{"id":580,"date":"2026-09-18T22:26:37","date_gmt":"2026-09-18T22:26:37","guid":{"rendered":"https:\/\/hoge.gg\/de\/hashrate-wachstum-2026-silizium-engpass-asic-chips\/"},"modified":"2026-09-18T22:26:37","modified_gmt":"2026-09-18T22:26:37","slug":"hashrate-wachstum-2026-silizium-engpass-asic-chips","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hoge.gg\/de\/hashrate-wachstum-2026-silizium-engpass-asic-chips\/","title":{"rendered":"Hashrate-Wachstum 2026: der Engpass hei\u00dft Silizium"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Am Freitag, den 19. September 2026, passt das Bitcoin-Netzwerk gegen 8 Uhr morgens (UTC) seine Mining-Schwierigkeit zum n\u00e4chsten Mal an, und die Sch\u00e4tzungen deuten auf einen Sprung von rund vier Prozent nach oben, auf grob 132 bis 133 Billionen (<a href='https:\/\/www.coinwarz.com\/mining\/bitcoin\/difficulty-chart'>CoinWarz<\/a>). Das w\u00e4re der st\u00e4rkste Aufw\u00e4rtsschritt seit dem Plus von gut sieben Prozent Ende Juni. Zeitgleich ist Bitcoin am Donnerstag um mehr als sechs Prozent auf etwa 81.200 US-Dollar (rund 70.700 Euro) gestiegen (<a href='https:\/\/www.coingecko.com\/en\/coins\/bitcoin'>CoinGecko<\/a>). Beide Zahlen erz\u00e4hlen dieselbe Geschichte: Nach einem Jahr Stillstand ist im Netzwerk wieder Rechenleistung dazugekommen. Eine steigende Difficulty ist nichts anderes als der harte, nachtr\u00e4gliche Beweis, dass die Hashrate in den vergangenen zwei Wochen real gewachsen ist.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die spannendere Frage ist, wie weit dieses Wachstum tragen kann. Ein Jahr lang drehte sich die Debatte um Preis und Strom: Springt der Kurs, lohnt sich das Mining wieder, kommen die Maschinen zur\u00fcck. Das stimmt, greift aber zu kurz. Denn die eigentliche Obergrenze f\u00fcr das Hashrate-Wachstum liegt nicht an der B\u00f6rse und nicht am Stromz\u00e4hler, sondern in einer Handvoll Chipfabriken in Taiwan und S\u00fcdkorea. Wer verstehen will, ob Bitcoin den Weg zur\u00fcck \u00fcber ein Zettahash und weiter zu zwei Zettahashes schafft, muss die Lieferkette der Rechenleistung anschauen: drei Firmen, die die Maschinen entwerfen, zwei Auftragsfertiger, die die Chips \u00e4tzen, und einen wachsenden Konkurrenten um genau diese Fertigung, der KI hei\u00dft.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Der Difficulty-Sprung vom 19. September, kurz erkl\u00e4rt<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Bitcoin misst seine eigene Rechenleistung nicht direkt. Niemand steht mit einem Z\u00e4hler an den Maschinen, weil die Miner anonym und \u00fcber den ganzen Globus verteilt sind. Stattdessen leitet das Protokoll die Hashrate indirekt ab: Alle 2.016 Bl\u00f6cke, im Schnitt also etwa alle zwei Wochen, vergleicht das Netzwerk, wie schnell die Bl\u00f6cke tats\u00e4chlich gefunden wurden, mit dem Zielwert von zehn Minuten pro Block. War das Sch\u00fcrfen zu schnell, kamen also zu viele Maschinen dazu, dreht das Protokoll die Schwierigkeit nach oben. War es zu langsam, senkt es sie. Diese Difficulty ist die einzige harte, nicht gesch\u00e4tzte Zahl im ganzen Mining-Kosmos, und genau deshalb ist ein Retarget das ehrlichste Signal, das wir \u00fcber das Hashrate-Wachstum bekommen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Ein gesch\u00e4tzter Anstieg von rund vier Prozent bedeutet also schlicht: In der laufenden Zwei-Wochen-Periode wurden die Bl\u00f6cke im Mittel etwas schneller als alle zehn Minuten gefunden, weil ungef\u00e4hr vier Prozent mehr Rechenleistung am Netz war als in der Periode zuvor. Das ist keine Marketing-Zahl, sondern ein physikalischer Abgleich mit der Realit\u00e4t. JPMorgan-Analyst Nikolaos Panigirtzoglou beschreibt den Mechanismus in seiner klassischen, negativen Richtung so: <a href='https:\/\/tftc.io\/bitcoin-mining-costs-jpmorgan-below-production-cost-2026\/'>&bdquo;Wenn Bitcoin unter seinen Produktionskosten handelt, schalten teurere Miner ab, die Hashrate sinkt, und die Difficulty passt sich nach unten an.&ldquo;<\/a> Im September 2026 l\u00e4uft dieselbe R\u00fcckkopplung erstmals seit Langem wieder vorw\u00e4rts: Der Kurs steigt, das Mining wird lukrativer, Maschinen gehen ans Netz, und die Schwierigkeit zieht an.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Einzuordnen ist das vor dem Hintergrund eines schwachen Jahres. \u00dcber 2026 hinweg stehen bislang acht Erh\u00f6hungen gegen zehn Senkungen, netto liegt die Difficulty rund zw\u00f6lf Prozent unter dem Januar-Niveau von etwa 146 Billionen und noch immer rund achtzehn Prozent unter ihrem Allzeithoch von knapp 156 Billionen aus dem November 2025 (<a href='https:\/\/news.bitcoin.com\/mining\/difficulty-rises-hashprice-rips-22-as-bitcoin-hashrate-stalls\/'>Bitcoin.com News<\/a>). Ein einzelner Vier-Prozent-Schritt kehrt diesen Trend nicht um. Er zeigt aber, dass die Kurve wieder nach oben zeigt, und wirft damit die Frage auf, wie viel Luft nach oben \u00fcberhaupt noch da ist. Wir haben diese Stagnation vor wenigen Tagen ausf\u00fchrlich seziert (<a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/bitcoin-hashrate-stillstand-ein-jahr-zettahash-2026\/'>ein Jahr nach der Zettahash<\/a>); hier geht es um die Frage dahinter, n\u00e4mlich woher die Rechenleistung physisch kommt.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Datum 2026<\/th><th>Ver\u00e4nderung<\/th><th>Schwierigkeit danach<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>14. Juni<\/td><td>-10,09 %<\/td><td>124,93 Bio.<\/td><\/tr><tr><td>27. Juni<\/td><td>+7,15 %<\/td><td>133,87 Bio.<\/td><\/tr><tr><td>11. Juli<\/td><td>-5,00 %<\/td><td>127,17 Bio.<\/td><\/tr><tr><td>25. Juli<\/td><td>-0,74 %<\/td><td>126,23 Bio.<\/td><\/tr><tr><td>8. August<\/td><td>+0,99 %<\/td><td>127,48 Bio.<\/td><\/tr><tr><td>23. August<\/td><td>-1,31 %<\/td><td>125,81 Bio.<\/td><\/tr><tr><td>5. September<\/td><td>+1,31 %<\/td><td>127,45 Bio.<\/td><\/tr><tr><td>19. September (Sch\u00e4tzung)<\/td><td>~ +4 %<\/td><td>~ 132,5 Bio.<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><figcaption class='wp-block-table__caption'>Bitcoin-Difficulty-Anpassungen 2026 (Werte nach der jeweiligen Anpassung). Quelle: CoinWarz. Die 19.-September-Zahl ist eine Sch\u00e4tzung und schwankt je nach Blockzeit.<\/figcaption><\/figure><h2 class='wp-block-heading'>Zwei Wege, die Hashrate zu vergr\u00f6\u00dfern<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Bevor wir zur Lieferkette kommen, lohnt ein Blick auf die Einheit selbst. Hashrate z\u00e4hlt, wie viele Rateversuche (Hashes) das gesamte Netzwerk pro Sekunde unternimmt, um den n\u00e4chsten g\u00fcltigen Block zu finden. Die Zahlen sind astronomisch, deshalb klettert man die Vorsilben-Leiter hinauf: von Kilo \u00fcber Mega, Giga, Tera und Peta bis Exa und schlie\u00dflich Zetta. Ein Zettahash pro Sekunde (ZH\/s) sind tausend Exahash (EH\/s) oder eine Eins mit einundzwanzig Nullen an Rateversuchen, jede Sekunde. Zum Vergleich: Bitcoin bewegt sich derzeit im Bereich von grob 915 Exahash im Sieben-Tage-Mittel, mit Tagesspitzen, die im September wieder an die Marke von tausend Exahash gekratzt haben.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Einheit<\/th><th>Hashes pro Sekunde<\/th><th>Einordnung<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>1 kH\/s<\/td><td>1.000<\/td><td>CPU der Fr\u00fchzeit (2009)<\/td><\/tr><tr><td>1 MH\/s<\/td><td>1 Million<\/td><td>fr\u00fche Grafikkarten<\/td><\/tr><tr><td>1 GH\/s<\/td><td>1 Milliarde<\/td><td>erste ASICs (2013)<\/td><\/tr><tr><td>1 TH\/s<\/td><td>1 Billion<\/td><td>ein heutiger Consumer-Miner<\/td><\/tr><tr><td>1 PH\/s<\/td><td>1 Billiarde<\/td><td>eine kleine Mining-Farm<\/td><\/tr><tr><td>1 EH\/s<\/td><td>1 Trillion<\/td><td>ein gro\u00dfer Pool-Betreiber<\/td><\/tr><tr><td>1 ZH\/s<\/td><td>1 Trilliarde (1.000 EH\/s)<\/td><td>das gesamte Netzwerk im Oktober 2025<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><figcaption class='wp-block-table__caption'>Die Einheiten-Leiter der Hashrate. Jede Stufe ist tausendmal so gro\u00df wie die vorige.<\/figcaption><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">Entscheidend ist nun, dass es genau zwei Wege gibt, diese Gesamtzahl zu vergr\u00f6\u00dfern. Erstens: mehr Maschinen anschlie\u00dfen. Zweitens: bessere Maschinen einsetzen, die pro Watt mehr Hashes schaffen. Der erste Weg braucht zus\u00e4tzlichen Strom, der zweite koppelt das Wachstum vom Stromverbrauch ab. In beiden F\u00e4llen aber gilt dieselbe unbequeme Wahrheit: Sowohl die neue Maschine als auch die effizientere Maschine ist am Ende ein Chip, und dieser Chip kommt aus einer Halbleiterfabrik. Man kann Rechenleistung nicht drucken. Jedes zus\u00e4tzliche Exahash muss zuerst als Silizium-Wafer belichtet, in Chips zers\u00e4gt, auf Platinen gel\u00f6tet und in ein Geh\u00e4use geschraubt werden. Das ist der Punkt, an dem das Hashrate-Wachstum aufh\u00f6rt, eine reine Preisfrage zu sein, und zu einer Industriefrage wird.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Die Lieferkette einer Hashrate: vom Wafer zum EH\/s<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Kette hat vier Glieder, und jedes davon ist ein potenzielles Nadel\u00f6hr. Am Anfang steht das Chipdesign: Firmen wie Bitmain, MicroBT und Canaan entwerfen die anwendungsspezifischen Schaltkreise (Application-Specific Integrated Circuits, kurz ASICs), die nichts anderes k\u00f6nnen als SHA-256-Hashes zu berechnen, das aber millionenfach effizienter als eine Grafikkarte. Das zweite Glied ist die eigentliche Fertigung. Die Designer besitzen selbst keine Fabriken; sie geben ihre Baupl\u00e4ne an einen Auftragsfertiger (eine Foundry) wie TSMC in Taiwan oder Samsung in S\u00fcdkorea. Erst dort werden die Chips auf hauchd\u00fcnne Silizium-Scheiben belichtet, auf Fertigungsstufen, die in wenigen Nanometern gemessen werden.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Das dritte Glied ist die Montage: fertige Chips auf Hashboards setzen, K\u00fchlung, Netzteil, Steuerung und Geh\u00e4use erg\u00e4nzen, testen, verpacken. Das vierte Glied ist der Betrieb, also der eigentliche Miner, der die Maschine kauft, an einen Standort mit billigem Strom stellt und einem Pool anschlie\u00dft. In der \u00f6ffentlichen Debatte dreht sich fast alles um dieses letzte Glied, den Miner. Doch die Geschwindigkeit, mit der die Hashrate wachsen kann, wird zu einem gro\u00dfen Teil im zweiten Glied entschieden, in der Foundry. Eine moderne Halbleiterfabrik kostet zweistellige Milliardenbetr\u00e4ge und braucht Jahre Vorlauf. Es gibt weltweit nur eine Handvoll Betriebe, die an der Spitze mithalten. Und wer einen Chip f\u00fcr den Prozess von TSMC entworfen hat, kann ihn nicht einfach \u00fcber Nacht bei Samsung fertigen lassen: Ein solcher Wechsel bedeutet laut Branchenanalysen ein Redesign von zw\u00f6lf bis achtzehn Monaten. Diese Tr\u00e4gheit ist der Grund, warum sich Hashrate-Wachstum nicht beliebig beschleunigen l\u00e4sst, egal wie hoch der Bitcoin-Kurs steigt.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Drei Firmen bauen die Maschinen der Welt<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Das erste Glied der Kette ist erschreckend eng besetzt. Praktisch die gesamte Rechenleistung, die Bitcoin absichert, stammt aus dem Design dreier chinesischer Unternehmen. Nach einer im Fr\u00fchjahr 2025 ver\u00f6ffentlichten Erhebung des Cambridge Centre for Alternative Finance entfielen rund 82 Prozent des Weltmarkts auf Bitmain (Antminer), etwa 15 Prozent auf MicroBT (WhatsMiner) und rund zwei Prozent auf Canaan (AvalonMiner), zusammen also fast der komplette Markt (<a href='https:\/\/cointelegraph.com\/news\/producer-behind-90'>Cointelegraph<\/a>). Diese Konzentration ist historisch gewachsen: Bitmain gibt es seit 2013, MicroBT trat 2016 als ernstzunehmender Herausforderer an, und beide haben \u00fcber Jahre einen Vorsprung bei Design und Fertigungsvertr\u00e4gen aufgebaut, den Neueinsteiger nur schwer aufholen. Wie sich dieses Duopol im Detail bekriegt, mit Preis-, Effizienz- und Liefer-Fehden, haben wir gesondert beleuchtet (<a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/bitmain-microbt-asic-duopol-bitcoin-mining-2026\/'>Bitmain gegen MicroBT<\/a>).<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr das Hashrate-Wachstum bedeutet diese Enge zweierlei. Zum einen ist die Angebotsseite sehr steuerbar: \u00c4ndern zwei oder drei Firmen ihre Produktionsplanung, \u00e4ndert sich das Tempo, mit dem neue Rechenleistung entstehen kann. Zum anderen sitzt das gesamte Design-Know-how in einem einzigen Land, das sein eigenes Mining seit 2021 offiziell verboten hat. Genau daraus entsteht eine der gr\u00f6\u00dften Ironien der Branche.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Hersteller<\/th><th>Produktreihe<\/th><th>Marktanteil (ca.)<\/th><th>Auftragsfertiger<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Bitmain<\/td><td>Antminer<\/td><td>~ 82 %<\/td><td>TSMC<\/td><\/tr><tr><td>MicroBT<\/td><td>WhatsMiner<\/td><td>~ 15 %<\/td><td>Samsung<\/td><\/tr><tr><td>Canaan<\/td><td>AvalonMiner<\/td><td>~ 2 %<\/td><td>Samsung<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><figcaption class='wp-block-table__caption'>Marktanteile laut Cambridge Centre for Alternative Finance (via Cointelegraph). Die Zuordnung der Auftragsfertiger folgt Branchenanalysen und kann je nach Chip-Generation variieren.<\/figcaption><\/figure><h2 class='wp-block-heading'>Die Ironie: China verbietet das Mining und baut die Maschinen<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Seit dem Verbot von 2021 hat sich das physische Sch\u00fcrfen aus China weitgehend in die USA verlagert. Nach dem j\u00fcngsten globalen Hashrate-Atlas von Hashrate Index entfallen rund 37 Prozent der weltweiten Rechenleistung auf die Vereinigten Staaten, gefolgt von Russland mit knapp 17 Prozent und China selbst mit noch rund zw\u00f6lf Prozent halb legalem Restbetrieb (<a href='https:\/\/hashrateindex.com\/blog\/global-hashrate-heatmap-update-q2-2026\/'>Hashrate Index<\/a>). Doch w\u00e4hrend die Maschinen anderswo laufen, werden sie fast alle in China entworfen. China exportiert also die Hardware, mit der der Rest der Welt eine Technologie betreibt, die es sich innerhalb der eigenen Grenzen verboten hat.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die USA, den heutigen Schwerpunkt des Minings, ist das eine unbequeme Abh\u00e4ngigkeit. Das Land stellt rund 37 bis 38 Prozent der Hashrate, also grob 400 Exahash, importiert aber praktisch die gesamte Spezialhardware, die diese Dominanz \u00fcberhaupt erst erm\u00f6glicht. Solange die Handelsbeziehungen ruhig sind, f\u00e4llt das nicht auf. Sobald Z\u00f6lle und Beschlagnahmungen ins Spiel kommen, wird aus der Abh\u00e4ngigkeit ein Wachstumsrisiko, das mit Preis oder Strom nichts zu tun hat. Dazu gleich mehr.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>TSMC, Samsung und der Kampf um die Wafer<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Steigt man ein Glied tiefer, wird das Nadel\u00f6hr noch schmaler. Die drei Designer besitzen keine Fabriken, sondern verteilen sich auf im Wesentlichen zwei Auftragsfertiger. Bitmain l\u00e4sst seine Chips traditionell bei TSMC in Taiwan belichten, MicroBT und Canaan haben sich st\u00e4rker an Samsung in S\u00fcdkorea gebunden. Das klingt nach Diversifizierung, ist aber tr\u00fcgerisch, denn beide Foundries k\u00e4mpfen an derselben Front: um Kapazit\u00e4t auf den fortschrittlichsten Fertigungsstufen. Und dort ist Bitcoin nicht der wichtigste Kunde, nicht einmal ein wichtiger. Die knappste Kapazit\u00e4t, die modernsten Prozesse im Bereich von wenigen Nanometern, ist \u00fcber Monate im Voraus an die Gro\u00dfabnehmer der Chipwelt vergeben, an Apple, an Nvidia und an die Hyperscaler, die den KI-Boom befeuern.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Das ist der Kern dessen, was manche Analysten inzwischen den Silizium-Engpass des Minings nennen: Nicht Strom ist der n\u00e4chste harte Deckel f\u00fcr das Hashrate-Wachstum, sondern der Zugang zu Wafern. Ein Antminer der S21-Reihe wird auf einer TSMC-Fertigungsstufe im Bereich von f\u00fcnf Nanometern gefertigt, die noch effizientere kommende Generation zielt auf einen fortschrittlicheren Prozess. Genau diese fortschrittlichen Prozesse sind aber jene, um die sich die KI-Industrie rei\u00dft. Jeder Wafer, der zu einem KI-Beschleuniger wird, ist ein Wafer, der nicht zu einem Hashboard wird. Der Wettlauf zwischen Bitcoin und KI wird also gern \u00fcber Megawatt erz\u00e4hlt, spielt sich aber genauso in der Auftragsfertigung ab.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Dass KI dabei die dickere Brieftasche hat, ist kein Geheimnis. Needham-Analyst John Todaro bringt es mit Blick auf die Rechenzentren auf den Punkt: <a href='https:\/\/coingeek.com\/block-reward-miners-cant-pivot-to-ai-fast-enough\/'>&bdquo;Der Umsatz pro Megawatt und die EBITDA-Margen sind bei HPC- und KI-Colocation deutlich h\u00f6her als beim Mining.&ldquo;<\/a> Was f\u00fcr Strom gilt, gilt sinngem\u00e4\u00df f\u00fcr Fertigungskapazit\u00e4t: Wer pro Einheit mehr verdient, kann im Zweifel mehr bieten. Dieselbe Nachfrage nach Rechenleistung, die dezentrale GPU-Marktpl\u00e4tze wie <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/akash-2026-vertrauliches-rechnen-tee-gpu\/'>Akash<\/a> antreibt, dr\u00fcckt indirekt auf den Nachschub an Mining-Chips.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Warum die S23-Generation die Kurve noch nicht anhebt<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Man k\u00f6nnte einwenden: Selbst wenn weniger Maschinen gebaut werden, sind die neuen doch viel effizienter, also m\u00fcsste die Hashrate trotzdem klettern. Das stimmt im Prinzip, doch 2026 zeigt sich ein feiner, wichtiger Unterschied zwischen dem Ersetzen und dem Erweitern. Die aktuelle Speerspitze, der Antminer S23 Hydro, unterbietet mit rund 9,5 bis 9,7 Joule pro Terahash erstmals in einer Serienmaschine die Schwelle von zehn Joule und liefert dabei etwa 560 Terahash Rechenleistung (<a href='https:\/\/www.coindesk.com\/markets\/2025\/05\/29\/bitmains-new-antminer-launch-signals-profound-shift-for-bitcoin-miners-theminermag'>CoinDesk<\/a>). Das ist ein technischer Sprung. Nur landet er derzeit oft nicht als zus\u00e4tzliche Kapazit\u00e4t im Netz, sondern ersetzt \u00e4ltere Ger\u00e4te in bestehenden Farmen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Genau das beschreibt die zitierte CoinDesk-Analyse als bemerkenswerte Verschiebung: In fr\u00fcheren Zyklen wurden gro\u00dfe Effizienz-Upgrades in B\u00e4renm\u00e4rkten getimt, um vor dem Halving ger\u00fcstet zu sein. Diesmal fiel der Start der S23-Reihe in eine Phase, in der der Bitcoin-Kurs zwar hoch stand, die Rentabilit\u00e4t der Miner aber nicht mithielt. Die Folge: Statt das Netzwerk zu vergr\u00f6\u00dfern, dienen der S23 Hydro und \u00e4hnliche Rigs vor allem dazu, bestehende Flotten aufzur\u00fcsten. Alte, ineffiziente Maschinen gehen vom Netz, w\u00e4hrend die neuen ihren Platz einnehmen. Netto bleibt die Hashrate dann flach, obwohl im Hintergrund kr\u00e4ftig modernisiert wird.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Jamie Redman von Bitcoin.com News hat f\u00fcr die aktuelle Stagnation eine bemerkenswerte Diagnose. Trotz eines um mehr als zwanzig Prozent gestiegenen Hashprice bewegte sich die Hashrate zuletzt kaum, und Redman schreibt dazu: <a href='https:\/\/news.bitcoin.com\/mining\/difficulty-rises-hashprice-rips-22-as-bitcoin-hashrate-stalls\/'>&bdquo;Die flache Hashrate deutet darauf hin, dass die Miner sich sehr vorsichtig weiterentwickeln, und sie sto\u00dfen wom\u00f6glich an Hardware-Grenzen.&ldquo;<\/a> Hardware-Grenzen: Das ist genau die Silizium-Frage. Selbst bei steigenden Erl\u00f6sen w\u00e4chst die Rechenleistung nur so schnell, wie neue Maschinen physisch verf\u00fcgbar werden.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Maschine (Jahr)<\/th><th>Rechenleistung<\/th><th>Effizienz<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Antminer S9 (2016)<\/td><td>13,5 TH\/s<\/td><td>~ 98 J\/TH<\/td><\/tr><tr><td>Antminer S19 XP (2022)<\/td><td>140 TH\/s<\/td><td>~ 21,5 J\/TH<\/td><\/tr><tr><td>Antminer S21 XP (2024\/25)<\/td><td>270 TH\/s<\/td><td>~ 13,5 J\/TH<\/td><\/tr><tr><td>WhatsMiner M70S (2025)<\/td><td>~ 220 TH\/s<\/td><td>~ 13,5 J\/TH<\/td><\/tr><tr><td>Antminer S23 Hydro (2026)<\/td><td>~ 560 TH\/s<\/td><td>~ 9,5 J\/TH<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><figcaption class='wp-block-table__caption'>Effizienzkurve der ASICs: rund zehnfach bessere Joule-pro-Terahash-Werte in einem Jahrzehnt. Quellen: Bitmain (S21 XP), CoinDesk\/theminermag und Hersteller-Tracker.<\/figcaption><\/figure><h2 class='wp-block-heading'>Der Zoll-Schock: wo die Maschinen gebaut werden d\u00fcrfen<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">\u00dcber die knappe Fertigung legt sich seit 2025 eine zweite Schicht: die Handelspolitik. Weil fast alle ASICs aus China stammen oder aus chinesisch kontrollierten Werken in S\u00fcdostasien, sind sie direkt von der Zoll-Eskalation zwischen den USA und China betroffen. Der aktuelle Zollsatz auf chinesische Importe liegt bei rund 25 Prozent, zwischenzeitlich lag er sogar \u00fcber hundert Prozent (<a href='https:\/\/cointelegraph.com\/news\/producer-behind-90'>Cointelegraph<\/a>). F\u00fcr ein Ger\u00e4t, dessen Wirtschaftlichkeit ohnehin an d\u00fcnnen Margen h\u00e4ngt, macht ein solcher Aufschlag den Unterschied zwischen Kaufen und Abwarten aus.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Geschichte hat bereits handfeste Kapitel. Im November 2024 hielt der US-Zoll die Lieferung tausender Bitmain-ASICs zur\u00fcck; erst im M\u00e4rz 2025 wurden rund 10.000 beschlagnahmte Ger\u00e4te wieder freigegeben. Als Reaktion auf den Zolldruck k\u00fcndigten Bitmain, MicroBT und Canaan an, Produktions- beziehungsweise Montagelinien in die USA zu verlegen, und Bitmain er\u00f6ffnete Anfang 2026 seine erste Fertigung auf US-Boden. Wichtig ist dabei die Einschr\u00e4nkung, dass Montage nicht dasselbe ist wie Fertigung: Die eigentlichen Chips entstehen weiter in Taiwan und S\u00fcdkorea, in den USA werden sie vorerst nur zusammengebaut. Das mildert die Z\u00f6lle, l\u00f6st die eigentliche Silizium-Abh\u00e4ngigkeit aber nicht.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr das Hashrate-Wachstum ist der Zollstreit deshalb eine dritte, von Preis und Strom unabh\u00e4ngige Variable. Verteuern Z\u00f6lle die Maschinen um ein Viertel oder mehr, verschiebt sich die Rentabilit\u00e4tsschwelle nach oben, und weniger Betreiber ordern Nachschub. Zugleich ver\u00e4ndern die neuen US-Montagelinien und Gesetzesinitiativen, die eine heimische Mining-Lieferkette f\u00f6rdern sollen, langfristig die Landkarte, wo Rechenleistung \u00fcberhaupt entstehen darf. Wachstum ist eben nicht nur eine Frage der Nachfrage nach Hashrate, sondern auch der Politik, die den Zugang zur Hardware regelt.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Effizienz als heimlicher Wachstumsmotor<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Trotz aller Engp\u00e4sse gibt es einen Wachstumshebel, der auch dann wirkt, wenn kein einziges neues Megawatt ans Netz geht: die Effizienz. Die Effizienzkurve der ASICs ist eine der steilsten der gesamten Elektronik. Ein Antminer S9 aus dem Jahr 2016 brauchte rund 98 Joule f\u00fcr ein Terahash, ein S23 Hydro nur noch etwa 9,5 Joule, also rund ein Zehntel. Wer eine Farm mit gleichbleibendem Stromkontingent von alten auf neue Maschinen umr\u00fcstet, vervielfacht ihre Hashrate, ohne mehr Strom zu ziehen. Genau in diesem Sinn kann Bitcoins Rechenleistung wachsen, w\u00e4hrend der Energieverbrauch stagniert, ein Argument, das in der Nachhaltigkeitsdebatte oft untergeht.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Haken ist, dass auch dieser Hebel an der Foundry h\u00e4ngt. Bessere Joule-pro-Terahash-Werte kommen fast ausschlie\u00dflich aus feineren Fertigungsstufen, und feinere Stufen sind exakt die knappe, umk\u00e4mpfte Kapazit\u00e4t aus dem vorigen Abschnitt. Die Effizienz kann das Hashrate-Wachstum also vom Stromnetz entkoppeln, nicht aber vom Silizium. Solange die modernsten Prozesse an KI vergeben sind, kommt auch der Effizienzfortschritt beim Mining langsamer voran, als es die reine Ingenieurskunst erlauben w\u00fcrde. Damit wird verst\u00e4ndlich, warum der Rekordstand von 1.162 Exahash aus dem Oktober 2025 nicht einfach im Vorbeigehen \u00fcbertroffen wird: Beide Wachstumswege, mehr Maschinen und bessere Maschinen, laufen durch dasselbe Nadel\u00f6hr.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Was das f\u00fcr Bitcoins Sicherheit bedeutet<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Hashrate ist nicht nur eine Wachstumszahl, sondern Bitcoins Schutzwall. Je mehr Rechenleistung ehrliche Miner beisteuern, desto teurer wird ein Angriff auf die Mehrheit der Hashrate, mit dem sich Transaktionen theoretisch zur\u00fcckdrehen lie\u00dfen. Grob gesch\u00e4tzt bezahlt das Netzwerk seine Miner derzeit mit rund 13 Milliarden US-Dollar pro Jahr (etwa 11 Milliarden Euro), errechnet aus Hashprice mal Hashrate. Das ist der Preis, den ein Angreifer im Prinzip \u00fcberbieten m\u00fcsste. Duke-Forscher Campbell Harvey beziffert die Kosten eines einw\u00f6chigen Mehrheitsangriffs inzwischen auf rund acht Milliarden US-Dollar und ordnet das ein: <a href='https:\/\/news.bitcoin.com\/8-billion-bitcoin-attack-could-become-profitable-through-derivatives-duke-professor-says\/'>&bdquo;Die Kosten liegen bei etwa f\u00fcnfzig Basispunkten des Bitcoin-Werts&ldquo;<\/a>, wobei der eigentliche Unterschied zu fr\u00fcher die Derivatem\u00e4rkte seien, \u00fcber die sich ein Angriff refinanzieren lie\u00dfe.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Praktiker halten das Szenario dennoch f\u00fcr unrealistisch. Matt Prusak, Chef von American Bitcoin, entgegnet trocken: <a href='https:\/\/crypto.news\/51-attack-on-the-bitcoin-network-would-cost-6-billion\/'>&bdquo;Meine Haltung ist, dass die wirtschaftliche Machbarkeit die 51-Prozent-These erledigt.&ldquo;<\/a> Sein Argument: Wer \u00fcber Jahre so viel Hardware anh\u00e4uft, treibt Preise und Difficulty in die H\u00f6he, und B\u00f6rsen fr\u00f6ren verd\u00e4chtige Aktivit\u00e4t l\u00e4ngst ein. Die interessantere Frage, die unsere Silizium-Perspektive aufwirft, ist eine andere. Nicht die Angriffssicherheit ist der wunde Punkt, denn die Rechenleistung verteilt sich \u00fcber tausende Betreiber weltweit. Verwundbar ist die Lieferkette dahinter: Wenn drei Firmen fast alle Maschinen entwerfen und zwei Fabriken sie fertigen, h\u00e4ngt das k\u00fcnftige Wachstum der Sicherheit an einer erstaunlich schmalen Basis. Eine ausf\u00fchrliche Diskussion, wer Bitcoin \u00fcberhaupt angreifen k\u00f6nnte, f\u00fchren wir separat (<a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/mining-pools-51-prozent-angriff-bitcoin-2026\/'>die 51-Prozent-Frage<\/a>).<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Die R\u00fcckkopplung aus Preis, Hashprice und Maschinen<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Kehren wir zum aktuellen Moment zur\u00fcck. Der Kurssprung dieser Woche, ein Plus von mehr als sechs Prozent auf gut 81.000 US-Dollar, ist Teil einer Erholung, die der Markt seit dem Fed-Zinsschritt vom September verdaut (<a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/bitcoin-fed-zinsschritt-verdaut-kurs-steigt-2026\/'>warum der Kurs steigt<\/a>). Ein h\u00f6herer Kurs hebt den Hashprice, also die t\u00e4gliche Miner-Einnahme je Petahash, und dieser ist zuletzt um \u00fcber zweiundzwanzig Prozent auf rund 39,63 US-Dollar je Petahash und Tag geklettert. Mehr Erl\u00f6s lockt abgeschaltete Maschinen zur\u00fcck ans Netz, die Hashrate steigt, und die Difficulty zieht mit der \u00fcblichen Verz\u00f6gerung von etwa zwei Wochen nach, was wir am 19. September sehen werden.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Doch diese R\u00fcckkopplung kann nur so schnell drehen, wie Maschinen verf\u00fcgbar sind. Reaktivierte, bereits vorhandene Rigs lassen sich in Tagen anschlie\u00dfen; echtes, neues Wachstum \u00fcber den bisherigen Bestand hinaus braucht neue Hardware, und die kommt aus der beschriebenen, verstopften Kette. Hinzu kommt, dass dasselbe Kapital, das fr\u00fcher in neue Miner floss, heute oft in KI-Infrastruktur wandert. CoinShares-Analyst James Butterfill spricht von <a href='https:\/\/news.bitcoin.com\/bitcoin-mining-margins-tighten-as-ai-pivot-accelerates-coinshares-says\/'>&bdquo;einer der schwierigsten Phasen&ldquo;<\/a> f\u00fcr Miner und sch\u00e4tzt, dass b\u00f6rsennotierte Sch\u00fcrfer bis Ende 2026 bis zu 70 Prozent ihrer Erl\u00f6se aus KI ziehen k\u00f6nnten, gegen\u00fcber rund 30 Prozent heute; branchenweit summieren sich die angek\u00fcndigten KI- und HPC-Vertr\u00e4ge auf \u00fcber 70 Milliarden US-Dollar. Jeder dieser Dollar, der in KI-Rechenzentren flie\u00dft, fehlt bei der Bestellung neuer Hashboards.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Kennzahl (18. September 2026)<\/th><th>Wert<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Bitcoin-Kurs<\/td><td>~ 81.200 USD \/ ~ 70.700 EUR<\/td><\/tr><tr><td>Marktkapitalisierung<\/td><td>~ 1,63 Bio. USD<\/td><\/tr><tr><td>Difficulty<\/td><td>127,45 Bio. (n\u00e4chste Anpassung ~19. Sep., gesch\u00e4tzt +4 %)<\/td><\/tr><tr><td>Hashrate (7-Tage-Mittel)<\/td><td>~ 915 EH\/s (Spitzen bis ~ 1.000 EH\/s)<\/td><\/tr><tr><td>Hashprice<\/td><td>~ 39,63 USD\/PH\/Tag (~ 34,50 EUR), +22 % gg\u00fc. Vormonat<\/td><\/tr><tr><td>Rekord-Hashrate<\/td><td>1.162 EH\/s (19. Oktober 2025)<\/td><\/tr><tr><td>Sicherheitsbudget (grob)<\/td><td>~ 13 Mrd. USD\/Jahr (~ 11 Mrd. EUR)<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><figcaption class='wp-block-table__caption'>Momentaufnahme des Netzwerks. Quellen: CoinGecko, CoinWarz, Hashrate Index, Bitcoin.com News; Sicherheitsbudget aus Hashprice mal Hashrate abgeleitet.<\/figcaption><\/figure><h2 class='wp-block-heading'>Der Weg zu zwei Zettahashes ist auch eine Fab-Frage<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">CoinShares hat f\u00fcr Ende 2026 eine Hashrate von 1,8 Zettahash und f\u00fcr das erste Quartal 2027 volle zwei Zettahash prognostiziert, allerdings unter der ausdr\u00fccklichen Bedingung, dass sich der Bitcoin-Kurs bis dahin wieder Richtung 100.000 US-Dollar bewegt. In der \u00f6ffentlichen Lesart ist dieser Pfad damit vor allem eine Preiswette: Kommt der Kurs, kommt die Hashrate. Unsere Silizium-Perspektive f\u00fcgt eine zweite, oft \u00fcbersehene Bedingung hinzu. Selbst bei perfektem Preis m\u00fcssen die zus\u00e4tzlichen mehreren hundert Exahash physisch gebaut werden, und zwar in einem Zeitfenster von Monaten. Das setzt voraus, dass Bitmain, MicroBT und Canaan genug Wafer-Kontingente ergattern, dass die Z\u00f6lle nicht erneut eskalieren und dass KI der Mining-Branche genug Fertigungskapazit\u00e4t \u00fcbrig l\u00e4sst.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Ein historischer Pr\u00e4zedenzfall mahnt zur Vorsicht. W\u00e4hrend des Chip-Engpasses 2021 schnellten die ASIC-Preise von rund 30 auf 80 bis 100 US-Dollar je Terahash hoch, und die Lieferzeiten dehnten sich auf ein halbes Jahr. Damals war es reine Nachfrage, die die Preise trieb; heute k\u00e4me im Ernstfall eine strukturelle Foundry-Knappheit hinzu, weil KI die Spitzenkapazit\u00e4t blockiert. Der Weg zu zwei Zettahashes l\u00e4uft deshalb nicht nur \u00fcber die B\u00f6rse, sondern auch \u00fcber eine Warteschlange in Taiwan. Wer die Prognose von CoinShares ernst nimmt, sollte die Auslastung der Auftragsfertiger genauso im Blick behalten wie den Kurs. Die Nachfrageseite dieser Rechenleistung, samt der Frage, wer die Chips liefert, treibt inzwischen ganze KI-\u00d6kosysteme an, von GPU-Marktpl\u00e4tzen bis zu Ans\u00e4tzen, ein <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/akash-2026-vertrauliches-rechnen-tee-gpu\/'>KI-Modell auf fremden GPUs<\/a> vertraulich zu berechnen.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Deutschland, Europa und die importierte Rechenleistung<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Aus deutscher und europ\u00e4ischer Sicht hat die Silizium-Frage einen doppelten Beigeschmack. Erstens: Europa spielt beim industriellen Bitcoin-Mining praktisch keine Rolle, weder als Standort noch als Hersteller. Es gibt keine nennenswerte europ\u00e4ische ASIC-Fertigung, und die hohen Industriestrompreise machen das Sch\u00fcrfen hierzulande unrentabel. Deutscher Industriestrom lag zuletzt bei rund 22 Cent je Kilowattstunde und damit unter den h\u00f6chsten in der EU, w\u00e4hrend wettbewerbsf\u00e4higes Mining Strompreise deutlich unter zehn Cent braucht. Die Rechenleistung, die anderswo entsteht, wird also mit Maschinen aus Asien und Energie aus Nordamerika oder dem Nahen Osten erzeugt; Europa ist an dieser Wertsch\u00f6pfung kaum beteiligt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Zweitens: Aufsichtsrechtlich ist Mining in Deutschland ein blinder Fleck, und zwar bewusst. Die BaFin beaufsichtigt nach ihrem Merkblatt zu Kryptowerte-Dienstleistungen die Verwahrung, den Handel und die Vermittlung von Kryptowerten, also die Dienstleister rund um die Coins (<a href='https:\/\/www.bafin.de\/SharedDocs\/Veroeffentlichungen\/DE\/Merkblatt\/mb_250103_Kryptowerte_Dienstl.html'>BaFin<\/a>). Das Sch\u00fcrfen selbst ist keine erlaubnispflichtige Finanzdienstleistung, und auch die EU-Verordnung MiCA regelt Emittenten und Dienstleister, nicht aber das Proof-of-Work-Verfahren oder die Herstellung der Hardware. F\u00fcr deutsche Anleger hei\u00dft das: Wer auf das Thema Hashrate-Wachstum setzen will, tut das faktisch \u00fcber Mining-Aktien und Hardware-Hersteller, deren Schicksal ma\u00dfgeblich an einer Lieferkette h\u00e4ngt, die keine europ\u00e4ische Beh\u00f6rde kontrolliert.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Worauf 2026 und 2027 zu achten ist<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Wer das Hashrate-Wachstum k\u00fcnftig nicht nur \u00fcber den Kurs, sondern \u00fcber die Angebotsseite lesen will, hat eine \u00fcberschaubare Beobachtungsliste. Sie verbindet die Netzwerk-Signale mit den industriellen Signalen, die \u00fcblicherweise auseinandergehalten werden.<\/p><ul class='wp-block-list'><li>Die Difficulty-Anpassungen: Mehrere positive Retargets in Folge sind der sauberste Beweis, dass echtes Wachstum zur\u00fcckkehrt, nicht nur reaktivierte Altmaschinen.<\/li><li>Der Auslieferungsplan der S23-Generation und ihrer Konkurrenten von MicroBT und Canaan: Gehen die effizienten Maschinen in neue Kapazit\u00e4t oder nur in Flottentausch.<\/li><li>Die Auslastung der f\u00fchrenden Auftragsfertiger und deren Zuteilung an KI-Kunden: Je enger die Spitzenkapazit\u00e4t, desto langsamer der Effizienzfortschritt beim Mining.<\/li><li>Die US-China-Zollpolitik und der Ausbau der US-Montagelinien: Jede Eskalation verteuert die Maschinen, jede Verlagerung verschiebt die Landkarte.<\/li><li>Die KI- und HPC-Vertragsvolumina der b\u00f6rsennotierten Miner: Sie zeigen, wie viel Kapital und wie viele Megawatt dem Mining dauerhaft entzogen werden.<\/li><li>Der CoinShares-Pfad zu 1,8 und 2 Zettahash: Er ist nur einl\u00f6sbar, wenn Preis, Fertigung und Energie gleichzeitig mitspielen.<\/li><\/ul><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Kernbotschaft bleibt: Das Hashrate-Wachstum ist 2026 keine reine Nachfragegeschichte mehr. Der Preis \u00f6ffnet die T\u00fcr, doch hindurch passen nur so viele Maschinen, wie eine sehr enge, geopolitisch aufgeladene Lieferkette liefern kann. Fred Thiel, Chef des Gro\u00dfminers MARA, formuliert das langfristige Bild drastisch: <a href='https:\/\/coingeek.com\/block-reward-miners-cant-pivot-to-ai-fast-enough\/'>&bdquo;Bis 2028 wirst du entweder ein Stromerzeuger sein, einem geh\u00f6ren oder mit einem verb\u00fcndet sein.&ldquo;<\/a> Man k\u00f6nnte den Satz um ein Glied verl\u00e4ngern: Und du wirst darauf angewiesen sein, dass irgendwo eine Foundry noch Wafer f\u00fcr dich \u00fcbrig hat.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>H\u00e4ufig gestellte Fragen<\/h2><h3 class='wp-block-heading'>Warum w\u00e4chst Bitcoins Hashrate 2026 kaum noch?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Weil das Wachstum an mehreren Fronten gleichzeitig gebremst wird. Der Preisverfall bis Mitte 2026 machte alte Maschinen unrentabel, KI-Rechenzentren kaufen denselben Strom und dasselbe Kapital, und neue, effizientere ASICs ersetzen vor allem alte Hardware, statt das Netzwerk zu vergr\u00f6\u00dfern. Analysten wie Jamie Redman verweisen zus\u00e4tzlich auf Hardware-Grenzen: Die Chipfertigung kann nicht beliebig schnell neue Rechenleistung liefern.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Wer stellt die Maschinen her, die Bitcoins Hashrate erzeugen?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Drei chinesische Firmen dominieren den Markt: Bitmain (Antminer), MicroBT (WhatsMiner) und Canaan (AvalonMiner). Laut einer Cambridge-Studie entfielen zuletzt rund 82 Prozent auf Bitmain, etwa 15 Prozent auf MicroBT und rund 2 Prozent auf Canaan, zusammen also fast der gesamte Weltmarkt. Die eigentlichen Chips lassen sie bei Auftragsfertigern wie TSMC und Samsung fertigen.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Was bedeutet der Difficulty-Anstieg am 19. September 2026?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Mining-Schwierigkeit passt sich alle 2.016 Bl\u00f6cke automatisch an, um die Zehn-Minuten-Blockzeit zu halten. Ein gesch\u00e4tzter Anstieg von rund vier Prozent auf etwa 132 bis 133 Billionen ist der harte Beweis, dass in den zwei Wochen davor real mehr Rechenleistung ans Netz ging. Es w\u00e4re der st\u00e4rkste Aufw\u00e4rtsschritt seit Ende Juni.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Konkurrieren KI-Rechenzentren mit Bitcoin-Mining um Chips?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Ja, auf mehreren Ebenen. KI-Beschleuniger und Mining-ASICs entstehen bei denselben Auftragsfertigern auf denselben fortschrittlichen Fertigungsstufen, und die knappste Kapazit\u00e4t ist oft schon an Gro\u00dfkunden wie Apple und Nvidia vergeben. Zus\u00e4tzlich buhlen beide um Strom und Kapital, weshalb viele Miner ihre Megawatt inzwischen lieber an KI vermieten, als neue Rechenleistung aufzubauen.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Gef\u00e4hrdet die Chip-Konzentration Bitcoins Dezentralit\u00e4t?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Sie ist ein realer Schwachpunkt. Wenn drei Firmen fast alle Maschinen entwerfen und zwei Fabriken sie fertigen, h\u00e4ngt das Wachstum der Rechenleistung an einer sehr schmalen Lieferkette. F\u00fcr die Angriffssicherheit selbst bleibt Bitcoin robust: Ein Angriff auf die Mehrheit der Hashrate kostet laut Duke-Forscher Campbell Harvey rund acht Milliarden US-Dollar, und die Rechenleistung ist \u00fcber tausende Betreiber verteilt, selbst wenn die Maschinen aus wenigen Werken stammen.<\/p><script type='application\/ld+json'>{\"@context\":\"https:\/\/schema.org\",\"@type\":\"FAQPage\",\"mainEntity\":[{\"@type\":\"Question\",\"name\":\"Warum w\u00e4chst Bitcoins Hashrate 2026 kaum noch?\",\"acceptedAnswer\":{\"@type\":\"Answer\",\"text\":\"Weil das Wachstum an mehreren Fronten gleichzeitig gebremst wird. Der Preisverfall bis Mitte 2026 machte alte Maschinen unrentabel, KI-Rechenzentren kaufen denselben Strom und dasselbe Kapital, und neue, effizientere ASICs ersetzen vor allem alte Hardware, statt das Netzwerk zu vergr\u00f6\u00dfern. 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