{"id":554,"date":"2026-09-15T04:27:17","date_gmt":"2026-09-15T04:27:17","guid":{"rendered":"https:\/\/hoge.gg\/de\/sec-enforcement-clarity-act-senatsvotum-2026\/"},"modified":"2026-09-15T04:27:17","modified_gmt":"2026-09-15T04:27:17","slug":"sec-enforcement-clarity-act-senatsvotum-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hoge.gg\/de\/sec-enforcement-clarity-act-senatsvotum-2026\/","title":{"rendered":"SEC-Enforcement 2026: Der Senat stimmt ab, die Aufsicht handelt"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Am heutigen Dienstag, dem 15. September, ruft der US-Senat um 14:15 Uhr Ortszeit in Washington, also 20:15 Uhr in Mitteleuropa, einen Namen nach dem anderen auf. Zur Abstimmung steht kein fertiges Krypto-Gesetz, sondern eine Verfahrensfrage: Erh\u00e4lt der CLARITY Act, das gro\u00dfe Marktstruktur-Gesetz f\u00fcr digitale Verm\u00f6genswerte, die 60 Stimmen, die es braucht, um \u00fcberhaupt in die inhaltliche Debatte zu gehen? Wenn dieser Text erscheint, ist die Entscheidung wom\u00f6glich schon gefallen. Die Prognosem\u00e4rkte jedenfalls haben sie l\u00e4ngst getroffen: Auf Polymarket lag die Wahrscheinlichkeit, dass das Gesetz 2026 in Kraft tritt, zuletzt bei rund 16 Prozent, Galaxy Research taxierte sie auf 10 Prozent, wie <a href='https:\/\/crypto.news\/clarity-act-senate-vote-september-15-provisions\/'>crypto.news<\/a> zusammentr\u00e4gt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der wichtigere Satz zur Frage, wie Krypto in den USA 2026 tats\u00e4chlich reguliert wird, fiel schon einen Tag zuvor, und zwar nicht im Kongress, sondern in der B\u00f6rsenaufsicht SEC. &bdquo;Der Kongress sollte den CLARITY Act voranbringen und ihn so schnell wie m\u00f6glich auf den Schreibtisch des Pr\u00e4sidenten legen&ldquo;, sagte der SEC-Vorsitzende Paul Atkins laut <a href='https:\/\/www.coindesk.com\/policy\/2026\/09\/14\/sec-s-atkins-backs-clarity-act-but-says-agency-will-keep-pushing-crypto-rules-without-it'>CoinDesk<\/a>. &bdquo;Aber lassen Sie es mich genauso deutlich sagen: mit oder ohne dieses Gesetz wird diese Regierung f\u00fcr die amerikanischen Anleger und die Innovatoren liefern.&ldquo; \u00dcbersetzt hei\u00dft das: Das Abstimmungsdrama im Senat ist laut, sichtbar und f\u00fcr die Schlagzeilen gemacht. Der eigentliche Umbau der amerikanischen Krypto-Aufsicht l\u00e4uft daneben, leise und \u00fcber die Exekutive, und er l\u00e4uft weiter, ganz gleich wie die Senatoren heute votieren.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Anlegerinnen und Anleger im deutschsprachigen Raum ist das aus zwei Gr\u00fcnden wichtig. Erstens bewegt die US-Aufsicht die Preise: Ein Bitcoin kostet an diesem Dienstag rund 67.000 Euro (etwa 77.000 US-Dollar), gut ein Drittel unter dem Rekordhoch vom Oktober 2025, und jede Wendung in Washington schl\u00e4gt binnen Minuten auf die Kurse durch, wie ein Blick auf <a href='https:\/\/www.coingecko.com\/en\/coins\/bitcoin\/eur'>CoinGecko<\/a> zeigt. Zweitens entscheidet die Frage, welche Regeln in den USA gelten, dar\u00fcber, wo Projekte ihren Sitz nehmen, welche Token an welchen B\u00f6rsen gehandelt werden und ob ein Coin, den ein deutscher Sparer in einem ETP h\u00e4lt, jenseits des Atlantiks als Wertpapier gilt oder nicht. Unmittelbar gebunden sind diese Anleger ohnehin nicht an die SEC, sondern an die europ\u00e4ische MiCA-Verordnung und die BaFin. Doch die Kluft, die sich 2026 \u00fcber dem Atlantik auftut, ist genau deshalb einen genauen Blick wert.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Was der Senat heute wirklich abstimmt<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Der CLARITY Act (H.R. 3633) hat das Repr\u00e4sentantenhaus bereits im Juli 2025 mit 294 zu 134 Stimmen passiert. Im Senat aber steckt er seit Monaten fest. Was heute ansteht, ist eine Cloture-Abstimmung: die Frage, ob die Debatte begrenzt und das Gesetz auf die Tagesordnung genommen wird. Daf\u00fcr braucht es drei F\u00fcnftel der voll besetzten Kammer, also 60 Stimmen. Das ist keine Formalie, sondern die eigentliche H\u00fcrde. Wer die 60 verfehlt, dessen Gesetz kommt gar nicht erst zur Sachdebatte.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Arithmetik ist unbarmherzig. Die Republikaner halten 53 Sitze, also weniger als die n\u00f6tigen 60, und selbst diese 53 stehen nicht geschlossen. Rand Paul und Josh Hawley gelten als feste Nein-Stimmen, Paul aus grunds\u00e4tzlicher Ablehnung eines f\u00f6deralen Krypto-Rahmens, Hawley aus Sorge, das Gesetz beg\u00fcnstige gro\u00dfe Fintech-Konzerne gegen\u00fcber kleineren Wettbewerbern; Thom Tillis kn\u00fcpft seine Zustimmung an sch\u00e4rfere Ethikregeln. Damit sinkt die verl\u00e4ssliche Basis auf etwa 50 Stimmen, und die F\u00fchrung m\u00fcsste neun bis zehn Demokraten \u00fcberzeugen. Im Ausschuss waren nur zwei \u00fcbergelaufen, Ruben Gallego und Angela Alsobrooks. Der Rest einer siebenk\u00f6pfigen Wechselw\u00e4hlergruppe hat sich nicht festgelegt, und mehrere Demokraten haben in einer gemeinsamen Erkl\u00e4rung bereits erkl\u00e4rt, der Entwurf greife bei Ethik, Verbraucherschutz und Geldw\u00e4schebek\u00e4mpfung zu kurz. Die Rechnung geht, Stand Vorabend, schlicht nicht auf, wie auch <a href='https:\/\/www.cnbc.com\/2026\/09\/14\/clarity-act-senate-vote-crypto-regulation.html'>CNBC<\/a> vorrechnet.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Posten<\/th><th>Zahl<\/th><th>Anmerkung<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Ben\u00f6tigte Stimmen (Cloture)<\/td><td>60<\/td><td>Drei F\u00fcnftel des voll besetzten Senats<\/td><\/tr><tr><td>Republikanische Sitze<\/td><td>53<\/td><td>Mehrheit, aber nicht 60<\/td><\/tr><tr><td>Erwartete GOP-Abweichler<\/td><td>Paul, Hawley (fest), Tillis (bedingt)<\/td><td>Senkt die verl\u00e4ssliche Basis auf rund 50<\/td><\/tr><tr><td>Ben\u00f6tigte Demokraten<\/td><td>9 bis 10<\/td><td>Je nach Zahl der republikanischen Abweichler<\/td><\/tr><tr><td>Bisher zugesagte Demokraten<\/td><td>2 (Gallego, Alsobrooks)<\/td><td>Im Ausschuss \u00fcbergelaufen<\/td><\/tr><tr><td>Marktprognose (Gesetz 2026)<\/td><td>rund 10 bis 16 Prozent<\/td><td>Galaxy Research bzw. Polymarket<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">Zur Einordnung: Ein Scheitern der Cloture bedeutet nicht, dass der CLARITY Act tot ist, wohl aber, dass die Chance auf ein Gesetz im Jahr 2026 praktisch erlischt. Der Senat m\u00fcsste dann in einem Wahljahr, mit knapper Zeit und wenig Appetit auf ein umstrittenes Krypto-Projekt, von vorn beginnen. Deshalb ist der heutige Termin so aufgeladen, und deshalb ist es umso bemerkenswerter, dass der oberste US-B\u00f6rsenaufseher ihn \u00f6ffentlich zur Nebensache erkl\u00e4rt.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Die drei Streitpunkte, an denen der CLARITY Act h\u00e4ngt<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Dass ein Gesetz, hinter dem eine ganze Industrie und das Wei\u00dfe Haus stehen, an der Cloture-H\u00fcrde zu scheitern droht, liegt an drei ungel\u00f6sten Konflikten. Jeder f\u00fcr sich k\u00f6nnte genug Demokraten kosten, um die 60 unerreichbar zu machen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der erste ist die Ethikfrage. Pr\u00e4sident Donald Trump wies in seiner Offenlegung f\u00fcr 2025 rund 1,4 Milliarden US-Dollar an krypto-nahen Einnahmen aus, davon etwa 636 Millionen aus Lizenzgeb\u00fchren des TRUMP-Memecoins und mehr als 500 Millionen aus Verk\u00e4ufen von World-Liberty-Financial-Token. Die aktuelle Fassung des Gesetzes untersagt hochrangigen Amtstr\u00e4gern zwar, digitale Verm\u00f6genswerte selbst herauszugeben oder zu bewerben, delegiert die Durchsetzung aber an das US-Justizministerium und l\u00e4sst die Klausel Anfang 2029 auslaufen. Dem Stab von Senatorin Elizabeth Warren zufolge ist diese Sprache &bdquo;durchzogen von gro\u00dfen Schlupfl\u00f6chern&ldquo;; Senatorin Kirsten Gillibrand verlangt ein durchsetzbares Verbot, dass Pr\u00e4sidenten aus Krypto Profit schlagen. Ein sp\u00e4t nachgereichter Kompromissvorschlag des Wei\u00dfen Hauses aus dem Juli wurde von den Demokraten zur\u00fcckgewiesen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der zweite Streitpunkt ist Section 604, die Entwickler dezentraler Software vor der Einstufung als Geld\u00fcbermittler und den Pflichten des Bank Secrecy Act sch\u00fctzen soll. Eine Koalition aus der National Sheriffs&#39; Association, der International Association of Chiefs of Police und der National District Attorneys&#39; Association warnt, die Klausel schaffe eine &bdquo;compliance-freie Spur&ldquo;, durch die Geldw\u00e4scher und Sanktionsumgeher ihre Str\u00f6me leiten k\u00f6nnten. Mehrere Demokraten machen ihre Zustimmung von einer engeren Formulierung abh\u00e4ngig. Der dritte Konflikt dreht sich um Stablecoin-Renditen: Coinbase verdiente 2025 grob gesch\u00e4tzt 1,35 Milliarden US-Dollar an USDC-Belohnungsprogrammen. Eine Koalition von 78 Bankenverb\u00e4nden unter F\u00fchrung der American Bankers Association f\u00fcrchtet, dass zins\u00e4hnliche Stablecoin-Pr\u00e4mien Einlagen aus Regionalbanken abziehen, und verlangt eine sch\u00e4rfere Formel.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Streitpunkt<\/th><th>Worum es geht<\/th><th>Was auf dem Spiel steht<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Ethik \/ Interessenkonflikte<\/td><td>Verbot f\u00fcr Amtstr\u00e4ger, eigene Token zu emittieren; Durchsetzung und Auslauffrist umstritten<\/td><td>Trumps rund 1,4 Mrd. USD Krypto-Einkommen 2025 (TRUMP-Coin, WLFI)<\/td><\/tr><tr><td>Section 604 (DeFi-Entwickler)<\/td><td>Schutz nicht-verwahrender Entwickler vor Geld\u00fcbermittler-Pflichten<\/td><td>Strafverfolger warnen vor einer &bdquo;compliance-freien Spur&ldquo;<\/td><\/tr><tr><td>Stablecoin-Renditen<\/td><td>Verbot bankeinlagen\u00e4hnlicher Verzinsung, aktivit\u00e4tsbasierte Pr\u00e4mien erlaubt<\/td><td>rund 1,35 Mrd. USD\/Jahr Coinbase-USDC-Ertr\u00e4ge; Einlagenflucht bei Regionalbanken<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><h2 class='wp-block-heading'>Warum das Ergebnis f\u00fcr die Aufsicht zweitrangig ist<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Hier liegt der eigentliche Kern der Geschichte. Der CLARITY Act soll ein Vakuum f\u00fcllen, das gar nicht mehr existiert. Als das Gesetz 2024 und 2025 konzipiert wurde, herrschte in den USA regulatorische Unklarheit: Die SEC verklagte B\u00f6rsen reihenweise, ohne je klar zu sagen, welcher Token nun ein Wertpapier sei. Ein Gesetz sollte diese L\u00fccke schlie\u00dfen. Doch seither hat die Beh\u00f6rde selbst gehandelt, und zwar mit Mitteln, die keinen Kongress brauchen. Atkins beschrieb in seiner Rede vom 14. September drei S\u00e4ulen, an denen die SEC ohnehin weiterarbeitet.<\/p><ul class='wp-block-list'><li><strong>Regulation Crypto Assets:<\/strong> ein Verordnungsentwurf, der Gr\u00fcndern klarere Wege zur Kapitalaufnahme mit digitalen Verm\u00f6genswerten er\u00f6ffnet und einen Safe Harbor aus der Wertpapierdefinition schafft.<\/li><li><strong>Modernisierung der Transfer Agents:<\/strong> die Aktualisierung rund 40 Jahre alter Regeln, damit Blockchains als Eigentumsregister anerkannt werden.<\/li><li><strong>Verwahrung:<\/strong> eine Klarstellung, unter welchen Bedingungen Investmentberater Krypto selbst verwahren oder staatlich beaufsichtigte Trust-Gesellschaften nutzen d\u00fcrfen.<\/li><\/ul><p class=\"wp-block-paragraph\">Keine dieser S\u00e4ulen h\u00e4ngt am CLARITY Act. Sie laufen \u00fcber das regul\u00e4re Verwaltungsverfahren, \u00fcber Notice-and-Comment-Rulemaking und \u00fcber Auslegungserkl\u00e4rungen. Genau das meint Atkins mit &bdquo;mit oder ohne&ldquo;. F\u00fcr einen Anleger, der wissen will, welche Regeln in den USA de facto gelten, ist die Antwort 2026 deshalb nicht der Gesetzestext im Senat, sondern die Summe der Schritte, die die SEC bereits gegangen ist. Wer die Frage der Verwahrung ernst nimmt, sieht \u00fcbrigens auch, warum sie so heikel ist: Der <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/bitcoin-l2s-2026-liquid-hack-vertrauen-ausstieg\/'>Liquid-Hack und die Debatte \u00fcber Vertrauen in Bitcoin-Layer-2s<\/a> hat gezeigt, wie schnell aus einer Verwahrfrage ein Totalverlust werden kann.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Vom Kreuzzug zum R\u00fcckzug: die Enforcement-Bilanz<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Um zu verstehen, wie tief der Umbau reicht, hilft ein Blick auf die Zahlen. Unter Gary Gensler, SEC-Chef von 2021 bis Anfang 2025, z\u00e4hlte die Forschungsfirma Cornerstone Research rund 125 krypto-bezogene Vollstreckungsverfahren mit Geldstrafen von etwa 6,05 Milliarden US-Dollar. Im Gesch\u00e4ftsjahr 2025, das den \u00dcbergang zur neuen F\u00fchrung umfasst, brach die Zahl auf 13 Krypto-Verfahren ein, gegen\u00fcber 33 im Vorjahr, ein Minus von 60 Prozent, bei digitalen Strafzahlungen von nur noch rund 142 Millionen US-Dollar. Die Details liefert <a href='https:\/\/www.cornerstone.com\/insights\/press-releases\/sec-cryptocurrency-enforcement-declined-atkins-administration\/'>Cornerstone<\/a>.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>\u00c4ra (Zeitraum)<\/th><th>Krypto-Enforcement-F\u00e4lle<\/th><th>Geldstrafen (Krypto)<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Jay Clayton (2017 bis 2020)<\/td><td>rund 70<\/td><td>rund 1,52 Mrd. USD<\/td><\/tr><tr><td>Gary Gensler (2021 bis 2024)<\/td><td>rund 125<\/td><td>rund 6,05 Mrd. USD<\/td><\/tr><tr><td>Gesch\u00e4ftsjahr 2025 (Okt. 2024 bis Sep. 2025)<\/td><td>13 (nach 33 im GJ 2024)<\/td><td>rund 142 Mio. USD<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">Hinter dem Zahlensturz steht eine Serie eingestellter Verfahren. Die Kommission stimmte Ende Februar 2025 der Einstellung des Verfahrens gegen Coinbase zu, dokumentiert in <a href='https:\/\/www.sec.gov\/newsroom\/press-releases\/2025-47'>SEC-Mitteilung 2025-47<\/a>. Im M\u00e4rz folgten Kraken, ConsenSys und Cumberland DRW, jeweils mit Pr\u00e4judizwirkung, im Mai die Klage gegen Binance. Den langen Streit mit Ripple beendeten beide Seiten im August 2025, indem sie ihre Berufungen fallen lie\u00dfen; die im August 2024 verh\u00e4ngte Strafe von 125 Millionen US-Dollar f\u00fcr institutionelle Verk\u00e4ufe blieb bestehen. Parallel wurden zahlreiche Untersuchungen ohne Anklage geschlossen, darunter gegen Robinhood, Uniswap Labs, OpenSea und Gemini. Es war, in der Sprache der Beh\u00f6rde, das Ende der &bdquo;Regulierung durch Enforcement&ldquo;.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Nicht jeder feiert diesen R\u00fcckzug. Die einzige Demokratin in der Kommission, Caroline Crenshaw, deren Amtszeit Anfang Januar 2026 endete und die die Beh\u00f6rde erstmals seit Jahrzehnten rein republikanisch zur\u00fccklie\u00df, warnte in ihrem Sondervotum zum Ripple-Vergleich, das Vorgehen schaffe ein &bdquo;regulatorisches Vakuum ohne absehbares Ende&ldquo; und diene nicht den Interessen der Anleger und M\u00e4rkte, die zu sch\u00fctzen die Beh\u00f6rde beauftragt sei. Ihr <a href='https:\/\/www.sec.gov\/newsroom\/speeches-statements\/crenshaw-statement-ripple-050825'>Statement<\/a> ist die sch\u00e4rfste dokumentierte Gegenstimme zum neuen Kurs.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Betrug bleibt strafbar: die rote Linie der SEC<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Der R\u00fcckzug betrifft die Registrierungstheorie, nicht den Betrug. Diese Unterscheidung ist entscheidend und wird in Schlagzeilen oft verwischt. Das Paradebeispiel bleibt Terraform Labs und dessen Gr\u00fcnder Do Kwon: Nach dem Kollaps des Stablecoins UST, der im Mai 2022 rund 40 Milliarden US-Dollar vernichtete, einigte man sich auf einen Vergleich \u00fcber insgesamt 4,47 Milliarden US-Dollar, nachzulesen in <a href='https:\/\/www.sec.gov\/newsroom\/press-releases\/2024-73'>SEC-Mitteilung 2024-73<\/a>. Auch 2026 verfolgt die Beh\u00f6rde weiter Betrugsf\u00e4lle, vom erfundenen KI-Handelsbot des Nathan Fuller bis zum 198-Millionen-Dollar-Schema um PGI Global. Die Cyber and Emerging Technologies Unit, kurz CETU, hat den alten Krypto-Fokus abgel\u00f6st und konzentriert die Ermittler ausdr\u00fccklich auf Betrug statt auf Registrierungstheorie.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Sonderfall zeigt die Grauzone zwischen politischer R\u00fccksicht und Rechtsdurchsetzung: Das Verfahren gegen Justin Sun und Tron, 2023 wegen Betrugs und nicht registrierter Angebote eingeleitet, endete im M\u00e4rz 2026 mit einem Vergleich, bei dem Rainberry Inc. 10 Millionen US-Dollar zahlte und die Anspr\u00fcche gegen Sun pers\u00f6nlich mit Pr\u00e4judizwirkung fallengelassen wurden, wie <a href='https:\/\/www.coindesk.com\/policy\/2026\/03\/05\/sec-justin-sun-reach-settlement-over-tron-lawsuit'>CoinDesk<\/a> berichtete. Die Botschaft an die M\u00e4rkte lautet: Wer Anleger vors\u00e4tzlich t\u00e4uscht, bleibt ein Ziel; wer nur einen Token startet, ohne ein Formular auszuf\u00fcllen, in der Regel nicht mehr. Wie hoch die Bilanz der Beh\u00f6rde insgesamt ausf\u00e4llt, verzerrt dabei ein Einzelfall. F\u00fcr das Gesch\u00e4ftsjahr 2025 meldete die SEC in <a href='https:\/\/www.sec.gov\/newsroom\/press-releases\/2026-34'>Mitteilung 2026-34<\/a> zwar 456 Verfahren und eine Schlagzeilensumme von 17,9 Milliarden US-Dollar, doch 14,9 Milliarden davon entfallen auf ein einziges, altes Ponzi-Urteil (Stanford); real bleiben rund 2,7 Milliarden.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Regulation Crypto Assets: der Safe Harbor auf dem Papier<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Das Herzst\u00fcck der neuen Ordnung ist der Verordnungsentwurf &bdquo;Regulation Crypto Assets&ldquo;, den die SEC am 18. August 2026 vorlegte und der drei Tage sp\u00e4ter im Federal Register ver\u00f6ffentlicht wurde. Er ist der Moment, in dem der Kurswechsel von der Klage zur Regel dokumentiert wird. Der Entwurf schafft zwei ma\u00dfgeschneiderte Ausnahmen von der Registrierungspflicht des Wertpapierrechts, wie die <a href='https:\/\/www.sec.gov\/newsroom\/press-releases\/2026-76-sec-proposes-new-regulation-crypto-assets'>SEC-Mitteilung 2026-76<\/a> ausf\u00fchrt: eine erste Stufe f\u00fcr Angebote bis 5 Millionen US-Dollar \u00fcber vier Jahre und eine zweite f\u00fcr bis zu 75 Millionen US-Dollar pro Zw\u00f6lfmonatszeitraum, letztere mit Finanzberichten und laufender Offenlegung.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Kern ist die vorgeschlagene Rule 400, ein bedingter Safe Harbor, der ein Krypto-Asset aus der Definition des &bdquo;investment contract&ldquo; herausnimmt, sobald der Herausgeber, wie Atkins es in seiner <a href='https:\/\/www.sec.gov\/newsroom\/speeches-statements\/atkins-statement-regulation-crypto-assets-081826'>Erkl\u00e4rung<\/a> formulierte, &bdquo;alle wesentlichen unternehmerischen Anstrengungen abgeschlossen oder dauerhaft eingestellt&ldquo; hat. Dahinter steht die Idee der Trennung: Ein Token kann anfangs Teil eines Investmentvertrags sein, diese H\u00fclle aber abstreifen, sobald das Netzwerk hinreichend autonom l\u00e4uft. Die Kommentarfrist endet 60 Tage nach der Ver\u00f6ffentlichung, also gegen Ende Oktober 2026. Endg\u00fcltig gelten wird die Regel fr\u00fchestens 2027, und sie muss den Kommentarprozess und eine Kommissionsabstimmung \u00fcberstehen. Wichtig f\u00fcr die Einordnung: Ein Verordnungsentwurf ist kein geltendes Recht. Er signalisiert die Richtung, bindet aber noch niemanden.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Wann ist ein Token ein Wertpapier?<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Der zweite Baustein der neuen Ordnung ist eine Auslegung, keine Klage. Im M\u00e4rz 2026 legten SEC und die Terminmarktaufsicht CFTC gemeinsam dar, wie das Wertpapierrecht auf Krypto anzuwenden sei. Die Kernaussage, festgehalten in <a href='https:\/\/www.sec.gov\/newsroom\/press-releases\/2026-30-sec-clarifies-application-federal-securities-laws-crypto-assets'>SEC-Mitteilung 2026-30<\/a>: Die meisten Krypto-Assets seien f\u00fcr sich genommen keine Wertpapiere. Mining, Staking und Airdrops begr\u00fcnden demnach allein noch keinen Wertpapierstatus. Die Beh\u00f6rden ordneten mehr als ein Dutzend gro\u00dfe Token, darunter Bitcoin, Ethereum, Solana, XRP und Chainlink, ausdr\u00fccklich als digitale Waren ein. Atkins fasste die Logik in einem Satz zusammen: Das sei es, was Aufsichtsbeh\u00f6rden tun sollten, n\u00e4mlich klare Linien in klaren Begriffen zu ziehen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Auslegung sortiert Krypto-Assets grob in f\u00fcnf Kategorien: digitale Waren (Netzwerk-Token wie Bitcoin), digitale Sammlerst\u00fccke (NFTs), digitale Werkzeuge (Mitgliedschaften, Zugangsrechte), Zahlungs-Stablecoins und tokenisierte Wertpapiere. Der Test kn\u00fcpft an die unternehmerische Anstrengung an: Verspricht ein Herausgeber &bdquo;wesentliche verwaltende Bem\u00fchungen&ldquo;, die K\u00e4ufern eine Gewinnerwartung nahelegen, greift das Wertpapierrecht; vage Ank\u00fcndigungen ohne Meilensteine, Finanzierung oder Plan schaffen dagegen in der Regel kein Wertpapier. Genau diese Grenze besch\u00e4ftigt auch die europ\u00e4ische Debatte, wenn <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/mica-nfts-gaming-token-2026-einordnung-bafin\/'>Gaming-Token unter MiCA einzuordnen<\/a> sind: Wann ist ein Spiel-Token blo\u00dfes Zubeh\u00f6r und wann ein reguliertes Finanzinstrument?<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Zwei Einschr\u00e4nkungen sind wichtig. Erstens ist eine Verwaltungsauslegung kein Gesetz; sie kann zur\u00fcckgenommen werden und bindet kein Gericht. Zweitens l\u00e4sst sie eine gro\u00dfe L\u00fccke: Weder k\u00fcnstliche Intelligenz noch verifizierbare Berechnung tauchen in ihr auf. Ein Top-Token wie Chainlink wurde als digitale Ware behandelt, weil er zu den gr\u00f6\u00dften nach Marktkapitalisierung z\u00e4hlt; die eigentliche Frage aber, ob das Geb\u00fchrentoken eines kleineren Orakel- oder Rechennetzes wegen der Arbeit seines Betreiberteams ein Wertpapier ist, bleibt offen. F\u00fcr die wachsende Klasse der Infrastruktur-Token, von Orakeln bis zu <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/verifiable-compute-2026-beweis-netze-ki-clouds\/'>Netzen f\u00fcr verifizierbare Berechnung<\/a>, ist die Grauzone damit nicht beseitigt, sondern nur verschoben.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>SEC und CFTC: die neue Arbeitsteilung<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Was der CLARITY Act gesetzlich festschreiben w\u00fcrde, die Aufteilung der Zust\u00e4ndigkeit zwischen SEC (Wertpapiere) und CFTC (Waren und Derivate), haben die beiden Beh\u00f6rden faktisch schon vorweggenommen. Ende Januar 2026 schlossen sie sich unter dem Namen Project Crypto zu einer Partnerschaft zusammen, und am 11. M\u00e4rz 2026 unterzeichneten SEC-Chef Atkins und CFTC-Chef Michael Selig ein Memorandum of Understanding, dokumentiert in <a href='https:\/\/www.sec.gov\/newsroom\/press-releases\/2026-26-sec-cftc-announce-historic-memorandum-understanding-between-agencies'>SEC-Mitteilung 2026-26<\/a>. Selig, zuvor Chefjurist der SEC-eigenen Crypto Task Force, war erst im Dezember 2025 als CFTC-Vorsitzender vereidigt worden.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die Praxis hei\u00dft das: Der Spot-Handel mit digitalen Waren driftet zur CFTC, w\u00e4hrend die SEC sich auf echte Wertpapierangebote und Betrugsf\u00e4lle konzentriert. Ein Gesetz w\u00fcrde diese Linie zementieren und Gerichten die Auslegung abnehmen. F\u00e4llt es heute durch, bleibt die Arbeitsteilung eine Frage von Absprachen und Auslegungen, die eine k\u00fcnftige F\u00fchrung theoretisch wieder anders ziehen k\u00f6nnte. Das ist der eigentliche Preis eines gescheiterten Gesetzes: nicht das Fehlen von Regeln, sondern deren Widerruflichkeit.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Wer die L\u00fccke f\u00fcllt, wenn die SEC sich zur\u00fcckzieht<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Ein h\u00e4ufiges Missverst\u00e4ndnis lautet, dass mit dem SEC-R\u00fcckzug in den USA gar nicht mehr durchgegriffen werde. Das stimmt nicht. Es haben sich nur die Akteure verschoben. Die Bundesstaaten sind aktiver denn je: Der Dachverband der Wertpapieraufseher NASAA z\u00e4hlt seit 2017 mehr als 300 bundesstaatliche Krypto-Verfahren, und die Aufseher lobbyieren daf\u00fcr, ihre Befugnisse in jedem Bundesgesetz zu erhalten, wie eine Analyse von <a href='https:\/\/www.sidley.com\/en\/insights\/newsupdates\/2025\/08\/state-securities-regulators-stake-a-claim-in-crypto-asset-markets'>Sidley<\/a> zeigt. Parallel gewinnen private Sammelklagen an Gewicht, auch wenn sie den R\u00fcckzug der Beh\u00f6rde nicht vollst\u00e4ndig ersetzen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Anleger im deutschsprachigen Raum ist die praktische Konsequenz weniger die Frage, welche US-Beh\u00f6rde ermittelt, als die Erkenntnis, dass die Durchsetzung fragmentierter und unberechenbarer geworden ist. Ein Projekt, das die SEC in Ruhe l\u00e4sst, kann sich immer noch mit einem Generalstaatsanwalt in New York oder Kalifornien konfrontiert sehen. Diese Zersplitterung erh\u00f6ht das Risiko f\u00fcr Emittenten und, indirekt, die Volatilit\u00e4t f\u00fcr alle, die deren Token halten.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Wie dauerhaft ist die Wende wirklich?<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die vielleicht wichtigste Frage lautet, ob dieser Umbau von Dauer ist. Zwei Entwicklungen n\u00e4hren Zweifel. Zum einen entschied der Oberste Gerichtshof am 29. Juni 2026 im Fall Trump v. Slaughter, dass der Kongress die Leitung unabh\u00e4ngiger Beh\u00f6rden nicht l\u00e4nger vor der Abberufung durch den Pr\u00e4sidenten sch\u00fctzen darf. Das Urteil betraf nominell die Handelsaufsicht FTC, reicht aber direkt auf SEC und CFTC durch, wie <a href='https:\/\/decrypt.co\/372342\/supreme-court-trump-fire-sec-cftc-commissioners-crucial-moment-crypto'>Decrypt<\/a> herausarbeitet. Kurzfristig \u00e4ndert das die Politik kaum, weil Atkins ohnehin auf Linie der Regierung liegt. Langfristig aber entf\u00e4llt genau jene strukturelle Absicherung, die die ganze Wende von 2025 und 2026 dauerhaft erscheinen lie\u00df. Eine k\u00fcnftige F\u00fchrung oder ein k\u00fcnftiger Pr\u00e4sident h\u00e4tte deutlich weniger Leitplanken.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Zum anderen d\u00fcnnt sich die Kommission aus. Mit dem Ausscheiden von Caroline Crenshaw zu Jahresbeginn und dem angek\u00fcndigten Weggang von Hester Peirce, der gro\u00dfen krypto-freundlichen Stimme in der Beh\u00f6rde, im November 2026 schrumpft das eigentlich f\u00fcnfk\u00f6pfige Gremium auf zwei sitzende Mitglieder, Atkins und Mark Uyeda. Das wirft Fragen zur Beschlussf\u00e4higkeit auf und macht die Beh\u00f6rde anf\u00e4lliger f\u00fcr jeden personellen Wechsel. Peirce selbst hat den Kern der neuen Haltung einmal auf den Punkt gebracht: Man wolle die Vollstreckungsabteilung nicht dazu benutzen, Regulierungspolitik zu schreiben. Ob dieser Grundsatz eine neue Kommission \u00fcberlebt, wei\u00df heute niemand.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Der Blick aus Frankfurt: MiCA, BaFin und die Kluft \u00fcber dem Atlantik<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend Washington ringt, ist Europas Rulebook l\u00e4ngst geschrieben. Die MiCA-Verordnung gilt unmittelbar; ihre verk\u00fcrzte \u00dcbergangsfrist f\u00fcr Deutschland, \u00d6sterreich und mehrere andere Mitgliedstaaten endete am 1. Juli 2026. Wer in Europa Krypto-Dienstleistungen anbietet, braucht eine Zulassung als CASP, und die BaFin \u00fcberwacht Emittenten und Dienstleister, nicht das Protokoll selbst. Ihre einschl\u00e4gige Orientierung, das <a href='https:\/\/www.bafin.de\/SharedDocs\/Veroeffentlichungen\/DE\/Merkblatt\/mb_250103_Kryptowerte_Dienstl.html'>Merkblatt zu Kryptowerte-Dienstleistungen<\/a>, macht diese Aufgabenteilung deutlich. Die transatlantische Ironie: Ausgerechnet die USA, die sich lange als innovationsfreundlich verstanden, streiten 2026 noch \u00fcber die Grundfrage, wer wof\u00fcr zust\u00e4ndig ist, w\u00e4hrend die oft als schwerf\u00e4llig gescholtene EU eine geltende, wenn auch strenge Ordnung vorweisen kann.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Dimension<\/th><th>USA (SEC \/ CFTC)<\/th><th>EU (MiCA \/ BaFin)<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Rechtsquelle<\/td><td>richterrechtlicher Howey-Test (1946), Fall f\u00fcr Fall, plus neue Verordnungsentw\u00fcrfe<\/td><td>MiCA-Verordnung, unmittelbar geltendes Recht<\/td><\/tr><tr><td>Zust\u00e4ndigkeit<\/td><td>SEC (Wertpapiere) und CFTC (Waren\/Derivate); Aufteilung noch gesetzlich strittig<\/td><td>BaFin national unter MiCA, Koordinierung durch die ESMA<\/td><\/tr><tr><td>Status 2026<\/td><td>Enforcement-R\u00fcckzug, Rulemaking im Entwurf (Kommentarfrist bis Ende Oktober)<\/td><td>\u00dcbergangsfrist am 1. Juli 2026 beendet, Zulassungspflicht in Kraft<\/td><\/tr><tr><td>Was Anleger bindet<\/td><td>mittelbar (Marktpreise, Listing- und Sitzentscheidungen)<\/td><td>unmittelbar (der genutzte Anbieter braucht eine BaFin\/MiCA-Zulassung)<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Kluft ist mehr als akademisch. Sie bestimmt, wo neue Produkte zuerst erscheinen, wie Emittenten ihren Sitz w\u00e4hlen und ob ein europ\u00e4ischer Anleger \u00fcberhaupt Zugang zu einem bestimmten Token bekommt. Ein Safe Harbor in den USA kann eine Emission dorthin ziehen; eine strengere MiCA-Auslegung kann sie von Europa fernhalten. Der Markt ist global, die Regeln sind es nicht.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Was das f\u00fcr Anleger im DACH-Raum heute bedeutet<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Praktisch lassen sich aus dem heutigen Tag drei Lehren ziehen. Erstens: Die eigentliche Regelsetzung in den USA findet nicht mehr im Gerichtssaal statt, sondern im Verwaltungsverfahren. Wer die US-Lage verstehen will, sollte die Kommentarfrist zur Regulation Crypto Assets im Auge behalten, nicht nur die Schlagzeilen aus dem Senat. Zweitens: F\u00fcr europ\u00e4ische Anleger bleibt die BaFin die Adresse, die z\u00e4hlt. Ein in Europa zugelassenes Krypto-ETP unterliegt europ\u00e4ischem Recht, unabh\u00e4ngig davon, wie Washington votiert; wie stark dieses <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/krypto-etfs-2026-milliardengeschaeft-anbieter-gebuehren\/'>Milliardengesch\u00e4ft mit Krypto-ETPs<\/a> gewachsen ist, zeigt, dass die Nachfrage l\u00e4ngst da ist, wo die Regeln klar sind.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Drittens sollte man den zweiten Termin dieser Woche nicht \u00fcbersehen. Schon morgen, am 16. September, entscheidet die US-Notenbank Fed \u00fcber den Leitzins, und nach den falkenhaften T\u00f6nen von Fed-Chef Kevin Warsh in Jackson Hole ist eine Zinserh\u00f6hung nach Einsch\u00e4tzung von <a href='https:\/\/www.cnbc.com\/2026\/08\/28\/-september-fed-decision-now-a-coin-flip-as-rate-hike-odds-increase.html'>CNBC<\/a> zu einer M\u00fcnzwurfentscheidung geworden. F\u00fcr die Kurse d\u00fcrfte dieser Beschluss kurzfristig mehr Gewicht haben als das CLARITY-Votum, denn steigende Zinsen ziehen Liquidit\u00e4t aus riskanten Anlagen ab. Wer die Wirkungskette bis in den Maschinenraum verfolgen will, findet sie beim <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/hashprice-fed-zinsentscheidung-miner-2026\/'>Hashprice und dem Zins-Stresstest der Miner<\/a>. Zusammengenommen ergibt sich ein n\u00fcchternes Bild: Das laute Ereignis (die Abstimmung) ver\u00e4ndert f\u00fcr die tats\u00e4chliche Aufsicht wenig, das leise Ereignis (die Zinsentscheidung) f\u00fcr die Preise viel. Genau diese Reihenfolge im Kopf zu behalten, ist der beste Schutz gegen die Versuchung, jede Schlagzeile aus Washington als Wendepunkt zu lesen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Und der CLARITY Act selbst? Sollte die Cloture heute scheitern, w\u00e4re das kein Beweis, dass Amerika Krypto ablehnt, sondern dass die politischen Nebenfragen, Ethik, DeFi-Haftung und Bankeneinlagen, ein an sich mehrheitsf\u00e4higes Gesetz blockieren. Die Aufsicht, das ist die Pointe des Jahres 2026, wartet darauf ohnehin nicht mehr. Sie hat, mit oder ohne Gesetz, l\u00e4ngst begonnen zu handeln.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>H\u00e4ufig gestellte Fragen (FAQ)<\/h2><h3 class='wp-block-heading'>Was ist der CLARITY Act und wor\u00fcber stimmt der US-Senat ab?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Der CLARITY Act (H.R. 3633) ist das amerikanische Marktstruktur-Gesetz f\u00fcr Krypto. Es w\u00fcrde die Zust\u00e4ndigkeit zwischen SEC und CFTC aufteilen und festlegen, wann ein Token als Wertpapier und wann als digitale Ware gilt. Am 15. September 2026 stimmt der Senat nicht \u00fcber das Gesetz selbst ab, sondern \u00fcber eine Verfahrensh\u00fcrde (Cloture): Nur mit 60 Stimmen darf die inhaltliche Debatte \u00fcberhaupt beginnen. Scheitert diese Abstimmung, gilt das Gesetz f\u00fcr 2026 als praktisch tot.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Bin ich als Anleger in Deutschland von den SEC-Regeln betroffen?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Nicht unmittelbar. F\u00fcr Nutzer in Deutschland und \u00d6sterreich gilt die europ\u00e4ische MiCA-Verordnung, \u00fcberwacht von der BaFin, nicht das US-Wertpapierrecht. Mittelbar wirken die SEC-Entscheidungen aber sehr wohl: Sie bewegen die Kurse, bestimmen, wo Projekte ihren Sitz nehmen, und beeinflussen, welche Token an gro\u00dfen Handelspl\u00e4tzen gelistet werden. Wer \u00fcber ein in Europa zugelassenes Krypto-ETP investiert, sp\u00fcrt Washington \u00fcber den Preis, nicht \u00fcber die Rechtspflichten.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Was ist die Regulation Crypto Assets der SEC?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist der Verordnungsentwurf, mit dem die SEC am 18. August 2026 ihren Kurswechsel von der Klage zur Regel besiegelt hat. Er schafft zwei ma\u00dfgeschneiderte Ausnahmen von der Wertpapier-Registrierung (bis 5 Millionen US-Dollar \u00fcber vier Jahre sowie bis 75 Millionen US-Dollar pro Zw\u00f6lfmonatszeitraum) und einen bedingten Safe Harbor, der einen Token aus der Wertpapierdefinition herausnimmt, sobald der Herausgeber alle wesentlichen unternehmerischen Anstrengungen eingestellt hat. Die Kommentarfrist l\u00e4uft bis Ende Oktober 2026; endg\u00fcltig gilt die Regel fr\u00fchestens 2027.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Warum hat die SEC ihre Krypto-Klagen fallengelassen?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Unter Vorsitzendem Paul Atkins hat die Beh\u00f6rde die sogenannte Regulierung durch Enforcement beendet, also den Versuch, \u00fcber Klagen zu definieren, was ein Wertpapier ist. 2025 stellte sie die Verfahren gegen Coinbase, Kraken, ConsenSys, Cumberland und Binance ein und beendete den Streit mit Ripple. Betrug bleibt allerdings strafbar: F\u00e4lle wie Terraform mit 4,47 Milliarden US-Dollar Vergleichssumme zeigen, dass die rote Linie nicht verschwunden ist, sondern nur klarer gezogen wurde.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Gilt ein Token wie Chainlink (LINK) in den USA als Wertpapier?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Nach der gemeinsamen Auslegung von SEC und CFTC vom M\u00e4rz 2026 gelten die meisten Krypto-Assets nicht als Wertpapiere. Die Beh\u00f6rden ordneten mehr als ein Dutzend gro\u00dfe Token, darunter Bitcoin, Ethereum, Solana, XRP und Chainlink, ausdr\u00fccklich als digitale Waren ein. Diese Einordnung ist allerdings eine Verwaltungsauslegung, kein Gesetz; sie kann ge\u00e4ndert werden und bindet kein Gericht. F\u00fcr kleinere Infrastruktur- und KI-Token bleibt die Lage unklar.<\/p><script type='application\/ld+json'>{\"@context\":\"https:\/\/schema.org\",\"@type\":\"FAQPage\",\"mainEntity\":[{\"@type\":\"Question\",\"name\":\"Was ist der CLARITY Act und wor\u00fcber stimmt der US-Senat ab?\",\"acceptedAnswer\":{\"@type\":\"Answer\",\"text\":\"Der CLARITY Act (H.R. 3633) ist das amerikanische Marktstruktur-Gesetz f\u00fcr Krypto. Es w\u00fcrde die Zust\u00e4ndigkeit zwischen SEC und CFTC aufteilen und festlegen, wann ein Token als Wertpapier und wann als digitale Ware gilt. Am 15. 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