{"id":466,"date":"2026-09-04T10:20:08","date_gmt":"2026-09-04T10:20:08","guid":{"rendered":"https:\/\/hoge.gg\/de\/bitcoin-l2s-2026-marktbereinigung-ueberlebt\/"},"modified":"2026-09-04T10:20:08","modified_gmt":"2026-09-04T10:20:08","slug":"bitcoin-l2s-2026-marktbereinigung-ueberlebt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hoge.gg\/de\/bitcoin-l2s-2026-marktbereinigung-ueberlebt\/","title":{"rendered":"Bitcoin-L2s 2026: Was die Marktbereinigung \u00fcberlebt hat"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Bitcoins zweite Schicht war 2026 ein Jahr der Abrechnung. Im Juni stellte Botanix, eine der bekanntesten und bestfinanzierten Bitcoin-DeFi-Ketten, den Betrieb ein und schrieb dazu einen ungew\u00f6hnlich ehrlichen Nachruf. Das in Sidechains und Rollups gebundene Kapital hatte im Oktober 2025 mit rund 9,1 Milliarden US-Dollar seinen H\u00f6chststand erreicht und danach fast drei Viertel eingeb\u00fc\u00dft. Wer 2024 noch vom &bdquo;BTCFi-Sommer&ldquo; sprach, redete Mitte 2026 \u00fcber Marktbereinigung.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Dabei ist Bitcoin selbst so gefragt wie selten. Eine M\u00fcnze kostet rund 69.757 Euro, die Gesamtkapitalisierung liegt bei etwa 1,4 Billionen Euro, gut ein Drittel unter dem Rekord von 107.662 Euro (<a href='https:\/\/www.coingecko.com\/en\/coins\/bitcoin\/eur'>CoinGecko<\/a>, Stand 4. September 2026). Die Nachfrage nach der M\u00fcnze ist also da. Die Frage dieses Textes ist eine andere: Welche Versuche, dieses Bitcoin schneller, programmierbarer oder ertragreicher zu machen, haben die Bereinigung \u00fcberlebt, und warum ausgerechnet diese?<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Wir ordnen das Feld nach einem einzigen, unbequemen Kriterium, das die Marketingfolien der Projekte gern \u00fcberspringen: Wer kontrolliert das gesperrte Bitcoin, und kommen Sie im Ernstfall allein wieder heraus? Dieser Ausstiegstest trennt die echten Layer-2-L\u00f6sungen von blo\u00dfen Schuldscheinen. Er erkl\u00e4rt zugleich den Gro\u00dfteil dessen, was 2026 gestorben ist und was geblieben ist.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Die gro\u00dfe Bereinigung: Was 2026 mit Bitcoins Layer 2 geschah<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Um die Lage zu verstehen, hilft ein Blick auf die Kurve des gebundenen Kapitals. Anfang 2024 lagen in Bitcoins DeFi-\u00d6kosystem gerade einmal rund 304 Millionen US-Dollar. Bis Dezember 2024 waren daraus 7 Milliarden geworden, im Oktober 2025 rund 9,1 Milliarden, ein Anstieg um mehr als das Zwanzigfache in weniger als zwei Jahren. Dann kippte die Stimmung. Bis ins erste Quartal 2026 fiel das in L2-Sidechains gebundene Kapital um etwa 74 Prozent, wie die Bitcoin-Forschungsabteilung von Lightspark in ihrer Jahresanalyse dokumentiert (<a href='https:\/\/www.spark.money\/research\/btcfi-bitcoin-defi-landscape-2026'>Spark Research<\/a>).<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der breitere BTCFi-Pool, der auch Verwahrprodukte und Staking umfasst, hielt sich robuster, schrumpfte aber ebenfalls: von rund 101.721 auf etwa 91.332 Bitcoin, ein R\u00fcckgang von rund zehn Prozent. Das sind gerade einmal 0,46 Prozent des gesamten Bitcoin-Umlaufs. Anders gesagt: Trotz jahrelangem Hype liegt noch immer weniger als ein halbes Prozent aller Bitcoin in irgendeiner Form von Layer-2- oder DeFi-Anwendung. Die \u00fcberw\u00e4ltigende Mehrheit ruht in Wallets, auf B\u00f6rsen oder in ETFs, als reiner Wertspeicher.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Drei Gr\u00fcnde nennt die Spark-Analyse f\u00fcr den Einbruch: Liquidit\u00e4t, die \u00fcber Dutzende voneinander isolierte Pools zersplittert war; das Fehlen wirklich neuer Primitive, weil die meisten Ketten schlicht Ethereums Baukasten aus AMM und Lending kopierten; und Sicherheitsvorf\u00e4lle, die Vertrauen kosteten, allen voran ein Double-Mint-Fehler beim Renditeprotokoll Solv im M\u00e4rz 2026, der rund 2,7 Millionen US-Dollar betraf. Zusammen ergaben sie eine schlichte Wahrheit: Kapital, das keinen Umsatz erzeugt, ist kein Gesch\u00e4ftsmodell, sondern eine Eitelkeitskennzahl.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Was \u00fcberhaupt als Layer 2 z\u00e4hlt: der Ausstiegstest<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Bevor wir \u00dcberlebende und Tote sortieren, brauchen wir eine Definition, denn nahezu jedes Projekt nennt sich &bdquo;Layer 2&ldquo;. In der Sache setzt sich unter neutralen Analysten ein enger Ma\u00dfstab durch: Eine echte zweite Schicht muss ihre Sicherheit von Bitcoin ableiten, und sie muss Nutzern erlauben, ihr Guthaben ohne die volle Erlaubnis eines Dritten wieder auf die Hauptkette zu holen. Die Rechercheplattform Bitcoin Layers formuliert es so, dass der einseitige Ausstieg die zentrale Voraussetzung sei, damit eine Bitcoin-Schicht als echtes Layer 2 gelten kann (<a href='https:\/\/www.bitcoinlayers.org\/'>Bitcoin Layers<\/a>).<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Damit wird die Br\u00fccke, die das Bitcoin auf der zweiten Schicht abbildet, zum eigentlichen Risiko. Genau dort liegt das gesperrte Kapital, und genau dort entscheidet sich, ob Sie es zur\u00fcckbekommen. Vitalik Buterin, Mitgr\u00fcnder von Ethereum, warnte bereits im Januar 2022 vor grundlegenden Grenzen der Sicherheit von Br\u00fccken, die \u00fcber mehrere Souver\u00e4nit\u00e4tszonen hinweg springen; sein Fazit, dass Kapital in der Ausgangskette sicherer aufgehoben sei als in einer fremden Umgebung, hat sich in jeder gr\u00f6\u00dferen Bridge-Katastrophe seither best\u00e4tigt (<a href='https:\/\/cointelegraph.com\/news\/vitalik-buterin-gives-thumbs-down-to-cross-chain-applications'>Cointelegraph<\/a>). F\u00fcr Bitcoin gilt das doppelt, weil dessen Skriptsprache Br\u00fccken bewusst schwer macht.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Ordnet man die Ans\u00e4tze nach diesem Kriterium, entsteht ein Vertrauensspektrum. Ganz oben stehen Zahlungskan\u00e4le, deren Ausstieg der Bitcoin-Consensus selbst erzwingt. Darunter folgen Statechains und BitVM-Br\u00fccken, die nur voraussetzen, dass von vielen Betreibern mindestens einer ehrlich bleibt. Weiter unten sitzen F\u00f6derationen und Signierer-Sets, bei denen eine Mehrheit die Kontrolle hat und ein einseitiger Ausstieg nicht m\u00f6glich ist. Ganz unten steht das verwahrte Bitcoin, bei dem Sie schlicht einem Emittenten vertrauen. Die folgende Tabelle fasst das zusammen.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Modell<\/th><th>Beispiel<\/th><th>Wer verwahrt das BTC<\/th><th>Einseitiger Ausstieg?<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Zahlungskan\u00e4le<\/td><td>Lightning<\/td><td>Sie selbst (2-von-2-Multisig)<\/td><td>Ja, per Bitcoin-Consensus erzwingbar<\/td><\/tr><tr><td>Statechain \/ VTXO<\/td><td>Spark, Ark<\/td><td>1-von-n-Betreiberkreis<\/td><td>Ja, vorsigniert (Liveness vorausgesetzt)<\/td><\/tr><tr><td>BitVM-Bridge<\/td><td>Citrea (Clementine)<\/td><td>1-von-n ehrlicher Signierer<\/td><td>Ja, solange ein Ehrlicher bleibt<\/td><\/tr><tr><td>F\u00f6derierte Sidechain<\/td><td>Liquid, Rootstock<\/td><td>Multisig-F\u00f6deration \/ PowPeg<\/td><td>Nein<\/td><\/tr><tr><td>Signierer-Set<\/td><td>Stacks (sBTC)<\/td><td>Dezentraler Signiererkreis<\/td><td>Nein<\/td><\/tr><tr><td>Natives Staking<\/td><td>Babylon<\/td><td>Sie selbst (self-custodial)<\/td><td>Ja (kein Peg, kein Wrapping)<\/td><\/tr><tr><td>Verwahrter Schuldschein<\/td><td>WBTC<\/td><td>Verwahrer (BitGo)<\/td><td>Nein (Vertrauen in Emittent)<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><h2 class='wp-block-heading'>Der Fall Botanix: Wenn die Technik funktioniert, aber der Umsatz fehlt<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Kein Ereignis fasst die Bereinigung besser zusammen als das Ende von Botanix. Die von Polychain mitfinanzierte EVM-Sidechain war im Juli 2025 mit f\u00fcnf Sekunden Blockzeit gestartet, hatte in einem Jahr Mainnet-Betrieb rund 25 Millionen Transaktionen \u00fcber etwa 200.000 Wallets verarbeitet und lief nach eigenen Angaben mit hundertprozentiger Verf\u00fcgbarkeit und ohne einen einzigen Sicherheitsvorfall. Am 9. Juni 2026 k\u00fcndigte das Team dennoch die Abwicklung an und setzte den 9. Juli als Frist, bis zu der Nutzer ihr Guthaben abziehen mussten (<a href='https:\/\/www.coindesk.com\/tech\/2026\/06\/10\/a-bitcoin-defi-project-just-shut-down-with-a-brutal-post-mortem-users-just-didn-t-care'>CoinDesk<\/a>).<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Nachruf war bemerkenswert offen. Die ehrliche Antwort, so das Team sinngem\u00e4\u00df, sei nach einem Jahr im Inneren des Projekts, dass es nicht funktioniert habe, jedenfalls nicht in diesem Markt und nicht auf dieser Zeitachse. Die Technik habe geliefert; was fehlte, waren nachhaltige \u00d6konomie und Nachfrage. Die Geb\u00fchreneinnahmen deckten die Betriebskosten der Infrastruktur nicht, weil zu wenig Transaktionsfluss zustande kam (<a href='https:\/\/crypto.news\/botanix-shuts-down-bitcoin-layer-2-after-four-year-push-into-bitcoin-defi\/'>crypto.news<\/a>).<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die eigentliche Lehre steckt in der Begr\u00fcndung. Die meisten Bitcoin-Halter behandeln ihre M\u00fcnze als Wertspeicher, nicht als Treibstoff f\u00fcr hochfrequente Anwendungen. Und wer doch Bitcoin in DeFi einsetzen wollte, tat das l\u00e4ngst \u00fcber Wrapped Bitcoin auf Ethereum und ausgereiften Allzweck-Layer-2, nicht \u00fcber eine dedizierte Bitcoin-native Kette. Botanix baute eine funktionierende Stra\u00dfe, auf der niemand fahren wollte. Genau diese Diagnose zieht sich durch fast jedes Projekt, das die Bereinigung nicht \u00fcberlebt hat.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Die BTCFi-Kontraktion in Zahlen<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Wer verstehen will, wo das verbliebene Kapital heute liegt, sollte die Venues einzeln betrachten statt der Gesamtsumme. Denn die Kontraktion traf die Kategorien h\u00f6chst unterschiedlich. Natives Staking, das ohne Br\u00fccke und ohne synthetischen Token auskommt, hielt sich am besten. Die klassischen Sidechain-DeFi-\u00d6kosysteme, die den Ethereum-Baukasten kopierten, verloren am st\u00e4rksten. Die folgende \u00dcbersicht zeigt die gr\u00f6\u00dften Bausteine mit dem jeweils gebundenen Kapital.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Protokoll<\/th><th>Kategorie<\/th><th>Gebundenes Kapital<\/th><th>Quelle \/ Stand<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Babylon<\/td><td>Natives Staking<\/td><td>~5 Mrd. USD \/ ~56.853 BTC<\/td><td>Crypto Briefing<\/td><\/tr><tr><td>Solv<\/td><td>BTC-Renditeschicht<\/td><td>~2,15 Mrd. USD<\/td><td>Spark (Q1 2026)<\/td><\/tr><tr><td>Lombard (LBTC)<\/td><td>Liquid Staking<\/td><td>~1,5 Mrd. USD<\/td><td>Spark (Q1 2026)<\/td><\/tr><tr><td>tBTC<\/td><td>Bridge \/ Wrapped<\/td><td>~578 Mio. USD<\/td><td>Spark (Q1 2026)<\/td><\/tr><tr><td>Core DAO<\/td><td>Sidechain \/ Staking<\/td><td>~314 Mio. USD \/ 5.541 BTC<\/td><td>Spark (Q1 2026)<\/td><\/tr><tr><td>Stacks (sBTC)<\/td><td>Sidechain-DeFi<\/td><td>~192 Mio. USD<\/td><td>DefiLlama<\/td><\/tr><tr><td>Rootstock<\/td><td>Merge-Mined DeFi<\/td><td>~92 Mio. USD<\/td><td>DefiLlama<\/td><\/tr><tr><td>Citrea<\/td><td>ZK-Rollup<\/td><td>~1,7 Mio. USD<\/td><td>Spark \/ The Block<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Zahlen zeigen ein klares Muster. Was self-custodial funktioniert, w\u00e4chst; was ein zentrales Br\u00fcckenrisiko tr\u00e4gt, schrumpft oder verschwindet. Babylon allein h\u00e4lt heute mehr Bitcoin als alle Sidechain-DeFi-\u00d6kosysteme zusammen. Und Citreas Rollup, technisch das ambitionierteste Projekt der Liste, steht mit gerade einmal 1,7 Millionen US-Dollar erst am Anfang. Kapital folgt in dieser Phase nicht der besten Technik, sondern dem geringsten Vertrauensrisiko.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Lightning: die einzige Schicht mit echtem Zahlungsverkehr<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Das Lightning Network ist der \u00e4lteste und mit Abstand meistgenutzte Bitcoin-Layer-2, und es ist zugleich der einzige, dessen Existenzberechtigung nie von einem TVL-Z\u00e4hler abhing. Lightning b\u00fcndelt Bitcoin in 2-von-2-Zahlungskan\u00e4len, wickelt dar\u00fcber sofortige, g\u00fcnstige Zahlungen ab und l\u00e4sst jeden Teilnehmer sein Guthaben notfalls einseitig auf die Hauptkette zur\u00fcckbuchen. Es steht damit ganz oben im Vertrauensspektrum.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Auch Lightning hat 2026 Federn gelassen, allerdings anders als die DeFi-Ketten. Die \u00f6ffentliche Kapazit\u00e4t erreichte im Dezember 2025 mit rund 5.637 Bitcoin einen Rekord und ging danach zur\u00fcck; im Mai 2026 lagen noch etwa 4.900 Bitcoin in \u00f6ffentlichen Kan\u00e4len, verteilt \u00fcber mehr als 41.000 Kan\u00e4le und rund 17.400 Knoten, wobei private Kan\u00e4le diese Zahlen nach oben verzerren (<a href='https:\/\/www.spark.money\/research\/lightning-network-2026-state'>Spark Research<\/a>). Der entscheidende Unterschied zu den gescheiterten Ketten: \u00dcber Lightning flie\u00dfen jeden Monat Zahlungen im Wert von mehr als 1,1 Milliarden US-Dollar. Hier wird nicht Kapital geparkt, hier wird bezahlt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Umsatz kommt zunehmend aus zwei Quellen: aus Dollar-Zahlungen, seit USDT \u00fcber Taproot Assets auf Lightning-Kan\u00e4len routet, und aus dem klassischen Point-of-Sale-Gesch\u00e4ft. Wie H\u00e4ndler die Technik im Alltag einbinden, haben wir in <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/lightning-network-haendler-bitcoin-annehmen-2026\/'>Lightning an der Kasse<\/a> ausf\u00fchrlich beschrieben. F\u00fcr die \u00dcberlebensfrage z\u00e4hlt vor allem eines: Lightning erzeugt echte Transaktionen, und genau daran fehlte es Botanix.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Babylon: der relative Gewinner der Bereinigung<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn ein Projekt die Bereinigung nicht nur \u00fcberlebt, sondern gest\u00e4rkt daraus hervorgeht, dann Babylon. Das Protokoll erlaubt Bitcoin-Haltern, ihre M\u00fcnzen zu staken, um damit anderen Proof-of-Stake-Netzwerken wirtschaftliche Sicherheit zu leihen, ohne das Bitcoin je von seiner Heimatkette zu bewegen. Kein Wrapping, keine Br\u00fccke, kein synthetischer Token: Der Nutzer bleibt selbst Verwahrer, das gestakte BTC l\u00e4sst sich per Timelock zur\u00fcckholen. Nach gebundenem Kapital ist Babylon mit rund 5 Milliarden US-Dollar, umgerechnet etwa 56.853 Bitcoin, das gr\u00f6\u00dfte Protokoll im gesamten BTCFi-Feld (<a href='https:\/\/cryptobriefing.com\/babylon-staked-bitcoin-aave-btc-lending\/'>Crypto Briefing<\/a>).<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Dominanz kam nicht ohne R\u00fcckschl\u00e4ge. Der H\u00f6chststand lag Ende 2024 \u00fcber 5,6 Milliarden US-Dollar; im Fr\u00fchjahr 2025 fiel der Wert um rund ein Drittel, als der Liquid-Staking-Anbieter Lombard bei einem Wechsel im Finality-Provider-Kreis vor\u00fcbergehend fast 15.000 Bitcoin abzog. Danach erholte sich das Kapital wieder. Im Dezember 2025 kam ein wichtiger Baustein hinzu: eine Integration mit dem Lending-Markt Aave, \u00fcber die sich Bitcoin als sogenannte Trustless Bitcoin Vault als Sicherheit hinterlegen und darauf Stablecoins leihen lassen, ohne das BTC zu wrappen oder abzugeben.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">David Tse, Mitgr\u00fcnder von Babylon und Professor in Stanford, beschreibt Staking als die dritte native Anwendung von Bitcoin, nach Wertspeicher und Zahlungsmittel; Bitcoin solle vom passiven Reservewert zum aktiven R\u00fcckgrat dezentraler Sicherheit werden (<a href='https:\/\/www.ccn.com\/education\/crypto\/bitcoin-defi-babylon-david-tse-btc-collateral-vision\/'>CCN<\/a>). Ein ehrlicher Vorbehalt geh\u00f6rt dazu: Die Belohnungen flie\u00dfen \u00fcberwiegend im BABY-Token, nicht in Bitcoin, sind also eher emissionsgetrieben als echter Cashflow. Wer die Mechanik von Liquid Staking mit Bitcoin vergleichen will, findet die Parallelen im Ethereum-Lager in unserem <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/lido-rocket-pool-frax-liquid-staking-vergleich-2026\/'>Liquid-Staking-Vergleich<\/a>.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Stacks und Rootstock: die DeFi-Sidechains im Vergleich<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die zwei \u00e4ltesten Versuche, echte Smart Contracts an Bitcoin anzudocken, sind Stacks und Rootstock. Beide haben die Bereinigung \u00fcberlebt, beide sind dabei deutlich geschrumpft. Stacks betreibt eine eigene Kette mit der Programmiersprache Clarity und bindet Bitcoin \u00fcber sBTC ein, verwahrt von einem dezentralen Signierer-Set. Das sBTC-Kapital erreichte im ersten Quartal 2026 einen H\u00f6chststand von 545 Millionen US-Dollar, schloss das Quartal bei 437 Millionen und liegt heute bei rund 192 Millionen (<a href='https:\/\/defillama.com\/protocol\/stacks-sbtc'>DefiLlama<\/a>). Stacks zahlt \u00fcber sein Proof-of-Transfer-Modell echte Bitcoin-Ertr\u00e4ge an Staker aus, einer der wenigen F\u00e4lle von tats\u00e4chlichem Cashflow statt Emissionen (<a href='https:\/\/www.stacks.co\/blog\/q1-2026-snapshot'>Stacks Q1-2026-Snapshot<\/a>).<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Rootstock verfolgt einen anderen Weg. Die EVM-kompatible Sidechain existiert seit 2018, wird per Merge-Mining von Bitcoin-Minern mitgesichert und bindet Bitcoin \u00fcber die PowPeg-F\u00f6deration ein. Die DeFi-Wertsicherung liegt bei rund 92 Millionen US-Dollar, konzentriert auf wenige Protokolle wie Sovryn und Money on Chain. Der Merge-Mining-Ansatz koppelt Rootstock an die \u00d6konomie der Miner, die 2026 selbst unter Druck stehen, wie unsere Analyse zu <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/mining-margen-2026-strom-standort-strategie\/'>Mining-Margen und Standortstrategie<\/a> zeigt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Beide teilen dieselbe Schw\u00e4che: Weder Stacks noch Rootstock bietet einen einseitigen Ausstieg im strengen Sinn. Beim sBTC-Signierer-Set wie bei der PowPeg entscheidet eine Mehrheit \u00fcber das gesperrte Bitcoin. Muneeb Ali, Mitgr\u00fcnder von Stacks, hat das Ziel fr\u00fch so umrissen, dass Bitcoin \u00fcber Layer-2 programmierbar werden m\u00fcsse, damit Entwickler frei damit arbeiten k\u00f6nnten (<a href='https:\/\/bitcoinworld.co.in\/one-small-change-bitcoin-needs-to-unlock-its-programming-potential-stacks-ceo-consensus-2023-live\/'>BitcoinWorld<\/a>). Die Vision steht; die Frage ist, ob genug Nutzer sie teilen, um die geschrumpften \u00d6kosysteme wieder wachsen zu lassen.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Citrea und die BitVM-Rollup-Wette<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Wo Sidechains und F\u00f6derationen an der Vertrauensfrage scheitern, setzt die technisch anspruchsvollste Wette des Feldes an: der Rollup. Citrea ging im Januar 2026 als erster produktiver Zero-Knowledge-Rollup direkt auf Bitcoin ans Netz, ein Type-2-zkEVM, das seine Zustands\u00fcberg\u00e4nge per STARK-Beweis absichert (<a href='https:\/\/www.theblock.co\/post\/387140\/zk-powered-bitcoin-layer-2-citrea-launches-mainnet'>The Block<\/a>). Der Clou ist die Br\u00fccke: Clementine nutzt BitVM und ben\u00f6tigt nur die Annahme, dass von vielen Signierern mindestens einer ehrlich ist, ein 1-von-n-Modell, das dem F\u00f6derationsvertrauen der Sidechains deutlich \u00fcberlegen ist. In den ersten sechs Monaten verarbeitete Clementine rund 150 Bitcoin.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Citrea bringt seine eigenen Bausteine mit: cBTC, das erste vertrauensminimierte Bitcoin auf einer voll programmierbaren Schicht, und den Stablecoin ctUSD. F\u00fcr Investoren interessant ist die j\u00fcngste Weichenstellung: Am 4. Mai 2026 stellte das Team den Governance-Token CTR mit einer festen Menge von 10 Milliarden Einheiten und einem Zwei-Kassen-Modell vor, das Governance-Treasury und Foundation-Treasury trennt (<a href='https:\/\/www.theblock.co\/post\/399867\/bitcoin-scaling-layer-citrea-rolls-out-ctr-token-and-dual-treasury-model'>The Block<\/a>). Wer CTR stakt, erh\u00e4lt das nicht \u00fcbertragbare Stimmrecht xCTR und steuert damit, wohin Liquidit\u00e4tsanreize flie\u00dfen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Rechnung ist noch offen. Mit rund 1,7 Millionen US-Dollar gebundenem Kapital ist Citrea winzig, gemessen an seinem Anspruch. Aber es ist die einzige Kette der Liste, die \u00fcberhaupt versucht, das Vertrauensproblem an der Wurzel zu l\u00f6sen, statt es in eine F\u00f6deration zu verlagern. Stablecoins spielen dabei eine Schl\u00fcsselrolle, denn erst sie machen eine Kette f\u00fcr Zahlungen und Kredite brauchbar; welche Regeln 2026 f\u00fcr solche Token gelten und wer an ihnen verdient, lesen Sie in <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/stablecoin-regeln-2026-zinsverbot-rendite\/'>Stablecoin-Regeln 2026<\/a>.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Liquid: die stille f\u00f6derierte Kette<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend lautere Projekte kamen und gingen, arbeitet eine der \u00e4ltesten Sidechains beinahe unbemerkt weiter. Liquid, 2018 von Blockstream gestartet, ist eine f\u00f6derierte Sidechain mit rund zwei Minuten Blockzeit, betrieben von einem Kreis aus Funktion\u00e4ren, die per 11-von-15-Multisig Bl\u00f6cke signieren. Bitcoin wird 1:1 als L-BTC abgebildet. Ein einseitiger Ausstieg ist nicht vorgesehen; wer L-BTC h\u00e4lt, vertraut der F\u00f6deration (<a href='https:\/\/blog.liquid.net\/liquid-federation-quarterly-update-q1-2026\/'>Blockstream<\/a>).<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Liquids Nische ist nicht spekulatives DeFi, sondern Vertraulichkeit und Abwicklung. \u00dcber Confidential Transactions verbirgt die Kette Betr\u00e4ge und Asset-Typen, was sie f\u00fcr Handelstische, Emittenten von Sicherheiten und Tokenisierung interessant macht. Es ist ein leises, funktionales System, das keinen TVL-Wettlauf gewinnen will und gerade deshalb nicht von der Bereinigung erfasst wurde. Liquid steht damit stellvertretend f\u00fcr eine unbequeme Erkenntnis: Ein klarer, eng definierter Anwendungsfall \u00fcberlebt Zyklen besser als das Versprechen, alles f\u00fcr alle zu sein.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Wrapped Bitcoin: der Gewinner, den niemand feiert<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die unbequemste Wahrheit dieses Textes: Der eigentliche Gewinner ist kein Layer 2. Wrapped Bitcoin, allen voran WBTC, bewegt mehr Bitcoin durch DeFi als jede native Bitcoin-Schicht, obwohl es im Vertrauensspektrum ganz unten steht. WBTC ist ein verwahrter Schuldschein: Ein Verwahrer h\u00e4lt das echte Bitcoin, und auf einer anderen Kette, meist Ethereum, zirkuliert ein Token, der es abbildet. Es gibt keinen einseitigen Ausstieg, nur das Vertrauen darauf, dass der Verwahrer einl\u00f6st. Nach der engen Definition ist WBTC ausdr\u00fccklich kein Layer 2.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Und genau das erkl\u00e4rt das Sterben der nativen Ketten. Botanix nannte es selbst: Wer Bitcoin in DeFi einsetzen wollte, tat das bereits bequem \u00fcber Wrapped BTC auf ausgereiften Allzweck-Netzwerken. Die native Alternative musste nicht nur genauso gut sein, sondern sp\u00fcrbar besser, um Nutzer zum Umzug zu bewegen, und war es meist nicht. Der Komfort des Schuldscheins schlug die Reinheit des Ausstiegs. F\u00fcr Anleger ist das eine Mahnung, Marketingbegriffe zu ignorieren und stattdessen zu fragen, wer im Ernstfall die Schl\u00fcssel h\u00e4lt.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>eCash und ECX: warum ein Fork kein Layer 2 ist<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Ein h\u00e4ufiges Missverst\u00e4ndnis mischt Layer-2 und Hard Forks. Im Sommer 2026 lieferte das eCash-Projekt (Ticker ECX) das Anschauungsmaterial. Der langj\u00e4hrige Entwickler Paul Sztorc und seine Firma LayerTwo Labs starteten einen Opt-in-Fork, der Bitcoins Guthabenst\u00e4nde zu bestimmten Zeitpunkten kopiert: Wer beim Snapshot Bitcoin auf seiner Adresse h\u00e4lt, erh\u00e4lt denselben Betrag als ECX auf der neuen Kette. Der Start erfolgt in drei Stufen, mit einer Alpha-Phase am 23. August (Block 963.648), einer Beta am 20. September (Block 967.680) und dem dauerhaften Start am 31. Oktober 2026 (Block 973.728), wie news.bitcoin.com auflistet (<a href='https:\/\/news.bitcoin.com\/featured\/bitcoins-ecx-fork-is-coming-when-it-hits-and-who-gets-free-coins\/'>Bitcoin.com News<\/a>).<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Ziel des Forks ist es, Drivechain-Sidechains nach den Vorschl\u00e4gen BIP-300 und BIP-301 zu aktivieren, die Bitcoin selbst nie \u00fcbernommen hat. Doch ein Fork erbt Bitcoins Regeln, nicht seine Hashpower. Die abgespaltene Kette ist damit weder sicherer als Bitcoin noch mehr Bitcoin; sie ist ein eigenst\u00e4ndiges, kleines Netzwerk mit eigenem Sicherheitsbudget. Umstritten ist zudem, dass fr\u00fche Fork-Entw\u00fcrfe ruhende, mutma\u00dflich Satoshi zugeordnete M\u00fcnzen neu zuweisen wollten. F\u00fcr die Layer-2-Frage ist die Sache klar: Wer eine zweite Schicht sucht, die Bitcoins Sicherheit erbt, findet sie in einem Fork nicht.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Die \u00dcberlebens-Matrix: Vertrauen, Ausstieg, Nutzung<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcgt man die Befunde zusammen, ergibt sich eine Wertungstabelle. Sie ordnet die wichtigsten Kandidaten nach Typ, Vertrauensmodell, realer Nutzung 2026 und einem knappen Urteil. Die Reihenfolge folgt nicht der Kapitalgr\u00f6\u00dfe, sondern der Frage, wie robust das Projekt durch die Bereinigung gekommen ist.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Projekt<\/th><th>Typ<\/th><th>Vertrauensmodell<\/th><th>Nutzung 2026<\/th><th>Urteil<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Lightning<\/td><td>Zahlungskan\u00e4le<\/td><td>Trustless<\/td><td>&gt;1,1 Mrd. USD\/Monat<\/td><td>\u00dcberlebt, echter Umsatz<\/td><\/tr><tr><td>Babylon<\/td><td>Natives Staking<\/td><td>Self-custodial<\/td><td>~5 Mrd. USD TVL<\/td><td>Relativer Gewinner<\/td><\/tr><tr><td>Stacks<\/td><td>Sidechain (Clarity)<\/td><td>Signierer-Set<\/td><td>~192 Mio. USD sBTC<\/td><td>Geschrumpft, aber aktiv<\/td><\/tr><tr><td>Rootstock<\/td><td>Merge-Mined EVM<\/td><td>PowPeg-F\u00f6deration<\/td><td>~92 Mio. USD<\/td><td>Stabil, klein<\/td><\/tr><tr><td>Citrea<\/td><td>ZK-\/BitVM-Rollup<\/td><td>1-von-n<\/td><td>~1,7 Mio. USD<\/td><td>Fr\u00fch, technisch f\u00fchrend<\/td><\/tr><tr><td>Liquid<\/td><td>F\u00f6derierte Sidechain<\/td><td>11-von-15<\/td><td>Nische (Vertraulichkeit)<\/td><td>Still, funktional<\/td><\/tr><tr><td>Botanix<\/td><td>EVM-Sidechain<\/td><td>F\u00f6deration<\/td><td>Eingestellt<\/td><td>Tot (Juni 2026)<\/td><\/tr><tr><td>WBTC<\/td><td>Verwahrter Schuldschein<\/td><td>Verwahrer<\/td><td>Gr\u00f6\u00dfte BTC-in-DeFi-Quelle<\/td><td>Kein L2, doch meistgenutzt<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">Das Muster ist eindeutig. Oben stehen Projekte, die entweder echte Nutzung erzeugen (Lightning) oder das Vertrauensrisiko minimieren (Babylon, Citrea). Unten sammeln sich die f\u00f6derierten Modelle, deren Wachstum vom Zufluss neuen Kapitals abhing und die deshalb am h\u00e4rtesten getroffen wurden. Wer 2027 investiert, sollte diese Spalten lesen wie eine Risiko-Checkliste, nicht wie eine Rangliste vergangener Kursgewinne.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>BaFin, MiCA und was Anleger regulatorisch wissen m\u00fcssen<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr deutsche Anleger ist wichtig, die Regulierungsebene richtig einzuordnen. Weder die BaFin noch die europ\u00e4ische MiCA-Verordnung regulieren das Bitcoin-Protokoll oder eine Sidechain als solche. Reguliert werden Dienstleister und Emittenten: Handelspl\u00e4tze, Verwahrer und Herausgeber von Stablecoins. Die BaFin h\u00e4lt das in ihrem Merkblatt zu Kryptowerte-Dienstleistungen fest, das die Aufsicht \u00fcber Anbieter, nicht \u00fcber Protokolle beschreibt (<a href='https:\/\/www.bafin.de\/SharedDocs\/Veroeffentlichungen\/DE\/Merkblatt\/mb_250103_Kryptowerte_Dienstl.html'>BaFin<\/a>).<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Praktisch hei\u00dft das: Wer \u00fcber eine lizenzierte Plattform sBTC oder L-BTC bezieht, hat es regulatorisch mit dem Anbieter zu tun, nicht mit der Kette. Die Br\u00fccke selbst, das eigentliche Risiko dieses Textes, f\u00e4llt oft in keine klare Zust\u00e4ndigkeit, solange sie dezentral betrieben wird. F\u00fcr Stablecoins auf diesen Ketten, etwa ctUSD, greifen dagegen die MiCA-Regeln f\u00fcr wertreferenzierte oder E-Geld-Token. Die MiCA-Umsetzung sortiert den europ\u00e4ischen Markt derzeit ohnehin neu; wie die Lizenzkosten kleinere Anbieter verdr\u00e4ngen, beschreibt unsere Analyse zur <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/mica-2026-lizenzkosten-konsolidierung-banken\/'>MiCA-Marktbereinigung<\/a>. Diese regulatorische Konsolidierung l\u00e4uft parallel zur technischen Bereinigung, die dieser Text beschreibt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Zur Steuer eine kurze Einordnung ohne Rechtsberatung: Nach der deutschen Logik des Paragrafen 23 EStG ist das blo\u00dfe Verschieben eigener Bitcoin zwischen eigenen Adressen oder Formaten keine Ver\u00e4u\u00dferung und setzt die Haltefrist nicht zur\u00fcck. Anders sieht es aus, wenn Sie Bitcoin gegen einen abgeleiteten Token tauschen oder Ertr\u00e4ge vereinnahmen; dann k\u00f6nnen steuerpflichtige Vorg\u00e4nge entstehen. Im Zweifel gilt: dokumentieren und fachkundigen Rat einholen.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Was Anleger jetzt pr\u00fcfen sollten<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Bereinigung 2026 hat den Markt nicht zerst\u00f6rt, sondern gefiltert. \u00dcbrig bleiben Projekte mit einem klaren Zweck und einem ehrlichen Vertrauensmodell. Wer heute eine Bitcoin-Schicht bewertet, kann sich an einer kurzen Pr\u00fcfliste orientieren.<\/p><ul class='wp-block-list'><li><strong>Ausstiegstest:<\/strong> Kommen Sie im Ernstfall ohne Erlaubnis eines Dritten wieder auf die Hauptkette? Wenn nein, tragen Sie F\u00f6derations- oder Verwahrerrisiko.<\/li><li><strong>Umsatz statt TVL:<\/strong> Verdient die Kette an echten Transaktionen oder lebt sie nur von geparktem Kapital? Botanix scheiterte an genau dieser Frage.<\/li><li><strong>Herkunft der Rendite:<\/strong> Sind die Ertr\u00e4ge echter Cashflow (wie Stacks per Proof-of-Transfer) oder Token-Emissionen (wie viele Staking-Belohnungen)? Emissionen k\u00f6nnen jederzeit versiegen.<\/li><li><strong>Wer betreibt die Br\u00fccke:<\/strong> Eine F\u00f6deration, ein Signierer-Set, ein 1-von-n-BitVM-Kreis oder ein einzelner Verwahrer? Je weniger Vertrauen n\u00f6tig, desto besser.<\/li><li><strong>Regulatorischer Zugang:<\/strong> Ist der Anbieter, \u00fcber den Sie einsteigen, in der EU lizenziert? Das sch\u00fctzt nicht vor Br\u00fcckenrisiko, aber vor unseri\u00f6sen Vermittlern.<\/li><\/ul><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Ausblick ist n\u00fcchtern optimistisch. Lightning w\u00e4chst als Zahlungsschicht, Babylon als native Sicherheitsschicht, Citrea testet die vertrauensminimierte Zukunft. Die eCash-Episode und das Ende von Botanix haben zugleich gezeigt, wie schnell Erz\u00e4hlungen zerfallen, die sich nicht in Nutzung \u00fcbersetzen. F\u00fcr 2027 gilt daher die Lektion dieses Jahres: Nicht die lauteste Kette gewinnt, sondern die, die einen echten Bedarf mit dem geringsten Vertrauensrisiko bedient.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>H\u00e4ufig gestellte Fragen<\/h2><h3 class='wp-block-heading'>Was ist ein Bitcoin Layer 2?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Bitcoin Layer 2 wickelt Transaktionen abseits der Bitcoin-Hauptkette ab und sichert sie zugleich \u00fcber Bitcoin ab. Entscheidend ist der Ausstiegstest: Ein echtes Layer 2 l\u00e4sst Sie Ihr Bitcoin ohne die Erlaubnis eines Dritten wieder auf die Hauptkette zur\u00fcckholen. Lightning erf\u00fcllt das am strengsten, f\u00f6derierte Sidechains nur eingeschr\u00e4nkt.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Warum ist Botanix 2026 gescheitert?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Das Team erkl\u00e4rte, das Modell habe in diesem Markt und zu diesem Zeitpunkt nicht funktioniert. Trotz rund 25 Millionen Transaktionen deckten die Geb\u00fchren die Betriebskosten nicht, weil die meisten Bitcoin-Halter ihre M\u00fcnzen als Wertspeicher halten statt sie aktiv in DeFi einzusetzen. Bestehende Nachfrage war zudem bereits \u00fcber Wrapped Bitcoin auf Ethereum gedeckt.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Welche Bitcoin-L2 ist die gr\u00f6\u00dfte?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Nach gebundenem Kapital ist Babylon mit rund 5 Milliarden US-Dollar der Marktf\u00fchrer, gefolgt von Lightning gemessen am monatlichen Zahlungsvolumen von \u00fcber 1,1 Milliarden US-Dollar. Wrapped Bitcoin auf Ethereum bewegt allerdings mehr Bitcoin als jede native Bitcoin-Schicht, gilt aber nicht als Layer 2.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Ist Wrapped Bitcoin ein Layer 2?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Nein. Wrapped Bitcoin wie WBTC ist ein verwahrter Schuldschein: Ein Verwahrer h\u00e4lt das echte Bitcoin und gibt auf einer anderen Kette einen Token aus, der es abbildet. Sie k\u00f6nnen nicht einseitig aussteigen, sondern vertrauen dem Emittenten. Im Vertrauensspektrum steht Wrapped Bitcoin deshalb ganz unten, obwohl es in der Praxis am meisten genutzt wird.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Reguliert die BaFin Bitcoin Layer 2?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Die BaFin und die MiCA-Verordnung regulieren Dienstleister und Emittenten, also Handelspl\u00e4tze, Verwahrer und Stablecoin-Herausgeber, nicht das Bitcoin-Protokoll oder eine Sidechain selbst. F\u00fcr Anleger z\u00e4hlt daher, wer die jeweilige Br\u00fccke oder den Verwahrdienst betreibt und ob dieser Anbieter in der EU lizenziert ist.<\/p><script type=\"application\/ld+json\">{\"@context\":\"https:\/\/schema.org\",\"@type\":\"FAQPage\",\"mainEntity\":[{\"@type\":\"Question\",\"name\":\"Was ist ein Bitcoin Layer 2?\",\"acceptedAnswer\":{\"@type\":\"Answer\",\"text\":\"Ein Bitcoin Layer 2 wickelt Transaktionen abseits der Bitcoin-Hauptkette ab und sichert sie zugleich \u00fcber Bitcoin ab. 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