{"id":360,"date":"2026-08-25T22:27:49","date_gmt":"2026-08-25T22:27:49","guid":{"rendered":"https:\/\/hoge.gg\/de\/bitcoin-hashrate-wachstum-2026-wette-zwei-zettahashes\/"},"modified":"2026-08-25T22:27:49","modified_gmt":"2026-08-25T22:27:49","slug":"bitcoin-hashrate-wachstum-2026-wette-zwei-zettahashes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hoge.gg\/de\/bitcoin-hashrate-wachstum-2026-wette-zwei-zettahashes\/","title":{"rendered":"Hashrate-Wachstum 2026: die Wette auf zwei Zettahashes"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcnfzehn Jahre lang kannte Bitcoins Rechenleistung nur eine Richtung. Was 2009 als ein paar Kilohash pro Sekunde auf Satoshi Nakamotos Laptop begann, wuchs \u00fcber Grafikkarten, FPGAs und spezialisierte ASIC-Chips zu einer Zahl, die sich kaum noch aussprechen l\u00e4sst: mehr als eine Trilliarde Hashes pro Sekunde, ein Zettahash. Diese Kurve war der stille Beweis f\u00fcr Bitcoins Sicherheit. Je mehr Rechenleistung hinter dem Netzwerk stand, desto teurer wurde ein Angriff und desto glaubw\u00fcrdiger die These vom digitalen Gold.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">2026 hat sich die Kurve zum ersten Mal ohne staatliches Verbot gebogen. Die Hashrate fiel im ersten Quartal, die Mining Difficulty rutschte im Jahresvergleich, und die Ursache war diesmal keine reine Kapitulation und kein Regierungsdekret, sondern eine strategische Entscheidung: Betreiber lenkten dieselben Megawatt, die sonst Bitcoin-Bl\u00f6cke gesichert h\u00e4tten, in KI- und HPC-Rechenzentren um, weil diese Vertr\u00e4ge mehr zahlen. Damit ist das Hashrate-Wachstum zu etwas geworden, das es nie zuvor war, n\u00e4mlich zu einer offenen Wette auf den Bitcoin-Kurs. Die August-Rally 2026, die Bitcoin binnen einer Woche um mehr als 20 Prozent auf rund 78.700 US-Dollar (etwa 67.300 Euro) trieb, ist der erste ernsthafte Test dieser Wette.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Was Hashrate-Wachstum eigentlich misst<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Hashrate misst, wie viele Rateversuche das gesamte Bitcoin-Netzwerk pro Sekunde unternimmt, um den n\u00e4chsten Block zu finden. Jeder Miner variiert eine Zahl im Blockkopf, die sogenannte Nonce, berechnet daraus einen SHA-256-Hash und pr\u00fcft, ob das Ergebnis unter dem aktuellen Zielwert liegt. Fast alle Versuche scheitern; im Durchschnitt findet das gesamte Netzwerk nur alle zehn Minuten genau einen g\u00fcltigen Block. Die Hashrate ist schlicht die Geschwindigkeit dieses kollektiven Ratens, und ihr Wachstum beschreibt, wie schnell diese Geschwindigkeit \u00fcber Monate und Jahre zunimmt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Punkt, den viele Berichte \u00fcbersehen: Niemand misst die Hashrate direkt. Es gibt keinen zentralen Z\u00e4hler, der jeden ASIC erfasst. Stattdessen wird sie aus der Difficulty und den beobachteten Blockabst\u00e4nden gesch\u00e4tzt, nach der Faustformel Hashrate ungef\u00e4hr gleich Difficulty mal 2 hoch 32 geteilt durch 600 Sekunden. Genau deshalb weichen die Zahlen verschiedener Anbieter voneinander ab, und genau deshalb kann ein einzelner Spot-Wert an einem Tag um zehn Prozent nach oben oder unten rauschen, nur weil zuf\u00e4llig ein paar Bl\u00f6cke schneller oder langsamer kamen. Seri\u00f6se Sch\u00e4tzungen gl\u00e4tten deshalb \u00fcber sieben oder drei\u00dfig Tage. Wer \u00fcber Hashrate-Wachstum spricht, sollte immer den gegl\u00e4tteten Trend meinen, nicht den Tageswert.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Weil die Zahlen so gro\u00df sind, arbeitet die Branche mit einer Leiter von Vors\u00e4tzen. Sie reicht vom Kilohash der Anfangstage bis zum Zettahash, das das Netzwerk 2025 erreichte.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Einheit<\/th><th>Hashes pro Sekunde<\/th><th>Gr\u00f6\u00dfenordnung<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Kilohash (kH\/s)<\/td><td>1.000<\/td><td>10 hoch 3<\/td><\/tr><tr><td>Megahash (MH\/s)<\/td><td>1 Million<\/td><td>10 hoch 6<\/td><\/tr><tr><td>Gigahash (GH\/s)<\/td><td>1 Milliarde<\/td><td>10 hoch 9<\/td><\/tr><tr><td>Terahash (TH\/s)<\/td><td>1 Billion<\/td><td>10 hoch 12<\/td><\/tr><tr><td>Petahash (PH\/s)<\/td><td>1 Billiarde<\/td><td>10 hoch 15<\/td><\/tr><tr><td>Exahash (EH\/s)<\/td><td>1 Trillion<\/td><td>10 hoch 18<\/td><\/tr><tr><td>Zettahash (ZH\/s)<\/td><td>1 Trilliarde (= 1.000 EH\/s)<\/td><td>10 hoch 21<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><h2 class='wp-block-heading'>Von Kilohashes zum Zettahash: 15 Jahre Wachstumskurve<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Geschichte des Hashrate-Wachstums ist eine Geschichte der Hardware. 2009 minte Satoshi Nakamoto mit der CPU eines gew\u00f6hnlichen Rechners, ein paar Kilohash pro Sekunde. Im Oktober 2010 erschien der erste GPU-Mining-Code, und Grafikkarten brachten rund den hundertfachen Durchsatz einer CPU. 2011 folgten FPGAs, frei programmierbare Chips, die noch effizienter waren. Den eigentlichen Bruch brachte im Januar 2013 der erste ASIC, Avalon 1, ein Chip, der ausschlie\u00dflich SHA-256 rechnet und sonst nichts. Mit rund 66 Gigahash pro Sekunde war ein einzelnes Ger\u00e4t damals schneller als ganze GPU-Farmen zuvor.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Von dort an beschleunigte sich alles. Anfang 2016 \u00fcberschritt das Netzwerk erstmals 1 Exahash pro Sekunde. Am 4. Januar 2020 waren es 100 EH\/s, wie <a href='https:\/\/www.tftc.io\/bitcoin-hashrate-growth\/'>TFTC unter Berufung auf mempool.space<\/a> dokumentiert; vom Genesis-Block bis dahin vergingen elf Jahre. Bis November 2023 stieg der Wert erneut deutlich, auf rund 500 EH\/s im Sieben-Tage-Schnitt. Und am 15. September 2025 fiel die symboltr\u00e4chtigste Marke: Bitcoin \u00fcberschritt erstmals ein Zettahash, tausend Exahash, eine Trilliarde Hashes pro Sekunde.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Meilenstein<\/th><th>Zeitpunkt<\/th><th>Rechenleistung<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>CPU-Mining (Satoshis Laptop)<\/td><td>2009<\/td><td>einige kH\/s<\/td><\/tr><tr><td>Erster GPU-Mining-Code<\/td><td>Oktober 2010<\/td><td>rund 100x CPU<\/td><\/tr><tr><td>FPGA-Mining<\/td><td>ab 2011<\/td><td>erste Spezialhardware<\/td><\/tr><tr><td>Erster ASIC (Avalon 1)<\/td><td>Januar 2013<\/td><td>~66 GH\/s pro Ger\u00e4t<\/td><\/tr><tr><td>1 Exahash<\/td><td>Anfang 2016<\/td><td>1 EH\/s<\/td><\/tr><tr><td>100 Exahash<\/td><td>4. Januar 2020<\/td><td>100 EH\/s<\/td><\/tr><tr><td>500 Exahash (7-Tage-Schnitt)<\/td><td>November 2023<\/td><td>500 EH\/s<\/td><\/tr><tr><td>1 Zettahash (7-Tage-Schnitt)<\/td><td>15. September 2025<\/td><td>1.000 EH\/s<\/td><\/tr><tr><td>H\u00f6chststand<\/td><td>Ende Oktober 2025<\/td><td>rund 1,1 ZH\/s<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Kurve, in Worten: von Kilohash zu Zettahash in gut anderthalb Jahrzehnten, ein Wachstum um mehr als den Faktor eine Milliarde. Kein anderes Zahlungsnetz der Welt hat je einen vergleichbaren Ausbau seiner Rechenbasis erlebt.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Der Rekord 2025 und die erste freiwillige Wende<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Der H\u00f6hepunkt kam Ende Oktober 2025. Der Sieben-Tage-Schnitt der Hashrate erreichte laut TFTC rund 1,12 ZH\/s, w\u00e4hrend Bitcoin sein Allzeithoch von gut 126.000 US-Dollar markierte. Am Rande ein Hinweis, der sich lohnt: Manche Chart-Seiten f\u00fchren bis heute einen angeblichen Rekord von 1,44 ZH\/s vom 20. September 2025. Diese Zahl stammt aus einer fehlerhaften automatischen Zusammenfassung und ist nicht belastbar; alle gut belegten Quellen, darunter CoinShares und TFTC, verorten den H\u00f6chststand bei rund 1,1 ZH\/s.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Dann drehte sich der Wind. Im ersten Quartal 2026 fiel die Hashrate, wie <a href='https:\/\/www.coindesk.com\/markets\/2026\/03\/30\/bitcoin-hashrate-posts-first-quarter-drop-for-first-time-in-6-years-as-miners-pivot-to-ai'>CoinDesk berichtete<\/a>, zum ersten Mal seit sechs Jahren in einem Quartal. Die Mining Difficulty, der eng verwandte Indikator, sank im Sommer 2026 im Jahresvergleich, laut <a href='https:\/\/www.coindesk.com\/business\/2026\/08\/01\/bitcoin-mining-difficulty-shrinks-14-from-this-year-s-high-as-plunging-revenues-force-operators-to-pivot'>CoinDesk<\/a> erst zum zweiten Mal \u00fcberhaupt und rund 14 Prozent unter dem Jahreshoch.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Das Entscheidende ist das Warum. 2021 hatte China das Mining verboten und \u00fcber die H\u00e4lfte der weltweiten Hashrate binnen Wochen offline gezwungen; das war ein erzwungener Schock. 2018 und 2022 fiel die Rechenleistung, weil der Kurs abst\u00fcrzte und Miner ihre Ger\u00e4te schlicht nicht mehr wirtschaftlich betreiben konnten; das war Kapitulation. 2026 ist anders. Diesmal schalteten auch solvente Betreiber ab, nicht weil sie mussten, sondern weil dieselben Megawatt in KI-Rechenzentren mehr Geld verdienen. Es ist der erste breite R\u00fcckgang der Rechenleistung, der nicht aus Zwang oder blanker Not entsteht, sondern aus einer Rentabilit\u00e4tsrechnung.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Kennzahl<\/th><th>Stand 25. August 2026<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Bitcoin-Kurs<\/td><td>~78.700 USD \/ ~67.300 EUR<\/td><\/tr><tr><td>Marktkapitalisierung<\/td><td>~1,58 Billionen USD<\/td><\/tr><tr><td>Umlaufmenge<\/td><td>~20,08 Millionen BTC<\/td><\/tr><tr><td>Netzwerk-Hashrate<\/td><td>~900 bis 920 EH\/s<\/td><\/tr><tr><td>Mining Difficulty<\/td><td>125,81 Billionen (ATH 155,97 Bio., Nov 2025)<\/td><\/tr><tr><td>Hashprice<\/td><td>zuletzt ~32 USD, rechnerisch ~40 USD\/PH pro Tag nach der Rally<\/td><\/tr><tr><td>H\u00f6chststand Hashrate<\/td><td>rund 1,1 ZH\/s (Ende Oktober 2025)<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">Quellen: <a href='https:\/\/www.coingecko.com\/en\/coins\/bitcoin'>CoinGecko<\/a> (Kurs, Marktkapitalisierung, Umlaufmenge) und <a href='https:\/\/www.coinwarz.com\/mining\/bitcoin\/hashrate-chart'>CoinWarz<\/a> (Hashrate, Difficulty). Alle Netzwerkzahlen schwanken; Spot-Werte bitte als Momentaufnahme lesen.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Warum Hashrate w\u00e4chst: die vier Treiber<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Vier Kr\u00e4fte treiben das Hashrate-Wachstum, und wer verstehen will, warum die Kurve mal steil steigt und mal abflacht, muss alle vier im Blick behalten.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Erstens der Kurs.<\/strong> Miner werden in Bitcoin bezahlt. Steigt der Kurs, steigt der Wert jedes gef\u00f6rderten Coins, und Mining wird profitabler, was neue Kapazit\u00e4t anzieht. F\u00e4llt der Kurs unter die Produktionskosten, schalten die teuersten Ger\u00e4te ab. Der Kurs ist der st\u00e4rkste und schnellste Treiber.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Zweitens die Chip-Effizienz.<\/strong> Jede ASIC-Generation liefert mehr Terahash pro Watt. Ein Antminer S9 von 2016 schaffte 13,5 TH\/s bei einem Verbrauch von rund 98 Joule pro Terahash. Der aktuelle S21 XP kommt laut <a href='https:\/\/support.bitmain.com\/hc\/en-us\/articles\/35383015643673'>Bitmains eigenen Spezifikationen<\/a> auf 270 TH\/s bei nur noch 13,5 J\/TH, eine rund siebenfache Effizienzsteigerung in weniger als einem Jahrzehnt. Effizientere Chips erlauben mehr Hashrate bei gleichem Stromverbrauch.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>ASIC-Modell<\/th><th>Jahr<\/th><th>Leistung<\/th><th>Effizienz<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Antminer S9<\/td><td>2016<\/td><td>13,5 TH\/s<\/td><td>98 J\/TH<\/td><\/tr><tr><td>Antminer S19<\/td><td>2020<\/td><td>95 TH\/s<\/td><td>34,2 J\/TH<\/td><\/tr><tr><td>Antminer S19 Pro<\/td><td>2020<\/td><td>110 TH\/s<\/td><td>29,5 J\/TH<\/td><\/tr><tr><td>Antminer S21 XP<\/td><td>2024\/25<\/td><td>270 TH\/s<\/td><td>13,5 J\/TH<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Drittens billiger Strom.<\/strong> Strom ist der gr\u00f6\u00dfte laufende Kostenblock. Miner wandern dorthin, wo Elektrizit\u00e4t am g\u00fcnstigsten und am stabilsten ist, zu texanischen Windparks, zu Wasserkraft in Paraguay und \u00c4thiopien, zu Gas\u00fcbersch\u00fcssen am Persischen Golf. Neue billige Energiequellen erschlie\u00dfen neues Hashrate-Wachstum.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Viertens Kapital.<\/strong> ASIC-Farmen kosten Milliarden. Solange Investoren und Kreditgeber Mining finanzieren, w\u00e4chst die Kapazit\u00e4t. Trocknet die Finanzierung aus oder findet sie lukrativere Ziele, bremst das Wachstum. Genau dieser vierte Treiber hat sich 2026 gegen Bitcoin gewendet, weil Kapital, Strom und Standorte pl\u00f6tzlich in eine konkurrierende Nutzung flie\u00dfen.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Der Difficulty-Thermostat: warum Wachstum sich selbst bremst<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Bitcoin hat einen eingebauten Regler, der das Hashrate-Wachstum diszipliniert: die Mining Difficulty. Alle 2.016 Bl\u00f6cke, also etwa alle zwei Wochen, passt das Protokoll die Schwierigkeit so an, dass Bl\u00f6cke im Schnitt wieder alle zehn Minuten kommen. Kommt mehr Rechenleistung ins Netz und werden Bl\u00f6cke zu schnell gefunden, steigt die Difficulty. Verschwindet Hashrate, sinkt sie. Der Mechanismus wirkt wie ein Thermostat, der die Blockzeit stabil h\u00e4lt, egal wie viel oder wenig Rechenleistung angeschlossen ist.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr das Wachstum hat das eine wichtige Konsequenz: Mehr Hashrate macht das Mining pro Ger\u00e4t nicht profitabler, sondern schwieriger. Jeder neue ASIC verw\u00e4ssert den Anteil aller anderen am festen Block-Reward. Wachstum ist damit ein Nullsummenspiel um einen konstanten Kuchen, was Fred Thiel, der Chef des Miners MARA, gern betont. Steigt die Difficulty schneller als der Kurs, sinkt der Ertrag pro Terahash, und irgendwann lohnt sich zus\u00e4tzliche Kapazit\u00e4t nicht mehr.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">2026 zeigt die andere Richtung des Thermostats. Weil Hashrate abwanderte, fiel die Difficulty von ihrem Allzeithoch von rund 155,97 Billionen im November 2025 auf zuletzt 125,81 Billionen, etwa 19 Prozent darunter. F\u00fcr die verbliebenen Miner ist das eine Entlastung: Der Kuchen wird auf weniger Teilnehmer verteilt. Der Regler selbst hat allerdings eine bekannte Schwachstelle, den sogenannten Timewarp-Bug, an dessen Behebung die Entwickler 2026 mit dem Vorschlag BIP-54 arbeiten; die <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/mining-difficulty-timewarp-bug-bip54-2026\/'>Mechanik der Difficulty und dieser Soft-Fork-Streit<\/a> sind ein Thema f\u00fcr sich.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>KI als neuer Statthalter des Wachstums<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Der eigentliche Grund, warum das Hashrate-Wachstum 2026 stockte, steht nicht im Bitcoin-Protokoll, sondern in den Bilanzen der Miner. Der Boom bei k\u00fcnstlicher Intelligenz hat einen Wettbewerb um genau die Ressource entfacht, die auch Bitcoin-Mining braucht: gro\u00dfe, zuverl\u00e4ssige, g\u00fcnstig mit Strom versorgte Rechenzentren. Und f\u00fcr eine Megawattstunde zahlt ein KI- oder HPC-Kunde deutlich mehr, als der Bitcoin-Block-Reward hergibt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Zahlen sind gewaltig. Laut CoinShares haben die b\u00f6rsennotierten Miner zusammen KI- und HPC-Vertr\u00e4ge \u00fcber mehr als 70 Milliarden US-Dollar unterschrieben, und einzelne Unternehmen k\u00f6nnten bis Jahresende bis zu 70 Prozent ihrer Erl\u00f6se aus KI statt aus Mining beziehen, gegen\u00fcber rund 30 Prozent heute. Hut 8 h\u00e4lt ein KI-Portfolio im Wert von rund 26,6 Milliarden Dollar; Riot Platforms unterzeichnete einen 20-Jahres-Vertrag \u00fcber 191 Megawatt mit einem, wie das Unternehmen es nennt, f\u00fchrenden KI-Labor. James Butterfill, Forschungsleiter bei CoinShares, nennt 2026 <a href='https:\/\/news.bitcoin.com\/bitcoin-mining-margins-tighten-as-ai-pivot-accelerates-coinshares-says\/'>eine der schwierigsten Phasen<\/a> f\u00fcr Miner seit dem Halving 2024.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr das Netzwerk bedeutet das eine historische Verschiebung. Zum ersten Mal konkurriert Bitcoin-Mining nicht nur mit sich selbst um billigen Strom, sondern mit einer Branche, die pro Megawatt schlicht mehr zahlen kann. Dieselbe Dynamik, die dezentrale Rechenm\u00e4rkte wie <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/akash-network-2026-gpu-marktplatz-verlaesst-cosmos\/'>Akash und andere GPU-Marktpl\u00e4tze<\/a> antreibt, zieht nun Kapazit\u00e4t aus dem Mining ab. KI ist damit zum neuen Statthalter des Hashrate-Wachstums geworden: Solange KI-Vertr\u00e4ge mehr zahlen, flie\u00dft Grenzkapazit\u00e4t dorthin, nicht in neue ASIC-Farmen.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Die Kurswette: CoinShares Fahrplan zu zwei Zettahashes<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn KI die Grenzkapazit\u00e4t abzieht, was muss dann passieren, damit die Hashrate wieder w\u00e4chst? Die Antwort von CoinShares ist unmissverst\u00e4ndlich: ein h\u00f6herer Bitcoin-Kurs. In seinem Mining-Report f\u00fcr das erste Quartal 2026 prognostiziert das Analysehaus eine Hashrate von rund 1,8 ZH\/s zum Jahresende 2026 und 2 ZH\/s bis Ende M\u00e4rz 2027, aber ausdr\u00fccklich unter der Bedingung, dass sich Bitcoin bis Jahresende Richtung 100.000 US-Dollar erholt. Bleibt der Kurs dagegen dauerhaft unter 80.000 Dollar, erwartet CoinShares einen weiter fallenden Hashprice und eine sinkende Hashrate. Die vollst\u00e4ndige Studie steht bei <a href='https:\/\/coinshares.com\/insights\/research-data\/bitcoin-mining-report-q1-2026\/'>CoinShares<\/a>.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Damit ist ausgesprochen, was das Hashrate-Wachstum 2026 im Kern ist: eine Kurswette. Die Rechenleistung w\u00e4chst nicht mehr fast automatisch mit der Zeit, sondern nur noch dann, wenn der Kurs die KI-Konkurrenz \u00fcberbietet.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Bitcoin-Kurs (Szenario)<\/th><th>Erwarteter Hashprice<\/th><th>Folge f\u00fcr die Hashrate<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>dauerhaft unter 80.000 USD<\/td><td>f\u00e4llt weiter<\/td><td>Miner schalten ab, Wachstum kippt, Kapitulationsrisiko<\/td><\/tr><tr><td>Erholung Richtung 100.000 USD<\/td><td>~37 USD\/PH pro Tag<\/td><td>Erholung, Wachstum Richtung 1,8 ZH\/s<\/td><\/tr><tr><td>Test des Allzeithochs ~126.000 USD<\/td><td>~59 USD\/PH pro Tag<\/td><td>starker Anreiz f\u00fcr neues Wachstum<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">R\u00fcckendeckung bekommt die Kurswetten-These von JPMorgan. Analyst Nikolaos Panigirtzoglou beziffert die Korrelation zwischen Difficulty und Kurs auf ein Beta von 0,62 und formuliert den Mechanismus so: &bdquo;Wenn Bitcoin unter seinen Produktionskosten handelt, schalten teurere Miner ab, die Hashrate sinkt, und die Difficulty passt sich nach unten an&ldquo;, <a href='https:\/\/www.tftc.io\/bitcoin-mining-costs-jpmorgan-below-production-cost-2026\/'>zitiert ihn TFTC<\/a>. JPMorgan taxiert die durchschnittlichen Produktionskosten auf rund 78.000 Dollar, ein Niveau, unter dem Bitcoin monatelang notierte, bevor die August-Rally es kurzzeitig \u00fcbersprang.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Die August-Rally 2026 als erster Test<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Genau diese Wette wird seit Mitte August 2026 in Echtzeit getestet. Innerhalb einer Woche legte Bitcoin um mehr als 20 Prozent zu, laut CNBC der st\u00e4rkste Wochengewinn seit \u00fcber zwei Jahren, und sprang von rund 64.000 auf \u00fcber 78.000 US-Dollar. Die Treiber waren makro\u00f6konomisch: US-Finanzminister Bessent verdoppelte die R\u00fcckk\u00e4ufe langlaufender Staatsanleihen, was die Renditen dr\u00fcckte; Washington machte Druck f\u00fcr den Clarity Act zur Krypto-Regulierung; die Bitcoin-ETFs verzeichneten kr\u00e4ftige Zufl\u00fcsse; und eine Welle von Short-Liquidationen verst\u00e4rkte die Bewegung. Diese <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/bitcoin-rally-80000-dollar-jackson-hole-warsh-2026\/'>Rally vor Warshs Jackson-Hole-Auftritt<\/a> fiel mitten in die Debatte \u00fcber den k\u00fcnftigen Kurs der US-Notenbank.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die Miner wirkt so eine Rally wie ein Hebel. Weil ihre Kosten weitgehend fix sind (Strom, Hardware, Personal), w\u00e4hrend der Umsatz mit dem Kurs schwankt, schl\u00e4gt ein Kurssprung von rund 22 Prozent \u00fcberproportional auf die Marge durch. Ger\u00e4te, die bei 64.000 Dollar knapp unter Wasser lagen, sind bei 78.000 Dollar wieder profitabel. Wie stark dieser <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/hashprice-hebel-bitcoin-august-rally-2026\/'>operative Hebel der August-Rally<\/a> wirkt, h\u00e4ngt vor allem davon ab, wie nah ein Betreiber zuvor an der Nulllinie stand.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Aber, und das ist der Haken der Kurswette, ein Kurssprung ist noch kein Netzwerkereignis. Die Hashrate reagiert tr\u00e4ge. Neue ASICs m\u00fcssen bestellt, geliefert und angeschlossen werden, was Monate dauert; abgeschaltete Kapazit\u00e4t, die inzwischen KI-Vertr\u00e4ge bedient, kommt nicht \u00fcber Nacht zur\u00fcck. Und der Difficulty-Thermostat wartet schon: Sobald die Rally neue Rechenleistung anzieht, steigt die Difficulty und konkurriert den Gewinn wieder weg. Ob aus der August-Rally echtes Hashrate-Wachstum wird, entscheidet sich erst \u00fcber die kommenden Difficulty-Anpassungen, nicht am Tag des Kurssprungs.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Hashprice: die Br\u00fccke zwischen Kurs und Rechenleistung<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Gr\u00f6\u00dfe, die Kurs und Hashrate verbindet, hei\u00dft Hashprice. Der von Luxors Hashrate Index gepr\u00e4gte Begriff bezeichnet den erwarteten Tagesumsatz pro Einheit Rechenleistung, \u00fcblicherweise in US-Dollar pro Petahash und Tag. Die Formel ist einfach: rund 144 Bl\u00f6cke pro Tag, mal Block-Reward plus Geb\u00fchren, mal Bitcoin-Kurs, geteilt durch die Netzwerk-Hashrate. Der Hashprice ist der Umsatz-Taktgeber der gesamten Branche.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Sein Verlauf 2026 erz\u00e4hlt die Geschichte der Kurswette im Kleinen. Von rund 37 Dollar zu Jahresbeginn fiel der Hashprice bis Ende Juni auf ein Mehrjahrestief nahe 28 Dollar, erholte sich \u00fcber den Sommer auf rund 32 Dollar (Stand 17. August, bei einem Kurs um 64.000 Dollar) und d\u00fcrfte nach der August-Rally rechnerisch bei rund 40 Dollar pro Petahash und Tag liegen (etwa 34 Euro), solange Difficulty und Hashrate flach bleiben. Bemerkenswert ist die Terminkurve: Der Sechs-Monats-Forward notiert bei rund 30,67 Dollar, der Markt preist die Rally also als teilweise vor\u00fcbergehend ein. Wer sich gegen fallende Preise absichern will, kann das \u00fcber <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/hashprice-derivate-2026-forwards-futures-markt\/'>Hashprice-Derivate wie Forwards und Futures<\/a> tun, einen Markt, der parallel zur Volatilit\u00e4t der Mining-Erl\u00f6se gewachsen ist.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Hashprice erkl\u00e4rt auch, warum Wachstum und Rentabilit\u00e4t auseinanderlaufen k\u00f6nnen. In BTC gerechnet blieb der Hashprice \u00fcber die Rally fast unver\u00e4ndert, weil sich am Netzwerk selbst nichts \u00e4nderte; der Sprung ist rein ein Kurseffekt. W\u00e4chst dagegen die Hashrate schneller als der Kurs, f\u00e4llt der Hashprice trotz steigender Preise, weil der feste Reward auf mehr Rechenleistung aufgeteilt wird. Genau diese Schere hielt viele Miner 2026 unter Druck: Die durchschnittlichen Barkosten je Bitcoin lagen laut CoinShares Ende 2025 bei rund 79.995 Dollar, und 15 bis 20 Prozent der weltweiten Flotte arbeiteten zwischenzeitlich mit Verlust.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Was Wachstum f\u00fcr die Sicherheit bedeutet<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Hashrate-Wachstum ist kein Selbstzweck. Sein eigentlicher Wert liegt in der Sicherheit: Je mehr Rechenleistung ein ehrliches Netzwerk st\u00fctzt, desto teurer wird ein Angriff. Wer die Blockchain manipulieren, also Transaktionen zensieren oder Coins doppelt ausgeben will, braucht die Mehrheit der Rechenleistung, den ber\u00fcchtigten 51-Prozent-Angriff. Das j\u00e4hrliche Miner-Einkommen, Hashprice mal Hashrate, ist zugleich eine grobe Untergrenze f\u00fcr die Kosten der Sicherheit und liegt nach der August-Rally in der Gr\u00f6\u00dfenordnung von 12 bis 13 Milliarden US-Dollar pro Jahr (rund 11 Milliarden Euro).<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Wie teuer ein Angriff konkret w\u00e4re, hat Campbell Harvey, Finanzprofessor an der Duke University, durchgerechnet. Seine urspr\u00fcngliche Studie von Oktober 2025 veranschlagte einen einw\u00f6chigen Mehrheitsangriff auf rund 6 Milliarden Dollar, davon etwa 4,6 Milliarden f\u00fcr Hardware, 1,34 Milliarden f\u00fcr den Bau der Rechenzentren und 0,13 Milliarden f\u00fcr Strom, zusammen rund 0,26 Prozent des damaligen Netzwerkwerts. 2026 verfeinerte Harvey das Modell: Koppelt ein Angreifer die Attacke mit einer gro\u00dfen Short-Position auf Bitcoin-Derivate, profitiert er vom Kurssturz, den er selbst ausl\u00f6st, und der Angriff werde, so Harvey, <a href='https:\/\/news.bitcoin.com\/8-billion-bitcoin-attack-could-become-profitable-through-derivatives-duke-professor-says\/'>bei etwa 8 Milliarden Dollar, also rund 50 Basispunkten des Bitcoin-Werts<\/a>, potenziell profitabel.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Nicht alle teilen die Sorge. Matt Prusak, Pr\u00e4sident der American Bitcoin Corp, h\u00e4lt dagegen, dass <a href='https:\/\/crypto.news\/51-attack-on-the-bitcoin-network-would-cost-6-billion\/'>die wirtschaftliche Machbarkeit die 51-Prozent-These begrabe<\/a>: So viel Hardware anzuh\u00e4ufen dauere Jahre, und B\u00f6rsen w\u00fcrden verd\u00e4chtige Aktivit\u00e4t l\u00e4ngst einfrieren, bevor ein Angriff greife. Beide Positionen zeigen dasselbe: Ob Bitcoins Sicherheitsbudget hoch genug ist, h\u00e4ngt direkt am Hashrate-Wachstum und damit am Kurs.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Der Halving-Countdown 2028<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Uhr tickt gegen das Sicherheitsbudget: das Halving. Seit April 2024 betr\u00e4gt der Block-Reward 3,125 BTC. Beim n\u00e4chsten Halving, voraussichtlich im Fr\u00fchjahr 2028 bei Block 1.050.000, halbiert er sich auf 1,5625 BTC. Bei konstantem Kurs w\u00fcrde damit \u00fcber Nacht die H\u00e4lfte des Miner-Einkommens und damit die H\u00e4lfte des Sicherheitsbudgets verschwinden.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Das ist der Grund, warum der Kurs so zentral ist. Damit das Sicherheitsbudget nach 2028 stabil bleibt, muss sich der Bitcoin-Kurs ungef\u00e4hr verdoppeln, oder die Transaktionsgeb\u00fchren m\u00fcssen einen viel gr\u00f6\u00dferen Teil des Reward tragen als heute. Aktuell machen Geb\u00fchren nur unter einem Prozent des Block-Reward aus. Fred Thiel, Chef des Miners MARA, formuliert den Test drastisch: Wenn Bitcoins Wert nicht um 50 Prozent oder mehr pro Jahr wachse, werde die <a href='https:\/\/coingeek.com\/block-reward-miners-cant-pivot-to-ai-fast-enough\/'>Rechnung nach 2028 sehr schwierig<\/a> und nach 2032 noch schwieriger. Das Hashrate-Wachstum der kommenden zwei Jahre ist damit nicht nur eine Frage der Rentabilit\u00e4t, sondern eine Frage, ob Bitcoin seine Sicherheit \u00fcber den n\u00e4chsten Subventionsschnitt tragen kann.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Wo die Rechenleistung physisch w\u00e4chst<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Wachstum hat auch eine Landkarte. Die Frage, wo die Hashrate physisch steht, entscheidet mit dar\u00fcber, wie robust das Netzwerk gegen politische Schocks ist. Laut der <a href='https:\/\/hashrateindex.com\/blog\/global-hashrate-heatmap-update-q2-2026\/'>Q2-Heatmap von Hashrate Index<\/a> entfielen 2026 rund 37 Prozent der weltweiten Rechenleistung auf die USA, gefolgt von Russland mit knapp 17 Prozent und China mit rund 12 Prozent (offiziell verboten seit 2021, aber wiederauferstanden). Es folgen Paraguay, die Golfstaaten, Kanada, \u00c4thiopien und Kasachstan. Die drei gr\u00f6\u00dften L\u00e4nder stellen zusammen rund zwei Drittel der Hashrate.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Das k\u00fcnftige Wachstum verschiebt sich mit der Effizienz. Weil moderne ASICs pro Terahash weniger Strom brauchen, z\u00e4hlt nicht mehr nur der billigste Kilowattstundenpreis, sondern zunehmend, ob ein Standort auch KI und HPC beherbergen kann. Das beg\u00fcnstigt stabile Jurisdiktionen mit gutem Netzanschluss (USA, Kanada, Golfstaaten) gegen\u00fcber Grenzstandorten mit billiger, aber unzuverl\u00e4ssiger Energie. Die Landkarte des Hashrate-Wachstums wird damit paradoxerweise gerade durch die KI-Konkurrenz gezeichnet, die dem Mining Kapazit\u00e4t streitig macht.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Deutschland, BaFin und die EU<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr deutsche Leser lohnt der Blick auf die eigene Rolle, und die ist beim Mining klein. Industriestrompreise von rund 16 bis 20 Cent je Kilowattstunde machen Bitcoin-Mining hierzulande gegen\u00fcber US-Standorten mit Strom unter 6 Cent unwirtschaftlich. Der im April 2026 EU-genehmigte Industriestrompreis mit einem Zielwert um 5 Cent gilt ausdr\u00fccklich nur f\u00fcr strategisch energieintensive Branchen; Miner sind ausgenommen. Deutsches Hashrate-Wachstum findet praktisch nicht statt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Regulatorisch ist die Lage klar, wenn auch oft missverstanden. Die BaFin beaufsichtigt nach der EU-Verordnung MiCA die Anbieter von Kryptowerte-Dienstleistungen (Verwahrung, Handel, Tausch) und die Emittenten, nicht aber das Mining selbst. Das Sch\u00fcrfen von Bitcoin ist in Deutschland keine erlaubnispflichtige Finanzdienstleistung; die einschl\u00e4gige <a href='https:\/\/www.bafin.de\/SharedDocs\/Veroeffentlichungen\/DE\/Merkblatt\/mb_250103_Kryptowerte_Dienstl.html'>Auslegung der BaFin<\/a> stellt auf die Dienstleister ab, nicht auf das Protokoll. In den USA hat die SEC im M\u00e4rz 2025 klargestellt, dass Proof-of-Work-Mining, allein oder im Pool, keine Wertpapieremission darstellt (<a href='https:\/\/www.sec.gov\/newsroom\/speeches-statements\/statement-certain-proof-work-mining-activities-032025'>SEC, 20. M\u00e4rz 2025<\/a>), was Minern in ihrem Kernmarkt Rechtssicherheit gab.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Ausblick: was das Hashrate-Wachstum 2026 entscheidet<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Fassen wir zusammen. F\u00fcnfzehn Jahre lang war Hashrate-Wachstum fast ein Naturgesetz des Bitcoin-Netzwerks, angetrieben von immer effizienteren Chips und immer mehr billigem Strom. 2026 hat sich dieses Gesetz aufgeweicht. Zum ersten Mal zieht eine konkurrierende Nutzung, KI und HPC, dieselben Ressourcen ab, und zwar freiwillig, nicht durch ein Verbot erzwungen. Damit ist aus dem stetigen Aufw\u00e4rtstrend eine bedingte Gr\u00f6\u00dfe geworden.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Bedingung hei\u00dft Kurs. Steigt Bitcoin nachhaltig Richtung 100.000 Dollar, \u00fcberbietet Mining die KI-Konkurrenz wieder, der Hashprice erholt sich, und CoinShares Fahrplan zu 1,8 und dann 2 Zettahashes wird plausibel. Bleibt der Kurs schwach, wandert Grenzkapazit\u00e4t weiter zu KI ab, die Hashrate stagniert oder f\u00e4llt, und der Difficulty-Thermostat senkt die Schwierigkeit, bis die verbliebenen Miner \u00fcberleben. Die August-Rally hat die erste Variante wahrscheinlicher gemacht, aber die tr\u00e4ge Hashrate und die skeptische Terminkurve mahnen zur Vorsicht.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Anleger und Beobachter hei\u00dft das: Wer 2026 die Hashrate verstehen will, muss den Kurs, die KI-Vertr\u00e4ge und den Difficulty-Regler zusammen lesen. Die drei Zahlen erz\u00e4hlen dieselbe Geschichte aus drei Blickwinkeln. Und der Countdown zum Halving 2028 versch\u00e4rft die Frage nur: Ohne kr\u00e4ftiges Kurswachstum wird das Sicherheitsbudget, das die Hashrate finanziert, nach dem n\u00e4chsten Subventionsschnitt d\u00fcnn. Das Wachstum der Rechenleistung ist damit endg\u00fcltig das geworden, was es 2026 offen zeigt: eine Wette auf die Zukunft des Bitcoin-Kurses.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>H\u00e4ufig gestellte Fragen<\/h2><h3 class='wp-block-heading'>Was bedeutet Hashrate-Wachstum bei Bitcoin?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Hashrate-Wachstum beschreibt, wie schnell die gesamte Rechenleistung im Bitcoin-Netzwerk \u00fcber die Zeit zunimmt. Die Hashrate misst die Zahl der Hash-Versuche pro Sekunde, mit denen Miner den n\u00e4chsten Block suchen. Steigende Hashrate bedeutet mehr Sicherheit, weil ein Angriff teurer wird, und in der Regel gestiegenes Vertrauen in die Rentabilit\u00e4t des Minings. Gemessen wird sie nicht direkt, sondern aus Difficulty und Blockzeiten gesch\u00e4tzt.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Warum ist die Bitcoin-Hashrate 2026 gefallen?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">2026 fiel die Hashrate erstmals seit sechs Jahren in einem Quartal, und die Difficulty sank im Jahresvergleich. Anders als 2021 (Chinas Mining-Verbot) oder 2018 und 2022 (Kurskapitulation) war die Ursache diesmal freiwillig: Betreiber lenkten Strom, Standorte und Kapital in KI- und HPC-Rechenzentren um, die pro Megawatt mehr zahlen als der Bitcoin-Block-Reward. Es war ein R\u00fcckgang aus Rentabilit\u00e4tskalk\u00fcl, nicht aus Zwang.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Was ist ein Zettahash und wie nah ist Bitcoin an zwei Zettahashes?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Zettahash pro Sekunde (ZH\/s) entspricht 1.000 Exahash oder einer Trilliarde Hashes pro Sekunde. Bitcoin \u00fcberschritt am 15. September 2025 erstmals ein Zettahash und erreichte Ende Oktober 2025 einen H\u00f6chststand von rund 1,1 ZH\/s. Mitte 2026 lag die Hashrate bei rund 0,9 ZH\/s. CoinShares h\u00e4lt 2 ZH\/s bis Ende M\u00e4rz 2027 f\u00fcr m\u00f6glich, aber nur, wenn sich der Bitcoin-Kurs Richtung 100.000 Dollar erholt.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Wie h\u00e4ngt das Hashrate-Wachstum mit dem Bitcoin-Kurs zusammen?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Sehr eng. Miner werden in Bitcoin bezahlt, also macht ein h\u00f6herer Kurs das Mining profitabler und zieht neue Kapazit\u00e4t an, w\u00e4hrend ein niedriger Kurs Ger\u00e4te abschaltet. JPMorgan beziffert die Korrelation zwischen Difficulty und Kurs auf ein Beta von 0,62. 2026 verst\u00e4rkt sich der Zusammenhang, weil dieselben Ressourcen auch f\u00fcr KI genutzt werden k\u00f6nnen; nur ein hoher Kurs h\u00e4lt sie im Mining.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Reguliert die BaFin das Bitcoin-Mining in Deutschland?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Nein. Die BaFin beaufsichtigt nach MiCA die Anbieter von Kryptowerte-Dienstleistungen wie Handel und Verwahrung sowie die Emittenten, nicht das Mining selbst. Das Sch\u00fcrfen von Bitcoin ist keine erlaubnispflichtige Finanzdienstleistung. In der Praxis spielt Deutschland als Mining-Standort ohnehin kaum eine Rolle, weil die Industriestrompreise deutlich \u00fcber dem international wettbewerbsf\u00e4higen Niveau liegen.<\/p><script type='application\/ld+json'>{\"@context\":\"https:\/\/schema.org\",\"@type\":\"FAQPage\",\"mainEntity\":[{\"@type\":\"Question\",\"name\":\"Was bedeutet Hashrate-Wachstum bei Bitcoin?\",\"acceptedAnswer\":{\"@type\":\"Answer\",\"text\":\"Hashrate-Wachstum beschreibt, wie schnell die gesamte Rechenleistung im Bitcoin-Netzwerk \u00fcber die Zeit zunimmt. Die Hashrate misst die Zahl der Hash-Versuche pro Sekunde, mit denen Miner den n\u00e4chsten Block suchen. Steigende Hashrate bedeutet mehr Sicherheit, weil ein Angriff teurer wird. 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