{"id":598,"date":"2026-09-21T10:30:23","date_gmt":"2026-09-21T10:30:23","guid":{"rendered":"https:\/\/hoge.gg\/de\/bitcoin-price-action-kurs-lesen-fed-2026\/"},"modified":"2026-09-21T10:30:23","modified_gmt":"2026-09-21T10:30:23","slug":"bitcoin-price-action-kurs-lesen-fed-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hoge.gg\/de\/bitcoin-price-action-kurs-lesen-fed-2026\/","title":{"rendered":"Bitcoin Price Action: was den Kurs nach der Fed treibt"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Am 16. September 2026 hat die US-Notenbank getan, was viele am Kryptomarkt monatelang bef\u00fcrchtet hatten: Sie hob den Leitzins um 25 Basispunkte auf eine Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent an, die erste Zinserh\u00f6hung seit 2023. Nach der reinen Lehre h\u00e4tte Bitcoin darauf mit einem Ausverkauf reagieren m\u00fcssen, denn h\u00f6here Zinsen verteuern Kapital und machen zinslose Anlagen wie BTC relativ unattraktiver. Stattdessen kletterte der Kurs in den Tagen danach von rund 75.000 auf \u00fcber 81.000 US-Dollar (etwa 70.600 Euro), ein Plus von gut acht Prozent binnen einer Woche, wie die <a href='https:\/\/usethebitcoin.com\/bitcoin\/bitcoin-price-september-20-2026\/'>Kursauswertung vom 20. September<\/a> zeigt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Genau dieser scheinbare Widerspruch ist der beste Einstieg in ein Thema, das viele Anleger untersch\u00e4tzen: Price Action, also die Kunst, aus dem Kursverlauf selbst und den Kr\u00e4ften dahinter zu lesen, wohin die Reise gehen k\u00f6nnte. Wer nur die Schlagzeile \u201eFed erh\u00f6ht Zinsen\u201c verarbeitet, verpasst die eigentliche Geschichte. Dieser Beitrag erkl\u00e4rt Schritt f\u00fcr Schritt, welche Treiber den Bitcoin-Kurs 2026 bewegen, wie man sie liest und warum der Markt oft genau das Gegenteil dessen tut, was eine einzelne Nachricht nahelegt. Alle Kurse geben wir in Euro und US-Dollar an; gerechnet wird zu einem Wechselkurs von rund 1,15 US-Dollar je Euro, wie ihn <a href='https:\/\/tradingeconomics.com\/euro-area\/currency'>Trading Economics<\/a> f\u00fcr Mitte September ausweist.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Was \u201ePrice Action\u201c eigentlich bedeutet<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Begriff Price Action beschreibt die Analyse der reinen Preisbewegung, ohne den Umweg \u00fcber nachlaufende Indikatoren. Im Kern geht es um drei Fragen: Wo notiert der Kurs relativ zu wichtigen Marken? Wie verh\u00e4lt er sich, wenn er diese Marken erreicht? Und welches Volumen sowie welche Marktstruktur begleiten die Bewegung? Ein Ausbruch \u00fcber einen Widerstand bei geringem Handelsvolumen erz\u00e4hlt eine andere Geschichte als derselbe Ausbruch mit einer Welle frischer K\u00e4ufe.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Wichtig ist die Abgrenzung zur Fundamentalanalyse. Fundamentaldaten wie Hashrate, Netzwerkgeb\u00fchren oder die Zahl aktiver Adressen sagen etwas \u00fcber den langfristigen Zustand des Netzwerks aus. Price Action dagegen fragt, wie der Markt diese Informationen gerade jetzt einpreist. Beide Ebenen erg\u00e4nzen sich: Ein Netzwerk kann kerngesund sein und der Kurs trotzdem monatelang fallen, weil Liquidit\u00e4t abflie\u00dft oder Erwartungen sich drehen. Genau deshalb lohnt der Blick auf mehrere Ebenen gleichzeitig, statt sich an einer einzigen Kennzahl festzuhalten.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Bitcoin haben sich f\u00fcnf Treiber-Ebenen etabliert, die wir in diesem Beitrag der Reihe nach durchgehen: der makro\u00f6konomische Rahmen (Zinsen, Dollar, Liquidit\u00e4t), die institutionellen Kapitalstr\u00f6me \u00fcber die Spot-ETFs, die On-Chain-Daten aus der Blockchain selbst, die klassische Charttechnik und schlie\u00dflich der Derivatemarkt mit Funding-Raten und Liquidationen. Wer diese f\u00fcnf Ebenen zusammen liest, versteht die Price Action deutlich besser als jemand, der nur auf eine Kerze im Chart starrt.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Der Stand nach dem 16. September<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Beginnen wir mit einer n\u00fcchternen Bestandsaufnahme. Bitcoin startete den September schwach: Am 1. September notierte BTC laut <a href='https:\/\/fortune.com\/article\/price-of-bitcoin-09-01-2026\/'>Fortune<\/a> bei gut 78.000 US-Dollar, rutschte tags darauf unter 76.700 US-Dollar und pendelte anschlie\u00dfend in einer engen Spanne. Am Tag der Fed-Entscheidung, dem 16. September, lag der Kurs bei rund 77.500 US-Dollar (etwa 67.500 Euro). Von dort setzte die Erholung ein, die BTC bis zum 20. September auf \u00fcber 81.000 US-Dollar trug, laut <a href='https:\/\/www.coindesk.com\/price\/bitcoin'>CoinDesk<\/a> das obere Ende der laufenden Handelsspanne.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Damit steht Bitcoin rund 36 Prozent unter seinem Rekordhoch von etwa 126.000 US-Dollar, das im Oktober 2025 erreicht wurde. Der Kurs bewegt sich also weder in Euphorie noch in Panik, sondern in jener z\u00e4hen Erholungsphase, in der sich die Marktstruktur entscheidet. Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Marken zusammen, an denen sich die Price Action derzeit orientiert.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Marke<\/th><th>US-Dollar<\/th><th>Euro (ca.)<\/th><th>Bedeutung<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Rekordhoch (Okt. 2025)<\/td><td>~126.000<\/td><td>~109.000<\/td><td>All-Time-High<\/td><\/tr><tr><td>Oberer Widerstand<\/td><td>80.500 bis 82.500<\/td><td>70.000 bis 71.800<\/td><td>Deckel der Range<\/td><\/tr><tr><td>Kurs am 20. Sept.<\/td><td>~81.085<\/td><td>~70.600<\/td><td>aktuelles Niveau<\/td><\/tr><tr><td>Untere Unterst\u00fctzung<\/td><td>72.500 bis 75.000<\/td><td>63.100 bis 65.300<\/td><td>Halte-Zone<\/td><\/tr><tr><td>Realized Price<\/td><td>~52.000<\/td><td>~45.300<\/td><td>On-Chain-Kostenbasis<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><figcaption class='wp-block-table__caption'>Zentrale Kursmarken f\u00fcr Bitcoin, Stand 20. September 2026. Euro-Werte umgerechnet zum Kurs von rund 1,15 US-Dollar je Euro.<\/figcaption><\/figure><h2 class='wp-block-heading'>Warum der Kurs nach der Zinserh\u00f6hung stieg<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die wichtigste Lektion der vergangenen Woche lautet: M\u00e4rkte handeln Erwartungen, nicht Ereignisse. Der Zinsschritt war zum Zeitpunkt der Sitzung l\u00e4ngst eingepreist. Terminm\u00e4rkte hatten die Wahrscheinlichkeit einer Erh\u00f6hung \u00fcber Wochen nach oben geschraubt, sodass die tats\u00e4chliche Entscheidung kaum noch \u00dcberraschungspotenzial barg. In der Fachsprache hei\u00dft dieses Muster \u201ebuy the news\u201c: Sobald die bef\u00fcrchtete Nachricht best\u00e4tigt ist und keine b\u00f6sere \u00dcberraschung mitliefert, verschwindet die Unsicherheit, und K\u00e4ufer kehren zur\u00fcck. Wir haben die Mechanik dieses Musters bereits im Detail beschrieben, als klar wurde, dass <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/bitcoin-fed-zinsschritt-verdaut-kurs-steigt-2026\/'>Bitcoin den Zinsschritt verdaut und der Kurs steigt<\/a>.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Entscheidend war zudem der Ton der Notenbank. Laut der offiziellen <a href='https:\/\/www.federalreserve.gov\/newsevents\/pressreleases\/monetary20260916a.htm'>FOMC-Mitteilung<\/a> fiel die Entscheidung einstimmig mit 12 zu 0 Stimmen. Zugleich signalisierten die Projektionen, dass 16 von 18 Mitgliedern mindestens einen weiteren Schritt in diesem Jahr f\u00fcr m\u00f6glich halten. Der Markt las das nicht als Drohung, sondern als das Ende der Ungewissheit \u00fcber die Richtung. Solange der Pfad klar ist, kann er eingepreist werden; unklar bleibt nur das Tempo. F\u00fcr die Dezember-Sitzung bleibt damit alles offen, was den n\u00e4chsten gro\u00dfen Preistreiber liefern d\u00fcrfte.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Ein zweiter Faktor kam hinzu: Der Ausverkauf im Vorfeld war bereits geschehen. Wer verkaufen wollte, hatte das in den Wochen zuvor getan, als Bitcoin von \u00fcber 82.000 auf unter 75.000 US-Dollar fiel. Dieses Vorwegnehmen von schlechten Nachrichten erkl\u00e4rt, warum die eigentliche Best\u00e4tigung oft eine Erleichterungsrally ausl\u00f6st. Price Action lesen hei\u00dft hier: nicht die Nachricht bewerten, sondern die Positionierung davor.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Der Makro-Rahmen: Zinsen, Dollar und Liquidit\u00e4t<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Kein Verm\u00f6genswert lebt im Vakuum, und Bitcoin schon gar nicht. Seit dem Start der Spot-ETFs im Jahr 2024 korreliert BTC enger denn je mit den gro\u00dfen Makro-Variablen. Die wichtigste davon sind die Realzinsen, also der Nominalzins abz\u00fcglich der Inflationserwartung. Steigen die Realzinsen, wird das Halten von zinslosen Anlagen teurer, weil sichere Staatsanleihen pl\u00f6tzlich eine attraktive Rendite abwerfen. Der Zinsschritt vom September hob genau diese Messlatte an. Dass Bitcoin trotzdem stieg, zeigt, wie stark andere Kr\u00e4fte gerade gegensteuern.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die zweite Makro-Variable ist der US-Dollar. Nach der Erh\u00f6hung legte der Greenback zu; der Euro fiel unter 1,15 US-Dollar und damit auf den schw\u00e4chsten Stand seit Ende Juli, wie <a href='https:\/\/tradingeconomics.com\/euro-area\/currency'>Trading Economics<\/a> festh\u00e4lt. F\u00fcr europ\u00e4ische Anleger ist das doppelt relevant: Ein starker Dollar dr\u00fcckt in der Regel auf den in Dollar notierten Bitcoin, hebt aber den Euro-Gegenwert eines gehaltenen BTC-Bestands. Wer Bitcoin in Euro bewertet, muss diesen Wechselkurseffekt stets mitdenken. Genau darauf gehen wir weiter unten noch gesondert ein.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die dritte Variable ist die Liquidit\u00e4t im Finanzsystem insgesamt. Steigende Zinsen entziehen dem Markt tendenziell Liquidit\u00e4t, doch die Wirkung ist tr\u00e4ge und wird von Faktoren wie der Bilanzpolitik der Notenbanken \u00fcberlagert. Auch die Miner spielen hier eine Rolle: H\u00f6here Kapitalkosten verteuern den Ausbau der Rechenleistung und dr\u00fccken auf die Margen. Wie eng der Zinspfad und die \u00d6konomie des Minings zusammenh\u00e4ngen, haben wir am Beispiel des <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/hashprice-fed-zinsschritt-zinspfad-miner-2026\/'>Hashprice nach dem Fed-Zinsschritt<\/a> ausf\u00fchrlich gezeigt. F\u00fcr die Price Action hei\u00dft das: Der Makro-Rahmen setzt die Rahmenbedingungen, entscheidet aber selten allein \u00fcber die Richtung.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>ETF-Fl\u00fcsse als neuer Taktgeber<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Der wohl wichtigste strukturelle Wandel der vergangenen zwei Jahre ist der Aufstieg der Spot-ETFs zum dominierenden Nachfragefaktor. Wo fr\u00fcher Kleinanleger \u00fcber Kryptob\u00f6rsen den Ton angaben, flie\u00dft heute ein gro\u00dfer Teil der Nachfrage \u00fcber regulierte Fonds. Deren t\u00e4gliche Zu- und Abfl\u00fcsse sind zu einem der verl\u00e4sslichsten Fr\u00fchindikatoren f\u00fcr die kurzfristige Price Action geworden. Ein Tag mit hohen Nettozufl\u00fcssen signalisiert institutionelle Kaufbereitschaft; ein Tag mit Abfl\u00fcssen kann eine Korrektur beschleunigen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der September lieferte daf\u00fcr ein Lehrst\u00fcck. Zum Monatsauftakt registrierten die US-Spot-ETFs laut <a href='https:\/\/www.coinglass.com\/etf\/bitcoin'>CoinGlass<\/a> einen Nettoabfluss von rund 236 Millionen US-Dollar, der Gro\u00dfteil davon aus dem Marktf\u00fchrer IBIT von BlackRock. Nur zwei Tage sp\u00e4ter kippte das Bild: Am 3. September flossen an einem einzigen Tag \u00fcber 730 Millionen US-Dollar zu, die st\u00e4rkste Einzelsitzung des Monats. In der Woche bis zum 5. September summierten sich die Nettozufl\u00fcsse auf knapp 987 Millionen US-Dollar, laut Marktdaten die dritte Zuflusswoche in Folge und der st\u00e4rkste Drei-Wochen-Lauf des Jahres 2026. Rund 70 Prozent davon entfielen erneut auf IBIT.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Zeitraum<\/th><th>Netto-Fluss (US-Dollar)<\/th><th>Anmerkung<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>1. September<\/td><td>-236 Mio.<\/td><td>Abfluss v. a. aus IBIT und FBTC<\/td><\/tr><tr><td>3. September<\/td><td>+731 Mio.<\/td><td>st\u00e4rkste Einzelsitzung des Monats<\/td><\/tr><tr><td>Woche bis 5. September<\/td><td>+987 Mio.<\/td><td>dritte Zuflusswoche in Folge<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><figcaption class='wp-block-table__caption'>Nettofl\u00fcsse der US-Spot-Bitcoin-ETFs im September 2026. Quelle: CoinGlass.<\/figcaption><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">Diese R\u00fcckkehr der Zufl\u00fcsse ist der zweite Grund, warum der Kurs die Zinserh\u00f6hung wegsteckte. Wenn institutionelles Kapital selbst in ein steigendes Zinsumfeld hinein kauft, entsteht ein stabiler Boden, der fr\u00fchere zyklische Muster abschw\u00e4cht. Genau dieses Argument steht im Zentrum der Debatte um den Vier-Jahres-Zyklus, zu der wir sp\u00e4ter kommen. F\u00fcr die t\u00e4gliche Price Action gilt: Ein Blick auf die ETF-Fl\u00fcsse am Vorabend erkl\u00e4rt oft mehr \u00fcber die n\u00e4chste Handelssitzung als jede Chartformation.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>On-Chain lesen: Realized Price und MVRV<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Blockchain selbst ist ein offenes Buch, und On-Chain-Analyse macht daraus lesbare Kennzahlen. Zwei davon sind f\u00fcr die Price Action zentral. Der Realized Price bewertet jede Bitcoin-Einheit zu dem Preis, zu dem sie zuletzt on-chain bewegt wurde. Er gilt als aggregierte Kostenbasis des Marktes, also als der Durchschnittspreis, den alle Halter bezahlt haben. Anfang August 2026 lag dieser Wert laut <a href='https:\/\/research.glassnode.com\/mastering-the-mvrv-ratio\/'>Glassnode<\/a> im Bereich von gut 52.000 US-Dollar. Notiert der Marktpreis dar\u00fcber, ist der durchschnittliche Halter im Plus; f\u00e4llt er darunter, ger\u00e4t die Mehrheit unter Wasser, was historisch Kapitulationsphasen markiert.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die zweite Kennzahl ist das MVRV-Verh\u00e4ltnis, das den Marktwert ins Verh\u00e4ltnis zum realisierten Wert setzt. Ein Wert von 2,0 bedeutet, dass der Markt im Schnitt das Doppelte seiner Kostenbasis wert ist; sehr hohe Werte signalisierten in der Vergangenheit \u00dcberhitzung, sehr niedrige Werte einen Boden. Anfang August lag das MVRV bei rund 1,24, deutlich entfernt von den Extremwerten fr\u00fcherer Zyklushochs. \u00dcbersetzt hei\u00dft das: Der Markt war zuletzt weder \u00fcberschw\u00e4nglich noch panisch bewertet, sondern in einer moderaten Zone, die Spielraum nach beiden Seiten l\u00e4sst.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">On-Chain-Daten gl\u00e4nzen vor allem im Zusammenspiel mit dem Kurs. Wenn der Preis steigt, w\u00e4hrend langfristige Halter ihre Best\u00e4nde nicht bewegen, deutet das auf ein knappes Angebot hin. Verkaufen die alten H\u00e4nde dagegen in die St\u00e4rke hinein, ist Vorsicht geboten. Welche Signale die On-Chain-Daten unmittelbar nach der Fed-Sitzung sendeten, haben wir separat analysiert; die Lekt\u00fcre von <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/bitcoin-kurs-on-chain-daten-fed-zinsschritt-2026\/'>Bitcoin-Kurs nach der Fed und was die On-Chain-Daten verraten<\/a> erg\u00e4nzt dieses Kapitel um die aktuelle Detailauswertung.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Charttechnik: Unterst\u00fctzung, Widerstand, Struktur<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die klassische Charttechnik bleibt trotz aller neuen Datenquellen unverzichtbar, weil viele Marktteilnehmer nach denselben Marken handeln und diese dadurch zu sich selbst erf\u00fcllenden Referenzpunkten werden. Aktuell ist die Lage klar umrissen: Der Widerstand liegt zwischen 80.500 und 82.500 US-Dollar (rund 70.000 bis 71.800 Euro), die Unterst\u00fctzung zwischen 72.500 und 75.000 US-Dollar (etwa 63.100 bis 65.300 Euro). Solange Bitcoin in dieser Spanne notiert, befindet sich der Markt in einer Konsolidierung ohne klare Richtung.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Ryan Lee, Chefanalyst bei Bitget Research, verortete gegen\u00fcber der <a href='https:\/\/www.cryptotimes.io\/2026\/09\/04\/bitcoin-price-prediction-september-2026-can-btc-reach-90k-or-retest-72k\/'>Crypto Times<\/a> die zentrale R\u00fccksetzer-Zone bei 75.000 bis 76.000 US-Dollar; ein nachhaltiger Sprung \u00fcber 80.000 US-Dollar \u00f6ffne dagegen den Bereich 82.000 bis 87.000 US-Dollar. Entscheidend ist dabei nicht das kurze Antippen einer Marke, sondern die Akzeptanz: Erst wenn der Kurs oberhalb von rund 79.900 US-Dollar mehrere Sitzungen lang handelt, verbessert sich die Marktstruktur nachhaltig und aus der Reparatur wird eine glaubw\u00fcrdige Trendwende.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Erg\u00e4nzend liefern gleitende Durchschnitte Orientierung. Der 200-Tage-Durchschnitt trennt grob Bullen- von B\u00e4renm\u00e4rkten; ein Kurs dar\u00fcber gilt als konstruktiv. Ebenso wichtig sind Handelsvolumen und die Frage, ob ein Ausbruch von echter Nachfrage getragen wird. Ein Anstieg bei d\u00fcnnem Volumen ist anf\u00e4llig f\u00fcr schnelle Umkehr, w\u00e4hrend ein Ausbruch mit hohem Volumen mehr Substanz hat. Charttechnik allein liefert keine Gewissheit, aber sie zeigt, wo K\u00e4ufer und Verk\u00e4ufer ihre Linien gezogen haben.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Der Derivatemarkt: Funding, Open Interest, Liquidationen<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die f\u00fcnfte Ebene sind die Derivate, allen voran die unbefristeten Futures (Perpetuals). Ihre wichtigste Kennzahl ist die Funding-Rate, eine periodische Zahlung zwischen Long- und Short-Positionen, die den Terminkurs an den Kassakurs koppelt. Eine stark positive Funding-Rate bedeutet, dass Long-Positionen f\u00fcr ihre Wetten zahlen m\u00fcssen; das signalisiert \u00fcbertriebenen Optimismus und ein erh\u00f6htes Risiko f\u00fcr eine Korrektur nach unten. Eine negative Rate zeigt das Gegenteil.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Eng damit verkn\u00fcpft ist das Open Interest, die Summe aller offenen Kontrakte. Steigt es zusammen mit dem Preis, flie\u00dft frisches Kapital in den Markt. Steigt der Preis dagegen bei fallendem Open Interest, werden eher Short-Positionen glattgestellt, was weniger nachhaltig ist. Der Kursrutsch vor der Fed-Sitzung hatte einen heilsamen Nebeneffekt: Er sp\u00fclte \u00fcberhebelte Long-Positionen aus dem System. Solche Liquidationskaskaden bereinigen den Markt und schaffen paradoxerweise die Grundlage f\u00fcr die n\u00e4chste Aufw\u00e4rtsbewegung, weil danach weniger Zwangsverk\u00e4ufer im Markt stehen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die Price Action ergibt sich daraus eine n\u00fctzliche Faustregel: Extreme in der Positionierung sind Kontraindikatoren. Wenn alle bullish positioniert sind und die Funding-Raten \u00fcberkochen, ist das R\u00fcckschlagrisiko am gr\u00f6\u00dften. Wenn nach einem Ausverkauf alle das Handtuch geworfen haben, ist der Boden oft nah. Der Derivatemarkt misst also die Stimmung, und Stimmung schl\u00e4gt am Kryptomarkt h\u00e4ufig ins Gegenteil um.<\/p>%%CONT%%","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bitcoin steht nach der ersten Fed-Zinserh\u00f6hung seit 2023 wieder bei rund 70.600 Euro. 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