{"id":590,"date":"2026-09-20T04:30:29","date_gmt":"2026-09-20T04:30:29","guid":{"rendered":"https:\/\/hoge.gg\/de\/sec-enforcement-clarity-gescheitert-2026\/"},"modified":"2026-09-20T04:30:29","modified_gmt":"2026-09-20T04:30:29","slug":"sec-enforcement-clarity-gescheitert-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hoge.gg\/de\/sec-enforcement-clarity-gescheitert-2026\/","title":{"rendered":"Nach dem CLARITY-Aus: Die SEC regelt Krypto gegen die Uhr"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Am Abend des 15. September 2026 endete in Washington ein Jahr Lobbyarbeit mit einer einzigen prozeduralen Abstimmung. Der US-Senat brachte die CLARITY Act nicht einmal auf die Tagesordnung: Die Cloture-Motion scheiterte mit 49 zu 50 Stimmen, meilenweit entfernt von den n\u00f6tigen 60. F\u00fcr die Krypto-Branche war das die schwerste gesetzgeberische Niederlage seit Jahren. F\u00fcr die US-Aufsicht war es beinahe ein Nicht-Ereignis, denn die eigentliche Regelsetzung l\u00e4uft l\u00e4ngst woanders: bei der SEC, per Verordnung, und mit einer tickenden Uhr im Hintergrund. Wer verstehen will, wie US-Krypto in den n\u00e4chsten Jahren beaufsichtigt wird, muss ab jetzt nicht mehr auf den Senat schauen, sondern auf einen 400-Seiten-Entwurf und einen Kalender, der auf den November zusteuert.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Der Tag, an dem das Gesetz fiel<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Zur Abstimmung stand nicht die CLARITY Act selbst, sondern die Frage, ob der Senat \u00fcberhaupt \u00fcber sie debattieren darf. Eine Cloture-Motion beendet in der US-Kammer das Blockaderecht der Minderheit und braucht daf\u00fcr drei F\u00fcnftel aller Stimmen, also 60. Die Vorlage, das im Juli 2025 vom Repr\u00e4sentantenhaus mit 294 zu 134 Stimmen verabschiedete Gesetz H.R. 3633, kam nicht in die N\u00e4he. Alle Demokraten stimmten geschlossen dagegen, und vier Republikaner schlossen sich an: Susan Collins, Josh Hawley, Jerry Moran und Thom Tillis. Am Ende standen rund 49 Ja-Stimmen gegen 50 Nein-Stimmen, wie <a href='https:\/\/www.cryptotimes.io\/2026\/09\/16\/clarity-act-fails-in-senate-as-cloture-vote-falls-short-of-60-votes\/'>CryptoTimes<\/a> und <a href='https:\/\/www.coindesk.com\/policy\/2026\/09\/15\/clarity-act-fails-in-senate-here-is-how-the-crypto-industry-is-reacting'>CoinDesk<\/a> berichteten.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die M\u00e4rkte reagierten prompt. Bitcoin, das am Vortag noch nahe 80.000 US-Dollar gehandelt hatte, rutschte im Umfeld der Abstimmung ab; am 20. September notierte BTC laut <a href='https:\/\/www.coingecko.com\/en\/coins\/bitcoin\/eur'>CoinGecko<\/a> bei rund 70.100 Euro, Ether bei etwa 2.250 Euro. Dass am Tag nach dem Votum auch die Federal Reserve ihren Leitzins zum ersten Mal seit Juli 2023 anhob, auf 3,75 bis 4 Prozent, versch\u00e4rfte die Stimmung zus\u00e4tzlich; <a href='https:\/\/www.bloomberg.com\/news\/articles\/2026-09-16\/bitcoin-faces-double-whammy-after-bill-rejection-rate-hike'>Bloomberg<\/a> sprach von einem doppelten Schlag, die Fed selbst begr\u00fcndete den Schritt bei <a href='https:\/\/www.cnbc.com\/2026\/09\/16\/fed-rate-decision-september-2026.html'>CNBC<\/a> mit hartn\u00e4ckiger Inflation. Wer die On-Chain-Reaktion im Detail nachvollziehen will, findet die Bewegungen in unserer <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/bitcoin-kurs-on-chain-daten-fed-zinsschritt-2026\/'>Analyse der On-Chain-Daten nach der Fed<\/a>.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Ganz tot ist die Vorlage formal nicht. Tillis brachte unmittelbar nach dem Scheitern einen Antrag auf erneute Abstimmung ein, einen prozeduralen Faden, der die T\u00fcr einen Spalt offen h\u00e4lt. Realistisch aber ist die CLARITY Act f\u00fcr dieses Jahr erledigt, und der Kalender des Kongresses macht eine Wiederauflage vor den Midterms im November unwahrscheinlich. Die folgende \u00dcbersicht zeigt, wie knapp und zugleich wie deutlich das Ergebnis ausfiel.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Fraktion im Senat<\/th><th>Sitze<\/th><th>Haltung zur Cloture<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Republikaner<\/td><td>53<\/td><td>Mehrheit daf\u00fcr, vier Abweichler (Collins, Hawley, Moran, Tillis)<\/td><\/tr><tr><td>Demokraten<\/td><td>45<\/td><td>geschlossen dagegen<\/td><\/tr><tr><td>Unabh\u00e4ngige<\/td><td>2<\/td><td>dagegen, im Verbund mit den Demokraten<\/td><\/tr><tr><td>Ergebnis<\/td><td>rund 49 zu 50<\/td><td>gescheitert, n\u00f6tig waren 60<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><figcaption class='wp-block-table__caption'>Die Cloture-Abstimmung zur CLARITY Act am 15. September 2026. Quelle: Senatsberichterstattung, CoinDesk, CryptoTimes.<\/figcaption><\/figure><h2 class='wp-block-heading'>Wie es so weit kam: die kurze Chronologie<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Das Scheitern kam nicht \u00fcberraschend, es war das Ende einer langen H\u00e4ngepartie. Das Repr\u00e4sentantenhaus hatte die CLARITY Act bereits im Juli 2025 mit breiter \u00fcberparteilicher Mehrheit verabschiedet, mehr als 70 Demokraten stimmten damals zu. Im Senat aber blieb die Vorlage monatelang liegen. Der Bankenausschuss brachte sie im Fr\u00fchjahr 2026 mit knapper Mehrheit voran, danach versandete das Verfahren im Streit \u00fcber die Ethikklausel und die Stablecoin-Rendite.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Vor der Sommerpause im August 2026 zog Mehrheitsf\u00fchrer John Thune die Vorlage zur\u00fcck und vertagte die Frage auf den September. Nach der R\u00fcckkehr des Senats setzte er die Cloture-Abstimmung auf den 15. September an, in der Hoffnung, in letzter Minute gen\u00fcgend demokratische Stimmen zu gewinnen. Diese Rechnung ging nicht auf. Die Fronten, die das Gesetz schon im Sommer blockiert hatten, standen im Herbst unver\u00e4ndert.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die Krypto-Branche war es ein teures Jahr. Verb\u00e4nde und Unternehmen hatten hunderte Millionen US-Dollar in Lobbyarbeit und Wahlkampfspenden gesteckt, um genau diesen Moment zu erreichen. Dass die Vorlage nicht an ihrem Inhalt, sondern an einer Ethikfrage rund um die Krypto-Einnahmen des Pr\u00e4sidenten scheiterte, macht die Niederlage f\u00fcr viele in der Branche umso bitterer.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Gescheitert an der Ethik, nicht an der Substanz<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Der wichtigste Befund f\u00fcr alle, die das US-Krypto-Recht verstehen wollen: Die CLARITY Act fiel nicht, weil der Senat die Aufteilung der Zust\u00e4ndigkeiten zwischen SEC und CFTC ablehnte. Sie fiel an einer Klausel, die mit Marktstruktur nichts zu tun hat. Kern des Streits war eine Ethikbestimmung, die es Pr\u00e4sidenten und anderen Amtstr\u00e4gern verbieten sollte, w\u00e4hrend ihrer Amtszeit an Krypto-Projekten zu verdienen, eine direkte Reaktion auf die rund 1,4 Milliarden US-Dollar, die Donald Trump 2025 laut seiner Finanzoffenlegung mit dem $TRUMP-Memecoin und den Token-Verk\u00e4ufen von World Liberty Financial einnahm. Die Demokraten machten eine durchsetzbare Fassung dieser Klausel zur Bedingung, das Wei\u00dfe Haus lehnte ab, und daran zerbrach die Koalition.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Ein zweiter Konflikt betraf die Stablecoins. Die Vorlage h\u00e4tte es Emittenten erlaubt, ihren Kunden Zinsen zu zahlen; die Bankenlobby lief dagegen Sturm, weil solche Anreize Einlagen aus dem klassischen Bankensystem abziehen w\u00fcrden, ohne dass die Anbieter denselben Regeln unterliegen. Beides zusammen, Ethik und Stablecoin-Rendite, reichte, um die sieben bis zehn zus\u00e4tzlich n\u00f6tigen Stimmen aus dem demokratischen Lager zu verhindern. Die eigentliche Architektur des Gesetzes, wonach digitale Rohstoffe (digital commodities) zur CFTC und Wertpapiere zur SEC geh\u00f6ren, war bei dieser Abstimmung gar nicht das Problem.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Das ist mehr als eine Fu\u00dfnote. Es bedeutet, dass die inhaltliche Blaupause f\u00fcr ein US-Krypto-Recht weiter existiert und im Prinzip mehrheitsf\u00e4hig ist. Was fehlt, ist der politische Wille, sie von einer partei\u00fcbergreifenden Ethikfrage zu entkoppeln. Genau deshalb verschiebt sich das Geschehen nun von der Legislative zur Exekutive, wo diese Blockade nicht greift. Die Branche verlor am 15. September kein Argument, sondern eine Abk\u00fcrzung.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Was die Branche mit dem Gesetz verliert<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Gesetz hat etwas, das eine Verordnung nie haben kann: Dauerhaftigkeit. Eine vom Kongress beschlossene Marktstruktur \u00fcberlebt Regierungswechsel, sie bindet Gerichte, und sie gibt Unternehmen einen festen Rahmen, in den sie \u00fcber Jahre investieren k\u00f6nnen. Die CLARITY Act h\u00e4tte genau das geliefert, eine klare Grenzlinie zwischen digital commodity und Wertpapier, eine belastbare Rolle f\u00fcr die CFTC im Spotmarkt und einen Registrierungspfad, der nicht vom Wohlwollen der jeweils amtierenden SEC-F\u00fchrung abh\u00e4ngt. F\u00fcr b\u00f6rsennotierte Krypto-Konzerne und f\u00fcr Banken, die eigene Krypto-Angebote planen, war das der eigentliche Preis: Planungssicherheit \u00fcber mehrere Wahlzyklen hinweg.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Konkret h\u00e4tte das Gesetz einen Begriff eingef\u00fchrt, den es im US-Recht bislang nicht gibt: das reife Blockchain-System. Ein Netzwerk, das ausreichend dezentral ist und keine kontrollierende Gruppe mehr hat, w\u00e4re demnach kein Wertpapier, sondern ein digitaler Rohstoff unter Aufsicht der CFTC. Bis dahin w\u00e4re die SEC zust\u00e4ndig geblieben. Diese gestufte \u00dcbergabe, vom Wertpapier zum Rohstoff je nach Reifegrad, ist das Herzst\u00fcck der CLARITY Act. Ohne sie bleibt die Grenzziehung eine Auslegungsfrage, die jede neue SEC-F\u00fchrung anders beantworten kann.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Entsprechend bitter fiel die Reaktion aus. Ripple-Chef Brad Garlinghouse schrieb nach dem Votum, die Niederlage schmerze, sein Team habe alles gegeben, um das Gesetz \u00fcber die Ziellinie zu bringen; am Ende blieben Verbraucher und die Wettbewerbsf\u00e4higkeit der USA auf der Strecke (<a href='https:\/\/www.coindesk.com\/policy\/2026\/09\/15\/clarity-act-fails-in-senate-here-is-how-the-crypto-industry-is-reacting'>CoinDesk<\/a>). Zur\u00fcckhaltender klang Connor Howe, CEO des Infrastruktur-Start-ups Enso: Das Verfehlen der 60-Stimmen-Schwelle werfe den Markt nicht ins Jahr 2022 zur\u00fcck.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Beide S\u00e4tze fassen die Lage zusammen: ein R\u00fcckschlag, aber kein Zusammenbruch, denn der Boden, auf dem die Branche steht, wurde nicht in Washington gegossen, sondern in den Amtsstuben der SEC. Das ist zugleich die St\u00e4rke und die Schw\u00e4che der aktuellen Ordnung. Sie funktioniert ohne den Kongress, aber sie h\u00e4ngt an Personen und an Mehrheiten in einer einzigen Beh\u00f6rde. Wie fragil das ist, zeigt sich erst, wenn man den Blick vom Senatssaal auf das Geb\u00e4ude der SEC richtet.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Warum jetzt die SEC das Regelwerk schreibt<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Um zu verstehen, warum das Scheitern die Aufsicht kaum ersch\u00fcttert, muss man das Jahr zur\u00fcckspulen. Seit dem Amtsantritt von Chair Paul Atkins im April 2025 hat die SEC ihren Kurs von Grund auf gedreht. Die Registrierungs-Klagewelle der Gensler-Jahre wurde eingestellt, die Verfahren gegen Coinbase, Kraken, ConsenSys und andere fallengelassen. Im M\u00e4rz 2026 folgte eine gemeinsame Auslegung von SEC und CFTC, wonach die meisten Krypto-Assets f\u00fcr sich genommen keine Wertpapiere sind (<a href='https:\/\/www.sec.gov\/newsroom\/press-releases\/2026-30-sec-clarifies-application-federal-securities-laws-crypto-assets'>SEC-Mitteilung 2026-30<\/a>). Ein Memorandum of Understanding zwischen beiden Beh\u00f6rden aus demselben Monat regelte die Zusammenarbeit. Und im August 2026 legte die SEC mit dem Entwurf der Regulation Crypto Assets erstmals einen ma\u00dfgeschneiderten Emissionsrahmen vor.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Atkins selbst hat nie einen Zweifel daran gelassen, dass diese Agenda nicht am Kongress h\u00e4ngt. Am Vorabend der Abstimmung erkl\u00e4rte er, der Kongress solle die CLARITY Act voranbringen, aber, so seine Botschaft, mit oder ohne Gesetz werde diese Regierung liefern (<a href='https:\/\/www.coindesk.com\/policy\/2026\/09\/14\/sec-s-atkins-backs-clarity-act'>CoinDesk<\/a>). Den eigenen Verordnungsentwurf nannte er den bisher historischsten Schritt, um Amerika zur &bdquo;Crypto Capital of the World&ldquo; zu machen (<a href='https:\/\/www.sec.gov\/newsroom\/speeches-statements\/atkins-statement-regulation-crypto-assets-081826'>SEC-Statement vom 18. August<\/a>).<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Kehrtwende war kein Zufall, sondern Programm. Schon im ersten Amtsjahr rief Atkins die Initiative Project Crypto aus, deren Ziel es ist, Wertpapierregeln f\u00fcr digitale Assets neu zu schreiben, statt sie \u00fcber Einzelklagen zu erzwingen. Die Auslegung vom M\u00e4rz 2026 und der Verordnungsentwurf vom August sind die beiden gro\u00dfen Bausteine dieses Projekts. Das Enforcement, also die Verfolgung von Regelverst\u00f6\u00dfen, wurde dabei nicht abgeschafft, sondern neu ausgerichtet: weg von der Frage der Registrierung, hin zu klarem Betrug. Genau deshalb tr\u00e4gt die Wende auch ohne Gesetz.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Das CLARITY-Aus \u00e4ndert an diesem Fahrplan nichts, es macht ihn nur alternativlos. Solange kein Gesetz die Zust\u00e4ndigkeiten festschreibt, ist die Verordnung der SEC das einzige Instrument, das dem Markt so etwas wie Regeln gibt. Damit r\u00fcckt ein Dokument in den Mittelpunkt, das viele Anleger bislang kaum wahrgenommen haben, und eine Frist, die im Oktober abl\u00e4uft.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Regulation Crypto Assets: die Frist bis zum 20. Oktober<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Das Herzst\u00fcck des neuen Regimes ist ein rund 400 Seiten starker Entwurf, den die SEC am 18. August 2026 vorlegte (<a href='https:\/\/www.sec.gov\/newsroom\/press-releases\/2026-76-sec-proposes-new-regulation-crypto-assets'>Mitteilung 2026-76<\/a>). Regulation Crypto Assets schafft drei Wege, auf denen Token die Wertpapieraufsicht verlassen oder gar nicht erst hineingeraten. Die 60-t\u00e4gige Kommentarfrist l\u00e4uft seit der Ver\u00f6ffentlichung im Federal Register und endet am 20. Oktober 2026. Bis dahin k\u00f6nnen Kanzleien, B\u00f6rsen, Verb\u00e4nde und Anleger Stellung nehmen; danach muss die Kommission die Eingaben auswerten, bevor sie eine endg\u00fcltige Regel beschlie\u00dfen kann.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Solange es keine gesetzliche Marktstruktur gibt, ist diese Frist der wichtigste Termin im US-Krypto-Kalender. Der Verordnungsweg entscheidet jetzt allein dar\u00fcber, unter welchen Bedingungen ein Team in den USA Token ausgeben darf, ohne bei jeder Emission ein Wertpapierverfahren zu riskieren. Wann ein Token vom Wertpapier zum blo\u00dfen Netzwerk-Gut wird, ist dabei keine akademische Frage; sie entscheidet \u00fcber ganze Gesch\u00e4ftsmodelle, wie unser <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/opml-ki-modell-tokenisieren-imo-praxistest-2026\/'>Praxistest zur Tokenisierung eines KI-Modells<\/a> zeigt. Die folgende \u00dcbersicht fasst die drei Pfade zusammen.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Pfad<\/th><th>Obergrenze<\/th><th>Kernbedingung<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Startup-Ausnahme<\/td><td>5 Mio. US-Dollar (rund 4,3 Mio. Euro), bis zu 4 Jahre<\/td><td>prinzipienbasierte Offenlegung, keine gepr\u00fcften Abschl\u00fcsse<\/td><\/tr><tr><td>Fundraising-Ausnahme<\/td><td>20 Mio. (ungepr\u00fcft) bis 75 Mio. US-Dollar (gepr\u00fcft) je 12 Monate<\/td><td>nur f\u00fcr US-Emittenten, \u00fcber das neue Formular 1-CRYPTO<\/td><\/tr><tr><td>Safe Harbor f\u00fcr Investment-Vertr\u00e4ge<\/td><td>keine Betragsgrenze<\/td><td>Token verl\u00e4sst den Wertpapierstatus, sobald die &bdquo;essential managerial efforts&ldquo; abgeschlossen oder dauerhaft eingestellt sind<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><figcaption class='wp-block-table__caption'>Die drei Pfade der Regulation Crypto Assets (Entwurf). Quelle: SEC-Mitteilung 2026-76.<\/figcaption><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr europ\u00e4ische Projekte steckt in dieser Tabelle eine unangenehme Zeile. Die Fundraising-Ausnahme steht ausdr\u00fccklich nur US-Emittenten offen, definiert \u00fcber den Sitz der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung, den Standort der Verm\u00f6genswerte und die Verwaltung des Unternehmens. Ein Team aus Berlin oder Z\u00fcrich kann sie nicht nutzen. Der Safe Harbor wiederum entl\u00e4sst einen Token nur dann aus der Aufsicht, wenn die ma\u00dfgeblichen Managementleistungen des Gr\u00fcnderteams beendet sind, ein Zustand, der sich in der Praxis schwer beweisen und ebenso schwer dauerhaft garantieren l\u00e4sst.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">In der Kommentarfrist prallen deshalb zwei Lager aufeinander. Die Branche dr\u00e4ngt auf gro\u00dfz\u00fcgige Schwellen und einen leicht erreichbaren Safe Harbor, damit m\u00f6glichst viele Projekte den Wertpapierstatus verlassen k\u00f6nnen. Verbrauchersch\u00fctzer verlangen strengere Offenlegungspflichten und engere Grenzen, damit der Ausstieg aus der Aufsicht nicht zum Freibrief wird. Wie die endg\u00fcltige Regel zwischen diesen Polen austariert wird, entscheidet \u00fcber nichts Geringeres als die Frage, wie viel Anlegerschutz der US-Markt in den n\u00e4chsten Jahren beh\u00e4lt.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Das November-Problem: eine Kommission mit zwei K\u00f6pfen<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Hier kommt die tickende Uhr ins Spiel. Commissioner Hester Peirce, die Architektin des Safe-Harbor-Gedankens und seit Jahren die prononcierteste Krypto-Stimme in der Kommission, verl\u00e4sst die SEC im November 2026, um an eine juristische Fakult\u00e4t zu wechseln. Sie ist derzeit die dritte von nur drei besetzten Sitzen; die beiden demokratischen Pl\u00e4tze sind seit dem Ausscheiden von Caroline Crenshaw Anfang Januar 2026 vakant. Geht Peirce, bleiben Atkins und Mark Uyeda allein zur\u00fcck, eine rein republikanische Kommission mit zwei Mitgliedern, zum ersten Mal seit Jahrzehnten (<a href='https:\/\/www.investmentnews.com\/regulation-legal-compliance\/sec-loses-hester-peirce-deepening-a-commissioner-crisis\/266721'>InvestmentNews<\/a>).<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Kann eine Zweier-Kommission \u00fcberhaupt eine 400-Seiten-Verordnung beschlie\u00dfen? Rechtlich ja: Eine SEC-Regel aus dem Jahr 1995 erlaubt es der Beh\u00f6rde, mit weniger als drei Commissionern Gesch\u00e4fte zu f\u00fchren (<a href='https:\/\/governancebeat.cooley.com\/can-the-sec-conduct-business-if-it-only-has-two-commissioners\/'>Cooley<\/a>). Doch ein Gremium aus zwei Personen, das eine derart weitreichende Regel im Alleingang und entlang einer einzigen Parteilinie verabschiedet, testet diese Bestimmung in einem Ausma\u00df, f\u00fcr das es keinen modernen Pr\u00e4zedenzfall gibt. Die Kanzlei Holland &amp; Knight beschreibt die Lage als &bdquo;Low Tide at the SEC&ldquo;, als Ebbe bei der Aufsicht (<a href='https:\/\/www.hklaw.com\/en\/insights\/publications\/2026\/07\/low-tide-at-the-sec-from-five-commissioners-to-two'>Holland &amp; Knight<\/a>). Jede Regel, die zwei zu null entlang der Parteilinie beschlossen wird, w\u00e4re vor Gericht angreifbarer als eine, die eine vollbesetzte Kommission getragen hat.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Atkins ergibt sich daraus ein klarer Anreiz: Die entscheidenden Weichen f\u00fcr Regulation Crypto Assets sollten m\u00f6glichst gestellt sein, solange Peirce noch als dritte Stimme mitwirkt. Das erkl\u00e4rt den Zeitdruck. Das Scheitern im Senat hat den Ball nicht ins Aus, sondern zur\u00fcck auf die eigene H\u00e4lfte gespielt, und die Spielzeit dort ist knapp bemessen. Ein Nachfolger f\u00fcr Peirces Sitz ist bislang nicht benannt, und jede Best\u00e4tigung durch den Senat w\u00fcrde Wochen kosten, die der Kalender nicht hergibt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Hinzu kommt die politische Dimension. Nach dem gescheiterten Senatsvotum hat die Regierung wenig Anreiz, rasch neue Commissioner zu nominieren, solange die verbliebene F\u00fchrung ihre Agenda ohnehin durchsetzen kann. F\u00fcr Krypto-Projekte, die auf verl\u00e4ssliche Regeln warten, ist das eine unbequeme Aussicht: Die entscheidenden Weichen k\u00f6nnten von einem Gremium gestellt werden, das kleiner und einseitiger besetzt ist als je zuvor, und dessen Beschl\u00fcsse eine sp\u00e4tere, vollst\u00e4ndiger besetzte Kommission mit umgekehrter Mehrheit wieder aufschn\u00fcren k\u00f6nnte.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Was das CLARITY-Aus nicht \u00e4ndert: Betrug bleibt Betrug<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Ein verbreitetes Missverst\u00e4ndnis lautet, die SEC habe sich aus der Krypto-Aufsicht zur\u00fcckgezogen. Das stimmt nur f\u00fcr eine Spielart von F\u00e4llen, die Registrierungs-Theorie, wonach fast jeder Token-Verkauf ein nicht registriertes Wertpapiergesch\u00e4ft sei. Die zweite Spur, die Betrugsverfolgung, lief nie langsamer. Do Kwon, Kopf hinter dem 2022 kollabierten Terraform-System, wurde im Dezember 2025 vom Bundesgericht in Manhattan zu 15 Jahren Haft verurteilt, nachdem er sich im August 2025 schuldig bekannt hatte; parallel steht die zivilrechtliche Einigung mit der SEC \u00fcber rund 4,47 Milliarden US-Dollar (<a href='https:\/\/www.coindesk.com\/policy\/2025\/12\/10\/terraform-s-do-kwon-sentenced-to-15-years'>CoinDesk<\/a>).<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Auch die neue Betrugswelle rund um angeblich KI-gesteuerte Handelsbots verfolgt die Beh\u00f6rde weiter. Im Mai 2026 klagte die SEC Nathan Fuller aus Texas an, der \u00fcber gef\u00e4lschte, angeblich KI-basierte Trading-Bots rund 12,3 Millionen US-Dollar von etwa 150 Anlegern einsammelte; tats\u00e4chlich flossen nur rund 380.000 US-Dollar \u00fcberhaupt in Krypto, der Rest wurde nach Darstellung der Beh\u00f6rde veruntreut oder als Ponzi-Auszahlung verwendet (<a href='https:\/\/www.coindesk.com\/business\/2026\/05\/30\/sec-sues-texas-man-over-usd12-3-million-alleged-crypto-scheme-built-on-fake-ai-trading-bots'>CoinDesk<\/a>). Zust\u00e4ndig ist die im Februar 2025 gegr\u00fcndete Cyber and Emerging Technologies Unit (CETU), rund 30 Spezialisten unter Laura D&#8217;Allaird, die den \u00e4lteren, gr\u00f6\u00dferen Krypto-Sondereinheiten nachfolgte (<a href='https:\/\/www.sec.gov\/newsroom\/press-releases\/2025-42'>SEC-Mitteilung 2025-42<\/a>).<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Grenze der Aufsicht hat sich also nicht aufgel\u00f6st, sie hat sich verschoben: von der Frage &bdquo;Hast du registriert?&ldquo; zur Frage &bdquo;Hast du gelogen?&ldquo;. F\u00fcr seri\u00f6se Projekte ist das eine Erleichterung, f\u00fcr Betr\u00fcger keine. Die folgende Gegen\u00fcberstellung zeigt, was der Kurswechsel tats\u00e4chlich betrifft und was unver\u00e4ndert weiterl\u00e4uft.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Gestoppt oder zur\u00fcckgefahren<\/th><th>L\u00e4uft unver\u00e4ndert weiter<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Registrierungsklagen gegen B\u00f6rsen (Coinbase, Kraken)<\/td><td>Betrugsverfolgung (Terraform, gef\u00e4lschte KI-Bots)<\/td><\/tr><tr><td>Regulierung \u00fcber Klagedruck als Doktrin<\/td><td>Whistleblower-Programm und CETU-Triage<\/td><\/tr><tr><td>Verfahren gegen Staking- und Wallet-Anbieter<\/td><td>strafrechtliche Verweise ans Justizministerium<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><figcaption class='wp-block-table__caption'>Der SEC-Kurswechsel betrifft die Registrierungs-Theorie, nicht die Betrugsverfolgung.<\/figcaption><\/figure><h2 class='wp-block-heading'>Die CFTC als zweite Auffanglinie<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Garlinghouse verwies nach der Niederlage darauf, dass SEC und CFTC nun ohnehin daran arbeiten w\u00fcrden, mit eigenen Regeln einen Teil dessen zu liefern, was die CLARITY Act gesetzlich h\u00e4tte verankern sollen. F\u00fcr die Warenaufsicht CFTC ist das mehr als eine Floskel. Unter ihrem seit Dezember 2025 amtierenden Chair Michael Selig, zuvor Chefjustiziar der SEC-eigenen Crypto Task Force, arbeitet die Beh\u00f6rde an einer eigenen Registrierungskategorie f\u00fcr Krypto-Spotm\u00e4rkte und hat mit einem als &bdquo;Crypto Sprint&ldquo; angek\u00fcndigten Programm eine Reihe von Rahmenregeln angesto\u00dfen. F\u00e4llt der digitale Rohstoff, wie in der M\u00e4rz-Auslegung skizziert, in die CFTC-Zust\u00e4ndigkeit, k\u00f6nnte die Beh\u00f6rde einen Teil der Marktstruktur per Verordnung nachbilden.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Doch eine Beh\u00f6rde kann kein Gesetz ersetzen. Die CFTC verf\u00fcgt weder \u00fcber das Budget noch \u00fcber die personelle Tiefe der SEC, und ihre Zust\u00e4ndigkeit f\u00fcr den Spotmarkt beruht bislang auf Auslegung, nicht auf einem Statut. Was Verordnungen aufbauen, k\u00f6nnen Verordnungen wieder abbauen. Genau darin liegt der Unterschied, den das CLARITY-Aus so folgenreich macht: Zwei Beh\u00f6rden teilen sich eine Zust\u00e4ndigkeit, die ihnen kein Gesetz zuweist, sondern die sie sich per Auslegung und per Memorandum selbst gegeben haben.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Regeln, die morgen wieder fallen k\u00f6nnen<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Der zentrale Unterschied zwischen Gesetz und Verordnung ist die Umkehrbarkeit. Eine staatliche Auslegung, ein Staff-Statement oder auch eine f\u00f6rmlich beschlossene Regel lassen sich von einer k\u00fcnftigen Kommission mit anderer Mehrheit zur\u00fccknehmen, ohne dass der Kongress mitreden muss. Die Krypto-Wende der Jahre 2025 und 2026 ruht damit auf einem Fundament, das jederzeit neu gegossen werden kann. Selbst die Branche r\u00e4umt das ein: Beh\u00f6rdenregeln k\u00f6nnten sich mit einer neuen Regierung \u00e4ndern, ein Gesetz h\u00e4tte einen dauerhaften Rahmen gegeben.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Versch\u00e4rft wird das durch ein Urteil des Supreme Court vom Juni 2026. In der Sache Trump gegen Slaughter kippte das Gericht mit sechs zu drei Stimmen die jahrzehntealte Humphrey&#8217;s-Executor-Doktrin und erlaubt dem Pr\u00e4sidenten, die Spitzen unabh\u00e4ngiger Beh\u00f6rden nach Belieben abzuberufen. F\u00fcr die SEC hei\u00dft das: Der Schutz, der die Kommission bisher von der Tagespolitik trennte, ist weg. Wer auch immer nach Atkins kommt, kann den Kurs schneller drehen als je zuvor. Die CLARITY Act h\u00e4tte genau diese Unsicherheit beseitigt; ihr Scheitern zementiert sie.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Anleger bedeutet das eine unangenehme Wahrheit. Der freundliche Umgang der SEC mit Krypto ist real, aber er ist nicht in Stein gemei\u00dfelt. Ein Token, der heute von einem Safe Harbor profitiert, kann unter einer anderen F\u00fchrung wieder in die Wertpapieraufsicht rutschen. Genau diese Wetterlage macht den Blick \u00fcber den Atlantik so aufschlussreich, denn dort sieht das Fundament anders aus.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Der Blick \u00fcber den Atlantik: MiCA als Gegenbild<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr europ\u00e4ische Beobachter hat das Washingtoner Drama etwas Vertrautes und zugleich Fremdes. Vertraut, weil auch hier \u00fcber Krypto-Regeln gerungen wurde; fremd, weil das Ergebnis in der EU l\u00e4ngst feststeht. Die Markets-in-Crypto-Assets-Verordnung (MiCA) ist seit Ende 2024 in Kraft, ein unmittelbar geltendes EU-Gesetz, das Emittenten und Dienstleister (CASPs) einem einheitlichen Rahmen unterwirft. In Deutschland lizenziert und beaufsichtigt die BaFin diese Anbieter; das <a href='https:\/\/www.bafin.de\/SharedDocs\/Veroeffentlichungen\/DE\/Merkblatt\/mb_250103_Kryptowerte_Dienstl.html'>Merkblatt zu Kryptowerte-Dienstleistungen<\/a> beschreibt den Rahmen. Anders als in den USA ist das keine Verordnung einer Beh\u00f6rde, die eine Nachfolgerin zur\u00fccknehmen k\u00f6nnte, sondern ein auf EU-Ebene beschlossenes Gesetz.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Diesen Gegensatz brachte Frederik Gregaard, CEO der Cardano Foundation, nach der Abstimmung auf den Punkt: In Europa kennten Entwickler unter der MiCA immerhin die Spielregeln (<a href='https:\/\/www.coindesk.com\/policy\/2026\/09\/15\/clarity-act-fails-in-senate-here-is-how-the-crypto-industry-is-reacting'>CoinDesk<\/a>). Der Satz ist doppeldeutig, denn die MiCA gilt manchen als zu streng. Doch in einem Punkt hat Gregaard recht: Sie ist berechenbar. Wer in der EU eine Lizenz hat, wei\u00df, woran er ist, unabh\u00e4ngig davon, wer in Frankfurt oder Paris gerade die Aufsicht f\u00fchrt. Die folgende Tabelle stellt die beiden Regulierungsphilosophien gegen\u00fcber.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Merkmal<\/th><th>USA nach dem CLARITY-Aus<\/th><th>EU \/ Deutschland<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Rechtsquelle<\/td><td>Beh\u00f6rdenverordnung und Auslegung<\/td><td>EU-Gesetz (MiCA), unmittelbar geltend<\/td><\/tr><tr><td>Umkehrbarkeit<\/td><td>hoch, durch neue Kommission oder Regierung<\/td><td>gering, nur \u00fcber die EU-Gesetzgebung<\/td><\/tr><tr><td>Aufsicht<\/td><td>SEC und CFTC, Zust\u00e4ndigkeit teils per Auslegung<\/td><td>BaFin (national), ESMA (EU-weit)<\/td><\/tr><tr><td>Zugang f\u00fcr EU-Emittenten<\/td><td>Fundraising-Ausnahme nur f\u00fcr US-Firmen<\/td><td>Passporting im gesamten EWR<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><figcaption class='wp-block-table__caption'>Zwei Regulierungsphilosophien im Vergleich. Quelle: SEC-Mitteilung 2026-76, MiCA, BaFin.<\/figcaption><\/figure><h2 class='wp-block-heading'>Was das CLARITY-Aus f\u00fcr Anleger in Deutschland hei\u00dft<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Direkt betroffen sind deutsche Anleger vom US-Recht selten, denn ihre B\u00f6rsen und Verwahrer unterliegen der MiCA und der BaFin. Doch mittelbar wirkt das amerikanische Vakuum bis nach Europa. Erstens \u00fcber die Kurse: Bitcoin, Ether und die gro\u00dfen Altcoins reagieren auf jede Wendung der US-Politik, wie der Rutsch nach dem 15. September zeigte. Zweitens \u00fcber die Produkte, die europ\u00e4ische H\u00e4user aus den USA importieren, von ETPs bis zu Verwahrl\u00f6sungen; wie sich die Zulassung solcher Produkte ohne Gesetz entwickelt, zeichnen wir in unserer Analyse zu <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/krypto-etf-zulassungen-2026-clarity-aus-fed-woche\/'>Krypto-ETFs nach dem CLARITY-Aus<\/a> nach.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Drittens, und das ist die praktische Lehre, sollten Anleger bei US-Token, die sich auf den neuen Safe Harbor berufen, genau hinsehen. Ein Token, der heute den Wertpapierstatus verl\u00e4sst, weil die ma\u00dfgeblichen Managementleistungen angeblich abgeschlossen sind, kann unter einer k\u00fcnftigen SEC wieder in die Aufsicht rutschen; die Rechtslage ist eben nicht in ein Gesetz gegossen. Wer die Frage vertiefen will, wie DeFi-Protokolle ganz ohne Gesetz mit Compliance umgehen, findet die Details in unserem Beitrag <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/defi-compliance-2026-clarity-aus-usa-eu\/'>DeFi-Compliance nach dem CLARITY-Aus<\/a>. Die Grundregel bleibt: In der EU sch\u00fctzt ein Gesetz, in den USA eine Verordnung, und der Unterschied wird erst sichtbar, wenn sich die politischen Vorzeichen drehen.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Die Gegenstimme: &bdquo;Crypto Promotion Commission&ldquo;<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Nicht alle sehen im Verordnungsweg einen Fortschritt. Benjamin Schiffrin, Director of Securities Policy bei der Verbraucherschutz-Organisation Better Markets, warf der SEC schon bei Vorlage des Entwurfs vor, sie sei unter Atkins zur &bdquo;Crypto Promotion Commission&ldquo; geworden, zu einer Krypto-F\u00f6rderbeh\u00f6rde (<a href='https:\/\/bettermarkets.org\/newsroom\/secs-crypto-rules-confirm-it-is-now-the-crypto-promotion-commission'>Better Markets<\/a>). Statt sinnvolle Schutzmechanismen einzuf\u00fchren, nehme die Beh\u00f6rde Krypto von genau jenen Registrierungspflichten aus, die Anleger sch\u00fctzen sollten. Ein historisches Vorbild f\u00fcr diesen Ansatz, so Schiffrin, existiere nicht.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Kritik trifft einen wunden Punkt. Ein Safe Harbor, der Token aus der Wertpapieraufsicht entl\u00e4sst, verschiebt Risiko auf die Anleger, wenn die begleitende Offenlegung d\u00fcnn bleibt. Zugleich ist die Gegenrechnung real: Die alte Politik der Klagen ohne klare Regeln hatte Unternehmen jahrelang im Ungewissen gelassen. Zwischen diesen beiden Fehlern, zu viel Nachsicht und zu wenig Klarheit, muss die endg\u00fcltige Regel eine Balance finden, und genau darum wird in der Kommentarfrist bis Oktober gerungen. Wer am lautesten kommentiert, pr\u00e4gt am Ende den Text.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Ausblick: der Fahrplan bis 2027<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Kalender der n\u00e4chsten Monate ist enger, als das Scheitern im Senat vermuten l\u00e4sst. Vier Termine entscheiden dar\u00fcber, wie das US-Krypto-Recht 2027 aussieht.<\/p><ul class='wp-block-list'><li><strong>20. Oktober 2026:<\/strong> Ende der Kommentarfrist zu Regulation Crypto Assets. Danach wertet die SEC die Eingaben aus.<\/li><li><strong>November 2026:<\/strong> Peirce verl\u00e4sst die Kommission; die SEC schrumpft auf zwei Mitglieder, solange keine Nachfolger best\u00e4tigt sind. Ein Nachfolger f\u00fcr ihren Sitz ist bislang nicht benannt.<\/li><li><strong>November 2026:<\/strong> Midterm-Wahlen zum Kongress. Ihre Zusammensetzung entscheidet, ob eine CLARITY-Neuauflage 2027 \u00fcberhaupt eine Chance hat.<\/li><li><strong>2027:<\/strong> fr\u00fchestm\u00f6gliche Verabschiedung einer endg\u00fcltigen Regulation Crypto Assets, sofern die Kommission beschlussf\u00e4hig bleibt.<\/li><\/ul><p class=\"wp-block-paragraph\">Prognosem\u00e4rkte hatten die Wahrscheinlichkeit einer CLARITY-Verabschiedung 2026 schon vor dem Votum in den niedrigen Zehnerbereich gedr\u00fcckt, von \u00fcber 80 Prozent im Fr\u00fchjahr. Wie zuverl\u00e4ssig solche M\u00e4rkte solche Ereignisse abbilden, haben wir in unserer Analyse zu <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/prognosemaerkte-2026-testfeld-autonome-ki-agenten\/'>Prognosem\u00e4rkten als Testfeld autonomer KI-Agenten<\/a> untersucht. F\u00fcr die Aufsicht selbst ist die Botschaft klar: Bis auf Weiteres wird US-Krypto per Verordnung regiert, nicht per Gesetz, und diese Verordnung schreibt eine Kommission, die gegen die eigene Uhr arbeitet. Das ist keine Ordnung, es ist ein Provisorium mit Verfallsdatum.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>H\u00e4ufig gestellte Fragen<\/h2><h3 class='wp-block-heading'>Ist die CLARITY Act endg\u00fcltig gescheitert?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Formal nicht: Senator Thom Tillis brachte einen Antrag auf erneute Abstimmung ein, und die inhaltliche Vorlage bleibt bestehen. Realistisch ist das Gesetz f\u00fcr 2026 aber erledigt, weil die Cloture-Motion am 15. September mit rund 49 zu 50 Stimmen deutlich an der n\u00f6tigen Schwelle von 60 scheiterte und der Kongresskalender vor den Midterms keine Neuauflage hergibt.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Warum ist die CLARITY Act gescheitert?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Nicht an der Marktstruktur, sondern an einer Ethikklausel, die Amtstr\u00e4gern wie Pr\u00e4sident Trump das Verdienen an Krypto-Projekten verbieten sollte, sowie am Streit \u00fcber verzinste Stablecoins. Alle Demokraten und vier Republikaner stimmten gegen die Cloture-Motion.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Wer reguliert US-Krypto jetzt ohne Gesetz?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Exekutive. Die SEC schreibt per Verordnung, allen voran mit dem Entwurf der Regulation Crypto Assets, dessen Kommentarfrist am 20. Oktober 2026 endet; die CFTC baut parallel eine eigene Zust\u00e4ndigkeit f\u00fcr Spotm\u00e4rkte auf. Betrug bleibt in beiden F\u00e4llen strafbar.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Was bedeutet das CLARITY-Aus f\u00fcr Anleger in Deutschland?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Direkt wenig, denn deutsche Anbieter unterliegen der MiCA und der BaFin. Mittelbar wirkt das US-Vakuum \u00fcber die Kurse und \u00fcber importierte Produkte. Bei US-Token, die sich auf den neuen Safe Harbor berufen, ist Vorsicht geboten, weil eine k\u00fcnftige SEC den Kurs wieder \u00e4ndern kann.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Warum ist der Abgang von Hester Peirce wichtig?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Peirce verl\u00e4sst die SEC im November 2026 und ist derzeit die dritte von nur drei besetzten Sitzen. Danach bleiben nur Atkins und Uyeda. Eine Zweier-Kommission darf zwar seit einer Regel von 1995 handeln, doch eine so weitreichende Verordnung im Alleingang zu beschlie\u00dfen, ist rechtlich unerprobt, weshalb die SEC unter Zeitdruck steht.<\/p><script type=\"application\/ld+json\">{\"@context\":\"https:\/\/schema.org\",\"@type\":\"FAQPage\",\"mainEntity\":[{\"@type\":\"Question\",\"name\":\"Ist die CLARITY Act endg\u00fcltig gescheitert?\",\"acceptedAnswer\":{\"@type\":\"Answer\",\"text\":\"Formal nicht: Senator Thom Tillis brachte einen Antrag auf erneute Abstimmung ein, und die inhaltliche Vorlage bleibt bestehen. Realistisch ist das Gesetz f\u00fcr 2026 aber erledigt, weil die Cloture-Motion am 15. 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