{"id":643,"date":"2026-09-27T22:30:30","date_gmt":"2026-09-27T22:30:30","guid":{"rendered":"https:\/\/hoge.gg\/de\/bitcoin-verborgene-hashrate-wer-sichert-netzwerk-2026\/"},"modified":"2026-09-27T22:30:30","modified_gmt":"2026-09-27T22:30:30","slug":"bitcoin-verborgene-hashrate-wer-sichert-netzwerk-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hoge.gg\/de\/bitcoin-verborgene-hashrate-wer-sichert-netzwerk-2026\/","title":{"rendered":"Bitcoins verborgene Hashrate: wer das Netzwerk wirklich sichert"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Am 19. September hob der Difficulty-Retarget die Mining-Schwierigkeit von Bitcoin um 4,16 Prozent auf 132,76 Billionen, die zweite Erh\u00f6hung in Folge. Zeitgleich kletterte der Kurs nach einem Montag mit knapp einer Milliarde US-Dollar Zufluss in die US-Spot-ETFs zur\u00fcck in Richtung 74.000 Euro (rund 84.240 US-Dollar), ein Plus von 4,4 Prozent auf Wochensicht, wie <a href='https:\/\/www.coingecko.com\/en\/coins\/bitcoin'>CoinGecko<\/a> ausweist. Auf dem Papier w\u00e4chst die Rechenleistung des Netzwerks also wieder, nach einem Jahr Stillstand. Doch die eine Zahl, die alle zitieren, rund 950 Exahash pro Sekunde, verdeckt die eigentlich spannende Verschiebung des Jahres 2026: Wem diese Hashrate geh\u00f6rt, hat sich leise, aber grundlegend ver\u00e4ndert.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Die Zahl, die alle nennen, und die Frage, die keiner stellt<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Netzwerk-Hashrate ist eine einzige aggregierte Kennziffer. Sie sagt, wie viele SHA-256-Rechenversuche pro Sekunde alle Miner der Welt zusammen anstellen, und daraus leitet der Markt Bitcoins Sicherheit ab. Was diese Zahl nicht verr\u00e4t: wer eigentlich hinter ihr steht. Ein Exahash aus einer texanischen Anlage von Riot z\u00e4hlt genauso viel wie ein Exahash aus einer namenlosen Farm in Sibirien oder aus einem Container am Persischen Golf. Das Protokoll ist bewusst blind gegen\u00fcber der Identit\u00e4t seiner Miner, es pr\u00fcft nur die Rechenarbeit, nicht den Absender.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Genau diese Blindheit macht die Eigentumsfrage so schwer zu beantworten und zugleich so wichtig. Die sichtbaren Akteure, die b\u00f6rsennotierten Miner mit Quartalsberichten und Meldungen an die B\u00f6rsenaufsicht, liefern die Schlagzeilen und die Aktienkurse. Aber sie sind l\u00e4ngst zur Minderheit geworden. Nach dem j\u00fcngsten Quartalsbericht von CoinShares kontrolliert die gesamte Riege der Public Miner nur noch rund ein Drittel der real erbrachten Hashrate. Die anderen zwei Drittel sind faktisch unsichtbar, und trotzdem sichern sie Bitcoin Block f\u00fcr Block. Dieser Text zeichnet nach, wer diese verborgene Mehrheit ist, warum die sichtbare Minderheit weiter schrumpft und was das f\u00fcr die Sicherheits\u00f6konomie des Netzwerks bedeutet.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Kurzer R\u00fcckblick: Was Hashrate ist und warum Wachstum 2026 wieder z\u00e4hlt<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Hashrate misst die Rechenleistung, die auf das Erraten des n\u00e4chsten g\u00fcltigen Block-Hash verwendet wird. Die Einheiten haben eine steile Leiter erklommen: von Kilohash (Tausend) \u00fcber Megahash, Gigahash, Terahash, Petahash und Exahash bis zum Zettahash, einer Trilliarde Hashes pro Sekunde. Weil niemand die wahre Zahl direkt misst, wird sie aus der Difficulty und der durchschnittlichen Blockzeit gesch\u00e4tzt; verschiedene Tracker kommen deshalb auf Werte, die um zehn bis drei\u00dfig Prozent auseinanderliegen k\u00f6nnen. Wer eine Hashrate-Angabe liest, liest immer eine Sch\u00e4tzung, nie eine Messung.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Das Jahr 2026 ist ungew\u00f6hnlich, weil die Kurve zum ersten Mal ohne staatlichen Zwang abflachte. Ihren H\u00f6hepunkt erreichte die Hashrate am 19. Oktober 2025 mit 1.162 EH\/s, wie der Datendienst <a href='https:\/\/yellow.com\/news\/bitcoin-hashrate-drops-below-1-zettahash-for-first-time-since-september-2025'>Yellow<\/a> dokumentiert; am 17. Januar 2026 fiel der Sieben-Tage-Schnitt bei 988 EH\/s erstmals wieder unter ein Zettahash und beendete damit eine viermonatige Serie oberhalb der Marke. Anders als die Einbr\u00fcche 2018, das Mining-Verbot Chinas 2021 oder die Kapitulation 2022 war dieser R\u00fcckgang freiwillig: Miner lenkten Megawatt in das lukrativere KI-Gesch\u00e4ft um. Ende M\u00e4rz 2026 berichtete CoinDesk \u00fcber den <a href='https:\/\/www.coindesk.com\/markets\/2026\/03\/30\/bitcoin-hashrate-posts-first-quarter-drop-for-first-time-in-6-years-as-miners-pivot-to-ai'>ersten Quartalsr\u00fcckgang seit sechs Jahren<\/a>. Der Retarget vom 19. September und die zweite Erh\u00f6hung in Folge deuten nun an, dass die Kurve wieder dreht. Die aktuelle Momentaufnahme:<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Kennzahl<\/th><th>Wert (27. September 2026)<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Bitcoin-Kurs<\/td><td>rund 74.180 Euro (etwa 84.240 US-Dollar)<\/td><\/tr><tr><td>Marktkapitalisierung<\/td><td>rund 1,70 Billionen US-Dollar<\/td><\/tr><tr><td>Netzwerk-Hashrate<\/td><td>rund 950 EH\/s (difficulty-impliziert)<\/td><\/tr><tr><td>Mining-Difficulty<\/td><td>132,76 Billionen (+4,16 % am 19. September)<\/td><\/tr><tr><td>Hashprice<\/td><td>rund 39,60 US-Dollar je PH\/s und Tag (etwa 35 Euro)<\/td><\/tr><tr><td>H\u00f6chststand der Hashrate<\/td><td>1.162 EH\/s am 19. Oktober 2025<\/td><\/tr><tr><td>Sicherheitsbudget<\/td><td>rund 14 Mrd. US-Dollar pro Jahr (etwa 12 Mrd. Euro)<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><h2 class='wp-block-heading'>Die sichtbare Minderheit: die b\u00f6rsennotierten Miner schrumpfen<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Der <a href='https:\/\/coinshares.com\/insights\/research-data\/bitcoin-mining-report-q2-2026'>Q2-2026-Mining-Report von CoinShares<\/a>, zusammengefasst von <a href='https:\/\/news.bitcoin.com\/mining\/public-miners-shed-21-of-bitcoin-hashrate-as-ai-revenue-accelerates'>Bitcoin.com News<\/a>, liefert die h\u00e4rtesten Zahlen zu dieser Verschiebung. Die realisierte Hashrate der b\u00f6rsennotierten Miner fiel von 368,3 EH\/s im vierten Quartal 2025 \u00fcber 344,4 EH\/s im ersten Quartal 2026 auf 319,0 EH\/s im zweiten Quartal. Im selben Zeitraum sank die Netzwerk-Hashrate von rund 1.071 auf rund 957 EH\/s. Damit halten die Public Miner nach realisierter Leistung nur noch etwa ein Drittel des Netzwerks (319 von 957 EH\/s).<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Der eigentliche Befund steckt im Detail. Die Public-Miner-Riege schrumpfte \u00fcber sechs Monate um 13,4 Prozent, w\u00e4hrend das Gesamtnetzwerk nur 10,6 Prozent verlor. Rechnet man Bitdeer heraus, dessen Hashrate kr\u00e4ftig wuchs, verlor der Rest der b\u00f6rsennotierten Miner sogar 21,2 Prozent, also gut ein F\u00fcnftel. Die Schlagzeile, dass die Public Miner ein F\u00fcnftel ihrer Hashrate abgegeben haben, ist deshalb korrekt. Ihr scheinbar stabiler Anteil von rund einem Drittel verdeckt blo\u00df, dass eine einzige Firma die Erosion der \u00fcbrigen maskiert. Nach installierter Nennleistung, die der Tracker <a href='https:\/\/bitcoinminingstock.io\/hashrate'>Bitcoin Mining Stock<\/a> ausweist, liegt der Anteil h\u00f6her, grob bei 40 bis 45 Prozent; doch selbst diese gro\u00dfz\u00fcgigere Lesart l\u00e4sst die Mehrheit au\u00dferhalb der B\u00f6rse.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Zeitraum<\/th><th>Realisierte Hashrate der Public Miner<\/th><th>Netzwerk-Hashrate<\/th><th>Anteil<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Q4 2025<\/td><td>368,3 EH\/s<\/td><td>rund 1.071 EH\/s<\/td><td>rund 34 %<\/td><\/tr><tr><td>Q1 2026<\/td><td>344,4 EH\/s<\/td><td>(dazwischen)<\/td><td>rund 33 %<\/td><\/tr><tr><td>Q2 2026<\/td><td>319,0 EH\/s<\/td><td>rund 957 EH\/s<\/td><td>rund 33 %<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">Quelle: CoinShares Q2-2026-Mining-Report. Kohorte minus 13,4 Prozent, Netzwerk minus 10,6 Prozent; ohne Bitdeer minus 21,2 Prozent.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Die unsichtbare Mehrheit: privat, offshore, staatsnah<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn die b\u00f6rsennotierten Miner nur ein Drittel stellen, wer betreibt dann die restlichen rund 640 EH\/s? Die ehrliche Antwort lautet: Das wei\u00df niemand genau, und das ist kein Versehen, sondern Teil des Designs. Die verborgene Mehrheit setzt sich aus mehreren Gruppen zusammen, die alle ein Interesse daran haben, nicht in einem Quartalsbericht aufzutauchen.<\/p><ul class='wp-block-list'><li><strong>Private Gro\u00dffarmen:<\/strong> Nicht b\u00f6rsennotierte Betreiber, oft von Family Offices, Rohstoffh\u00e4ndlern oder Energieversorgern finanziert, die g\u00fcnstigen oder gestrandeten Strom monetarisieren und keinerlei Offenlegungspflichten unterliegen.<\/li><li><strong>Offshore-Anlagen:<\/strong> Standorte in Russland, Zentralasien, dem Nahen Osten und Teilen Afrikas, die aus geopolitischen oder steuerlichen Gr\u00fcnden bewusst intransparent bleiben.<\/li><li><strong>Staatsnahe und souver\u00e4ne Miner:<\/strong> Regierungen und staatsnahe Konzerne, die Mining als Instrument der Energiepolitik oder zur Umgehung von Sanktionen nutzen; \u00c4thiopien etwa zog \u00fcber Abkommen mit chinesischen Herstellern binnen kurzer Zeit sp\u00fcrbare Hashrate an.<\/li><li><strong>Heim- und Solo-Miner:<\/strong> Eine kleine, aber symbolisch wichtige Schicht aus Bastlern mit einzelnen Ger\u00e4ten, die in Summe ebenfalls einen Beitrag leisten.<\/li><\/ul><p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Mehrheit sichert Bitcoin, ohne je ein Interview zu geben oder eine Bilanz zu ver\u00f6ffentlichen. F\u00fcr den Markt ist das ein Paradox: Ausgerechnet die Akteure, \u00fcber die am meisten berichtet wird, sind f\u00fcr die Netzwerksicherheit am wenigsten repr\u00e4sentativ. Und je schneller die Public Miner ins KI-Gesch\u00e4ft abwandern, desto gr\u00f6\u00dfer wird der Anteil dieser unsichtbaren Schicht. Die Verschiebung des Eigentums ist damit kein Randthema, sondern die zentrale Strukturver\u00e4nderung des Mining-Jahres 2026.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Warum die Public Miner Hashrate abgeben: das KI-Gesch\u00e4ft frisst die Megawatt<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Der R\u00fcckzug der sichtbaren Miner ist keine Kapitulation, sondern eine n\u00fcchterne Rechnung. Ein Megawatt, das gestern eine Reihe ASICs versorgte, bringt heute als Colocation-Fl\u00e4che f\u00fcr KI- und HPC-Kunden ein Vielfaches. Die Quartalszahlen machen den Umbau greifbar. Bei Core Scientific \u00fcbertraf der Colocation-Umsatz im zweiten Quartal mit 136,7 Millionen US-Dollar das Mining-Gesch\u00e4ft (27,5 Millionen) um ein Mehrfaches; die Vermietung stellte 83 Prozent der Erl\u00f6se, nach 67 Prozent im Vorquartal. Bei TeraWulf lieferte das HPC-Leasing 31,9 Millionen US-Dollar gegen\u00fcber 12,8 Millionen aus dem Mining, ein Anteil von 71 Prozent nach zuvor 62 Prozent. Innerhalb eines Quartals kann ein Hybrid so vom Miner zum Rechenzentrumsvermieter werden, w\u00e4hrend seine Hashrate sinkt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">John Todaro, Analyst bei Needham &amp; Co., bringt die Sicht der Anleger auf den Punkt: <a href='https:\/\/coingeek.com\/block-reward-miners-cant-pivot-to-ai-fast-enough'>&bdquo;Investoren bewerten Bitcoin-Miner an diesem Punkt fast ausschlie\u00dflich f\u00fcr ihre HPC- und KI-Chancen&ldquo;<\/a>, sagte er, und erg\u00e4nzte, der Umsatz pro Megawatt und die EBITDA-Margen seien bei HPC- und KI-Colocation weit h\u00f6her als beim Mining. James Butterfill, Forschungschef von CoinShares, spricht mit Blick auf die Miner von <a href='https:\/\/news.bitcoin.com\/bitcoin-mining-margins-tighten-as-ai-pivot-accelerates-coinshares-says'>&bdquo;einer der schwierigsten Phasen&ldquo;<\/a> seit dem letzten Halving; nach Angaben desselben Berichts haben b\u00f6rsennotierte Miner mehr als 70 Milliarden US-Dollar an KI- und HPC-Vertr\u00e4gen angek\u00fcndigt, und einzelne Firmen d\u00fcrften bis Ende 2026 bis zu 70 Prozent ihres Umsatzes aus KI ziehen.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Das Muster zeigt sich in konkreten Abschl\u00fcssen. Riot Platforms verwandelte 191 Megawatt seines Standorts in Texas in einen 20-j\u00e4hrigen KI-Leasingvertrag mit Anthropic im Grundwert von <a href='https:\/\/www.coindesk.com\/business\/2026\/08\/11\/riot-platforms-surges-20-in-pre-market-trading-on-usd9-1-billion-anthropic-deal'>9,1 Milliarden US-Dollar<\/a>. Es ist dieselbe Nachfrage nach Rechenleistung, die auch dezentrale GPU-Marktpl\u00e4tze wie <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/akash-akt-rally-gpu-nachfrage-fundamentaldaten-2026\/'>Akash<\/a> und Rendering-Netzwerke wie <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/render-rally-2026-comeback-oder-ki-sektor-beta\/'>Render<\/a> antreibt und die um denselben knappen <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/energiemix-2026-strom-hinter-dem-staking\/'>Strom<\/a> konkurriert, den zuvor die Miner beanspruchten. F\u00fcr die Hashrate hei\u00dft das: Der marginale Megawatt flie\u00dft nicht mehr in neue Rigs, sondern in GPU-Racks, und genau dort verliert die sichtbare Minderheit ihren Anteil.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Bitdeer, die Ausnahme, und das Miner-Scoreboard<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Nicht jeder b\u00f6rsennotierte Miner zieht sich zur\u00fcck. Bitdeer legte im selben Zeitraum um 44 Prozent zu und erreichte im zweiten Quartal 63,0 EH\/s realisierte Hashrate, mit einer Eigen-Mining-Kapazit\u00e4t von 73 EH\/s im Juni; die Bitcoin-Produktion stieg auf 990 BTC, ein Plus von 388 Prozent gegen\u00fcber dem Vorjahr. Der Unterschied ist strukturell: Bitdeer entwirft mit der SEALMINER-Reihe seine eigenen Chips und ist damit weniger vom Kaufzyklus fremder Hersteller abh\u00e4ngig. Wer die Maschinen selbst besitzt, kann wachsen, auch wenn die Branche sonst stagniert.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Das Scoreboard der bekanntesten Miner sortiert sich damit in zwei Lager: Pure-Play-Akkumulatoren, die weiter Bitcoin stapeln, und Hybride, die Fl\u00e4che an KI-Kunden verleasen. Die folgenden Werte sind N\u00e4herungen aus Quartalsberichten und Trackern zum Stand Mitte 2026 und dienen der Einordnung, nicht der Tagesgenauigkeit.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Miner<\/th><th>Hashrate (rund, Q2 2026)<\/th><th>Strategie<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>MARA Holdings<\/td><td>rund 70 EH\/s<\/td><td>Pure-Play-Akkumulator, Leistungsziel 4,8 GW<\/td><\/tr><tr><td>Bitdeer<\/td><td>rund 63 EH\/s (Eigen-Mining bis 73)<\/td><td>Pure-Play, eigene SEALMINER-Chips, plus 44 %<\/td><\/tr><tr><td>Riot Platforms<\/td><td>rund 44 EH\/s<\/td><td>Hybrid, 20-Jahres-KI-Lease mit Anthropic<\/td><\/tr><tr><td>CleanSpark<\/td><td>rund 39 EH\/s<\/td><td>wechselt zu KI\/HPC, kaum neue Mining-Kapazit\u00e4t<\/td><\/tr><tr><td>HIVE Digital<\/td><td>Ziel rund 35 EH\/s<\/td><td>Pure-Play, Wasserkraft in Paraguay<\/td><\/tr><tr><td>American Bitcoin<\/td><td>rund 28 EH\/s<\/td><td>Pure-Play-Akkumulator (Hut-8-Tochter)<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">Quellen: CoinShares Q2-Report, bitcoinminingstock.io; die Zahlen sind gerundete Quartalswerte.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Effizienz verschiebt den Bestand hinter einer flachen Zahl<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Ein zweiter Grund, warum die Hashrate-Zahl t\u00e4uscht, ist die Effizienz der Hardware. In knapp einem Jahrzehnt fiel der Energiebedarf pro Terahash um rund den Faktor zehn: vom Antminer S9 (98 Joule pro Terahash) bis zum S23 Hydro, der 2026 mit etwa 9,5 J\/TH als erste Serienmaschine unter zehn Joule bleibt. Das ver\u00e4ndert die Bedeutung eines konstanten Hashrate-Werts von Grund auf.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>ASIC-Modell (Jahr)<\/th><th>Hashrate<\/th><th>Verbrauch<\/th><th>Effizienz<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Antminer S9 (2016)<\/td><td>13,5 TH\/s<\/td><td>1.323 W<\/td><td>98 J\/TH<\/td><\/tr><tr><td>Antminer S19 (2020)<\/td><td>95 TH\/s<\/td><td>3.250 W<\/td><td>34,2 J\/TH<\/td><\/tr><tr><td>Antminer S19 Pro (2020)<\/td><td>110 TH\/s<\/td><td>3.250 W<\/td><td>29,5 J\/TH<\/td><\/tr><tr><td>Antminer S21 XP (2024\/25)<\/td><td>270 TH\/s<\/td><td>3.645 W<\/td><td>13,5 J\/TH<\/td><\/tr><tr><td>Antminer S23 Hydro (2026)<\/td><td>rund 560 TH\/s<\/td><td>5.349 W<\/td><td>9,5 J\/TH<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">CoinDesk beschrieb den S23-Start als <a href='https:\/\/www.coindesk.com\/markets\/2025\/05\/29\/bitmains-new-antminer-launch-signals-profound-shift-for-bitcoin-miners-theminermag'>tiefgreifende Verschiebung<\/a>: Weil die neuen Rigs so effizient sind, ersetzen sie meist alte Flotten, statt das Netzwerk zu erweitern. Ein Betreiber kann veraltete S19 abschalten und durch weniger, sparsamere S23 ersetzen, ohne dass die aggregierte Hashrate steigt. Hinter einer flachen Kurve findet also ein st\u00e4ndiger Austausch statt: Alte Ger\u00e4te gehen vom Netz, neue kommen dazu, die Besitzverh\u00e4ltnisse verschieben sich, und die eine Zahl bleibt fast unver\u00e4ndert. Wer nur die Kurve betrachtet, \u00fcbersieht diesen Umbruch komplett. Ob sich der Austausch f\u00fcr einen Betreiber \u00fcberhaupt lohnt, h\u00e4ngt an der Abschreibung der alten Hardware, ein Rechenexempel, das der <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/bitmain-microbt-asic-abschreibung-restwert-2026\/'>Restwert-Verfall der ASICs<\/a> im Detail zeigt.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Wer die Maschinen baut: das Silizium-Oligopol<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Wer die Hashrate besitzt, ist die eine Frage; wer die Werkzeuge daf\u00fcr herstellt, eine zweite, und hier ist die Konzentration noch drastischer. Nach einer im April 2025 ver\u00f6ffentlichten Studie des Cambridge Centre for Alternative Finance, zitiert von <a href='https:\/\/cointelegraph.com\/news\/producer-behind-90'>Cointelegraph<\/a>, entfallen auf drei chinesische Hersteller mehr als 99 Prozent aller Bitcoin-ASICs: Bitmain mit 82 Prozent, MicroBT mit 15 Prozent und Canaan mit 2 Prozent. Die Studie spricht ausdr\u00fccklich von einer oligopolistischen Struktur.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Daraus folgt eine bemerkenswerte Entkopplung: China baut die Maschinen, betreibt aber nach den Verboten von 2021 offiziell nur noch einen Bruchteil der Hashrate; die USA betreiben den gr\u00f6\u00dften Anteil, importieren aber fast die gesamte Hardware. Wer die Chips kontrolliert, sitzt am Flaschenhals f\u00fcr echtes Netto-Wachstum. Neue Fertigungskapazit\u00e4t h\u00e4ngt an denselben Foundries, um die auch Apple, Nvidia und die KI-Hyperscaler konkurrieren; ein Wechsel des Auftragsfertigers bedeutet f\u00fcr einen ASIC-Hersteller 12 bis 18 Monate Neudesign. Effizienzspr\u00fcnge kommen also nur so schnell, wie die Halbleiterlieferkette sie zul\u00e4sst, und diese Lieferkette teilt ihre knappen Wafer inzwischen mit dem KI-Boom. Die Frage, wer Bitcoin sichert, beginnt damit bereits in einer Handvoll Chipfabriken in Taiwan und S\u00fcdkorea.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Die Landkarte der verborgenen Hashrate<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die geografische Verteilung erkl\u00e4rt, warum ein so gro\u00dfer Teil der Hashrate im Dunkeln bleibt. Die j\u00fcngste Heatmap des Hashrate Index (Stand April 2026) verortet gut 37 Prozent der globalen Rechenleistung in den USA, gefolgt von Russland mit knapp 17 Prozent, China mit 12 Prozent und Paraguay mit gut 4 Prozent. In den USA sitzen die b\u00f6rsennotierten, transparenten Betreiber; die L\u00e4nder auf den Pl\u00e4tzen dahinter sind gerade jene, in denen Anonymit\u00e4t Programm ist.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Land\/Region<\/th><th>Anteil an der globalen Hashrate<\/th><th>ungef\u00e4hr EH\/s<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>USA<\/td><td>37,4 %<\/td><td>rund 375<\/td><\/tr><tr><td>Russland<\/td><td>16,9 %<\/td><td>rund 170<\/td><\/tr><tr><td>China<\/td><td>12,0 %<\/td><td>rund 120<\/td><\/tr><tr><td>Paraguay<\/td><td>4,3 %<\/td><td>rund 43<\/td><\/tr><tr><td>VAE<\/td><td>3,0 %<\/td><td>rund 30<\/td><\/tr><tr><td>Oman<\/td><td>3,0 %<\/td><td>rund 30<\/td><\/tr><tr><td>Kanada<\/td><td>2,6 %<\/td><td>rund 26<\/td><\/tr><tr><td>\u00c4thiopien<\/td><td>2,5 %<\/td><td>rund 25<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">Quelle: Hashrate Index, globale Heatmap Q2 2026 (Stand April 2026). Zwei Dinge sind wichtig. Erstens ist selbst die US-Zahl gr\u00f6\u00dfer als die Summe der sichtbaren Miner: Auch in Nordamerika arbeiten zahlreiche private Farmen, die in keiner Bilanz auftauchen. Zweitens sind die genauen Anteile Russlands, des Nahen Ostens und einiger afrikanischer Staaten notorisch schwer zu pr\u00fcfen, weil Betreiber dort ein Interesse an Undurchsichtigkeit haben, sei es aus steuerlichen Gr\u00fcnden, wegen Sanktionen oder aus politischem Kalk\u00fcl. Die Weltkarte der Hashrate ist deshalb keine Karte der Eigent\u00fcmer, sondern bestenfalls eine grobe Sch\u00e4tzung der Standorte.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Pools koordinieren, sie besitzen nicht<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Ein h\u00e4ufiges Missverst\u00e4ndnis vermengt Mining-Pools mit den Eigent\u00fcmern der Hashrate. Ein Pool b\u00fcndelt die Rechenleistung vieler Miner, um Bl\u00f6cke gleichm\u00e4\u00dfiger zu finden und die Ertr\u00e4ge zu gl\u00e4tten. Er koordiniert die Arbeit, aber die Maschinen und der Strom geh\u00f6ren den einzelnen Minern, die jederzeit den Pool wechseln k\u00f6nnen. Die Pool-Verteilung sagt also etwas \u00fcber die Koordination der Blockproduktion aus, nicht \u00fcber den Besitz der Ger\u00e4te.<\/p><figure class='wp-block-table'><table><thead><tr><th>Mining-Pool<\/th><th>Anteil an der Hashrate<\/th><th>Betreiber\/Hintergrund<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Foundry USA<\/td><td>23,41 %<\/td><td>Digital Currency Group<\/td><\/tr><tr><td>AntPool<\/td><td>20,68 %<\/td><td>Bitmain<\/td><\/tr><tr><td>F2Pool<\/td><td>14,77 %<\/td><td>unabh\u00e4ngig<\/td><\/tr><tr><td>ViaBTC<\/td><td>10,00 %<\/td><td>unabh\u00e4ngig<\/td><\/tr><tr><td>SpiderPool<\/td><td>7,50 %<\/td><td>unabh\u00e4ngig<\/td><\/tr><tr><td>MARA Pool<\/td><td>7,05 %<\/td><td>MARA Holdings<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure><p class=\"wp-block-paragraph\">Trotzdem ist die Konzentration relevant, denn Pools bestimmen, welche Transaktionen in einen Block wandern. Am 27. September vereinten die drei gr\u00f6\u00dften Pools laut <a href='https:\/\/hashrateindex.com\/hashrate\/pools'>Hashrate Index<\/a> rund 59 Prozent der Rechenleistung; Foundry USA geh\u00f6rt zur Digital Currency Group, AntPool zum Hersteller Bitmain. Genau deshalb ist der Vorsto\u00df nicht-verwahrender Pools wie OCEAN und das Protokoll Stratum V2, das die Auswahl der Transaktionen zur\u00fcck zu den einzelnen Minern verlagert, der eigentliche Schauplatz der Dezentralisierungsdebatte. Wer die Hashrate besitzt und wer blo\u00df ihre Arbeit koordiniert, sind zwei verschiedene Fragen, die zu oft in einen Topf geworfen werden.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Bricht die Eigentums-Opazit\u00e4t Bitcoins Sicherheit?<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die naheliegende Sorge lautet: Wenn niemand wei\u00df, wem zwei Drittel der Hashrate geh\u00f6ren, k\u00f6nnte sich dort heimlich eine Mehrheit sammeln und einen 51-Prozent-Angriff fahren. Die \u00d6konomie spricht dagegen, und zwar unabh\u00e4ngig davon, wer die Ger\u00e4te besitzt, denn die Kosten eines Angriffs bemessen sich an Hardware und Strom, nicht an der Identit\u00e4t der Betreiber.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Campbell Harvey, Finanzprofessor an der Duke University, beziffert einen einw\u00f6chigen Mehrheitsangriff inzwischen auf <a href='https:\/\/news.bitcoin.com\/8-billion-bitcoin-attack-could-become-profitable-through-derivatives-duke-professor-says\/'>rund 8 Milliarden US-Dollar<\/a>. Sein urspr\u00fcngliches Modell kam auf etwa 6 Milliarden (Hardware 4,6 Milliarden, Rechenzentren 1,34 Milliarden, Strom 0,13 Milliarden), rund 0,26 Prozent des Netzwerkwerts, wie <a href='https:\/\/crypto.news\/51-attack-on-the-bitcoin-network-would-cost-6-billion\/'>crypto.news<\/a> berichtete. Neu ist laut Harvey, dass ein Angreifer den Aufwand \u00fcber eine gro\u00dfe Short-Position an Offshore-Derivatem\u00e4rkten refinanzieren k\u00f6nnte: <a href='https:\/\/news.bitcoin.com\/8-billion-bitcoin-attack-could-become-profitable-through-derivatives-duke-professor-says\/'>&bdquo;Die Kosten betragen etwa 50 Basispunkte des Bitcoin-Werts&ldquo;<\/a>, sagt er, und der Unterschied zu fr\u00fcher liege in den Derivatem\u00e4rkten.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Aus der Industrie kommt der Konter. Matt Prusak, Pr\u00e4sident von American Bitcoin, h\u00e4lt den Angriff f\u00fcr praktisch ausgeschlossen: <a href='https:\/\/crypto.news\/51-attack-on-the-bitcoin-network-would-cost-6-billion\/'>&bdquo;Meine Haltung ist, dass die wirtschaftliche Machbarkeit die 51-Prozent-These erledigt&ldquo;<\/a>, so Prusak; ein Angreifer m\u00fcsste \u00fcber Jahre Hardware anh\u00e4ufen, und B\u00f6rsen w\u00fcrden verd\u00e4chtige Aktivit\u00e4ten l\u00e4ngst einfrieren. F\u00fcr die Sicherheit z\u00e4hlt am Ende das Sicherheitsbudget, also die Summe aus Blockpr\u00e4mie und Geb\u00fchren, die Miner t\u00e4glich verdienen. Bei aktuellem Kurs und Hashprice liegt es bei rund 14 Milliarden US-Dollar (etwa 12 Milliarden Euro) im Jahr. Diese Zahl bleibt robust, egal ob die dahinterstehenden Miner mit Namen und Bilanz auftreten oder anonym bleiben. Die Undurchsichtigkeit der Eigent\u00fcmer \u00e4ndert an der Angriffsrechnung nichts.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Der Kontrast: Proof-of-Stake macht Eigentum sichtbar<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Wie anders das aussehen kann, zeigt Ethereum. Bei Proof-of-Stake ist der Einsatz on-chain sichtbar: Jeder Validator, jede Einzahlung von 32 ETH, jeder gro\u00dfe Staking-Anbieter l\u00e4sst sich in Echtzeit nachverfolgen. Marktanteile wie der von Lido sind \u00f6ffentlich messbar, und genau deshalb dreht sich die Sicherheitsdebatte bei Ethereum um Konzentration und Slashing, nicht um Undurchsichtigkeit.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Bitcoins Proof-of-Work tauscht diese Transparenz gegen Anonymit\u00e4t. Die Sicherheit st\u00fctzt sich auf physische Kosten (Chips und Strom), nicht auf hinterlegtes Kapital, und die Identit\u00e4t der Miner ist f\u00fcr das Protokoll ohne Belang. Beide Modelle haben ihren Preis: Ethereum wei\u00df, wer seine Kette sichert, und muss deshalb \u00fcber Machtkonzentration wachen; Bitcoin wei\u00df es nicht, verl\u00e4sst sich daf\u00fcr aber auf eine Angriffs\u00f6konomie, die Eigentum gleichg\u00fcltig behandelt. Wer Sicherheit vergleicht, sollte diesen grundlegenden Unterschied kennen, statt Hashrate und Staking-Quote unbesehen gleichzusetzen.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>Was das f\u00fcr die Sicherheits\u00f6konomie bis 2028 hei\u00dft<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">Die Verschiebung des Eigentums f\u00e4llt in eine heikle Zeit. Beim n\u00e4chsten Halving 2028 sinkt die Blockpr\u00e4mie von 3,125 auf 1,5625 BTC, und ein wachsender Teil des Sicherheitsbudgets muss k\u00fcnftig aus Transaktionsgeb\u00fchren statt aus neuer Ausgabe kommen. Zugleich lenken die profitabelsten, sichtbarsten Miner ihre Megawatt in die KI. Fred Thiel, Chef von MARA, formuliert die Konsequenz drastisch: <a href='https:\/\/coingeek.com\/block-reward-miners-cant-pivot-to-ai-fast-enough'>&bdquo;Bis 2028 sind Sie entweder ein Stromerzeuger, geh\u00f6ren einem oder haben einen als Partner&ldquo;<\/a>, sagt er; die Zeit des reinen Miners am Netz sei gez\u00e4hlt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die Hashrate bedeutet das zweierlei. Kurzfristig l\u00e4sst sich abgeschaltete Kapazit\u00e4t schnell reaktivieren, sobald der Hashprice steigt; genau das treibt die Erholung seit September. Echtes Netto-Wachstum aber h\u00e4ngt an neuen Maschinen, und die sind durch die Halbleiterlieferkette begrenzt. Worauf man in den kommenden Monaten achten sollte:<\/p><ul class='wp-block-list'><li>Ob die Public-Miner-Quote im n\u00e4chsten Quartalsbericht von CoinShares weiter unter ein Drittel rutscht.<\/li><li>Ob der n\u00e4chste Retarget (Anfang Oktober erwartet) die Serie der Erh\u00f6hungen fortsetzt.<\/li><li>Ob der Hashprice \u00fcber der Schmerzgrenze bleibt, ab der alte Rigs wieder ans Netz gehen.<\/li><li>Ob weitere Miner Milliarden-Leases mit KI-Anbietern abschlie\u00dfen und damit dauerhaft Fl\u00e4che aus dem Mining ziehen.<\/li><\/ul><p class=\"wp-block-paragraph\">Je mehr sichtbare Kapazit\u00e4t in die KI abwandert, desto st\u00e4rker verlagert sich Bitcoins Sicherheit auf die anonyme Mehrheit, deren Motive und Kostenstrukturen der Markt nur erraten kann. Das ist kein akutes Risiko, aber eine strukturelle Eigenheit, die 2026 klarer zutage tritt als je zuvor.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>BaFin, MiCA und was in Europa wirklich reguliert wird<\/h2><p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Anleger im deutschsprachigen Raum ist wichtig, was hier tats\u00e4chlich der Aufsicht unterliegt. Mining selbst ist keine erlaubnispflichtige Finanzdienstleistung; die <a href='https:\/\/www.bafin.de\/SharedDocs\/Veroeffentlichungen\/DE\/Merkblatt\/mb_250103_Kryptowerte_Dienstl.html'>BaFin<\/a> und die europ\u00e4ische MiCA-Verordnung regulieren Krypto-Dienstleister (Handel, Verwahrung) und Emittenten, nicht das Protokoll und nicht das Sch\u00fcrfen von Bitcoin. Wer die anonyme Mehrheit der Hashrate beaufsichtigen wollte, h\u00e4tte schlicht keinen regulatorischen Ansatzpunkt, weil es weder einen Emittenten noch einen erfassbaren Dienstleister gibt.<\/p><p class=\"wp-block-paragraph\">Exposure zur Hashrate gewinnen europ\u00e4ische Anleger daher meist indirekt: \u00fcber Aktien der b\u00f6rsennotierten Miner oder \u00fcber regulierte Krypto-ETPs auf Bitcoin. Genau hier schlie\u00dft sich der Kreis zur Eigentumsfrage. Wer Miner-Aktien kauft, wettet zunehmend nicht auf Hashrate, sondern auf KI-Colocation, wie die Bewertungslogik von Needham zeigt. Und die politische Debatte um digitale Souver\u00e4nit\u00e4t, etwa beim <a href='https:\/\/hoge.gg\/de\/digitaler-euro-mica-2026-europas-digitales-geld\/'>digitalen Euro und MiCA<\/a>, dreht sich um staatlich kontrolliertes Geld, w\u00e4hrend Bitcoins Sicherheit weiter von einer bewusst nicht kontrollierten, gr\u00f6\u00dftenteils unsichtbaren Miner-Basis getragen wird. Der Kontrast k\u00f6nnte kaum gr\u00f6\u00dfer sein.<\/p><h2 class='wp-block-heading'>H\u00e4ufig gestellte Fragen<\/h2><h3 class='wp-block-heading'>Wie viel der Bitcoin-Hashrate kontrollieren b\u00f6rsennotierte Miner?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Nach dem Q2-2026-Report von CoinShares hielten die b\u00f6rsennotierten Miner mit 319 von rund 957 EH\/s nur noch etwa ein Drittel der real erbrachten Hashrate. Nach installierter Nennleistung liegt der Anteil etwas h\u00f6her, grob bei 40 bis 45 Prozent. Die Mehrheit des Netzwerks wird also von nicht b\u00f6rsennotierten Akteuren betrieben.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Wer besitzt die restliche, unsichtbare Hashrate?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Private Gro\u00dffarmen, Offshore-Anlagen in Russland, Zentralasien und dem Nahen Osten, staatsnahe oder souver\u00e4ne Miner sowie eine kleine Schicht von Heim- und Solo-Minern. Diese Betreiber ver\u00f6ffentlichen keine Bilanzen und bleiben oft bewusst anonym, weshalb sich ihr genauer Anteil nicht exakt bestimmen l\u00e4sst.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>W\u00e4chst die Bitcoin-Hashrate 2026 wieder?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Nach einem Jahr Stillstand deutet sich eine Erholung an. Die Difficulty stieg am 19. September um 4,16 Prozent, die zweite Erh\u00f6hung in Folge, und die difficulty-implizierte Hashrate liegt wieder bei rund 950 EH\/s. Der H\u00f6chststand von 1.162 EH\/s vom 19. Oktober 2025 ist damit aber noch nicht erreicht.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Macht die Undurchsichtigkeit der Eigent\u00fcmer einen 51-Prozent-Angriff wahrscheinlicher?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Nein. Die Kosten eines Mehrheitsangriffs h\u00e4ngen an Hardware und Strom, nicht an der Identit\u00e4t der Miner. Campbell Harvey von der Duke University beziffert einen einw\u00f6chigen Angriff auf rund 8 Milliarden US-Dollar. Das Sicherheitsbudget von etwa 14 Milliarden US-Dollar pro Jahr bleibt robust, egal ob die Miner namentlich bekannt sind oder nicht.<\/p><h3 class='wp-block-heading'>Wie k\u00f6nnen europ\u00e4ische Anleger in Hashrate investieren?<\/h3><p class=\"wp-block-paragraph\">Direkt gar nicht, denn Mining ist keine regulierte Finanzdienstleistung unter der Aufsicht von BaFin oder MiCA. Exposure entsteht indirekt \u00fcber Aktien b\u00f6rsennotierter Miner oder \u00fcber regulierte Bitcoin-ETPs. Zu beachten ist, dass Miner-Aktien zunehmend die KI- und HPC-Fantasie einpreisen und weniger die reine Mining-Leistung.<\/p><script type='application\/ld+json'>{\"@context\":\"https:\/\/schema.org\",\"@type\":\"FAQPage\",\"mainEntity\":[{\"@type\":\"Question\",\"name\":\"Wie viel der Bitcoin-Hashrate kontrollieren b\u00f6rsennotierte Miner?\",\"acceptedAnswer\":{\"@type\":\"Answer\",\"text\":\"Nach dem Q2-2026-Report von CoinShares hielten die b\u00f6rsennotierten Miner mit 319 von rund 957 EH\/s nur noch etwa ein Drittel der real erbrachten Hashrate. Nach installierter Nennleistung liegt der Anteil etwas h\u00f6her, grob bei 40 bis 45 Prozent. 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