{"id":630,"date":"2026-09-26T10:24:56","date_gmt":"2026-09-26T10:24:56","guid":{"rendered":"https:\/\/hoge.gg\/de\/bitcoin-options-verfall-echte-rally-short-squeeze-2026\/"},"modified":"2026-09-26T10:24:56","modified_gmt":"2026-09-26T10:24:56","slug":"bitcoin-options-verfall-echte-rally-short-squeeze-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hoge.gg\/de\/bitcoin-options-verfall-echte-rally-short-squeeze-2026\/","title":{"rendered":"Bitcoin nach dem Options-Verfall: echte Rally oder Short Squeeze?"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Am Morgen des 26. September wachte der Bitcoin-Markt in einer ungewohnten Lage auf. Einen Tag zuvor, am 25. September um 08:00 Uhr UTC, verfielen Optionen im Nennwert von rund 15,9 Milliarden US-Dollar auf der B\u00f6rse Deribit, einer der gr\u00f6\u00dften Quartalsverf\u00e4lle des Jahres. Der Kurs war zuvor auf ein Achtmonatshoch geklettert, getragen auch von einem mechanischen R\u00fcckenwind, der mit dem Verfall verschwindet. Nun muss sich zeigen, worauf die Rally wirklich steht.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Bitcoin notierte am Freitagmorgen bei rund 84.000 US-Dollar, umgerechnet etwa 73.800 Euro, nachdem die Notierung Anfang der Woche bis auf gut 87.000 US-Dollar gestiegen war. F\u00fcr Anlegerinnen und Anleger stellt sich damit die Frage, die jede Erholung nach einem gro\u00dfen Verfall begleitet: War das eine echte Rally, getragen von neuer Nachfrage, oder nur ein Short Squeeze und ein Hedging-Effekt, der jetzt in sich zusammenf\u00e4llt?<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Dieser Beitrag ordnet die Lage ein und erkl\u00e4rt zugleich das Handwerkszeug dahinter: wie ein Quartalsverfall funktioniert, warum die 15,9-Milliarden-Zahl kleiner ist, als sie klingt, was Dealer-Hedging mit dem Kurs macht und woran man eine belastbare Rally von einer mechanischen unterscheidet. Es ist eine Momentaufnahme eines volatilen Marktes, keine Anlageberatung.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Der Markt am Morgen danach: die nackten Zahlen<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Vor jeder Interpretation steht die Bestandsaufnahme. Laut <a href='https:\/\/www.coindesk.com\/price\/bitcoin'>CoinDesk<\/a> handelte Bitcoin am 26. September in einer engen Spanne zwischen rund 83.200 und 85.200 US-Dollar, die Marktkapitalisierung lag bei knapp 1,69 Billionen US-Dollar. Das Wochenhoch vom 21. September bei 87.381 US-Dollar (etwa 75.500 Euro) war das h\u00f6chste Niveau seit acht Monaten, das erste Mal seit Januar, dass der Kurs so weit oben stand. Von dort ging es bis zum Wochenende leicht zur\u00fcck.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Wichtig f\u00fcr die Einordnung: Trotz der Rally steht Bitcoin weiterhin rund ein Drittel unter seinem Rekordhoch von 126.198 US-Dollar, das am 6. Oktober 2025 markiert wurde. Der Aufschwung im September war also eine Erholung innerhalb eines noch jungen Aufw\u00e4rtstrends, keine R\u00fcckkehr zu alten H\u00f6chstst\u00e4nden. Die Bitcoin-Dominanz, der Anteil von Bitcoin an der gesamten Kryptomarktkapitalisierung, verharrte bei rund 57 Prozent; das gro\u00dfe Kapital rotierte noch nicht in Altcoins.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Kennzahl<\/th><th>Stand 26. September 2026<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Bitcoin-Kurs<\/td><td>rund 84.000 US-Dollar (ca. 73.800 Euro)<\/td><\/tr><tr><td>Marktkapitalisierung<\/td><td>rund 1,69 Billionen US-Dollar<\/td><\/tr><tr><td>24-Stunden-Spanne<\/td><td>83.230 bis 85.208 US-Dollar<\/td><\/tr><tr><td>Achtmonatshoch (21. September)<\/td><td>87.381 US-Dollar (ca. 75.500 Euro)<\/td><\/tr><tr><td>Abstand zum Rekordhoch<\/td><td>rund 33 Prozent unter 126.198 US-Dollar (6. Oktober 2025)<\/td><\/tr><tr><td>Bitcoin-Dominanz<\/td><td>rund 57 Prozent<\/td><\/tr><tr><td>EUR\/USD-Wechselkurs<\/td><td>rund 1,139 (Zwei-Monats-Tief des Euro)<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><figcaption class='wp-block-table__figcaption'>Marktschnappschuss; Kurse sind volatil und beziehen sich auf den Vormittag des 26. September 2026.<\/figcaption><\/figure><h2 class='wp-block-heading'>Was am 25. September verfiel: Anatomie eines Quartalsverfalls<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Quartalsverfall ist der Termin, an dem die viertelj\u00e4hrlich laufenden Optionskontrakte gleichzeitig auslaufen. Weil ein gro\u00dfer Teil des Bitcoin-Optionshandels \u00fcber Deribit l\u00e4uft, b\u00fcndelt dieser Termin viel Positionierung auf einen Schlag. Am 25. September verfielen laut <a href='https:\/\/www.coindesk.com\/markets\/2026\/09\/23\/bitcoin-s-usd16-billion-quarterly-options-settlement-arrives-with-a-call-heavy-book'>CoinDesk<\/a> Bitcoin-Optionen im Nennwert von rund 15,9 Milliarden US-Dollar, dazu Ethereum-Optionen \u00fcber etwa 2,1 Milliarden. Das entsprach rund 37 Prozent des gesamten offenen Interesses von etwa 43,5 Milliarden US-Dollar an der B\u00f6rse, also mehr als ein Drittel aller offenen Kontrakte.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Warum gerade der Quartalstermin so viel Gewicht hat, liegt an der Struktur des Marktes. Neben t\u00e4glichen und w\u00f6chentlichen Optionen b\u00fcndeln die viertelj\u00e4hrlichen Kontrakte die langfristige Positionierung gro\u00dfer Adressen, von Fonds \u00fcber Handelsh\u00e4user bis zu verm\u00f6genden Privatpersonen. L\u00e4uft ein solcher Termin aus, m\u00fcssen viele Marktteilnehmer entscheiden, ob sie ihre Wetten auf den n\u00e4chsten Quartalskontrakt verschieben, den sogenannten Rollover, oder ganz aussteigen. Dieser \u00dcbergang ver\u00e4ndert die Positionierung der H\u00e4ndler auf einen Schlag und ist deshalb oft mit erh\u00f6hter Schwankung in den Stunden rund um den Verfall verbunden. Je st\u00e4rker das offene Interesse auf wenige Aus\u00fcbungspreise konzentriert ist, desto gr\u00f6\u00dfer der Effekt, weil die Absicherungsgesch\u00e4fte an diesen Marken geh\u00e4uft auftreten.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Zwei Kennzahlen pr\u00e4gen die Lesart. Das Put\/Call-Verh\u00e4ltnis lag bei 0,69, das hei\u00dft, auf jede Verkaufsoption (Put) kamen deutlich mehr Kaufoptionen (Call); der Markt war also \u00fcberwiegend auf steigende Kurse gesetzt. Der Nennwert der Calls betrug rund 9,4 Milliarden US-Dollar, von denen etwa 55 Prozent im Geld lagen, ihr Aus\u00fcbungspreis also unter dem Marktkurs. Der sogenannte Max Pain, der Kurs, bei dem in Summe die meisten Optionen wertlos verfallen und die K\u00e4ufer den gr\u00f6\u00dften Verlust erleiden, lag bei 75.000 US-Dollar (etwa 65.900 Euro). Die Theorie besagt, dass Kurse zum Verfall hin manchmal zu diesem Punkt tendieren; es ist eine Faustregel, kein Naturgesetz.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Luuk Strijers, Chef von Deribit, bezeichnete den Termin als &bdquo;einen der gr\u00f6\u00dften des Jahres&ldquo; und betonte, das September-Buch sei &bdquo;call-lastig&ldquo; geblieben. Sein Kollege Jean-David P\u00e9quignot, Chief Commercial Officer der B\u00f6rse, verwies auf eine dichte Staffelung von Puts zwischen 60.000 und 75.000 US-Dollar, die eine Art &bdquo;mehrschichtigen Unterst\u00fctzungsboden&ldquo; bilde. Anders gesagt: Nach oben lagen die gro\u00dfen Wetten bei 85.000 bis 100.000 US-Dollar, nach unten sollte ein Netz aus Puts den Fall bremsen.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Kennzahl zum Verfall (25. September)<\/th><th>Wert<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Verfallendes Volumen (Bitcoin)<\/td><td>rund 15,9 Milliarden US-Dollar<\/td><\/tr><tr><td>Zus\u00e4tzlich Ethereum-Optionen<\/td><td>rund 2,1 Milliarden US-Dollar<\/td><\/tr><tr><td>Anteil am offenen Interesse<\/td><td>rund 37 Prozent (von ca. 43,5 Mrd. US-Dollar)<\/td><\/tr><tr><td>Put\/Call-Verh\u00e4ltnis<\/td><td>0,69 (mehr Calls als Puts)<\/td><\/tr><tr><td>Nennwert der Calls<\/td><td>rund 9,4 Milliarden US-Dollar<\/td><\/tr><tr><td>Anteil der Calls im Geld<\/td><td>rund 55 Prozent<\/td><\/tr><tr><td>Max Pain<\/td><td>75.000 US-Dollar (ca. 65.900 Euro)<\/td><\/tr><tr><td>Konzentrierte Call-Strikes<\/td><td>85.000 bis 100.000 US-Dollar<\/td><\/tr><tr><td>Put-Unterst\u00fctzung<\/td><td>60.000 bis 75.000 US-Dollar<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><figcaption class='wp-block-table__figcaption'>Struktur des Deribit-Quartalsverfalls laut CoinDesk.<\/figcaption><\/figure><h2 class='wp-block-heading'>Warum 16 Milliarden Dollar kleiner sind, als sie klingen<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Zahl 15,9 Milliarden macht Schlagzeilen, aber sie beschreibt den Nennwert der auslaufenden Kontrakte, nicht das Geld, das den Besitzer wechselt. Wie ein Beitrag von <a href='https:\/\/crypto.news\/billions-in-bitcoin-options-expired-today-what-actually-changed-hands\/'>crypto.news<\/a> n\u00fcchtern feststellt, muss man drei Dinge trennen: das offene Interesse (alle offenen Positionen), den inneren Wert (nur der Betrag, um den Optionen im Geld liegen) und den tats\u00e4chlichen Zahlungsstrom bei Abrechnung.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Nur rund ein Drittel des gesamten Buchs lag \u00fcberhaupt im Geld; der gro\u00dfe Rest verfiel wertlos und l\u00f6st keinerlei Zahlung aus. Wer eine Call-Option mit Aus\u00fcbungspreis 100.000 US-Dollar h\u00e4lt, w\u00e4hrend Bitcoin bei 84.000 notiert, bekommt nichts. Hinzu kommt, dass professionelle Marktteilnehmer ihre Positionen laufend absichern. Die Gewinne und Verluste sind zum Verfallszeitpunkt also l\u00e4ngst gro\u00dfteils verrechnet. Der eigentliche Abrechnungsmoment bewegt den Kurs deshalb selten so heftig, wie die Milliardenzahl suggeriert. Wichtiger als der Knalleffekt am Verfallstag ist, was mit den Absicherungsgesch\u00e4ften in den Tagen davor und danach passiert.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Ein anschauliches Beispiel macht den Unterschied greifbar: Der Nennwert einer Position sagt nichts \u00fcber ihren tats\u00e4chlichen Gewinn oder Verlust aus. Ein Fonds, der Calls im Nennwert von einer Milliarde US-Dollar h\u00e4lt, aber nur eine kleine Kursbewegung eingefangen hat, realisiert nur einen Bruchteil dieser Summe. Der Rest ist Buchgr\u00f6\u00dfe, keine Zahlung. Genau deshalb ist die Schlagzeilenzahl vor allem ein Ma\u00df f\u00fcr Aktivit\u00e4t und Positionierung, nicht f\u00fcr Kapital, das am Verfallstag wirklich den Besitzer wechselt. Wer den Verfall verstehen will, schaut auf die Absicherungsstr\u00f6me in den Tagen um den Termin, nicht auf die eindrucksvolle Nennwertsumme in der \u00dcberschrift. Diese Unterscheidung trennt n\u00fcchterne Marktanalyse von Panikmache.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Dealer-Hedging: der mechanische R\u00fcckenwind, der jetzt fehlt<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Hier liegt der Kern der Geschichte. Wenn Privatanleger und Fonds massenhaft Call-Optionen kaufen, stehen auf der anderen Seite die Market Maker, die diese Calls verkaufen. Sie sind damit &bdquo;short&ldquo; auf Volatilit\u00e4t und m\u00fcssen sich absichern, um nicht auf offenen Risiken sitzen zu bleiben. Steigt der Kurs, w\u00e4chst die Wahrscheinlichkeit, dass ihre verkauften Calls ausgezahlt werden m\u00fcssen. Um neutral zu bleiben, kaufen sie Bitcoin am Spotmarkt hinzu. Genau dieses Nachkaufen verst\u00e4rkt die Aufw\u00e4rtsbewegung; H\u00e4ndler nennen es Absicherung im negativen Gamma, f\u00fcr den Kurs wirkt es wie ein selbstverst\u00e4rkender Schub.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Umgekehrt gilt: Bef\u00e4nden sich die H\u00e4ndler in der entgegengesetzten Lage, also long im Gamma, w\u00fcrden sie in die St\u00e4rke hinein verkaufen und in die Schw\u00e4che hinein kaufen, was Kursbewegungen d\u00e4mpft statt sie zu verst\u00e4rken. Im September dominierte die erste Variante, weil das Buch klar call-lastig war. F\u00fcr den Kurs bedeutet das eine erh\u00f6hte Empfindlichkeit nach oben: Schon kleine Impulse konnten sich \u00fcber die Absicherungsk\u00e4ufe der Market Maker zu gr\u00f6\u00dferen Bewegungen aufschaukeln, solange die Kontrakte liefen. Dieser Verst\u00e4rkereffekt ist keine Verschw\u00f6rung, sondern schlichte Risikosteuerung; er erkl\u00e4rt aber, warum Rallys in der N\u00e4he gro\u00dfer Verfallstermine manchmal kr\u00e4ftiger ausfallen, als es die Nachrichtenlage allein rechtfertigen w\u00fcrde.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Strijers von Deribit brachte es auf den Punkt: Die Absicherung kurzer Call-Positionen habe &bdquo;wahrscheinlich zum Aufw\u00e4rtsimpuls beigetragen&ldquo;, w\u00e4hrend sich Bitcoin durch die Spanne von 80.000 bis 87.000 US-Dollar arbeitete. Das ist die unbequeme Nachricht f\u00fcr Optimisten: Ein Teil des Anstiegs auf das Achtmonatshoch war kein Ausdruck frischer \u00dcberzeugung, sondern die Nebenwirkung einer Absicherungsmechanik.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Mit dem Verfall am 25. September l\u00f6st sich dieser R\u00fcckenwind auf. Die verkauften Calls laufen aus, die zugeh\u00f6rigen Absicherungspositionen werden abgebaut, und der Kauf, der den Kurs st\u00fctzte, entf\u00e4llt. Deshalb ist der Morgen danach so aussagekr\u00e4ftig: Erst jetzt zeigt sich, ob der Markt ohne die Kr\u00fccke der H\u00e4ndlerabsicherung nach oben tendiert oder ob ihm die Luft ausgeht. Der R\u00fccksetzer von gut 87.000 auf rund 84.000 US-Dollar ist ein erster, noch harmloser Hinweis darauf, dass ein Teil des Schubs mechanisch war.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Echte Rally oder Short Squeeze? Die Gretchenfrage<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Short Squeeze entsteht, wenn Anleger auf fallende Kurse gewettet haben und der Markt gegen sie l\u00e4uft. Steigt der Kurs, werden ihre Positionen zwangsweise glattgestellt, was zus\u00e4tzliche K\u00e4ufe ausl\u00f6st und den Kurs weiter treibt, bis die Wetten auf fallende Kurse abger\u00e4umt sind. Danach fehlt der Treibstoff, und die Bewegung kippt oft ebenso schnell, wie sie kam. Genau dieses Muster pr\u00e4gte einen Teil des September-Anstiegs: Der Wochengewinn von rund 13 Prozent bis zum 21. September ging mit sp\u00fcrbaren Liquidationen von Short-Positionen einher, wie das Fachportal <a href='https:\/\/www.cryptotimes.io\/2026\/09\/24\/inside-bitcoins-september-2026-rally-btc-reclaiming-87k-2b-in-etf-inflows-and-a-short-squeeze\/'>Crypto Times<\/a> dokumentierte.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Wie unterscheidet man beide Kr\u00e4fte im Nachhinein? Ein reiner Short Squeeze hinterl\u00e4sst typische Spuren: sprunghafte Liquidationen, ein kurzes \u00dcberschie\u00dfen des Kurses und eine ebenso schnelle R\u00fcckkehr, sobald die erzwungenen K\u00e4ufe abgearbeitet sind. Echte Nachfrage dagegen zeigt sich in stetigen Zufl\u00fcssen und in einem Kurs, der R\u00fccksetzer verteidigt, statt sie zu beschleunigen. Der bisherige R\u00fcckgang von rund 87.000 auf 84.000 US-Dollar verlief geordnet und ohne Kaskade erzwungener Verk\u00e4ufe, was eher gegen einen reinen Squeeze spricht. Ein endg\u00fcltiges Urteil erlauben aber erst die Handelstage nach dem Verfall, wenn sich zeigt, ob frische K\u00e4ufer die L\u00fccke f\u00fcllen, die das auslaufende Dealer-Hedging hinterl\u00e4sst.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die entscheidende Frage lautet also: War der Anstieg im Kern ein Squeeze plus Dealer-Hedging, beides Mechaniken, die sich ersch\u00f6pfen, oder trug ihn echte Nachfrage von K\u00e4uferinnen und K\u00e4ufern, die Bitcoin halten wollen? Die ehrliche Antwort ist selten schwarz oder wei\u00df. Ein Squeeze kann der Funke sein, echte Nachfrage der Treibstoff. Um die Mischung einzusch\u00e4tzen, hilft nur der Blick auf mehrere unabh\u00e4ngige Datenquellen: die Kette, die Zufl\u00fcsse in b\u00f6rsengehandelte Fonds und die makro\u00f6konomische Gro\u00dfwetterlage. Die n\u00e4chsten Abschnitte pr\u00fcfen beide Thesen, erst die Argumente der Bullen, dann die der B\u00e4ren.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Die Bullen-Argumente: Spot-Nachfrage, ETF-Zufl\u00fcsse, On-Chain<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die These der echten Rally sprechen vor allem drei Beobachtungen. Erstens die Kette selbst. Nach Analysen von CryptoQuant, aufbereitet unter anderem von <a href='https:\/\/www.fxstreet.com\/cryptocurrencies\/news\/bitcoin-bull-market-is-back-key-metrics-to-watch-202609230031'>FXStreet<\/a>, schloss Bitcoin am 22. September erstmals seit M\u00e4rz 2023 \u00fcber seinem 365-Tage-Durchschnitt (rund 80.000 bis 83.000 US-Dollar). Diese gleitende Linie hat seit 2019 jeden Bullenmarkt korrekt angezeigt. Entscheidend: Der Ausbruch ging mit einem Anstieg des Spot-Handelsvolumens um rund 60 Prozent einher. Nachfrage, die im Spotmarkt entsteht, gilt als tragf\u00e4higer als eine, die nur aus Hebelprodukten kommt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Julio Moreno, Forschungschef bei CryptoQuant, nannte den nachhaltigen Ausbruch \u00fcber den 365-Tage-Durchschnitt die &bdquo;letzte quantitative Bedingung&ldquo;, um den \u00dcbergang in einen Bullenzyklus zu best\u00e4tigen. Der hauseigene Bull Score, ein zusammengesetzter Zyklusindikator, stand bei 80 und damit klar im positiven Bereich. Wenn Bull Score, Zyklusindikator und der 365-Tage-Durchschnitt in dieselbe Richtung zeigen, so das Haus, sei die Best\u00e4tigung st\u00e4rker als jedes Einzelsignal. Zugleich mahnte CryptoQuant, laut <a href='https:\/\/www.theblock.co\/news\/markets\/2026-09-12-cryptoquant-bitcoin-resistance-support-levels-414519'>The Block<\/a>, R\u00fccksetzer innerhalb eines jungen Bullenmarkts seien normal.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Zweitens die b\u00f6rsengehandelten Fonds. Die US-Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten sechs Handelstage in Folge Zufl\u00fcsse, in Summe rund 2,84 Milliarden US-Dollar zwischen dem 17. und 24. September, wie <a href='https:\/\/en.cryptonomist.ch\/2026\/09\/23\/blackrock-ibit-inflows-bitcoin-2\/'>The Cryptonomist<\/a> berichtete. Der 21. September brachte mit knapp 999 Millionen US-Dollar den st\u00e4rksten Einzeltag des Jahres 2026; BlackRocks Produkt IBIT steuerte allein rund 1,35 Milliarden des Sechs-Tages-Werts bei. Anders als Absicherungsk\u00e4ufe von H\u00e4ndlern ist das echtes, oft institutionelles Geld, das Bitcoin dem Markt entzieht. Nach diesen Zufl\u00fcssen drehte die ETF-Bilanz f\u00fcr das Gesamtjahr 2026 laut <a href='https:\/\/coinmarketcap.com\/academy\/article\/bitcoin-etf-inflows-turn-positive-2026'>CoinMarketCap<\/a> wieder ins Plus.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Drittens die Marktstruktur: Solange die Nachfrage aus dem Spotmarkt und aus ETF-H\u00fcllen kommt und nicht allein aus perpetuellen Futures, hat eine Rally ein solideres Fundament. Genau das war im September teilweise der Fall, was die reine Squeeze-These schw\u00e4cht.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Einschr\u00e4nkung bleibt jedoch: ETF-Zufl\u00fcsse k\u00f6nnen ebenso schnell drehen, wie sie gekommen sind. Schon im August 2026 wechselten sich starke Zuflusstage mit deutlichen Abfl\u00fcssen ab, sodass eine einzelne Rekordwoche f\u00fcr sich genommen noch keinen Trend begr\u00fcndet. Belastbar wird das Signal erst, wenn die Zufl\u00fcsse \u00fcber mehrere Wochen anhalten und nicht bei der ersten Kursdelle abrei\u00dfen. Hinzu kommt, dass ein Teil der ETF-Nachfrage nicht unbedingt eine Wette auf steigende Kurse ist, sondern aus Arbitragegesch\u00e4ften stammen kann, bei denen Investoren zugleich Futures verkaufen. Auf genau diese Feinheiten lohnt sich in den kommenden Handelstagen der Blick, bevor man die Rally als strukturell gesichert abhakt.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Die B\u00e4ren-Argumente: f\u00fcnf Prozent am langen Ende, ein starker Dollar<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Dem stehen handfeste Gegenkr\u00e4fte gegen\u00fcber, und sie sitzen an den Anleihem\u00e4rkten. Die Rendite zehnj\u00e4hriger US-Staatsanleihen schloss am 23. September bei 5,11 Prozent, ein Sprung von 15 Basispunkten an einem einzigen Tag. Wie <a href='https:\/\/nai500.com\/blog\/2026\/09\/bitcoin-suffers-macro-headwinds-etf-inflows-against-the-trend-stand-out\/'>NAI500<\/a> feststellte, setzte dieser Anstieg Bitcoin unter Druck, obwohl die ETF-Zufl\u00fcsse weiterliefen, wenn auch langsamer. F\u00fcnf Prozent risikofreie Rendite sind die Latte, \u00fcber die ein zinsloses Wertaufbewahrungsmittel wie Bitcoin erst einmal springen muss.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Dazu kommt der starke US-Dollar. Der Dollar-Index notierte \u00fcber 101, der Euro fiel mit rund 1,139 auf ein Zwei-Monats-Tief. Ein fester Dollar verteuert Bitcoin f\u00fcr K\u00e4ufer au\u00dferhalb des Dollarraums und wirkt historisch als Gegenwind f\u00fcr Risikoanlagen. F\u00fcr Anlegerinnen im Euroraum bedeutet das zugleich, dass ein Teil des Dollar-Kursgewinns durch die W\u00e4hrung wieder aufgezehrt wird; das Achtmonatshoch fiel in Euro gerechnet niedriger aus als in Dollar. Auch die Miner sp\u00fcren den Zinsdruck, denn steigende Kapitalkosten verteuern die Finanzierung von Hardware und dr\u00fccken die Margen, ein Zusammenhang, den wir in der Analyse <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/marathon-vs-riot-zins-neuer-hashprice-2026\/'>Marathon gegen Riot: der Zins ist der neue Hashprice<\/a> ausf\u00fchrlich beschrieben haben.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der \u00dcbertragungsweg von den Zinsen zum Bitcoin-Kurs l\u00e4uft \u00fcber mehrere Kan\u00e4le. Steigende Realrenditen, also Zinsen nach Abzug der Inflation, erh\u00f6hen die Opportunit\u00e4tskosten, ein zinsloses Asset wie Bitcoin zu halten. Ein festerer Dollar entzieht globalen Risikoanlagen Liquidit\u00e4t und dr\u00fcckt tendenziell alles, was in Dollar bepreist wird. Und eine straffere Geldpolitik verknappt jene \u00dcberschussliquidit\u00e4t, die 2020 und 2021 einen Gro\u00dfteil des Kryptobooms gespeist hatte. Das Jahr 2022 hat vorgef\u00fchrt, wie schnell diese Kan\u00e4le einen B\u00e4renmarkt ausl\u00f6sen k\u00f6nnen, als die Notenbank aggressiv straffte und Bitcoin \u00fcber zwei Drittel seines Wertes verlor. Der Unterschied heute liegt in der ETF-Nachfrage, die als teilweiser Puffer wirkt und die Wucht solcher Bewegungen abfedert.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Die Fed als Gegenwind: warum der Zinsschritt z\u00e4hlt<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Der gr\u00f6\u00dfte Unterschied zu fr\u00fcheren Zyklen ist die Notenbank. Am 16. September hob die US-Notenbank Federal Reserve den Leitzins einstimmig um 25 Basispunkte auf eine Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent an, die erste Zinserh\u00f6hung seit 2023. Zur Begr\u00fcndung nannte sie hartn\u00e4ckige Inflation und eine sich festigende Konjunktur und signalisierte, dass ein weiterer Schritt in diesem Jahr m\u00f6glich sei. Vor der Sitzung hatte der CME-FedWatch-Indikator laut Marktbeobachtern eine Wahrscheinlichkeit von rund 86 Prozent f\u00fcr genau diese Erh\u00f6hung angezeigt; der Schritt war also eingepreist.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der neue Fed-Vorsitzende Kevin Warsh hatte den Ton bereits Ende August in Jackson Hole gesetzt, als er erkl\u00e4rte, die Notenbank habe bei der Inflation noch &bdquo;Arbeit vor sich&ldquo;. Diese Aussage drehte die Markterwartung binnen Tagen von einer wahrscheinlichen Zinspause zu einer wahrscheinlichen Erh\u00f6hung, wie <a href='https:\/\/www.cnbc.com\/2026\/08\/28\/-september-fed-decision-now-a-coin-flip-as-rate-hike-odds-increase.html'>CNBC<\/a> dokumentierte. F\u00fcr Dezember rechnen inzwischen H\u00e4user wie Barclays mit einem zweiten Schritt, was <a href='https:\/\/finance.yahoo.com\/economy\/policy\/articles\/fed-rate-hike-odds-jump-111418898.html'>Yahoo Finance<\/a> aufgriff; die n\u00e4chsten Sitzungen sind laut <a href='https:\/\/www.federalreserve.gov\/monetarypolicy\/fomccalendars.htm'>Fed-Kalender<\/a> f\u00fcr den 27. und 28. Oktober sowie den 8. und 9. Dezember angesetzt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Daraus folgt die f\u00fcr 2026 typische, verkehrte Logik: Starke Konjunkturdaten sind f\u00fcr Bitcoin eher schlecht, weil sie der Fed weitere Erh\u00f6hungen erlauben, w\u00e4hrend schwache Daten Zinssenkungshoffnungen wecken. Eine Notenbank, die strafft, deckelt Risikoanlagen. Die Europ\u00e4ische Zentralbank hatte ihrerseits am 10. September den Einlagensatz auf 2,50 Prozent angehoben; die Zinsdifferenz spielt in den schwachen Euro hinein und damit in die Euro-Rechnung deutscher Anleger.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Bitcoin hei\u00dft das konkret: Nicht die H\u00f6he des Zinssatzes allein z\u00e4hlt, sondern die \u00dcberraschung gegen\u00fcber den Erwartungen. Weil der September-Schritt eingepreist war, fiel die Kursreaktion mild aus; erst ein unerwartet scharfer Ton, ein zus\u00e4tzlicher Schritt oder eine deutlich h\u00f6here Zinsprognose w\u00fcrde den Markt wirklich bewegen. Deshalb richtet sich der Blick der Anleger bereits auf die Projektionen der Notenbanker im Dezember, den sogenannten Dot Plot, der die erwartete Zinsentwicklung als Punktwolke sichtbar macht. Diese Grafik gilt als eines der wichtigsten Signale f\u00fcr Risikoanlagen, weil sie zeigt, wie weit der Zinsgipfel noch entfernt ist und wann eine erste Lockerung realistisch wird.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Charttechnik: die Marken, die jetzt z\u00e4hlen<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Technische Marken sind keine Magie, aber sie b\u00fcndeln, wo viele Marktteilnehmer Kauf- und Verkaufsentscheidungen verankern. Nach oben liegt der erste Widerstand am Achtmonatshoch von 87.381 US-Dollar, dar\u00fcber wartet die psychologisch aufgeladene 100.000er-Marke, an der sich zugleich viele Call-Optionen h\u00e4ufen. Nach unten ist der 365-Tage-Durchschnitt der Dreh- und Angelpunkt: Solange Bitcoin dar\u00fcber bleibt, ist das Signal der Bullen intakt; ein R\u00fcckfall darunter w\u00e4re die erste Warnung, dass der Ausbruch nicht tr\u00e4gt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Darunter markiert der Bereich um 75.000 US-Dollar, der Max-Pain-Punkt und der obere Rand des Put-Bodens, eine erste Auffangzone. Der 200-Tage-Durchschnitt bei rund 70.600 US-Dollar gilt als tiefere Unterst\u00fctzung, und erst darunter, um 60.000 US-Dollar, endet die von Deribit-Manager P\u00e9quignot beschriebene Put-Staffelung. Die folgende Tabelle ordnet die Marken.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Marke (US-Dollar)<\/th><th>Bedeutung<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>100.000<\/td><td>Psychologische Marke, gro\u00dfe Call-Konzentration (Widerstand)<\/td><\/tr><tr><td>87.381<\/td><td>Achtmonatshoch vom 21. September (Widerstand)<\/td><\/tr><tr><td>80.000 bis 83.000<\/td><td>365-Tage-Durchschnitt, am 22. September zur\u00fcckerobert (Drehpunkt)<\/td><\/tr><tr><td>75.000<\/td><td>Max Pain und oberer Rand des Put-Bodens (Unterst\u00fctzung)<\/td><\/tr><tr><td>70.600<\/td><td>200-Tage-Durchschnitt (tiefere Unterst\u00fctzung)<\/td><\/tr><tr><td>60.000<\/td><td>Unterer Rand der Put-Staffelung (starke Unterst\u00fctzung)<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><figcaption class='wp-block-table__figcaption'>Orientierungsmarken; keine Kursziele und keine Anlageempfehlung.<\/figcaption><\/figure><h2 class='wp-block-heading'>On-Chain: was die Kette \u00fcber die Nachfrage sagt<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Blockchain macht sichtbar, was Kurscharts verbergen: wer kauft und wer verkauft. Auf der Angebotsseite flie\u00dfen weiter rund 450 neue Bitcoin pro Tag aus dem Mining in den Markt, das strukturelle Angebot seit der Halbierung von 2024. Miner sind planbare Verk\u00e4ufer, weil sie Strom und Hardware in Fiat bezahlen m\u00fcssen; in St\u00e4rkephasen verkaufen sie gern in die Nachfrage hinein. Wie hart der Kostendruck ist, h\u00e4ngt stark vom Ger\u00e4tepark und den Abschreibungen ab, ein Thema, das wir in <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/bitmain-microbt-asic-abschreibung-restwert-2026\/'>Bitmain gegen MicroBT: die Abschreibungsfalle der ASICs<\/a> zerlegt haben.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Auf der Nachfrageseite stehen den Minern die Unternehmensbest\u00e4nde gegen\u00fcber. Strategy, das ehemalige MicroStrategy, h\u00e4lt laut <a href='https:\/\/www.cryptotimes.io\/2026\/09\/24\/inside-bitcoins-september-2026-rally-btc-reclaiming-87k-2b-in-etf-inflows-and-a-short-squeeze\/'>Crypto Times<\/a> rund 846.000 Bitcoin zu einem Durchschnittspreis von etwa 75.400 US-Dollar und kaufte zuletzt weiter zu. Solche Best\u00e4nde plus die ETF-Zufl\u00fcsse entziehen dem Markt mehr Bitcoin, als t\u00e4glich neu entsteht. Genau diese Verknappung ist das Fundament der Bullen-These, solange die K\u00e4ufer nicht die Nerven verlieren.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Ein weiterer aufschlussreicher On-Chain-Indikator ist das Verhalten der Langfristhalter, also jener Adressen, die ihre Bitcoin seit mindestens 155 Tagen nicht bewegt haben. Verteilen sie ihre Best\u00e4nde in eine Rally hinein, ist das ein klassisches Zeichen sp\u00e4ter Zyklusphasen, in denen erfahrene Halter an neue, oft euphorische K\u00e4ufer verkaufen. Halten oder akkumulieren sie dagegen weiter, spricht das f\u00fcr Vertrauen in h\u00f6here Kurse. Erg\u00e4nzend lohnt der Blick auf die Best\u00e4nde an den Handelspl\u00e4tzen: Sinkende B\u00f6rsenreserven deuten darauf hin, dass Anleger ihre Bitcoin in die Eigenverwahrung abziehen, was das kurzfristig verkaufbare Angebot verringert. Diese Kettendaten zu lesen, ist oft aussagekr\u00e4ftiger als jeder einzelne Kursausschlag.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Qualit\u00e4t der Nachfrage l\u00e4sst sich zudem an der Herkunft ablesen. Steigt der Kurs auf wachsendem Spot-Volumen, wie im September, ist das ein gesundes Zeichen. Treibt ihn dagegen nur das offene Interesse an perpetuellen Futures bei hohen Finanzierungss\u00e4tzen, ist die Bewegung anf\u00e4llig f\u00fcr eine schnelle Umkehr, weil \u00fcberf\u00fcllte Long-Positionen bei der ersten Gegenbewegung liquidiert werden.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Der Praxistest: wie man eine Rally auf Echtheit pr\u00fcft<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Aus alledem l\u00e4sst sich eine kleine Pr\u00fcfliste ableiten, mit der auch Privatanleger eine Kursbewegung einordnen k\u00f6nnen, ohne auf Schlagzeilen hereinzufallen. Kein Einzelindikator gen\u00fcgt; erst das Zusammenspiel ergibt ein Bild.<\/p><ul class='wp-block-list'><li><strong>Spot gegen Derivate:<\/strong> Steigt das Spot-Volumen mit dem Kurs, ist die Nachfrage echt. Zieht nur das offene Interesse an Futures an, ist Vorsicht geboten.<\/li><li><strong>Finanzierungsrate der Perpetuals:<\/strong> Stark positive Funding-S\u00e4tze zeigen \u00fcberhitzte Long-Positionen und erh\u00f6hen die Gefahr einer Long-Liquidation.<\/li><li><strong>ETF-Zufl\u00fcsse:<\/strong> Anhaltende Nettozufl\u00fcsse sind echtes Geld, das Angebot bindet; Abfl\u00fcsse sind ein Warnsignal.<\/li><li><strong>Optionsverfall und Dealer-Positionierung:<\/strong> Ein call-lastiges Buch kann per Absicherung einen mechanischen R\u00fcckenwind erzeugen, der nach dem Verfall verschwindet.<\/li><li><strong>On-Chain-Verhalten:<\/strong> Kaufen Langfristhalter zu oder verteilen sie ihre Best\u00e4nde in die St\u00e4rke?<\/li><li><strong>Makro:<\/strong> Zinsen, Realrenditen und der Dollar setzen den Rahmen, in dem sich alles andere abspielt.<\/li><\/ul><p class=\"wp-block-paragraph\">Wer die Stimmung zus\u00e4tzlich messen will, kann Prognosem\u00e4rkte als Barometer heranziehen, sollte deren T\u00fccken aber kennen, etwa den Unterschied zwischen &bdquo;irgendwann ber\u00fchrt&ldquo; und &bdquo;zum Jahresende geschlossen&ldquo;. Wie manipulationsanf\u00e4llig und zugleich informativ diese M\u00e4rkte sind, beleuchtet unser Beitrag <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/prognosemaerkte-glaeserner-markt-ki-agenten-insider-2026\/'>Der gl\u00e4serne Markt: KI-Agenten und Insider auf Prognosem\u00e4rkten<\/a>.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Einordnung f\u00fcr Anleger: BaFin, MiCA und der Derivate-Rahmen<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Wer in Deutschland mit Bitcoin und erst recht mit Bitcoin-Optionen hantiert, sollte den regulatorischen Rahmen kennen. Nach der EU-Verordnung MiCA und den Vorgaben der Finanzaufsicht BaFin werden Dienstleister und Emittenten beaufsichtigt, also Handelspl\u00e4tze, Verwahrer und Stablecoin-Herausgeber, nicht das Bitcoin-Protokoll selbst. Die BaFin fasst das in ihrem <a href='https:\/\/www.bafin.de\/SharedDocs\/Veroeffentlichungen\/DE\/Merkblatt\/mb_250103_Kryptowerte_Dienstl.html'>Merkblatt zu Kryptowerte-Dienstleistungen<\/a> zusammen. F\u00fcr die Kurse selbst bedeutet das: Regulierung schafft Leitplanken f\u00fcr die Infrastruktur, steuert aber nicht den Preis.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Ein wichtiger Punkt gerade f\u00fcr dieses Thema: Krypto-Derivate wie die verfallenden Optionen und die perpetuellen Futures sind Finanzinstrumente und fallen nicht unter MiCA, sondern unter die Finanzmarktrichtlinie MiFID II, \u00fcberwacht von den nationalen Wertpapieraufsichten. MiCA regelt den Kassamarkt und die Dienstleister, die Derivate laufen im klassischen Finanzmarktrecht. In den USA ist genau diese Zust\u00e4ndigkeitsfrage, ob die Rohstoffaufsicht CFTC oder die B\u00f6rsenaufsicht SEC federf\u00fchrend ist, nach dem Scheitern des CLARITY-Gesetzes ungekl\u00e4rt geblieben; wir haben die Folgen in <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/cftc-statt-sec-krypto-aufsicht-clarity-aus-2026\/'>CFTC statt SEC? Amerikas Krypto-Aufsicht nach dem CLARITY-Aus<\/a> aufgearbeitet.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der schwache Euro und die Zinsdifferenz zur EZB verweisen zudem auf eine gr\u00f6\u00dfere Debatte \u00fcber die Zukunft des Geldes in Europa, vom digitalen Euro bis zu euro-denominierten Stablecoins, die wir in <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/digitaler-euro-mica-2026-europas-digitales-geld\/'>Digitaler Euro und MiCA: Europas Kampf ums digitale Geld<\/a> einordnen. F\u00fcr die Bitcoin-Rechnung deutscher Anleger bleibt der Wechselkurs eine stille, aber wirksame Variable.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Drei Szenarien f\u00fcr die Wochen bis zur Oktober-Sitzung<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die kommenden Wochen entscheiden, welche der beiden Thesen sich durchsetzt. Der n\u00e4chste gro\u00dfe Fixpunkt ist die Fed-Sitzung am 28. Oktober, gefolgt von der Dezember-Sitzung mit neuen Projektionen. Bis dahin lassen sich drei grobe Pfade skizzieren, bewusst als Orientierung und nicht als Prognose.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Szenario<\/th><th>Was es ausl\u00f6st<\/th><th>Orientierung<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Der R\u00fcckenwind verpufft (B\u00e4r)<\/td><td>Dealer-Hedging und Squeeze ersch\u00f6pft, 5-Prozent-Renditen und starker Dollar belasten<\/td><td>R\u00fcckfall Richtung 365-Tage-Durchschnitt, Test der Zone um 75.000 US-Dollar<\/td><\/tr><tr><td>Echte Nachfrage tr\u00e4gt (Bulle)<\/td><td>Anhaltende ETF-Zufl\u00fcsse und Spot-Nachfrage, Renditen geben nach<\/td><td>Erneuter Angriff auf 87.000, mittelfristig Kurs auf 100.000 US-Dollar<\/td><\/tr><tr><td>Z\u00e4hes Seitw\u00e4rts (Basisfall)<\/td><td>Makro unentschieden bis zur Fed am 28. Oktober<\/td><td>Spanne zwischen 75.000 Unterst\u00fctzung und 87.000 Widerstand<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><figcaption class='wp-block-table__figcaption'>Szenarien als Denkrahmen, keine Kursziele.<\/figcaption><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">Das wahrscheinlichste Ergebnis ist selten das reinste Szenario. Ein Markt, der ohne mechanischen R\u00fcckenwind seitw\u00e4rts l\u00e4uft und dabei die 365-Tage-Linie verteidigt, w\u00e4re f\u00fcr die Bullen bereits ein Achtungserfolg, weil er zeigen w\u00fcrde, dass echte Nachfrage die fehlende Absicherungsmechanik ersetzt hat.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Fazit: Geduld schl\u00e4gt Euphorie<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Der September brachte Bitcoin ein Achtmonatshoch, die R\u00fcckeroberung des 365-Tage-Durchschnitts und Milliarden an ETF-Zufl\u00fcssen. Das sind ernstzunehmende Belege f\u00fcr echte Nachfrage. Zugleich war ein Teil des Anstiegs mechanisch, getragen von Dealer-Hedging und der Glattstellung von Short-Positionen, und genau dieser R\u00fcckenwind ist mit dem Verfall vom 25. September verschwunden. Der Morgen danach ist deshalb ein Test, kein Urteil.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Anlegerinnen und Anleger lautet die Lehre, keiner einzelnen Zahl zu vertrauen, weder der 15,9-Milliarden-Schlagzeile noch dem Achtmonatshoch. Wer Spotmarkt, Derivate, ETF-Bilanz, On-Chain-Verhalten und Makro nebeneinanderlegt, sieht klarer als jeder Chart allein. Bis zur Fed-Sitzung am 28. Oktober und den Dezember-Projektionen bleibt der Markt zwischen echter Nachfrage und schwindender Mechanik gespannt; Geduld ist in dieser Phase die bessere Strategie als Euphorie.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Frequently Asked Questions<\/h2><h3 class='wp-block-heading'>Was bedeutet der gro\u00dfe Bitcoin-Options-Verfall vom 25. September f\u00fcr den Kurs?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Verfall \u00fcber 15,9 Milliarden US-Dollar hat vor allem einen mechanischen R\u00fcckenwind beendet: H\u00e4ndler, die Call-Optionen verkauft hatten, trieben den Kurs zuvor durch Absicherungsk\u00e4ufe mit. Nach dem Verfall entf\u00e4llt dieser Effekt, weshalb sich erst jetzt zeigt, ob echte Nachfrage die Rally tr\u00e4gt. Der eigentliche Abrechnungstag bewegt den Kurs meist weniger, als die Milliardenzahl vermuten l\u00e4sst.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>War die Bitcoin-Rally im September 2026 ein Short Squeeze oder echte Nachfrage?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Vermutlich eine Mischung. F\u00fcr einen Short Squeeze sprachen Zwangsliquidationen von Short-Positionen und das Dealer-Hedging; f\u00fcr echte Nachfrage sprachen ETF-Zufl\u00fcsse von rund 2,84 Milliarden US-Dollar in sechs Handelstagen und ein um 60 Prozent gestiegenes Spot-Volumen beim Ausbruch \u00fcber den 365-Tage-Durchschnitt. Ein Squeeze war wohl der Funke, echte Nachfrage der Treibstoff.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Was ist Max Pain bei Bitcoin-Optionen?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Max Pain ist der Kurs, bei dem in Summe die meisten Optionen wertlos verfallen und die K\u00e4ufer den gr\u00f6\u00dften Verlust erleiden. Beim Verfall am 25. September lag er bei 75.000 US-Dollar. Die Theorie besagt, dass sich Kurse zum Verfall hin manchmal zu diesem Punkt bewegen; es ist eine Faustregel und kein Naturgesetz.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Warum steigt Bitcoin, obwohl die Fed die Zinsen erh\u00f6ht hat?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Der Zinsschritt vom 16. September auf 3,75 bis 4,00 Prozent war zu rund 86 Prozent eingepreist, sodass die Entscheidung selbst kaum \u00fcberraschte. Zugleich trieben ETF-Zufl\u00fcsse, Spot-Nachfrage und ein technischer Ausbruch den Kurs. Steigende Anleiherenditen und ein starker Dollar bleiben allerdings ein Gegenwind, der die Erholung jederzeit bremsen kann.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Welche Kursmarken sind bei Bitcoin jetzt wichtig?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Nach unten ist der 365-Tage-Durchschnitt zwischen rund 80.000 und 83.000 US-Dollar der Drehpunkt, darunter folgen Unterst\u00fctzungen bei 75.000 und am 200-Tage-Durchschnitt um 70.600 US-Dollar. Nach oben sind das Achtmonatshoch von 87.381 US-Dollar und die 100.000er-Marke die entscheidenden Widerst\u00e4nde.<\/p><script type=\"application\/ld+json\">{\"@context\":\"https:\/\/schema.org\",\"@type\":\"FAQPage\",\"mainEntity\":[{\"@type\":\"Question\",\"name\":\"Was bedeutet der gro\u00dfe Bitcoin-Options-Verfall vom 25. 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