{"id":586,"date":"2026-09-19T16:28:45","date_gmt":"2026-09-19T16:28:45","guid":{"rendered":"https:\/\/hoge.gg\/de\/gensyn-2026-verde-judge-beweis-audits-ai-token-tief\/"},"modified":"2026-09-19T16:28:45","modified_gmt":"2026-09-19T16:28:45","slug":"gensyn-2026-verde-judge-beweis-audits-ai-token-tief","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hoge.gg\/de\/gensyn-2026-verde-judge-beweis-audits-ai-token-tief\/","title":{"rendered":"Gensyn 2026: Der Beweis geht in Produktion, der Token am Tief"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Nachricht, die in dieser Woche im Schatten der Fed-Sitzung unterging: Die Sicherheitsfirma Trail of Bits hat ihre Pr&uuml;fberichte zu Gensyn ver&ouml;ffentlicht, gleich vier an der Zahl, und die Verifikationsschicht namens Verde l&auml;uft nach eigenen Angaben inzwischen produktiv, eingebettet in das Bewertungssystem Judge. F&uuml;r ein Projekt, das seit Jahren verspricht, maschinelles Lernen auf fremder Hardware <em>beweisbar<\/em> zu machen, ist das der Moment, in dem sich die Belege endlich pr&uuml;fen lassen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Markt zeigte sich unbeeindruckt. Am 16. September 2026, dem Tag der US-Notenbankentscheidung, rutschte der $AI-Token auf ein neues Allzeittief von 0,01790 US-Dollar, umgerechnet rund 0,0156 Euro (<a href='https:\/\/www.coingecko.com\/en\/coins\/gensyn'>CoinGecko<\/a>). Aktuell notiert er bei 0,01751 Euro (0,02011 US-Dollar), gut 81 Prozent unter dem Hoch vom April. Zwischen dem, was Gensyn baut, und dem, was der Kurs sagt, klafft eine L&uuml;cke, die dieser Text ausleuchtet.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die zentrale These vorweg: Gensyn verkauft keine billige Rechenzeit. Das tun <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/akash-2026-vertrauliches-rechnen-tee-gpu\/'>Akash<\/a>, io.net und ein Dutzend anderer GPU-Marktpl&auml;tze. Gensyn verkauft den <em>Beweis<\/em>, dass eine Berechnung auf einer fremden Grafikkarte korrekt ausgef&uuml;hrt wurde. Ob dieser Beweis technisch tr&auml;gt, entscheidet &uuml;ber alles &Uuml;brige: &uuml;ber die Prognoseplattform Delphi, &uuml;ber das pausierte Training, &uuml;ber den Token.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Worum es bei Gensyn wirklich geht: Beweis statt Rechenzeit<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Gensyn wurde 2020 in London von Ben Fielding (CEO) und Harry Grieve (CTO) gegr&uuml;ndet, die sich &uuml;ber den Gr&uuml;nderf&ouml;rderer Entrepreneur First kennenlernten. Das Versprechen war von Anfang an gr&ouml;&szlig;er als &bdquo;Grafikkarten vermieten&ldquo;: ein globaler, offener Rechenmarkt f&uuml;r maschinelles Lernen, auf dem jeder ungenutzte GPU-Kapazit&auml;t anbieten kann und Auftraggeber sicher sein k&ouml;nnen, dass die Arbeit wirklich geleistet wurde. Bis heute hat das Unternehmen laut <a href='https:\/\/www.theblock.co\/news\/business\/2026-04-22-a16z-crypto-gensyn-delphi-ai-settled-information-markets-platform-398419'>The Block<\/a> mehr als 78 Millionen US-Dollar eingesammelt, zuletzt eine von a16z crypto angef&uuml;hrte Runde im Oktober 2025 &uuml;ber 16,7 Millionen US-Dollar bei einer vollverw&auml;sserten Bewertung von einer Milliarde Dollar; zu den Geldgebern z&auml;hlen a16z crypto, Galaxy Digital und CoinFund.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Unterschied zu einem reinen Rechenmarktplatz liegt in einem einzigen Wort: Verifikation. Wer bei Akash oder io.net eine GPU mietet, vertraut darauf, dass der Anbieter tut, was er verspricht. Bei einem Trainings- oder Inferenzauftrag &uuml;ber Millionen von Rechenschritten l&auml;sst sich das im Nachhinein kaum pr&uuml;fen. Gensyns Wette ist, dass genau diese Pr&uuml;fbarkeit der eigentliche Engpass dezentraler KI ist, nicht der Preis pro Stunde. Wenn man beweisen kann, dass eine fremde Maschine korrekt gerechnet hat, wird jede ungenutzte Grafikkarte der Welt zu potenziellem KI-Compute. Ohne diesen Beweis bleibt dezentrales Training ein Vertrauensspiel.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Unterscheidung ist auch der Grund, warum ein Kursvergleich mit reinen GPU-Netzen in die Irre f&uuml;hren kann. Gensyn konkurriert nicht prim&auml;r um den g&uuml;nstigsten H100-Stundensatz. Es baut eine Schicht darunter: die Maschinerie, die aus unvertrauten Anbietern ein pr&uuml;fbares System macht. Ob diese Schicht funktioniert, ist eine technische Frage, keine Marketingfrage, und sie l&auml;sst sich seit dieser Woche erstmals an ver&ouml;ffentlichten Belegen ablesen.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Das Beweisproblem: Warum man fremden GPUs nicht traut<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Um zu verstehen, warum Gensyn so viel Aufwand in Verifikation steckt, muss man ein unscheinbares Detail moderner Hardware kennen: Zwei verschiedene Grafikkarten liefern bei derselben Rechnung nicht zwangsl&auml;ufig dasselbe Ergebnis. Flie&szlig;kommazahlen sind endlich genau, und die Reihenfolge, in der eine GPU Millionen von Additionen und Multiplikationen abarbeitet, h&auml;ngt von Architektur, Treiber und Parallelisierung ab. Weil Flie&szlig;komma-Addition nicht assoziativ ist (a plus b plus c ergibt je nach Reihenfolge minimal Unterschiedliches), driften die Resultate auseinander. F&uuml;r ein einzelnes Bild egal, f&uuml;r einen Beweis fatal: Wenn schon zwei ehrliche Maschinen unterschiedliche Zahlen ausspucken, kann ein Schiedsrichter nicht mehr sagen, wer betr&uuml;gt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Und Betrug lohnt sich. Ein unehrlicher Anbieter kann ein kleineres Modell laufen lassen, mit niedrigerer Genauigkeit rechnen, Schritte auslassen oder einfach ein plausibles Ergebnis erfinden und trotzdem bezahlt werden, wenn niemand nachpr&uuml;ft. Genau das ist das offene Problem aller dezentralen Compute-Netze: Nachrechnen kostet oft so viel wie Rechnen, also w&auml;re eine vollst&auml;ndige Kontrolle jeder Aufgabe absurd teuer. CTO Harry Grieve hat die Ausgangslage in einem Interview mit <a href='https:\/\/decrypt.co\/144068'>Decrypt<\/a> so beschrieben: &bdquo;We have a very acute machine learning problem that needed a decentralized trust layer.&ldquo; Die Vertrauensschicht ist nicht Beiwerk, sie ist die Existenzberechtigung.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Gensyns Antwort besteht aus zwei ineinandergreifenden Bausteinen: Erst macht man das Ergebnis reproduzierbar (RepOps), dann macht man den Streitfall billig entscheidbar (Verde). Beides zusammen ergibt ein System, in dem man fremden GPUs nicht vertrauen muss, sondern ihnen nachweisen kann, ob sie gelogen haben.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>RepOps: Wie Gensyn den Hardware-Zufall abschafft<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">RepOps steht f&uuml;r &bdquo;reproducible operators&ldquo;, also reproduzierbare Rechenoperatoren. Die Idee: Wenn man die Reihenfolge der Flie&szlig;kommaoperationen f&uuml;r g&auml;ngige ML-Bausteine wie die Matrixmultiplikation fest vorschreibt, liefern verschiedene Grafikkarten bitgenau dasselbe Ergebnis. Gensyn formuliert es in seiner Ver&ouml;ffentlichung zu Verde so: RepOps &bdquo;enforces a fixed ordering of operations for common ML operators (such as matrix multiplication) to overcome the non-associativity problem. With RepOps, we achieve bitwise-reproducible results across diverse hardware&ldquo; (<a href='https:\/\/www.gensyn.ai\/research\/verde-verification-system-in-production'>gensyn.ai<\/a>).<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Bitweise identisch ist der entscheidende Ausdruck. Nicht &bdquo;fast gleich&ldquo; oder &bdquo;innerhalb einer Toleranz&ldquo;, sondern Bit f&uuml;r Bit dasselbe. Erst dadurch wird eine Meinungsverschiedenheit zwischen zwei Anbietern &uuml;berhaupt aussagekr&auml;ftig: Weichen die Ergebnisse ab, liegt es nicht mehr am harmlosen Hardware-Zufall, sondern daran, dass mindestens einer falsch gerechnet hat. RepOps verwandelt eine verrauschte, kontinuierliche Gr&ouml;&szlig;e in eine diskrete Ja-Nein-Frage.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Preis daf&uuml;r ist Leistung. Eine feste Operationsreihenfolge nimmt der GPU einen Teil ihrer Freiheit, Berechnungen optimal zu parallelisieren, was Reproduzierbarkeit tendenziell langsamer macht als das schnellste, aber nicht reproduzierbare Vorgehen. Genau in diesem Zielkonflikt sitzt Gensyns technischer Anspruch. Fielding beschrieb den Kern des Ansatzes gegen&uuml;ber <a href='https:\/\/decrypt.co\/144068'>Decrypt<\/a> mit den Worten: &bdquo;That&#39;s the big secret sauce behind Gensyn, we&#39;ve solved that problem for machine learning training specifically.&ldquo; Ob das Problem tats&auml;chlich f&uuml;r gro&szlig;e Trainingsl&auml;ufe und nicht nur f&uuml;r &uuml;berschaubare Inferenz gel&ouml;st ist, bleibt die offene Frage, an der sich das ganze Projekt messen lassen muss.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Verde: Der Schiedsrichter, der nur eine Operation nachrechnet<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Reproduzierbarkeit allein l&ouml;st noch nicht das Kostenproblem. Wenn zwei Anbieter uneins sind, m&ouml;chte man nicht die gesamte, teure Rechnung wiederholen. Hier setzt Verde an, Gensyns Verifikationsverfahren, dokumentiert in einem <a href='https:\/\/arxiv.org\/abs\/2502.19405'>Fachaufsatz auf arXiv<\/a> (2502.19405) mit einem Autorenteam, zu dem unter anderem der NYU-Kryptograf Joseph Bonneau und Mitgr&uuml;nder Ben Fielding z&auml;hlen. Verde &uuml;bertr&auml;gt ein Konzept aus der Kryptografie, die sogenannte &bdquo;refereed delegation&ldquo;, auf maschinelles Lernen: Ein rechenschwacher Auftraggeber delegiert eine Aufgabe an mehrere unvertraute Anbieter und erh&auml;lt garantiert das korrekte Ergebnis, solange nur mindestens einer der Anbieter ehrlich ist.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Trick liegt in der Streitschlichtung. Behaupten zwei Anbieter verschiedene Ergebnisse, startet ein Bisektionsspiel, eine bin&auml;re Suche durch den Berechnungsgraphen. Gensyn beschreibt es als zweistufig: &bdquo;The two-level bisection game allows us to efficiently pinpoint disagreements at two levels: first at the iteration level, then at the operation level.&ldquo; Schritt f&uuml;r Schritt wird die Divergenz eingegrenzt, bis genau die eine Operation feststeht, an der sich die Anbieter erstmals unterscheiden. Erst dann muss der Schiedsrichter t&auml;tig werden, und zwar minimal: &bdquo;if two compute providers disagree on an ML execution, a referee can determine which provider is honest by executing a single operation rather than running the entire task.&ldquo;<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Das ist die &ouml;konomische Pointe. Statt eine Aufgabe von Millionen Operationen komplett nachzurechnen, entscheidet der Schiedsrichter den Streit, indem er eine einzige Operation nachvollzieht. Verifikation wird dadurch um Gr&ouml;&szlig;enordnungen billiger als die urspr&uuml;ngliche Berechnung, und genau das braucht ein dezentrales Netz, wenn Kontrolle nicht teurer sein soll als die Arbeit selbst. Die formale Garantie ist n&uuml;chtern, aber m&auml;chtig: &bdquo;Assuming at least one is honest, a referee or client can efficiently verify execution correctness.&ldquo;<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Verde in Produktion: Der Beweis verl&auml;sst das Whitepaper<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Jahrelang war Verde ein Aufsatz, ein Versprechen, eine Folie in Investorendecks. Das hat sich ge&auml;ndert. In einer <a href='https:\/\/www.gensyn.ai\/research\/verde-verification-system-in-production'>Ver&ouml;ffentlichung vom 24. November 2025<\/a> h&auml;lt Gensyn fest, dass Verde und RepOps nicht mehr nur Theorie sind, sondern bereits im Bewertungssystem Judge im Einsatz stehen. Der Satz &bdquo;Verde and RepOps are already deployed in Judge&ldquo; ist unspektakul&auml;r formuliert und trotzdem der wichtigste Fortschritt des Jahres f&uuml;r das Projekt: Die Beweismaschine l&auml;uft, wenn auch zun&auml;chst in einem eng umrissenen Anwendungsfall.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Warum das z&auml;hlt, zeigt der Vergleich mit dem Rest der Branche. Verifizierbare KI ist derzeit vor allem ein Feld voller Ank&uuml;ndigungen: zkML-Beweise, die in Demos funktionieren, aber im Produktiveinsatz an ihren Rechenkosten ersticken; vertrauliche Enklaven, die erst dann getestet werden, wenn ein echter Angreifer auftaucht. Dass Gensyn ein konkretes Produkt benennen kann, in dem Refereed Delegation und reproduzierbare Operatoren tats&auml;chlich mitlaufen, hebt das Projekt vom &bdquo;kommt bald&ldquo;-Modus ab. Es ist der Unterschied zwischen einem Beweisverfahren, das man auf Papier bewundern, und einem, das man an echten Aufgaben scheitern oder bestehen sehen kann.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Ehrlicherweise ist &bdquo;in Produktion&ldquo; hier eng zu lesen. Verde l&auml;uft in Judge, nicht in einem globalen, permanenten Trainingsschwarm mit echten Zahlern. Der Sprung vom kontrollierten Bewertungsfall zur voll ausgelasteten, adversarialen Umgebung, in der Angreifer Geld verdienen k&ouml;nnen, ist gro&szlig;. Aber er beginnt genau hier, und zum ersten Mal l&auml;sst er sich beobachten statt nur erhoffen.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Judge: Wer bewertet die KI-Bewerter?<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Judge ist das erste greifbare Produkt der Beweisschicht und beantwortet eine Frage, die in der KI-Welt zunehmend unangenehm wird: Wer bewertet eigentlich die Bewerter? Heute nutzen viele Teams gro&szlig;e, geschlossene Modelle als Schiedsrichter, um andere Modelle zu benoten (&bdquo;LLM-as-a-judge&ldquo;). Das Problem: Diese geschlossenen Richter werden im Hintergrund still aktualisiert, tragen systematische Verzerrungen und lassen sich nicht reproduzieren. Eine Bewertung, die man morgen nicht mehr nachstellen kann, ist als Beleg wertlos.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Judge, gestartet Ende August 2025 und aufgesetzt auf Verde, macht die Bewertung nachpr&uuml;fbar. Die Dokumentation beschreibt es als &bdquo;a cryptographically verifiable AI evaluator that enforces correctness at the application layer&ldquo; (<a href='https:\/\/docs.gensyn.ai\/core-components'>docs.gensyn.ai<\/a>). Mehrere unabh&auml;ngige Anbieter f&uuml;hren dieselbe Bewertung aus; weichen sie voneinander ab, entscheidet das Verde-Bisektionsspiel, und das Ergebnis wird auf Ethereum festgeschrieben, also unver&auml;nderlich und f&uuml;r jeden pr&uuml;fbar. Eine Analyse des Fachdienstes <a href='https:\/\/bex.co\/blog\/2026\/03\/27\/gensyn-judge-verifiable-ai-model-evaluation-decentralized-networks'>bex.co<\/a> vom M&auml;rz 2026 bringt den Anspruch auf die griffige Formel, Judge l&ouml;se das &bdquo;Wer bewertet die Bewerter&ldquo;-Problem, indem es die Notwendigkeit beseitige, einem einzelnen Bewerter zu vertrauen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der erste Anwendungsfall verband Judge mit dem Trainingsprodukt RL Swarm, wo eine Denkaufgabe als Prognosemarkt strukturiert wurde. Diese N&auml;he zwischen &bdquo;verifizierbarer Bewertung&ldquo; und &bdquo;Markt, der eine Frage entscheidet&ldquo; ist kein Zufall, sie ist die Br&uuml;cke zu Delphi. Wer sich f&uuml;r die verwandten Ans&auml;tze der verifizierbaren KI interessiert, findet in unserer Analyse zu <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/opml-ki-modell-tokenisieren-imo-praxistest-2026\/'>opML und der Frage, ob man ein KI-Modell tokenisieren kann<\/a>, die optimistische Gegenschule zu Gensyns kryptowirtschaftlichem Verfahren.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Die vier Schichten des Gensyn-Stacks<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Verde und Judge sind zwei Teile eines gr&ouml;&szlig;eren Aufbaus. Die Dokumentation gliedert Gensyn in vier Schichten, die aufeinander aufbauen: von der reproduzierbaren Ausf&uuml;hrung ganz unten bis zur On-Chain-Koordination, auf der Anwendungen wie Delphi laufen.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Schicht<\/th><th>Was sie leistet<\/th><th>Status<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>REE + RepOps<\/td><td>Reproduzierbare Ausf&uuml;hrungsumgebung, bitweise identische Inferenz &uuml;ber verschiedene Hardware<\/td><td>im Einsatz (in Judge)<\/td><\/tr><tr><td>Vertrauenslose Verifikation (Verde + Judge)<\/td><td>Streit per Schiedsrichter-Delegation l&ouml;sen, nur die strittige Operation nachrechnen<\/td><td>in Produktion (in Judge)<\/td><\/tr><tr><td>AXL (Agent eXchange Layer)<\/td><td>Verschl&uuml;sselte P2P-Kommunikation zwischen Maschinen, unterst&uuml;tzt MCP und Agent-to-Agent<\/td><td>Teil des Stacks<\/td><\/tr><tr><td>On-Chain-Koordination<\/td><td>OP-Stack-Layer-2, hostet Delphi mit Markterstellung, Teilnahme und Aufl&ouml;sung<\/td><td>live seit 22. April 2026<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">Besonders interessant f&uuml;r die breitere KI-Krypto-Debatte ist die dritte Schicht, AXL. Sie ist bewusst anwendungsneutral gehalten und spricht die Protokolle MCP (Model Context Protocol) und Agent-to-Agent, also genau jene Standards, &uuml;ber die autonome KI-Agenten miteinander und mit Werkzeugen kommunizieren. Gensyn positioniert sich damit nicht nur als Trainings- und Beweisnetz, sondern als m&ouml;gliche Kommunikationsunterlage f&uuml;r eine Wirtschaft aus Software-Agenten. Ob diese Schicht je unabh&auml;ngig von Delphi Bedeutung erlangt, ist offen; im Stack ist sie angelegt.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Verde, TEE, zkML, opML: die Verfahren im Vergleich<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Gensyns Weg ist nur einer von mehreren, um Rechenarbeit auf fremder Hardware &uuml;berpr&uuml;fbar zu machen. Jeder Ansatz erkauft Sicherheit mit einem anderen Kompromiss. Die folgende Tabelle ordnet Verde in das Feld ein, das von Hardware-Enklaven &uuml;ber kryptografische Beweise bis zu optimistischen Betrugsbeweisen reicht.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Ansatz<\/th><th>Prinzip<\/th><th>Kompromiss<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Verde (Refereed Delegation)<\/td><td>Mehrere Anbieter rechnen dasselbe, ein Schiedsrichter pr&uuml;ft nur die strittige Operation<\/td><td>Braucht mindestens einen ehrlichen Anbieter und deterministische Operatoren (RepOps)<\/td><\/tr><tr><td>TEE (z. B. bei Phala, Akash)<\/td><td>Hardware-Enklave bezeugt die korrekte Ausf&uuml;hrung<\/td><td>Vertrauen in den Chiphersteller, Seitenkanal-Risiken<\/td><\/tr><tr><td>zkML<\/td><td>Kryptografischer Nullwissen-Beweis der Inferenz<\/td><td>Sehr hoher Rechen- und Beweis-Overhead, bei gro&szlig;en Modellen kaum praktikabel<\/td><\/tr><tr><td>opML<\/td><td>Optimistisch: g&uuml;ltig, sofern niemand innerhalb einer Frist widerspricht<\/td><td>Challenge-Fenster verz&ouml;gert die Endg&uuml;ltigkeit<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Reiz von Verde liegt darin, dass es weder auf teure Kryptografie noch auf propriet&auml;re Hardware setzt. Die Kosten der Verifikation sind niedrig, solange man die Reproduzierbarkeit sauber hinbekommt, und genau daf&uuml;r ist RepOps da. Die Schwachstelle ist die Ehrlichkeitsannahme: Kollabieren alle Anbieter zu einer einzigen Partei, etwa weil das Netz zu klein oder zu zentralisiert ist, verpufft die Garantie. Vertrauliche Enklaven, wie sie unter anderem <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/akash-2026-vertrauliches-rechnen-tee-gpu\/'>Akash mit seinem TEE-Ansatz<\/a> verfolgt, tauschen dieses Anbieterrisiko gegen ein Herstellerrisiko. Es gibt kein Verfahren, das g&uuml;nstig, schnell und vollst&auml;ndig vertrauenslos zugleich ist; jedes Projekt w&auml;hlt seine Kompromisse.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Die Trail-of-Bits-Audits sind da, was sie beweisen und was nicht<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die zweite Nachricht der Woche: Die renommierte Sicherheitsfirma Trail of Bits f&uuml;hrt in ihrem &ouml;ffentlichen <a href='https:\/\/www.trailofbits.com\/reports\/'>Berichtsarchiv<\/a> inzwischen vier Gensyn-Pr&uuml;fungen, alle datiert auf April 2026: den Buyback-and-Burn-Vault, den Bridged Token, den ERC-20-Token und, am wichtigsten, die &bdquo;Delphi Dynamic Paramutuel Markets&ldquo;, eine Pr&uuml;fung, die als 3,4-w&ouml;chiges Engagement gef&uuml;hrt wird. Monatelang und &uuml;ber mehrere Runden pr&uuml;fte Trail of Bits laut Gensyn die Vertr&auml;ge, von der Kostenfunktion &uuml;ber den Marktlebenszyklus bis zu den Gateway-Schnittstellen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Ver&ouml;ffentlichung ist ein realer Reifeschritt. Ein extern gepr&uuml;fter und publizierter Bericht ist mehr wert als das monatelange &bdquo;wird demn&auml;chst ver&ouml;ffentlicht&ldquo;, das das Projekt zuvor begleitete. Zugleich ist Pr&auml;zision wichtig: Ein Trail-of-Bits-Audit pr&uuml;ft die Smart Contracts, also den Solidity-Code der M&auml;rkte, des Vaults und der Token. Es pr&uuml;ft nicht die kryptografische Korrektheit der KI-Verifikation selbst. Anders gesagt, das Audit best&auml;tigt, dass die B&ouml;rse sauber gebaut ist, nicht, dass Verde jeden denkbaren Rechenbetrug abf&auml;ngt. Diese beiden Ebenen zu vermischen w&auml;re ein Fehler, der in Marketingtexten gern gemacht wird.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">F&uuml;r Leserinnen und Leser, die den Wert von Audits generell einordnen wollen, gilt die n&uuml;chterne Faustregel der Branche: Ein Audit ist eine Momentaufnahme, keine Garantie. Es senkt das Risiko, es beseitigt es nicht. Im Fall Gensyn erh&ouml;ht die Publikation die Glaubw&uuml;rdigkeit sp&uuml;rbar, gerade weil die gepr&uuml;ften Komponenten (Vault, Token, Markt) genau jene sind, an denen echtes Geld h&auml;ngt.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Delphi: Wo der Beweis heute schon Geld bewegt<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Delphi ist die Anwendung, in der Gensyns Beweisschicht auf echtes Geld trifft. Seit dem Mainnet-Start am 22. April 2026 ist es eine erlaubnisfreie Plattform f&uuml;r Informationsm&auml;rkte: Jeder kann einen Markt zu nahezu jeder Frage er&ouml;ffnen, und statt eines klassischen Orakels entscheidet ein KI-Modell &uuml;ber den Ausgang. Der Clou liegt im gestuften Abwicklungsverfahren, das Gensyn in seinem <a href='https:\/\/www.gensyn.ai\/blog\/building-delphi-pricing-settlement-and-agentic-trading'>Entwicklerblog<\/a> beschreibt: F&uuml;r schnelle Entscheidungen im langen Schwanz nischiger Fragen gen&uuml;gt ein geschlossenes Foundation-Modell; wo es auf Nachpr&uuml;fbarkeit ankommt, laufen offene Modelle in der reproduzierbaren Ausf&uuml;hrungsumgebung und erzeugen &bdquo;a receipt that can be independently rerun to verify the answer&ldquo;, also eine Quittung aus Modell, Prompt und Daten, die jeder unabh&auml;ngig nachrechnen kann.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Preisbildung folgt einem dynamischen Pari-mutuel-Modell (DPM) statt eines Orderbuchs: Je mehr Kapital auf eine Seite flie&szlig;t, desto teurer wird sie und desto st&auml;rker passt sich die implizite Auszahlung an, was den Betreiber strukturell zahlungsf&auml;hig h&auml;lt. Bemerkenswert und f&uuml;r die Agentenwirtschaft zentral ist ein Satz aus der Dokumentation: &bdquo;The contracts do not distinguish between humans and agents.&ldquo; Menschen und autonome Software handeln mit demselben Zugang zur selben Liquidit&auml;t, was Delphi zu einem nat&uuml;rlichen Testfeld f&uuml;r die in unserem Beitrag zu <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/prognosemaerkte-2026-testfeld-autonome-ki-agenten\/'>Prognosem&auml;rkten als Testfeld autonomer KI-Agenten<\/a> beschriebene Entwicklung macht.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">&Ouml;konomisch h&auml;ngt der Token an dieser Aktivit&auml;t. Die Plattform erhebt eine Geb&uuml;hr von zwei Prozent des Volumens, davon flie&szlig;en 1,5 Prozentpunkte an den Marktersteller und 0,5 Prozentpunkte in einen AI-BuyBack-Vault, der $AI zur&uuml;ckkauft und einen Gro&szlig;teil davon verbrennt (rund 70 Prozent laut einer Aufstellung bei <a href='https:\/\/news.bitcoin.com\/'>news.bitcoin.com<\/a>). Gr&uuml;nder Fielding positioniert Delphi bewusst nicht als Polymarket-Konkurrenten. Gegen&uuml;ber <a href='https:\/\/www.theblock.co\/news\/business\/2026-04-22-a16z-crypto-gensyn-delphi-ai-settled-information-markets-platform-398419'>The Block<\/a> sagte er: &bdquo;Delphi isn&#39;t directly competing with Polymarket and Kalshi for the same markets. The strategy is to open up an entirely new category of niche, creator-owned markets that those platforms would never build.&ldquo; Das Volumen bewegt sich bislang in bescheidenem Rahmen, der Mechanismus aber steht: Jeder gehandelte Euro speist einen R&uuml;ckkauf.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>RL Swarm bleibt pausiert<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">An dieser Stelle ist eine unbequeme Wahrheit f&auml;llig. Gensyns Gr&uuml;ndungsversprechen war dezentrales <em>Training<\/em>, und dessen sichtbarstes Produkt, der offene Trainingsschwarm RL Swarm, steht weiter still. Die Testnetz-Dokumentation ist unmissverst&auml;ndlich, best&auml;tigt bei einer Abfrage am 19. September 2026: &bdquo;There are no official swarms running right now&ldquo; (<a href='https:\/\/docs.gensyn.ai\/testnet\/rl-swarm'>docs.gensyn.ai<\/a>). Wer teilnehmen will, wird auf sp&auml;ter vertr&ouml;stet oder auf Delphi verwiesen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Das ist die eigentliche Spannung des Projekts im Jahr 2026: Die Beweisschicht geht in Judge und Delphi in Produktion, w&auml;hrend das namensgebende Trainingsprodukt pausiert. Man kann das pessimistisch lesen (die schwere Aufgabe bleibt ungel&ouml;st) oder pragmatisch (Gensyn konzentriert die Kr&auml;fte auf das, was heute tr&auml;gt, und h&auml;rtet die Beweismaschine an einem &uuml;berschaubaren Anwendungsfall, bevor es sie auf das riskante Training losl&auml;sst). Belegbar ist nur der Befund: Der Beweis l&auml;uft, der Schwarm nicht.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Ein technischer Punkt erkl&auml;rt, warum der Schwarm die schwerere &Uuml;bung ist. Die reproduzierbare Ausf&uuml;hrungsumgebung ist bislang vor allem f&uuml;r <em>Inferenz<\/em> beschrieben, also f&uuml;r das Ausf&uuml;hren eines fertigen Modells, und genau in dieser Form l&auml;uft sie in Judge. Ein vollst&auml;ndiges, dezentrales <em>Training<\/em> beweisbar zu machen, ist ungleich anspruchsvoller: Es umfasst Millionen aufeinanderfolgender Schritte, jeder abh&auml;ngig vom vorherigen, mit st&auml;ndigem Datenaustausch zwischen den Maschinen. Verdes Fachaufsatz deckt maschinelles Lernen im weiteren Sinn ab, doch der Sprung von einer verifizierten Bewertung zu einem verifizierten, global verteilten Trainingslauf mit echten Zahlern ist die eigentliche Bew&auml;hrungsprobe, die noch aussteht.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Der Token am Allzeittief: Was der Kurs beweist, und was nicht<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">W&auml;hrend die Technik Fortschritte macht, geht der Token den umgekehrten Weg. Am 16. September 2026 markierte $AI ein neues Allzeittief von 0,01790 US-Dollar, ausgerechnet in einer Woche, in der die US-Notenbank ihren Leitzins anhob und der CLARITY Act im Senat scheiterte, ein makro&ouml;konomisch giftiges Umfeld f&uuml;r risikoreiche Kryptowerte, das wir in unserer Analyse zu <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/krypto-etf-zulassungen-2026-clarity-aus-fed-woche\/'>Krypto-ETFs nach dem CLARITY-Aus<\/a> ausf&uuml;hrlich einordnen. Aktuell steht der Token bei 0,0175 Euro und damit rund 81 Prozent unter seinem April-Hoch. Er teilt dieses Schicksal mit der gesamten KI-Compute-Kohorte.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Token<\/th><th>Kurs (EUR)<\/th><th>Marktkap. (EUR)<\/th><th>Rang<\/th><th>unter ATH<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>$AI (Gensyn)<\/td><td>0,0175<\/td><td>~22,8 Mio.<\/td><td>#746<\/td><td>-81 %<\/td><\/tr><tr><td>TAO (Bittensor)<\/td><td>234,66<\/td><td>~2,66 Mrd.<\/td><td>#35<\/td><td>-64 %<\/td><\/tr><tr><td>AKT (Akash)<\/td><td>0,4949<\/td><td>~147 Mio.<\/td><td>#202<\/td><td>-93 %<\/td><\/tr><tr><td>IO (io.net)<\/td><td>0,1231<\/td><td>~49 Mio.<\/td><td>#435<\/td><td>-98 %<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Kurs beweist zweierlei nicht: weder dass die Technik scheitert, noch dass sie gelingt. Er spiegelt vor allem Angebot und Makro. Von zehn Milliarden maximalen Token sind nur rund 1,305 Milliarden im Umlauf, also gut 13 Prozent; die restliche Zuteilung liegt bei Community Treasury (rund 40 Prozent), Investoren (knapp 30 Prozent) und Team (25 Prozent). Die gro&szlig;e Freigabewelle f&uuml;r Insider beginnt nach einer zw&ouml;lfmonatigen Sperre ab dem Token-Start (29. April 2026), also voraussichtlich ab April 2027. Anders formuliert: &Uuml;ber dem Kurs h&auml;ngt ein struktureller Angebots&uuml;berhang, den kein noch so eleganter Verde-Beweis kurzfristig aufwiegt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Dieser Vergleich f&uuml;hrt zur&uuml;ck zur Eingangsthese. Gensyn ist im engeren Sinn kein GPU-Marktplatz wie Akash oder io.net und auch kein Subnetz-&Ouml;kosystem wie Bittensor. Die a16z-Partner Ali Yahya und Guy Wuollet begr&uuml;ndeten ihr Investment mit der Aussicht, Gensyn k&ouml;nne &bdquo;potentially 10-100x the available compute power for machine learning&ldquo; (<a href='https:\/\/a16zcrypto.com\/posts\/article\/investing-in-gensyn\/'>a16zcrypto.com<\/a>). Diese Vervielfachung h&auml;ngt an genau einer Bedingung: dass der Beweis auf fremder Hardware g&uuml;nstig und zuverl&auml;ssig funktioniert. Genau deshalb ist die Beweisschicht die interessantere Kennzahl als der Tageskurs, auch wenn der Markt das derzeit anders sieht.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Regulierung: BaFin, MiCA und der Gl&uuml;cksspielstaatsvertrag<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">F&uuml;r deutsche Anleger und Entwickler stellen sich drei getrennte Rechtsfragen, die gern durcheinandergeraten. Erstens der Token: Gensyn ist ein britisches Unternehmen und f&auml;llt nicht unter die direkte Emittentenaufsicht der EU-Verordnung MiCA. $AI ist weder ein wertreferenzierter Token (ART) noch ein E-Geld-Token (EMT), sondern f&auml;llt in die Restkategorie der sonstigen Kryptowerte. Aufsichtspflichten greifen dort, wo eine Plattform in der EU den Token f&uuml;r deutsche Kunden handelbar macht, also auf Ebene der Krypto-Dienstleister (CASP). Diese beaufsichtigt in Deutschland die BaFin, deren <a href='https:\/\/www.bafin.de\/SharedDocs\/Veroeffentlichungen\/DE\/Merkblatt\/mb_250103_Kryptowerte_Dienstl.html'>Merkblatt zu Kryptowerte-Dienstleistungen<\/a> den Rahmen absteckt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Zweitens Delphi. Ein KI-Orakel &auml;ndert nichts an der rechtlichen Natur des Marktes, den es entscheidet. Wetten auf reale, nicht-sportliche Ereignisse sind nach dem deutschen Gl&uuml;cksspielstaatsvertrag nicht lizenzierbar, unabh&auml;ngig davon, ob ein Mensch oder ein Sprachmodell den Ausgang feststellt. Kryptoderivate wiederum sind Finanzinstrumente unter MiFID II und werden von der nationalen Marktaufsicht beaufsichtigt, nicht von MiCA; reine Spotwerte fallen unter MiCA. Wer Delphi aus Deutschland nutzt, bewegt sich also je nach Marktausgestaltung in sehr unterschiedlichen Rechtsr&auml;umen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Drittens die gr&ouml;&szlig;ere Compliance-Frage: Wer haftet, wenn autonome Agenten auf einer erlaubnisfreien, KI-abgewickelten Plattform handeln? Software hat keine Rechtspers&ouml;nlichkeit, also f&auml;llt die Verantwortung auf den menschlichen oder unternehmerischen Prinzipal zur&uuml;ck. Diese Grauzone hat sich nach dem Scheitern des US-Regulierungsrahmens weiter aufgetan, wie unsere Analyse zu <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/defi-compliance-2026-clarity-aus-usa-eu\/'>DeFi-Compliance nach dem CLARITY-Aus<\/a> zeigt. F&uuml;r Gensyn bedeutet das: Die Technik ist der einfachere Teil; die Rechtslage rund um KI-abgewickelte M&auml;rkte bleibt ungekl&auml;rt.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Fazit: Der Beweis ist geliefert, der Markt wartet noch<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">2026 ist f&uuml;r Gensyn das Jahr, in dem die Beweise das Whitepaper verlassen haben. Verde und RepOps laufen in Judge, Delphi wickelt echte M&auml;rkte mit nachpr&uuml;fbaren Quittungen ab, und Trail of Bits hat seine Berichte publiziert. Das ist substanzieller Fortschritt an genau der Stelle, an der das Projekt sich immer messen lassen wollte: an der Frage, ob man fremden GPUs ihre Ehrlichkeit nachweisen kann.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Zugleich bleiben die harten Pr&uuml;fungen aus. RL Swarm pausiert, das dezentrale Training als eigentliche Feuerprobe steht noch bevor, die Ehrlichkeitsannahme von Verde ist in einer kleinen, kontrollierten Umgebung leichter zu halten als in einem gro&szlig;en, adversarialen Netz, und der Token h&auml;ngt an einem Angebots&uuml;berhang, der 2027 erst richtig sichtbar wird. Wer Gensyn beurteilen will, sollte deshalb weniger auf den Tageskurs schauen als auf zwei Signale: ob Verde je in einem echten, bezahlten Trainingsschwarm besteht und ob die Beweisschicht jemals au&szlig;erhalb von Delphi gebraucht wird. Der Beweis ist geliefert. Ob ihn jemand kauft, ist die n&auml;chste Frage.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Frequently Asked Questions<\/h2><h3 class='wp-block-heading'>Was ist Gensyn und wof&uuml;r steht der $AI-Token?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Gensyn ist ein 2020 in London gegr&uuml;ndetes Protokoll, das maschinelles Lernen auf fremder, unvertrauter Hardware &uuml;berpr&uuml;fbar machen will. Der $AI-Token dient der Koordination des Netzes: Bezahlung, Staking, Sicherheit und Governance. Anders als reine GPU-Marktpl&auml;tze verkauft Gensyn nicht billige Rechenzeit, sondern den Beweis, dass eine Berechnung korrekt ausgef&uuml;hrt wurde.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Was ist der Unterschied zwischen RepOps, Verde und Judge?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">RepOps sorgt daf&uuml;r, dass verschiedene Grafikkarten bei derselben Rechnung bitgenau dasselbe Ergebnis liefern. Verde ist das Verfahren, das im Streitfall entscheidet: Uneinige Anbieter durchlaufen eine bin&auml;re Suche, und ein Schiedsrichter rechnet nur die eine strittige Operation nach. Judge ist das erste Produkt, das beides nutzt, ein kryptografisch nachpr&uuml;fbares System zur Bewertung von KI-Modellen mit Festschreibung der Ergebnisse auf Ethereum.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Warum f&auml;llt der $AI-Token, obwohl Gensyn technisch liefert?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Kurs spiegelt vor allem Angebot und Makroumfeld, nicht den technischen Fortschritt. Nur rund 13 Prozent der maximal zehn Milliarden Token sind im Umlauf, und die gro&szlig;e Insider-Freigabe beginnt voraussichtlich ab April 2027. Das neue Allzeittief am 16. September 2026 fiel zudem in eine Woche mit Fed-Zinserh&ouml;hung und dem Scheitern des CLARITY Act, ein giftiges Umfeld f&uuml;r kleine, risikoreiche Kryptowerte.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Was ist Delphi und wie verdient Gensyn daran?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Delphi ist Gensyns erlaubnisfreie Plattform f&uuml;r Informationsm&auml;rkte, seit April 2026 im Mainnet. Statt eines klassischen Orakels entscheidet ein KI-Modell &uuml;ber den Ausgang, bei Bedarf mit einer unabh&auml;ngig nachrechenbaren Quittung. Die Plattform erhebt zwei Prozent Geb&uuml;hr, davon 1,5 Prozentpunkte f&uuml;r den Marktersteller und 0,5 Prozentpunkte f&uuml;r einen Vault, der $AI zur&uuml;ckkauft und gr&ouml;&szlig;tenteils verbrennt.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Wie ist Gensyn in Deutschland reguliert?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Gensyn ist ein britisches Unternehmen und f&auml;llt nicht unter die direkte MiCA-Emittentenaufsicht; $AI gilt als sonstiger Kryptowert. Aufsichtspflichten greifen auf Ebene der Krypto-Dienstleister, die in Deutschland die BaFin beaufsichtigt. Delphi-M&auml;rkte auf reale Ereignisse ber&uuml;hren zudem den Gl&uuml;cksspielstaatsvertrag, w&auml;hrend Kryptoderivate unter MiFID II fallen; die Rechtslage h&auml;ngt also von der konkreten Marktausgestaltung ab.<\/p><script type=\"application\/ld+json\">{\"@context\":\"https:\/\/schema.org\",\"@type\":\"FAQPage\",\"mainEntity\":[{\"@type\":\"Question\",\"name\":\"Was ist Gensyn und wof\u00fcr steht der $AI-Token?\",\"acceptedAnswer\":{\"@type\":\"Answer\",\"text\":\"Gensyn ist ein 2020 in London gegr\u00fcndetes Protokoll, das maschinelles Lernen auf fremder, unvertrauter Hardware \u00fcberpr\u00fcfbar machen will. Der $AI-Token dient der Koordination des Netzes: Bezahlung, Staking, Sicherheit und Governance. 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