{"id":550,"date":"2026-09-14T16:23:52","date_gmt":"2026-09-14T16:23:52","guid":{"rendered":"https:\/\/hoge.gg\/de\/akash-2026-gpu-anbieter-homenode-starcluster\/"},"modified":"2026-09-14T16:23:52","modified_gmt":"2026-09-14T16:23:52","slug":"akash-2026-gpu-anbieter-homenode-starcluster","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hoge.gg\/de\/akash-2026-gpu-anbieter-homenode-starcluster\/","title":{"rendered":"Akash 2026: Die Nachfrage boomt, doch wer liefert die GPUs?"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf den ersten Blick zeigen die Zahlen von <a href='https:\/\/www.coingecko.com\/en\/coins\/akash-network'>Akash Network<\/a> in zwei Richtungen zugleich. Die Inferenz-Schicht des dezentralen Rechenmarktplatzes verarbeitet inzwischen zweistellige Milliardenmengen an KI-Token pro Tag, und die Zahl neuer Mietvertr\u00e4ge stieg im ersten Quartal 2026 laut <a href='https:\/\/messari.io\/report\/state-of-akash-q1-2026-final'>Messari<\/a> um 27,1 Prozent gegen\u00fcber dem Vorquartal. Und doch fiel die Zahl der aktiven GPU-Anbieter im selben Zeitraum auf 58, den niedrigsten Stand der j\u00fcngeren Netzgeschichte, w\u00e4hrend die Menge verf\u00fcgbarer GPUs um mehr als die H\u00e4lfte einbrach.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die eigentliche Frage f\u00fcr 2026 lautet damit nicht mehr, ob es Nachfrage nach g\u00fcnstiger KI-Rechenleistung gibt. Die gibt es. Sie lautet: Wer stellt die Hardware bereit, und verdienen die Anbieter genug, um zu bleiben? Ein Marktplatz lebt von zwei Seiten. Bei Akash sieht die Nachfrageseite gesund aus, die Angebotsseite dagegen schrumpft. Genau diese L\u00fccke entscheidet, ob das Projekt in einem Markt bestehen kann, in dem Rechenkapazit\u00e4t der Engpass ist.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Wie eng dieser Engpass ist, zeigt der zentrale, kapitalstarke Gegenspieler. CoreWeave, der b\u00f6rsennotierte KI-Cloud-Anbieter, meldete f\u00fcr das zweite Quartal 2026 einen Umsatz von 2,6 Milliarden US-Dollar (rund 2,25 Milliarden Euro), ein Plus von 112 Prozent gegen\u00fcber dem Vorjahr, sowie einen Auftragsbestand von 104,2 Milliarden US-Dollar (rund 90 Milliarden Euro), wie <a href='https:\/\/www.cnbc.com\/2026\/08\/11\/coreweave-crwv-q2-earnings-report-2026.html'>CNBC<\/a> berichtete. CEO Michael Intrator brachte die Marktlage in einer Telefonkonferenz auf den Punkt: &bdquo;The constraint in AI is no longer whether enterprises and AI labs want to deploy. It is how quickly high-performance, reliable AI cloud capacity can be delivered.&ldquo; \u00dcbersetzt: Nicht die Nachfrage begrenzt den Markt, sondern die Geschwindigkeit, mit der jemand Kapazit\u00e4t liefert.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">CoreWeave beantwortet diese Knappheit mit Kapital, mit Investitionen von 35 bis 39 Milliarden US-Dollar allein f\u00fcr 2026. Akashs Wette ist die genaue Umkehrung: nicht selbst kaufen, sondern fremde, ungenutzte GPUs b\u00fcndeln. Diese Wette funktioniert aber nur, wenn Anbieter mitmachen. Dieser Beitrag nimmt deshalb die Angebotsseite unter die Lupe: die Rechnung der Anbieter, die Kubernetes-H\u00fcrde, Akashs zweigleisige Antwort mit StarCluster und Homenode, die Anreize per AEP-53, die Frage, ob der Token AKT den Wert \u00fcberhaupt einf\u00e4ngt, die Vertrauensl\u00fccke und die Einordnung durch BaFin und MiCA. Alle Preise beziehen sich auf den 14. September 2026.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Kurz erkl\u00e4rt: die umgekehrte Auktion<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Akash ist ein permissionsloser Marktplatz f\u00fcr Cloud-Rechenleistung. Wer Kapazit\u00e4t braucht, schreibt eine Manifest-Datei (SDL, Stack Definition Language), die den gew\u00fcnschten Container, GPU-Typ, Arbeitsspeicher und Laufzeit beschreibt, und ver\u00f6ffentlicht sie im Netz. Anbieter bieten daraufhin um den Auftrag, und zwar nach unten: Es gewinnt tendenziell das g\u00fcnstigste Gebot. Der Mieter ist allerdings nicht gezwungen, das billigste Angebot zu nehmen, sondern kann Anbieter nach Reputation oder Standort ausw\u00e4hlen. Diese umgekehrte Auktion ist der Kern des Preisvorteils, aber, wie sich zeigen wird, zugleich der Kern des Angebotsproblems.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der GPU-Marktplatz kam 2023 mit dem Upgrade &bdquo;Supercloud&ldquo; hinzu und \u00f6ffnete das Netz f\u00fcr Nvidia-Beschleuniger wie H100 und A100 sowie Consumer-Karten. Bezahlt wird on-chain, die Abwicklung l\u00e4uft \u00fcber ein Treuhandkonto (Escrow), das w\u00e4hrend der Laufzeit kontinuierlich abgerechnet wird. So weit das Modell. Entscheidend ist, was passiert, wenn die Preise durch den Wettbewerb der Anbieter so weit fallen, dass sich das Bereitstellen der Hardware kaum noch lohnt.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Die Nachfrage ist real: AkashML, Akash Chat und die Agenten<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Beginnen wir mit der guten Nachricht. Die Nachfrageseite ist nicht nur Marketing. \u00dcber die Inferenz-Produkte AkashML und Akash Chat hostet das Netz offene Modelle wie Llama 3.3-70B, DeepSeek V3 und Qwen3 und meldet nach eigenen Angaben einen Durchsatz, der von rund f\u00fcnf Milliarden Token pro Tag im Fr\u00fchjahr auf \u00fcber zehn Milliarden Token pro Tag im Sommer 2026 kletterte, mit wiederholten H\u00f6chstst\u00e4nden, wie aus dem <a href='https:\/\/akash.network\/blog\/akash-network-q1-2026-report'>Quartalsbericht des Projekts<\/a> hervorgeht. Als Nutzer werden Projekte wie Venice, ElizaOS, Morpheus und Gensyn genannt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Im M\u00e4rz 2026 startete zus\u00e4tzlich eine Ein-Klick-Plattform f\u00fcr KI-Agenten, die auf denselben Rechenkapazit\u00e4ten laufen. Der Trend passt zur breiteren Erz\u00e4hlung, dass autonome Agenten zu den ersten gro\u00dfen K\u00e4ufern von dezentraler Inferenz werden k\u00f6nnten. Und die harten On-Chain-Daten st\u00fctzen das Bild zumindest teilweise: Die 27,1 Prozent mehr neue Mietvertr\u00e4ge im ersten Quartal sind ein echtes Nachfragesignal.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Einschr\u00e4nkung geh\u00f6rt allerdings dazu. Die Durchsatzzahlen stammen weitgehend aus der Selbstauskunft des Projekts, und in der gesamten dezentralen Rechenbranche klaffen selbst gemeldete und unabh\u00e4ngig gemessene Werte oft weit auseinander. Wer die Nachfrage seri\u00f6s bewerten will, sollte selbst gemeldete Token-pro-Tag-Zahlen deshalb eher als Obergrenze lesen, nicht als gepr\u00fcfte Bilanz. F\u00fcr die Angebotsfrage \u00e4ndert das wenig: Selbst konservativ gerechnet ist die Nachfrage vorhanden und w\u00e4chst. Entscheidend bleibt, ob genug Anbieter zu tragf\u00e4higen Preisen liefern, um sie zu bedienen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Gr\u00fcnder Greg Osuri fasst die Dringlichkeit gern in einem Satz zusammen: &bdquo;AI moves in months, energy moves in years.&ldquo; KI-Nachfrage entsteht in Monaten, Energie- und Rechenzentrumsinfrastruktur braucht Jahre. Genau in diese Zeitl\u00fccke will Akash sto\u00dfen, indem es bereits gebaute, aber ungenutzte GPUs schneller verf\u00fcgbar macht, als jemand neue Rechenzentren hochziehen kann. Nur: Wenn die Anbieter abwandern, hilft die schnellste Nachfrage nichts.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Der wunde Punkt: den Anbietern l\u00e4uft die Zeit davon<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Hier kippt die Geschichte. Nach den <a href='https:\/\/messari.io\/report\/state-of-akash-q1-2026-final'>Messari-Daten f\u00fcr das erste Quartal 2026<\/a> sank die durchschnittliche Zahl aktiver Anbieter auf 58, ein Minus von 8,4 Prozent gegen\u00fcber dem Vorquartal und der niedrigste Wert der j\u00fcngeren Netzgeschichte. Die Menge verf\u00fcgbarer GPUs fiel auf 334, ein R\u00fcckgang von 57,5 Prozent gegen\u00fcber dem Vorquartal. Die Auslastung dieser GPUs lag bei rund einem Drittel, konkret bei etwa 33,7 Prozent. Anders gesagt: Zwei von drei angebotenen GPUs standen im Schnitt still.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Kennzahl<\/th><th>Q1 2026<\/th><th>Ver\u00e4nderung QoQ<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Aktive Anbieter<\/td><td>58 (Rekordtief)<\/td><td>-8,4 %<\/td><\/tr><tr><td>Verf\u00fcgbare GPUs<\/td><td>334<\/td><td>-57,5 %<\/td><\/tr><tr><td>GPU-Auslastung<\/td><td>rund 33,7 %<\/td><td>r\u00fcckl\u00e4ufig<\/td><\/tr><tr><td>Neue Mietvertr\u00e4ge<\/td><td>43.540<\/td><td>+27,1 %<\/td><\/tr><tr><td>Mieteinnahmen<\/td><td>rund 219.000 Euro (253.250 US-Dollar)<\/td><td>-45 %<\/td><\/tr><tr><td>Umsatz Gesamtjahr 2025<\/td><td>rund 2,7 Mio. Euro (3,15 Mio. US-Dollar)<\/td><td>+128 % YoY<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><figcaption class='wp-block-table__caption'>Quelle: Messari, State of Akash Q1 2026. Euro-Werte umgerechnet zum Kurs vom 14. September 2026.<\/figcaption><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">Am st\u00e4rksten sticht der Widerspruch bei den Einnahmen hervor: Obwohl es mehr Mietvertr\u00e4ge gab, sanken die reinen On-Chain-Mieteinnahmen im Quartal um 45 Prozent auf rund 219.000 Euro (253.250 US-Dollar). Mehr Auftr\u00e4ge, weniger Umsatz, das ist die direkte Folge der umgekehrten Auktion. Wenn Anbieter um jeden Auftrag nach unten bieten, steigt zwar das Volumen, der Preis pro Einheit aber f\u00e4llt schneller. F\u00fcr das Gesamtjahr 2025 weist Messari rund 2,7 Millionen Euro (3,15 Millionen US-Dollar) Umsatz aus, ein Plus von 128 Prozent gegen\u00fcber dem Vorjahr, aber eben von einer sehr niedrigen Basis.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">An dieser Stelle lohnt eine Vorsicht mit den Zahlen. Akash selbst nennt in seinem Blog einen kumulierten Rechenumsatz \u00fcber alle Produkte hinweg in der Gr\u00f6\u00dfenordnung von f\u00fcnf Millionen US-Dollar (rund 4,3 Millionen Euro), also grob das Zwanzigfache der von Messari erfassten quartalsweisen Mieteinnahmen. Das ist kein Widerspruch, sondern ein Unterschied in Umfang und Zeitraum: Messari misst nur die On-Chain-Mieten eines Quartals, Akash rechnet verwaltete Produkte und die gesamte Historie mit ein. Problematisch ist nur, dass Akash bis heute keine saubere \u00dcberleitung zwischen beiden Gr\u00f6\u00dfen ver\u00f6ffentlicht hat. Wer die Angebotsseite bewerten will, muss also mit zwei kaum vergleichbaren Umsatzbildern leben.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Die Anbieter-Rechnung: warum sich eine H100 kaum tr\u00e4gt<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Warum wandern Anbieter ab? Die einfachste Antwort ist eine Tabellenkalkulation. Der Preisvorteil von Akash ist real: Eine H100-Stunde kostet laut den <a href='https:\/\/akash.network\/the-bid\/h100-rental-price-2026-cost-per-hour'>Preisangaben des Projekts<\/a> je nach Gebot grob zwischen 1,15 und 1,75 Euro. Zum Vergleich verlangen die gro\u00dfen Clouds f\u00fcr vergleichbare On-Demand-Instanzen eher zwischen 3,40 und knapp sechs Euro pro Stunde, wie eine Markt\u00fcbersicht von <a href='https:\/\/yellow.com\/research\/ai-compute-demand-crypto-gpu-networks-gap-2026'>Yellow<\/a> zeigt. Der Abstand von ungef\u00e4hr Faktor drei bis f\u00fcnf ist der Grund, warum Mieter kommen. Er ist aber auch der Grund, warum Anbieter gehen.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Anbieter<\/th><th>H100 ca. Euro\/Stunde<\/th><th>Modell<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Akash<\/td><td>rund 1,15 bis 1,75<\/td><td>umgekehrte Auktion<\/td><\/tr><tr><td>io.net<\/td><td>rund 1,70 bis 3,00<\/td><td>DePIN-Marktplatz<\/td><\/tr><tr><td>Spheron<\/td><td>rund 2,15<\/td><td>DePIN-Marktplatz<\/td><\/tr><tr><td>AWS (Capacity Blocks)<\/td><td>rund 3,40<\/td><td>reserviert<\/td><\/tr><tr><td>AWS P5 (On-Demand)<\/td><td>rund 5,95<\/td><td>On-Demand<\/td><\/tr><tr><td>Microsoft Azure<\/td><td>rund 10,55<\/td><td>On-Demand<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><figcaption class='wp-block-table__caption'>Ungef\u00e4hre Gr\u00f6\u00dfenordnungen, die Quellen variieren teils um fast das Doppelte. Stand 14. September 2026.<\/figcaption><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">Rechnen wir eine grobe, ausdr\u00fccklich illustrative Beispielrechnung durch, nicht Akashs eigene Zahl. Eine H100 kostet in der Anschaffung grob 22.000 bis 26.000 Euro. Vermietet ein Anbieter sie auf Akash zu etwa 1,20 Euro pro Stunde und erreicht die netzweite Auslastung von 33,7 Prozent, bringt die Karte im Monat rund 290 Euro brutto ein (1,20 Euro mal 24 Stunden mal 30 Tage mal 0,337). Davon gehen Strom, K\u00fchlung, Bandbreite und Rechenzentrumsmiete noch ab. Allein um den Kaufpreis der Karte einzuspielen, br\u00e4uchte es bei dieser Auslastung also gut sechs Jahre, bevor \u00fcberhaupt ein Cent Gewinn \u00fcbrig ist. Die Rechnung geht schlicht nicht auf.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Das ist dieselbe Kostenlogik, die auch das Bitcoin-Mining seit Jahren im Griff hat: Wenn der erzielbare Preis pro Recheneinheit unter die Vollkosten aus Hardware und Energie f\u00e4llt, schalten die schw\u00e4chsten Betreiber ab. Wie eng diese Marge im Mining geworden ist, hat HOGE Wire im Beitrag <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/hashprice-fed-zinsentscheidung-miner-2026\/'>Hashprice trifft die Fed<\/a> beschrieben. Bei Akash kommt erschwerend hinzu, dass die umgekehrte Auktion den Preis aktiv nach unten treibt, statt ihn wie beim Bitcoin-Protokoll dem Markt zu \u00fcberlassen. Wer bleibt, muss also entweder auf deutlich h\u00f6here Auslastung hoffen, teurere Spezial-Instanzen anbieten oder andere Einnahmequellen haben. F\u00fcr den durchschnittlichen Einzelanbieter ist das eine harte Wette.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">In der Praxis \u00fcberleben deshalb vor allem Anbieter, die diese Grundrechnung umgehen. Manche betreiben Hardware, die ohnehin f\u00fcr andere Zwecke angeschafft wurde, und vermieten nur die Leerlaufzeiten, sodass die Karte nicht allein aus dem Akash-Umsatz refinanziert werden muss. Andere setzen auf gefragtere Konfigurationen wie H100- oder H200-Cluster mit schneller Vernetzung, f\u00fcr die h\u00f6here Gebote durchsetzbar sind, oder b\u00fcndeln Rechenleistung mit Speicher und Bandbreite zu einem Gesamtpaket. Der reine Einzelk\u00e4mpfer mit einer einzelnen, eigens gekauften GPU ist dagegen genau das Profil, das die Statistik gerade aus dem Netz verschwinden sieht.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Die Kubernetes-H\u00fcrde und was Reputation ersetzt<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Selbst wenn die Rechnung aufginge, ist der Einstieg technisch anspruchsvoll. Ein klassischer Akash-Anbieter muss ein Kubernetes-Cluster betreiben, also das Werkzeug, mit dem Rechenzentren Container orchestrieren. Kubernetes einzurichten, abzusichern und rund um die Uhr am Laufen zu halten, ist keine Aufgabe f\u00fcr Gelegenheitsnutzer. Diese Betriebslast ist eine der Hauptursachen daf\u00fcr, dass die Anbieterzahl so klein und so professionell konzentriert bleibt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Hinzu kommt die Vertrauensfrage aufseiten der Mieter. Wer ein Modell auf fremder Hardware laufen l\u00e4sst, will Verl\u00e4sslichkeit: dass die GPU wirklich die versprochene ist, dass sie nicht mitten im Training ausf\u00e4llt, dass die Latenz stimmt. Akash bewertet Anbieter deshalb \u00fcber Attribute wie gepr\u00fcfte (audited) Kapazit\u00e4t und Reputation. In der Praxis ersetzt Reputation hier ein f\u00f6rmliches Service-Level-Agreement (SLA), wie es zentrale Clouds vertraglich garantieren. Weil Ausf\u00e4lle und Anbieterwechsel einkalkuliert werden m\u00fcssen, \u00fcberbuchen viele Nachfrager bewusst, halten also Reserve vor. Das kostet Effizienz und relativiert einen Teil des Preisvorteils.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Konsequenz: Ein permissionsloser Marktplatz, der theoretisch jedem offensteht, ist in der Realit\u00e4t ein Club aus wenigen professionellen Betreibern. Genau das will Akash 2026 mit zwei gegens\u00e4tzlichen Programmen aufbrechen.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Antwort von oben: StarCluster, Starbonds und die Nodekeepers<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die erste Antwort kommt von oben, mit professioneller Hardware im gro\u00dfen Stil. Unter dem Namen StarCluster baut Akash ein protokolleigenes GPU-Netz auf, das in Phasen ausgerollt wird. Die erste Phase wird laut dem <a href='https:\/\/messari.io\/report\/state-of-akash-q3-2025'>Messari-Bericht zum dritten Quartal 2025<\/a> \u00fcber sogenannte Starbonds finanziert, ein reguliertes US-Anlageinstrument mit einem Emissionsvolumen von bis zu 75 Millionen US-Dollar (rund 65 Millionen Euro), bei 1.000 US-Dollar pro Anleihe. Das Geld der Gemeinschaft soll geb\u00fcndelt werden, um eine Flotte von rund 7.200 Nvidia-GPUs der Blackwell-Generation (GB200) zu beschaffen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Betrieben werden diese GPUs nicht von anonymen Einzelpersonen, sondern von gepr\u00fcften, unternehmensnahen Rechenzentren, die Akash als &bdquo;Nodekeepers&ldquo; bezeichnet, etwa Telekom-Rechenzentren mit langfristigen Stromvertr\u00e4gen, strategisch nahe an Ballungsr\u00e4umen f\u00fcr niedrige Latenz. Das ist bemerkenswert, weil es Akashs urspr\u00fcnglichem Versprechen fast widerspricht. Statt Angebot rein von unten und permissionslos zu organisieren, kauft das Protokoll faktisch selbst professionelle Kapazit\u00e4t ein und b\u00fcndelt daf\u00fcr Kapital, ganz \u00e4hnlich wie ein klassischer Cloud-Anbieter, nur eben \u00fcber tokenisierte Anleihen finanziert.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Vorteil liegt auf der Hand: verl\u00e4ssliche, moderne Hardware in Rechenzentrumsqualit\u00e4t, die die Reputations- und Ausfallprobleme der Einzelanbieter umgeht. Der Preis daf\u00fcr ist eine leise Zentralisierung. Wenn ein wachsender Teil des Angebots aus einer protokollnahen, kapitalfinanzierten Flotte stammt, ist Akash weniger ein offener Marktplatz und mehr ein gemeinschaftlich finanzierter Cloud-Betreiber mit Marktplatz-Frontend. F\u00fcr die Angebotsl\u00fccke ist das kurzfristig die wirksamste Antwort, f\u00fcr die Erz\u00e4hlung von der radikalen Dezentralisierung ist es ein Zugest\u00e4ndnis.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Antwort von unten: Homenode holt die Wohnzimmer-GPUs<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die zweite Antwort zielt in die genau entgegengesetzte Richtung: das Angebot von unten verbreitern. Mit Homenode, dessen Early Access am 25. Februar 2026 startete, sollen private Besitzer von Consumer- und Prosumer-Karten wie der Nvidia RTX 4090, der RTX 5090 oder der Quadro RTX 6000 Ada zu Anbietern werden k\u00f6nnen, und zwar ohne selbst Kubernetes betreiben zu m\u00fcssen. Die Betriebslast, die den klassischen Anbieter abschreckt, f\u00e4llt damit weg. Das ist der Versuch, die Millionen ungenutzter Gaming- und Workstation-GPUs anzuzapfen, die weltweit die meiste Zeit im Leerlauf laufen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Idee ist nicht neu. Bereits Anfang 2025 skizzierte Osuri gegen\u00fcber <a href='https:\/\/thedefiant.io\/news\/blockchains\/akash-network-founder-unveils-plan-to-scale-gpu-supply'>The Defiant<\/a> einen Plan, das Angebot massiv zu skalieren: Ziel seien rund 11.000 professionelle Rechenzentren plus bis zu sieben Millionen Edge-Standorte, teils mit kostenlosen H200-Clustern f\u00fcr Anbieter, die sich langfristig binden. Homenode ist der Consumer-Baustein dieser Vision. Die Nachfrage nach diesen kleineren Karten ist real, denn viele Inferenz-Lasten und KI-Agenten brauchen keine H100, sondern kommen mit einer 4090 gut aus.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Haken bleibt die oben durchgerechnete \u00d6konomie. Auch eine Wohnzimmer-GPU muss Strom und Abnutzung wieder einspielen, und die umgekehrte Auktion dr\u00fcckt den Preis. Homenode senkt die technische H\u00fcrde, l\u00f6st aber nicht das Kernproblem, dass der erzielbare Stundenpreis niedrig ist. Beide Programme zusammen, StarCluster von oben und Homenode von unten, sind damit weniger zwei Strategien als eine Zangenbewegung um dieselbe wunde Stelle: zu wenig Angebot zu einem Preis, der sich f\u00fcr Anbieter tr\u00e4gt.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>AEP-53 und der Cosmos-Ausstieg: Anreize und Kapital-Effizienz<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn der Marktpreis allein nicht reicht, muss das Protokoll nachhelfen. Genau das ist der Zweck von <a href='https:\/\/akash.network\/roadmap\/aep-53\/'>AEP-53<\/a>, dem geplanten Vorschlag f\u00fcr On-Chain-Anbieteranreize. Vorgesehen ist ein F\u00f6rdertopf, aus dem Anbieter je nach Art der bereitgestellten Infrastruktur bezahlt werden, nachdem das Netz verifiziert hat, dass sie die Ressourcen tats\u00e4chlich \u00fcber den Zeitraum geliefert haben. Kurz: eine Subvention, die die d\u00fcnne Marge der Anbieter aufbessern soll, um sie im Netz zu halten.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Anreize haben allerdings einen Preis, und der hei\u00dft Verw\u00e4sserung. Anbieteranreize werden in AKT ausgezahlt, und neue AKT entstehen durch Inflation. Wer das Angebot mit frisch gesch\u00f6pften Token subventioniert, verlagert die Rechnung nur von den Anbietern zu den Token-Haltern. Ob das tr\u00e4gt, h\u00e4ngt davon ab, ob die subventionierte Kapazit\u00e4t am Ende genug echte, zahlende Nachfrage anzieht, um die Ausgabe zu rechtfertigen. Es ist dieselbe Frage, die die gesamte DePIN-Branche umtreibt: Ist die Nutzung echt, oder kauft man sie sich mit Emissionen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Kapital-Effizienz ist auch das Stichwort hinter der gr\u00f6\u00dften strukturellen Baustelle des Jahres, dem Abschied von der eigenen Blockchain. Akash betreibt seine Kette bislang auf dem Cosmos-SDK, will diese aber laut dem Vorschlag AEP-79 zugunsten einer Kette mit geteilter Sicherheit (shared security) aufgeben, wie unter anderem <a href='https:\/\/www.theblock.co\/post\/374318\/akash-network-to-deprecate-its-cosmos-chain-begin-search-for-new-network'>The Block<\/a> berichtete. Solana gilt als starker Kandidat, entschieden ist nichts, Zielmarke ist Ende 2026. Das Argument: In einem klassischen Proof-of-Stake-Netz muss viel Kapital in gestaktem AKT gebunden werden, nur um die Kette abzusichern, Kapital, das anderswo produktiver w\u00e4re. Beschleunigt wurde der Ausstieg durch einen Lizenzstreit. Als der Betreiber hinter dem Cosmos-SDK im April 2026 die Lizenz eines wichtigen Bausteins \u00e4nderte, nannte Osuri den Schritt auf <a href='https:\/\/x.com\/gregosuri\/status\/2044528963515789696'>X<\/a> ausdr\u00fccklich &bdquo;hostile&ldquo;, also feindselig, weil er den kommerziellen Einsatz erschwere. Die HOGE-Wire-Ausgabe hat diesen Wechsel im Beitrag <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/akash-network-2026-gpu-marktplatz-verlaesst-cosmos\/'>Der GPU-Marktplatz verl\u00e4sst Cosmos<\/a> ausf\u00fchrlich behandelt. F\u00fcr die Angebotsseite z\u00e4hlt vor allem: Weniger gebundenes Kapital soll mehr Mittel f\u00fcr Rechenleistung freisetzen.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Das Gegenmodell: CoreWeave und die Wucht des Kapitals<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Um Akashs Angebotsproblem einzuordnen, hilft der Blick auf das kapitalintensive Gegenmodell. CoreWeave zeigt, wie die zentrale Antwort auf die Rechenknappheit aussieht: nicht B\u00fcndeln, sondern Bauen. Das Unternehmen erweiterte seine aktive Leistung im zweiten Quartal 2026 um fast 500 Megawatt auf 1,5 Gigawatt, hat rund 3,7 Gigawatt unter Vertrag und peilt bis 2030 acht Gigawatt an, finanziert durch die genannten Investitionen von 35 bis 39 Milliarden US-Dollar. Der Auftragsbestand von gut 104 Milliarden US-Dollar zeigt, dass Gro\u00dfkunden bereit sind, Kapazit\u00e4t langfristig vorzubestellen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Zahlen setzen Akashs Angebotsl\u00fccke in Relation. Der gesamte dezentrale GPU-Sektor, also Akash, Render, io.net, Nosana und andere zusammen, kommt laut der erw\u00e4hnten Yellow-Analyse auf einen annualisierten Umsatz in der Gr\u00f6\u00dfenordnung von 180 bis 220 Millionen US-Dollar. CoreWeave \u00fcbertrifft das in einem einzigen Quartal um mehr als das Zehnfache. Der Kampf um Angebot ist also ein Kampf David gegen Goliath, bei dem Goliath jedes Quartal w\u00e4chst.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Auch die dezentrale Konkurrenz k\u00e4mpft mit derselben Angebotsfrage, nur mit anderen Mitteln. Render b\u00fcndelt vor allem professionelle Grafik- und Render-Knoten und hat sein Belohnungsmodell zuletzt st\u00e4rker an die tats\u00e4chliche Netznutzung gekoppelt. io.net aggregiert einen sehr gro\u00dfen Pool angemeldeter GPUs, von denen aber je Quartal nur ein kleiner Teil aktiv Auftr\u00e4ge bedient, ein Missverh\u00e4ltnis zwischen registrierter und genutzter Kapazit\u00e4t, das dem von Akash strukturell \u00e4hnelt. Nosana konzentriert sich auf kleinere Inferenz-Lasten. Die gemeinsame Lehre: Ein gro\u00dfer Pool auf dem Papier ist nicht dasselbe wie verl\u00e4sslich verf\u00fcgbare, ausgelastete Hardware.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Interessant wird es dort, wo sich beide Welten \u00fcberschneiden: bei den Megawatt. Weil moderne GPUs vor allem Strom und Stellfl\u00e4che brauchen, konkurrieren KI-Cloud, dezentrale Netze und sogar Bitcoin-Miner um dieselbe knappe Ressource, Energie. Etliche Miner r\u00fcsten ihre Anlagen inzwischen f\u00fcr KI-Lasten um, statt weiter zu hashen, ein Trend, den HOGE Wire im Beitrag <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/hashrate-wachstum-2026-miner-ki-megawatt\/'>Hashrate-Wachstum 2026<\/a> beschrieben hat. F\u00fcr Akash bedeutet das: Der Engpass ist am Ende weniger die GPU selbst als der Ort mit billigem Strom, an dem sie stehen darf. Genau deshalb setzen die Nodekeepers auf Rechenzentren mit langfristigen Stromvertr\u00e4gen.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>F\u00e4ngt AKT den Wert? BME und die Verbrennung, die kaum verbrennt<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Angenommen, die Angebotsseite erholt sich und die Nachfrage bleibt: Landet dieser Wert dann beim Token? Diese Frage ist f\u00fcr Anleger entscheidend, und die Antwort f\u00e4llt bislang ern\u00fcchternd aus. AKT notiert am 14. September 2026 bei rund 0,47 Euro (0,5433 US-Dollar), mit einer Marktkapitalisierung von etwa 140 Millionen Euro, und liegt damit gut 93 Prozent unter seinem Allzeithoch von 8,07 US-Dollar aus dem April 2021. Die Nutzung steigt, der Token f\u00e4llt; Technik und Kurs haben sich entkoppelt.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Token<\/th><th>Preis<\/th><th>Market Cap<\/th><th>vom Allzeithoch<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Akash (AKT)<\/td><td>0,47 Euro<\/td><td>rund 140 Mio. Euro<\/td><td>-93 %<\/td><\/tr><tr><td><a href='https:\/\/www.coingecko.com\/en\/coins\/render'>Render (RENDER)<\/a><\/td><td>1,20 Euro<\/td><td>rund 620 Mio. Euro<\/td><td>-90 %<\/td><\/tr><tr><td>io.net (IO)<\/td><td>0,11 Euro<\/td><td>rund 45 Mio. Euro<\/td><td>-98 %<\/td><\/tr><tr><td>Nosana (NOS)<\/td><td>0,24 Euro<\/td><td>rund 24 Mio. Euro<\/td><td>-96 %<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><figcaption class='wp-block-table__caption'>Quelle: CoinGecko, 14. September 2026. Werte gerundet.<\/figcaption><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Konkurrenz teilt das Schicksal: Render, io.net und Nosana liegen alle 90 bis 98 Prozent unter ihren H\u00f6chstst\u00e4nden, obwohl auch sie reale Nutzung vorweisen. Der Markt preist die gesamte Kategorie ab, nicht nur Akash. Das erkl\u00e4rt sich zum Teil aus der Wertabsch\u00f6pfung. Seit dem Upgrade Mainnet 17 vom 23. M\u00e4rz 2026 gilt bei Akash das Modell Burn-Mint Equilibrium (BME): Zahlt ein Mieter f\u00fcr Rechenleistung, wird der Betrag in AKT umgerechnet und verbrannt, im Gegenzug entsteht ein an den US-Dollar gekoppeltes Abrechnungsguthaben, mit dem der Anbieter ausgezahlt wird.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Klingt deflation\u00e4r, ist es aber kaum. Weil zugleich neues Guthaben gepr\u00e4gt (mint) wird, ist die dauerhafte Vernichtung von Token nahe null. Netto verbrannt wird nur, wenn AKT zwischen Pr\u00e4gung und Abrechnung im Wert steigt. Die Analystin Zoha Imdad Ali brachte dieses Problem im Juli 2026 bei <a href='https:\/\/techi.com\/akash-akt-ai-compute-value-capture\/'>TECHi<\/a> auf den Punkt: Akash betreibe echte KI-Rechenleistung, k\u00f6nne aber nicht belegen, dass der Token den Wert einf\u00e4ngt, denn die netto vernichtete AKT-Menge werde schlicht nicht ver\u00f6ffentlicht. Dazu kommt Inflation: Mit Proposal 283 senkte Akash im M\u00e4rz 2025 die maximale Emissionsrate von 13 auf 8 Prozent, doch die realisierte Rate lag im ersten Quartal 2026 nahe 9 Prozent, und weil ein gro\u00dfer Teil der Emission in einen Gemeinschaftstopf statt an Staker flie\u00dft, ist die reale Staking-Rendite negativ.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Anleger hei\u00dft das: Reale Nutzung und Token-Wert sind bei Infrastruktur-Token zwei verschiedene Dinge. Dieselbe L\u00fccke zwischen Fundamentaldaten und Kurs pr\u00e4gt gro\u00dfe Teile des Kryptomarkts und treibt zugleich die Finanzialisierung \u00fcber b\u00f6rsengehandelte Produkte, wie HOGE Wire im Beitrag <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/krypto-etfs-2026-milliardengeschaeft-anbieter-gebuehren\/'>Krypto-ETFs 2026<\/a> beschrieben hat. Ohne belegte Wertabsch\u00f6pfung bleibt AKT eine Wette auf k\u00fcnftige Mechanik, nicht auf heutige Nutzung. Das ist keine Anlageberatung.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Was Akash nicht beweist: die Vertrauensl\u00fccke<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Es gibt eine technische Grenze, die gerade f\u00fcr die Angebotsseite heikel ist. Akash vermietet GPUs, beweist aber nicht, dass die Berechnung ehrlich ausgef\u00fchrt wurde. Wer ein Modell auf fremder Hardware laufen l\u00e4sst, muss darauf vertrauen, dass der Anbieter wirklich das bezahlte Modell in der bezahlten Pr\u00e4zision gerechnet hat und nicht heimlich eine kleinere, billigere Variante untergeschoben hat, um Kosten zu sparen. Das ist der Unterschied zwischen dezentralem Rechnen und verifizierbarem Rechnen. Wie Letzteres funktioniert, hat HOGE Wire im Beitrag <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/verifiable-compute-2026-beweis-netze-ki-clouds\/'>Verifiable Compute 2026<\/a> erkl\u00e4rt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Vertrauensl\u00fccke wiegt umso schwerer, je breiter das Angebot wird. Solange nur eine Handvoll gepr\u00fcfter Rechenzentren liefert, kann Reputation das Vertrauen tragen. Sobald aber Homenode-GPUs aus anonymen Wohnzimmern und wechselnde Nodekeepers hinzukommen, w\u00e4chst die Zahl der Parteien, denen man blind vertrauen muss. Genau hier setzt der geplante Baustein f\u00fcr vertrauliches Rechnen an: AEP-65 sieht vor, dass Anbieter Arbeitslasten in einer gesicherten Hardware-Umgebung (Trusted Execution Environment, etwa AMD SEV-SNP oder Intel TDX) ausf\u00fchren, wie aus der <a href='https:\/\/akash.network\/roadmap\/2026\/'>Roadmap 2026<\/a> hervorgeht.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Wichtig ist die Einschr\u00e4nkung: Vertrauliches Rechnen sch\u00fctzt vor allem die Vertraulichkeit der Daten, es beweist nicht automatisch die Korrektheit des Ergebnisses, und es verlagert das Vertrauen auf den Chip-Hersteller. F\u00fcr einen Marktplatz, der das Angebot dezentralisieren und zugleich verl\u00e4sslich machen will, bleibt die Verifizierbarkeit damit die offene Flanke. Sie zu schlie\u00dfen, w\u00e4re die eigentliche Aufwertung gegen\u00fcber der zentralen Cloud, denn Vertrauen ist genau das, was CoreWeave \u00fcber Vertr\u00e4ge und Reputation liefert und Akash bislang nur \u00fcber Reputation.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Regulierung: BaFin, MiCA und die Einordnung von AKT<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Leser im deutschsprachigen Raum stellt sich die Frage nach der regulatorischen Einordnung. Die europ\u00e4ische Verordnung MiCA und die BaFin regulieren Anbieter von Krypto-Dienstleistungen (CASPs) und die Emittenten bestimmter Token, nicht das Protokoll selbst. Das stellt die BaFin in ihrem <a href='https:\/\/www.bafin.de\/SharedDocs\/Veroeffentlichungen\/DE\/Merkblatt\/mb_250103_Kryptowerte_Dienstl.html'>Merkblatt zu Kryptowerte-Dienstleistungen<\/a> klar. AKT liest sich als infrastruktureller Utility-Token, der f\u00fcr die Nutzung eines Netzes bezahlt und dessen Sicherheit stakt; er steht damit eher am Rand des MiCA-Kerns, der sich um wertreferenzierte und E-Geld-Token sowie um Dienstleister dreht.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Heikler ist der Angebots-Baustein Starbonds. Als reguliertes US-Anlageinstrument richtet es sich zun\u00e4chst an den amerikanischen Markt; ein europ\u00e4isches Pendant m\u00fcsste eigene prospekt- und aufsichtsrechtliche H\u00fcrden nehmen, und ein tokenisiertes Wertpapier fiele je nach Ausgestaltung nicht unter MiCA, sondern unter das klassische Wertpapierrecht. Auch die Abgrenzung, wann ein Token vom Utility- zum regulierten Instrument kippt, bleibt eine Einzelfallfrage; wie fein diese Grenze verl\u00e4uft, zeigt der Beitrag <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/mica-nfts-gaming-token-2026-einordnung-bafin\/'>MiCA und NFTs 2026<\/a>. Krypto-Derivate schlie\u00dflich, etwa Futures auf AKT, fallen ohnehin nicht unter MiCA, sondern unter die Finanzmarktrichtlinie MiFID II. F\u00fcr Anbieter in Deutschland hei\u00dft das: Wer gewerblich Rechenleistung verkauft und daf\u00fcr Krypto-Zahlungen abwickelt, sollte die CASP-Frage pr\u00fcfen, das reine Bereitstellen einer GPU im eigenen Rechenzentrum ist dagegen kein Finanzdienst.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Risiken und Ausblick<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Risiken sind klar benannt. Erstens: Die Angebotserholung ist nicht gesichert. StarCluster und Homenode sind vielversprechend, aber im Ma\u00dfstab unerprobt, und die Anbieter-\u00d6konomie bleibt bei niedrigen Auktionspreisen fragil. Zweitens: Die Anreize per AEP-53 verw\u00e4ssern die Token-Halter, solange keine belegte Nachfrage die Emission rechtfertigt. Drittens: Der Kettenwechsel ist ein Eingriff am offenen Herzen mit echtem Ausf\u00fchrungsrisiko. Viertens: Die Vertrauens- und Wertabsch\u00f6pfungsl\u00fccke bleibt offen, solange netto vernichtete Token und Verifizierbarkeit ungekl\u00e4rt sind.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Kurzfristig gibt es dennoch Termine, die den Takt vorgeben. Akash ist beim Branchentreffen Token2049 in Singapur vom 16. bis 20. September 2026 vertreten, wo Fortschritte bei der Kettenwahl oder beim vertraulichen Rechnen kommuniziert werden k\u00f6nnten. Der Baustein AEP-65 steht noch aus, ebenso die Entscheidung, auf welche Kette Akash wechselt. Und der n\u00e4chste Messari-Quartalsbericht wird zeigen, ob die Programme die Anbieterzahl tats\u00e4chlich stabilisiert haben oder ob der Trend zum Rekordtief anh\u00e4lt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Unterm Strich ist Akash 2026 ein Marktplatz mit einem echten Produkt und einem echten Problem. Die Nachfrage nach g\u00fcnstiger KI-Inferenz ist da und w\u00e4chst. Aber ein Marktplatz ohne Anbieter ist nur ein Schaufenster. Ob die Zangenbewegung aus protokolleigener Flotte und Consumer-Hardware die Angebotsl\u00fccke schlie\u00dft, bevor die g\u00fcnstige Erz\u00e4hlung verblasst, ist die Frage, an der sich das n\u00e4chste Jahr f\u00fcr Akash entscheidet.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>H\u00e4ufige Fragen<\/h2><h3 class='wp-block-heading'>Warum verliert Akash Network GPU-Anbieter, obwohl die Nachfrage steigt?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Weil die umgekehrte Auktion die Preise nach unten dr\u00fcckt und die GPU-Auslastung im ersten Quartal 2026 bei nur rund einem Drittel lag. Bei etwa 1,15 bis 1,30 Euro pro H100-Stunde und dieser Auslastung deckt der Umsatz die Kosten f\u00fcr Karte, Strom und Rechenzentrum kaum. Akash begegnet dem mit protokolleigenem Angebot (StarCluster) und Consumer-Hardware (Homenode).<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Was ist Akash Homenode?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Homenode ist Akashs Programm, mit dem private Besitzer von Consumer-GPUs wie der RTX 4090 oder 5090 zu Anbietern werden k\u00f6nnen, ohne Kubernetes betreiben zu m\u00fcssen. Der Early Access startete am 25. Februar 2026. Ziel ist, das Angebot von unten zu verbreitern.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Was ist StarCluster und was sind Starbonds?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">StarCluster ist Akashs protokolleigenes GPU-Netz, dessen erste Phase \u00fcber sogenannte Starbonds finanziert wird, ein reguliertes US-Anlageinstrument. Laut Messari soll damit eine Flotte von rund 7.200 Nvidia-GPUs der Blackwell-Generation aufgebaut werden, die von gepr\u00fcften Rechenzentren (Nodekeepers) betrieben wird.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Ist AKT eine gute Investition angesichts der realen Nutzung?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Nutzung und Tokenpreis haben sich entkoppelt: AKT notiert rund 93 Prozent unter seinem Allzeithoch, obwohl die Inferenz-Nachfrage w\u00e4chst. Der Grund ist die Wertabsch\u00f6pfung: Das Burn-Mint-Modell verbrennt kaum dauerhaft Token, und Akash ver\u00f6ffentlicht die netto vernichtete Menge nicht. Das ist keine Anlageberatung.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Wie g\u00fcnstig ist eine H100 bei Akash im Vergleich zu AWS?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Auf Akash liegt eine H100-Stunde je nach Gebot grob bei 1,15 bis 1,75 Euro, bei den gro\u00dfen Clouds eher zwischen 3,40 und knapp 6 Euro pro Stunde f\u00fcr vergleichbare On-Demand-Instanzen. 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