{"id":502,"date":"2026-09-08T22:22:51","date_gmt":"2026-09-08T22:22:51","guid":{"rendered":"https:\/\/hoge.gg\/de\/mining-pools-2026-geschaeftsmodell-fee-krieg-konsolidierung\/"},"modified":"2026-09-08T22:22:51","modified_gmt":"2026-09-08T22:22:51","slug":"mining-pools-2026-geschaeftsmodell-fee-krieg-konsolidierung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hoge.gg\/de\/mining-pools-2026-geschaeftsmodell-fee-krieg-konsolidierung\/","title":{"rendered":"Mining-Pools 2026: das Gesch\u00e4ftsmodell hinter dem Block"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Mining-Pool sieht von au\u00dfen aus wie ein technischer Dienst: Rechenleistung rein, Bitcoin raus. In Wahrheit ist ein Pool ein Finanzunternehmen. Er verkauft seinen Kunden ein einziges, teuer erkauftes Produkt, n\u00e4mlich planbares Einkommen, und \u00fcbernimmt daf\u00fcr ein Risiko, das ein einzelner Miner allein kaum tragen k\u00f6nnte. Wer verstehen will, warum drei Firmen zusammen fast 60 Prozent aller Bitcoin-Bl\u00f6cke bauen, warum die Geb\u00fchren seit Jahren gegen null fallen und warum 2026 mit SBI Crypto ein etablierter Betreiber einfach den Stecker zog, sollte den Pool nicht als Software begreifen, sondern als Bilanz. Dieser Text seziert die \u00d6konomie hinter der Hashrate: wie Pool-Betreiber tats\u00e4chlich Geld verdienen, warum das Gesch\u00e4ft konsolidiert und weshalb ein Protokoll-Upgrade namens Stratum V2 das wertvollste Aktivum der Branche bedroht.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Kulisse dazu liefert ein angespannter Markt. Bitcoin notiert Anfang September 2026 bei rund 67.500 Euro (etwa 78.600 US-Dollar), gut 37 Prozent unter dem Rekord von 126.080 US-Dollar vom 6. Oktober 2025, wie die Kursdaten von <a href='https:\/\/www.coingecko.com\/en\/coins\/bitcoin'>CoinGecko<\/a> zeigen. Die Netzwerk-Hashrate liegt laut <a href='https:\/\/hashrateindex.com\/hashrate\/pools'>Hashrate Index<\/a> bei rund 936 EH\/s, die Difficulty stieg am 6. September zum achten Mal in diesem Jahr, um 1,31 Prozent auf 127,45 Billionen, w\u00e4hrend der Hashprice binnen eines Monats um gut 22 Prozent auf knapp 40 US-Dollar (etwa 34 Euro) pro PH\/s und Tag zulegte, wie <a href='https:\/\/news.bitcoin.com\/mining\/difficulty-rises-hashprice-rips-22-as-bitcoin-hashrate-stalls\/'>news.bitcoin.com<\/a> berichtet. In diesem Umfeld entscheidet nicht die Romantik der Dezentralisierung \u00fcber das \u00dcberleben eines Pools, sondern seine Marge.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Warum es Pools \u00fcberhaupt gibt: das Varianz-Problem<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Bitcoin belohnt genau einen Gewinner pro Block. Alle zehn Minuten im Durchschnitt findet irgendein Miner weltweit den passenden Hash und kassiert die aktuelle Blockbelohnung von 3,125 BTC, derzeit rund 211.000 Euro, plus die Transaktionsgeb\u00fchren. F\u00fcr ein einzelnes Ger\u00e4t ist das eine Lotterie mit brutalen Quoten. Ein handlicher Bitaxe Gamma mit 1,2 TH\/s hat laut einer Auswertung von <a href='https:\/\/millionminer.com\/news\/bitcoin-lottery-miner'>Million Miner<\/a> pro Tag eine Chance von etwa eins zu 5,5 Millionen, im statistischen Mittel also nur alle rund 15.000 Jahre einen Block. Selbst ein moderner Gro\u00dfrechner mit 270 TH\/s wartet im Erwartungswert Jahrzehnte auf seinen Treffer.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Pool l\u00f6st genau dieses Problem. Er b\u00fcndelt die Rechenleistung tausender Ger\u00e4te, sodass die Gruppe regelm\u00e4\u00dfig Bl\u00f6cke findet, und verteilt den Ertrag anteilig nach eingereichter Arbeit. Aus einem seltenen Jackpot wird ein stetiger Gehaltsscheck. Genau diese Umwandlung, von Varianz in Planbarkeit, ist das eigentliche Produkt eines Pools. Der Miner zahlt daf\u00fcr nicht nur eine Geb\u00fchr, sondern akzeptiert auch, dass ein Dritter zwischen ihn und die Blockchain tritt. Wie aus der fr\u00fchen Hobby-Lotterie ein industrieller Sektor mit fast einem Zettahash Rechenleistung wurde, zeichnet unsere Analyse zum <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/hashrate-wachstum-2026-vom-laptop-zur-zettahash\/'>Wachstum der Hashrate<\/a> nach.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Wer die \u00d6konomie der Pools verstehen will, beginnt hier: Der Wert eines Pools bemisst sich daran, wie gut und wie g\u00fcnstig er Unsicherheit in ein verl\u00e4ssliches Einkommen verwandelt. Alles Weitere, die Geb\u00fchrenmodelle, die Konzentration, der Streit um Stratum V2, ist Konsequenz dieses einen Gesch\u00e4fts. Ein Pool ist im Kern kein Rechenzentrum, sondern eine Versicherung gegen Pech.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Der Pool als Versicherer: wer die Varianz tr\u00e4gt<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Das Auszahlungsmodell entscheidet, wer das Pech frisst. Es ist der wichtigste betriebswirtschaftliche Hebel eines Pools, denn es verteilt genau jenes Varianzrisiko, das den Miner \u00fcberhaupt erst in den Pool getrieben hat. Historisch begann alles mit Pay Per Share (PPS): Der Betreiber zahlt dem Miner einen festen Betrag pro eingereichtem Anteil und \u00fcbernimmt das gesamte Gl\u00fccksspiel selbst. Findet der Pool zwei Wochen keinen Block, zahlt er trotzdem. Das ist bequem f\u00fcr den Miner, aber ruin\u00f6s f\u00fcr einen unterkapitalisierten Betreiber.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Heute dominiert Full Pay Per Share (FPPS). Es funktioniert wie PPS, verteilt aber zus\u00e4tzlich einen gegl\u00e4tteten Durchschnitt der Transaktionsgeb\u00fchren. Auch hier tr\u00e4gt der Betreiber die Varianz und braucht daf\u00fcr Reserven, weshalb FPPS zum Standard der gro\u00dfen Industriefarmen wurde, die verl\u00e4ssliche Einnahmen f\u00fcr ihre Kreditgeber brauchen. Am anderen Ende steht Pay Per Last N Shares (PPLNS): Hier bezahlt der Pool nur, wenn er wirklich einen Block findet, und der Miner tr\u00e4gt die Schwankung selbst. Die Geb\u00fchr ist niedriger, die Auszahlung ungleichm\u00e4\u00dfig, und das Modell bestraft das sogenannte Pool-Hopping. Dazwischen liegen Mischformen wie PPS+ sowie das nicht verwahrende TIDES-Modell des Anbieters Ocean.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Modell<\/th><th>Wer tr\u00e4gt die Varianz<\/th><th>Was wird bezahlt<\/th><th>Geb\u00fchr<\/th><th>Charakter<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>PPS<\/td><td>Betreiber<\/td><td>nur Subvention<\/td><td>hoch<\/td><td>\u00e4ltestes Modell, kaum noch verbreitet<\/td><\/tr><tr><td>FPPS<\/td><td>Betreiber<\/td><td>Subvention plus Geb\u00fchren<\/td><td>hoch (2 bis 4 Prozent)<\/td><td>Industriestandard gro\u00dfer Farmen<\/td><\/tr><tr><td>PPS+<\/td><td>gemischt<\/td><td>Subvention fest, Geb\u00fchren real<\/td><td>mittel bis hoch<\/td><td>Kompromiss<\/td><\/tr><tr><td>PPLNS<\/td><td>Miner<\/td><td>nur bei gefundenem Block<\/td><td>niedrig<\/td><td>bestraft Pool-Hopping, schwankt<\/td><\/tr><tr><td>TIDES<\/td><td>Miner<\/td><td>direkt aus der coinbase<\/td><td>niedrig bis mittel<\/td><td>nicht verwahrend (Ocean)<\/td><\/tr><tr><td>SOLO<\/td><td>Miner<\/td><td>alles oder nichts<\/td><td>niedrig<\/td><td>Lotterie \u00fcber Pool-Infrastruktur<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">Der entscheidende Punkt: FPPS ist ein Kapitalgesch\u00e4ft. Ein Pool, der garantierte Auszahlungen verspricht, muss eine Bilanz vorhalten, die auch eine Pechstr\u00e4hne von mehreren Tagen \u00fcberbr\u00fcckt. Diese Reserve kostet Geld, rechtfertigt die h\u00f6here Geb\u00fchr und trennt seri\u00f6se Betreiber von riskanten. Genau deshalb ist die Wahl des Auszahlungsmodells keine technische Fu\u00dfnote, sondern die erste Frage jeder Pool-Bilanz.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Wie Pool-Betreiber wirklich Geld verdienen<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die sichtbare Einnahmequelle ist die Pool-Geb\u00fchr, \u00fcblicherweise null bis vier Prozent der Auszahlung. Doch wer nur auf die Geb\u00fchr schaut, versteht das Gesch\u00e4ft nicht. Der Analyst von <a href='https:\/\/hashrateindex.com\/blog\/top-10-bitcoin-mining-pools-of-2026\/'>Hashrate Index<\/a> beschreibt moderne Pools treffend als weit mehr als blo\u00dfe Endpunkte f\u00fcr Hashrate, n\u00e4mlich als &bdquo;coordination and control hubs&ldquo;, als Liquidit\u00e4tspl\u00e4tze und Risikomanager. In dieser Rolle verdienen Betreiber an mehreren Stellen gleichzeitig.<\/p><ul class='wp-block-list'><li><strong>Geb\u00fchren:<\/strong> der offene Aufschlag auf jede Auszahlung, bei FPPS-Pools meist zwei bis zweieinhalb Prozent.<\/li><li><strong>Transaktionsgeb\u00fchren:<\/strong> bei einfachen PPS-Varianten bleiben die realen Blockgeb\u00fchren teils beim Betreiber, w\u00e4hrend der Miner nur den gegl\u00e4tteten Durchschnitt sieht.<\/li><li><strong>Float:<\/strong> zwischen dem Blockfund und der Auszahlung liegt das Guthaben der Miner beim Pool; auf diesem Bestand l\u00e4sst sich Zins oder Rendite erwirtschaften.<\/li><li><strong>Kunden-Trichter:<\/strong> ein Pool kann Miner an eine konzerneigene B\u00f6rse, ein Verwahrangebot oder einen Kreditdesk weiterleiten.<\/li><li><strong>Hardware, Firmware und Standort-Services:<\/strong> Verkauf und Vermittlung von ASICs, eigene Firmware und Rechenzentrumsdienste.<\/li><li><strong>Derivate:<\/strong> Terminkontrakte auf den Hashprice, mit denen der Pool Miner absichert und selbst eine Marge verdient.<\/li><\/ul><p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Vielfalt erkl\u00e4rt eine sonst paradoxe Beobachtung: Warum kann ein Pool null Prozent Geb\u00fchr verlangen und trotzdem existieren? Weil die Geb\u00fchr nur die Spitze der Ertragskette ist. Ein Nullgeb\u00fchren-Pool ist fast immer ein Loss-Leader, dessen Betreiber an anderer Stelle im Konzern verdient, sei es durch Hardware, eine B\u00f6rse oder schlicht durch die strategische Kontrolle \u00fcber einen gro\u00dfen Anteil der Hashrate. Der Pool ist dann kein Profitcenter, sondern ein T\u00fcr\u00f6ffner.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Der Fee-Krieg: der Wettlauf gegen null<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Das prominenteste Beispiel liefert der Marktf\u00fchrer selbst. Foundry USA, die Mining-Tochter der Digital Currency Group, startete 2019 und bot seinen Pool jahrelang gratis an. Erst im April 2023, mitten in der Finanzkrise des Mutterkonzerns nach der Insolvenz der DCG-Kreditsparte Genesis, f\u00fchrte Foundry gestaffelte Geb\u00fchren ein, wie <a href='https:\/\/bitcoinmagazine.com\/business\/dcgs-bitcoin-mining-firm-foundry-to-begin-charging-fees-for-services'>Bitcoin Magazine<\/a> damals berichtete. Bis dahin hatte der Pool ohne sichtbare Geb\u00fchr mehr als 30 Prozent der Netzwerk-Hashrate an sich gezogen. Die Botschaft war unmissverst\u00e4ndlich: Wer tief genug in der Wertsch\u00f6pfungskette steht, kann den Pool selbst als Verlustbringer f\u00fchren und Marktanteil kaufen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Das Ergebnis ist ein struktureller Preisverfall. Die Vergleichs\u00fcbersicht von <a href='https:\/\/d-central.tech\/mining-pool-comparison\/'>D-Central<\/a> (Stand August 2026) zeigt Geb\u00fchren, die sich in einer engen Spanne dr\u00e4ngen und f\u00fcr die gro\u00dfen FPPS-Pools bei rund zweieinhalb Prozent liegen, w\u00e4hrend der Marktf\u00fchrer effektiv gegen null tendiert. F\u00fcr kleinere Betreiber ohne Konzern im R\u00fccken ist das existenzbedrohend: Sie tragen dasselbe Varianzrisiko, m\u00fcssen dieselben Reserven vorhalten, dieselbe Compliance stemmen, aber k\u00f6nnen den Gratis-Preiskampf des Marktf\u00fchrers nicht mitgehen.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Pool<\/th><th>Betreiber<\/th><th>Modell<\/th><th>Geb\u00fchr (Richtwert)<\/th><th>Verwahrend<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Foundry USA<\/td><td>Digital Currency Group<\/td><td>FPPS<\/td><td>effektiv nahe 0 Prozent (institutionell)<\/td><td>ja<\/td><\/tr><tr><td>AntPool<\/td><td>Bitmain<\/td><td>FPPS+ \/ PPLNS<\/td><td>ca. 2,5 Prozent \/ 1,5 Prozent<\/td><td>ja<\/td><\/tr><tr><td>F2Pool<\/td><td>F2Pool Global<\/td><td>FPPS \/ PPS+<\/td><td>ca. 2,5 Prozent<\/td><td>ja<\/td><\/tr><tr><td>ViaBTC<\/td><td>ViaBTC Group<\/td><td>PPS+ \/ PPLNS \/ SOLO<\/td><td>4 \/ 2 \/ 1 Prozent<\/td><td>ja<\/td><\/tr><tr><td>Luxor<\/td><td>Luxor Technology<\/td><td>FPPS<\/td><td>ca. 0,7 bis 2 Prozent (gestaffelt)<\/td><td>ja<\/td><\/tr><tr><td>Braiins (ehem. Slush)<\/td><td>Braiins \/ Satoshi Labs<\/td><td>FPPS \/ PPLNS<\/td><td>ca. 2 Prozent \/ 0 Prozent<\/td><td>ja<\/td><\/tr><tr><td>Ocean<\/td><td>unabh\u00e4ngig (Luke Dashjr u. a.)<\/td><td>TIDES<\/td><td>ca. 0 bis 2 Prozent (1 Prozent mit DATUM)<\/td><td>nein<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Fee-Krieg, den der Gr\u00f6\u00dfte mit dem R\u00fccken eines Konglomerats f\u00fchrt, kennt nur einen Ausgang: Konsolidierung. Wer nicht quersubventionieren kann, muss entweder eine Nische besetzen (Transparenz, Nicht-Verwahrung, regionale N\u00e4he) oder das Feld r\u00e4umen.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Vertikale Integration: wem die gro\u00dfen Pools geh\u00f6ren<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Kaum ein bedeutender Pool ist ein eigenst\u00e4ndiges Gesch\u00e4ft. Fast alle sind ein Knoten in einer gr\u00f6\u00dferen Wertsch\u00f6pfungskette, und genau diese Integration erkl\u00e4rt, warum sie den Preiskampf \u00fcberleben. Foundry geh\u00f6rt zum Krypto-Konglomerat DCG und flankiert den Pool mit Hardware-Vermittlung, Firmware und Standortdiensten. AntPool geh\u00f6rt dem weltgr\u00f6\u00dften ASIC-Hersteller Bitmain: Wer die Maschinen baut, kann deren Rechenleistung bequem in den eigenen Pool lenken. F2Pool ist unabh\u00e4ngig geblieben und punktet mit technischer Reife und fr\u00fcher Merge-Mining-Erfahrung.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Das vielleicht lehrreichste Modell ist ViaBTC. Gr\u00fcnder Haipo Yang baute 2016 zuerst den Pool und startete 2017 unter demselben Dach die B\u00f6rse CoinEx. Der Pool dient dort ausdr\u00fccklich als Trichter: Er zieht Miner an, die ihre frisch gesch\u00fcrften Coins dann bequem an die konzerneigene B\u00f6rse weiterleiten, wie ViaBTC in einer <a href='https:\/\/www.businesswire.com\/news\/home\/20220107005018\/en\/What-Makes-CoinEx-Stand-Out-Founder-CEO-Haipo-Yang-Answers-Users-Questions'>Erkl\u00e4rung zum CoinEx-\u00d6kosystem<\/a> selbst beschreibt. Der Pool verdient wenig an Geb\u00fchren, aber viel an dem Handelsvolumen, das er der B\u00f6rse zuf\u00fchrt. MARA Pool wiederum geh\u00f6rt dem b\u00f6rsennotierten Miner MARA Holdings und ist reine Selbstversorgung: Das Unternehmen baut seine eigenen Bl\u00f6cke, spart die externe Geb\u00fchr und beh\u00e4lt die volle Belohnung. Luxor schlie\u00dflich verkauft nicht den Pool, sondern den gesamten Stack aus Firmware, Derivaten und Energie-Software.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Pool<\/th><th>Eigent\u00fcmer<\/th><th>Integrationsmodell<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Foundry USA<\/td><td>Digital Currency Group (USA)<\/td><td>Konglomerat: Hardware-Brokerage, Firmware, Standort-Services<\/td><\/tr><tr><td>AntPool<\/td><td>Bitmain (Hersteller)<\/td><td>Hersteller-Integration: verkauft ASICs, bindet deren Hashrate<\/td><\/tr><tr><td>ViaBTC<\/td><td>ViaBTC Group<\/td><td>Trichter zur eigenen B\u00f6rse CoinEx<\/td><\/tr><tr><td>MARA Pool<\/td><td>MARA Holdings (b\u00f6rsennotiert)<\/td><td>Selbst-Mining: eigene Bl\u00f6cke, keine externe Geb\u00fchr<\/td><\/tr><tr><td>Luxor<\/td><td>Luxor Technology (Seattle)<\/td><td>Full-Stack: Pool, Firmware, Derivate, Energie<\/td><\/tr><tr><td>Binance Pool<\/td><td>Binance<\/td><td>B\u00f6rsen-\u00d6kosystem<\/td><\/tr><tr><td>Ocean<\/td><td>unabh\u00e4ngig (Dashjr, Bitcoin Mechanic)<\/td><td>nicht verwahrend, Fokus Dezentralisierung<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Konsequenz ist paradox: Die vermeintliche Basisschicht des Bitcoin-Minings, der Pool, ist in Wahrheit meist nur das Vorzimmer eines Hardware-Herstellers, einer B\u00f6rse oder eines Fondsvehikels. Wer den Pool besitzt, besitzt den Zugang zu den Minern, und dieser Zugang ist mehr wert als jede Geb\u00fchr.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Die Konzentration: drei Pools, ein Risiko<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Weil die \u00d6konomie Skalengr\u00f6\u00dfe belohnt (mehr Hashrate gl\u00e4ttet die Varianz und senkt den Reservebedarf pro Terahash), zieht das Gesch\u00e4ft strukturell zur Konzentration. Anfang September 2026 zeigt die Rangliste von Hashrate Index das Ergebnis: Die drei gr\u00f6\u00dften Pools bauen zusammen rund 59 Prozent aller Bl\u00f6cke, und schon Foundry und AntPool kommen gemeinsam auf gut 44 Prozent.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Pool<\/th><th>Anteil<\/th><th>Hashrate<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Foundry USA<\/td><td>25,0 Prozent<\/td><td>214,9 EH\/s<\/td><\/tr><tr><td>AntPool<\/td><td>19,0 Prozent<\/td><td>163,7 EH\/s<\/td><\/tr><tr><td>F2Pool<\/td><td>14,8 Prozent<\/td><td>126,7 EH\/s<\/td><\/tr><tr><td>SpiderPool<\/td><td>8,7 Prozent<\/td><td>74,7 EH\/s<\/td><\/tr><tr><td>ViaBTC<\/td><td>8,0 Prozent<\/td><td>68,8 EH\/s<\/td><\/tr><tr><td>SecPool<\/td><td>6,3 Prozent<\/td><td>53,7 EH\/s<\/td><\/tr><tr><td>MARA Pool<\/td><td>5,3 Prozent<\/td><td>45,3 EH\/s<\/td><\/tr><tr><td>Luxor<\/td><td>4,2 Prozent<\/td><td>36,1 EH\/s<\/td><\/tr><tr><td>Binance Pool<\/td><td>2,2 Prozent<\/td><td>18,5 EH\/s<\/td><\/tr><tr><td>BTC.com<\/td><td>1,4 Prozent<\/td><td>11,8 EH\/s<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">In der Sprache der Dezentralisierung hei\u00dft diese Kennzahl Nakamoto-Koeffizient: die kleinste Zahl von Akteuren, die zusammen mehr als die H\u00e4lfte der Rechenleistung kontrollieren. F\u00fcr Bitcoins Pools liegt sie seit Monaten bei drei. Man braucht also nur Foundry, AntPool und F2Pool an einen Tisch, um \u00fcber die Mehrheit der Blockproduktion zu verf\u00fcgen. Die Analyse von <a href='https:\/\/www.spark.money\/research\/bitcoin-mining-centralization-pool-risks'>Spark<\/a> zeigt, dass eine Handvoll Pools den Gro\u00dfteil der Blockinhalte bestimmt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Wichtig ist die richtige Sorge. Ein klassischer 51-Prozent-Angriff, bei dem ein Kartell Transaktionen r\u00fcckg\u00e4ngig macht, w\u00e4re wirtschaftlicher Selbstmord und ist unwahrscheinlich. Die realistische Gefahr ist subtiler: die Auswahl der Transaktionen. Wer den Block baut, entscheidet, welche Zahlungen hineinkommen, und kann einzelne Adressen aussperren. Genau hier setzt die Debatte um Stratum V2 an, und genau hier steht das wertvollste Aktivum der Betreiber auf dem Spiel.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Konsolidierung 2026: warum SBI Crypto aufgab<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Wie fragil das Pool-Gesch\u00e4ft am unteren Ende ist, f\u00fchrte 2026 ein prominenter R\u00fcckzug vor. SBI Crypto, die Mining-Sparte des japanischen Finanzkonzerns SBI Holdings, stellte seinen \u00f6ffentlichen Pool zum 31. Juli 2026 dauerhaft ein, wie <a href='https:\/\/www.coindesk.com\/business\/2026\/07\/02\/sbi-crypto-to-shut-down-mining-pool-that-holds-roughly-2-of-bitcoin-s-hashrate'>CoinDesk<\/a> berichtete. Betroffen waren rund 2,2 Prozent der Netzwerk-Hashrate, in der Gr\u00f6\u00dfenordnung des elftgr\u00f6\u00dften Pools; die Kunden wurden an Braiins und Luxor verwiesen. Ein etablierter Konzern mit tiefen Taschen entschied schlicht, dass sich der \u00f6ffentliche Pool-Betrieb nicht mehr lohnt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Rechnung dahinter ist die Summe dieses Artikels. Ein mittelgro\u00dfer Pool tr\u00e4gt volles Varianzrisiko, muss Reserven vorhalten, konkurriert gegen einen Marktf\u00fchrer, der effektiv gratis anbietet, und schleppt zugleich die wachsende regulatorische Last eines Finanzdienstleisters mit sich. Wenn die Geb\u00fchr gegen null tendiert, die Fixkosten aber nicht, bleibt f\u00fcr den Betreiber ohne eigenen Hardware- oder B\u00f6rsenmotor kaum Marge. SBI hatte diese Motoren an anderer Stelle (der Konzern kaufte etwa die B\u00f6rse Bitbank und hatte 2025 einen Sicherheitsvorfall in der Mining-Sparte verarbeitet) und zog die betriebswirtschaftlich naheliegende Konsequenz.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Fall SBI ist kein Einzelfall, sondern das Muster. Die \u00d6konomie des Pool-Gesch\u00e4fts dr\u00e4ngt kleine und mittlere Anbieter aus dem Markt und treibt die Hashrate zu den wenigen Betreibern, die entweder quersubventionieren oder eine echte Nische verteidigen. Konsolidierung ist damit kein Betriebsunfall, sondern die logische Folge eines Gesch\u00e4fts, in dem Skalengr\u00f6\u00dfe fast alles ist.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Das Gegenparteirisiko: wenn der Pool nicht zahlt<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Kehrseite der Versicherer-Rolle ist ein Risiko, das viele Miner \u00fcbersehen: Ein verwahrender FPPS-Pool h\u00e4lt permanent Guthaben, das eigentlich den Minern geh\u00f6rt, und legt es als Reserve an. Diese Bilanz ist das Fundament der garantierten Auszahlung, aber sie ist eben auch das Gegenparteirisiko des Miners. Wenn der Betreiber die Reserve schlecht verwaltet, wird der planbare Gehaltsscheck zum Totalausfall.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Lehrfall hei\u00dft Poolin. Der einst zweitgr\u00f6\u00dfte Pool fror im September 2022 die Auszahlungen von Bitcoin und Ether ein und verwies auf Liquidit\u00e4tsprobleme, wie <a href='https:\/\/bitcoinist.com\/poolin-mining-pool-freezes-btc-eth-withdrawals\/'>Bitcoinist<\/a> festhielt. Zuvor hatte Poolin einen Teil seiner Mittel in DeFi-Renditejagd gesteckt und stellte die Bitcoin-Auszahlung anschlie\u00dfend von FPPS auf PPLNS um, verschob das Varianzrisiko also zur\u00fcck auf die Miner. \u00dcbersetzt hei\u00dft das: Der Pool hatte den Float seiner Kunden verspekuliert und konnte die versprochene Versicherungsleistung nicht mehr erbringen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Aus dieser Erfahrung erkl\u00e4rt sich der Reiz nicht verwahrender Modelle. Oceans TIDES-System schreibt die Auszahlung direkt in die coinbase-Transaktion des gefundenen Blocks; der Pool h\u00e4lt also gar kein Kundenguthaben, das er verlieren oder einfrieren k\u00f6nnte. Der Preis daf\u00fcr ist eine unregelm\u00e4\u00dfigere Auszahlung, weil kein Betreiber mehr die Varianz gl\u00e4ttet. Es ist derselbe Zielkonflikt wie am Anfang, nur unter neuem Vorzeichen: Der Miner tauscht das Ausfallrisiko einer fremden Bilanz gegen die R\u00fcckkehr der eigenen Varianz. Wer echte Vertrauensminimierung sch\u00e4tzt, kennt diesen Handel bereits aus anderen Ecken des \u00d6kosystems, etwa von der <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/bitvm-bitcoin-l2-bruecke-ohne-verwahrer-2026\/'>vertrauensarmen Br\u00fccken-Architektur f\u00fcr Bitcoin-L2s<\/a>.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Stratum V2: der Angriff auf das wertvollste Aktivum<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Das kostbarste Gut eines Pool-Betreibers steht in keiner Bilanz: die Kontrolle \u00fcber den Blockinhalt. Unter dem alten Protokoll Stratum V1 baut der Pool die Blockvorlage und schickt sie den Minern, die nur noch Rechenleistung darauf werfen. Wer die Vorlage baut, w\u00e4hlt die Transaktionen, kassiert im Zweifel die lukrativsten Geb\u00fchren zuerst und sitzt an einem potenziellen Zensur- und Erpressungshebel. Wie viel dieser Hebel wert ist, zeigt sich, seit geb\u00fchrenstarke Anwendungen wie <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/bitcoin-runes-2026-dog-token-dominanz-markt\/'>Bitcoin Runes<\/a> um Platz im Block konkurrieren: Die Auswahl der Vorlage ist bares Geld.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Stratum V2 greift genau hier an. \u00dcber das Job-Declaration-Verfahren baut der Miner seine eigene Blockvorlage mit eigenem Full Node, w\u00e4hrend der Pool nur noch die Auszahlung gl\u00e4ttet und die coinbase validiert. Im Mai 2026 trat ein B\u00fcndnis aus sieben Pools mit rund 75 Prozent der Hashrate der Stratum-V2-Arbeitsgruppe bei, darunter Foundry, AntPool, F2Pool, SpiderPool, MARA, Block Inc. und DMND, wie <a href='https:\/\/www.coindesk.com\/markets\/2026\/05\/11\/bitcoin-mining-pools-with-75-of-btc-hashrate-join-open-standard-for-block-construction'>CoinDesk<\/a> meldete. AntPool-Chef Andy Zhou erkl\u00e4rte gegen\u00fcber <a href='https:\/\/news.bitcoin.com\/bitcoin-mining-pool-giants-foundry-antpool-and-f2pool-signal-stratum-v2-shift\/'>news.bitcoin.com<\/a>, man sei &bdquo;proud to support the broader adoption of Stratum V2&ldquo;, ein offener Standard erm\u00f6gliche gemeinsame Fortschritte bei &bdquo;efficiency, security, and decentralization&ldquo;. Laut denselben Tests erreichen Miner \u00fcber schnellere Vorlagen und bessere Geb\u00fchrenauswahl bis zu 7,4 Prozent mehr Ertrag.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr das Gesch\u00e4ftsmodell ist das eine Z\u00e4sur. Wenn der Miner die Vorlage baut, verliert der Pool sein Alleinstellungsmerkmal und schrumpft zur reinen Auszahlungs- und Varianz-Infrastruktur, also zu einem austauschbaren Versorger, dessen Geb\u00fchr noch weiter unter Druck ger\u00e4t. Dass ausgerechnet die gr\u00f6\u00dften Betreiber diesen Standard mittragen, ist bemerkenswert. Den ersten Block mit echter Job Declaration sch\u00fcrfte im Juni 2026 der V2-native Pool DMND gemeinsam mit dem Miner GoMining, Block 955.318. DMND-Chef Alejandro De La Torre sagte gegen\u00fcber <a href='https:\/\/www.tftc.io\/stratum-v2-job-declaration-first-block-dmnd-gomining\/'>TFTC<\/a>: &bdquo;A miner just mined the first Stratum V2 block to power their own product end to end.&ldquo; GoMining-Chef Mark Zalan erg\u00e4nzte: &bdquo;For years, mining pools have determined which transactions are included in Bitcoin blocks.&ldquo;<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Ocean, DATUM und das nicht verwahrende Modell<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Nicht jeder Weg zur dezentralen Blockproduktion f\u00fchrt \u00fcber neue Firmware. Der Pool Ocean, im November 2023 vom Bitcoin-Core-Entwickler Luke Dashjr und dem Betreiber Bitcoin Mechanic gestartet und mit einer von Block-Chef Jack Dorsey angef\u00fchrten Startfinanzierung von 6,2 Millionen US-Dollar ausgestattet, verfolgt einen anderen Ansatz. Sein Werkzeug DATUM (Decentralized Alternative Templates for Universal Mining) l\u00e4sst den Miner die Vorlage lokal auf einem eigenen Full Node bauen, funktioniert aber auf bestehender Stratum-V1-Firmware, verlangt also kein ASIC-Update. DATUM handelt Eleganz gegen sofortige Einsetzbarkeit.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Dashjr fasste den Effekt im April 2026 auf <a href='https:\/\/x.com\/LukeDashjr\/status\/2043097292152959255'>X<\/a> so zusammen: Statt zweier Bl\u00f6cke desselben Pools entst\u00fcnden Bl\u00f6cke zweier unabh\u00e4ngiger Miner, &bdquo;exactly the same as if they weren&#8217;t using any pool at all&ldquo;. Genau das ist der Punkt: Ocean will den Pool als Machtzentrum \u00fcberfl\u00fcssig machen und ihn auf die eine Funktion reduzieren, die der Miner wirklich braucht, das Gl\u00e4tten der Varianz. Das Gesch\u00e4ftsmodell dahinter ist nicht Kontrolle, sondern Transparenz und Nicht-Verwahrung, verkauft an eine ideologisch motivierte Kundschaft.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Ironie der Geschichte: Der allererste Mining-Pool, das 2010 von Marek Palatinus gegr\u00fcndete Slush Pool, ist heute unter dem Namen Braiins einer der lautst\u00e4rksten Verfechter von Stratum V2 und baute die dazugeh\u00f6rige offene Firmware. Die Branche kehrt damit an ihren Ausgangspunkt zur\u00fcck, an dem der Pool ein Dienst am Miner war und kein Gatekeeper. Ob dieser R\u00fcckbau gelingt, entscheidet weniger die Technik als die Frage, ob genug Betreiber freiwillig auf ihr wertvollstes Aktivum verzichten.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Zensur als Gesch\u00e4fts- und Rechtsrisiko<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Dass die Kontrolle \u00fcber den Blockinhalt nicht nur Chance, sondern auch Haftungsrisiko ist, f\u00fchrte F2Pool vor. Der Entwickler 0xB10C dokumentierte, dass der Pool zeitweise Transaktionen von OFAC-sanktionierten Adressen herausfilterte, den Block also nach US-Sanktionslisten kuratierte. F2Pool-Mitgr\u00fcnder Chun Wang best\u00e4tigte den Filter zun\u00e4chst offensiv, schaltete ihn nach heftiger Kritik aber wieder ab und begr\u00fcndete das laut <a href='https:\/\/www.theminermag.com\/news\/2023-11-22\/f2pool-ofac-bitcoin-transaction'>The Miner Mag<\/a> damit, ein zensurresistentes System m\u00fcsse auf Protokollebene funktionieren und nicht vom Gewissen einzelner Teilnehmer abh\u00e4ngen, bis die Community einen breiteren Konsens erreiche.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr einen Betreiber ist das ein doppeltes Dilemma. Filtert er nicht, riskiert er den Zorn von Aufsehern, die von einem regulierten Finanzakteur Sanktionstreue erwarten. Filtert er, macht er sich zum politischen Akteur, untergr\u00e4bt Bitcoins zentrales Verkaufsargument und schafft einen Pr\u00e4zedenzfall, der ihn erst recht angreifbar macht. Solange ein einzelner Operator den Blockinhalt bestimmt, ist er ein Flaschenhals, an dem Zensur ansetzen kann, ob durch Beh\u00f6rden oder durch eigene Entscheidung. Genau dieser Flaschenhals verschwindet, wenn Stratum V2 oder DATUM die Vorlage an tausende Miner zur\u00fcckgeben: Es gibt dann keinen einzelnen Adressaten mehr, dem man Filterung befehlen k\u00f6nnte. Die Dezentralisierung der Blockproduktion ist damit auch eine Strategie der Haftungsvermeidung.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Regulierung: BaFin, MiCA und die Verwahrfrage<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr deutsche und europ\u00e4ische Leser stellt sich die naheliegende Frage: Ist das alles \u00fcberhaupt reguliert? Die kurze Antwort lautet, dass das Mining selbst und der reine Pool-Betrieb in der EU keine erlaubnispflichtige Finanzdienstleistung sind. BaFin und die europ\u00e4ische Verordnung MiCA regulieren Krypto-Dienstleister und Emittenten, nicht das Protokoll oder die Rechenarbeit; das geht aus dem <a href='https:\/\/www.bafin.de\/SharedDocs\/Veroeffentlichungen\/DE\/Merkblatt\/mb_250103_Kryptowerte_Dienstl.html'>Merkblatt der BaFin zu Kryptowerte-Dienstleistungen<\/a> hervor. Warum die Lizenz aber erst der Anfang ist und laufende Aufsicht, DORA und AMLA die eigentliche Last bilden, zeigt unsere Analyse zur <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/mica-umsetzung-2026-laufende-aufsicht-dora-amla\/'>MiCA-Umsetzung<\/a>.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die l\u00e4ngere Antwort ist heikler und trifft genau das Gesch\u00e4ftsmodell. Sobald ein Pool Kundenguthaben verwahrt, wie es jeder verwahrende FPPS-Pool tut, r\u00fcckt er in die N\u00e4he der Verwahr-Regeln, die MiCA f\u00fcr Krypto-Dienstleister vorsieht. Der Fall Poolin zeigt, warum Aufseher hier genau hinschauen: Ein Betreiber, der fremdes Geld h\u00e4lt und in Renditejagd steckt, ist funktional ein Schattenbankier. Nicht verwahrende Modelle wie Oceans TIDES umgehen dieses Problem konstruktiv, indem sie nie ein Guthaben halten. Erg\u00e4nzend gilt: Derivate auf die Hashrate, also die Hashprice-Terminkontrakte, mit denen Pools wie Luxor Marge machen, sind Finanzinstrumente unter MiFID II und nicht unter MiCA.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Jenseits Europas hat vor allem die US-B\u00f6rsenaufsicht f\u00fcr Klarheit gesorgt. Ihre Abteilung Corporation Finance stellte im M\u00e4rz 2025 fest, dass Proof-of-Work-Mining, ausdr\u00fccklich einschlie\u00dflich der Teilnahme an einem Mining-Pool, keine Wertpapiertransaktion ist, weil die Belohnung aus der eigenen Rechenleistung stammt und nicht aus der unternehmerischen Anstrengung eines Dritten; nachzulesen in der <a href='https:\/\/www.sec.gov\/newsroom\/speeches-statements\/statement-certain-proof-work-mining-activities-032025'>Erkl\u00e4rung der SEC<\/a>. Ein breiterer Interpretationsbeschluss vom M\u00e4rz 2026 dehnte diese Sicht auf Staking, Wrapping und Airdrops aus. Wie die Beh\u00f6rde ihre F\u00e4lle finanziert und antreibt, beleuchtet unsere Analyse zur <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/sec-enforcement-whistleblower-cetu-praemien-2026\/'>Pr\u00e4mien-Maschine hinter dem SEC-Enforcement<\/a>.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Was das Gesch\u00e4ftsmodell f\u00fcr Bitcoin bedeutet<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcgt man die Teile zusammen, ergibt sich ein klares Bild. Die \u00d6konomie des Pool-Gesch\u00e4fts, Varianzkapital plus d\u00fcnne Geb\u00fchren plus Skalenvorteile, dr\u00e4ngt strukturell zur Zentralisierung. Gro\u00dfe Pools gl\u00e4tten die Varianz billiger, subventionieren die Geb\u00fchr aus angrenzenden Gesch\u00e4ften und dr\u00fccken kleinere Anbieter aus dem Markt; der R\u00fcckzug von SBI Crypto ist die sichtbare Spitze dieses Trends. Ohne Gegenkraft l\u00e4uft Bitcoins Blockproduktion auf eine Handvoll Betreiber zu, mit einem Nakamoto-Koeffizienten von drei.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Gegenkraft ist gerade erst angetreten, und sie zielt pr\u00e4zise auf die Bilanz der Betreiber. Stratum V2 und DATUM entwerten das wertvollste Aktivum des Pools, die Kontrolle \u00fcber den Blockinhalt, und reduzieren ihn auf einen austauschbaren Versorger. Nicht verwahrende Modelle nehmen ihm das Float-Gesch\u00e4ft und damit das Gegenparteirisiko. Und am \u00e4u\u00dfersten Rand erinnert die kleine, aber wachsende Solo-Mining-Szene daran, dass es auch ganz ohne Betreiber geht: Immer wieder findet ein einzelner Bastler mit einem Ger\u00e4t f\u00fcr ein paar hundert Euro einen ganzen Block im Wert von \u00fcber 200.000 Euro, ein Lottogewinn, der zeigt, dass das Netzwerk niemandem geh\u00f6rt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die wahrscheinlichste Zukunft liegt dazwischen. Pools verschwinden nicht, denn die Varianz verschwindet nicht; solange Miner planbares Einkommen brauchen, brauchen sie einen Gl\u00e4tter. Aber die Rolle des Pools schrumpft vom Machtzentrum zum Dienstleister. Wer 2026 in Mining-Infrastruktur investiert oder einen Pool w\u00e4hlt, sollte deshalb weniger auf die beworbene Geb\u00fchr achten als auf die eigentliche Frage: Wovon lebt dieser Betreiber wirklich, und was passiert mit seiner Marge, wenn die Miner ihre Bl\u00f6cke bald selbst bauen?<\/p><h2 class='wp-block-heading'>H\u00e4ufig gestellte Fragen<\/h2><h3 class='wp-block-heading'>Wie verdienen Mining-Pools Geld?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Die sichtbare Einnahmequelle ist die Pool-Geb\u00fchr von null bis vier Prozent der Auszahlung. Dazu kommen weniger sichtbare Quellen: einbehaltene Transaktionsgeb\u00fchren, der Zinsvorteil auf noch nicht ausgezahlte Guthaben (Float), das Weiterleiten von Kunden an eine konzerneigene B\u00f6rse, der Verkauf von Hardware und Firmware sowie Derivate auf die Hashrate. Pools mit null Prozent Geb\u00fchr sind fast immer Loss-Leader, die anderswo im Konzern verdienen.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Was ist der Unterschied zwischen FPPS und PPLNS?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Bei FPPS (Full Pay Per Share) tr\u00e4gt der Betreiber die Varianz und zahlt den Miner auch dann aus, wenn der Pool l\u00e4nger keinen Block findet; das verlangt Reserven und rechtfertigt eine h\u00f6here Geb\u00fchr. Bei PPLNS tr\u00e4gt der Miner die Varianz und wird nur bezahlt, wenn der Pool einen Block findet; die Geb\u00fchr ist niedriger, die Auszahlung schwankt st\u00e4rker, und Pool-Hopping wird bestraft.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Ist ein Mining-Pool in Deutschland reguliert?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Das Mining selbst und der reine Pool-Betrieb sind in der EU keine erlaubnispflichtige Finanzdienstleistung. BaFin und MiCA regulieren Krypto-Dienstleister und Emittenten, nicht das Protokoll. Sobald ein Pool jedoch Kundenguthaben verwahrt, kann er in die N\u00e4he der Verwahr-Regeln geraten, und Derivate auf die Hashrate fallen unter MiFID II, nicht unter MiCA.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Warum ist die Pool-Konzentration ein Problem?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Anfang September 2026 kontrollierten die drei gr\u00f6\u00dften Pools zusammen rund 59 Prozent der Hashrate, und schon zwei von ihnen bauen fast die H\u00e4lfte aller Bl\u00f6cke; der Nakamoto-Koeffizient liegt bei drei. Die gr\u00f6\u00dfere Gefahr ist nicht ein 51-Prozent-Angriff, sondern die Auswahl der Transaktionen: Unter dem alten Stratum V1 bestimmt der Betreiber, was in den Block kommt, und kann damit einzelne Zahlungen zensieren.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Was \u00e4ndert Stratum V2 am Gesch\u00e4ftsmodell?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Stratum V2 gibt den Bau der Blockvorlage \u00fcber das Job-Declaration-Verfahren an den Miner zur\u00fcck, w\u00e4hrend der Pool nur noch auszahlt und die Varianz gl\u00e4ttet. 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