{"id":429,"date":"2026-08-30T22:31:00","date_gmt":"2026-08-30T22:31:00","guid":{"rendered":"https:\/\/hoge.gg\/de\/mining-pools-2026-konzentration-stratum-v2\/"},"modified":"2026-08-30T22:31:00","modified_gmt":"2026-08-30T22:31:00","slug":"mining-pools-2026-konzentration-stratum-v2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hoge.gg\/de\/mining-pools-2026-konzentration-stratum-v2\/","title":{"rendered":"Mining-Pools 2026: Wem geh\u00f6rt Bitcoins Blockproduktion?"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Alle zehn Minuten findet das Bitcoin-Netzwerk einen neuen Block. Die eigentlich spannende Frage ist dabei nicht, wer die Rechenleistung stellt, sondern wer entscheidet, welche Transaktionen in diesen Block wandern. Im Jahr 2026 lautet die unbequeme Antwort: eine Handvoll Mining-Pools. Zwei davon, Foundry USA und AntPool, kommen je nach Messfenster zusammen auf ann\u00e4hernd die H\u00e4lfte der gesamten Rechenleistung, und die vier gr\u00f6\u00dften Pools b\u00fcndeln nach Zahlen von <a href=\"https:\/\/hashrateindex.com\/blog\/top-10-bitcoin-mining-pools-of-2026\/\">Hashrate Index<\/a> mehr als 70 Prozent des Netzwerks.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Bitcoins Sicherheitsversprechen ist das ein strukturelles Problem. Das Netzwerk sollte gerade nicht vom Wohlverhalten einzelner Akteure abh\u00e4ngen. Genau in diese Abh\u00e4ngigkeit ist das Mining aber geraten. 2026 hat die Debatte an Sch\u00e4rfe gewonnen, weil sich mehrere Entwicklungen \u00fcberlagern: die breite Zusage zu Stratum V2 durch Pools mit drei Vierteln der Hashrate, der Aufstieg des nicht-verwahrenden DATUM-Protokolls und ein aufsehenerregender Bruch beim Pool OCEAN, der den Bitcoin-Veteranen Luke Dashjr Ende August seinen Vorstandsposten kostete.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Dieser Beitrag erkl\u00e4rt, wie Mining-Pools tats\u00e4chlich arbeiten, warum ihre Konzentration gef\u00e4hrlicher ist als viele annehmen, welche technischen Gegenentw\u00fcrfe existieren und was das Ganze f\u00fcr Miner und Anleger im deutschsprachigen Raum bedeutet.<\/p><h2 class=\"wp-block-heading\">Was ein Mining-Pool wirklich tut<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Ein einzelner ASIC-Miner, selbst ein moderner mit mehreren Hundert Terahash pro Sekunde, steht einem Netzwerk gegen\u00fcber, das zeitweise mehr als ein Zettahash pro Sekunde leistet, also \u00fcber 1.000 Exahash. Die Wahrscheinlichkeit, im Alleingang einen Block zu finden, ist entsprechend winzig; f\u00fcr viele Heimger\u00e4te l\u00e4ge der statistische Abstand zwischen zwei Treffern bei Jahrzehnten. Ein Mining-Pool l\u00f6st dieses Problem, indem er die Rechenleistung vieler Teilnehmer b\u00fcndelt und die Ertr\u00e4ge anteilig verteilt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Technisch funktioniert das \u00fcber sogenannte Shares. Der Pool-Koordinator baut einen Kandidatenblock, also eine Vorlage (Template) mit ausgew\u00e4hlten Transaktionen, und schickt den Teilnehmern Arbeitsauftr\u00e4ge. Die Miner liefern Shares zur\u00fcck, das sind Teilnachweise geleisteter Arbeit unterhalb der eigentlichen Netzwerkschwierigkeit. Findet einer der Miner tats\u00e4chlich einen g\u00fcltigen Block, kassiert der Pool die Belohnung und verteilt sie nach eingereichten Shares, abz\u00fcglich einer Geb\u00fchr.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Damit ein Pool fair abrechnen kann, definiert er f\u00fcr die Shares eine eigene, niedrigere Schwierigkeit. Ein Share ist f\u00fcr das Netzwerk wertlos, beweist dem Pool aber, dass ein Miner ehrlich gearbeitet hat. Aus der Menge dieser Nachweise ergibt sich der Anteil an der Belohnung. Je stabiler und n\u00e4her der Pool-Server steht, desto weniger Arbeit verpufft als veraltete Shares.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der entscheidende Punkt steckt im Detail: Historisch bestimmt der Pool-Koordinator, welche Transaktionen in die Blockvorlage kommen. Der einzelne Miner steuert also Rechenleistung bei, hat aber keinerlei Mitsprache dar\u00fcber, welche Zahlungen best\u00e4tigt werden. Diese Trennung von Rechenleistung und Entscheidungsmacht ist der Kern des gesamten Zentralisierungsproblems.<\/p><h2 class=\"wp-block-heading\">Warum einzelne Miner ohne Pool kaum \u00fcberleben<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Der \u00f6konomische Zwang zum Pool ergibt sich aus der Varianz. Ein Block tr\u00e4gt derzeit eine Subvention von 3,125 BTC, nach dem Halving von 2024. Bei einem Bitcoin-Kurs von rund 68.000 Euro (Stand Ende August 2026, <a href=\"https:\/\/www.coingecko.com\/en\/coins\/bitcoin\/eur\">CoinGecko<\/a>) entspricht allein die Subvention also etwa 212.500 Euro je Block, hinzu kommen die Transaktionsgeb\u00fchren. \u00dcber den Tag verteilt sch\u00fcttet das Netzwerk bei rund 144 Bl\u00f6cken damit ungef\u00e4hr 450 BTC aus.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr einen Betreiber mit ein paar Ger\u00e4ten ist dieser Jackpot statistisch unerreichbar. Ohne Pool gliche der Betrieb einem Lottospiel mit sehr seltener Ziehung: monate- oder jahrelang kein Ertrag, dann vielleicht ein voller Block. Kein Rechenzentrum und kaum ein Privathaushalt kann so kalkulieren. Der Pool wandelt diese Achterbahn in einen planbaren, gleichm\u00e4\u00dfigen Zahlungsstrom um, was Stromrechnungen und Hardware-Finanzierung erst bedienbar macht.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Wie viel dabei am Ende \u00fcbrig bleibt, h\u00e4ngt am sogenannten Hashprice, also dem Ertrag pro eingesetzter Recheneinheit. Wie sich dieser Erl\u00f6s zusammensetzt und warum er sich grundlegend von einer Staking-Rendite unterscheidet, haben wir in unserer Analyse zu <a href=\"https:\/\/hoge.gg\/de\/hashprice-vs-staking-rendite-sicherheit-2026\/\">Hashprice gegen Staking-Rendite<\/a> aufgeschl\u00fcsselt. F\u00fcr die Pool-Frage gen\u00fcgt hier: Je enger die Margen, desto st\u00e4rker achten Miner auf Geb\u00fchren und Auszahlungsmodell, und desto gr\u00f6\u00dfer ist der Sog zu den etablierten Gro\u00dfpools.<\/p><h2 class=\"wp-block-heading\">Die Konzentration in Zahlen<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die folgende Momentaufnahme zeigt die zehn gr\u00f6\u00dften Bitcoin-Pools nach Rechenleistung zum Jahreswechsel 2025\/2026. Die Anteile schwanken je nach Betrachtungsfenster sp\u00fcrbar, das Grundmuster bleibt aber stabil: An der Spitze stehen zwei Schwergewichte, dahinter folgt ein enges Feld.<\/p><figure class=\"wp-block-table\"><table><thead><tr><th>Pool<\/th><th>Rechenleistung<\/th><th>Anteil<\/th><th>Hintergrund<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Foundry USA<\/td><td>299 EH\/s<\/td><td>30,1 %<\/td><td>USA, Digital Currency Group<\/td><\/tr><tr><td>AntPool<\/td><td>211 EH\/s<\/td><td>18,3 %<\/td><td>Bitmain (Antminer-Hersteller)<\/td><\/tr><tr><td>ViaBTC<\/td><td>145 EH\/s<\/td><td>13,0 %<\/td><td>Hongkong<\/td><\/tr><tr><td>F2Pool<\/td><td>113 EH\/s<\/td><td>10,0 %<\/td><td>gegr\u00fcndet in China<\/td><\/tr><tr><td>SpiderPool<\/td><td>98 EH\/s<\/td><td>8,8 %<\/td><td>Aufsteiger seit 2025<\/td><\/tr><tr><td>MARA Pool<\/td><td>64 EH\/s<\/td><td>5,7 %<\/td><td>MARA Holdings (USA, b\u00f6rsennotiert)<\/td><\/tr><tr><td>SecPool<\/td><td>55 EH\/s<\/td><td>4,9 %<\/td><td>FPPS-Pool<\/td><\/tr><tr><td>Luxor<\/td><td>38 EH\/s<\/td><td>3,4 %<\/td><td>USA<\/td><\/tr><tr><td>Binance Pool<\/td><td>26 EH\/s<\/td><td>2,3 %<\/td><td>B\u00f6rsen-Pool<\/td><\/tr><tr><td>SBI Crypto<\/td><td>15 EH\/s<\/td><td>1,3 %<\/td><td>Japan, Schlie\u00dfung Juli 2026<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">Quelle: <a href=\"https:\/\/hashrateindex.com\/blog\/top-10-bitcoin-mining-pools-of-2026\/\">Hashrate Index<\/a>, Stand 31. Dezember 2025. Noch im Sommer verschob sich das Bild leicht: Zum 23. Juni 2026 wies <a href=\"https:\/\/cryptoslate.com\/bitcoin-mining-pools-in-2026-hashrate-consolidation-is-creating-a-two-tier-market-and-smaller-miners-are-feeling-it\/\">CryptoSlate<\/a> Foundry bei rund 31 Prozent, AntPool bei 18, ViaBTC bei 13 und F2Pool bei 10 Prozent aus. Vier Anbieter kontrollierten damit \u00fcber 70 Prozent der Netzwerkleistung.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Machtballung ist kein Zufall, sondern das Ergebnis von zwei Jahrzehnten Skalenlogik. Schon im Sommer 2014 sorgte der Pool GHash.io f\u00fcr einen Schreckmoment, als er kurzzeitig mehr als die H\u00e4lfte der Netzwerkleistung auf sich vereinte und danach freiwillig zusagte, k\u00fcnftig unter 40 Prozent zu bleiben. Der Aufstieg spezialisierter ASIC-Hardware zementierte sp\u00e4ter die Rolle weniger Hersteller: AntPool wurde 2014 von Bitmain gegr\u00fcndet, dem Produzenten der verbreiteten Antminer-Reihe. Nach Chinas Mining-Verbot von 2021 verschob sich das Gewicht in die USA, wo Foundry als Tochter der Digital Currency Group zur Nummer eins aufstieg.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Zum Vergleich lohnt der Blick auf das Proof-of-Stake-Lager: Auch dort ballt sich Macht bei wenigen gro\u00dfen Betreibern, wie unsere <a href=\"https:\/\/hoge.gg\/de\/validator-oekonomie-2026-realrendite-chains-vergleich\/\">Analyse der Validator-\u00d6konomie 2026<\/a> zeigt. Konzentration ist kein reines Mining-Ph\u00e4nomen, sondern eine wiederkehrende Eigenheit von Netzwerken, in denen Skaleneffekte und planbare Ertr\u00e4ge belohnt werden.<\/p><h2 class=\"wp-block-heading\">Auszahlungsmodelle: FPPS, PPS+ und PPLNS<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Wie ein Pool auszahlt, entscheidet \u00fcber Ertrag und Risiko genauso stark wie die nominale Geb\u00fchr. Drei Modelle dominieren den Markt, dazu kommen dezentrale und Solo-Varianten.<\/p><figure class=\"wp-block-table\"><table><thead><tr><th>Modell<\/th><th>Varianz tr\u00e4gt<\/th><th>Geb\u00fchren im Ertrag<\/th><th>Typische Geb\u00fchr<\/th><th>Profil<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>FPPS<\/td><td>Pool<\/td><td>ja, gesch\u00e4tzt<\/td><td>2 bis 4 %<\/td><td>planbare Einnahmen<\/td><\/tr><tr><td>PPS+<\/td><td>Pool und Miner<\/td><td>ja, real (Geb\u00fchrenteil)<\/td><td>2 bis 4 %<\/td><td>Mischform<\/td><\/tr><tr><td>PPLNS<\/td><td>Miner<\/td><td>ja, real<\/td><td>0 bis 2 %<\/td><td>hohe Uptime, kostenbewusst<\/td><\/tr><tr><td>DATUM (OCEAN)<\/td><td>Miner<\/td><td>ja, eigener Block<\/td><td>rund 1 %<\/td><td>Dezentralisierung<\/td><\/tr><tr><td>Solo<\/td><td>Miner (voll)<\/td><td>ja, voller Block<\/td><td>0 bis 2 %<\/td><td>Lotterie<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">Beim Full Pay-Per-Share (FPPS) \u00fcbernimmt der Pool die gesamte Varianz und zahlt dem Miner sowohl die anteilige Blocksubvention als auch eine gesch\u00e4tzte Geb\u00fchrenkomponente aus, unabh\u00e4ngig davon, ob der Pool im Abrechnungszeitraum Gl\u00fcck hatte. Das macht die Einnahmen planbar, kostet aber mehr. F2Pool etwa berechnet f\u00fcr Bitcoin rund 2,5 Prozent, w\u00e4hrend viele Wettbewerber laut <a href=\"https:\/\/cryptoslate.com\/bitcoin-mining-pools-in-2026-hashrate-consolidation-is-creating-a-two-tier-market-and-smaller-miners-are-feeling-it\/\">CryptoSlate<\/a> eher 4 Prozent verlangen. FPPS ist das bevorzugte Modell gro\u00dfer, professioneller Betreiber.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Pay-Per-Last-N-Shares (PPLNS) dreht die Logik um: Der Miner tr\u00e4gt die Varianz mit, wird daf\u00fcr aber mit deutlich niedrigeren Geb\u00fchren belohnt, oft 0 bis 2 Prozent. \u00dcber lange Zeitr\u00e4ume und bei hoher Betriebszeit summiert sich dieser Vorteil. PPS+ ist ein Hybrid, der die Subvention nach dem planbaren PPS-Prinzip verg\u00fctet und die Transaktionsgeb\u00fchren nach tats\u00e4chlich gefundenen Bl\u00f6cken verteilt. Eine ausf\u00fchrliche Gegen\u00fcberstellung der Mechanik bietet <a href=\"https:\/\/www.simplemining.io\/insights\/post\/a-guide-to-bitcoin-mining-pool-payouts\">Simple Mining<\/a>.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Unterscheidung ist seit dem letzten Halving wichtiger geworden. Weil die Subvention auf 3,125 BTC gesunken ist, machen Transaktionsgeb\u00fchren inzwischen je nach Marktlage etwa 5 bis 10 Prozent des Blockwerts aus. Wer ein Modell mit gesch\u00e4tzten Geb\u00fchren w\u00e4hlt, wettet faktisch darauf, dass die Sch\u00e4tzung zu seinen Gunsten ausf\u00e4llt; wer PPLNS w\u00e4hlt, verzichtet auf diese Wette und spart im Gegenzug an der Geb\u00fchr.<\/p><h2 class=\"wp-block-heading\">Das wahre Risiko hei\u00dft Zensur, nicht Diebstahl<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">In der \u00f6ffentlichen Wahrnehmung dreht sich die Zentralisierungsdebatte um den 51-Prozent-Angriff, also die Vorstellung, ein Akteur k\u00f6nnte mit der Mehrheit der Rechenleistung Bitcoin doppelt ausgeben. Dieses Szenario ist real, aber es \u00fcbersch\u00e4tzt den unmittelbaren Schaden und untersch\u00e4tzt den subtileren. Ein Pool, der die Mehrheit h\u00e4lt, muss keine Coins stehlen, um Bitcoin zu besch\u00e4digen. Er muss nur bestimmen, welche Transaktionen nicht in Bl\u00f6cke kommen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Weil der Pool-Koordinator die Blockvorlagen baut, k\u00f6nnte ein unter Druck geratener oder kompromittierter Betreiber Adressen auf eine Sperrliste setzen, etwa auf beh\u00f6rdliche Anordnung. Bereits in der Vergangenheit gab es Diskussionen \u00fcber Bl\u00f6cke, die bestimmte sanktionierte Adressen mieden. Genau das meint Zensurresistenz: Sie soll strukturell unm\u00f6glich sein, nicht vom guten Willen eines Betreibers abh\u00e4ngen. Je st\u00e4rker sich die Vorlagenerstellung bei wenigen b\u00fcndelt, desto realistischer wird selektive Zensur.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Hinzu kommt ein Effekt auf die faktische Endg\u00fcltigkeit von Zahlungen. Entwickler haben vorgerechnet, dass die f\u00fcr ein bestimmtes Sicherheitsniveau n\u00f6tige Zahl an Best\u00e4tigungen steigt, wenn ein einzelner Pool einen sehr gro\u00dfen Anteil h\u00e4lt; im Extremfall w\u00e4ren f\u00fcr hohe Sicherheit weit mehr Bl\u00f6cke und damit <a href=\"https:\/\/cryptoslate.com\/bitcoins-transaction-finality-now-takes-over-a-week-due-to-mining-centralization-developer-claims\/\">deutlich l\u00e4ngere Wartezeiten<\/a> erforderlich. Der langj\u00e4hrige Bitcoin-Entwickler Matt Corallo beschreibt die Lage unverbl\u00fcmt als kritisch zentralisiert und warnt, dass die Bequemlichkeit planbarer Auszahlungen mit dem Verlust der Kerneigenschaften des Systems erkauft werde (<a href=\"https:\/\/www.tftc.io\/bitcoin-mining-centralization-risks-matt-corallo\/\">TFTC<\/a>).<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Welche Transaktionstypen \u00fcberhaupt um Blockplatz konkurrieren, hat sich zuletzt verschoben, unter anderem durch Ordinals und neue Skript-M\u00f6glichkeiten. Was das Taproot-Upgrade daf\u00fcr geleistet hat und was nicht, ordnet unser R\u00fcckblick <a href=\"https:\/\/hoge.gg\/de\/fuenf-jahre-taproot-bilanz-2026\/\">F\u00fcnf Jahre Taproot<\/a> ein. Klar ist: Je mehr wirtschaftlicher Wert an der Reihenfolge und Aufnahme einzelner Transaktionen h\u00e4ngt, desto verlockender wird die Kontrolle \u00fcber die Vorlage.<\/p><h2 class=\"wp-block-heading\">Proxy-Pools: wenn Vielfalt nur auf dem Papier existiert<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die nominale Verteilung auf viele Pools ist zudem tr\u00fcgerisch. Der pseudonyme Entwickler 0xB10C hat gezeigt, dass sich die Blockvorlagen mehrerer angeblich unabh\u00e4ngiger Pools bis ins Detail gleichen. Seine Methode vergleicht die Merkle-Zweige, die Pools in ihren Stratum-Auftr\u00e4gen verschicken, und berechnet daraus einen \u00c4hnlichkeitswert. Das Ergebnis ist eindeutig: AntPool, BTC.com und Poolin verschickten Vorlagen mit 98 bis 99 Prozent \u00dcbereinstimmung, ein weiteres Cluster bildeten SecPool und SigmaPool.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Das deutet auf sogenanntes Proxy-Pooling hin, bei dem ein Pool faktisch die Vorlagen eines anderen weiterreicht und nur die Marke wechselt. Ein wirklich unabh\u00e4ngiger Pool wie Foundry zeigt dagegen kaum \u00dcberschneidungen und dient als Vergleichsma\u00dfstab. Nach der Auswertung von <a href=\"https:\/\/b10c.me\/observations\/12-template-similarity\/\">0xB10C<\/a> stellten allein neun so vernetzte Pools rund 37,6 Prozent der Netzwerkleistung; \u00fcber alle Cluster hinweg produzieren nur etwa sechs Betreiber mehr als 95 Prozent aller Bl\u00f6cke. Die reale Konzentration liegt damit deutlich h\u00f6her, als es die Rangliste sichtbarer Markennamen vermuten l\u00e4sst.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Praktisch hei\u00dft das f\u00fcr Beobachter: Kennzahlen wie die blo\u00dfe Zahl aktiver Pools f\u00fchren in die Irre, wenn mehrere Marken dieselbe Vorlage bespielen. Wer Zentralisierung ernsthaft messen will, muss Vorlagen und Auszahlungsadressen vergleichen, nicht Logos auf Ranglisten. Genau diese Detektivarbeit macht die Forschung von 0xB10C so wertvoll und zugleich so unbequem f\u00fcr die Branche.<\/p><h2 class=\"wp-block-heading\">Stratum V2: die Blockkonstruktion kehrt zum Miner zur\u00fcck<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Der wichtigste Gegenentwurf ist ein Protokoll-Upgrade. Das klassische Stratum V1 l\u00e4sst den Pool die Vorlagen bauen; der Miner rechnet nur. Stratum V2 kehrt das Verh\u00e4ltnis um. \u00dcber die Job-Declaration-Funktion k\u00f6nnen Miner mit eigenem Full Node selbst festlegen, welche Transaktionen in ihre Bl\u00f6cke kommen, und dem Pool diese Vorlage vorschlagen. Der Pool koordiniert weiterhin Auszahlung und Varianzausgleich, verliert aber das Monopol auf die Transaktionsauswahl. Nebenbei verschl\u00fcsselt V2 die Kommunikation und erschwert damit das Abgreifen fremder Rechenleistung.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Im Mai 2026 kam Bewegung in die Sache. Sieben der gr\u00f6\u00dften Pools, die zusammen etwa 75 Prozent der Hashrate stellen, sagten die Einf\u00fchrung von Stratum V2 zu, darunter Foundry, AntPool, F2Pool, SpiderPool, MARA Pool, Block Inc und DMND. <a href=\"https:\/\/www.coindesk.com\/markets\/2026\/05\/11\/bitcoin-mining-pools-with-75-of-btc-hashrate-join-open-standard-for-block-construction\">CoinDesk<\/a> bezeichnete den Schritt als gr\u00f6\u00dfte Dezentralisierungsbewegung im Mining seit Jahren. Die Arbeitsgruppe hinter der Referenzimplementierung erwartet, dass V2 bis Ende 2026 zur Standardauslieferung neuer ASIC-Firmware wird und dann 40 bis 60 Prozent der Netzwerkleistung erreichen k\u00f6nnte.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Ein prominenter F\u00fcrsprecher ist Adam Back, Erfinder von Hashcash und Chef von Blockstream. Er bezeichnet die Pool-Konzentration als materielles Risiko f\u00fcr die Zensurresistenz und wirbt ausdr\u00fccklich f\u00fcr Stratum V2 und DATUM als Werkzeuge, um die Kontrolle \u00fcber die Blockzusammensetzung wieder zu streuen (<a href=\"https:\/\/blockchain.news\/flashnews\/adam-back-warns-bitcoin-btc-mining-pool-centralization-is-a-material-risk-to-censorship-resistance\">Blockchain.news<\/a>). Pionierarbeit hatte zuvor der Anbieter Braiins geleistet, dessen Pool die V2-Funktionen inklusive Job-Aushandlung vollst\u00e4ndig unterst\u00fctzt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Vorbehalt bleibt: Die Zusage zum Standard ist nicht dasselbe wie seine dezentralisierende Wirkung. Diese entsteht erst, wenn Miner die Job-Declaration tats\u00e4chlich nutzen und eigene Nodes betreiben. Ein Pool kann Stratum V2 auch nur f\u00fcr die Verschl\u00fcsselung einsetzen und die Vorlagen weiterhin selbst bestimmen. Die entscheidende Kennzahl der kommenden Monate ist deshalb nicht, wie viele Pools V2 unterst\u00fctzen, sondern wie viel Rechenleistung tats\u00e4chlich selbstgebaute Vorlagen einreicht.<\/p><h2 class=\"wp-block-heading\">DATUM und der nicht-verwahrende Ansatz von OCEAN<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Der zweite Weg f\u00fchrt \u00fcber den Pool OCEAN. Statt auf die Job-Aushandlung von V2 zu setzen, legt OCEAN sein Protokoll DATUM (Decentralized Alternative Templates for Universal Mining) \u00fcber das bestehende V1. Miner mit eigenem Full Node bauen ihre Blockvorlage selbst; die Firmware braucht daf\u00fcr keine V2-Unterst\u00fctzung. OCEAN belohnt das mit einer reduzierten Geb\u00fchr von rund 1 Prozent gegen\u00fcber 2 Prozent im Standardbetrieb.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">OCEAN ist zugleich der einzige vollst\u00e4ndig nicht-verwahrende Pool von Rang. Er zahlt die Belohnungen direkt an die teilnehmenden Miner aus, statt sie zun\u00e4chst auf einem vom Pool kontrollierten Konto zu sammeln. Das ist mehr als eine technische Fu\u00dfnote: Ein Pool, der Kundengelder erst einsammelt und dann verteilt, betreibt faktisch Verwahrung, mit allen aufsichtsrechtlichen Folgefragen. Mit rund 2 Prozent der Hashrate bleibt OCEAN klein, sein Modell pr\u00e4gt die Debatte aber weit \u00fcber die eigene Gr\u00f6\u00dfe hinaus.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Haken bei beiden Wegen ist derselbe: Wer die Transaktionsauswahl selbst \u00fcbernehmen will, muss einen eigenen Full Node betreiben und aktuell halten. F\u00fcr einen Betrieb mit Tausenden Ger\u00e4ten ist das trivial, f\u00fcr den Gelegenheits-Miner eine H\u00fcrde. Solange der bequeme Standardweg darin besteht, die Vorlage vom Pool zu beziehen, wird ein erheblicher Teil der Rechenleistung weiter zentral best\u00fcckt, selbst wenn die Technik l\u00e4ngst Alternativen bietet.<\/p><h2 class=\"wp-block-heading\">Der Bruch bei OCEAN: Dashjr, CONVOY und eine offene Frage<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Ausgerechnet dieser Vorzeigepool erlebte Ende August 2026 einen Eklat. Am 29. August trennte sich OCEAN von Mitgr\u00fcnder Luke Dashjr, einem der dienst\u00e4ltesten Entwickler von Bitcoin Core. Dashjr legte laut <a href=\"https:\/\/crypto.news\/bitcoin-mining-divide-pushes-luke-dashjr-out-of-ocean\/\">crypto.news<\/a> die \u00c4mter als Chairman, Chief Technology Officer und Direktor nieder, die Muttergesellschaft kaufte seine Anteile zur\u00fcck. Als Grund nannten beide Seiten unterschiedliche Vorstellungen \u00fcber die Zukunft des Bitcoin-Minings nach j\u00fcngsten Protokollentwicklungen, ohne den technischen Streitpunkt zu benennen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">OCEAN war einst mit einer Startfinanzierung von 6,2 Millionen US-Dollar unter F\u00fchrung von Jack Dorsey angetreten und von Dashjr technisch aufgebaut worden. Nun k\u00fcndigte der Entwickler ein neues Projekt namens CONVOY an, das seine Mission der Mining-Dezentralisierung fortf\u00fchren soll. Zu Website, technischer Dokumentation oder Zeitplan war bei Bekanntgabe nichts bekannt, auch nicht, ob CONVOY selbst ein Pool, eine Software oder etwas anderes wird.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die Branche ist der Vorgang aus zwei Gr\u00fcnden bemerkenswert. Erstens zeigt er, dass selbst innerhalb des Dezentralisierungslagers heftig um den richtigen Weg gerungen wird. Zweitens k\u00f6nnte Rechenleistung dem Entwickler folgen: Versammelt Dashjr gen\u00fcgend ideologisch motivierte Miner hinter CONVOY, verschiebt das die Landschaft erneut. Die zugrunde liegende technische Meinungsverschiedenheit bleibt vorerst ungel\u00f6st, was zeigt, wie eng technische und politische Fragen im Mining verwoben sind.<\/p><h2 class=\"wp-block-heading\">Ein Markt der zwei Geschwindigkeiten<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend die Grundsatzdebatte l\u00e4uft, sortiert sich der Markt praktisch neu. 2026 bildet sich ein Zwei-Klassen-System heraus. Die Gro\u00dfpools richten sich zunehmend an institutionelle Kunden aus, an b\u00f6rsennotierte Miner und gro\u00dfe Rechenzentren. Foundry etwa verlangt laut <a href=\"https:\/\/cryptoslate.com\/bitcoin-mining-pools-in-2026-hashrate-consolidation-is-creating-a-two-tier-market-and-smaller-miners-are-feeling-it\/\">CryptoSlate<\/a> strikte KYC-Pr\u00fcfungen und verhandelt Geb\u00fchren privat nach Volumen. F\u00fcr einen unabh\u00e4ngigen Betreiber mit ein paar Hundert Maschinen ist der gr\u00f6\u00dfte Pool damit praktisch verschlossen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Verzahnung von Mining und Compliance hat eine Kehrseite, die deutsche Leser aus anderen Zusammenh\u00e4ngen kennen. Wenn Zugang von KYC und regulatorischer Wohlgef\u00e4lligkeit abh\u00e4ngt, geraten Teilnehmer ins Abseits, die aus guten Gr\u00fcnden anonym bleiben wollen. Die Parallelen zum <a href=\"https:\/\/hoge.gg\/de\/krypto-debanking-2026-aml-kontoentzug\/\">Krypto-Debanking<\/a>, bei dem AML-Auflagen zum faktischen Kontoentzug werden, liegen auf der Hand.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Gleichzeitig d\u00fcnnt sich die Mitte aus. Im Juli 2026 schloss SBI Crypto, die Mining-Tochter der japanischen SBI-Gruppe, ihren \u00f6ffentlichen Pool endg\u00fcltig und setzte damit rund 20,9 Exahash, etwa 2,2 Prozent der Netzwerkleistung, in Bewegung (<a href=\"https:\/\/easternherald.com\/2026\/07\/03\/sbi-crypto-bitcoin-mining-pool-shutdown-hashrate-japan-2026\/\">Eastern Herald<\/a>). Solche Rechenleistung wandert selten zu kleinen Anbietern, sondern meist zu den ohnehin Gro\u00dfen. Konsolidierung erzeugt so ihre eigene Beschleunigung, und der Sog zur Spitze verst\u00e4rkt sich mit jedem Marktaustritt.<\/p><h2 class=\"wp-block-heading\">Was das f\u00fcr Miner in Deutschland bedeutet<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr den deutschsprachigen Raum ist gro\u00dfindustrielles Mining wegen hoher Strompreise kaum wettbewerbsf\u00e4hig. Relevanter sind Heim- und Hobbybetrieb sowie die Teilnahme an Pools mit kleineren Ger\u00e4ten. Steuerlich gilt es dabei genau hinzusehen. Die Finanzverwaltung ordnet Mining tendenziell als gewerbliche T\u00e4tigkeit ein, schlie\u00dft private Konstellationen aber nicht aus; entscheidend ist das Gesamtbild aus Gewinnerzielungsabsicht, Organisation und Regelm\u00e4\u00dfigkeit.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Bei privatem Mining gelten die zugeflossenen Coins nach Auffassung der Finanzverwaltung als sonstige Eink\u00fcnfte im Sinne von Paragraf 22 Nummer 3 EStG. Besteuert wird der Marktwert in Euro im Zuflusszeitpunkt zum pers\u00f6nlichen Einkommensteuersatz zwischen 0 und 45 Prozent; es gilt eine Freigrenze von 256 Euro pro Jahr. Gewerbliches Mining unterliegt dagegen der Gewerbe- und grunds\u00e4tzlich der Umsatzsteuer, ohne Haltefrist. Das aktuelle BMF-Schreiben von 2025 nutzt einheitlich den Begriff Kryptowerte und versch\u00e4rft ab dem Veranlagungszeitraum 2025 die Dokumentationspflichten, wie der Steuerguide von <a href=\"https:\/\/cointracking.info\/de\/steuer-guides\/deutschland\/krypto-mining-steuer\/\">CoinTracking<\/a> zusammenfasst.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Aufsichtsrechtlich ist das Sch\u00fcrfen selbst in Deutschland keine erlaubnispflichtige Finanzdienstleistung. Heikel wird es erst dort, wo ein Pool fremde Belohnungen einsammelt und verwahrt. Ein solches Einsammeln kann die Frage nach dem Kryptoverwahrgesch\u00e4ft nach dem KWG und nach der europ\u00e4ischen MiCA-Verordnung aufwerfen, die verwahrende Dienstleister als CASP erfasst und damit in den Blick der BaFin r\u00fcckt. Genau hier liegt der praktische Reiz nicht-verwahrender Modelle wie DATUM: Sie umgehen diese Perimeterfrage konstruktiv. Wer die Ertr\u00e4ge einordnen will, sollte sie zudem gegen andere Wege der Bitcoin-Rendite abw\u00e4gen, wie sie unsere Analyse zu <a href=\"https:\/\/hoge.gg\/de\/btcfi-2026-bitcoin-rendite-herkunft-kosten\/\">BTCFi 2026<\/a> beschreibt.<\/p><h2 class=\"wp-block-heading\">Solo-Mining und der Reiz des digitalen Lottoscheins<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Als Gegenbewegung zur Konzentration hat sich eine kleine, hartn\u00e4ckige Solo-Mining-Szene etabliert. Offene Bastelger\u00e4te wie der Bitaxe, ein quelloffener Ein-Chip-Miner mit wenigen Terahash, verbrauchen kaum mehr Strom als eine Gl\u00fchbirne. Die Chance, damit einen ganzen Block zu finden, ist verschwindend gering, doch genau das ist der Reiz: Gelingt es, geh\u00f6rt die volle Belohnung dem Betreiber, ohne Pool und ohne Geb\u00fchr.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">\u00dcber spezialisierte Solo-Pools, die lediglich die Koordination \u00fcbernehmen und den Fund komplett an den Finder auszahlen, versuchen Tausende Hobbyisten ihr Gl\u00fcck. Immer wieder gelingt tats\u00e4chlich ein Volltreffer mit winziger Ausr\u00fcstung, der dann durch die Fachpresse geht. \u00d6konomisch ist das eine Lotterie, kulturell aber ein wichtiges Signal: Solange auch die Kleinsten mitspielen k\u00f6nnen, bleibt das Ideal des verteilten Minings sichtbar.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die Netzwerksicherheit im Aggregat \u00e4ndert Solo-Mining wenig, weil sein Anteil an der Gesamtleistung marginal bleibt. Als Korrektiv der Erz\u00e4hlung ist es dennoch bedeutsam, weil es zeigt, dass Zentralisierung eine \u00f6konomische Entscheidung ist und keine technische Notwendigkeit. Der Bitaxe hat zudem einer neuen Generation den Einstieg ins Verst\u00e4ndnis von Proof of Work er\u00f6ffnet, jenseits der reinen Rendite.<\/p><h2 class=\"wp-block-heading\">Wie man einen Pool bewertet<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Wer heute einen Pool w\u00e4hlt, sollte mehr abw\u00e4gen als nur die Geb\u00fchr. Die folgenden Kriterien haben sich als sinnvoll erwiesen:<\/p><ul class=\"wp-block-list\"><li>Auszahlungsmodell: FPPS f\u00fcr planbare Einnahmen, PPLNS f\u00fcr niedrigere Geb\u00fchren bei hoher Betriebszeit.<\/li><li>Verwahrung: Sammelt der Pool Belohnungen ein oder zahlt er direkt aus? Nicht-verwahrende Modelle senken das Gegenparteirisiko.<\/li><li>Kontrolle \u00fcber die Blockvorlage: Unterst\u00fctzt der Pool Stratum V2 mit Job-Declaration oder DATUM, sodass Miner selbst Transaktionen w\u00e4hlen k\u00f6nnen?<\/li><li>Auszahlungsschwelle und Frequenz: Passen sie zur Gr\u00f6\u00dfe des Betriebs?<\/li><li>Serverstandorte und Latenz: N\u00e4he reduziert verworfene Shares.<\/li><li>Transparenz und Zensurpolitik: Legt der Pool offen, ob und wie er Transaktionen filtert?<\/li><\/ul><p class=\"wp-block-paragraph\">Die reine Geb\u00fchrenoptimierung greift zu kurz. Ein Pool, der einen halben Prozentpunkt g\u00fcnstiger ist, aber die Blockvorlagen zentral kontrolliert und Belohnungen verwahrt, kann den Nutzer teurer zu stehen kommen, als die Ersparnis vermuten l\u00e4sst, sei es durch Gegenparteirisiko oder durch den Beitrag zu einer gef\u00e4hrlichen Konzentration.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Hilfreich ist au\u00dferdem ein Blick auf Reputation und Betriebsdauer eines Pools. Neue Anbieter locken oft mit sehr niedrigen Geb\u00fchren, tragen aber ein h\u00f6heres Ausfall- und Vertrauensrisiko. Ein etablierter, transparent kommunizierender Pool mit nachvollziehbarer Auszahlungshistorie ist gerade f\u00fcr kleinere Miner, die jeden Ausfall sp\u00fcren, meist die solidere Wahl.<\/p><h2 class=\"wp-block-heading\">Ausblick: Dezentralisierung wird zum Verkaufsargument<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die kommenden zw\u00f6lf Monate d\u00fcrften entscheidend werden. Setzt sich Stratum V2 mit aktivierter Job-Declaration durch und gewinnt DATUM an Rechenleistung, k\u00f6nnte die faktische Kontrolle \u00fcber die Blockzusammensetzung erstmals seit Jahren wieder breiter streuen. Das w\u00e4re ein seltener Fall, in dem sich ein strukturelles Problem technisch entsch\u00e4rfen l\u00e4sst, ohne auf das Wohlverhalten der Gro\u00dfen zu setzen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Zugleich zieht die institutionelle Nachfrage in die Gegenrichtung, hin zu regulierten, KYC-pflichtigen Gro\u00dfpools. Welcher Sog st\u00e4rker ist, wird sich zeigen. Immerhin beginnt Dezentralisierung, vom moralischen Appell zum Verkaufsargument zu werden: Ein Pool, der glaubhaft nachweist, dass seine Miner selbst \u00fcber Transaktionen entscheiden und dass er keine Gelder verwahrt, hat 2026 ein echtes Unterscheidungsmerkmal. F\u00fcr ein Netzwerk, dessen wichtigste Eigenschaft die Unabh\u00e4ngigkeit von Einzelnen ist, w\u00e4re das eine gute Nachricht.<\/p><h2 class=\"wp-block-heading\">H\u00e4ufig gestellte Fragen<\/h2><h3 class=\"wp-block-heading\">Was ist ein Mining-Pool einfach erkl\u00e4rt?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Mining-Pool b\u00fcndelt die Rechenleistung vieler Miner, um regelm\u00e4\u00dfiger Bl\u00f6cke zu finden, und verteilt die Belohnung anteilig. Der einzelne Miner erh\u00e4lt so einen planbaren Ertrag, statt jahrelang auf einen unwahrscheinlichen Volltreffer im Alleingang zu warten.<\/p><h3 class=\"wp-block-heading\">Welcher Mining-Pool ist 2026 der gr\u00f6\u00dfte?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Gemessen an der Rechenleistung f\u00fchrt Foundry USA, gefolgt von AntPool. Zusammen kamen beide je nach Messfenster auf etwa die H\u00e4lfte der Netzwerkleistung, die vier gr\u00f6\u00dften Pools auf \u00fcber 70 Prozent.<\/p><h3 class=\"wp-block-heading\">Ist Bitcoin durch die Pool-Konzentration angreifbar?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Das gr\u00f6\u00dfte Risiko ist nicht Diebstahl, sondern Zensur. Weil wenige Pools bestimmen, welche Transaktionen in Bl\u00f6cke kommen, k\u00f6nnte ein kompromittierter oder unter Druck gesetzter Betreiber Zahlungen selektiv ausschlie\u00dfen. Deshalb gilt Konzentration als Bedrohung der Zensurresistenz.<\/p><h3 class=\"wp-block-heading\">Was \u00e4ndern Stratum V2 und DATUM?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Beide geben die Auswahl der Transaktionen an die einzelnen Miner zur\u00fcck. Mit Stratum V2 oder dem DATUM-Protokoll von OCEAN bauen Miner mit eigenem Full Node ihre Blockvorlage selbst, w\u00e4hrend der Pool nur noch Auszahlung und Varianzausgleich \u00fcbernimmt.<\/p><h3 class=\"wp-block-heading\">Wie wird Bitcoin-Mining in Deutschland besteuert?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Privates Mining f\u00fchrt in der Regel zu sonstigen Eink\u00fcnften nach Paragraf 22 Nummer 3 EStG, besteuert mit dem pers\u00f6nlichen Satz von bis zu 45 Prozent und einer Freigrenze von 256 Euro pro Jahr. Gewerbliches Mining unterliegt der Gewerbe- und Umsatzsteuer. 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