar, dass Proof-of-Work-Mining, ob solo oder im Pool, kein Angebot oder Verkauf eines Wertpapiers ist (<a href='https:\/\/www.sec.gov\/newsroom\/speeches-statements\/statement-certain-proof-work-mining-activities-032025'>sec.gov<\/a>).<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Wer die Difficulty selbst verfolgen will, braucht keine kostenpflichtigen Dienste. Drei frei zug\u00e4ngliche Quellen gen\u00fcgen:<\/p><ul class='wp-block-list'><li><a href='https:\/\/mempool.space\/'>mempool.space<\/a>: zeigt live den Fortschritt der laufenden Epoche und die gesch\u00e4tzte n\u00e4chste Anpassung.<\/li><li><a href='https:\/\/www.coinwarz.com\/mining\/bitcoin\/difficulty-chart'>CoinWarz<\/a>: liefert die vollst\u00e4ndige Difficulty-Historie und einen Retarget-Sch\u00e4tzer.<\/li><li><a href='https:\/\/hashrateindex.com\/'>Hashrate Index<\/a>: verbindet Difficulty mit Hashprice, Hashrate und w\u00f6chentlichen Einordnungen.<\/li><\/ul><p class=\"wp-block-paragraph\">Der wichtigste Merksatz f\u00fcr 2026: Eine fallende Difficulty ist an sich kein Alarm. Sie ist die normale Reaktion des Thermostats auf eine Netzwerkbasis, die kleiner geworden ist. Neu ist nur, warum sie kleiner wurde, und dass dieses Warum diesmal nicht auf einen Beschluss aus Peking zur\u00fcckgeht, sondern auf die n\u00fcchterne Rechnung Tausender Betreiber, die ihr Megawatt anders einsetzen.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>H\u00e4ufige Fragen<\/h2><h3 class='wp-block-heading'>Warum f\u00e4llt die Bitcoin Mining Difficulty 2026?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Weil Bitcoin \u00fcber Monate unter den gesch\u00e4tzten Produktionskosten von rund 78.000 Dollar handelte und viele Betreiber ihre Anschlussleistung freiwillig zu KI- und HPC-Rechenzentren umgelenkt haben. Dadurch sank die Hashrate, die Bl\u00f6cke wurden langsamer, und die Difficulty passte sich nach unten an, im Jahresvergleich zum erst zweiten Mal in Bitcoins Geschichte.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Wie oft und um wie viel passt sich die Difficulty an?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Alle 2016 Bl\u00f6cke, rechnerisch etwa alle zwei Wochen. Die neue Difficulty ergibt sich aus der alten mal 20.160 geteilt durch die tats\u00e4chlich ben\u00f6tigten Minuten. Pro Anpassung ist die \u00c4nderung auf den Faktor vier nach oben und ein Viertel nach unten begrenzt; diese Grenze wurde in der Praxis nie erreicht.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Bedeutet eine fallende Difficulty, dass Bitcoin unsicherer wird?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Nicht zwangsl\u00e4ufig. Die Sicherheit h\u00e4ngt am Sicherheitsbudget, also am Umsatz der Miner (Hashprice mal Hashrate), und am absoluten Aufwand, den ein Angreifer aufbringen m\u00fcsste. Eine niedrigere Difficulty senkt zwar die Latte etwas, spiegelt aber vor allem eine kleinere Netzwerkbasis; ein Angriff bliebe weiterhin extrem teuer. Kritischer f\u00fcr die Sicherheit ist langfristig das Halving, das den Block-Reward halbiert.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Ist eine gesunkene Difficulty ein Kaufsignal f\u00fcr Bitcoin?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Indikatoren wie das Difficulty Ribbon oder die Hash Ribbons deuten Miner-Kapitulation traditionell als antizyklisches Signal. 2026 ist der R\u00fcckgang jedoch gr\u00f6\u00dftenteils freiwillig (Abwanderung zu KI statt Notabschaltung), was die klassische Lesart verzerrt. Der Indikator sollte dieses Jahr mit besonderer Vorsicht gelesen werden. Dies ist keine Anlageberatung.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Kommt die Hashrate zur\u00fcck, wenn der Preis wieder steigt?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Teilweise. Reine Notabschaltungen k\u00f6nnen bei besseren Margen zur\u00fcckkehren. Kapazit\u00e4t, die in mehrj\u00e4hrige KI- und HPC-Vertr\u00e4ge umgewidmet wurde, ist dagegen langfristig gebunden und kehrt nicht allein deshalb ins Mining zur\u00fcck, weil Bitcoin \u00fcber die Produktionskosten klettert. Deshalb d\u00fcrfte die \u00fcbliche Kette aus steigendem Preis, steigender Hashrate und steigender Difficulty dieses Jahr ged\u00e4mpfter ausfallen.<\/p><script type=\"application\/ld+json\">{\"@context\":\"https:\/\/schema.org\",\"@type\":\"FAQPage\",\"mainEntity\":[{\"@type\":\"Question\",\"name\":\"Warum f\u00e4llt die Bitcoin Mining Difficulty 2026?\",\"acceptedAnswer\":{\"@type\":\"Answer\",\"text\":\"Weil Bitcoin \u00fcber Monate unter den gesch\u00e4tzten Produktionskosten von rund 78.000 Dollar handelte und viele Betreiber ihre Anschlussleistung freiwillig zu KI- und HPC-Rechenzentren umgelenkt haben. 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