{"id":498,"date":"2026-09-08T10:30:30","date_gmt":"2026-09-08T10:30:30","guid":{"rendered":"https:\/\/hoge.gg\/de\/lightning-network-zaps-value-for-value-2026\/"},"modified":"2026-09-08T10:30:30","modified_gmt":"2026-09-08T10:30:30","slug":"lightning-network-zaps-value-for-value-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hoge.gg\/de\/lightning-network-zaps-value-for-value-2026\/","title":{"rendered":"Lightning Network 2026: Zaps, Sats und Value for Value"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Kreditkarte kann kein Trinkgeld von f\u00fcnf Cent verarbeiten, jedenfalls nicht wirtschaftlich: Die festen Geb\u00fchren pro Transaktion fressen den Betrag auf, lange bevor er beim Empf\u00e4nger ankommt. Das Lightning Network beherrscht etwas, das kein klassisches Zahlungsnetz kann: einen Bruchteil eines Cents verschicken, sofort und f\u00fcr nahezu nichts. Und genau dort, an der Untergrenze des Bezahlbaren, ist 2026 die vielleicht nativste Anwendung von Bitcoins zweiter Schicht entstanden. Sie hei\u00dft Value for Value, und die meisten Menschen au\u00dferhalb der Bitcoin-Szene haben noch nie davon geh\u00f6rt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Auf Nostr, einem dezentralen sozialen Protokoll, schicken sich Nutzerinnen und Nutzer per Fingertipp Bitcoin-Trinkgeld, den sogenannten Zap. Podcasts zahlen Sats an ihre Hosts aus, w\u00e4hrend man zuh\u00f6rt, Sekunde f\u00fcr Sekunde. Dieser Text erkl\u00e4rt, wie das technisch funktioniert, warum Micropayments Lightnings eigentliche Superkraft sind, wie gro\u00df die Zap-\u00d6konomie wirklich ist, wo ihre Grenzen liegen und was BaFin und die europ\u00e4ische MiCA-Verordnung f\u00fcr deutschsprachige Nutzerinnen und Nutzer bedeuten.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Das Grundproblem: Bitcoin kann kein Trinkgeld<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Bitcoins Basisschicht, die eigentliche Blockchain, verarbeitet nur wenige Transaktionen pro Sekunde, und jede davon konkurriert um knappen Platz in einem Block, der etwa alle zehn Minuten entsteht. In ruhigen Phasen kostet eine On-Chain-Zahlung wenige Cent, in Sto\u00dfzeiten schnell mehrere Euro. F\u00fcr einen gr\u00f6\u00dferen Einkauf mag das gehen; f\u00fcr ein Trinkgeld von zehn Cent an eine Autorin ist es absurd, weil die Geb\u00fchr h\u00f6her w\u00e4re als der Betrag selbst.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Klassische Zahlungsnetze haben dasselbe Problem von der anderen Seite. Wer Karten akzeptiert, zahlt \u00fcblicherweise einen kleinen Fixbetrag von einigen Cent plus ein bis drei Prozent des Umsatzes. Bei einem Einkauf von f\u00fcnfzig Euro f\u00e4llt das kaum auf; bei einem Micropayment von zehn Cent ist allein der Fixbetrag ein Vielfaches des Zahlbetrags. Deshalb gibt es im Netz bis heute kaum echte Kleinstzahlungen. Stattdessen sammeln Plattformen Geld in gro\u00dfen Bl\u00f6cken ein, \u00fcber Abos, Werbung und Paywalls, und behalten davon einen erheblichen Teil. Genau diese L\u00fccke f\u00fcllt Lightning.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Wie das Lightning Network Micropayments m\u00f6glich macht<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Das Lightning Network ist eine zweite Schicht \u00fcber Bitcoin. Zwei Parteien er\u00f6ffnen einen Zahlungskanal, indem sie eine gemeinsame Transaktion (technisch eine 2-von-2-Multisignatur) auf der Blockchain verankern. Danach k\u00f6nnen sie beliebig viele Zahlungen untereinander verrechnen, ohne jede einzelne on-chain zu schreiben; erst beim Schlie\u00dfen des Kanals wird der Endstand wieder auf der Blockchain festgehalten. Man muss aber nicht mit jedem einen eigenen Kanal unterhalten. \u00dcber sogenannte HTLCs (Hashed Timelock Contracts) und ein Zwiebelrouting-Verfahren (onion routing) werden Zahlungen \u00fcber mehrere Kan\u00e4le weitergereicht, \u00e4hnlich wie ein Paket \u00fcber mehrere Poststationen, ohne dass die Zwischenstationen Absender und Empf\u00e4nger kennen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Sicher ist das, obwohl man den Zwischenstationen nicht vertrauen muss, weil jede Zahlung durch kryptografische Bedingungen und Zeitschl\u00f6sser (timelocks) abgesichert ist: Entweder kommt sie vollst\u00e4ndig beim Ziel an, oder sie wird nach Ablauf einer Frist r\u00fcckabgewickelt; ein Teilverlust unterwegs ist ausgeschlossen. Und wer versucht, beim Schlie\u00dfen eines Kanals einen veralteten, f\u00fcr ihn g\u00fcnstigeren Kontostand vorzut\u00e4uschen, riskiert, dass die Gegenseite mit einer Straftransaktion das gesamte Kanalguthaben einzieht. Dieses Anreizsystem, nicht das Vertrauen in eine zentrale Instanz, h\u00e4lt das Netz ehrlich. Der Preis daf\u00fcr ist Komplexit\u00e4t, die moderne Wallets dem Nutzer allerdings weitgehend abnehmen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der entscheidende Unterschied zu Karten und zur Blockchain: Die Kosten skalieren mit dem Betrag, nicht mit der Transaktion an sich. Wer \u00fcber gut vernetzte Knoten einen Zap unter tausend Satoshi verschickt, zahlt laut einer \u00dcbersicht des Infrastrukturanbieters Spark <a href='https:\/\/www.spark.money\/tools\/bitcoin-nostr-zap-comparison'>typischerweise null bis drei Satoshi Routing-Geb\u00fchr<\/a>, also einen kaum messbaren Bruchteil eines Cents. Zur Einordnung: Ein Bitcoin besteht aus 100 Millionen Satoshi; bei einem Bitcoin-Kurs von rund 67.800 Euro (<a href='https:\/\/www.coingecko.com\/en\/coins\/bitcoin\/eur'>CoinGecko<\/a>, 8. September 2026) ist ein einzelner Satoshi weniger als ein Zehntel Cent wert. Das ist die Voraussetzung daf\u00fcr, dass Trinkgeld in Sats \u00fcberhaupt Sinn ergibt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Elizabeth Stark, CEO von Lightning Labs, fasste den Kostenvorteil auf einer Branchenkonferenz in London im Mai 2024 zusammen. Bezogen auf Dollar-Stablecoins auf Lightning, ein Prinzip, das f\u00fcr jede Kleinstzahlung gilt, sagte sie laut <a href='https:\/\/news.bitcoin.com\/lightning-labs-ceo-elizabeth-stark-states-stablecoins-are-coming-to-the-lightning-network\/'>news.bitcoin.com<\/a>: &bdquo;Verglichen mit traditionellen Systemen wie Visa, wo die Geb\u00fchren in den USA bis zu drei Prozent betragen k\u00f6nnen, k\u00f6nnen die Kosten f\u00fcr Stablecoin-Transaktionen im Lightning Network dramatisch niedriger sein, oft nur ein Cent oder weniger.&ldquo;<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Was ist ein Zap?<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Zap ist ein \u00f6ffentliches Bitcoin-Trinkgeld f\u00fcr einen Beitrag in einem sozialen Netzwerk. Das Wort leitet sich vom Blitz-Symbol (dem Lightning-Bolt) ab, das in vielen Nostr-Apps neben jedem Beitrag steht. Tippt man darauf, schl\u00e4gt die App einen Betrag vor (beliebt sind 21, 210 oder 2.100 Satoshi, eine Anspielung auf Bitcoins Obergrenze von 21 Millionen M\u00fcnzen), man best\u00e4tigt, und die eigene Wallet begleicht im Hintergrund eine Lightning-Rechnung an die Empf\u00e4ngerin. Wenige Sekunden sp\u00e4ter erscheint unter dem Beitrag eine sichtbare Zap-Quittung: Alle sehen, dass und wie viel gezappt wurde.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Technisch ist das im Nostr-Standard <a href='https:\/\/nips.nostr.com\/57'>NIP-57<\/a> festgelegt. Er definiert zwei Ereignistypen: eine Zap-Anfrage (kind 9734) und eine Zap-Quittung (kind 9735). Die Anfrage teilt der Wallet mit, wer wof\u00fcr bezahlt werden soll; die Quittung ist der kryptografische Beleg, den der Server des Empf\u00e4ngers nach erfolgreicher Lightning-Zahlung ver\u00f6ffentlicht. Weil die Quittung \u00f6ffentlich ist, wird aus einem privaten Trinkgeld ein soziales Signal, sichtbar wie ein Like, aber mit echtem Geld hinterlegt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der eigentliche Reiz liegt im Anteil, der ankommt. Laut Spark erreichen bei einem Zap praktisch 100 Prozent den Kreator, abz\u00fcglich der wenigen Sat Routing-Geb\u00fchr, w\u00e4hrend YouTube rund 45 Prozent des Umsatzes einbeh\u00e4lt und Substack etwa zehn Prozent. F\u00fcr viele Nutzerinnen und Nutzer ist das der Punkt: Nicht die H\u00f6he der einzelnen Zahlung \u00fcberzeugt, sondern dass fast alles direkt bei der Person landet, die man unterst\u00fctzen will.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Wie ein Zap konkret abl\u00e4uft<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Beispiel macht das greifbar. Angenommen, jemand ver\u00f6ffentlicht auf Nostr einen hilfreichen Beitrag, und man m\u00f6chte sich mit 1.000 Satoshi bedanken (bei einem Kurs von rund 67.800 Euro je Bitcoin sind das etwa 68 Cent). Man tippt auf das Blitz-Symbol, w\u00e4hlt den Betrag und best\u00e4tigt. Im Hintergrund fragt die eigene App beim Server des Empf\u00e4ngers eine Lightning-Rechnung \u00fcber genau diesen Betrag an, die eigene Wallet begleicht sie, und die Zahlung sucht sich \u00fcber mehrere Kan\u00e4le einen Weg zum Ziel. Sekunden sp\u00e4ter erscheint die Zap-Quittung \u00f6ffentlich unter dem Beitrag, f\u00fcr alle sichtbar.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Damit das reibungslos klappt, braucht der Empf\u00e4nger eine sogenannte Lightning-Adresse, die aussieht wie eine E-Mail-Adresse (etwa name@wallet.app) und im Nostr-Profil hinterlegt ist. Sie \u00fcbersetzt den Wunsch, an diese Person zu zahlen, automatisch in eine passende Rechnung, ohne dass jemand von Hand eine kryptische Zeichenkette kopieren muss. Diese kleine Bequemlichkeit ist einer der Gr\u00fcnde, warum Zaps sich \u00fcberhaupt wie ein Like anf\u00fchlen und nicht wie eine Bank\u00fcberweisung. Wer selbst Zaps empfangen will, hinterlegt eine solche Adresse einmalig; alles Weitere erledigt die Wallet im Hintergrund.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Nostr, das Protokoll hinter den Zaps<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Zaps ergeben nur im Zusammenspiel mit Nostr Sinn, deshalb lohnt ein kurzer Blick auf dieses Protokoll. Nostr (kurz f\u00fcr &bdquo;Notes and Other Stuff Transmitted by Relays&ldquo;) ist ein offenes, dezentrales Protokoll f\u00fcr soziale Medien, das der pseudonyme Entwickler fiatjaf 2020 entwarf. Statt eines zentralen Servers gibt es viele unabh\u00e4ngige Relays, die Nachrichten weiterreichen; die Identit\u00e4t einer Nutzerin ist schlicht ein kryptografisches Schl\u00fcsselpaar. Wird ein Relay zensiert oder abgeschaltet, wechselt man zu einem anderen. Ein zentrales Unternehmen, das den Zugang kontrolliert, gibt es nicht.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Identit\u00e4t besteht dabei aus einem Schl\u00fcsselpaar: Der \u00f6ffentliche Schl\u00fcssel (als npub abgek\u00fcrzt) ist die Adresse, unter der man gefunden wird; der private Schl\u00fcssel (nsec) signiert die eigenen Beitr\u00e4ge und darf niemals geteilt werden. Wer den privaten Schl\u00fcssel verliert, verliert das Konto, denn es gibt keine zentrale Stelle, die es zur\u00fccksetzen k\u00f6nnte. Menschlich lesbare Namen liefert der Standard NIP-05, der eine Kennung im Format name@domain mit dem Schl\u00fcssel verkn\u00fcpft, \u00e4hnlich einem verifizierten Handle. Diese Bausteine sind wichtig, weil dieselbe Logik, offene Schl\u00fcssel statt zentraler Konten, auch die Zahlungen tr\u00e4gt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Weil Nostr bewusst keinen eigenen Token besitzt, brauchte es f\u00fcr Zahlungen ein neutrales Geld, und daf\u00fcr bot sich Bitcoin \u00fcber Lightning an. Prominente Unterst\u00fctzung kam von Jack Dorsey: Der Twitter-Mitgr\u00fcnder f\u00f6rderte das Projekt fr\u00fch und steuerte laut <a href='https:\/\/www.forbes.com\/sites\/digital-assets\/2023\/05\/30\/bitcoin-social-network-nostr-creator-fiatjaf-\/'>Forbes<\/a> rund f\u00fcnf Millionen Dollar zur Entwicklung bei; bis Mitte 2023 z\u00e4hlte Nostr demnach etwa 18 Millionen angelegte Identit\u00e4ten (die Zahl umfasst Schl\u00fcsselpaare, von denen viele inaktiv sind, und l\u00e4sst sich nicht mit sp\u00e4teren, gefilterten Nutzerzahlen vergleichen).<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">fiatjaf selbst begr\u00fcndet die konsequente Dezentralit\u00e4t mit der Angst vor Vereinnahmung. Gegen\u00fcber Forbes sagte er 2023: &bdquo;Wenn heute ein Gro\u00dfkonzern anfinge, auf Nostr Dinge zu tun, um Geld zu verdienen, w\u00fcrde er die Kontrolle \u00fcber das Protokoll \u00fcbernehmen, und das w\u00e4re nicht gut.&ldquo; Das \u00d6kosystem ist trotzdem, oder gerade deshalb, breit geworden: Spark z\u00e4hlt <a href='https:\/\/www.spark.money\/tools\/bitcoin-nostr-zap-comparison'>\u00fcber 140 Client-Apps und mehr als 850 Relays in mehr als 40 L\u00e4ndern<\/a>.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Value for Value: ein altes Radiomodell auf Bitcoin-Schienen<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Begriff f\u00fcr die Idee hinter Zaps stammt nicht aus der Krypto-Welt, sondern aus dem Podcasting. Value for Value (oft value4value oder V4V abgek\u00fcrzt) geht auf Adam Curry zur\u00fcck, einen der Pioniere des Mediums, der oft &bdquo;Podfather&ldquo; genannt wird. Das Prinzip: Kreative stellen ihre Arbeit frei zur Verf\u00fcgung, und das Publikum gibt zur\u00fcck, was es ihm wert ist, freiwillig und ohne Paywall, Abo oder Werbung. Urspr\u00fcnglich meinte das schlicht: Wenn dir gef\u00e4llt, was wir machen, denk \u00fcber eine Spende nach. Mit Bitcoin und Lightning wurde daraus ein direkter, automatisierbarer Zahlungsfluss.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Curry und der Entwickler Dave Jones gr\u00fcndeten im Sommer 2020 den <a href='https:\/\/circle270media.com\/adam-curry-and-dave-jones-launch-the-podcast-index\/'>Podcast Index<\/a>, ein offenes, zensurresistentes Verzeichnis, das nach eigenen Angaben inzwischen \u00fcber vier Millionen Podcasts umfasst (Apples Verzeichnis listet rund zwei Millionen). Der Podcast Index versteht sich ausdr\u00fccklich als Gegenentwurf zu einem zentralen, privaten Gatekeeper und als Fundament der Podcasting-2.0-Bewegung, die neue, offene Funktionen in den alten RSS-Standard zur\u00fcckbringt, darunter eben Bezahlung per Lightning.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Bitcoin dient Kreativen dabei auf mehr als eine Art. Wer digitale Kunst unver\u00e4nderlich auf die Blockchain schreiben will, nutzt <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/bitcoin-ordinal-erstellen-anleitung-2026\/'>Ordinals<\/a>; wer laufende Arbeit verg\u00fcten will, nutzt Lightning und Value for Value. Die erste Variante speichert Inhalte, die zweite bezahlt Menschen, und beide teilen sich dieselbe Basisschicht.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Streaming-Sats: Geld, das mit der Sendung flie\u00dft<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">In der Praxis kennt Value for Value drei Spielarten, die im offenen <a href='https:\/\/support.fountain.fm\/article\/91-what-is-podcasting-2-0'>Podcasting-2.0-Standard<\/a> verankert sind. Erstens Streaming-Zahlungen: Die H\u00f6rer-App \u00fcberweist kleine Sat-Betr\u00e4ge pro Minute, solange man zuh\u00f6rt; h\u00f6rt man auf, stoppt der Fluss. Zweitens Boosts (umgangssprachlich Boostagrams): eine Nachricht, an die eine gr\u00f6\u00dfere Zahlung gekoppelt ist und die in der Sendung wie ein bezahlter Kommentar auftaucht. Drittens Splits: \u00dcber das RSS-Feld &lt;podcast:value&gt; hinterlegt eine Produktion, wie eingehende Zahlungen automatisch auf Hosts, G\u00e4ste und Techniker verteilt werden, ohne Buchhaltung im Hintergrund.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Getragen wird das von einer wachsenden Zahl an Apps. Fountain, mitgegr\u00fcndet von Oscar Merry, verbindet Podcasts mit Nostr, Bitcoin und Lightning; Podverse und Castamatic unterst\u00fctzen Streaming-Sats ebenfalls. \u00dcber die Kategorie Podcast hinaus reicht das Modell inzwischen: Auf Zap.Stream lassen sich Live-Videos senden, bei denen das Publikum in Echtzeit zappt, und auf Plattformen wie Habla.news monetarisieren Autorinnen l\u00e4ngere Texte, ohne Patreon oder Substack dazwischenzuschalten. Der gemeinsame Nenner bleibt derselbe wie beim Zap: viele winzige Zahlungen statt weniger gro\u00dfer, direkt und in Echtzeit.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Wie das in der Praxis aussieht, zeigt ein einfaches Beispiel: Ein Podcast mit zwei Hosts und einem Toningenieur hinterlegt in seinem Feed, dass eingehende Sats zu je 40 Prozent an die beiden Hosts und zu 20 Prozent an den Techniker gehen sollen. H\u00f6rt jemand die Folge und l\u00e4sst pro Minute ein paar Sats streamen, teilt die App jede Zahlung automatisch in diesem Verh\u00e4ltnis auf. Niemand schreibt Rechnungen, niemand wartet auf eine monatliche Abrechnung, und niemand muss der Plattform vertrauen, dass sie korrekt aufteilt, weil die Verteilung im offenen Standard steht und direkt zwischen den Wallets passiert.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Die Wallets, die Zaps m\u00f6glich machen<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Um zu zappen, braucht man eine Lightning-Wallet, und hier zeigt sich das zentrale Spannungsfeld: Bequemlichkeit gegen Selbstverwahrung. Am einfachsten sind verwahrende (custodial) L\u00f6sungen, bei denen ein Anbieter die Schl\u00fcssel h\u00e4lt. Viele Nostr-Clients bringen so etwas direkt mit; die App Primal etwa enth\u00e4lt eine eingebaute, verwahrte Wallet, sodass Einsteiger ohne Vorwissen loslegen k\u00f6nnen. Wer mehr Kontrolle will, verbindet \u00fcber den Standard Nostr Wallet Connect (NIP-47) eine externe Wallet wie Alby Hub mit dem Client. Ganz am selbstbestimmten Ende steht die eigene Wallet mit eigenen Kan\u00e4len (etwa Phoenix oder Breez), auf die niemand sonst zugreifen kann.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Client<\/th><th>Plattform<\/th><th>Wallet-Modell<\/th><th>Besonderheit<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Primal<\/td><td>iOS, Android, Web<\/td><td>verwahrt (eingebaut)<\/td><td>niedrigste Einstiegsh\u00fcrde<\/td><\/tr><tr><td>Damus<\/td><td>nur iOS<\/td><td>externe Wallet (NWC)<\/td><td>Zaps nur auf Profilebene (App-Store-Auflage)<\/td><\/tr><tr><td>Amethyst<\/td><td>Android, Desktop<\/td><td>externe Wallet (NIP-47)<\/td><td>verbreiteter Android-Client<\/td><\/tr><tr><td>Snort \/ Nostur<\/td><td>Web \/ iOS, macOS<\/td><td>externe Wallet (NWC)<\/td><td>schlanke Clients<\/td><\/tr><tr><td>Iris, 0xchat, YakiHonne<\/td><td>mobil, teils Web<\/td><td>Cashu-ecash (bei einem Mint verwahrt)<\/td><td>ecash-basierte Kleinstzahlungen<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><figcaption class='wp-block-table__caption'>Auswahl an Nostr-Clients mit Zap-Funktion (Quelle: Spark, Nostr-Zap-Vergleich).<\/figcaption><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Bandbreite ist Absicht: Sie reicht vom Ein-Klick-Einstieg mit vollem Vertrauen in einen Dienst bis zur vollst\u00e4ndigen Selbstverwahrung mit entsprechendem technischem Aufwand. F\u00fcr das Zappen im Alltag greifen die meisten heute zur bequemen, verwahrten Variante, was praktische, aber auch heikle Folgen hat, wie der Abschnitt zu den Grenzen zeigt.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Cash App, Strike und der Weg in den Mainstream<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Zaps setzen voraus, dass gen\u00fcgend Menschen \u00fcberhaupt Sats besitzen und verschicken k\u00f6nnen, und hier bewegt sich 2026 am meisten. Cash App, der Bezahldienst von Block, brachte im November 2025 eine Funktion, mit der seine <a href='https:\/\/bitcoinmagazine.com\/business\/cash-app-users-pay-with-bitcoin'>58 Millionen monatlich aktiven Nutzer<\/a> Bitcoin sofort \u00fcber Lightning senden und empfangen k\u00f6nnen, teils sogar aus dem USD-Guthaben, ohne selbst Bitcoin zu halten. Miles Suter, bei Block f\u00fcr das Bitcoin-Produkt verantwortlich, nannte als Ziel, Bitcoin-Zahlungen so reibungslos wie Kartenzahlungen zu machen, und stellte in Aussicht, dass jede Cash-App-Nutzerin eine Lightning-Adresse erh\u00e4lt, die ihrem Nutzernamen entspricht.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">\u00c4hnliches treibt Strike von Jack Mallers voran, das Lightning-Zahlungen und -Auszahlungen in Dutzenden L\u00e4ndern anbietet. F\u00fcr die Value-for-Value-\u00d6konomie ist das entscheidend: Je einfacher der Weg zu ein paar Sats, desto niedriger die Schwelle, sie auch zu verschenken. Ein Vorbehalt f\u00fcr den deutschsprachigen Raum: Beide Dienste sind bislang vor allem in den USA verf\u00fcgbar. Hierzulande f\u00fchrt der Weg zu zap-f\u00e4higen Sats meist \u00fcber eine Lightning-Wallet, die man von einer B\u00f6rse abhebt oder per Tausch bef\u00fcllt.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Wie gro\u00df ist die Zap-\u00d6konomie wirklich?<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">So viel zur Mechanik; doch wie gro\u00df ist das Ganze? Hier ist Ehrlichkeit n\u00f6tig, denn die Zahlen sind zugleich beeindruckend und bescheiden. Beeindruckend: Der Infrastrukturanbieter Spark z\u00e4hlte in einem <a href='https:\/\/www.spark.money\/tools\/bitcoin-nostr-zap-comparison'>Zwei-Wochen-Fenster Anfang 2025 \u00fcber 20 Millionen Zaps<\/a>. Bescheiden: Der typische Zap bewegt zweistellige bis vierstellige Satoshi-Betr\u00e4ge, also Cent-Bruchteile bis wenige Euro; in der Summe ist das, gemessen an klassischen Kreativplattformen, winzig.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Auch das Lightning Network insgesamt ist \u00fcberschaubar geblieben und zuletzt sogar geschrumpft. Nach den j\u00fcngsten von Spark ver\u00f6ffentlichten Daten (Stand Mai 2026) sieht das Bild so aus:<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Kennzahl<\/th><th>Wert (Mai 2026)<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>\u00d6ffentliche Kapazit\u00e4t<\/td><td>rund 4.898 BTC (bei ~67.800 Euro\/BTC etwa 330 Millionen Euro)<\/td><\/tr><tr><td>Knoten (Nodes)<\/td><td>17.438 (davon 8.975 \u00fcber Tor, 4.696 im Clearnet)<\/td><\/tr><tr><td>\u00d6ffentliche Kan\u00e4le<\/td><td>41.080<\/td><\/tr><tr><td>Monatliches Zahlungsvolumen<\/td><td>rund 1,17 Milliarden US-Dollar (November 2025)<\/td><\/tr><tr><td>Monatliche Transaktionen<\/td><td>etwa 12 Millionen (Ende 2025)<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><figcaption class='wp-block-table__caption'>Netzkennzahlen laut <a href='https:\/\/www.spark.money\/research\/lightning-network-2026-state'>Spark<\/a>. Private, nicht angek\u00fcndigte Kan\u00e4le d\u00fcrften noch einmal mindestens so viel Kapazit\u00e4t halten.<\/figcaption><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">Zur Einordnung: Die \u00f6ffentliche Kapazit\u00e4t lag im Dezember 2025 mit rund 5.637 BTC auf einem Rekord und ist seither um etwa 13 Prozent zur\u00fcckgegangen. Das Netz ist also kein Massenph\u00e4nomen, sondern eine Nische mit realer, aber begrenzter Nutzung. Warum sich Value for Value trotzdem lohnen kann, zeigt der Vergleich der Anteile, die beim Kreator ankommen:<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Modell<\/th><th>Was beim Kreator ankommt<\/th><th>Auszahlung<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>YouTube (Werbung)<\/td><td>rund 55 Prozent; die Plattform beh\u00e4lt etwa 45 Prozent<\/td><td>monatlich, ab Schwelle<\/td><\/tr><tr><td>Substack (Abos)<\/td><td>rund 90 Prozent; etwa 10 Prozent Plattformgeb\u00fchr plus Zahlungsdienstleister<\/td><td>periodisch<\/td><\/tr><tr><td>Zap \/ Value for Value<\/td><td>praktisch 100 Prozent, abz\u00fcglich weniger Sat Routing<\/td><td>sofort, pro Zahlung<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><figcaption class='wp-block-table__caption'>Plattformanteile laut Spark; die Zahlen f\u00fcr YouTube und Substack stammen aus dem Nostr-Zap-Vergleich.<\/figcaption><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">Andere Plattformen behalten \u00e4hnlich viel oder verlangen zus\u00e4tzlich Zahlungsgeb\u00fchren. Der Preis f\u00fcr den hohen Kreator-Anteil bei Value for Value ist das kleinere Publikum und der h\u00f6here technische Aufwand. Ob sich das rechnet, h\u00e4ngt weniger vom Prozentsatz als von der Reichweite ab.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Vergleich hat allerdings Grenzen. Patreon und Twitch behalten je nach Modell einen sp\u00fcrbaren Anteil, zahlen erst ab einer Schwelle aus und \u00fcberweisen mit Verz\u00f6gerung; daf\u00fcr bieten sie Entdeckbarkeit, Vertragssicherheit und ein Millionenpublikum, das Nostr schlicht nicht hat. Value for Value tauscht diese Infrastruktur gegen Unmittelbarkeit und einen nahezu vollst\u00e4ndigen Durchgriff der Zahlung. F\u00fcr eine etablierte Kreatorin mit gro\u00dfer Reichweite kann der kleinere Anteil einer klassischen Plattform in absoluten Zahlen mehr einbringen als 100 Prozent von sehr wenigen Zaps. Genau deshalb ist Value for Value bislang eher Erg\u00e4nzung als Ersatz.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Grenzen und Reibungspunkte<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">So elegant das Modell ist, es hat handfeste Grenzen. Erstens die Verwahrung: Damit Zaps mit einem Fingertipp funktionieren, nutzt die gro\u00dfe Mehrheit verwahrte Wallets. Bequemlichkeit erkauft man mit Gegenparteirisiko; wer die Schl\u00fcssel nicht selbst h\u00e4lt, dem k\u00f6nnen die Sats im Zweifel eingefroren werden oder verloren gehen (&bdquo;not your keys, not your coins&ldquo;). Das steht im Widerspruch zum Ideal der Selbstverwahrung, das Bitcoin und Nostr eigentlich verbindet.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Zweitens die eingehende Liquidit\u00e4t: Wer Zaps empfangen will, braucht einen Kanal mit Kapazit\u00e4t in Empfangsrichtung. Bei verwahrten Diensten l\u00f6st das der Anbieter im Hintergrund; bei Selbstverwahrung ist es eine echte H\u00fcrde, die Einsteiger schnell \u00fcberfordert. Drittens die Reichweite: Nostrs Nutzerbasis ist klein und stark von Bitcoinern gepr\u00e4gt. Wer au\u00dferhalb dieser Blase Publikum sucht, findet es dort bislang kaum. Dazu kommt Spam, gegen den Nostr auf optionale Rechennachweise (proof of work) und bezahlte Relays setzt, was wiederum Reibung erzeugt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Viertens die App-Store-Regeln. 2023 zwang Apple die popul\u00e4re iOS-App Damus, Zaps auf einzelne Beitr\u00e4ge zu deaktivieren, weil der Konzern sie wie In-App-K\u00e4ufe behandelte, die seiner Abgabe unterliegen; Damus verlagerte Zaps daraufhin auf die Profilebene, wo sie bis heute sitzen, wie auch der Nostr-Zap-Vergleich festh\u00e4lt. Der Vorfall, damals breit <a href='https:\/\/www.nbcnews.com\/tech\/tech-news\/elon-musk-dorsey-apple-nostr-damus-app-rcna89328'>berichtet<\/a>, zeigt, wie sehr eine offene Bezahlschicht am Ende doch von den Torw\u00e4chtern der Smartphone-Welt abh\u00e4ngt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcnftens, und das wiegt langfristig am schwersten, die Konzentration. Weil die bequemen, verwahrten Zap-Dienste den Alltag dominieren, flie\u00dft ein Gro\u00dfteil der Trinkgelder \u00fcber eine Handvoll Anbieter. Das ist praktisch, widerspricht aber dem dezentralen Versprechen von Bitcoin und Nostr und schafft neue Engstellen: F\u00e4llt ein gro\u00dfer verwahrter Dienst aus oder wird er reguliert, trifft das viele Nutzer auf einmal. Nicht ohne Grund l\u00e4uft laut Spark noch immer ein erheblicher Teil der Knoten \u00fcber das anonymisierende Tor-Netz (8.975 von 17.438), ein Zeichen, dass der Wunsch nach Unabh\u00e4ngigkeit real ist, auch wenn im Alltag oft die Bequemlichkeit siegt.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Was BaFin und MiCA f\u00fcr Trinkgeld-Sats bedeuten<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Nutzerinnen und Nutzer im deutschsprachigen Raum stellt sich die Frage: Ist das alles reguliert? Die kurze Antwort lautet: das Protokoll nicht, bestimmte Dienste drumherum schon. Das Lightning Network selbst und selbstverwahrte Wallets sind Software; wer seine eigenen Schl\u00fcssel h\u00e4lt und Sats verschickt, nutzt keinen Finanzdienstleister. Sobald aber ein Anbieter Kryptowerte f\u00fcr andere verwahrt, greift die europ\u00e4ische Verordnung MiCA (Markets in Crypto-Assets). Die BaFin betont in ihrem <a href='https:\/\/www.bafin.de\/SharedDocs\/Veroeffentlichungen\/DE\/Merkblatt\/mb_250103_Kryptowerte_Dienstl.html'>Merkblatt zu Kryptowerte-Dienstleistungen<\/a>, dass sie Dienstleister und Emittenten beaufsichtigt, nicht das Protokoll.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Konkret hei\u00dft das: Eine verwahrende Zap- oder Lightning-Wallet, die Kundengelder h\u00e4lt, ist ein Krypto-Dienstleister (CASP) und braucht eine Zulassung. Das Mindestkapital liegt je nach Dienstleistungsklasse zwischen 50.000 und 150.000 Euro; f\u00fcr die Verwahrung sind es 125.000 Euro. Seit dem 1. Januar 2026 greifen zudem erweiterte steuerliche Meldepflichten nach DAC8. Die Folgen sind bereits sichtbar: Die beliebte verwahrte Wallet Wallet of Satoshi stellte Anfang 2026 ihren verwahrten Dienst in der EU ein und verweist Nutzer auf einen selbstverwahrten Modus, den europ\u00e4ische Aufsichtsregeln f\u00fcr verwahrende Anbieter nicht erfassen. Deutschlands versch\u00e4rfte MiCA-\u00dcbergangsfrist endete am 1. Juli 2026; die <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/mica-umsetzung-2026-laufende-aufsicht-dora-amla\/'>laufende Aufsicht ist damit erst der Anfang<\/a>, nicht das Ende der Pflichten.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Steuerlich ist Vorsicht geboten: Erhaltene Sats k\u00f6nnen relevant sein, etwa als Eink\u00fcnfte, wenn sie f\u00fcr eine Leistung flie\u00dfen, oder beim sp\u00e4teren Verkauf im Rahmen privater Ver\u00e4u\u00dferungsgesch\u00e4fte. Feste Grenzen und Fristen lassen sich hier nicht pauschal nennen; wer regelm\u00e4\u00dfig nennenswerte Betr\u00e4ge in Sats erh\u00e4lt, sollte steuerlichen Rat einholen. Eine Randnotiz noch: Dieselben Lightning-Schienen transportieren seit 2026 auch Dollar-Stablecoins wie USDT (\u00fcber Taproot Assets), was <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/stablecoin-regeln-2026-mica-genius-act\/'>eigene regulatorische Fragen aufwirft<\/a>, gerade weil USDT in der EU von vielen regulierten Handelspl\u00e4tzen genommen wurde. F\u00fcr Zaps spielt das kaum eine Rolle, die laufen in Sats; f\u00fcr das gr\u00f6\u00dfere Bild der Bezahlschicht schon.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Die technische Zukunft: BOLT12, Splicing und Maschinen-Trinkgeld<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Damit Value for Value \u00fcber die Nische hinausw\u00e4chst, muss vor allem die Nutzererfahrung besser werden, und daran arbeitet die Protokollentwicklung. Der wichtigste Baustein sind BOLT12-Angebote (offers): wiederverwendbare, statische Zahlungscodes, die anders als die heutigen Einmal-Rechnungen (BOLT11) dauerhaft g\u00fcltig bleiben. F\u00fcr Kreative ist das ideal, n\u00e4mlich ein fester QR-Code oder Link als Trinkgeldglas, das nie abl\u00e4uft. BOLT12 ist in mehreren Implementierungen (Core Lightning, LDK, Eclair) nativ verf\u00fcgbar; ausgerechnet LND, die verbreitetste Software, hinkt hier noch hinterher und liefert die Bausteine nur schrittweise nach, etwa das Weiterreichen von Onion-Nachrichten seit Version 0.21 (<a href='https:\/\/lightning.engineering\/posts\/2026-06-11-lnd-0.21-launch\/'>Juni 2026<\/a>).<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Parallel reifen weitere Verbesserungen: Splicing erlaubt es, einen Kanal zu vergr\u00f6\u00dfern oder zu verkleinern, ohne ihn schlie\u00dfen zu m\u00fcssen; Taproot-Kan\u00e4le machen Kan\u00e4le g\u00fcnstiger und privater. Und dann ist da die maschinelle Verwandtschaft der Zaps. Was Menschen mit Trinkgeld tun, versuchen zunehmend Software-Agenten untereinander: winzige Zahlungen pro API-Aufruf, ohne Konto und ohne Kreditkarte. Lightning Labs adressiert das mit Werkzeugen wie L402 und dem 2026 vorgestellten Wavelength; parallel dr\u00e4ngt mit Coinbases x402 ein Konkurrenzstandard auf Stablecoin-Basis. Ob daraus ein echter Markt wird oder vorerst vor allem Erwartung, ist umstritten, \u00e4hnlich wie bei den <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/prognosemaerkte-ki-agenten-leichtes-geld-profis-2026\/'>Prognosem\u00e4rkten f\u00fcr KI-Agenten<\/a>. Klar ist nur: Das Problem der Kleinstzahlung, das Menschen \u00fcber Zaps l\u00f6sen, stellt sich f\u00fcr <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/ki-agenten-erc-8004-identitaet-reputation-2026\/'>autonome KI-Agenten<\/a> genauso.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr sehr hochfrequente Kleinstzahlungen entstehen zudem kanallose Alternativen wie Ark und Spark, die das l\u00e4stige Kanal-Management dem Nutzer abnehmen, daf\u00fcr aber etwas mehr Vertrauen in einen Betreiber verlangen. Sie erg\u00e4nzen Lightning eher, als es zu ersetzen, und zielen auf genau die Anwendungsf\u00e4lle, in denen viele Mikrozahlungen pro Sekunde anfallen.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Fazit: Lightnings ehrlichste Anwendung<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Value for Value ist nicht die gr\u00f6\u00dfte, aber vielleicht die ehrlichste Anwendung des Lightning Network. Sie nutzt genau das, was Lightning kann und kein anderes Netz beherrscht: Betr\u00e4ge unterhalb jeder Kartenschwelle sofort und f\u00fcr nahezu nichts zu bewegen. Und sie passt kulturell zu Bitcoin, weil sie ohne Werbung, Datensammlung und Zwischenh\u00e4ndler auskommt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Zugleich sollte man die Kirche im Dorf lassen. Die Zap-\u00d6konomie ist klein, \u00fcberwiegend verwahrt und f\u00fcr Einsteiger noch zu umst\u00e4ndlich; Nostrs Publikum bleibt vorerst eine Nische. Ob Value for Value w\u00e4chst, entscheidet sich weniger an der Ideologie als an drei n\u00fcchternen Faktoren: einer Nutzererfahrung, die BOLT12 und bessere Wallets erst liefern m\u00fcssen; genug Menschen mit Sats in der Tasche, woran Dienste wie Cash App arbeiten; und einem regulatorischen Rahmen, der Selbstverwahrung nicht erdr\u00fcckt. Als Beweis, dass die Kleinstzahlung im Netz technisch gel\u00f6st ist, taugt Value for Value schon heute. Als Ersatz f\u00fcr Patreon oder YouTube noch lange nicht.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>H\u00e4ufig gestellte Fragen<\/h2><h3 class='wp-block-heading'>Was ist ein Zap im Lightning Network?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Zap ist ein \u00f6ffentliches Bitcoin-Trinkgeld f\u00fcr einen Beitrag im sozialen Netzwerk Nostr. Mit einem Fingertipp auf ein Blitz-Symbol sendet man eine kleine Menge Satoshi \u00fcber das Lightning Network an die Urheberin; anschlie\u00dfend erscheint eine sichtbare Quittung unter dem Beitrag. Technisch ist das im Nostr-Standard NIP-57 festgelegt.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Wie viel kostet es, Sats zu zappen?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Sehr wenig. F\u00fcr kleine Betr\u00e4ge unter tausend Satoshi fallen laut Spark typischerweise nur null bis drei Satoshi Routing-Geb\u00fchr an, also ein kaum messbarer Bruchteil eines Cents. Damit erreicht praktisch der gesamte Betrag den Empf\u00e4nger, anders als bei Plattformen, die zehn bis 45 Prozent einbehalten.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Brauche ich eine eigene Node, um Zaps zu empfangen?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Nein. Am einfachsten geht es mit einer verwahrten Wallet (etwa in der App Primal), die die technische Komplexit\u00e4t und die eingehende Liquidit\u00e4t f\u00fcr dich \u00fcbernimmt. Wer mehr Kontrolle will, verbindet \u00fcber Nostr Wallet Connect eine eigene Wallet oder betreibt eine selbstverwahrte Wallet wie Phoenix. Eine vollst\u00e4ndige eigene Node ist m\u00f6glich, aber nicht n\u00f6tig.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Sind in Sats erhaltene Trinkgelder in Deutschland steuerpflichtig?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Das h\u00e4ngt vom Einzelfall ab. Sats, die als Gegenleistung f\u00fcr eine T\u00e4tigkeit flie\u00dfen, k\u00f6nnen Eink\u00fcnfte darstellen; beim sp\u00e4teren Verkauf k\u00f6nnen private Ver\u00e4u\u00dferungsgesch\u00e4fte relevant werden. Feste Grenzen und Fristen lassen sich nicht pauschal nennen. Wer regelm\u00e4\u00dfig nennenswerte Betr\u00e4ge erh\u00e4lt, sollte steuerlichen Rat einholen.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Ist das Lightning Network dasselbe wie Nostr?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Nein. Das Lightning Network ist eine Zahlungsschicht \u00fcber Bitcoin und bewegt Geld. Nostr ist ein separates, dezentrales Protokoll f\u00fcr soziale Medien und bewegt Nachrichten. 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