{"id":508,"date":"2026-09-09T10:27:46","date_gmt":"2026-09-09T10:27:46","guid":{"rendered":"https:\/\/hoge.gg\/de\/taproot-wizards-op-cat-ordinals-bitcoin-2026\/"},"modified":"2026-09-09T10:27:46","modified_gmt":"2026-09-09T10:27:46","slug":"taproot-wizards-op-cat-ordinals-bitcoin-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hoge.gg\/de\/taproot-wizards-op-cat-ordinals-bitcoin-2026\/","title":{"rendered":"Taproot Wizards: der Ordinal, der Bitcoin umbauen will"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Die meisten Ordinals-Sammlungen sind 2026 leise geworden. Die B\u00f6den liegen weit unter den H\u00f6chstst\u00e4nden von 2024, gro\u00dfe Marktpl\u00e4tze haben Bitcoin verlassen, und ein Gutteil des spekulativen Publikums ist weitergezogen. Eine Sammlung aber sorgt weiter f\u00fcr Schlagzeilen, und zwar v\u00f6llig unabh\u00e4ngig davon, wo ihr Floor gerade steht: Taproot Wizards. Der Grund hat mit den Bildern selbst fast nichts zu tun.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Taproot Wizards ist weniger ein NFT-Projekt als eine Lobbykampagne mit eigener Kasse. Hinter den comichaften Zauberern stehen 37,5 Millionen US-Dollar Risikokapital und ein einziges technisches Ziel: Bitcoins Basisschicht \u00fcber einen Softfork namens OP_CAT zu ver\u00e4ndern. F\u00fcr alle, die den Bitcoin-Layer-1 verfolgen, ist Taproot Wizards damit der interessanteste Ordinal \u00fcberhaupt, ein JPEG, das Bitcoins Regelwerk umschreiben will. Dieser Text erkl\u00e4rt die Sammlung, den Opcode und warum der Streit gerade 2026 so wichtig ist.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Was Taproot Wizards von jeder anderen Sammlung unterscheidet<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Fast jede NFT-Sammlung verdient ihr Geld mit der Kunst und dem Floor-Preis: Man mintet Bilder, hofft auf steigende Nachfrage und verkauft teurer weiter. Taproot Wizards funktioniert anders. Das Projekt monetarisiert ein technisch-politisches Ziel. Die Bilder sind das Banner, nicht das Produkt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Gegr\u00fcndet wurde Taproot Wizards von Udi Wertheimer (CEO), Eric Wall und Francisco Alarcon (0xFAR). Das erkl\u00e4rte Motto lautet, Bitcoin wieder magisch zu machen. Schon der Name verweist auf ein Layer-1-Upgrade: Taproot, aktiviert im November 2021, brachte Schnorr-Signaturen und die Skriptpfade, auf denen Inscriptions \u00fcberhaupt erst m\u00f6glich wurden. Die Wizards sind also von Anfang an mehr Programm als Bild, ein Symbol f\u00fcr eine Agenda an der Basisschicht.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Konkret hei\u00dft das: Die Sammlung hat eine Kasse, ein Entwicklerteam und die ausdr\u00fcckliche Mission, OP_CAT auf Bitcoin zu aktivieren. Wer einen Wizard kauft, kauft keinen blo\u00dfen Sammlerartikel, sondern eine Wette auf einen Umbau des Protokolls. Diese Doppelnatur zieht sich durch alles, was folgt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Verschiebung erkl\u00e4rt auch, warum Taproot Wizards in Diskussionen \u00fcber Bitcoins Zukunft so oft auftaucht, obwohl der reine Sammlermarkt f\u00fcr Ordinals 2026 abgek\u00fchlt ist. Das Projekt hat sich fr\u00fch entschieden, nicht blo\u00df Bilder zu verkaufen, sondern eine Position im wichtigsten technischen Streit von Bitcoin zu beziehen. Ob man das f\u00fcr clever oder anma\u00dfend h\u00e4lt, h\u00e4ngt vom Standpunkt ab; unstrittig ist, dass kaum eine andere NFT-Sammlung eine derart konkrete Agenda f\u00fcr die Basisschicht verfolgt.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Ein Zauberer, der fast einen ganzen Block f\u00fcllte<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Geschichte beginnt Anfang Februar 2023, nur Tage nachdem Casey Rodarmor das Ordinals-Protokoll am 21. Januar 2023 live geschaltet hatte. Udi Wertheimer schrieb den ersten Taproot Wizard auf die Kette: ein 3,94 Megabyte gro\u00dfes Bild eines Zauberers, in Zusammenarbeit mit dem Mining-Pool Luxor in einen Block gehoben. Es war die damals gr\u00f6\u00dfte Bitcoin-Transaktion aller Zeiten und f\u00fcllte einen Block bis fast an die 4-Megabyte-Grenze, wie <a href='https:\/\/www.coindesk.com\/tech\/2023\/02\/02\/giant-bitcoin-taproot-wizard-nft-minted-in-collaboration-with-luxor-mining-pool'>CoinDesk<\/a> damals berichtete.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Stunt war Beweis und Provokation zugleich. Beweis, dass Bitcoin gro\u00dfe, beliebige Daten tragen kann; Provokation, weil genau das sofort die Spam-Debatte anheizte. Dass ein einzelner Pool den \u00fcberdimensionierten Block baute, war kein Zufall: Ohne einen Miner, der die Transaktion aufnimmt, w\u00e4re der Zauberer nie best\u00e4tigt worden. Wie Pools solche Bl\u00f6cke bauen und daran verdienen, zeigt unser Blick auf das <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/mining-pools-2026-geschaeftsmodell-fee-krieg-konsolidierung\/'>Gesch\u00e4ftsmodell der Mining-Pools<\/a>. Die eigentliche PFP-Sammlung mit gut 2.100 Zauberern kam erst rund zwei Jahre sp\u00e4ter, 2025, \u00f6ffentlich auf den Markt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die wichtigsten Stationen des Projekts im \u00dcberblick:<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Zeitpunkt<\/th><th>Ereignis<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Feb. 2023<\/td><td>Erster Taproot Wizard (3,94 MB) von Luxor in einen Block gehoben, gr\u00f6\u00dfte BTC-Transaktion bis dahin<\/td><\/tr><tr><td>Nov. 2023<\/td><td>Seed-Runde \u00fcber 7,5 Mio. US-Dollar<\/td><\/tr><tr><td>Anfang 2024<\/td><td>Quantum Cats als OP_CAT-Kampagne inskribiert<\/td><\/tr><tr><td>Feb. 2025<\/td><td>Serie-A-Runde \u00fcber 30 Mio. US-Dollar, angef\u00fchrt von Standard Crypto<\/td><\/tr><tr><td>2025<\/td><td>\u00d6ffentlicher Mint der Wizards-PFP-Sammlung (gut 2.100 St\u00fcck)<\/td><\/tr><tr><td>M\u00e4rz 2026<\/td><td>OP_CAT-Spezifikation als vollst\u00e4ndig markiert<\/td><\/tr><tr><td>Aug. 2026<\/td><td>Rivalisierender Vorschlag BIP-110 scheitert am Miner-Signal<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><h2 class='wp-block-heading'>Kurz erkl\u00e4rt: Was Ordinals und Inscriptions sind<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Damit dieser Text f\u00fcr sich steht, ein kurzer R\u00fcckblick. Ordinals ist ein Nummerierungsschema f\u00fcr Satoshis, die kleinste Bitcoin-Einheit. Jeder Sat wird nach seiner Mining-Reihenfolge fortlaufend nummeriert und nach dem First-in-first-out-Prinzip verfolgt. Diese Sicht berechnet ein Off-Chain-Indexer namens ord; das Protokoll selbst bleibt unver\u00e4ndert, wie <a href='https:\/\/www.chainalysis.com\/blog\/ordinals-protocol-bitcoin-nfts\/'>Chainalysis<\/a> beschreibt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Inscription h\u00e4ngt Daten (ein Bild, Text, sogar Code) in den Witness-Teil einer Taproot-Ausgabe. M\u00f6glich machen das zwei Layer-1-Upgrades: SegWit (2017) f\u00fchrte den Witness-Bereich mit rund vierfachem Datenrabatt ein, Taproot (2021) lieferte die passenden Skriptpfade. Anders als bei vielen Ethereum-NFTs, die nur auf eine externe Datei zeigen, liegt der Inhalt eines Ordinals vollst\u00e4ndig auf der Kette, in jedem Vollknoten, f\u00fcr immer. Genau deshalb ist die Debatte so erbittert: Die Daten belasten jeden Knoten dauerhaft. Mehr dazu in unserem <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/ordinals-erklaert-bitcoin-inscriptions-blockspace-2026\/'>ausf\u00fchrlichen Ordinals-Erkl\u00e4rst\u00fcck<\/a>.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Rodarmor selbst nennt seine Werke lieber &bdquo;digital artifacts&ldquo; statt NFTs. Gegen\u00fcber <a href='https:\/\/techcrunch.com\/2023\/02\/16\/ordinals-creator-views-his-bitcoin-centric-creation-as-digital-artifacts-not-just-nfts\/'>TechCrunch<\/a> begr\u00fcndete er das damit, der Begriff NFT f\u00fchle sich &bdquo;tainted&ldquo; an, also verbraucht und belastet. Diese Haltung, Bitcoin-Inschriften als etwas Eigenes und Best\u00e4ndiges zu sehen, ist genau der kulturelle N\u00e4hrboden, aus dem Taproot Wizards wuchs.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Dauerhaftigkeit ist Verkaufsargument und Zankapfel zugleich. Weil eine Inscription in der Blockchain-Historie verankert ist, l\u00e4sst sie sich nicht so leicht entfernen wie ein Ethereum-NFT, dessen Bild auf einem Server oder bei IPFS liegt. Sammler sch\u00e4tzen genau das: Der Zauberer existiert, solange Bitcoin existiert. Kritiker sehen dieselbe Eigenschaft als Last, weil jeder neue Vollknoten diese Daten f\u00fcr alle Zeiten mitschleppen muss. An diesem Punkt beginnt die Debatte, die Taproot Wizards von der Kunst zur Politik tr\u00e4gt.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Vom JPEG zur Protokoll-Wette: 37,5 Millionen Dollar<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Der entscheidende Schritt war die Finanzierung. Auf eine Seed-Runde \u00fcber 7,5 Millionen US-Dollar im November 2023 folgte im Februar 2025 eine Serie-A-Runde \u00fcber 30 Millionen US-Dollar, angef\u00fchrt von Standard Crypto, wie <a href='https:\/\/www.theblock.co\/post\/338805\/taproot-wizards-raises-30-million-to-expand-op_cat-functionality-on-bitcoin'>The Block<\/a> und <a href='https:\/\/www.coindesk.com\/business\/2025\/02\/04\/bitcoin-op_cat-proposal-gets-boost-from-taproot-wizards-usd30m-fundraise'>CoinDesk<\/a> meldeten. Macht zusammen 37,5 Millionen US-Dollar, weit mehr, als je eine reine Ordinals-Sammlung eingespielt hat.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Das Geld ist ausdr\u00fccklich nicht f\u00fcr mehr Kunst gedacht. Udi Wertheimer sagte The Block w\u00f6rtlich: &bdquo;We&#8217;re really focused on OP_CAT as the future of Bitcoin&ldquo;, sinngem\u00e4\u00df, OP_CAT sei die Zukunft von Bitcoin, und das Kapital flie\u00dfe in Entwicklung im eigenen Haus und in das \u00d6kosystem drumherum. Und weiter: &bdquo;The cool thing about OP_CAT, because it&#8217;s so flexible, what I expect is that people are going to create tons of new protocols.&ldquo;<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Damit wurde aus einer Sammlung ein Vehikel, um die Entwicklung von OP_CAT zu finanzieren und die Idee in der Szene popul\u00e4r zu machen. Der Floor-Preis der Wizards ist fast eine Nebensache; die eigentliche Wette ist ein Softfork. Das ist ungew\u00f6hnlich, und es macht Taproot Wizards zum vielleicht ehrgeizigsten Projekt im gesamten Ordinals-Kosmos.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>OP_CAT erkl\u00e4rt: der kleine Opcode mit gro\u00dfer Wirkung<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">OP_CAT tr\u00e4gt die Nummer <a href='https:\/\/github.com\/bitcoin\/bips\/blob\/master\/bip-0347.mediawiki'>BIP-347<\/a> und stammt von Ethan Heilman und Armin Sabouri. &bdquo;CAT&ldquo; steht f\u00fcr concatenate, also verketten. Technisch tut der Opcode wenig: Er nimmt die obersten zwei Werte vom Stack, h\u00e4ngt sie in Stack-Reihenfolge aneinander und legt das Ergebnis wieder oben ab. Er schl\u00e4gt fehl, wenn weniger als zwei Werte vorhanden sind oder das Ergebnis 520 Byte \u00fcberschreitet.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Witz an OP_CAT ist seine Geschichte. Der Opcode war Teil des urspr\u00fcnglichen Bitcoin, doch Satoshi Nakamoto deaktivierte ihn 2010 in einem einzigen Commit, zusammen mit 15 weiteren Befehlen. Der Grund war Vorsicht: Ein geschickt gebautes Skript h\u00e4tte den Speicherbedarf exponentiell aufbl\u00e4hen k\u00f6nnen. Mit der 520-Byte-Grenze f\u00fcr Stack-Elemente in Tapscript gilt diese Sorge heute als \u00fcberholt. Aktiviert w\u00fcrde OP_CAT \u00fcber einen Softfork, der den Tapscript-Opcode OP_SUCCESS126 (0x7e) wieder als OP_CAT definiert.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Warum aus so wenig so viel folgt, liegt an der Rolle der Verkettung in Bitcoins Skript. Mit OP_CAT lassen sich Datenst\u00fccke im Skript zusammensetzen und pr\u00fcfen. Damit kann ein Skript Bedingungen an die eigene Folgetransaktion stellen, statt nur eine Signatur abzuhaken. Aus diesem Baustein lassen sich anspruchsvollere Konstruktionen bauen, von der Pr\u00fcfung kryptografischer Beweise bis zu den Covenants, um die sich der ganze Streit dreht. Ein einzelner, alter Befehl wird so zum Hebel f\u00fcr eine ganze Klasse neuer Anwendungen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Seinen offiziellen BIP-Status bekam OP_CAT im April 2024, wie <a href='https:\/\/www.coindesk.com\/tech\/2024\/04\/24\/op-cat-proposal-to-bring-smart-contracts-to-bitcoin-finally-gets-a-bip-number'>CoinDesk<\/a> berichtete; die Spezifikation wurde am 1. M\u00e4rz 2026 als vollst\u00e4ndig markiert. Auf dem Bitcoin-Mainnet ist der Opcode dennoch nicht aktiv. Getestet wurde er ausgiebig im Signet-Testnetz. Ein simpler Befehl also, mit potenziell enormen Folgen, wie der n\u00e4chste Abschnitt zeigt.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Was Covenants sind, und warum sie alle wollen<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">OP_CAT allein ist trivial, aber er schaltet eine ganze Klasse von Funktionen frei, die man Covenants nennt. Heute pr\u00fcft Bitcoins Skriptsprache vor allem, wer eine M\u00fcnze ausgeben darf, n\u00e4mlich wer die passende Signatur liefert. Ein Covenant geht weiter: Er schreibt vor, wie eine M\u00fcnze in Zukunft ausgegeben werden darf, etwa nur an eine bestimmte Adresse oder nur in eine festgelegte Transaktionsvorlage.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Was damit m\u00f6glich w\u00fcrde, umriss ein vielzitierter Beitrag von Eric Wall, Udi Wertheimer und Francisco Alarcon bei <a href='https:\/\/www.coindesk.com\/tech\/2024\/12\/10\/eric-wall-udi-wertheimer-and-francisco-alarcon-upgrading-bitcoin-with-covenants'>CoinDesk<\/a>: On-Chain-Tausch zwischen BTC und Stablecoins, Kredite mit Bitcoin als Sicherheit, vertrauens\u00e4rmere Br\u00fccken zu anderen Ketten, neue Layer-2-Designs, die Pr\u00fcfung von Zero-Knowledge-Beweisen und Vaults, also Tresore, die gestohlene Coins schwerer abtransportierbar machen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Am greifbarsten wird der Nutzen bei diesen Vaults. Gemeint ist eine Konstruktion, bei der Coins nur \u00fcber einen zweistufigen Prozess bewegt werden: Wer eine Auszahlung anst\u00f6\u00dft, l\u00f6st eine Wartezeit aus, in der der rechtm\u00e4\u00dfige Eigent\u00fcmer eine unbefugte Abhebung noch stoppen und die Mittel in Sicherheit bringen kann. F\u00fcr Verwahrer, B\u00f6rsen und gro\u00dfe Halter w\u00e4re das ein wirksamer Schutz gegen gestohlene Schl\u00fcssel, ohne dass ein Dritter die Coins verwahren m\u00fcsste. Solche Anwendungsf\u00e4lle machen Covenants auch weit jenseits der Ordinals-Szene interessant.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Kurz: Covenants br\u00e4chten Ethereum-artige Programmierbarkeit direkt auf Bitcoins Basisschicht, ohne separate Kette. Der Preis w\u00e4re ein BTCfi, das keine Br\u00fccke braucht. Genau das ist die Verlockung, und genau das ist f\u00fcr viele konservative Bitcoiner auch die Bedrohung, wie wir weiter unten sehen.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Das Feld der Vorschl\u00e4ge: OP_CAT ist nicht allein<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">OP_CAT ist nur einer von mehreren Wegen, Covenants und mehr Programmierbarkeit nach Bitcoin zu bringen. Keiner davon ist bis 2026 auf dem Mainnet aktiviert. Die folgende \u00dcbersicht fasst die wichtigsten Vorschl\u00e4ge zusammen, wie sie unter anderem <a href='https:\/\/blockeden.xyz\/blog\/2026\/04\/21\/bitcoin-covenant-renaissance-op-ctv-lnhance-cat-bitvm2\/'>BlockEden<\/a> nachzeichnet.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Vorschlag<\/th><th>Kennung<\/th><th>Autor(en)<\/th><th>Was er bringt<\/th><th>Status 2026<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>OP_CAT<\/td><td>BIP-347<\/td><td>Heilman, Sabouri<\/td><td>Verkettung, erm\u00f6glicht flexible Covenants und Smart Contracts<\/td><td>Spezifikation vollst\u00e4ndig (M\u00e4rz 2026), nicht aktiviert<\/td><\/tr><tr><td>CheckTemplateVerify (CTV)<\/td><td>BIP-119<\/td><td>Jeremy Rubin<\/td><td>Transaktionsvorlagen, Vaults, Staukontrolle<\/td><td>Aktivierungs-Client vorhanden, Miner-Signal nahe 0 Prozent<\/td><\/tr><tr><td>ANYPREVOUT (APO)<\/td><td>BIP-118<\/td><td>Decker, Towns<\/td><td>Eltoo, robustere Lightning-Kan\u00e4le<\/td><td>seit 2022 im Signet, nicht aktiviert<\/td><\/tr><tr><td>LNHANCE<\/td><td>B\u00fcndel<\/td><td>Brandon Black<\/td><td>CTV plus CSFS plus INTERNALKEY, Fokus Lightning<\/td><td>in Diskussion, nicht aktiviert<\/td><\/tr><tr><td>BitVM2<\/td><td>kein Softfork<\/td><td>Robin Linus<\/td><td>Off-Chain-Verifikation ohne Konsens\u00e4nderung<\/td><td>live: Citrea-Mainnet seit Januar 2026<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Detail sticht heraus: BitVM2 braucht gar keinen Softfork. Der Ansatz von Robin Linus verlagert Berechnungen off-chain und l\u00e4sst sie \u00fcber ein Herausforderungs-Antwort-Verfahren streiten, ohne Bitcoins Konsensregeln anzufassen. Deshalb ist BitVM bereits im Einsatz, etwa in der Citrea-Br\u00fccke seit Januar 2026, w\u00e4hrend OP_CAT und CTV politisch feststecken. Wie diese vertrauensarme Br\u00fccke ohne Verwahrer funktioniert, erkl\u00e4ren wir im Beitrag zu <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/bitvm-bitcoin-l2-bruecke-ohne-verwahrer-2026\/'>BitVM<\/a>. Taproot Wizards hat sich bewusst auf OP_CAT festgelegt, den flexibelsten und allgemeinsten der Vorschl\u00e4ge.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Unterschied ist grundlegend. OP_CAT, CTV und LNHANCE wollen Bitcoins Konsensregeln erweitern, was einen Softfork und damit breite Zustimmung erfordert. BitVM dagegen baut auf den bestehenden Regeln auf und erkauft sich diese Freiheit mit st\u00e4rkeren Annahmen \u00fcber die beteiligten W\u00e4chter. F\u00fcr Taproot Wizards ist das keine akademische Frage: Setzt sich der br\u00fcckenbasierte Weg durch, verliert der Kampf um OP_CAT an Dringlichkeit, und mit ihm ein gutes St\u00fcck der These hinter der Sammlung.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Quantum Cats: die zweite Kampagne<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Um f\u00fcr OP_CAT zu werben, brachte Taproot Wizards eine zweite Sammlung auf die Kette: Quantum Cats, inskribiert Anfang 2024. Sie war von Beginn an ausdr\u00fccklich als Marketing-Kampagne f\u00fcr den Opcode gedacht, wie <a href='https:\/\/decrypt.co\/212594\/taproot-wizards-launch-quantum-cats-bitcoin-ordinals-collection'>Decrypt<\/a> berichtete. Die Bilder erz\u00e4hlen eine kleine Geschichte \u00fcber eine Katze und die Idee, Bitcoin um OP_CAT zu erweitern.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Mint war ausverkauft und half, die OP_CAT-Kampagne mitzufinanzieren. Das Muster ist bemerkenswert: beliebte Ordinals-Sammlungen nutzen, um eine \u00c4nderung an der Basisschicht zu bezahlen und \u00f6ffentlich zu machen. Kunst als politische Finanzierung, gewisserma\u00dfen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Darin steckt auch eine Ironie. Inscriptions sind genau das, was das gegnerische Lager als &bdquo;Spam&ldquo; brandmarkt. Dasselbe Werkzeug finanziert nun einen Vorschlag, der Bitcoin sehr viel leistungsf\u00e4higer machen soll. Wer Ordinals ablehnt, muss also mit ansehen, wie Ordinals-Erl\u00f6se die gr\u00f6\u00dfte Erweiterung der Bitcoin-Skriptsprache seit Jahren antreiben.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Warum der Streit gerade jetzt eskaliert: BIP-110<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">2026 ist der Kampf um die Basisschicht ausgesprochen lebendig. Im Sommer zog ein rivalisierender Vorschlag in die entgegengesetzte Richtung: BIP-110 wollte Inscriptions und beliebige Daten auf Protokollebene ausbremsen. Am 7. August 2026 startete die verpflichtende Signalisierung bei Block 961.632, doch nur rund 2,6 Prozent der Miner unterst\u00fctzten den Vorschlag, weit unter der n\u00f6tigen Schwelle von etwa 55 Prozent.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">BIP-110 scheiterte damit klar; die Minderheitskette schaffte in acht Stunden nur zwei Bl\u00f6cke und blieb dann liegen, w\u00e4hrend die Hauptkette im selben Zeitraum um mehr als 48 Bl\u00f6cke vorr\u00fcckte, wie <a href='https:\/\/www.coindesk.com\/tech\/2026\/08\/06\/why-bitcoin-s-bip-110-refuses-to-die-despite-near-zero-miner-support'>CoinDesk<\/a> dokumentierte. Michael Saylor kommentierte trocken, Bitcoin funktioniere wie vorgesehen: &bdquo;Bitcoin is working as designed.&ldquo; F\u00fcr die Ordinals-Szene war das ein Sieg; f\u00fcr alle, die auf einen Umbau hoffen, war es eine Warnung.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Denn die Lehre schneidet in beide Richtungen. Bitcoins verkrustete Governance macht jede \u00c4nderung an der Basis schwer, ob man Daten einschr\u00e4nken (BIP-110) oder neue F\u00e4higkeiten hinzuf\u00fcgen will (OP_CAT). Wenn nicht einmal eine Beschr\u00e4nkung nennenswerte Miner-Unterst\u00fctzung findet, ist ein gro\u00dfer neuer Opcode mindestens ebenso schwer durchzusetzen. Der Hintergrund dazu, wie stark die Miner heute sind und wovon ihre Einnahmen abh\u00e4ngen, steht in unserer Analyse zum <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/hashrate-wachstum-2026-vom-laptop-zur-zettahash\/'>Hashrate-Wachstum<\/a>.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Im Hintergrund steht das Sicherheitsbudget. Der Block-Subventionssatz liegt seit der Halbierung von 2024 bei 3,125 BTC pro Block und sinkt bei der n\u00e4chsten Halbierung um 2028 weiter. Je kleiner die Subvention wird, desto mehr m\u00fcssen Transaktionsgeb\u00fchren die Miner tragen, und Inscriptions geh\u00f6rten in Spitzenphasen zu den gr\u00f6\u00dften Geb\u00fchrenquellen \u00fcberhaupt. Genau das ist der wunde Punkt der Debatte um BIP-110: Wer Daten aus Bitcoin verbannt, kappt wom\u00f6glich Einnahmen, die das Netz langfristig braucht. Die Bef\u00fcrworter von OP_CAT drehen das Argument um und sehen in mehr Anwendungen mehr zahlende Nachfrage nach Blockspace.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Die Gegenseite: die Angst vor Covenants<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Nicht alle wollen OP_CAT. Der Widerstand kommt aus zwei Richtungen. Da ist zum einen das Spam-Lager um den Entwickler Luke Dashjr. F\u00fcr ihn missbrauchen Inscriptions eine Schw\u00e4che in Bitcoin Core und umgehen das seit 2013 bestehende Limit f\u00fcr Datenanh\u00e4nge. Er filtert sie im OCEAN-Pool und in Bitcoin Knots heraus und nennt sie schlicht &bdquo;Spam&ldquo;, wie <a href='https:\/\/www.theblock.co\/post\/266298\/bitcoin-dev-luke-dashjr-calls-inscriptions-spam-community-members-push-back'>The Block<\/a> festhielt. F\u00fcr dieses Lager ist ein aus Inscriptions finanzierter Opcode doppelt anst\u00f6\u00dfig.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Zum anderen gibt es das vorsichtige, konservative Lager. Es f\u00fcrchtet, Covenants br\u00e4chten Komplexit\u00e4t und neue Angriffsfl\u00e4chen, k\u00f6nnten unerw\u00fcnschte Beschr\u00e4nkungen erm\u00f6glichen (etwa Coins, die sich auf Protokollebene einfrieren oder auf Blacklists setzen lie\u00dfen) und den Charakter von Bitcoin ver\u00e4ndern. Michael Saylor z\u00e4hlt hier zu den prominentesten Stimmen. Er ordnet BIP-110, Covenants (wie OP_CTV und LNHANCE) und Gro\u00dfblock-Vorschl\u00e4ge allesamt als &bdquo;constitutional offense&ldquo; ein und verlangt f\u00fcr jede \u00c4nderung an der Basis &bdquo;overwhelming, cross-stakeholder consensus or nothing&ldquo;, also \u00fcberw\u00e4ltigenden Konsens aller Beteiligten oder gar nichts, wie <a href='https:\/\/www.tftc.io\/saylor-bitcoin-constitution-covenants-bip-110-governance\/'>TFTC<\/a> zusammenfasst. Bemerkenswert daran: Dieselbe Vorsicht, mit der Saylor BIP-110 abwehrte, richtet sich auch gegen den Umbau, den OP_CAT bedeuten w\u00fcrde.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Bef\u00fcrworter halten dagegen: Covenants seien freiwillig, niemand m\u00fcsse eine belastete M\u00fcnze annehmen, und gerade diese Flexibilit\u00e4t halte Bitcoin gegen\u00fcber Ethereum und Solana konkurrenzf\u00e4hig. Das Ergebnis ist ein Patt. OP_CAT hat Entwickler-Glaubw\u00fcrdigkeit, es hat den BIP-Prozess durchlaufen, aber keinen Aktivierungspfad, der einen Konsens findet.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Der Ordinals-Markt 2026: Floor, Blue-Chips und ORDI<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Blick auf den Markt, in dem die Sammlung lebt. 2026 war ein R\u00fcckzug: Die B\u00f6den liegen weit unter den H\u00f6chstst\u00e4nden von 2024, Magic Eden stellte im M\u00e4rz 2026 den Bitcoin-Handel ein, und die Infrastruktur d\u00fcnnte aus. \u00dcberlebt haben Handelspl\u00e4tze wie UniSat, OKX, Xverse und Gamma. F\u00fcr Taproot Wizards ist die Datenlage seit dem R\u00fcckzug von Magic Eden d\u00fcnn und illiquide, weshalb der Bitcoin-Floor aussagekr\u00e4ftiger ist als jede Umrechnung in Euro.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Wert<\/th><th>Kennzahl (9. September 2026)<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Bitcoin (BTC)<\/td><td>79.003 $ \/ rund 67.929 \u20ac; Marktkapitalisierung 1,59 Bio. $; etwa 37 Prozent unter dem ATH (126.080 $, 6. Oktober 2025)<\/td><\/tr><tr><td>ORDI (erster BRC-20)<\/td><td>4,24 $ \/ 3,67 \u20ac; Marktkapitalisierung 89 Mio. $; Rang 303<\/td><\/tr><tr><td>Taproot Wizards<\/td><td>2.106 St\u00fcck, rund 1.297 Halter, Floor 0,047 BTC (etwa 3.038 $); Sammlungswert rund 6,4 Mio. $ (Daten d\u00fcnn)<\/td><\/tr><tr><td>Quantum Cats<\/td><td>OP_CAT-Marketing-Sammlung, ausverkaufter Mint<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Zahlen zu BTC und ORDI stammen von <a href='https:\/\/www.coingecko.com\/en\/coins\/bitcoin'>CoinGecko<\/a>, die Sammlungsdaten von der <a href='https:\/\/www.coingecko.com\/en\/nft\/taproot-wizards'>CoinGecko-NFT-Seite<\/a>. Zum Vergleich: ORDI, der erste BRC-20-Token, bringt allein rund 89 Millionen US-Dollar auf die Waage und \u00fcbertrifft damit die gesamte Runes-Kategorie, die ihrerseits fast vollst\u00e4ndig von einem einzigen Hund-Token dominiert wird, wie unser Text zu <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/bitcoin-runes-2026-dog-token-dominanz-markt\/'>Bitcoin Runes<\/a> zeigt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Botschaft der Tabelle: Der ganze Komplex aus Ordinals, BRC-20 und Runes ist gegen\u00fcber Bitcoin selbst klein und wenig liquide. Die Bedeutung von Taproot Wizards liegt also gerade nicht in der Marktkapitalisierung der Bilder. Sie liegt in der Wette, die dahintersteht.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Taproot Wizards steht in diesem Markt nicht allein. Zu den bekannten Bitcoin-Sammlungen z\u00e4hlen unter anderem NodeMonkes, die erste 10.000er-PFP-Serie auf Bitcoin, sowie Bitcoin Puppets und Ordinal Maxi Biz. Nach der Marktbereinigung von 2026 hat sich der Handel auf eine Handvoll solcher Namen konzentriert, deren B\u00f6den zwar weit unter den H\u00f6chstst\u00e4nden von 2024 liegen, aber \u00fcberlebt haben. Taproot Wizards ist in dieser Gruppe der Sonderfall: Der Wert speist sich nicht nur aus Sammlernachfrage, sondern aus einer laufenden Kampagne f\u00fcr das Protokoll.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Was ist ein Taproot Wizard wirklich wert?<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Damit zum Kern. Ein Taproot Wizard ist eine Wette auf zwei Dinge zugleich. Erstens auf den Floor, den Sammler- und Kunstwert, der bescheiden und illiquide ist. Zweitens auf die OP_CAT-Option: Sollte der Opcode aktiviert werden und ein echtes BTCfi auf Bitcoins Basisschicht entstehen, h\u00e4tte die Sammlung, die diese Bewegung finanziert und mit ihrem Namen gepr\u00e4gt hat, enormen kulturellen und wom\u00f6glich auch finanziellen Wert. Scheitert OP_CAT dauerhaft, bleibt ein teures JPEG.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der eigentliche Wert eines Wizards folgt damit weniger dem NFT-Markt als der Wahrscheinlichkeit eines Softforks. Er \u00e4hnelt eher einer Kaufoption auf Bitcoins k\u00fcnftige Programmierbarkeit als einem klassischen Sammlerst\u00fcck. Das erkl\u00e4rt auch, warum das Team Risikokapital eingesammelt hat, statt sich mit Mint-Erl\u00f6sen zu begn\u00fcgen: Es finanziert genau das, was die Sammlung \u00fcberhaupt erst bedeutsam machen w\u00fcrde.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Haken liegt im Zeithorizont. Softfork-Fahrpl\u00e4ne werden in Bitcoin in Jahren gemessen, und oft kommen sie nie an. CTV h\u00e4ngt seit 2019 fest, ANYPREVOUT seit 2022. Die Option kann also sehr lange aus dem Geld bleiben. Wer einen Wizard h\u00e4lt, h\u00e4lt im Grunde eine Wette auf Bitcoins Governance, und das ist die langsamste Variable im ganzen Kryptomarkt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Man kann die Sammlung deshalb auch als etwas ganz anderes lesen: als tokenisierte Interessenvertretung. Wer einen Wizard h\u00e4lt, h\u00e4lt ein St\u00fcck einer Bewegung, die Zeit, Geld und Aufmerksamkeit in einen bestimmten Umbau von Bitcoin steckt. Das \u00e4hnelt weniger einem Kunstkauf als einer Wette auf den Ausgang eines langen politischen Prozesses. Solche Wetten k\u00f6nnen stark aufgehen, wenn der Prozess kippt, und \u00fcber Jahre wenig wert bleiben, wenn er sich nicht bewegt. Anlegerinnen und Anleger sollten wissen, welche der beiden Wetten sie eingehen.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Steuern und Aufsicht: Ordinals in Deutschland<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr deutsche Anlegerinnen und Anleger gelten Ordinals und NFTs steuerlich als andere Wirtschaftsg\u00fcter im Sinne des Paragraf 23 EStG, also als private Ver\u00e4u\u00dferungsgesch\u00e4fte. Wer l\u00e4nger als ein Jahr h\u00e4lt, verkauft steuerfrei; wer innerhalb der Jahresfrist verkauft, versteuert den Gewinn zum pers\u00f6nlichen Einkommensteuersatz. Seit 2024 gilt eine Freigrenze von 1.000 Euro pro Jahr, und zwar eine Freigrenze, kein Freibetrag: Wird sie \u00fcberschritten, ist der gesamte Gewinn steuerpflichtig. Es gilt das First-in-first-out-Prinzip.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Wichtig f\u00fcr Ordinals-K\u00e4ufer: Wer einen Wizard mit Bitcoin bezahlt, l\u00f6st einen steuerbaren Tausch aus, weil dabei die eingesetzten Bitcoin ver\u00e4u\u00dfert werden. Ab 2026 greift zudem die europ\u00e4ische Meldepflicht DAC8. Das ist keine Steuerberatung, aber wer im Ordinals-Markt aktiv ist, sollte die Grundz\u00fcge kennen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Aufsichtsrechtlich regulieren BaFin und die europ\u00e4ische MiCA-Verordnung die Dienstleister und Emittenten, nicht das Protokoll selbst. Die BaFin stellt das in ihrem <a href='https:\/\/www.bafin.de\/SharedDocs\/Veroeffentlichungen\/DE\/Merkblatt\/mb_250103_Kryptowerte_Dienstl.html'>Merkblatt zu Kryptowerte-Dienstleistungen<\/a> klar; wie eine CASP-Zulassung in der Praxis abl\u00e4uft, zeigt unser Leitfaden zur <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/casp-lizenz-2026-mica-zulassung-bafin-verfahren\/'>CASP-Lizenz bei der BaFin<\/a>. Einzigartige NFTs sind von MiCA ausgenommen, doch gro\u00dfe Serien, Sammlungen oder fraktionalisierte NFTs k\u00f6nnen nach dem Grundsatz Substanz vor Form doch erfasst werden, wie <a href='https:\/\/cms.law\/en\/int\/publication\/legal-experts-on-markets-in-crypto-assets-mica-regulation\/nfts-under-micar-are-they-regulated-or-not'>CMS<\/a> darlegt. Eine PFP-Serie mit gut 2.100 St\u00fccken lie\u00dfe sich durchaus als gro\u00dfe Serie einordnen. Dass die Aufsicht bei Verst\u00f6\u00dfen inzwischen h\u00e4rter durchgreift, zeigt der <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/mica-2026-fall-ethena-durchsetzungswende\/'>Fall Ethena<\/a>. OP_CAT und Covenants \u00e4ndern an alldem nichts: Die Regulierung zielt auf Dienste, nicht auf Opcodes.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Risiken und offene Fragen<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Wer Taproot Wizards n\u00fcchtern betrachtet, sollte mehrere Risiken zugleich im Blick behalten. Sie fassen zusammen, warum diese Sammlung so ehrgeizig und zugleich so spekulativ ist.<\/p><ul class='wp-block-list'><li><strong>Aktivierung ungewiss:<\/strong> Der Softfork kommt vielleicht nie. Bitcoins Governance ist verkrustet, die Fahrpl\u00e4ne dauern Jahre, und die Miner zeigen wenig Eile.<\/li><li><strong>Illiquidit\u00e4t:<\/strong> D\u00fcnne B\u00f6den und veraltete Daten seit dem R\u00fcckzug von Magic Eden machen den Ausstieg aus einer Position schwer.<\/li><li><strong>Konzentrationsrisiko:<\/strong> Der Wert h\u00e4ngt an einer einzigen technischen Wette und am fortgesetzten Einsatz des Teams.<\/li><li><strong>Konkurrenz der Vorschl\u00e4ge:<\/strong> Selbst wenn Covenants kommen, k\u00f6nnte statt OP_CAT ein Rivale wie CTV oder LNHANCE gewinnen, oder der br\u00fcckenbasierte BitVM-Weg ganz ohne Softfork.<\/li><li><strong>Regulierung:<\/strong> Gro\u00dfe NFT-Serien k\u00f6nnten unter MiCA fallen, und Krypto-zu-Krypto-Tausch ist in Deutschland steuerbar.<\/li><li><strong>Sicherheitsbudget-Paradox:<\/strong> Dieselben Inscriptions, die OP_CAT finanzieren, wollen die Kritiker ausbremsen; die Daten-Debatte schneidet in beide Richtungen.<\/li><\/ul><p class=\"wp-block-paragraph\">Unterm Strich ist Taproot Wizards das ambitionierteste Vorhaben im Ordinals-Raum und zugleich eines der spekulativsten, weil es im Kern eine Wette auf Bitcoins Governance ist. F\u00fcr Beobachter des Layer-1 ist es genau deshalb so lehrreich: An dieser einen Sammlung l\u00e4sst sich ablesen, wie schwer, wie politisch und wie langsam Ver\u00e4nderung bei Bitcoin ist.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Frequently Asked Questions<\/h2><h3 class='wp-block-heading'>Was sind Taproot Wizards?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Taproot Wizards ist eine Sammlung von Bitcoin-Ordinals, gegr\u00fcndet von Udi Wertheimer, Eric Wall und Francisco Alarcon. Der erste Wizard f\u00fcllte im Februar 2023 fast einen ganzen Block. Im Kern ist das Projekt aber eine Kampagne, Bitcoins Basisschicht \u00fcber den Softfork OP_CAT zu ver\u00e4ndern, finanziert mit 37,5 Millionen US-Dollar Risikokapital.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Was ist OP_CAT?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">OP_CAT (BIP-347) ist ein Opcode, der zwei Werte auf dem Stack verkettet. Er war im urspr\u00fcnglichen Bitcoin enthalten, wurde 2010 von Satoshi deaktiviert und w\u00fcrde \u00fcber einen Softfork wieder aktiviert, um Covenants und Smart Contracts zu erm\u00f6glichen. Auf dem Mainnet ist er 2026 nicht aktiv.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Was sind Covenants bei Bitcoin?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Covenants sind Regeln, die vorschreiben, wie eine M\u00fcnze k\u00fcnftig ausgegeben werden darf, nicht nur wer sie ausgeben darf. Sie erm\u00f6glichen Vaults, vertrauens\u00e4rmere Br\u00fccken, On-Chain-Kredite und -Tausch sowie neue Layer-2-Designs.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Wie viel ist ein Taproot Wizard wert?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Floor liegt bei etwa 0,047 BTC, wobei die Daten seit dem R\u00fcckzug von Magic Eden d\u00fcnn und illiquide sind. Der eigentliche Wert ist aber weniger der Floor als eine Wette darauf, dass OP_CAT eines Tages aktiviert wird.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Muss ich in Deutschland Steuern auf Ordinals-Gewinne zahlen?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Ja, wenn Sie innerhalb eines Jahres verkaufen: Dann gilt Ihr pers\u00f6nlicher Einkommensteuersatz, mit einer Freigrenze von 1.000 Euro pro Jahr. Nach mehr als einem Jahr Haltedauer ist der Verkauf steuerfrei. Der Kauf eines Ordinals mit Bitcoin gilt als steuerbarer Tausch. Dies ist keine Steuerberatung.<\/p><script type=\"application\/ld+json\">{\"@context\":\"https:\/\/schema.org\",\"@type\":\"FAQPage\",\"mainEntity\":[{\"@type\":\"Question\",\"name\":\"Was sind Taproot Wizards?\",\"acceptedAnswer\":{\"@type\":\"Answer\",\"text\":\"Taproot Wizards ist eine Sammlung von Bitcoin-Ordinals, gegr\u00fcndet von Udi Wertheimer, Eric Wall und Francisco Alarcon. Der erste Wizard f\u00fcllte im Februar 2023 fast einen ganzen Block. 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