{"id":432,"date":"2026-08-31T04:31:06","date_gmt":"2026-08-31T04:31:06","guid":{"rendered":"https:\/\/hoge.gg\/de\/stablecoin-regeln-2026-mica-pruefstand\/"},"modified":"2026-08-31T04:31:06","modified_gmt":"2026-08-31T04:31:06","slug":"stablecoin-regeln-2026-mica-pruefstand","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hoge.gg\/de\/stablecoin-regeln-2026-mica-pruefstand\/","title":{"rendered":"Stablecoin-Regeln 2026: MiCA auf dem Pr\u00fcfstand"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Ausgerechnet gut ein Jahr nachdem MiCA vollst\u00e4ndig scharf geschaltet wurde, steht das europ\u00e4ische Stablecoin-Regelbuch schon wieder auf dem Pr\u00fcfstand. Am heutigen 31. August 2026 endet die Frist f\u00fcr die gezielte Konsultation, mit der die EU-Kommission ihre eigene Kryptoverordnung \u00fcberpr\u00fcft, und die Regeln f\u00fcr Stablecoins geh\u00f6ren zu den umstrittensten Punkten des ganzen Verfahrens.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">In den vergangenen zw\u00f6lf Monaten hat sich der Markt neu sortiert. Der gr\u00f6\u00dfte Stablecoin der Welt, Tether (USDT), hat sich aus dem regulierten EU-Handel zur\u00fcckgezogen; USDC von Circle beherrscht seither das europ\u00e4ische Feld; und in Washington schreibt das Finanzministerium gerade das Kleingedruckte zum GENIUS Act. In Deutschland ist mit EURAU der erste von der BaFin regulierte Euro-Stablecoin am Netz, und ein europ\u00e4isches Bankenkonsortium arbeitet an einem gemeinsamen Pendant.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Regeln f\u00fcr Stablecoins klingen technisch, entscheiden aber \u00fcber sehr konkrete Fragen: Wer darf solche Token ausgeben? Was muss dahinterstehen? Bekommen Halter Zinsen? Und beh\u00e4lt der Euro als Zahlungsmittel eine digitale Zukunft, oder \u00fcberl\u00e4sst Europa das Feld dem Dollar? Der Markt, um den es geht, ist nach Daten von <a href='https:\/\/www.coingecko.com\/en\/categories\/stablecoins'>CoinGecko<\/a> rund 290 Milliarden US-Dollar schwer, umgerechnet etwa 250 Milliarden Euro, und fast 99 Prozent davon lauten auf den US-Dollar.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Was am 31. August in Br\u00fcssel endet<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Am 20. Mai 2026 hat die EU-Kommission eine sogenannte gezielte Konsultation zur \u00dcberpr\u00fcfung von MiCA gestartet. Ein solcher Fragebogen ist kein Gesetz, sondern der erste Schritt: Beh\u00f6rden, Banken, Emittenten und Verb\u00e4nde k\u00f6nnen darlegen, was funktioniert und was nachgebessert geh\u00f6rt. Die Antworten flie\u00dfen in einen Bericht ein, den die Kommission bis zum 30. Juni 2027 an Parlament und Rat liefern muss, und der die Grundlage f\u00fcr einen m\u00f6glichen Gesetzesvorschlag bildet, den die Branche bereits &bdquo;MiCA 2.0&ldquo; nennt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Auff\u00e4llig ist, wie prominent Stablecoins in dem <a href='https:\/\/finance.ec.europa.eu\/document\/download\/62be7015-f066-4fac-b74e-71bacdbcc9f5_en?filename=2026-mica-review-targeted-consultation-document_en.pdf'>Konsultationsdokument<\/a> vorkommen. Zur Debatte stehen das Zinsverbot, die H\u00f6he der Eigenkapital- und Reserveanforderungen, die Regeln f\u00fcr R\u00fccktausch und Liquidit\u00e4t, die Schwellenwerte, ab denen ein Token als &bdquo;bedeutend&ldquo; gilt, sowie die Frage, ob es einen \u00c4quivalenzmechanismus f\u00fcr global t\u00e4tige Stablecoin-Emittenten geben sollte. Kurz: Fast jede zentrale Stellschraube des Stablecoin-Regelwerks ist wieder offen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Dass ein Regelwerk kaum ein Jahr nach dem vollst\u00e4ndigen Inkrafttreten schon \u00fcberarbeitet wird, ist ungew\u00f6hnlich. Der Grund liegt in den sichtbaren Nebenwirkungen: Die strengen Vorgaben haben den Marktf\u00fchrer aus Europa gedr\u00e4ngt, die Dominanz eines einzigen zugelassenen Anbieters verst\u00e4rkt und den europ\u00e4ischen Euro-Stablecoins bislang nur eine Nische gelassen. Genau diese Effekte will Br\u00fcssel nun bewerten.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Stablecoins in Zahlen: ein Dollar-Markt<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Stablecoin ist ein Krypto-Token, das seinen Wert an eine Referenz koppelt, in aller Regel an eine staatliche W\u00e4hrung im Verh\u00e4ltnis eins zu eins. Damit sind Stablecoins das Bindeglied zwischen der Kryptowelt und dem klassischen Zahlungsverkehr: Sie dienen als Handelspaar an B\u00f6rsen, als Parkplatz f\u00fcr Kapital zwischen zwei Gesch\u00e4ften und zunehmend als grenz\u00fcberschreitendes Zahlungsmittel. Die folgende \u00dcbersicht zeigt die gr\u00f6\u00dften Vertreter und ihren regulatorischen Stand in der EU.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Stablecoin<\/th><th>Emittent<\/th><th>Marktkapitalisierung<\/th><th>Anteil<\/th><th>MiCA-Status<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>USDT (Tether)<\/td><td>Tether<\/td><td>~183 Mrd. USD<\/td><td>63,2 %<\/td><td>keine Zulassung, aus EU-Handel zur\u00fcckgezogen<\/td><\/tr><tr><td>USDC<\/td><td>Circle<\/td><td>~74 Mrd. USD<\/td><td>25,4 %<\/td><td>zugelassen (E-Geld-Token)<\/td><\/tr><tr><td>USDS<\/td><td>Sky (ehem. MakerDAO)<\/td><td>~9,8 Mrd. USD<\/td><td>3,4 %<\/td><td>nicht zugelassen<\/td><\/tr><tr><td>DAI<\/td><td>Sky<\/td><td>~4,6 Mrd. USD<\/td><td>1,6 %<\/td><td>nicht zugelassen<\/td><\/tr><tr><td>USD1<\/td><td>World Liberty Financial<\/td><td>~4,2 Mrd. USD<\/td><td>1,4 %<\/td><td>nicht zugelassen<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><figcaption class='wp-element-caption'>Quelle: CoinGecko, Stand 31. August 2026.<\/figcaption><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">Zwei Zahlen pr\u00e4gen das Bild. Erstens die Konzentration: USDT und USDC stellen zusammen fast neun von zehn Dollar an Stablecoin-Wert. Zweitens die W\u00e4hrung: Rund 99 Prozent des gesamten Marktes lauten auf den US-Dollar. Euro-Stablecoins zusammen kommen bislang auf deutlich weniger als ein Prozent. Genau diese Schieflage treibt die politische Debatte in Europa an, denn wer den digitalen Zahlungsverkehr dominiert, pr\u00e4gt am Ende auch die W\u00e4hrung, in der er stattfindet.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Wie MiCA Stablecoins reguliert: EMT und ART<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Bemerkenswerterweise taucht das Wort Stablecoin in MiCA gar nicht auf. Die Verordnung kennt stattdessen zwei Kategorien. E-Geld-Token (englisch EMT) sind an eine einzige amtliche W\u00e4hrung gekoppelt, etwa an den Euro oder den Dollar; hierunter fallen USDC, EURC und der deutsche EURAU. Wertreferenzierte Token (englisch ART) beziehen sich auf einen Korb aus W\u00e4hrungen, Rohstoffen oder anderen Verm\u00f6genswerten. Die Musik spielt in der Praxis bei den E-Geld-Token, denn die gro\u00dfen Zahlungs-Stablecoins koppeln an genau eine W\u00e4hrung.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Wer einen E-Geld-Token in der EU ausgeben will, muss eine Bank oder ein zugelassenes E-Geld-Institut sein. Die Reserve muss zu 100 Prozent vorhanden, getrennt vom eigenen Verm\u00f6gen verwahrt und jederzeit zum Nennwert einl\u00f6sbar sein. Zinsen an die Halter sind ausdr\u00fccklich verboten, damit ein Stablecoin ein Zahlungsmittel bleibt und nicht zum verkappten Sparprodukt wird. In Deutschland \u00fcberwacht die <a href='https:\/\/www.bafin.de\/SharedDocs\/Veroeffentlichungen\/DE\/Merkblatt\/mb_250103_Kryptowerte_Dienstl.html'>BaFin<\/a> Emittenten und Dienstleister, die Bundesbank achtet auf die Finanzstabilit\u00e4t. Wichtig: Reguliert werden die Emittenten und die Handelspl\u00e4tze, nicht das Protokoll selbst.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Zeitlich gilt: MiCA ist seit dem 29. Juni 2023 in Kraft, die Regeln f\u00fcr Token-Emittenten seit dem 30. Juni 2024, die Vorgaben f\u00fcr Dienstleister seit dem 30. Dezember 2024. F\u00fcr Bestandsanbieter galt eine \u00dcbergangsfrist, die EU-weit am 1. Juli 2026 endete; Deutschland hat sie, dazu sp\u00e4ter mehr, verk\u00fcrzt.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Die 200-Millionen-Grenze und der Abschied von USDT<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Detail von MiCA hat besonders weitreichende Folgen: die Obergrenze f\u00fcr nicht auf den Euro lautende E-Geld-Token. Wird ein solcher Token, etwa ein Dollar-Coin, in gro\u00dfem Stil als Zahlungsmittel f\u00fcr Waren und Dienstleistungen im Euroraum genutzt, muss der Emittent die Neuausgabe stoppen, sobald mehr als eine Million Transaktionen oder ein Gegenwert von 200 Millionen Euro pro Tag erreicht sind. Das politische Ziel ist unverhohlen: die Verdr\u00e4ngung des Euro im allt\u00e4glichen Zahlungsverkehr durch Dollar-Stablecoins begrenzen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der prominenteste Verlierer dieser Logik ist Tether. Das Unternehmen hat entschieden, keine MiCA-Zulassung zu beantragen. Die Folge: Europ\u00e4ische Handelspl\u00e4tze wie Coinbase, Binance, Kraken und Crypto.com haben USDT f\u00fcr Kunden im Europ\u00e4ischen Wirtschaftsraum von der Liste genommen, und seit dem Ende der \u00dcbergangsfrist ist der weltgr\u00f6\u00dfte Stablecoin faktisch aus dem regulierten EU-Handel verschwunden. Der gr\u00f6\u00dfte Coin der Welt ist auf dem Zahlungskontinent Europa zum Fremdk\u00f6rper geworden.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die L\u00fccke f\u00fcllen die zugelassenen Anbieter, allen voran Circle mit USDC und dem Euro-Token EURC. F\u00fcr die Kommission ist das ein zweischneidiges Ergebnis: Einerseits handeln Europ\u00e4er nun \u00fcberwiegend mit regulierten Token, andererseits hat die strenge Regel die Marktmacht bei einem einzigen gro\u00dfen Emittenten geb\u00fcndelt.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Der Reservestreit: Bankeinlagen gegen Staatsanleihen<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Hinter dem R\u00fcckzug von Tether steckt kein reiner Trotz, sondern ein handfester Streit \u00fcber Reserven. MiCA schreibt E-Geld-Instituten vor, einen erheblichen Teil der Deckung als Einlagen bei Kreditinstituten zu halten, bei gew\u00f6hnlichen Token mindestens 30 Prozent, bei bedeutenden Token mindestens 60 Prozent. Der Rest darf in hochliquide Aktiva flie\u00dfen. Krypto, Aktien oder Gold sind in der Reserve eines E-Geld-Tokens tabu, weshalb Tethers Mischung aus Bitcoin und Gold ohnehin nicht MiCA-konform w\u00e4re.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Tether-Chef Paolo Ardoino warnt seit Monaten, die Einlagenpflicht sei <a href='https:\/\/crypto.news\/tether-ceo-warns-mica-stablecoin-rules-could-pose-systemic-risks-to-eu-banks\/'>gef\u00e4hrlicher als das Modell, das sie ersetzen soll<\/a>. Seine Logik: Kurzlaufende US-Staatsanleihen seien sicherer als unversicherte Guthaben bei Gesch\u00e4ftsbanken. Als Beleg dient ausgerechnet der Konkurrent. Im M\u00e4rz 2023 rutschte USDC kurzzeitig auf rund 0,87 Dollar ab, weil ein Teil der Bargeldreserve bei der kollabierenden Silicon Valley Bank fest sa\u00df; nicht die Staatsanleihen brachen den Peg, sondern die Bankeinlage. Aus Ardoinos Sicht zwingt MiCA die Emittenten also in genau jenes Risiko, das den einzigen ernsthaften Depeg der j\u00fcngeren Geschichte ausgel\u00f6st hat.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Ironie: Bei den Verm\u00f6genswerten \u00e4hneln sich beide stark. Tether hielt laut seiner Bescheinigung f\u00fcr das <a href='https:\/\/paymentexpert.com\/2026\/08\/03\/tether-q2-results-mica-cloud-looms\/'>zweite Quartal 2026<\/a> den Gro\u00dfteil der Reserve in kurzlaufenden US-Staatsanleihen, meldete rund 184,6 Milliarden Dollar im Umlauf und einen Nettogewinn von etwa 1,5 Milliarden Dollar. Circle wiederum parkt etwa 80 Prozent von <a href='https:\/\/www.circle.com\/usdc'>USDC<\/a> im Circle Reserve Fund, einem von BlackRock verwalteten und bei BNY Mellon verwahrten Geldmarktfonds aus US-Staatsanleihen mit kurzer Restlaufzeit, den Rest in Bargeld. Der Streit dreht sich also weniger um die Qualit\u00e4t der Papiere als um die Frage, wie viel Geld zwingend bei europ\u00e4ischen Banken liegen muss.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Bescheinigung statt Vollpr\u00fcfung: die Transparenzfrage<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Ein oft \u00fcbersehener Punkt betrifft die Art des Nachweises. Sowohl Tether als auch Circle ver\u00f6ffentlichen regelm\u00e4\u00dfig sogenannte Attestierungen, in denen eine Wirtschaftspr\u00fcfungsgesellschaft zu einem Stichtag best\u00e4tigt, dass die Reserven vorhanden sind. Eine Attestierung ist aber keine vollst\u00e4ndige Jahresabschlusspr\u00fcfung: Sie ist eine Momentaufnahme, kein Urteil \u00fcber interne Kontrollen oder \u00fcber das Verhalten zwischen zwei Stichtagen. Tether l\u00e4sst seit Jahren von der Gesellschaft BDO bescheinigen, hat aber trotz wiederholter Ank\u00fcndigungen nie eine echte Vollpr\u00fcfung durch eine der vier gro\u00dfen Pr\u00fcfungsgesellschaften vorgelegt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Genau hier setzt die Regulierung an. MiCA und der GENIUS Act verlangen regelm\u00e4\u00dfige, standardisierte Offenlegung und geben den Aufsehern einen Einblick, der \u00fcber eine freiwillige Bescheinigung hinausgeht. Circle ver\u00f6ffentlicht seine Best\u00e4nde inzwischen bis auf die einzelne Wertpapierkennnummer, sodass Dritte tagesaktuell nachvollziehen k\u00f6nnen, welche Papiere hinter USDC liegen. F\u00fcr Nutzer ist das der eigentliche Fortschritt der neuen Regeln: nicht das Versprechen einer Deckung, sondern die \u00fcberpr\u00fcfbare, laufend gemeldete Deckung.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Warum Br\u00fcssel das Regelbuch schon wieder \u00f6ffnet<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Damit ist der Kern der \u00dcberpr\u00fcfung umrissen. Kritiker argumentieren, die Reserve- und Zulassungsregeln h\u00e4tten den Wettbewerb verzerrt: Weil der gr\u00f6\u00dfte Anbieter aussteigt und die H\u00fcrden hoch sind, profitiere vor allem ein konform aufgestellter Konzern. Manche Beobachter sprechen zugespitzt davon, MiCA habe Circle in Europa ein <a href='https:\/\/www.techtimes.com\/articles\/319969\/20260709\/eu-launches-mica-stablecoin-rewrite-after-reserve-rules-handed-circle-monopoly.htm'>Quasi-Monopol<\/a> verschafft. Ob das fair ist, sei dahingestellt; unstrittig ist, dass die Vielfalt zugelassener Dollar-Token in der EU \u00fcberschaubar geblieben ist.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Konsultation pr\u00fcft laut Kommission unter anderem eine Neubewertung des Zinsverbots sowie die Reserveanforderungen, das Liquidit\u00e4tsmanagement, die R\u00fccktauschrechte und die Schwellen f\u00fcr &bdquo;bedeutende&ldquo; Token. Aus der Branche kommt Zustimmung. Katie Harries, bei Coinbase f\u00fcr die Europapolitik zust\u00e4ndig, nennt die \u00dcberpr\u00fcfung <a href='https:\/\/cointelegraph.com\/news\/eu-mica-crypto-rules-review-updates'>&bdquo;a key opportunity to look at the broader crypto markets and the future of finance&ldquo;<\/a> und k\u00fcndigt an, sich in das Verfahren einzubringen. \u00dcbersetzt: Die Industrie hofft auf Lockerungen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der politisch heikelste Punkt ist der \u00c4quivalenzmechanismus. Er w\u00fcrde es erlauben, im Ausland regulierte Stablecoins unter bestimmten Bedingungen auch in der EU anzuerkennen, statt jeden Emittenten durch das volle europ\u00e4ische Verfahren zu schicken. Das k\u00f6nnte einem Coin wie USDT eine Hintert\u00fcr \u00f6ffnen, es k\u00f6nnte aber auch die m\u00fchsam errichteten Schutzstandards aufweichen. Genau an dieser Abw\u00e4gung wird sich entscheiden, ob MiCA 2.0 eine \u00d6ffnung oder eine Nachsch\u00e4rfung wird.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Das Zinsverbot auf dem Pr\u00fcfstand<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Kaum eine Regel wird so kontrovers diskutiert wie das Zinsverbot. MiCA untersagt es Emittenten, Haltern eine Verzinsung oder eine zins\u00e4hnliche Verg\u00fctung zu zahlen. Der Gedanke dahinter: Ein Stablecoin soll ein Zahlungsmittel sein, kein Bankkonto. D\u00fcrften Emittenten die Zinsertr\u00e4ge aus ihren Staatsanleihen an die Nutzer weiterreichen, w\u00fcrden Stablecoins zu einer direkten Konkurrenz f\u00fcr klassische Bankeinlagen, und die Sorge vor einem Abzug von Spareinlagen w\u00e4re real.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Gegenseite h\u00e4lt dagegen, das Verbot mache regulierte Stablecoins unattraktiv. Wer im Kryptomarkt Rendite sucht, findet sie \u00fcber andere Wege, etwa \u00fcber verzinste Angebote au\u00dferhalb der EU oder \u00fcber das <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/validator-oekonomie-2026-realrendite-chains-vergleich\/'>Staking von Proof-of-Stake-Netzwerken<\/a>, wo die Realrendite je nach Chain schwankt. Ein zinsloses Zahlungs-Token konkurriert damit schlecht um Kapital. Dass die Kommission das Verbot nun ausdr\u00fccklich zur Diskussion stellt, ist deshalb ein bemerkenswertes Eingest\u00e4ndnis, dass die Regel Wettbewerbsnachteile schaffen kann.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Interessant ist, dass die USA im GENIUS Act denselben Weg gehen und Zinsen auf Zahlungs-Stablecoins ebenfalls verbieten. In der Praxis versuchen B\u00f6rsen dies \u00fcber Pr\u00e4mienprogramme zu umgehen, was in Washington bereits neue Abgrenzungsdebatten ausgel\u00f6st hat. Das Zinsverbot ist damit kein rein europ\u00e4isches Thema, sondern eine der wenigen echten Gemeinsamkeiten der beiden gro\u00dfen Regelwerke.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>BaFin, KMAG und der deutsche Sonderweg<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Deutschland hat MiCA mit dem Finanzmarktdigitalisierungsgesetz umgesetzt, das im Dezember 2024 in Kraft trat und das Kryptom\u00e4rkteaufsichtsgesetz (KMAG) enth\u00e4lt. Es benennt die BaFin als zust\u00e4ndige Beh\u00f6rde und die Bundesbank f\u00fcr Stabilit\u00e4tsfragen. Der eigentliche Sonderweg liegt im Timing: W\u00e4hrend die EU-weite \u00dcbergangsfrist erst am 1. Juli 2026 auslief, hat Deutschland sie auf zw\u00f6lf Monate verk\u00fcrzt, sodass Bestandsanbieter hierzulande bereits Ende 2025 eine Zulassung brauchten oder ihr Gesch\u00e4ft einstellen mussten.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Das Ergebnis ist ein auff\u00e4llig bankgepr\u00e4gter Markt. Die BaFin hat inzwischen \u00fcber 70 Krypto-Dienstleister zugelassen, und die Liste liest sich wie ein Auszug aus dem deutschen Finanzsektor: B\u00f6rse Stuttgart Digital, Commerzbank, Trade Republic, N26, die DZ Bank und die DekaBank geh\u00f6ren dazu. Grund ist eine vereinfachte Anzeigepflicht f\u00fcr bereits regulierte Institute, die Banken den Einstieg erleichtert. F\u00fcr Stablecoins hei\u00dft das: Wer in Deutschland einen Euro-Token ausgeben will, bewegt sich in einem Umfeld, das stark von etablierten Finanzh\u00e4usern gepr\u00e4gt ist.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Diese N\u00e4he zur Bankenwelt ist kein Zufall, sondern Programm. Sie erkl\u00e4rt, warum ausgerechnet aus Deutschland und seinen Nachbarl\u00e4ndern der ernsthafteste Versuch kommt, dem Dollar einen regulierten Euro-Stablecoin entgegenzusetzen.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>EURAU, Qivalis und der Euro-Vorsto\u00df aus Deutschland<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Der erste vollst\u00e4ndig BaFin-regulierte Euro-Stablecoin hei\u00dft EURAU und stammt von AllUnity, einem Gemeinschaftsunternehmen der Deutsche-Bank-Tochter DWS, des Handelshauses Flow Traders und des Krypto-Konzerns Galaxy. AllUnity erhielt am 1. Juli 2025 eine E-Geld-Lizenz der BaFin und brachte EURAU Ende Juli 2025 auf Ethereum an den Start. Seit November 2025 besteht zudem eine <a href='https:\/\/www.ledgerinsights.com\/deutsche-bank-linked-stablecoin-eurau-goes-live\/'>Vereinbarung mit der Deutschen B\u00f6rse<\/a>, EURAU in deren Systeme einzubinden, inklusive institutioneller Verwahrung \u00fcber Clearstream.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">AllUnity-Chef Alexander H\u00f6ptner ordnet das Projekt ausdr\u00fccklich als Souver\u00e4nit\u00e4tsfrage ein und bezeichnet einen regulierten Euro-Stablecoin als <a href='https:\/\/allunity.com\/news\/allunity-launches-eurau-germanys-first-fully-reserved-micar-compliant-euro-stablecoin'>wichtigen Schritt f\u00fcr die finanzielle Souver\u00e4nit\u00e4t Europas<\/a>. Damit trifft er den Ton der gesamten Debatte: Es geht nicht nur um ein Produkt, sondern um die Frage, in wessen W\u00e4hrung der digitale Zahlungsverkehr des Kontinents abgewickelt wird.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Gr\u00f6\u00dfer angelegt ist das Bankenkonsortium hinter dem Projekt Qivalis. Neun europ\u00e4ische Banken, darunter die deutsche DekaBank sowie ING, UniCredit, CaixaBank, KBC, SEB, Danske Bank, Raiffeisen Bank International und Banca Sella, k\u00fcndigten im September 2025 einen gemeinsamen MiCA-konformen Euro-Stablecoin an, der von einer Gesellschaft in den Niederlanden gesteuert wird und in der zweiten Jahresh\u00e4lfte 2026 starten soll. Nach Angaben der Initiatoren ist das B\u00fcndnis inzwischen auf <a href='https:\/\/cryptobriefing.com\/euro-stablecoin-banks-consortium-expansion\/'>rund 37 Banken aus 15 L\u00e4ndern<\/a> gewachsen. Erkl\u00e4rtes Ziel: Europas Abh\u00e4ngigkeit von US-dominierten Zahlungssystemen verringern.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Ausgangslage bleibt bescheiden. Euro-Stablecoins machen zusammen weniger als ein Prozent des Weltmarktes aus. Die Wachstumsraten sind allerdings hoch: EURC hat seinen Anteil am schmalen Euro-Segment binnen eines Jahres nach Branchenberichten <a href='https:\/\/www.forbes.com\/sites\/digital-assets\/2026\/06\/04\/euro-stablecoins-are-scaling-while-the-digital-euro-waits-on-brussels\/'>mehr als verdoppelt<\/a>, und mit EURAU, Qivalis und weiteren Projekten dr\u00e4ngen erstmals gro\u00dfe Banken in den Markt. Ob daraus eine echte Alternative zum Dollar wird, h\u00e4ngt weniger an der Technik als an der Akzeptanz im Handel und an den Regeln, die gerade \u00fcberarbeitet werden.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Nagel gegen Lagarde: Europas innerer Richtungsstreit<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">\u00dcber die richtige Antwort auf die Dollar-Dominanz streiten in Europa selbst die Notenbanker. Bundesbank-Pr\u00e4sident Joachim Nagel wirbt offen f\u00fcr euro-basierte Stablecoins. Sein Argument: W\u00fcrden nationale Zahlungsstr\u00f6me von Dollar-Token \u00fcbernommen, k\u00e4me das einer <a href='https:\/\/decrypt.co\/358563\/bundesbank-president-wants-euro-pegged-stablecoins-to-prevent-dollarization'>Dollarisierung<\/a> gleich, die die Wirksamkeit der europ\u00e4ischen Geldpolitik untergr\u00e4bt und den Kontinent von nicht-europ\u00e4ischer Infrastruktur abh\u00e4ngig macht. Ein starker Euro-Stablecoin sei deshalb kein Risiko, sondern ein Instrument der Souver\u00e4nit\u00e4t.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">EZB-Pr\u00e4sidentin Christine Lagarde blickt skeptischer auf privat ausgegebenes digitales Geld und warnt vor einer &bdquo;digitalen Dollarisierung&ldquo;, gegen die vor allem der digitale Euro helfen soll. Damit steht Nagel, wie Beobachter anmerken, in einem sichtbaren Spannungsverh\u00e4ltnis zur EZB-Spitze. Der Riss verl\u00e4uft nicht zwischen Kritikern und Bef\u00fcrwortern von Krypto, sondern zwischen zwei Denkschulen: Die einen sehen in privatem digitalem Geld eine beherrschbare Zahlungsinnovation, die anderen eine strukturelle Gefahr f\u00fcr das Geldsystem.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Dieser Streit erkl\u00e4rt, warum Europa zweigleisig f\u00e4hrt: Es l\u00e4sst private Euro-Stablecoins zu und arbeitet zugleich an einer staatlichen Alternative. Beide sollen dasselbe Ziel erreichen, den Euro im digitalen Zahlungsverkehr zu verankern, gehen aber von entgegengesetzten Grundannahmen aus.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Der digitale Euro als \u00f6ffentliche Antwort<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Der digitale Euro ist kein Stablecoin, sondern digitales Zentralbankgeld, herausgegeben von der EZB und mit demselben rechtlichen R\u00fcckhalt wie Bargeld. Nach der Zustimmung des zust\u00e4ndigen Parlamentsausschusses laufen seit dem 13. Juli 2026 die sogenannten Trilog-Verhandlungen zwischen Parlament, Rat und Kommission; eine <a href='https:\/\/www.freshfields.com\/en\/our-thinking\/blogs\/technology-quotient\/digital-euro-enters-trilogues-what-the-councilparliament-positions-mean-for-ban-102nbx6'>Einigung wird bis Ende 2026 angestrebt<\/a>. Eine tats\u00e4chliche Einf\u00fchrung liegt fr\u00fchestens 2029, ein Pilotbetrieb mit 36 Zahlungsdienstleistern ist f\u00fcr die zweite H\u00e4lfte 2027 geplant.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der umstrittenste Punkt ist die Haltegrenze. EZB-Direktoriumsmitglied Piero Cipollone, der die Arbeitsgruppe zum digitalen Euro leitet, warnt, dass die wachsende Nutzung von Stablecoins die Einlagenbasis der Gesch\u00e4ftsbanken <a href='https:\/\/cryptobriefing.com\/ecb-digital-euro-three-pillar-plan-2029\/'>aush\u00f6hlen<\/a> k\u00f6nnte. Ausgerechnet dieselbe Sorge gilt aber auch f\u00fcr den digitalen Euro selbst: Ohne Obergrenze k\u00f6nnten B\u00fcrger in einer Krise ihr Geld massenhaft von Bankkonten in die sichere Zentralbankw\u00e4hrung umschichten. Eine individuelle Haltegrenze soll das verhindern; ihre genaue H\u00f6he ist noch nicht festgelegt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">So zeigt sich ein roter Faden durch das gesamte Regelwerk: Ob Zinsverbot bei Stablecoins oder Haltegrenze beim digitalen Euro, immer geht es auch um den Schutz der Bankeinlagen und der Kreditvergabe. Die Bankenlobby be\u00e4ugt beide Projekte entsprechend genau, w\u00e4hrend die Politik den schmalen Grat zwischen Innovation und Stabilit\u00e4t sucht.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Die USA nach dem GENIUS Act, Gro\u00dfbritannien und der globale Flickenteppich<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Jenseits des Atlantiks verl\u00e4uft die Entwicklung spiegelverkehrt. Der GENIUS Act, im Juli 2025 unterzeichnet, schafft erstmals einen bundesweiten Rahmen f\u00fcr Zahlungs-Stablecoins: 1:1-Deckung mit hochliquiden Aktiva wie Bargeld, versicherten Einlagen und kurzlaufenden Staatsanleihen, monatliche Offenlegung, kein Zinsversprechen, Einl\u00f6sepflicht und Geldw\u00e4scheregeln. Gro\u00dfe Emittenten fallen unter die Bundesaufsicht der Beh\u00f6rde OCC, kleinere unter die Regime der Einzelstaaten.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Anders als MiCA ist der GENIUS Act aber noch nicht in der Praxis angekommen. Die gesetzliche Frist, bis zum 18. Juli 2026 die endg\u00fcltigen Ausf\u00fchrungsregeln vorzulegen, verstrich ungenutzt; stattdessen entstehen die Details Schritt f\u00fcr Schritt in Verordnungsentw\u00fcrfen. Am 18. August 2026 ver\u00f6ffentlichte das Finanzministerium seinen zentralen Entwurf im <a href='https:\/\/www.federalregister.gov\/documents\/2026\/08\/18\/2026-16796\/genius-act-regulations-on-payment-stablecoin-issuance-offer-and-sale'>Bundesregister<\/a>, mit einer Kommentarfrist bis zum 19. Oktober 2026. Bemerkenswert ist die Reichweite: Der Entwurf zielt ausdr\u00fccklich auch auf ausl\u00e4ndische Emittenten, denen der US-Markt nur offensteht, wenn sie rechtsverbindlichen US-Anordnungen nachkommen k\u00f6nnen und ein Gegenseitigkeitsabkommen besteht.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Wirksam wird der GENIUS Act voraussichtlich am 18. Januar 2027; das Verbot, nicht zugelassene Zahlungs-Stablecoins \u00fcber US-Dienstleister anzubieten, greift gestaffelt sp\u00e4ter. F\u00fcr die grunds\u00e4tzliche Weichenstellung, dass Zahlungs-Stablecoins in den USA nicht als Wertpapiere gelten, hatten SEC und CFTC bereits im Fr\u00fchjahr 2026 gesorgt, ein Thema, das die HOGE-Wire-Redaktion in ihrer Analyse zur <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/regulation-crypto-assets-sec-kommentarfrist-2026\/'>SEC-Kommentarfrist<\/a> ausf\u00fchrlich eingeordnet hat.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Kriterium<\/th><th>MiCA (EU)<\/th><th>GENIUS Act (USA)<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Kategorie<\/td><td>E-Geld-Token \/ wertreferenzierter Token<\/td><td>Payment Stablecoin<\/td><\/tr><tr><td>Emittent<\/td><td>Bank oder E-Geld-Institut<\/td><td>Bundeslizenz (OCC) oder Bundesstaat<\/td><\/tr><tr><td>Reserven<\/td><td>100 %, davon 30 bis 60 % Bankeinlagen<\/td><td>1:1 in Bargeld, Einlagen, kurzlaufenden Treasuries<\/td><\/tr><tr><td>Zinsen an Halter<\/td><td>verboten<\/td><td>verboten<\/td><\/tr><tr><td>R\u00fccktausch<\/td><td>jederzeit zum Nennwert<\/td><td>vorgeschrieben, kurze Frist<\/td><\/tr><tr><td>Aufsicht<\/td><td>BaFin (DE), national, teils ESMA<\/td><td>OCC, Bundesstaaten, Finanzministerium<\/td><\/tr><tr><td>Stand<\/td><td>seit 2024 in Kraft, \u00dcberpr\u00fcfung l\u00e4uft<\/td><td>Regeln in Arbeit, wirksam ab 18. Jan. 2027<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><figcaption class='wp-element-caption'>Gegen\u00fcberstellung der beiden gro\u00dfen Stablecoin-Regelwerke.<\/figcaption><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">Gro\u00dfbritannien w\u00e4hlt einen dritten Weg. Bank of England und die Aufsicht FCA regulieren gemeinsam; systemrelevante Stablecoins fallen unter die Notenbank, kleinere unter die FCA. Im Juni 2026 legte die Bank of England einen Grundsatztext samt Entwurf eines Verhaltenskodex vor und ersetzte darin geplante Obergrenzen pro Nutzer durch eine <a href='https:\/\/www.bankofengland.co.uk\/paper\/2026\/boe-and-fcas-approach-to-joint-regulation-of-systemic-stablecoin-issuers'>vorl\u00e4ufige Ausgabegrenze von 40 Milliarden Pfund<\/a> je systemrelevantem Token; die Reserven sollen \u00fcberwiegend in kurzlaufenden Staatsanleihen und Zentralbankguthaben liegen. Die Konsultation l\u00e4uft bis zum 22. September 2026. Weltweit entsteht damit ein Flickenteppich aus Regeln, der Emittenten zwingt, f\u00fcr jeden gro\u00dfen Markt eine eigene Struktur aufzubauen.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Was die neuen Regeln f\u00fcr Nutzer und Anleger in Deutschland bedeuten<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Nutzerinnen und Nutzer in Deutschland hat all das sehr praktische Folgen. Wer \u00fcber eine in der EU regulierte Plattform handelt, findet dort vor allem zugelassene Token wie USDC oder EURC, w\u00e4hrend USDT im regulierten Handel kaum noch auftaucht. Das erh\u00f6ht die Sicherheit, weil hinter zugelassenen Token gepr\u00fcfte Reserven und ein durchsetzbares R\u00fccktauschrecht stehen. Es schr\u00e4nkt aber die Auswahl ein, und wer USDT weiterhin nutzen m\u00f6chte, weicht auf nicht-regulierte Wege aus, etwa auf Plattformen au\u00dferhalb der EU oder auf Nischen wie die <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/usdt-casino-einzahlung\/'>USDT-Einzahlung in Krypto-Casinos<\/a>, wo Dollar-Token weiterhin verbreitet sind.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Zugelassen hei\u00dft nicht risikofrei. Ein Peg ist immer nur so gut wie die Reserve und das R\u00fccktauschversprechen dahinter, und der USDC-Wackler von 2023 hat gezeigt, wie schnell selbst ein regulierter Token kurzzeitig abrutschen kann. Hinzu kommen die Kehrseiten der Regulierung: Strenge Geldw\u00e4schepr\u00fcfungen f\u00fchren in der Praxis immer wieder dazu, dass Konten eingefroren oder gek\u00fcndigt werden, ein Thema, das HOGE Wire in seinen Analysen zum <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/krypto-debanking-2026-aml-kontoentzug\/'>Krypto-Debanking<\/a> und zu <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/krypto-aml-2026-ueberwachung-nutzen-kosten\/'>Nutzen und Kosten der Krypto-\u00dcberwachung<\/a> beleuchtet hat. Wer Stablecoins nutzt, sollte Emittent, Reservenachweise und Sitzland kennen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die n\u00e4chsten Monate bringen eine dichte Folge von Entscheidungen. Der folgende Fahrplan zeigt, worauf es ankommt.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Datum<\/th><th>Ereignis<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>31. Aug. 2026<\/td><td>Ende der MiCA-Konsultation der EU-Kommission<\/td><\/tr><tr><td>22. Sep. 2026<\/td><td>Ende der Konsultation zum britischen Verhaltenskodex<\/td><\/tr><tr><td>19. Okt. 2026<\/td><td>Ende der US-Kommentarfrist zur GENIUS-Verordnung<\/td><\/tr><tr><td>Ende 2026<\/td><td>angestrebte Trilog-Einigung zum digitalen Euro; UK-Kodex final<\/td><\/tr><tr><td>18. Jan. 2027<\/td><td>GENIUS Act wird voraussichtlich wirksam<\/td><\/tr><tr><td>30. Jun. 2027<\/td><td>MiCA-\u00dcberpr\u00fcfungsbericht an Parlament und Rat<\/td><\/tr><tr><td>ab 2029<\/td><td>m\u00f6gliche Einf\u00fchrung des digitalen Euro<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><figcaption class='wp-element-caption'>Regulatorischer Fahrplan 2026 und 2027.<\/figcaption><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">Unterm Strich ist 2026 kein Jahr der fertigen Regeln, sondern der Regeln in Bewegung. MiCA wird \u00fcberarbeitet, der GENIUS Act ausbuchstabiert, der digitale Euro verhandelt, und die europ\u00e4ischen Banken bauen ihre eigenen Token. Wer verstehen will, in welcher W\u00e4hrung der digitale Zahlungsverkehr des n\u00e4chsten Jahrzehnts l\u00e4uft, sollte diese Baustellen im Blick behalten. Die Entscheidung f\u00e4llt nicht an den Kryptob\u00f6rsen, sondern in Br\u00fcssel, Washington, Frankfurt und London.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>H\u00e4ufig gestellte Fragen<\/h2><h3 class='wp-block-heading'>Ist Tether (USDT) in Deutschland noch erlaubt?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">USDT ist nicht verboten, aber Tether hat keine MiCA-Zulassung beantragt. Regulierte EU-B\u00f6rsen haben den Token daher f\u00fcr Kunden im Europ\u00e4ischen Wirtschaftsraum ausgelistet, und im regulierten Handel ist USDT seit dem Ende der \u00dcbergangsfrist am 1. Juli 2026 kaum noch verf\u00fcgbar. Der private Besitz bleibt m\u00f6glich.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Was ist der Unterschied zwischen einem E-Geld-Token und einem wertreferenzierten Token?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Ein E-Geld-Token (EMT) ist an genau eine amtliche W\u00e4hrung gekoppelt, etwa USDC an den Dollar oder EURAU an den Euro. Ein wertreferenzierter Token (ART) bezieht sich auf einen Korb aus mehreren W\u00e4hrungen, Rohstoffen oder anderen Werten. Die gro\u00dfen Zahlungs-Stablecoins sind E-Geld-Token.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Bekomme ich Zinsen auf regulierte Stablecoins wie USDC?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Nein. MiCA verbietet Emittenten ausdr\u00fccklich, Haltern Zinsen oder zins\u00e4hnliche Verg\u00fctungen zu zahlen; dieselbe Regel gilt in den USA unter dem GENIUS Act. Die EU-Kommission pr\u00fcft dieses Verbot im Rahmen ihrer MiCA-\u00dcberpr\u00fcfung, es k\u00f6nnte also fallen oder gelockert werden.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Was ist EURAU und ist er reguliert?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">EURAU ist der erste vollst\u00e4ndig von der BaFin regulierte Euro-Stablecoin. Er stammt von AllUnity, einem Gemeinschaftsunternehmen von DWS (Deutsche Bank), Flow Traders und Galaxy, das im Juli 2025 eine E-Geld-Lizenz erhielt. Der Token ist an den Euro gekoppelt und vollst\u00e4ndig gedeckt.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Wann kommt der digitale Euro?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Der digitale Euro befindet sich in den Trilog-Verhandlungen; eine politische Einigung wird bis Ende 2026 angestrebt. Eine Einf\u00fchrung ist fr\u00fchestens 2029 realistisch, ein Pilotbetrieb mit 36 Zahlungsdienstleistern f\u00fcr die zweite H\u00e4lfte 2027 geplant. Er ist digitales Zentralbankgeld, kein privater Stablecoin.<\/p><script type='application\/ld+json'>{\"@context\":\"https:\/\/schema.org\",\"@type\":\"FAQPage\",\"mainEntity\":[{\"@type\":\"Question\",\"name\":\"Ist Tether (USDT) in Deutschland noch erlaubt?\",\"acceptedAnswer\":{\"@type\":\"Answer\",\"text\":\"USDT ist nicht verboten, aber Tether hat keine MiCA-Zulassung beantragt. Regulierte EU-B\u00f6rsen haben den Token daher f\u00fcr Kunden im Europ\u00e4ischen Wirtschaftsraum ausgelistet, und im regulierten Handel ist USDT seit dem Ende der \u00dcbergangsfrist am 1. Juli 2026 kaum noch verf\u00fcgbar. Der private Besitz bleibt m\u00f6glich.\"}},{\"@type\":\"Question\",\"name\":\"Was ist der Unterschied zwischen einem E-Geld-Token und einem wertreferenzierten Token?\",\"acceptedAnswer\":{\"@type\":\"Answer\",\"text\":\"Ein E-Geld-Token (EMT) ist an genau eine amtliche W\u00e4hrung gekoppelt, etwa USDC an den Dollar oder EURAU an den Euro. 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