{"id":626,"date":"2026-09-25T22:30:49","date_gmt":"2026-09-25T22:30:49","guid":{"rendered":"https:\/\/hoge.gg\/de\/bitmain-microbt-asic-abschreibung-restwert-2026\/"},"modified":"2026-09-25T22:30:49","modified_gmt":"2026-09-25T22:30:49","slug":"bitmain-microbt-asic-abschreibung-restwert-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hoge.gg\/de\/bitmain-microbt-asic-abschreibung-restwert-2026\/","title":{"rendered":"Bitmain vs. MicroBT: die Abschreibungsfalle der ASICs"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Als Bitmain im Fr\u00fchjahr 2026 den Antminer S23 in Serie brachte und Bitdeer im April den SEALMINER A4 auslieferte, drehte sich fast jede Schlagzeile um eine einzige Kennziffer: unter zehn Joule pro Terahash. Der folgenreichste Effekt dieser Maschinen zeigte sich jedoch nicht auf ihrem Datenblatt, sondern in der Bilanz der Anlagen, die l\u00e4ngst in den Rechenzentren liefen. Jeder Effizienzsprung schreibt den Bestand still ab, und genau das macht den Kauf eines ASIC zu einer der heikelsten Kapitalentscheidungen im gesamten Bitcoin-Sektor.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der klassische Vergleich zwischen Bitmain und MicroBT fragt, welche Maschine schneller rechnet oder weniger Strom zieht. Im Jahr 2026, mit d\u00fcnnen Margen und einem Netzwerk jenseits von einem Zettahash pro Sekunde, lautet die wichtigere Frage f\u00fcr jeden, der echtes Geld einsetzt, anders: Wessen Hardware verliert langsamer an Wert? Ein ASIC ist kein langlebiges Wirtschaftsgut wie eine Werkzeugmaschine, sondern ein Abschreibungsobjekt auf einer Tretm\u00fchle, deren Tempo nicht die Miner bestimmen, sondern die Chiphersteller in Taiwan.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Zur Einordnung die aktuellen Zahlen: Bitcoin notiert bei rund 74.000 Euro (<a href='https:\/\/www.coingecko.com\/en\/coins\/bitcoin\/eur'>CoinGecko<\/a>), der Hashprice hat sich von den Tiefs des ersten Quartals erholt und liegt wieder bei etwa 40 US-Dollar pro PH\/s und Tag (<a href='https:\/\/news.bitcoin.com\/mining\/difficulty-rises-hashprice-rips-22-as-bitcoin-hashrate-stalls\/'>news.bitcoin.com<\/a>), und die Mining-Schwierigkeit steht bei 132,76 Billionen (<a href='https:\/\/www.coinwarz.com\/bitcoin-difficulty'>CoinWarz<\/a>). Vor diesem Hintergrund betrachtet dieser Beitrag Bitmain, MicroBT und den dritten Herausforderer Bitdeer nicht \u00fcber Taktraten, sondern \u00fcber Restwert, Abschreibung, den Zweitmarkt und die Silizium-Lieferkette, die den Takt vorgibt.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Warum ein ASIC das am schnellsten alternde Asset im Krypto-Sektor ist<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Ein ASIC (Application-Specific Integrated Circuit) kann genau eine Sache: den SHA-256-Algorithmus berechnen, mit dem Bitcoin gesichert wird. Anders als eine Grafikkarte, die einen zweiten Fr\u00fchling im Gaming oder in einem KI-Cluster erleben kann, hat ein Bitcoin-Miner nur einen einzigen Abnehmerkreis, n\u00e4mlich andere Miner, und die rechnen alle mit derselben Formel. F\u00e4llt die Maschine aus dem Rennen, gibt es keinen Ausweichmarkt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Wertverfall folgt keiner sauberen Linie wie bei einem Auto, das pro Jahr einen festen Prozentsatz verliert. Er verl\u00e4uft in Stufen und wird von zwei Ausl\u00f6sern getrieben. Der erste ist jede neue Hardware-Generation: Sobald effizientere Maschinen ans Netz gehen, steigt die Netzwerk-Rechenleistung, die Schwierigkeit zieht nach, und der Ertrag pro Terahash sinkt f\u00fcr alle. Der zweite ist der Bitcoin-Kurs, der \u00fcber den Hashprice unmittelbar auf die Tageserl\u00f6se durchschl\u00e4gt. Beide zusammen entscheiden, wann eine Maschine ihre Stromkosten nicht mehr einspielt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Fred Thiel, CEO des b\u00f6rsennotierten Miners MARA, hat diese Logik in einem Satz zusammengefasst. Mining sei &bdquo;ein Nullsummenspiel; je mehr Kapazit\u00e4t hinzukommt, desto schwerer wird es f\u00fcr alle anderen. Die Margen schrumpfen, und der Boden sind deine Energiekosten&ldquo;, sagte er gegen\u00fcber <a href='https:\/\/coingeek.com\/block-reward-miners-cant-pivot-to-ai-fast-enough\/'>CoinGeek<\/a>. F\u00fcr den Restwert einer Maschine hei\u00dft das: Sie ist nur so lange etwas wert, wie sie oberhalb dieses Bodens arbeitet. R\u00fcckt der Boden n\u00e4her, schmilzt der Wert wie ein Eisw\u00fcrfel in der Sonne.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Drei Namen, drei Gesch\u00e4ftsmodelle: Bitmain, MicroBT und Bitdeer<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Um die Wertfrage zu verstehen, hilft ein kurzer Blick auf die drei Akteure, denn ihre Gesch\u00e4ftsmodelle unterscheiden sich st\u00e4rker als ihre Datenbl\u00e4tter. Bitmain, 2013 in Peking von Jihan Wu und Micree (Ketuan) Zhan gegr\u00fcndet, dominiert den Markt mit der Antminer-Reihe und betreibt mit Antpool zugleich einen der gr\u00f6\u00dften Mining-Pools. Bitmain verkauft also Maschinen und sch\u00fcrft selbst.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">MicroBT entstand 2016 in Shenzhen, gegr\u00fcndet von Yang Zuoxing, der bei Bitmain die Chip-Entwicklung der fr\u00fchen Antminer S7 und S9 verantwortet hatte und das Unternehmen nach einem Streit \u00fcber Beteiligungen verlie\u00df. Seine Whatsminer-Reihe ist der glaubw\u00fcrdigste Herausforderer geblieben, besonders in Nordamerika, wo Betreiber die Verarbeitungsqualit\u00e4t sch\u00e4tzen. Der Konflikt eskalierte juristisch: Bitmain reichte im April 2021 vor dem Pekinger IP-Gericht eine Klage wegen Verletzung von Gesch\u00e4ftsgeheimnissen ein (Streitwert bis zu 99 Millionen Yuan), nicht, wie gelegentlich kolportiert wird, erst 2025.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der dritte Name schlie\u00dft den Kreis. Als sich der Machtkampf zwischen Wu und Zhan 2021 aufl\u00f6ste, kaufte Zhan die Anteile der Wu-nahen Gr\u00fcndungsaktion\u00e4re zur\u00fcck und behielt Bitmain samt Antminer und Antpool; Wu erhielt die Mining-Sparte, aus der Bitdeer wurde, heute an der Nasdaq unter dem K\u00fcrzel BTDR gelistet. Bitdeer entwickelt mittlerweile mit der SEAL-Chipfamilie eigene ASICs und ist zugleich ein gro\u00dfer Selbst-Miner. Der Bruch bei Bitmain hat damit ausgerechnet den Rivalen hervorgebracht, der 2026 den Effizienzthron angreift.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Marktanteile ordnen das ein. Bitmain h\u00e4lt rund vier F\u00fcnftel des ASIC-Marktes, MicroBT liegt im niedrigen bis mittleren zweistelligen Prozentbereich, Canaan bei wenigen Prozent; zusammen kommen die drei chinesischst\u00e4mmigen Hersteller auf \u00fcber 95 Prozent (<a href='https:\/\/d-central.tech\/the-asic-miner-market-size-players-and-trends\/'>D-Central<\/a>). F\u00fcr den K\u00e4ufer bedeutet diese Konzentration zweierlei: wenig Wettbewerbsdruck auf die Preise und die unbequeme Tatsache, dass der Hersteller im Fall von Bitmain und Bitdeer zugleich Konkurrent um denselben Block-Reward ist.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Unternehmen<\/th><th>Gegr\u00fcndet<\/th><th>Kopf 2026<\/th><th>Produktlinie<\/th><th>Marktanteil (ca.)<\/th><th>Gesch\u00e4ftsmodell<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Bitmain<\/td><td>2013, Peking<\/td><td>Micree Zhan<\/td><td>Antminer und Antpool<\/td><td>rund vier F\u00fcnftel<\/td><td>Verkauf und Eigen-Mining<\/td><\/tr><tr><td>MicroBT<\/td><td>2016, Shenzhen<\/td><td>Yang Zuoxing<\/td><td>Whatsminer<\/td><td>etwa 15 Prozent<\/td><td>\u00fcberwiegend Verkauf<\/td><\/tr><tr><td>Bitdeer<\/td><td>2021 (aus Bitmain)<\/td><td>Jihan Wu<\/td><td>SEALMINER (SEAL-Chips)<\/td><td>Herausforderer<\/td><td>Verkauf und gro\u00dfes Eigen-Mining<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><h2 class='wp-block-heading'>Sub-10 J\/TH: der Sprung, der Bestandsflotten \u00fcber Nacht entwertet<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Effizienz-Grenzwert 2026 liegt knapp unter zehn Joule pro Terahash. Bitmains Antminer S23 Hydro erreicht 9,5 J\/TH bei 580 TH\/s und war die erste Serienmaschine unterhalb der Zehn-Joule-Marke; gegen\u00fcber der Vorg\u00e4ngergeneration S21 bringt der S23 rund 69 Prozent mehr Rechenleistung bei etwa 41 Prozent besserer Effizienz, wie Colin Harper bei <a href='https:\/\/www.forbes.com\/sites\/colinharper\/2025\/05\/31\/bitmain-reveals-the-antminer-s23-the-most-powerful-bitcoin-miner-ever\/'>Forbes<\/a> zum Marktstart beschrieb.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Bitdeer zog nach. Der SEALMINER A4 Ultra Hydro, seit dem 7. April 2026 im Verkauf, liefert 886 TH\/s bei 9,45 J\/TH (im Hochleistungsmodus bis zu 1.000 TH\/s) und unterbietet damit den S23 knapp, wie das Unternehmen in seiner <a href='https:\/\/ir.bitdeer.com\/news-releases\/news-release-details\/bitdeer-launches-sealminer-a4-series-bitcoin-mining-rigs'>Mitteilung<\/a> angab. MicroBT bleibt bei der Spitzeneffizienz etwas zur\u00fcck: Der luftgek\u00fchlte Whatsminer M70S arbeitet bei rund 13,5 J\/TH und 250 TH\/s, die besten Hydro-Varianten der M7x-Reihe liegen etwas darunter, und das Petahash-nahe Modell M79S liefert rund 930 TH\/s bei ebenfalls 13,5 J\/TH.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Entscheidend ist der Nebeneffekt. Jede dieser Maschinen, die ans Netz geht, hebt die Netzwerk-Rechenleistung und mit ihr die Schwierigkeit, die Ende September bei 132,76 Billionen lag und deren n\u00e4chste Anpassung Anfang Oktober erwartet wurde. Steigende Schwierigkeit senkt den Hashprice pro Terahash, und das dr\u00fcckt den Break-even-Strompreis jeder \u00e4lteren Maschine nach unten. Der Abstand ist gewaltig: Eine Maschine der neuesten Generation verdient unter identischen Netzwerkbedingungen ein Vielfaches dessen, was ein alter, luftgek\u00fchlter S19 XP noch erwirtschaftet. Wer eine Vorg\u00e4ngergeneration besitzt, sieht ihren Ertrag mit jedem ausgelieferten S23 oder A4 schrumpfen.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Modell<\/th><th>Hersteller<\/th><th>Hashrate<\/th><th>Effizienz (J\/TH)<\/th><th>K\u00fchlung<\/th><th>Marktstart<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Antminer S23 Hydro<\/td><td>Bitmain<\/td><td>580 TH\/s<\/td><td>9,5<\/td><td>Hydro<\/td><td>2026 (Serie)<\/td><\/tr><tr><td>SEALMINER A4 Ultra Hydro<\/td><td>Bitdeer<\/td><td>886 TH\/s<\/td><td>9,45<\/td><td>Hydro<\/td><td>April 2026<\/td><\/tr><tr><td>SEALMINER A4 Pro Air<\/td><td>Bitdeer<\/td><td>336 TH\/s<\/td><td>10,9<\/td><td>Luft<\/td><td>April 2026<\/td><\/tr><tr><td>Whatsminer M79S<\/td><td>MicroBT<\/td><td>rund 930 TH\/s<\/td><td>13,5<\/td><td>Hydro<\/td><td>2026<\/td><\/tr><tr><td>Whatsminer M70S<\/td><td>MicroBT<\/td><td>rund 250 TH\/s<\/td><td>13,5<\/td><td>Luft<\/td><td>Dezember 2025<\/td><\/tr><tr><td>Antminer S21 XP (Vorg\u00e4ngergen.)<\/td><td>Bitmain<\/td><td>270 TH\/s<\/td><td>13,5<\/td><td>Luft\/Hydro<\/td><td>2024<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><h2 class='wp-block-heading'>Die Abschreibungskurve: was ein Miner \u00fcber sein Leben wirklich kostet<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Wer nur auf den Anschaffungspreis schaut, untersch\u00e4tzt die eigentliche Rechnung. Der Branchenma\u00dfstab ist der Preis pro Terahash, und der sagt viel \u00fcber die Abschreibung. Laut dem <a href='https:\/\/www.theblock.co\/data\/on-chain-metrics\/bitcoin\/bitcoin-asic-price-index'>ASIC-Preisindex von The Block<\/a> sind effiziente Maschinen (unter 19 J\/TH) 2026 auf rund 15 US-Dollar pro Terahash gefallen, ein Minus von etwa 23 Prozent gegen\u00fcber den 19,49 Dollar vom Januar 2024. \u00c4ltere Maschinen jenseits von 30 J\/TH notieren nahe dem Schrottwert.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Konkret wird das an einer real durchgerechneten Flotte. Der Hashrate-Index-Test des Whatsminer M70S von Kaan Farahani modelliert 4.000 Einheiten mit rund 1 EH\/s Rechenleistung, einer Anfangsinvestition von etwa 18,8 Millionen US-Dollar (also rund 18,80 Dollar pro Terahash) und einer Amortisation in 23 bis 30 Monaten (<a href='https:\/\/hashrateindex.com\/blog\/hardware-review-microbt-whatsminer-m70s\/'>Hashrate Index<\/a>). Farahani hebt dabei die Betriebsstabilit\u00e4t und Flottenzuverl\u00e4ssigkeit hervor, zwei Eigenschaften, die weniger auf dem Datenblatt stehen, aber \u00fcber die tats\u00e4chliche Lebensdauer entscheiden.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">B\u00f6rsennotierte Miner schreiben ihre Ger\u00e4te in der Regel linear \u00fcber zwei bis vier Jahre ab, doch die wirtschaftliche Nutzungsdauer ist k\u00fcrzer und unregelm\u00e4\u00dfiger als die bilanzielle. Eine Maschine kann buchhalterisch noch Wert tragen, w\u00e4hrend sie am Markt l\u00e4ngst unter ihre Stromkosten gerutscht ist. Genau diese L\u00fccke zwischen Bilanzwert und Marktwert ist die Abschreibungsfalle: Sie \u00f6ffnet sich schlagartig, wenn eine neue Generation erscheint oder der Kurs einbricht, und sie trifft weniger effiziente Ger\u00e4te zuerst.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Effizienzklasse<\/th><th>Beispielmodell<\/th><th>Effizienz (J\/TH)<\/th><th>Preis (ca., USD\/TH)<\/th><th>Zweitmarkt<\/th><th>Rentable Restlaufzeit<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Neueste Generation (Hydro)<\/td><td>Antminer S23 \/ SEALMINER A4<\/td><td>9,45-9,5<\/td><td>Aufpreis, \u00fcber Index<\/td><td>Neuware, lange Lieferzeit<\/td><td>am l\u00e4ngsten<\/td><\/tr><tr><td>Aktuelle Generation<\/td><td>Whatsminer M70S<\/td><td>13,5<\/td><td>rund 19<\/td><td>breit, liquide<\/td><td>mehrere Jahre<\/td><\/tr><tr><td>Effizient (Indexschnitt)<\/td><td>diverse Modelle<\/td><td>unter 19<\/td><td>rund 15<\/td><td>liquide<\/td><td>Jahre, bei g\u00fcnstigem Strom<\/td><\/tr><tr><td>Mittelalt<\/td><td>S19-Klasse<\/td><td>21-30<\/td><td>einstellig<\/td><td>K\u00e4ufermarkt<\/td><td>Monate, nur bei billigem Strom<\/td><\/tr><tr><td>Alt<\/td><td>\u00e4ltere Modelle<\/td><td>\u00fcber 30<\/td><td>Schrottn\u00e4he<\/td><td>kaum Nachfrage<\/td><td>meist unrentabel<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><h2 class='wp-block-heading'>Der Zweitmarkt: wie Antminer und Whatsminer ihren Wert halten<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Restwert einer Maschine h\u00e4ngt entscheidend davon ab, wie leicht sie sich weiterverkaufen oder umziehen l\u00e4sst. Hier spielt Bitmain seine Gr\u00f6\u00dfe aus: Die enorme installierte Basis an Antminern bedeutet den tiefsten Zweitmarkt, mehr K\u00e4ufer, standardisierte Ersatzteile und schnellere Wiederverwertung. Die Kehrseite ist, dass genau dieser Markt am schnellsten \u00fcberschwemmt wird, wenn eine neue Generation erscheint und Betreiber ihre alten Ger\u00e4te gleichzeitig absto\u00dfen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">MicroBT verfolgt eine andere Wertstrategie. Whatsminer haben sich in gro\u00dfen nordamerikanischen Flotten einen Ruf f\u00fcr Robustheit und gleichm\u00e4\u00dfige Leistung erarbeitet, was ihren Wiederverkaufswert in Hosting-Umgebungen st\u00fctzt, in denen Ausfallzeiten teurer sind als ein paar Joule mehr. Colin Harper von Blockspace Media beschreibt die Marktlage insgesamt als Wechsel: Bitmain habe &bdquo;historisch die Oberhand bei den Preisverhandlungen gehabt&ldquo;, doch die nach dem Halving 2024 zusammengedr\u00fcckten Margen und die Importz\u00f6lle h\u00e4tten &bdquo;einen Verk\u00e4ufermarkt in einen K\u00e4ufermarkt verwandelt&ldquo; (<a href='https:\/\/www.forbes.com\/sites\/colinharper\/2025\/05\/31\/bitmain-reveals-the-antminer-s23-the-most-powerful-bitcoin-miner-ever\/'>Forbes<\/a>).<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Ein oft \u00fcbersehener Faktor ist die Firmware. Wie lange ein Hersteller Updates liefert und wie flexibel sich eine Maschine unter- oder \u00fcbertakten l\u00e4sst, entscheidet \u00fcber ihr zweites Leben an g\u00fcnstigerem Strom. Drittanbieter-Firmware wie LuxOS oder Braiins kann die Nutzungsdauer verl\u00e4ngern, indem sie das Effizienzprofil an schwankende Strompreise anpasst. Wer gebraucht kauft, kauft jedoch immer auch die Abschreibung des Vorbesitzers mit, plus eine k\u00fcrzere Restlaufzeit; das rechnet sich nur bei sehr billigem Strom und kurzem Anlagehorizont.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Break-even und die Klippe: ab wann eine Maschine nur noch Strom frisst<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die harte Grenze im Mining ist der Break-even-Strompreis, also der Punkt, an dem die Tageserl\u00f6se gerade die Stromrechnung decken. Er l\u00e4sst sich einfach sch\u00e4tzen: Break-even in Dollar pro Kilowattstunde entspricht dem Hashprice geteilt durch das Produkt aus 24 und der Effizienz in Joule pro Terahash. Bei einem Hashprice von rund 40 Dollar ergibt das f\u00fcr eine 9,5-J\/TH-Maschine etwa 0,15 Euro, f\u00fcr 13,5 J\/TH rund 0,11 Euro und f\u00fcr ein altes 30-J\/TH-Ger\u00e4t nur noch etwa 0,05 Euro pro Kilowattstunde (umgerechnet bei einem Wechselkurs von rund 1,14 Dollar je Euro).<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Effizienz (J\/TH)<\/th><th>Break-even-Strompreis (EUR\/kWh, ca.)<\/th><th>Einordnung<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>9,5<\/td><td>0,15<\/td><td>Neueste Generation, gr\u00f6\u00dfter Puffer<\/td><\/tr><tr><td>12,5<\/td><td>0,12<\/td><td>Bestes Hydro-Modell der M7x-Reihe<\/td><\/tr><tr><td>13,5<\/td><td>0,11<\/td><td>Aktuelle Luftk\u00fchlung (M70S)<\/td><\/tr><tr><td>18,5<\/td><td>0,08<\/td><td>Auslaufende Generation<\/td><\/tr><tr><td>21,5<\/td><td>0,07<\/td><td>Alt, nur mit Industriestrom<\/td><\/tr><tr><td>30<\/td><td>0,05<\/td><td>Nahe Schrottwert<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr deutsche Verh\u00e4ltnisse ist das ern\u00fcchternd. Haushaltsstrom liegt oft bei 30 Cent und mehr je Kilowattstunde, also weit \u00fcber dem Break-even selbst der effizientesten Maschine. Rentabel wird Mining hierzulande nur mit Industrie- oder Direktliefervertr\u00e4gen deutlich unter zehn Cent, mit abgeregeltem \u00dcberschussstrom aus Wind und Solar oder \u00fcber die W\u00e4rmer\u00fcckgewinnung, bei der die Abw\u00e4rme Gew\u00e4chsh\u00e4user, Schwimmb\u00e4der oder Nahw\u00e4rmenetze speist.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Klippe ist der eigentliche Motor der Stufen-Abschreibung. Solange eine Maschine oberhalb ihres Break-even arbeitet, hat sie einen Marktwert; f\u00e4llt sie darunter, kollabiert er in Richtung Schrott- oder Umzugswert. Thiels Beobachtung, dass am Ende die Energiekosten der Boden sind, ist deshalb keine Binsenweisheit, sondern die Formel, nach der jeder Restwert berechnet wird. Wer \u00fcber der Kostenkurve bleibt, \u00fcberlebt jede Marktbereinigung; wer darunter rutscht, verkauft in einen Markt voller anderer Verk\u00e4ufer.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Der wahre Taktgeber: TSMC, die 3-Nanometer-Knappheit und der KI-Hunger<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die vielleicht wichtigste Erkenntnis f\u00fcr die Wertfrage ist, dass weder Bitmain noch MicroBT noch Bitdeer ihre eigenen Chips fertigen. Alle drei sind fabless: Sie entwerfen ASICs und lassen sie bei Auftragsfertigern produzieren, allen voran bei TSMC in Taiwan, teils bei Samsung. Das Tempo, mit dem die Effizienz von Generation zu Generation steigt, h\u00e4ngt damit an der Verf\u00fcgbarkeit modernster Fertigungsknoten, und um genau die konkurrieren die Miner mit einem sehr viel zahlungskr\u00e4ftigeren Kunden.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der KI-Boom hat die Priorit\u00e4ten in den Fabriken verschoben. TSMCs 3-Nanometer-Kapazit\u00e4t soll bis Ende 2026 auf rund 180.000 Wafer pro Monat steigen, ein Plus von \u00fcber 40 Prozent gegen\u00fcber dem Vorjahr, getrieben von der KI-Nachfrage (<a href='https:\/\/www.trendforce.com\/news\/2026\/04\/27\/news-tsmc-3nm-monthly-capacity-may-hit-180k-wafers-by-2026-up-over-40-yoy-on-ai-demand\/'>TrendForce<\/a>). Die 3-nm- und die neuen 2-nm-Linien sind bis Jahresende ausgebucht, ein einzelner Gro\u00dfkunde soll rund 60 Prozent der Zuteilung halten, und die Lieferzeiten haben sich auf \u00fcber 50 Wochen gedehnt. Diese Konkurrenz um Wafer ist derselbe Sog, der den Bedarf an <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/verifiable-compute-2026-trilemma-beweisbare-ki\/'>beweisbarer KI-Rechenleistung<\/a> antreibt und der auch die Rechenzentren der Miner selbst umbaut.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr den ASIC-K\u00e4ufer hat das zwei Folgen. Erstens bleiben die Preise f\u00fcr neue Maschinen strukturell hoch, weil die Hersteller teure Fertigungskapazit\u00e4t teuer bezahlen m\u00fcssen. Zweitens werden die Effizienzspr\u00fcnge kleiner: Der Weg von 13,5 auf 9,5 J\/TH nutzte den Wechsel auf modernere Knoten, doch jeder weitere Schritt unter neun Joule wird schwieriger und kostspieliger, weil die Physik der Transistoren an Grenzen st\u00f6\u00dft. Paradoxerweise k\u00f6nnte gerade das den Restwert heutiger Sub-10-Maschinen st\u00fctzen: Wenn die Tretm\u00fchle langsamer l\u00e4uft, altern die aktuellen Spitzenmodelle langsamer.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Wenn der Hersteller selbst sch\u00fcrft: der Interessenkonflikt<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Faktor, den Datenbl\u00e4tter nie zeigen, ist die Doppelrolle der Hersteller. Bitmain betreibt mit Antpool einen der gr\u00f6\u00dften Mining-Pools und sch\u00fcrft f\u00fcr eigene Rechnung; Bitdeer ist einer der gr\u00f6\u00dften Selbst-Miner \u00fcberhaupt und testet neue SEAL-Chips zuerst in der eigenen Flotte. MicroBT tritt dagegen st\u00e4rker als reiner Ausr\u00fcster auf. Diese Unterschiede sind f\u00fcr den K\u00e4ufer nicht akademisch.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn der Lieferant zugleich Konkurrent um denselben Block-Reward ist, wird das Timing zur Wertfrage. Die Branche diskutiert seit Jahren, ob Hersteller die effizientesten Maschinen zun\u00e4chst selbst einsetzen und erst die vorherige Generation breit verkaufen. F\u00fcr den externen K\u00e4ufer bedeutet schon ein Vorsprung von wenigen Monaten beim Zugang zur neuesten Generation einen messbaren Unterschied bei Ertrag und Wiederverkaufsfenster, denn er startet die Abschreibungsuhr sp\u00e4ter oder fr\u00fcher als der Hersteller selbst.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Deshalb achten professionelle Betreiber nicht nur auf Spezifikationen, sondern auf Liefertermine, Chargengr\u00f6\u00dfen und darauf, ob ein Hersteller seine eigene Kapazit\u00e4t ausbaut, w\u00e4hrend er verkauft. Ein reiner Ausr\u00fcster wie MicroBT hat hier einen Vertrauensvorteil, den man gegen Bitmains technologische Spitze und Bitdeers Effizienzrekord abw\u00e4gen muss. Wer \u00fcber Restwerte nachdenkt, kauft nicht nur eine Maschine, sondern auch die Anreizstruktur ihres Herstellers mit.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Z\u00f6lle, Sophgo und das Entity-List-Risiko als Restwert-Faktor<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Geopolitik schl\u00e4gt direkt auf den Restwert durch, weil sie bestimmt, wo eine Maschine legal und g\u00fcnstig weiterbetrieben werden kann. Seit August 2025 belegen die USA in S\u00fcdostasien (Indonesien, Malaysia, Thailand) montierte Rigs mit einem Gesamtzoll von rund 21,6 Prozent, w\u00e4hrend Ware chinesischen Ursprungs auf bis zu etwa 57,6 Prozent gestapelter Abgaben kommt (<a href='https:\/\/www.theblock.co\/post\/365793'>The Block<\/a>). Ethan Vera, COO des Mining-Dienstleisters Luxor, brachte die Folge auf den Punkt: &bdquo;Bei 21,6 Prozent Z\u00f6llen sind die USA nun eine der am wenigsten wettbewerbsf\u00e4higen Regionen, um Maschinen einzuf\u00fchren.&ldquo; Eine Maschine, deren zollg\u00fcnstige Zielm\u00e4rkte schrumpfen, verliert an Wiederverkaufswert.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Hinzu kommt ein exportrechtliches Risiko, das speziell Bitmain betrifft. Der Bitmain-nahe Chipentwickler Sophgo landete im Januar 2025 auf der Entity List des US-Handelsministeriums, nachdem ein bei TSMC gefertigter Chip, der einem Sophgo-Design entsprach, in Huaweis KI-Prozessor Ascend 910B aufgetaucht war; Sophgo bestritt jede Gesch\u00e4ftsbeziehung zu Huawei (<a href='https:\/\/www.scmp.com\/tech\/tech-war\/article\/3291814\/us-plans-blacklist-company-ordered-tsmc-chip-found-huawei-processor-source-says'>South China Morning Post<\/a>). Die Listung verbietet keine Antminer, zeigt aber, wie exponiert Bitmains Ambitionen im KI-Chipgesch\u00e4ft gegen\u00fcber Exportkontrollen sind, ein Risiko, das die Markenst\u00e4rke und damit den Restwert langfristig belasten kann.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Als Reaktion verlagern die Hersteller Endmontage in die USA und nach S\u00fcdostasien, doch Montage ist nicht gleich Fertigung: Die eigentlichen Chips kommen weiter aus Taiwan und S\u00fcdkorea, sodass TSMC ein einzelner Ausfallpunkt f\u00fcr die ganze Branche bleibt. Wie die US-Aufsicht dieses Feld nach dem Scheitern der j\u00fcngsten Krypto-Gesetzgebung ordnet, ist ein eigenes Kapitel, das wir in unserer Analyse zur <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/cftc-statt-sec-krypto-aufsicht-clarity-aus-2026\/'>amerikanischen Krypto-Aufsicht nach dem CLARITY-Aus<\/a> aufgeschl\u00fcsselt haben.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Die Bilanz-Perspektive: wenn Hardware wie Bitcoin abgeschrieben wird<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr b\u00f6rsennotierte Miner ist die Abschreibungsfalle l\u00e4ngst in den Quartalszahlen sichtbar. Sie tragen ihre Ger\u00e4teflotten zu Anschaffungskosten und m\u00fcssen sie abwerten, wenn die Wirtschaftlichkeit kippt, \u00e4hnlich wie sie ihre Bitcoin-Best\u00e4nde zum Marktwert bewerten und bei Kursr\u00fcckg\u00e4ngen Milliarden abschreiben. Nach jedem gro\u00dfen Effizienzsprung folgt so eine Welle von Hardware-Wertberichtigungen, die das Ergebnis genauso belasten kann wie ein Kurssturz.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Zugleich hat sich der Ma\u00dfstab verschoben, an dem der Markt Miner misst. Nicht mehr allein der Bitcoin-Kurs, sondern die Kapitalkosten bestimmen die Bewertungen, seit die Zinsen gestiegen sind. Eine Maschine ist eine zu sechs bis neun Prozent finanzierte Wette, die sich amortisieren muss, bevor die Tretm\u00fchle sie \u00fcberholt; steigen die Finanzierungskosten, sinkt der Barwert dieser k\u00fcnftigen Ertr\u00e4ge. Wie stark dieser Perspektivwechsel die Branche pr\u00e4gt, zeigt der Vergleich der beiden gr\u00f6\u00dften US-Miner in unserer Analyse <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/marathon-vs-riot-zins-neuer-hashprice-2026\/'>Marathon vs. Riot: der Zins ist der neue Hashprice<\/a>.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Aus dieser Perspektive verwandelt sich die Frage &bdquo;welche Maschine&ldquo; in &bdquo;welche Maschine \u00fcberlebt ihren eigenen Abschreibungsplan&ldquo;. Ein Ger\u00e4t, das seine Anschaffungskosten in 24 Monaten einspielt, vertr\u00e4gt einen sp\u00e4teren Effizienzsprung; eines, das daf\u00fcr 40 Monate braucht, wird von der n\u00e4chsten Generation eingeholt, bevor es sich rechnet. Die Kapitalrechnung, nicht das Datenblatt, entscheidet.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Preis, Kurs, Restwert: warum der Bitcoin-Kurs die Abschreibung steuert<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Bitcoin-Kurs ist der zweite gro\u00dfe Hebel des Wertverfalls, und er wirkt in beide Richtungen. \u00dcber den Hashprice \u00fcbersetzt sich jede Kursbewegung fast unmittelbar in Tageserl\u00f6se und damit in den Marktwert der Hardware. Im ersten Quartal 2026 fiel der Hashprice auf ein Mehrjahrestief und zog danach wieder auf rund 40 Dollar an; die Rig-Preise folgten dieser Bewegung und die rentablen Laufzeiten verl\u00e4ngerten sich mit der Erholung.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Damit ist der Restwert eines Miners im Kern eine gehebelte Wette auf Bitcoin. Ein Rig \u00e4hnelt einer Kaufoption auf den Hashprice: Steigt der Kurs, w\u00e4chst der Wert \u00fcberproportional, weil mehr alte Maschinen wieder \u00fcber ihren Break-even rutschen; f\u00e4llt er, beschleunigt sich die Abschreibung, und der Zweitmarkt f\u00fcllt sich mit Verk\u00e4ufern. Der Einstiegszeitpunkt entscheidet deshalb \u00fcber die halbe Rendite: Wer Hardware nahe einem Hashprice-Tief kauft, zahlt wenig und hat Aufw\u00e4rtspotenzial; wer nahe einem Hoch kauft, tr\u00e4gt das volle Abschreibungsrisiko.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Wie sich Kursniveaus, makro\u00f6konomische Signale und die Geldpolitik der Fed auf Bitcoin auswirken, lesen wir im Detail in unserer laufenden Betrachtung der <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/bitcoin-price-action-kurs-lesen-fed-2026\/'>Bitcoin Price Action<\/a>. F\u00fcr die Hardwarefrage gen\u00fcgt die Faustregel: Wer die Abschreibung eines Miners verstehen will, muss zuerst eine Meinung zum Kurs haben, denn der Kurs schreibt die Maschine ab, nicht die Zeit.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Was das f\u00fcr Miner in Deutschland und der EU bedeutet<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr deutsche und europ\u00e4ische Interessenten verschiebt der hohe Strompreis die gesamte Rechnung. Bei Haushaltstarifen jenseits von 30 Cent je Kilowattstunde liegt praktisch jede Generation unter Wasser, unabh\u00e4ngig von der Marke. Wirtschaftlich wird Mining nur in Nischen: mit industriellen Direktliefervertr\u00e4gen, abgeregeltem Erneuerbaren-Strom, der sonst verpufft, oder mit konsequenter W\u00e4rmenutzung. In diesen F\u00e4llen z\u00e4hlt jedes Joule doppelt, weshalb sich die Aufpreise f\u00fcr Sub-10-Maschinen eher rechtfertigen lassen als anderswo.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Regulatorisch ist das Sch\u00fcrfen selbst in Deutschland keine erlaubnispflichtige Finanzdienstleistung; die BaFin und der EU-Rahmen MiCA regulieren Krypto-Dienstleister und Emittenten, nicht das Betreiben von Hardware (<a href='https:\/\/www.bafin.de\/SharedDocs\/Veroeffentlichungen\/DE\/Merkblatt\/mb_250103_Kryptowerte_Dienstl.html'>BaFin-Merkblatt<\/a>). Wer allerdings Hosting, die Verwahrung der gesch\u00fcrften Coins oder deren Tausch als Dienstleistung anbietet, kann sehr wohl unter die MiCA-Pflichten fallen. Die breitere europ\u00e4ische Debatte um digitales Geld und Aufsicht haben wir in unserem Beitrag zum <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/digitaler-euro-mica-2026-europas-digitales-geld\/'>digitalen Euro und MiCA<\/a> eingeordnet.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Praktisch hei\u00dft das f\u00fcr den Kauf in Deutschland: Neuware der neuesten Generation lohnt nur mit einem gesicherten, sehr g\u00fcnstigen Stromvertrag oder einem Hosting-Platz; gebrauchte Vorg\u00e4ngergenerationen sind bei Netzstrompreisen eine Falle; und wer im Ausland hosten l\u00e4sst, sollte Z\u00f6lle, Wiederverkaufsm\u00e4rkte und Restwerte in die Standortwahl einrechnen, nicht nur den Strompreis.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Kaufentscheidung 2026: ein Rahmen jenseits des Datenblatts<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Aus alldem ergibt sich ein Entscheidungsrahmen, der die Effizienz zwar ber\u00fccksichtigt, aber nicht verabsolutiert. Sechs Fragen entscheiden \u00fcber den tats\u00e4chlichen Wert einer Maschine \u00fcber ihr Leben:<\/p><ul class='wp-block-list'><li>Restwert und Zweitmarkt: Wie liquide l\u00e4sst sich das Modell weiterverkaufen oder umziehen? Antminer bieten den tiefsten Markt, Whatsminer punkten mit Zuverl\u00e4ssigkeit.<\/li><li>Stromlaufbahn: Liegt der eigene Strompreis mit Puffer unter dem Break-even des Modells, auch nach dem n\u00e4chsten Effizienzsprung?<\/li><li>Zoll- und Standortrisiko: Wo ist die Maschine montiert, und in welchen M\u00e4rkten bleibt sie zollg\u00fcnstig einsetzbar?<\/li><li>Firmware-Horizont: Wie lange liefert der Hersteller Updates, und l\u00e4sst sich das Ger\u00e4t flexibel takten?<\/li><li>Einstiegszeitpunkt: Wird nahe einem Hashprice-Tief oder nahe einem Hoch gekauft?<\/li><li>Herstelleranreiz: Ist der Lieferant zugleich Konkurrent, und wie zuverl\u00e4ssig sind seine Liefertermine?<\/li><\/ul><p class=\"wp-block-paragraph\">Daraus lassen sich klare Szenarien ableiten. Wer sehr g\u00fcnstigen, abregelbaren Strom und einen langen Horizont hat, kann mit einer stark rabattierten Maschine der mittleren Generation gut fahren, weil deren niedriger Anschaffungspreis die schlechtere Effizienz ausgleicht. Wer \u00fcber Hosting oder netznahen Strom mit knapper Marge arbeitet, sollte ausschlie\u00dflich zur neuesten Sub-10-Generation greifen, weil nur ihr Puffer die n\u00e4chste Schwierigkeitswelle \u00fcbersteht. Und wer nur Haushaltsstrom hat, kauft besser gar keine Maschine, sondern gewinnt Bitcoin-Engagement \u00fcber andere Wege.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Ausblick: vom Duopol zum Dreikampf, die Tretm\u00fchle bleibt<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Der SEALMINER A4 macht 2026 aus dem Zweikampf einen Dreikampf, und die Ironie ist perfekt: Der Bruch, der Bitmain 2021 spaltete, hat mit Bitdeer ausgerechnet den Rivalen hervorgebracht, der den Effizienzrekord h\u00e4lt. MicroBT bleibt der verl\u00e4ssliche Dritte im Bunde, der weniger \u00fcber Spitzenwerte als \u00fcber Robustheit gewinnt. F\u00fcr K\u00e4ufer ist mehr Wettbewerb eine gute Nachricht, denn er h\u00e4lt die Preise im Zaum und erweitert die Auswahl.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Zugleich ver\u00e4ndert sich die Physik des Rennens. Die gro\u00dfen Effizienzspr\u00fcnge werden kleiner, weil die n\u00e4chsten Fertigungsknoten teurer und schwerer verf\u00fcgbar sind und die KI-Nachfrage die besten Wafer bindet. Das bedeutet strukturell h\u00f6here Rig-Preise und l\u00e4ngere Lieferzeiten, aber auch, dass die heutigen Sub-10-Maschinen ihren Spitzenplatz l\u00e4nger halten k\u00f6nnten als ihre Vorg\u00e4nger. Eine langsamere Tretm\u00fchle entwertet den Bestand langsamer.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Am Ende gewinnt weder allein das effizienteste Silizium noch die bekannteste Marke, sondern die Kombination aus niedriger Joule-Zahl, tiefem Zweitmarkt und geringem geopolitischen Ballast. Bitmain, MicroBT und Bitdeer bedienen diese drei St\u00e4rken unterschiedlich, und genau deshalb bleibt die Antwort auf die Frage, wer seinen Wert langsamer verliert, eine Frage des eigenen Stromvertrags, Standorts und Zeithorizonts, nicht des Datenblatts allein.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Frequently Asked Questions<\/h2><h3 class='wp-block-heading'>Was ist besser, Bitmain oder MicroBT?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Das h\u00e4ngt vom Ziel ab. Bitmain f\u00fchrt bei der Spitzeneffizienz und bietet mit der gro\u00dfen installierten Basis den tiefsten Zweitmarkt, was den Wiederverkauf erleichtert. MicroBT gilt in gro\u00dfen Flotten als besonders robust und betriebsstabil, was bei Hosting mit knappen Margen z\u00e4hlt. Seit 2026 h\u00e4lt zudem Bitdeer mit dem SEALMINER A4 den Effizienzrekord, sodass aus dem Duell faktisch ein Dreikampf geworden ist.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Wie schnell verliert ein ASIC-Miner an Wert?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Schnell und in Stufen. Effiziente Maschinen sind 2026 auf rund 15 US-Dollar pro Terahash gefallen, fast ein Viertel unter dem Niveau von Anfang 2024. Jede neue Generation und jeder Kursr\u00fcckgang bewerten den Bestand neu, und weniger effiziente Ger\u00e4te trifft es zuerst. Die wirtschaftliche Nutzungsdauer liegt oft bei zwei bis vier Jahren, bei ineffizienten Modellen deutlich k\u00fcrzer.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Lohnt sich Bitcoin-Mining in Deutschland 2026?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Bei Haushaltsstrompreisen von 30 Cent und mehr je Kilowattstunde in der Regel nicht, denn schon eine hocheffiziente Maschine erreicht ihren Break-even bei rund 15 Cent. Wirtschaftlich wird es nur mit sehr g\u00fcnstigem Industrie- oder \u00dcberschussstrom deutlich unter zehn Cent oder \u00fcber die Nutzung der Abw\u00e4rme. F\u00fcr die meisten Privatpersonen ist der direkte Kauf von Bitcoin der einfachere Weg.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Sollte man einen gebrauchten Miner kaufen?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Nur mit sehr g\u00fcnstigem Strom und einem kurzen Zeithorizont. Wer gebraucht kauft, \u00fcbernimmt die Abschreibung des Vorbesitzers und eine k\u00fcrzere Restlaufzeit. Alte Maschinen jenseits von 30 Joule pro Terahash liegen nahe dem Schrottwert und lohnen sich nur, wenn der Strom fast nichts kostet.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Warum sind Mining-Rigs 2026 so teuer und knapp?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Weil die Miner um dieselben modernsten Chips konkurrieren wie die KI-Branche. Bei TSMC sind die 3-Nanometer- und 2-Nanometer-Linien bis Jahresende ausgebucht, ein einzelner Gro\u00dfkunde h\u00e4lt einen Gro\u00dfteil der Kapazit\u00e4t, und die Lieferzeiten liegen bei \u00fcber 50 Wochen. Diese Knappheit h\u00e4lt die Preise f\u00fcr neue Maschinen strukturell hoch.<\/p><script type=\"application\/ld+json\">{\"@context\":\"https:\/\/schema.org\",\"@type\":\"FAQPage\",\"mainEntity\":[{\"@type\":\"Question\",\"name\":\"Was ist besser, Bitmain oder MicroBT?\",\"acceptedAnswer\":{\"@type\":\"Answer\",\"text\":\"Das h\u00e4ngt vom Ziel ab. 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